Klimaneutral war oft mehr Gefühl als Fakt. Brüssel dreht den Spiess nun um und nimmt Unternehmen in die Beweispflicht. Was sich für Verbraucher ändert.
Das gute Gewissen an der Kasse war oft gekauft. Greenwashing lohnte sich – vor allem für Unternehmen. Öko-Siegel versprachen viel, hielten wenig – ihre Zahl stieg ins Unüberschaubare.
Damit soll Schluss sein: Der deutsche Bundesrat beschloss [1] und ratifizierte am 30. Januar die Umsetzung der EU-Richtlinie "Empowering Consumers" (EmpCo) in deutsches Recht – verbindlich ab dem letztmöglichen Umsetzungsdatum, dem 27. September, sollen Verbraucher besser aufgeklärt werden.
Die Richtlinie soll die sogenannte Business-to-Consumer-Kommunikation (B2C) transparent vereinheitlichen [2]. Pauschalaussagen wie "grün", "klimaneutral" oder "nachhaltig" reichen [3] künftig nicht mehr aus – eine belegbare Ökobilanz muss für jedes Produkt her.
Die Beweislast kehrt sich um [4]: Nicht länger Konsumenten müssen recherchieren, sondern Unternehmen müssen offenlegen [5], wie sie zu ihren Umweltversprechen kommen. Die Wende im ökologischen Konsum-Bewusstsein?
European Green Deal
Die Richtlinie ist Teil des Europäischen Green Deals – der 2019, also an der Schnittstelle von der Junker zum Von der Leyen-Kabinett, von der EU-Kommission eingeführten [6] Klimastrategie mit dem Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen [7]. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Öko-Strategie, sondern primär um eine transformierende Industrie- und Wirtschaftsstrategie.
Neben Greenwashing-Verboten umfasst [8] sie industriepolitische Großprojekte: wie den Aufbau einer E-Automobilindustrie, die Förderung von Wasserstofftechnologien sowie das "Fit for 55"-Programm – eine Reduktion der CO2-Emissionen um 55 Prozent bis 2030.
Während die sektoralen Politiken in der Produktions- oder Konsumtionsphäre ansetzen, setzt die EmpCo-Richtlinie auf Distributionsebene an: Vage, nicht einheitlich definierte Umweltbegriffe sind verboten. Unternehmen müssen eindeutig nachweisen, welche Nachhaltigkeitssiegel sie verwenden – diese müssen wissenschaftlich verifiziert, öffentlich nachvollziehbar und durch Dritte geprüft [9]sein.
Die Richtlinie gilt für alle deutschen Unternehmen. Bei Nichteinhaltung drohen Abmahnungen und Schadensersatzforderungen – wobei hier noch fraglich ist, wer und wie Kontrollen geführt werden.
Reale Problemlage
Der Handlungsbedarf war enorm [10]: Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung der EU-Kommission waren 53 Prozent aller Umweltclaims auf Produkten vage, irreführend oder unbegründet – 40 Prozent führten [11] keinerlei Belege an. Mit mehr als 230 Umweltlabels war [12] die EU ein undurchschaubares Eldorado der Irreführung – selbst Branchen-Fachpersonen fiel es demnach schwer, den Überblick zu behalten.
Das deutsche Umweltbundesamt listet [13] bis heute eine Vielzahl unterschiedlicher Label in diversen Kategorien auf. Wie eine Guardian-Recherche offenbarte [14], war dies ein Teil von üblichen Konzernstrategien – so flossen mehr als 250 Millionen der Öl- und Gasindustrie in die Lobbyarbeit, um ein Ant-Greenwashing und eine gezieltere Taxonomie zu verhindern.
Ein beispielloser Etikettenschwindel: nicht nur dass98 Prozent der 50 größten europäischen Investoren Lobbygruppen angehören, die die strengeren Kriterien beeinflussen oder verwässern wollen, sondern auch da Gaskonzerne Projekte als nachhaltig ("grün") eingestuft hatten, obwohl diese weiterhin Treibhausgase verursachten.
Greenwashing ist kein europäisches Randphänomen: British Petroleum inszenierte [15] sich per "Beyond Petroleum"-Kampagne als nachhaltiger Energiekonzern, obwohl der Löwenanteil der Investitionen weiterhin in fossile Energie floss [16]. Coca-Cola verschwieg [17], dass seine "recycelten" Flaschen weiterhin erhebliche Mengen fossiler Kunststoffe enthielten.
Auch Danone und Nestle mogelten. TotalEnergies wurde sogar in Frankreich gerichtlich belangt [18]: Der Konzern hatte trotz 97-prozentiger Einnahmenquote aus fossilen Brennstoffen mit Klimaneutralitätsversprechen kokettiert. Die EU-Marktaufsicht vermeldete [19] Anfang 2024 einen Anstieg der Greenwashing-Ermittlungen um 26 Prozent – und beklagte gleichzeitig fehlende Ressourcen zur Durchsetzung und zum effektiven Monitoring.
Widerstandsnester
Ein reiner Sieg des Verbraucherschutzes stellt auch die aktuelle Gesetzesinitiative nicht dar: Brüssel musste [20] Zugeständnisse machen. Spezifische Zahlenaussagen wie "30 Prozent weniger Emissionen", die noch unklar verbleiben, komplexe Berechnungsmethoden und indirekte Kommunikation via Farben oder Bildmotive sind weiterhin erlaubt und werde demnach nicht sanktioniert.
Die konservative EVP-Fraktion verwässerte [21] das Gesetz auf Druck der rechtspopulistischen Fraktion und Parlamentarier – mit dem Argument der Überregulierung für kleine Unternehmen. Italien zog [22] seine Zustimmung im größeren, später zu Fall gebrachter Greenwashing-Gesetz gleich komplett zurück – das Gesetz mit mehr Reichweite, besserer Regulation und deutlich mehr Verbraucherschutz versandte und kam nie zu Stande.
Eurocommerce, der europaweite Branchenverband der Groß- und Einzelhändler, warnte [23] vor Wettbewerbsnachteilen durch Rechtsunsicherheit und Verwaltungsaufwand, lobbyierte mutmaßlich hinter der Kulissen massiv.
Dass Konzerne bei gefährdeten wirtschaftlichen Pfründen kaum Kosten scheuen, zeigt (siehe Guardian Recherche) die Vergangenheit – auch in Zukunft ist mit einflussnehmenden Lobbyismus und Spielchen im Graubereich demnach zu rechnen. Gesetze können auch wieder gekippt werden – zumindest für eine weitreichendere Regelung besteht aktuell keine tragfähige Akteurskoalition.
Was sich tatsächlich ändert
Für Verbraucher bringt das Gesetz dennoch Substanz [24]: Irreführende Schlagwörter sind verboten, Labels müssen wissenschaftlichen Standards genügen, Sanktionen sollen falsche Angaben eliminieren [25]. Wer beim Einkauf auf folgende Punkte achtet [26], ist damit besser geschützt als zuvor:
Labels prüfen: Nur anerkannte, unabhängige Zertifikate zählen. Deren Zahl sollte nach September deutlich schrumpfen.
Konkrete Angaben: Messbare Ziele, statt vager Begriffe bevorzugen. Achtung: hier gelten leider Ausnahmeregelungen – auch Prozentangaben können erlaubt sein.
Transparenz: Sind Lieferketten und Produktion offengelegt? Wenn nein, darf dies die Kaufentscheidung negativ beeinflussen.
Kommunikation prüfen: Website, Werbung und Social Media vergleichen. Recherche und Hintergründe abrufen.
Verbraucherplattformen nutzen: Apps, NGO-Rankings, deutsche Behörden und Erfahrungsberichte zu Rate ziehen.
Fragen stellen: Beim Hersteller aktiv nach CO₂-Werten und Rohstoffen nachfragen.
Langfristige Konsistenz: Nachhaltigkeit in der Strategie suchen, nicht nur im Marketing.
Skepsis bei Superlativen: "100 % klimaneutral" stets kritisch hinterfragen.
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Heute geht es um die Bedienung von Windows 11, um die Frage, wer oder was eigentlich Schrödingers Katze ist, und wie KI-Müll das Internet vergiftet.
Die Bedienoberfläche von Windows 11 erinnert ans Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel. Weil sich ständig so viel ändert, fühlt sich auch der Einsatz von Windows 11 wie ein ständiger Umstieg an. Deshalb haben meine Kollegen, obgleich das Betriebssystem schon einige Jahre auf dem Buckel hat, eine Menge Tipps zum Umstieg zusammengetragen.
Besonders hilfreich finde ich die Sammlung von Shortcuts. Leider kennt Windows 11 derart viele Tastenkombinationen, dass ich am Auswendiglernen gescheitert bin. Zum Glück haben meine Kollegen die wichtigen Kombis mit der Windows-Taste dokumentiert [1]. Mein häufigster Shortcut ist wahrscheinlich Windows+L, nämlich dann, wenn ich Kaffee hole oder den Schreibtisch für eine Besprechung verlasse. Auch oft genutzt: Windows+X für das Admin-Menü und Windows+1, womit sich die in der Taskleiste ganz links liegende Anwendung öffnet. Welche Tastenkombinationen bevorzugen Sie bei der PC-Arbeit?
Windows 11: Erste Handgriffe nach dem Umstieg
Sagen wir, wie es ist: Windows 11 ist erfreulich ausgereift, zumindest soweit es Treiber und Anwendungen betrifft. Denn die laufen unter Windows 11 genauso stabil, schnell und problemlos wie unter Windows 10. Wenn es allerdings um die Bedienoberfläche geht, ist Windows 11 eine Dauerbaustelle.
(Bild: Martina Bruns / KI / heise medien)
Selbst bei essenziellen Bedienelementen muss man jederzeit mit Umbauten rechnen. So verkündete Microsoft im November 2025, mal eben das Aussehen des Startmenüs umkrempeln zu wollen. Verhindern lassen sich solche Änderungen nicht, denn sie kommen via Windows Update und im selben Paket stecken dann unverzichtbare Sicherheitsupdates.
Alle in unserem Schwerpunkt genannten Tipps und Tricks gelten für Windows 11 in den Versionen 24H2 und 25H2. Doch egal, welche der beiden Versionen bei Ihnen läuft: Bleiben Sie jeweils dabei, bis der Support ausläuft. Denn neuere Versionen bringen Funktionen mit, die den Vorgängern fehlen – ob die ausgereift sind, steht auf einem anderen Blatt.
Microsoft macht mittlerweile keinen Hehl mehr daraus, dass Sie als Beta-Tester dienen, also als jemand, der unausgereifte Vorabversionen von Windows prüft. In Kneipendiskussionen und Foren wurde das schon immer gern behauptet. Doch mittlerweile gibt es eine Bestätigung von unerwarteter Seite: Windows selbst sagt es. Wo genau, erfahren Sie in unserem Einleitungsartikel [2].
Die Oberfläche ist übrigens das Einzige, was an Windows 11 wirklich anders ist als beim Vorgänger. Unter der Haube sind es bloß zwei Entwicklungsstände desselben Betriebssystems. Die neue Oberfläche war nicht mal neu, sondern ein Überbleibsel des 2020 angekündigten, dann aber doch nie erschienenen „Windows 10X“. Bei dem handelte es sich um eine spezielle Windows-Version für das ebenfalls nie erschienene „Surface Neo“, ein Touchgerät mit zwei Bildschirmen. Das ist auch der Grund, warum sich Windows 11 an manchen Stellen komisch anfühlt. Dass ein ähnlicher Versuch schon bei Windows 8 schiefgegangen war, interessierte die Entscheider bei Microsoft offenbar wenig.
Doch mal positiv gedacht: Kompatibilitätsprobleme von Treibern und Anwendungen brauchen Sie beim Umstieg nicht zu fürchten. Was unter Windows 10 lief, funktioniert auch unter Windows 11. Das neue Windows sieht nur dank der anderen Oberfläche anders aus als sein Vorgänger. Und unser Schwerpunkt kann Ihnen helfen, besser damit zurechtzukommen.
Sie ist eine der berühmtesten Katzen der Geschichte, die nie existiert hat. Exakt 100 Jahre ist es her, dass Erwin Schrödinger das Herzstück der Quantenphysik entwickelt hat: die nach ihm benannte Schrödingergleichung und eben auch Schrödingers Katze.
Zum Glück nicht Schrödingers Katze, sondern das Thermobild einer sehr netten, sehr lebendigen Spezie.
Die Quantenphysik ähnelte zu jener Zeit einem Gemischtwarenladen. Licht verhielt sich manchmal wie eine Welle, manchmal wie ein Teilchen. Objekte, die man für Teilchen gehalten hatte, zeigten wellenartiges Verhalten. Physiker Schrödinger schlug deshalb ein neuartiges Objekt vor, die Wellenfunktion ψ, und leitete eine Gleichung her. Die beschrieb, wie sich die Wellenfunktion eines Objekts mit der Zeit im Raum ausbreitet.
Allerdings führte diese Schrödingergleichung zu hitzigen Diskussionen unter führenden Wissenschaftlern. Frustriert formulierte Schrödinger deshalb ein Gedankenspiel, um die Absurdität der gängigen Interpretationen auf die Spitze zu treiben. Diese Überlegung wurde berühmt als Schrödingers Katze: Diese steckt mit einer Giftflasche und einem radioaktiven Atom in einer Box. Zerfällt das Atom, zerstört ein Mechanismus die Flasche und die Katze stirbt. Wenn nicht, bleibt sie am Leben. Ist das Atom aber in einer Superposition aus zerfallen und nicht zerfallen, müsste auch die Katze tot und gleichzeitig lebendig sein.
Schrödinger wollte zeigen: Wenn Physiker eine Theorie entwickelt haben, in der halb-tote-halb-lebendige Katzen möglich sind, dann muss an dieser Theorie oder ihrer Interpretation etwas faul sein. Meine Kollegin Sabrina Patsch beschäftigt sich in ihrem Artikel mit der Frage, was an der Theorie nicht stimmt.
Seit 2024 ist „Intelligent Speed Assistance“ in Neuwagen Pflicht. Die Praxis zeigt: Hersteller setzen die Vorgaben sehr unterschiedlich um. Die Geschwindigkeitsassistenten im Auto arbeiten dezent bis penetrant und oft fehlerhaft [11].
Ein PC mit viel Speicher und einer schnellen Grafikkarte taugt für KI-Anwendungen jenseits von Entrauschungsfilter oder Transkriptionsassistent. Unser Bauvorschlag 2026 ist genau solch ein PC und wir haben einige KI-Spielereien an und mit ihm ausprobiert [14].
Ein magisches Königreich erkunden, einen Mord aufklären, in dunklen Verliesen Monster bezwingen und nebenbei lernen, die Kommandozeile von Linux oder macOS zu bedienen: All das gelingt mit sechs spannenden und kurzweiligen Spielen [16].
Ich konnte jüngst in einem Workshop einiges zum Datenjournalismus lernen. Ein spannendes Handwerk, das tiefe Einblicke und schicke Grafiken erzeugen kann, aber leider auch ganz viel Zeit schluckt. Man lande bei Recherche und Datenauswertung schnell in einem Rabbit Hole, warnte uns die Seminarleiterin. Ich wusste sofort, was sie meint.
Was ich vor allem mitgenommen habe, ist die Herangehensweise: Anhand eines alltäglichen Problems ergibt sich eine Frage, die viele Menschen bewegt. Und die sollten wir als Journalisten mit ein wenig (oder etwas mehr) Datenrecherche fundiert beantworten können.
Die rechte Grafik zum BSE-Befall in Großbritannien wurde farblich stark vereinfacht. Dadurch entstand der unsinnige Vergleich zu Brexit-Wählern – die Grenze zu Fake-News sind fließend.
Es geht also nicht darum, einen riesigen Datenfundus zu durchforsten und sich Teile herauszupicken. Stattdessen lassen sich mit sinnvollen Fragen hilfreiche Tipps herleiten und aktuelle Diskussionen visuell begleiten. Das führt womöglich nicht immer zum Ziel und man kann mit einer falschen Visualisierung – absichtlich oder versehentlich – Unsinniges suggerieren. So wie mit den oben gezeigten zwei Grafiken, die links die Wahlergebnisse des Brexit 2016 und rechts den BSE-Befall aka Rinderwahn in Großbritannien im Jahr 1992 gegenüberstellen. Die rechte Grafik wurde farblich stark vereinfacht und ließ viele Briten stöhnen und lachen zugleich.
Gut gemacht kann eine Datenvisualisierung dagegen echte Erkenntnisse liefern.
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Seit SpaceX unregistrierte Starlink -Terminals vom Netz trennte, meldet die Ukraine die größten Geländegewinne seit 2023 – und Russland erprobt eine neue Technik.
Starlink-Antenne in der UkraineBild:
Asuyoshi Chiba/AFP via Getty Images
Die Ukraine hat zwischen dem 11. und 15. Februar 2026 nach Angaben des amerikanischen Thinktanks Institute for the Study of War (ISW) rund 201 Quadratkilometer Territorium zurückerobert .
Das wäre die umfassendsten ukrainischen Rückeroberungen seit Beginn der Gegenoffensive im Juni 2023. Ob ein Kausalzusammenhang mit der gleichzeitigen Starlink-Sperrung für russische Einheiten besteht, lässt sich nicht abschließend belegen. Die zeitliche Koinzidenz ist jedoch auffällig.
Der Hintergrund: SpaceX hatte Ende Januar und Anfang Februar begonnen, unregistrierte Starlink-Terminals auf dem Gebiet der Ukraine vom Netz zu trennen .
Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte zuvor mit Elon Musk, dem SpaceX-Chef, Kontakt aufgenommen, nachdem russische Drohnen mit Starlink-Antennen über ukrainischen Städten geortet worden waren.
Musk bestätigte die Maßnahme via X mit dem Hinweis, man habe Schritte unternommen, um die nicht autorisierte Nutzung durch Russland zu unterbinden.
Wie kam Russland überhaupt an Starlink?
Russische Einheiten sollen sich die Terminals über Drittländer beschafft haben, darunter waren Händlernetzwerke in Dubai und Zentralasien. Al Jazeera berichtete , dass die Geräte in Drohnen eingebaut wurden, um ukrainische Störsysteme zu umgehen, Ziele tief im Hinterland anzusteuern und Videodaten in Echtzeit zu übertragen. Auch die Koordination zwischen Fronteinheiten und rückwärtigen Führungsstäben soll über Starlink erfolgt sein.
Technisch setzt die Sperrung auf ein Whitelist-System auf: Wie tarnkappe.info erläutert , meldet sich jedes Starlink-Terminal mit einer einzigartigen ID im System an. Gibt es keine gültige Registrierung, helfen weder ein Reset noch eine Neuausrichtung der Antenne.
Seit dem 4. Februar 2026 wurden alle nicht verifizierten Terminals automatisch vom Netz getrennt, die Whitelist wird seither täglich aktualisiert.
Prorussische Militärkanäle meldeten kurz nach der Sperrung Verbindungsausfälle in mehreren Frontabschnitten. Bloomberg berichtete , dass Beschwerden auf prorussischen Militärkanälen von ukrainischen und europäischen Diplomaten und Analysten als glaubwürdig eingestuft werden. Russische Einheiten seien nun damit beschäftigt, in aller Eile andere, weniger komfortable Kommunikationswege zu organisieren.
Ukraine nutzt Funkprobleme aus
Das ISW stellte in seinen täglichen Lageberichten fest, dass ukrainische Gegenangriffe wahrscheinlich die gestörte russische Kommunikation ausnutzten. Einschränkend hält das Institut fest, dass sich die genaue Wirkung der Sperrung auf das Schlachtfeldgeschehen nur schwierig isolieren lasse. Andere Faktoren – Wetterbedingungen, Truppenstärke, Versorgungslage – spielten ebenfalls eine Rolle.
Denis Yaroslavsky, Kommandeur einer Aufklärungseinheit der 57. motorisierten Brigade, sagte der New York Post , russische Angriffe hätten sich drei bis vier Tage nach der Sperrung spürbar reduziert. Er schätzte, dass Russland mindestens vier bis sechs Monate benötige, um funktionierende Alternativen zu entwickeln und zu skalieren.
Als möglichen Ersatz testete Russland die stratosphärische Plattform Barrage-1 . Das unbemannte Luftfahrzeug soll in bis zu 20 Kilometern Höhe operieren und 5G-Konnektivität liefern.
Das ISW verwies auf russische Militäranalysten , die das System nicht als vollwertigen Ersatz für Starlink bewerteten. Ein einzelnes Fluggerät könne keine Flotte von Tausenden Satelliten in niedriger Umlaufbahn ersetzen.
Russland sucht Ersatz
Katja Muñoz von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) wies im Tagesspiegel darauf hin , dass Russland in eine strategische Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter geraten sei – ähnlich wie die EU. Mittelfristig werde Russland den Ausfall wohl kompensieren können. Wie lange das dauert und welche Alternativen tatsächlich einsatzbereit werden, bleibe nach aktuellem Stand offen.
Der Kyiv Independent berichtete , dass die Sperrung auch auf ukrainischer Seite temporär Probleme verursacht habe. Terminals, die nicht über offizielle Kanäle beschafft wurden – etwa über Freiwilligennetzwerke und Spendenaktionen -, mussten nachregistriert werden, bevor der Zugang wiederhergestellt wurde. SpaceX hat dafür ein zentrales Registrierungssystem eingerichtet.
Parallel laufen nach ukrainischen Geheimdienstangaben Versuche russischer Stellen, ukrainische Zivilisten unter Druck zu setzen, Terminals auf ihren Namen zu registrieren. Das ließ sich bislang nicht unabhängig verifizieren.
Infineon bindet in turbulenten Zeiten seinen Vorstandsvorsitzenden und den Finanzchef für weitere Jahre. Man sei in sehr guten Händen, so der Aufsichtsrat.
Der Infineon Vorstandsvorsitzende Jochen HanebeckBild:
Infineon
Infineon Technologies wird vorzeitig die Verträge des Vorstandsvorsitzenden Jochen Hanebeck sowie des Finanzvorstands Sven Schneider verlängern. Das gab der Hersteller von diskreten Leistungshalbleitern, MCUs, MEMS-Sensorik und Sicherheits-ICs am 19. Februar 2026 bekannt . Der Vertrag mit Hanebeck soll in Kürze bis Ende März 2032 verlängert werden, der Vertrag von Schneider bis Ende April 2032.
Die Verträge wären nach bisheriger Vereinbarung im April und Mai 2027 ausgelaufen. Der offizielle Beschluss des Aufsichtsrats dazu soll im Mai getroffen werden.
In Zeiten von globalen Unsicherheiten und Umbrüchen in der Automobilindustrie setzen IT-Konzerne gerne auf bewährte Führungsstrukturen. Wie Golem aus informierten Kreisen erfahren hat, wurde die Entscheidung über die Verlängerung kurzfristig getroffen.
Humanoide Robotik als Hoffnungsträger
Infineon liege "in sehr guten Händen, deswegen schaffen wir jetzt frühzeitig Klarheit über die weitere Ausrichtung des Unternehmens" , sagte Herbert Diess, Aufsichtsratsvorsitzender von Infineon Technologies. "Mit wichtigen Investitionen in die technologische Stärke und gleichzeitigem Fokus auf die Wettbewerbsfähigkeit hat Jochen Hanebeck gemeinsam mit Sven Schneider und dem gesamten Vorstandsteam Infineon erfolgreich ausgerichtet. Diesem Kurs des profitablen Wachstums wird Infineon auch in den kommenden Jahren folgen."
Infineon hofft auf einen kräftigen Umsatzzuwachs durch humanoide Roboter. "Das könnte ein Wachstumsfeld werden, wie es heute die Leistungshalbleiter für KI-Rechenzentren sind" , sagte Hanebeck zuvor dem Handelsblatt . Viele der Halbleiter, die heute für das automatisierte Fahren an die Autoindustrie geliefert würden, ließen sich auch in den Robotern einsetzen.
Mit Makita kompatible 18V-Akkus kosten im Doppelpack bei Amazon zusammen 34 Euro. Der Deal ist als befristet markiert.
Die 18-V-Akkus von Bonadget sind deutlich günstiger als die Energiespeicher von Makita.Bild:
Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Makita; Montage: Golem.de
Während Einhell als Preis-Leistungs-Tipp gilt, verlangt Makita für 18-Volt-Akkus vergleichsweise hohe Preise. Die Akkus gelten allerdings auch als hochwertig. Einschlägige Maschinen sind schon seit Jahren mit den Energiespeichern kompatibel.
Trotzdem werden die Preise nicht jedem gefallen. Das Set aus zwei 5 Ah großen Akkus kostet gerade 154,99 Euro bei Amazon. Zum Vergleich: Das Twinpack aus zwei 4 Ah großen Akkus von Einhell kostet rund 55 Euro . Günstiger geht es aber auch im Makita-Kosmos bei den günstigen Alternativen.
Tatsächlich kostet das kompatible Doppelpack aus zwei 5 Ah Akkus von Bonadget gerade 34 Euro im zeitlich befristeten Angebot bei Amazon.
Was bieten die 18V-Akkus der Alternative?
Nun kann man darüber streiten, ob die alternativen 18-Volt-Akkus die gleichen Leistungswerte erreichen wie die originalen von Makita. Wahrscheinlich tun sie es nicht. Das müssen sie bei dem Preis auch nicht. Als Ersatzakku, um Ladezeiten zu überbrücken, dürften sie mit einer Bewertung von 4,4 von 5 Sternen ausreichen. Es kommt auch ganz auf das Gerät an: Nicht jede Maschine ist so energiehungrig wie der Bohrhammer.
Der Hersteller wirbt jedenfalls mit 90 Watt Leistung und einer Kompatibilität mit allen gängigen Makita-Akkus, zum Beispiel: L1850 BL1850B BL1860 BL1860B BL1830 BL1830B BL1835 BL1840 BL1840B BL1820 LXT400 194205-3,194309-1,194204-5,196399-0, 196673-6.
Eingebaut sind laut Bonadget verschiedene Schutzschaltungen, namentlich gegen Überladung, Überentladung, Überstrom und Überhitzung. Zudem wird mit einem Kurzschlussstrom geworben. Einen Memory-Effekt soll es nicht geben, dafür bieten die Batterien LED-Anzeigen für den Akkustand.
Befristet im Angebot
Zeitlich befristet liegen die Preise der beiden mit Makita kompatiblen 18-Volt-Akkus bei 33,98 Euro . Als Händler fungiert zwar ein Drittanbieter, allerdings übernimmt zum Zeitpunkt der Artikelerstellung Amazon den Versand.
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Plug-in-Hybride verbrauchen auf der Straße deutlich mehr als versprochen – das zeigt jetzt eine Studie mit einer Million Fahrzeugen.
Wer beim Autokauf auf niedrige Betriebskosten setzt, aber auch etwas für den Klimaschutz tun möchte, für den könnten Plug-in-Hybride interessant sein. Aber, wie sich jetzt zeigt, könnten sie damit auch in eine teure Falle geraten.
Sie kommt zu dem ernüchternden Befund: Im Straßenverkehr schlucken diese Fahrzeuge durchschnittlich knapp sechs Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer – obwohl die Typenschilder oft nur ein bis zwei Liter ausweisen.
Wer also den Angaben der Hersteller vertraut und auf dieser Basis die monatlichen Tankkosten kalkuliert hat, muss wohl mit deutlichen Mehrkosten rechnen.
Warum der Elektromotor allein nicht reicht
Drei Forschungseinrichtungen – das Fraunhofer ISI, das Öko-Institut und das ifeu – haben Fahrdaten von rund einer Million Plug-in-Hybriden [3] aus den Baujahren 2021 bis 2023 ausgewertet.
Die Ergebnisse widersprechen einer weit verbreiteten Annahme: Selbst wenn das Fahrzeug im vorwiegend elektrischen Modus unterwegs ist, fließen im Mittel noch drei Liter Benzin oder Diesel durch die Leitungen.
Ein möglicher Grund: Der Verbrennungsmotor schaltet sich offenbar weitaus öfter zu als bislang vermutet – etwa bei höheren Geschwindigkeiten, starker Beschleunigung oder aktivierter Klimaanlage. Studienleiter Patrick Plötz sprach laut tagesschau.de von einem "Schock" für das gesamte Forscherteam.
Über alle Betriebsmodi hinweg liegt der tatsächliche Verbrauch bei 5,9 Litern auf 100 Kilometer. Ein konventioneller Benziner kommt im Schnitt auf rund sieben Liter.
Der versprochene Sparvorteil schrumpft damit auf ein Minimum. Zugleich zeigen die Daten, dass Plug-in-Hybride nur etwa ein Viertel bis knapp ein Drittel ihrer Gesamtstrecke rein elektrisch zurücklegen. Der Rest entfällt auf den Verbrenner – mit entsprechendem Spritverbrauch.
Budgetrisiko für Familien: Tankkosten, Förderung, Wiederverkauf
Für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen wiegt der Mehrverbrauch besonders schwer, weil er die gesamte Kostenplanung über die Haltedauer verschiebt.
Und für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Plug-in-Hybrid zu kaufen, kommt eine politische Unsicherheit hinzu: Die aktuelle Studie stützt die Argumentation [4] von Akteuren wie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des ökologischen Verkehrsclubs VCD.
Sie fordern nämlich, staatliche Zuschüsse für Plug-in-Hybride ersatzlos zu streichen und ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge zu fördern.
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch bezeichnete gegenüber tagesschau.de die politische Aufwertung dieser Antriebsform als "klima- und industriepolitische Sackgasse".
Sollte die Förderkulisse tatsächlich wegbrechen, dürfte auch der Wiederverkaufswert dieser Fahrzeuge sinken – ein Risiko, das bei der Anschaffung einkalkuliert werden muss.
Vollelektrisch fahren: Förderung, Ladeoptionen und Gebrauchtwagen
Seit Anfang 2026 bezuschusst der Bund den Kauf reiner Elektroautos mit bis zu 6.000 Euro. Die Prämie staffelt sich nach Haushaltseinkommen und Kinderzahl – Familien mit geringerem Budget und mehreren Kindern erhalten den höchsten Zuschuss.
Im laufenden Betrieb fallen die Kilometerkosten niedriger aus als bei Verbrennern oder Hybriden, weil Strom pro Energieeinheit günstiger ist und der Antrieb effizienter arbeitet. Auch Wartung und Verschleiß schlagen weniger zu Buche, da ein Elektromotor ohne Getriebe, Auspuffanlage und Ölwechsel auskommt.
Die öffentliche Ladeinfrastruktur hat sich zuletzt stark verdichtet: Mitte 2025 standen deutschlandweit rund 175.000 Ladepunkte bereit, wie es bei der DUH heißt [5]. Darunter waren etwa 42.000 Schnelllader.
Wer über einen eigenen Stellplatz verfügt, kann mit einer Wallbox oder einer Photovoltaikanlage besonders günstig laden.
Für Haushalte mit begrenztem Budget wächst zudem der Gebrauchtwagenmarkt: 2025 wechselten hierzulande mehr als 200.000 gebrauchte Elektroautos den Besitzer. Fachleute raten, sich beim Kauf einen Nachweis über den Zustand der Batterie vorlegen zu lassen, um spätere Überraschungen zu vermeiden.
Brüssel unter Zugzwang: Forscher fordern schärfere Regeln
Die niedrigen Laborwerte der Plug-in-Hybride ermöglichen es Herstellern bislang, ihre CO2-Flottengrenzwerte rechnerisch einzuhalten, obwohl die Fahrzeuge auf der Straße ein Vielfaches ausstoßen.
Laut der Studie könnten allein in Deutschland bis zu 25 Millionen Tonnen zusätzliches CO2 anfallen, falls die geplante Verschärfung der Berechnungsformel ausgesetzt wird.
Studienleiter Plötz plädiert deshalb dafür, die Prüfstandmessung durch reale Verbrauchsdaten zu ersetzen und Hersteller bei Überschreitung zur Kasse zu bitten.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11183192
Links in diesem Artikel: [1] https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Publikationen/Mobilit%C3%A4t/Plugin-Hybrid_Dateien/Analyse_PHEV_2025_EN_final.pdf [2] https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/plug-in-hybrid-verbrauch-100.html [3] https://www.ifeu.de/en/news-archive-1/fuel-consumption-co2-emissions-of-plug-in-hybrid [4] https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/plug-in-hybride-sind-mogelpackung-foerderung-streichen [5] https://www.duh.de/informieren/verbraucherschutz/leitfaden-elektroauto/
Pflanzen verschwenden absichtlich Energie – und überleben gerade deshalb. Ein Biologe erklärt, warum das auch für Firmen gilt.
Der französische Biologe Olivier Hamant kritisiert die Fixierung auf Leistung. In einer schwankenden Welt, so seine These, brauchen Gesellschaften und Unternehmen Robustheit – eine Fähigkeit, die sich von der Natur lernen lässt.
Im Herbst vergangenen Jahres lag das kleine Heft mit dem Titel "Gegengift zum Kult der Performance" (i.O. "Antidot au Culte de la Performance") an prominenter Stelle in den großen Buchhandlungen in Frankreich aus. Geschrieben ist es von Olivier Hamant, einem preisgekrönten Biologen, der nun auch einem deutschen Medium [1] aufgefallen ist.
Hamants Leitthese: In Krisenzeiten befinden wir uns auf dem falschen Weg. Indem wir in turbulenten Zeiten auf Kontrolle, Optimierung und Performance setzen, schließen wir uns auf einem engen Pfad ein, der uns anfällig und zerbrechlich macht. Die Natur, so der Biologe, öffne andere Möglichkeiten.
Er überschreibt sie mit Robustheit. Nach dem Destillat seiner Forschungen beruht sie auf Heterogenität, auf Überflüssigem, Zufall, Unwägbarkeiten, Langsamkeit und Inkohärenz. Qualitäten also, die man aus dem eigenen Leben gut kennt, die im öffentlichen Diskurs jedoch kaum als erstrebenswert gelten – dort dominiert Effizienz als Leitwert strategisch ausgerichteter Denkweisen.
Diese Diagnose trägt Hamant seit Jahren vor. Kürzlich ehrte ihn die Katholische Universität Löwen mit der Ehrendoktorwürde. Der Forscher am französischen Nationalen Institut für Agrarforschung (INRAE) formuliert seine Kritik klar.
Die moderne Definition von Performance – verstanden als Summe aus Effektivität und Effizienz – mache Systeme fragil. Was einst die Kunst bezeichnete, etwas gut zu machen, sei von Management-Controllern umgedeutet worden: Ein Ziel solle mit möglichst geringem Aufwand erreicht [2] werden.
Das Ergebnis sind überoptimierte Systeme – Just-in-time-Produktion, schlanke Verwaltungen, global verzahnte Lieferketten.
Hamants Pointe: Solche Systeme funktionieren nur unter stabilen Bedingungen. Gerät die Umwelt ins Schwanken, brechen sie. Die Blockade des Suezkanals 2021, Lieferengpässe während der Pandemie oder zunehmende Klimaextreme sind für ihn keine Ausnahmen, sondern Vorboten einer instabilen Welt.
Pflanzen als Vorbild für Suboptimalität
Hamants Denken wurzelt in der Pflanzenbiologie. Warum sind Pflanzen grün und nicht schwarz wie Solarpaneele? Wären sie schwarz, würden sie das gesamte Sonnenlicht absorbieren und ihren Energieertrag maximieren.
Ihre grüne Farbe bedeutet jedoch, dass sie "Licht verschwenden". Diese scheinbare Ineffizienz ist, so der Forscher, eine Überlebensstrategie [3].
Die Photosynthese sei voller Redundanzen und Inkohärenzen – etwa durch das Enzym Rubisco, das nicht nur Kohlenstoff, sondern auch Sauerstoff bindet. Gerade dieses Durcheinander ermöglicht es Pflanzen, mit Schwankungen umzugehen.
Robustheit, so verstanden, heißt nicht optimal zu funktionieren, sondern anpassungsfähig zu bleiben.
Die tödliche Falle der Überoptimierung
Der Kult der Performance ist für Hamant daher nicht nur langfristig ineffizient, sondern zerstörerisch. Im Leistungssport zeige sich diese Logik besonders drastisch: Doping sei das sichtbarste Symptom einer Fixierung auf ein einziges Ziel – selbst um den Preis der Selbstzerstörung. Hier greift das Goodhart’sche Gesetz: Wenn ein Maß zur Zielvorgabe wird, taugt es nicht mehr als Maß.
Am deutlichsten, so Hamant, zeigt sich dieser Widerspruch in der Landwirtschaft. Hochleistungsorientierte Modelle erzeugen Abhängigkeiten, zerstören Böden und treiben viele Landwirte in prekäre Verhältnisse.
"Schon weil es allein in Frankreich ein bis zwei Suizide von Landwirten pro Tag gibt, ist das System nicht mehr tragfähig", sagte er gegenüber lavenir.net [4]. Pestizide und Dünger werden teurer, geopolitische Abhängigkeiten riskanter.
Agroökologische Ansätze seien weniger effizient, dafür robuster, lokaler und sozial eingebettet. Für Hamant ist der ländliche Raum das erste Labor eines anderen Modells – weniger aus Nostalgie als aus pragmatischer Notwendigkeit.
Robustheit als kollektives Projekt
Robustheit ist für Hamant kein Rückzug ins Private, sondern ein politisches Projekt. Sie entsteht im Kollektiv: in regionalen Netzwerken, in reparierbaren Dingen, in Institutionen, die vorbereiten statt beherrschen. Dazu gehört die Rehabilitierung von Inkohärenz.
"Dialog heißt, Inkohärenzen zum Klingen zu bringen – fruchtbare Meinungsverschiedenheiten", so Hamant [5]. Bürgerversammlungen zum Klima hätten gezeigt, dass Vielfalt oft ambitioniertere Vorschläge hervorbringt als homogene Expertengremien.
Auch Darwin müsse neu gelesen werden – nicht nur als Theoretiker des "Überlebens des Stärkeren", sondern als Denker von Kooperation und Sympathie. Evolution, so Hamant, sei ebenso Zusammenarbeit wie Konkurrenz.
Hamant prognostiziert dennoch einen Wandel – innerhalb von fünf bis zehn Jahren. Wie bei einem Vogel- oder Fischschwarm seien es die Individuen an der Peripherie, die Schwankungen zuerst wahrnehmen und die Gruppe neu ausrichten.
Übertragen auf Gesellschaften meint das periphere Initiativen wie Agroökologie, Permakultur, gemeinschaftliches Wohnen, Kreislaufwirtschaft oder Reparierbarkeit.
"Ein fallender Baum macht mehr Lärm als ein wachsender Wald", sagt Hamant. Man dürfe den wachsenden Wald nicht vergessen.
Sein Buch "L’Entreprise robuste", das er gemeinsam mit Olivier Charbonnier und Sandra Enlart verfasste, ist laut Le Monde [7] ein Entwurf einer Alternative zur allgegenwärtigen Leistungslogik.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.welt.de/kultur/plus69931ba1f1c55d28ade69f7a/ende-der-hochleistungsgesellschaft-die-ultra-performer-sterben-aus-zugunsten-der-super-robusten.html [2] https://www.lavenir.net/actu/environnement/2026/02/12/olivier-hamant-docteur-honoris-causa-de-luclouvain-sinspirer-du-vivant-pour-rendre-nos-societes-robustes-dans-un-monde-qui-bascule-FQHQ2MQFXJFSBIKTO4B6LSYF4I/ [3] https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/la-terre-au-carre/la-terre-au-carre-du-lundi-05-janvier-2026-5186264 [4] https://www.lavenir.net/actu/environnement/2026/02/12/olivier-hamant-docteur-honoris-causa-de-luclouvain-sinspirer-du-vivant-pour-rendre-nos-societes-robustes-dans-un-monde-qui-bascule-FQHQ2MQFXJFSBIKTO4B6LSYF4I/ [5] https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/la-terre-au-carre/la-terre-au-carre-du-lundi-05-janvier-2026-5186264 [6] https://www.welt.de/kultur/plus69931ba1f1c55d28ade69f7a/ende-der-hochleistungsgesellschaft-die-ultra-performer-sterben-aus-zugunsten-der-super-robusten.html [7] https://www.lemonde.fr/emploi/article/2025/06/19/l-entreprise-robuste-s-inspirer-du-vivant-pour-affronter-les-crises-qui-s-annoncent_6614352_1698637.html
Statt einer Straßenbahn soll eine Magnetschwebebahn Tegel mit Spandau verbinden. Doch Grüne und Umweltverbände warnen vor einem Irrweg. Ein Überblick.
Die Berliner Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) plant eine Machbarkeitsstudie für eine Magnetschwebebahn zwischen dem geplanten Industrie- und Forschungspark "Urban Tech Republic" auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel und dem Bezirk Spandau. Dies kündigte die Politikerin laut Informationen des RBB [1]am vergangenen Donnerstag im Abgeordnetenhaus an.
Der entsprechende Auftrag könnte bei der nächsten Sitzung der Wohnungskommission beschlossen werden.
Die Zeitung zitiert aus einer Beschlussvorlage für die Senatskommission Wohnungsbau, wonach die Magnetschwebebahn als "Rückgrat" für die "Erschließung im Berliner Westraum" dienen soll. Zunächst soll ein Abschnitt zwischen der Urban Tech Republic und dem östlichen Havelufer "planerisch vertieft" werden.
Bonde begründete ihr Vorhaben damit, dass eine Magnetschwebebahn nicht im Stau stehen würde. Bei der bisher geplanten Straßenbahn wäre das anders, so die Senatorin. "Spandau ist sehr, sehr hochverkehrlich belastet, und eine Straßenbahn wird keine eigene Trasse dort haben", erläuterte sie.
Außerdem könnte eine Magnetschwebebahn nach Einschätzung der Verkehrssenatorin schneller gebaut werden als eine Straßenbahn.
Grüne warnen vor Verzögerungen
Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Antje Kapek, widersprach dieser Einschätzung vehement. Die Straßenbahn nach Spandau sei fertig geplant und könnte in ein bis zwei Jahren fertig gebaut sein, sagte Kapek.
Bei der Magnetschwebebahn müsste erst mit der Planung begonnen werden, was laut der Grünen-Politikerin schon allein mindestens acht Jahre dauern würde. Sie sprach von einer "unverantwortlichen" Politik der Koalition, die das Risiko berge, dass die "Urban Tech Republic" zur Eröffnung nicht ausreichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sein wird.
Auf der Senatswebsite heißt es weiterhin, dass mit der Inbetriebnahme der Straßenbahn "nach aktuellem Stand" im Jahr 2032 zu rechnen sei.
Die sogenannte Grundlagenermittlung für die Straßenbahnstrecke sei bereits abgeschlossen worden, berichtet der "Spiegel". Dem Zeitungsbericht zufolge lehne der Bezirk Spandau Straßenbahntrassen ab, für die Autostellplätze aufgegeben werden müssten. Aus demselben Grund sei auch die bereits 2019 als "zügige Zwischenlösung" vereinbarte Einrichtung schneller Buslinien gescheitert.
Senatskommission vertagt Entscheidung
Bei der jüngsten Sitzung der Senatskommission Wohnungsbau spielte die Magnetschwebebahn entgegen Erwartungen keine Rolle, wie Bausenator Christian Gaebler (SPD) am Dienstag mitteilte. Die Verkehrsanbindung der neuen großen Wohnviertel im Spandauer Ortsteil Gartenfeld sei anderweitig gesichert, sagte Gaebler. Ab 2028 soll eine weitere Brücke auf die Insel führen, 2029 fährt die S-Bahn nach 49 Jahren Pause wieder nach Gartenfeld.
Petra Nelken, Sprecherin von Verkehrssenatorin Bonde, erklärte jedoch, das Thema sei damit nicht abmoderiert. Die Magnetschwebebahn bleibe für die bald beginnenden Untersuchungen weiterhin eine Option. "Abgelehnt wurde sie nicht", fasste Nelken zusammen.
Umweltverband übt scharfe Kritik
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) kritisierte die Pläne scharf. "Nach langer und irrungsvoller Suche glaubt CDU-Verkehrssenatorin Ute Bonde für ihr Lieblingsverkehrsmittel nach dem Auto endlich einen Einsatzort gefunden zu haben", kommentierte [3]der Verband.
Jahrelange Planungsvorleistungen für die Straßenbahn sollen in die Mülltonne befördert werden, so die Kritik. Dabei soll die Neubaustrecke etwa zur Hälfte abseits von Straßen geführt werden.
"Bei den Magnetschwebebahn-Träumereien wird ignoriert, dass die Einfügung einer Stelzenbahn in den Stadtraum ebenfalls auf erhebliche Widerstände stoßen dürfte", warnte der Bund. Es wäre juristisch keineswegs einfacher, Privatgrundstücke zu überbrücken, als sie ebenerdig in Anspruch zu nehmen. Daran scheiterten bereits Pläne für urbane Seilbahnen in Deutschland. Zudem warnte der Bund vor einer Abhängigkeit von nur einem Hersteller.
Branche verteidigt das System
In Branchenkreisen sieht man die Kritik des Bund skeptisch. "Dass öffentliche Verkehrsträger auf Stützen durch Städte geführt werden, ist alles andere als neu", hieß es. Das zeigen die Hochbahnen in Berlin und Hamburg. Eine aufgeständert geführte Magnetbahnstrecke vermeidet Gefahrensituationen und erhöht damit die Verkehrssicherheit, lautet das Argument. Der Raum unterhalb einer Trasse stehe weiterhin für Radverkehr, Fußgängerwege oder andere Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Das Gesamtsystem der Magnetschwebebahn bestehe aus standardisierten Bahnkomponenten, die unabhängig von Max Bögl auf dem Zuliefermarkt beschafft werden können, heißt es weiter. Dadurch entsteht dem kommunalen Aufgabenträger gegenüber konventionellen Rad-Schiene-Systemen kein Nachteil.
Machbarkeitsstudien für Strecken in Baden-Württemberg und Nürnberg zeigen laut Branchenvertretern, dass die Betriebskosten für die Magnetschwebebahn aufgrund des geringeren Verschleißes und Personalbedarfs deutlich geringer ausfallen als bei der Straßenbahn.
Das Transport System Bögl, das auf einer Teststrecke bei Neumarkt in der Oberpfalz bereits unterwegs ist, sei ein "vollständig ausgereiftes und erprobtes Verkehrsmittel", so die Einschätzung. Auch in Hamburg wird derzeit eine Machbarkeitsstudie für eine Magnetschwebebahnstrecke erstellt.
Zuverlässige Rarität
Trotz jahrzehntelanger Entwicklung ist die Magnetschwebebahn im kommerziellen Einsatz bislang eine Rarität. Der Transrapid Shanghai [4], eröffnet im Jahr 2004, gilt als die erste und lange Zeit einzige kommerziell betriebene Maglev-Strecke der Welt. Sie verbindet den internationalen Flughafen Pudong mit der Longyang Road und legt die 30 Kilometer lange Strecke in nur rund sieben Minuten zurück.
2016 eröffnete in China eine weitere Magnetschwebebahn. Der Changsha Maglev Express [5] verbindet seither den Bahnhof Changsha Süd über 18,6 Kilometer mit dem internationalen Flughafen der Stadt. In Japan existiert mit der Linimo [6] seit 2005 eine neun Kilometer lange Nahverkehrslinie östlich von Nagoya, die auf der HSST-Technologie beruht und beim Betrieb während der Expo 2005 bereits zehn Millionen Fahrgäste beförderte.
Wo Magnetschwebebahnen tatsächlich fahren – vor allem in China –, haben sie sich als zuverlässig und leistungsfähig erwiesen. Der Schritt vom Pilotprojekt zum flächendeckenden Stadtverkehrsmittel steht jedoch noch weitgehend aus.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/02/berlin-magnetschwebebahn-bonde-tegel-spandau-verkehr.html [2] https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/magnetschwebebahn-nach-spandau-wie-es-mit-dem-projekt-weitergeht-li.10019471 [3] https://www.bund-berlin.de/service/presse/detail/news/cdu-setzt-auf-schwebende-blockade-der-loesung-von-verkehrsproblemen/ [4] https://de.wikipedia.org/wiki/Transrapid_Shanghai [5] https://de.wikipedia.org/wiki/Changsha_Maglev_Express [6] https://de.wikipedia.org/wiki/Linimo
Blaues Intel-Schild vor einem Gebäude mit einer Glasfront: Apple mag nur noch Apple Silicon.
(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)
Mit macOS 26.4 gibt es weitere deutliche Hinweise auf das Ende des Supports für Intel-Anwendungen. Von heute auf morgen geht es aber nicht.
Macs mit Intel-Prozessoren sind noch bei vielen Nutzern aktiv, schließlich leitete Apple seinen Switch zu ARM-Chips [1] erst 2020 ein. Doch das Ende des x86-Zeitalters bei dem Konzern aus Cupertino naht: macOS 26 ist die letzte Version des Betriebssystems, die überhaupt noch auf diesen Maschinen läuft, ab macOS 27 muss es ein Apple-Silicon-Mac sein. Doch dabei bleibt es nicht: Ab macOS 28 lassen sich auch keine Apps mehr nutzen, die für diese Systeme kompiliert wurden. Diese Warnung erteilt Apple nun noch einmal deutlich, wie Betatester von macOS 26.4 [2] mitteilen.
Apple will Rosetta 2 nicht weiterentwickeln
Versucht man ein entsprechendes Programm zu starten, startet dieses nicht einfach. Stattdessen liefert Tahoe ein Pop-up-Fenster, in dem steht, dass diese App künftig nicht mehr lauffähig sein wird. Denn Apple plant, nur noch macOS 27 mit der Übersetzungsschicht Rosetta 2 [3] auszurüsten. Danach – also spätestens ab Herbst 2027 – ist Schluss damit und Apps laufen einfach nicht mehr.
Rosetta 2 hatte den Umstieg von der x86-Architektur zu ARM-Maschinen stressfrei gemacht – tatsächlich läuft Intel-Code auf Apple-Silicon-Rechnern gleich schnell oder sogar schneller, wofür Apple viel Lob bekam. Doch der Konzern will die alte Architektur nicht ewig unterstützen und macht deshalb nun einen Schnitt.
Beispiel Switch zu 64 Bit
Das neue Pop-up, das mit macOS 26.4 vermutlich ab April oder Ende März eingeführt wird, soll auch dabei helfen, Druck auf Entwickler auszuüben, die ihre Apps immer noch nicht auf Apple-Silicon-Code umgestellt haben. Apples Gedanke: Nutzer, die die Botschaft erhalten, beschweren sich bei den Entwicklern – und die werden dann hoffentlich endlich tätig. Ob das wirklich so läuft, ist aber unklar. Es ist durchaus möglich, dass Entwickler entweder keine Ressourcen haben, die Anpassung vorzunehmen – oder es sich für sie schlicht nicht mehr lohnt. Damit könnte es passieren, dass gewohnte Nutzungsabläufe ab 2027 mit macOS 28 ihr Ende finden und Alternativen gesucht werden müssen.
In der jüngeren Vergangenheit gab es unter macOS bereits ein solches Beispiel: Apple stellte von der gewohnten 32-Bit-Architektur auf die 64-Bit-Architektur um. Mit macOS aus dem Jahr 2019 war es dann mit dem Support für 32-Bit-Apps vorbei. Entwickler, die die Investitionen in eine Umstellung scheuten, machten dann einfach nicht mehr mit – und User standen ohne App-Support da.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/news/Apple-wechselt-in-seinen-Mac-von-Intel-auf-ARM-Prozessoren-4791764.html [2] https://www.heise.de/news/macOS-26-4-Verbesserungen-fuer-Safari-und-Batteriemanagement-und-eine-Warnung-11179396.html [3] https://www.heise.de/news/Macs-mit-Apple-Chip-Intel-Software-laeuft-in-Zukunft-nicht-mehr-10459981.html [4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html [5] https://www.heise.de/mac-and-i [6] mailto:bsc@heise.de
MacBook – hier ein Air: Endlich ein neues Einsteigermodell bei Apple in der Pipeline?
(Bild: Apple)
Apple soll in zwei Wochen eine neue Notebook-Baureihe vorstellen. Ein Überblick zu den Details, bei denen sich die Gerüchteküche (fast) sicher ist.
Schon im Sommer 2025 gab es erste ernst zu nehmende Gerüchte, dass Apple nach Jahren wieder ein besonders günstiges MacBook [1] in Planung hat. Das Modell soll vergleichsweise einfach gestaltet sein, hieß es, und sich aus dem iPhone-SoC-Regal statt dem Reigen der M-Prozessoren bedienen, die Apple sonst in Macs steckt. Dann passierte allerdings zunächst nichts. Nun heißt es, dass es Anfang März endlich so weit sein könnte: Für den 4. März lädt Apple zur „Special Apple Experience“ nach Singapur, Europa und die USA [2] ein. Neben neuen iPads, einem iPhone 17e sowie MacBook-Pro-Modellen mit M5 Max und M5 Pro [3] steht das Einsteiger-MacBook bei vielen Beobachtern ganz oben auf der Release-Liste. Hier die Details, die schon bekannt sind.
Vorgeschichte: Das 12-Zoll-MacBook
Zwischen 2015 und 2019 hatte Apple eine Modellreihe auf dem Markt, die aufgrund des vergleichsweise günstigen Preises, geringen Gewichts und seiner kompakten Ausmaße viele Fans hatte: das MacBook mit 12 Zoll [4]. Allein die interne Hardware war nur bedingt gut: Dank lahmer, stromsparender Intel-Chips ohne Lüfter handelte es sich bei dem Kompakt-Notebook vor allem um eine Surf- und Office-Maschine. 2019 wurde die Baureihe vom Markt genommen. Nachdem Apple dann 2020 den Umstieg auf ARM-Prozessoren beim Mac [5] angekündigt hatte, galt das 12-Zoll-MacBook als einer der ersten guten Kandidaten für die Technik.
Dank Apple Silicon hätte die Maschine nicht nur kompakt und leicht sein können, sondern auch ausreichend flott. Doch dann passierte nichts: Apple brachte MacBook Air und MacBook Pro ins ARM-Zeitalter, der alte Kompakt-Formfaktor blieb im Archiv. Seither hoffen Fans des 12-Zoll-MacBook, dass es wiederauferstehen möge – war es doch sogar kompakter und leichter als ein iPad Pro mit Tastatur [6].
Das soll das neue Einsteiger-MacBook können
Das neue Einsteiger-Notebook wird wohl, zumindest laut gut informierter Gerüchteköche und Apple-Lieferketten-Beobachter, etwas anders ausfallen als das 12-Zoll-MacBook mit Intel-Chip. So soll die Bildschirmdiagonale von 12 auf 13 Zoll wachsen – wie stark es sich vom bereits kompakten MacBook Air M4 [7] unterscheidet, ist unklar. Der Preis soll womöglich deutlich unter 1000 US-Dollar liegen, wobei in Europa eher mit 1000 Euro zu rechnen ist. Apple will die Alu-Hardware angeblich bunt einfärben, Weibo-Leaker Instant Digital glaubt an Gelb, Grün (!) und Blau – diese Farben verwendet Apple auch in der Einladung zu der Veranstaltung.
Das Herz des neuen MacBook ist angeblich ein A18 Pro, den Apple im iPhone 16 Pro verwendet hat. Damit wird man keine gigantischen Sprünge machen können, für ein Kompakt-Notebook ist er aber ausreichend. Nun heißt es aber zunächst abwarten: Momentan wird damit gerechnet, dass die neuen Maschinen am 4. März – also dem tatsächlichen Tag der „Experience“ – vorgestellt werden.
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Einladung zur „Special Apple Experience“: Vor allem Influencer kommen.
(Bild: Apple)
Am 4. März gibt es das nächste Apple-Event – allerdings in einem neuartigen Format. Die Frage ist nun, wann welche Produkte vorgestellt werden.
Die nächste Apple-Veranstaltung steht an: Für den 4. März, einen Mittwoch, hat Apple zur „Special Apple Experience [1]“ geladen – nicht nach Cupertino, wie üblich, sondern nach New York City, London und Shanghai. Mit dabei sind einige ausgewählte Journalisten sowie diverse Influencer. Nun stellt sich die Frage, welche Veröffentlichungsstrategie der Konzern dieses Mal verfolgt. Dazu gibt es aktuell mehrere Vorhersagen. Es scheint zumindest klar zu sein, dass mehr als nur ein neues Produkt erscheint – womöglich erstreckt sich die Präsentation über mehrere Tage.
Tag für Tag ein Produkt
Diese Idee ist bei Apple nicht neu. So gab es 2024 bereits eine „Woche des Mac“ [2], bei der neue Modelle häppchenweise über mehrere Tage mit jeweils relativ kurzen Videos eingeführt wurden. Ob es so etwas dieses Mal auch gibt oder der Konzern die Produkte einfach nur per Pressemitteilung samt Website ankündigt, ist unklar. Denkbar wäre, dass die neuen Produkte am Montag, Dienstag und Mittwoch erscheinen, um dann zum Abschluss besagte „Experience“ durchzuführen. Eine solche gab es bereits Ende Januar in Los Angeles [3] – allerdings mit enttäuschendem Neuigkeitswert. Eine Gruppe von Influencern aus aller Welt durfte sich dabei Apple Creator Studio [4] ansehen und dann unter anderem ein Tanzvideo zusammenbasteln. Neue Hardware gab es hingegen nicht zu sehen.
Zur Erinnerung: Bei der „Woche des Mac“ waren neue iMacs, neue Mac-mini-Modelle und MacBook-Pro-Überarbeitungen erschienen. Das waren durchaus signifikante Upgrades – etwa hat Apple den mini nochmals verkleinert und mit M4 und M4 Pro ausgerüstet. Zur „Experience“-Woche könnten ansonsten auch Zubehörprodukte erscheinen, etwa neue Studio-Display-Bildschirme [12] und Home-Produkte [13].
Klar ist: Apple hätte mit einer tageweisen Veröffentlichung mehr Zeit dafür – und dem Konzern gelingt es so, länger in den Medien zu bleiben. 2019 waren ebenfalls tageweise neue Produkte gezeigt worden, damals neue iPads, neue iMacs und AirPods.
Eine neue Betrugsmasche beruht auf angepassten KI-Chatbots. Diese drängen Opfer dazu, wertlose Kryptowährungen zu kaufen.
IT-Sicherheitsforscher haben eine neue Betrugsmasche entdeckt. Die Täter setzen dabei auf angepasste KI-Chatbots, die Opfer dazu drängen sollen, wertlose Kryptowährungen [1] zu kaufen.
Das berichten die Analysten von Malwarebytes in einem Blog-Beitrag [2]. Sie sind auf eine Webseite geraten, auf der ein „Google Coin“ im Vorverkauf angeboten wird. Optisch bedient sich die Webseite vertrauter Logos von OpenAI, Google, den Kryptobörsen Binance sowie Coinbase, Squarespace und sogar SpaceX. Die vermeintliche Kryptowährung nutzt das „G“ aus dem Google-Logo. Sie baut zudem eine gewisse Dringlichkeit auf, erklären die IT-Sicherheitsforscher. Außerdem ist auf der Seite ein KI-Chatbot eingebunden, der sich als Googles Gemini-KI ausgibt und dessen Icon an Gemini erinnert.
Auf der vermeintlichen Vorverkaufs-Webseite ist ein KI-Chatbot eingebunden, der die Aufmachung von Googles Gemini imitiert.
(Bild: Malwarebytes)
Der Chatbot führt Besucher durch ein aufpoliertes Verkaufsgespräch und beantwortet Fragen zur Investition und zu vermeintlichen Zinsgewinnen. Der Vorgang soll schließlich mit einer nicht rückabwickelbaren Überweisung von Kryptowährungen an die Betrüger enden. Als Köder dient zudem eine Bonus-Staffelung, die beim Kauf in größerem Umfang gewährt würde. Ab 100 Token gebe es einen Preisnachlass von fünf Prozent, ab 100.000 Token sogar 30 Prozent.
Google hat gar keine Kryptowährung
Google hat allerdings gar keine Kryptowährung aufgelegt. Da jedoch ein vermeintlicher „Google Coin“ bereits in früheren Betrugsmaschen aufgetaucht ist, könnte eine Suche zum Trugschluss führen, dass die Kryptowährung legitim wäre. Der Chatbot sei zudem sehr überzeugend gewesen. Er habe sich als „Gemini – dein KI-Assistent für die Google-Coin-Plattform“ ausgegeben.
Auf Fragen wie „Werde ich reich, wenn ich 100 Coins kaufe?“ habe der Chatbot mit konkreten Finanzprognosen geantwortet. Die Anlage von 395 US-Dollar im Vorverkauf wachse zum Zeitpunkt der Listung auf 2755 US-Dollar an, was einem Anstieg von „ungefähr 7x“ entspreche. Im Vorverkauf solle ein Token 3,95 US-Dollar kosten und zum Listing-Zeitpunkt dann 27,55 US-Dollar wert sein. Die Analysten führen aus, dass derartige persönliche und flexible Interaktion bislang einen menschlichen Betrüger am anderen Ende eines Telegram-Chats bedurfte. „Jetzt macht die KI das automatisch.“
Die KI wurde gezielt auf eine bestimmte Persönlichkeit programmiert und blieb auch unter Druck in der vorgegebenen Rolle. Sie behauptete konsistent, der offizielle Helfer der vermeintlichen „Google-Coin-Plattform“ zu sein. Sie weigerte sich, jedwede überprüfbare Unternehmensdaten preiszugeben, wie registrierte juristische Person, Aufsichtsbehörde, Lizenznummer, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder offizielle E-Mail-Adressen. Der Bot versuchte, Bedenken mit vagen Behauptungen zu Transparenz und Sicherheit zu zerstreuen. Er weigerte sich anzuerkennen, dass das Projekt ein Betrug sein könnte. Ganz ohne menschliche Begleiter funktioniert aber auch diese Betrugsmasche vermutlich nicht, da der Chatbot bei schwierigeren Fragen an einen ungenannten Manager weiterleitete – Malwarebytes verortet dahinter einen menschlichen Betrüger, der für derartige Fälle bereitsteht.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/thema/Kryptowaehrung [2] https://www.malwarebytes.com/blog/ai/2026/02/scammers-use-fake-gemini-ai-chatbot-to-sell-fake-google-coin [3] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp [4] mailto:dmk@heise.de
Der TÜV SÜD warnt, dass in zwei Wochen die Registrierungsfrist beim BSI für NIS2-pflichtige Unternehmen endet. Betroffen sind rund 29.000 deutsche Unternehmen.
Bis zum 6. März 2026 müssen sich etwa 29.000 NIS2-pflichtige deutsche Unternehmen und Organisationen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registrieren. Wie der TÜV SÜD mitteilt [1], läuft damit die dreimonatige Frist zur Umsetzung der am 6. Dezember 2025 in Kraft getretenen NIS2-Richtlinie ab. Betroffen sind Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden oder mit mehr als 10 Millionen Euro Jahresumsatz in kritischen Sektoren wie Energie, Gesundheit, Transport, digitaler Infrastruktur und öffentlicher Verwaltung.
„Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung formaler Pflichten wie Registrierung, laufende Aktualisierung von Unternehmensdaten und fristgerechte Meldungen von Sicherheitsvorfällen“, warnt Richard Skalt, Advocacy Manager Cybersecurity Office bei TÜV SÜD. Die Registrierung erfolgt über das Anfang 2026 vom BSI gestartete Portal [2], das als zentrale Anlaufstelle für alle NIS-2-Pflichten dient.
ELSTER-Zertifikat erfordert Vorlauf
Für die Registrierung benötigen Unternehmen ein ELSTER-Organisationszertifikat, dessen Bearbeitung laut TÜV SÜD fünf bis zehn Werktage in Anspruch nimmt. Unternehmen sollten daher nicht bis zum letzten Tag warten. Im BSI-Portal müssen Angaben zu Unternehmensgröße, Rechtsform, NIS-2-Kontaktstelle, Sektor und zuständiger Bundesbehörde gemacht werden. Änderungen an diesen Daten sind innerhalb von zwei Wochen zu melden.
Das BSI-Portal dient nicht nur der Erstregistrierung, sondern auch der verpflichtenden Meldung von Sicherheitsvorfällen. Weitere funktionale Features sollen in den kommenden Monaten ergänzt werden, darunter ein einheitliches Meldeformat und Echtzeit-Datenaustausch zur Erhöhung des Bewusstseins für akute Bedrohungen.
Persönliche Haftung der Geschäftsführung
Die NIS-2-Richtlinie bringt nicht nur formale Pflichten mit sich, sondern auch deutliche Konsequenzen bei Nichterfüllung. Geschäftsführer können persönlich haftbar gemacht werden, wenn die Umsetzung mangelhaft erfolgt. „Organisationen benötigen praxisnahe, umsetzbare Maßnahmenpläne für NIS 2“, betont Skalt.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner zeigte sich zuversichtlich: „NIS2 ist trotz Regierungswechsel vergleichsweise schnell umgesetzt worden und wir sind bereit. Von uns aus kann es losgehen“. Sie hofft auf deutliche Effekte durch das deutsche Umsetzungsgesetz. Unterstützung bei der Umsetzung bieten verschiedene Dienstleister, darunter TÜV SÜD mit Betroffenheitsprüfungen, Trainings und Assessments sowie die heise academy mit speziellen Schulungen [3].
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.tuvsud.com/de-de/presse-und-medien/2026/februar/jetzt-als-betroffenes-nis-2-unternehmen-registrieren [2] https://www.heise.de/news/Cybersicherheit-BSI-Portal-geht-online-und-nutzt-dafuer-AWS-11130478.html [3] https://heise-academy.de/suche?products%5Bconfigure%5D%5BnumericFilters%5D%5B0%5D=expirationDate%20%3E%201771455600&products%5Bconfigure%5D%5BhitsPerPage%5D=5&products%5Bquery%5D=NIS2&products%5BrefinementList%5D%5Bformat.name%5D%5B0%5D=Workshops&products%5BrefinementList%5D%5Bformat.name%5D%5B1%5D=Classrooms [4] https://www.heise.de/ix [5] mailto:odi@ix.de
In Frankreich haben sich Angreifer Zugriff auf eine nationale Datenbank verschafft und Daten zu 1,2 Millionen Bankkonten ausgelesen.
Das französische Finanz- und Wirtschaftsministerium hat eingeräumt, dass Cyberkriminelle auf eine nationale Datenbank mit Bankdaten von Bürgern Zugriff erlangt haben. Dabei sollen sie an Informationen zu 1,2 Millionen Bankkonten sowie deren Inhaberinnen und Inhaber gelangt sein.
Wie die französische Zeitung LeMonde [1] berichtet, hat das französische Finanz- und Wirtschaftsministerium am Mittwoch dieser Woche mitgeteilt, dass Angreifer „Zugriff auf eine nationale Bankkonten-Datenbank“ erlangt und „Informationen zu 1,2 Millionen Konten abgerufen“ haben. Seit Ende Januar sollen die Täter mit gestohlenen Zugangsdaten eines Beamten Zugriff auf diese Datenbank gehabt haben. Dabei haben sie „Teile der Datei aller bei französischen Banken geführten Konten, die personenbezogene Daten wie Bankkontonummern, Namen der Kontoinhaber, deren Adressen und in einigen Fällen die Steuernummer der Kontoinhaber enthält“, abgerufen.
Keine Einsicht in Bankkonten möglich
Gegenüber der französischen Presseagentur Agence France-Presse (AFP) beschwichtigte der Leiter der französischen öffentlichen Staatsfinanzen jedoch: Mit dem erlangten Zugriff auf die Datenbank sei es nicht möglich, Kontostände einzusehen oder Finanztransaktionen durchzuführen. Das Ministerium führte zudem aus, dass „umgehend Maßnahmen zum Blockieren der Angreifer und zum Schutz vor Datenabgriff ergriffen wurden“, als der nicht autorisierte Zugriff aufgefallen ist.
Die Inhaber der 1,2 Millionen betroffenen Bankkonten sollen in den kommenden Tagen eine Benachrichtigung erhalten, ergänzte das Ministerium. Es habe zudem Strafanzeige erstattet und die Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés (CNIL), die französische Datenschutzbehörde, über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.
Mit 3D-Druckern, Meshnetzen und Hackerspaces unterstützt die Maker-Szene in den USA zivilen Widerstand gegen die Razzien der Immigrationsbehörde ICE.
Als die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) ihre landesweiten Razzien ausweitete und im Januar in Minneapolis zwei Menschen erschoss, suchten viele Amerikaner, die dem kritisch gegenüberstehen, nach einer Möglichkeit, dagegen praktisch zu helfen. Eine Antwort kam aus der Maker-Szene: 3D-gedruckte Pfeifen – um Nachbarn zu warnen, Menschen auf die Straße zu bringen und ICE-Beamte bei ihrem Vorgehen zu filmen.
Allein in der ersten Februarwoche entstanden 200.000 Stück – insgesamt hat die Bewegung laut einem Bericht des US-Technikmagazins The Verge [1] inzwischen über eine halbe Million 3D-gedruckte Pfeifen in 49 US-Bundesstaaten verteilt. Koordiniert wird das von der sogenannten „Whistle Crew" [2], einer losen Gemeinschaft von über 180 Maker.
Über 120 Dezibel
Verge-Redakteur Sean Hollister, selbst Mitglied der Gruppe, berichtet, dass er mit drei Druckern seit Mitte Januar über 12.000 Pfeifen produziert hat – ohne aufwendige Optimierung, 300 morgens, 300 nachmittags, 100 abends.
Als Modelle haben sich vor allem der ACstudio Micro Bitonal [3] und die Penne [4] durchgesetzt. Erstere erzeugt einen besonders durchdringenden Zweiklang schon bei leichtem Blasen; die Penne wurde explizit für die Massenproduktion optimiert. Wer einen Bambu-Drucker besitzt, kann per App direkt eine vorbereitete Platte mit 105 Pfeifen starten – ein anderes Community-Mitglied hat das Druckprofil bereits hochgeladen. Dann gibt es auch noch das Herz [5] – mit 120 Dezibel extrem laut.
(Bild: www.makerworld.com)
Mehr als nur Pfeifen
Wired berichtet [6], dass die Unterstützung aus der Maker-Bewegung weit über Pfeifen hinausgeht. In Hacker- und Makerspaces überall im Land entstehen zusätzlich: 3D-gedruckte Tourniquets, Kamerahalterungen für Bodycams sowie tragbare Augenspülgeräte gegen Pfefferspray.
Auch die Off-Grid-Funktechnik Meshtastic könnte laut Wired künftig eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, ICE-Bewegungen zu beobachten und darüber zu kommunizieren – eine Technik, über die Make neulich geschrieben hat [7]. Meshtastic ermöglicht es, über stromsparende Router ein dezentrales Netzwerk aufzubauen, das ohne Internet oder Mobilfunk funktioniert.
Woody Poulard, Meshtastic-Aktivist in New York und Mitglied des Hackerspaces NYC Resistor, arbeitet laut Wired gemeinsam mit ICE-Watch-Freiwilligen daran, ein breiteres Mesh-Kommunikationsnetzwerk in New York aufzubauen. Die dafür notwendigen Knotenpunkte, sogenannte Nodes, lassen sich selbst bauen und per 3D-Druck in ein kompaktes Gehäuse verpacken – auf Thingiverse gibt es etwa das Magtastic [8], das per MagSafe ans Smartphone klappt und eine eigene Batterie mitbringt. „Wenn es eine Naturkatastrophe gibt, ist das auch nützlich", sagt Poulard zu Wired. „Aber für die aktuelle Situation ist es ideal."
(Bild: Magtastic / Thingiverse)
Rechtlicher Rahmen
Um sich vor rechtlichen Konsequenzen zu schützen, hat die Whistle Crew, die Gruppe hinter den Pfeifen, sich klare Regeln gesetzt: Niemand soll zu illegalen Handlungen aufgerufen werden, Anfragen werden auf ihren Zweck geprüft, und die Gruppe bezeichnet sich ausdrücklich als „loser Zusammenschluss von 3D-Druck-Enthusiasten". Wer in den Chats illegale Aktivitäten erwähnt, wird sofort ausgeschlossen. „Wir drucken Werkzeuge, damit Menschen ihr Versammlungsrecht wahrnehmen können", so die Begründung. „Mehr nicht."
Signal in der Community
Die Pfeifen folgen einem Codex: Kurze Stöße signalisieren ICE-Sichtung in der Nähe, lange Töne bedeuten, dass jemand festgenommen wird. Angefangen hat es in Los Angeles, wo latino-amerikanische Tagelöhner bereits 2025 nach den ersten Razzien begannen, sich gegenseitig per Pfeife zu warnen.
Ein Flyer der Pilsen Arts & Community House in Chicago erklärt den Pfeifencode: Kurze Stöße warnen vor ICE in der Nähe, lange Töne signalisieren eine laufende Festnahme.
Für viele Teilnehmer hat die Bewegung auch eine psychologische Dimension. „Wenn man direkt jemandem hilft, wirkt das nicht nur auf andere, sondern auch auf einen selbst – viel Angst steckt im Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben", sagt ein Maker aus Minneapolis. Die 3D-gedruckte Pfeife um den Hals ist damit nicht nur ein akustisches Signal, sondern auch ein sichtbares Zeichen der Solidarität.
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Eberhard Wolff und Lucas Dohmen sprechen in dieser Folge darüber, wie sich Anwendungen von einem Hyperscaler in eine andere Cloud verlagern lassen.
Die neue Episode von software-architektur.tv [1] widmet sich einem zentralen Thema des Cloud-Computings: der Migration einer Anwendung von einem Hyperscaler zu einem anderen Cloud-Anbieter. Lucas Dohmen und Eberhard Wolff gehen in ihrem Gespräch der Frage nach, wie ein Hyperscaler-Exit gelingen kann.
Anhand eines konkreten Fallbeispiels aus der Praxis skizziert Lucas Dohmen [2] die Vorgehensweise. Gemeinsam mit dem Team von fejo.dk, einem der meistgenutzten Portale für Ferienhäuser in Dänemark, hat er die Anwendung von Amazon Web Services (AWS) in die Hetzner Cloud umgezogen. Lucas Dohmen detailliert im Verlauf des Gesprächs im Detail, wie sie dabei vorgegangen sind. Er zeigt die Vorteile auf, benennt aber auch die Herausforderungen, die sie lösen mussten, und beschreibt, wie ein solcher Weg typischerweise aussieht.
Livestream am 20. Februar
Die Ausstrahlung findet am Freitag, 20. Februar 2026, live ab 13 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [4] einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, Blogger sowie Podcaster auf iX [5] und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [6] (Socreatory) und Ralf D. Müller [7] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren bindet iX (heise Developer) die über YouTube gestreamten Episoden im Online-Channel ein, sodass Zuschauer dem Videocast aus den Heise Medien heraus folgen können.
Die neue Erweiterung für Visual Studio Code soll die bisherige Fragmentierung beenden und für einen einheitlichen Workflow mit Python-Umgebungen sorgen.
Wie Microsoft [1] verkündet hat, ist die Python Environments Extension für Visual Studio Code nach einer einjährigen Preview-Phase allgemein verfügbar. Sie soll den Workflow im Umgang mit Python-Umgebungen konsistenter gestalten und der Fragmentierung über Tools wie venv, conda, poetry und pipenv hinweg entgegenwirken.
Innerhalb der nächsten Wochen sollen alle Python-Environment-Workflows automatisch zur neuen Extension wechseln. Wer sie bereits jetzt verwenden möchte, kann die Einstellung python.useEnvironmentsExtension setzen. Die Erweiterung funktioniert im Zusammenspiel mit der Python-Extension und soll kein weiteres Setup benötigen.
Das bewirkt die Extension
Die Python Environments Extension erkennt beim Öffnen einer Python-Datei automatisch Umgebungen aller gängigen Technologien im Ökosystem: venv, conda, pyenv, poetry, pipenv und System-Python-Installationen. Dahinter steht das Python Environment Tool (PET), ein Rust-basierter Scanner zum Auffinden von Umgebungen. Dieses überprüft den PATH, bekannte Installationsorte und konfigurierbare Suchpfade.
In der Python-Extension [2] kam PET bisher schon zum Einsatz, bietet nun jedoch zusätzlich ein dediziertes User-Interface zum Erstellen, Löschen, Wechseln und Verwalten von Umgebungen.
Ein Blick auf die neue Python Environments Extension
(Bild: Microsoft)
Sofern der Paketmanager uv installiert ist, nutzt die Python Environments Extension ihn automatisch, um venv-Umgebungen zu erstellen und Pakete zu installieren. Das soll insbesondere in großen Projekten deutlich schneller gelingen als mit Standard-Tools und ist per Default-Einstellung (python-envs.alwaysUseUv) aktiviert.
Umgebungen erstellen oder vorhandenen Projekten zuweisen
Um eine neue Umgebung zu erstellen, klicken Entwickler auf Quick Create (den +-Button in der Environment-Manager-Ansicht). Daraufhin erstellt die Extension eine neue Umgebung mit dem Standard-Manager, der neuesten Python-Version sowie Workspace Dependencies, die sie in den Dateien requirements.txt oder pyproject.toml auffindet. Eine benutzerdefinierte Erstellung ist mit Custom Create möglich, zugänglich via „Python: Create Environment“ in der Befehlspalette. Dann lassen sich die genannten Punkte manuell auswählen.
Zu den weiteren Features zählt, dass sich Umgebungen auf spezifische Ordner oder Dateien zuordnen lassen [3]. Das soll gängige Probleme, unter anderem in Monorepos und im Umgang mit Multi-Version-Testing beheben. Wenn ein Projekt einer Umgebung zugewiesen ist, speichert die Extension den Environment-Manager-Typ, nicht aber hartkodierte Interpreter-Pfade. Dadurch ist die .vscode/settings.json-Datei über Geräte, Betriebssysteme und Teammitglieder hinweg portabel.
Darüber hinaus verwendet die Python-Extension nun die Python Environments API, um Multi-Project-Testing zu ermöglichen. Hinweise hierzu bietet die Anleitung auf GitHub [4].
Wer Mitmenschen beim digitalen Behördengang unterstützen will, wird von arbeitsagentur.de in den Wahnsinn getrieben. Ein Leidensbericht.
Seit Frühjahr 2022 begleite ich in meinem Ort angekommene Flüchtlinge aus der Ukraine. Über die dabei immer wieder zutage tretenden Digitalisierungsdefizite haben wir gelegentlich berichtet [1] [1]. Mein Nachbar Juri hatte damals schnell Arbeit gefunden, musste aber später in Kurzarbeit und verlor seinen Job Ende 2025 ganz.
Da er fast drei Jahre lang in die Sozialversicherung eingezahlt hat, stand ihm nun Arbeitslosengeld zu. Die dafür notwendige Arbeitslosmeldung soll elektronisch möglich sein, der Gesetzgeber sieht das in § 141 SGB III sogar als erste Variante noch vor der persönlichen Meldung in der Arbeitsagentur vor.
Weil Juri noch immer Sprachschwierigkeiten hat und als einfacher Arbeiter auch mit der IT eher fremdelt, sollte ich mich darum kümmern. Also auf ins Neuland von arbeitsagentur.de [11] [11]. Die Startseite lädt zur Anmeldung mit Bund-ID und elektronischem Personalausweis ein. Das ist eine von mehreren Möglichkeiten, den Online-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu nutzen, und schien mir die naheliegendste. Schließlich habe ich alles parat: E-Perso, Lesegerät und Registrierung bei der BundID. Viele staatliche Online-Angebote habe ich schon genutzt bis hin zur Kfz-Anmeldung, fühle mich also bestens gewappnet. Aber da habe ich meine Rechnung ohne die Paranoiker bei der Bundesagentur für Arbeit gemacht.
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