(Bild: testing/Shutterstock.com)
Google hat ein Open-Source-Tool vorgestellt, das Zugriff auf Workspace-Dienste via Kommandozeile ermöglicht. Es unterstützt KI-Agenten und nutzt das MCP.
Google hat ein neues Kommandozeilenwerkzeug für Workspace veröffentlicht, mit dem Entwickler und Administratoren direkt auf Dienste wie Gmail, Drive, Calendar, Sheets und Docs zugreifen können. Die Google Workspace CLI (gws) steht als Open-Source-Software unter Apache-2.0-Lizenz und baut ihre Befehlsstruktur dynamisch aus dem Google Discovery Service auf. Innerhalb von wenigen Tagen nach Veröffentlichung Anfang März 2026 stieß das Projekt auf großes Interesse auf GitHub.
Das liegt auch an der technischen Ausrichtung: Das Werkzeug richtet sich sowohl an Nutzer als auch an KI-Agenten. Es unterstützt das Model Context Protocol (MCP), wodurch sich KI-Systeme wie Claude direkt mit Workspace-Daten verbinden können. Die CLI bringt mehr als 40 vordefinierte Agent-Skills mit, die Aufgaben wie E-Mail-Triage, Meeting-Vorbereitung oder Dateiorganisation automatisieren sollen. Entwickler können eigene Skills für ihre spezifischen Anforderungen erstellen.
Ein technischer Vorteil gegenüber herkömmlichen API-Clients liegt in der dynamischen Befehlserstellung: Die CLI lädt die Befehlsdefinitionen zur Laufzeit aus dem Discovery Service und speichert sie für 24 Stunden zwischen. In diesem Zeitraum stehen neue Workspace-API-Endpunkte automatisch zur Verfügung, ohne dass die Software aktualisiert werden muss. Das Werkzeug bietet zudem Funktionen wie Schema-Introspection, automatische Paginierung und strukturierte JSON-Ausgabe.
Die Installation erfolgt wahlweise über npm (npm install -g @googleworkspace/cli) oder als fertiges Binary. Alternativ lässt sich die in Rust entwickelte Software auch mit Cargo kompilieren. Die Authentifizierung unterstützt OAuth, Service Accounts und Domain Wide Delegation, wobei die Credentials mit AES-256-GCM verschlüsselt werden. Granulare Berechtigungen lassen sich über Google IAM und Service Accounts nach dem Least-Privilege-Prinzip konfigurieren.
Google kennzeichnet die Workspace CLI ausdrücklich als „nicht offiziell unterstützt“, obwohl das Tool von Google entwickelt wird. Die Workspace CLI unterscheidet sich von der 2025 veröffentlichten Gemini CLI [1], die als terminal-basiertes KI-Coding-Tool konzipiert ist. Weitere Informationen finden sich im GitHub-Repository des Projekts [2].
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11204118
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Googles-Top-KI-Modell-Gemini-2-5-Pro-kostenlos-und-Open-Source-fuer-die-Konsole-10458718.html
[2] https://github.com/googleworkspace/cli
[3] https://www.heise.de/ix
[4] mailto:fo@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: Tatiana Popova/Shutterstock.com)
Die OpenJS Foundation hat ein neues Programm gestartet, um Unternehmen beim Umstieg auf aktuelle Node.js-Versionen zu unterstützen.
Etwa zwei Drittel der Node.js-Anwender nutzen eine veraltete Version der JavaScript-Runtime. Zu diesem Schluss kommt die OpenJS Foundation, die hinter Node.js steht. Sie hat daher ein neues Programm ins Leben gerufen, um dem entgegenzuwirken.
Das „Node.js LTS Upgrade and Modernization“-Programm soll Unternehmen dabei unterstützen, von Legacy-Node.js-Versionen und solchen, die bereits ihr End of Life erreicht haben, auf aktuelle Versionen zu wechseln. Dabei soll dieser Umstieg auf sichere Weise geschehen. Denn wie Robin Bender Ginn, Executive Director der OpenJS Foundation, zu bedenken gibt [3], verlassen sich viele Unternehmen bei kritischen Systemen auf Node.js. Daher könne das Upgraden älterer Versionen schwierig und risikoreich sein.
Konkret soll das neue Programm den Kontakt zwischen Unternehmen und erfahrenen Node.js-Serviceanbietern herstellen, um eine sichere Node.js-Aktualisierung zu erreichen. Es folgt dem bestehenden Vergütungsmodell der OpenJS Foundation, der Nonprofit-Stiftung hinter Node.js: Partner erhalten 85 Prozent der Einnahmen, während die verbleibenden 15 Prozent in die Unterstützung von OpenJS und Node.js fließen.
Als erster Partner des Programms fungiert das 2014 gegründete Softwareunternehmen NodeSource. Es wird ein Assessment von Node.js-Versionen, Dependencies und Risiken anbieten, ebenso wie Pläne für eine schrittweise Aktualisierung auf neuere Node.js-Versionen und eine Hands-on-Ausführung inklusive Code, Dependencies und Testing. Optional können Unternehmen von NodeSource Security-Support für Systeme beziehen, die sich nicht sofort aktualisieren lassen.
Die OpenJS Foundation unter dem Dach der Linux Foundation entstand 2019 aus einer Fusion [4] der Node.js Foundation und der JS Foundation, ebenfalls beide bei der Linux Foundation verortet. Sie ist Heimat zahlreicher Open-Source-Projekte im JavaScript-Bereich, neben Node.js unter anderem Electron, webpack und jQuery. Zu ihren Mitgliedsunternehmen [5] zählen Microsoft, Google und IBM.
Weitere Informationen zum neuen Programm „Node.js LTS Upgrade and Modernization“ bietet der Blog der OpenJS Foundation [6].
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11203970
Links in diesem Artikel:
[1] https://enterjs.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
[2] https://enterjs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
[3] https://openjsf.org/blog/nodejs-lts-upgrade-program
[4] https://www.heise.de/news/Node-js-und-JS-Foundation-gehen-in-neuer-OpenJS-Foundation-auf-4333892.html
[5] https://openjsf.org/members
[6] https://openjsf.org/blog/nodejs-lts-upgrade-program
[7] mailto:mai@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien
Unter seinem Codenamen Bartlett Lake geistert der LGA1700-Prozessor seit Jahren herum, nun erscheint er tatsächlich – aber nur für Server und Embedded Systems.
Intel bringt einen nagelneuen Prozessor für die mehr als vier Jahre alte Fassung LGA1700: den „Core 2 Series 200 with P-Cores“ alias Bartlett Lake. Die Besonderheit dieser CPU-Baureihe ist, dass sie acht, zehn oder zwölf Performance-Kerne (P-Cores) hat, aber keine Effizienzkerne. Es gibt zwar längst schon LGA1700-Prozessoren mit viel mehr CPU-Kernen, davon waren bisher aber maximal acht P-Kerne.
Die Baureihe Core 2 200PE ist nicht für gängige Desktop-PCs gedacht, sondern vor allem für Industriecomputer und Embedded Systems – daher auch der Buchstabe „E“ in den Typenbezeichungen. Auf den meisten LGA1700-Mainboards funktioniert ein Core 2 200PE erst gar nicht. Doch es gibt bereits eine große Auswahl an kompatiblen LGA1700-Boards mit den Chipsätzen R680E, Q670E oder H610E. Mehrere Hersteller stellen schon die nötigen BIOS-Updates für Bartlett Lake bereit.
Die Fassung LGA1700 debütierte Ende 2021 gemeinsam mit dem Core i-12000 Alder Lake, also dem Core i der 12. Generation aus der Fertigungstechnik „Intel 7“, die Intel davor noch 10-Nanometer-Technik nannte. Der entstammen auch die nachfolgenden (und letzten), bis heute gefertigten Core-i-Generationen 13 (Raptor Lake) und 14 (Raptor Lake Refresh).
Schon seit Anfang 2025 liefert Intel Embedded-Versionen der Raptor-Lake-CPUs für LGA1700-Boards wie Core 3 201E [1], Core 5 211E [2] und Core 7 251E [3], die den Codenamen Bartlett Lake tragen. Einige enthalten aber auch E-Cores, zusätzlich zu P-Cores. Diese hybride Mischung eignet sich für manche Anwendungen schlecht, wenn es dabei auf vorhersagbare Latenzen ankommt. In Serverprozessoren (Xeons) kommen daher stets nur Kerne gleicher Bauart zum Einsatz, übrigens auch bei AMD (Epyc) und bei ARM-Serverprozessoren.
Auf Mainboards mit dem Chipsatz R680E steuern die neuen Bartlett-Lake-Prozessoren auch ungepufferte DDR5-Speichermodule mit zusätzlichen DRAM-Chips für Error Correction Code (ECC) an.
Viele Embedded Systems mit x86-Technik nutzen Embedded-Versionen von sparsameren und kompakteren Mobilprozessoren. Dafür bieten sowohl AMD als auch Intel jeweils mehrere Serien von lange lieferbaren Chips an.
Die gesockelten Embedded-Prozessoren bieten höhere Rechenleistungen und mehr PCIe-5.0-Lanes für Erweiterungskarten. Sie kommen beispielsweise in Industrierobotern, bildgebenden Medizingeräten, Netzwerkkomponenten wie Firewalls und auch in manchen kompakten (Storage-)Servern zum Einsatz.
AMD verkauft schon länger Ryzen-Embedded-Versionen mit deutlich mehr starken Kernen als Intel, etwa den Ryzen Embedded 7000 [4] mit bis zu 12 Zen-4-Kernen und den Ryzen Embedded 9000 [5] mit bis zu 16 Zen-5-Kernen. Eng verwandt sind die Serverversionen Epyc 4004 (Zen 4/AM4/DDR4-RAM) [6] und Epyc 4005 (Zen 5/AM5/DDR5-RAM) [7] mit jeweils bis zu 16 CPU-Kernen.
Intel kann nun immerhin bei der Anzahl der P-Kerne dichter an die AMD-Konkurrenz für diese Geräte- und Preisklassen mit zwei DDR5-RAM-Kanälen heranrücken. Als Vorteile im Vergleich zum AMD Ryzen Embedded 9700X verspricht Intel für den Core 9 273PE eine niedrigere PCIe-Latenz. Außerdem erwähnt Intel Time Coordinated Computing (TCC) und Ethernet-Adapter mit Time-Sensitive Networking (TSN). Die Bartlett-Lake-Chips will Intel zehn Jahre lang liefern.
Auf der Fachmesse Embedded World in Nürnberg will Intel auch Embedded-Versionen der zu Jahresbeginn vorgestellten Mobilprozessorfamilie Core Ultra 300 (Panther Lake) [8] zeigen. Sie findet vom 10. bis 12. März statt.
(Bild: Congatec)
Unter anderem Congatec hat bereits ein Modul in der Bauform COM-HPC Client Size A angekündigt, das conga-HPC/cPTL [9]. Es bietet eine LPCAMM2-Fassung für ein LPDDR5X-Speichermodul [10] mit bis zu 32 GByte Kapazität.
|
Embedded-Prozessoren Intel Core 2 with P-Cores (Bartlett Lake, Intel 7, LGA1700) |
||||
| Prozessor | P-Kerne |
Takt (Basis / Turbo) |
Cache | TDP |
| Core 9 273PQE | 12 | 3,4 / 5,9 GHz | 36 MByte | 125 W |
| Core 9 273PE | 12 | 2,3 / 5,7 GHz | 36 MByte | 65 W |
| Core 9 273PTE | 12 | 1,4 / 5,5 GHz | 36 MByte | 45 W |
| Core 7 253PQE | 10 | 3,5 / 5,7 GHz | 33 MByte | 125 W |
| Core 7 253PE | 10 | 2,5 / 5,5 GHz | 33 MByte | 65 W |
| Core 7 253PTE | 10 | 1,8 / 5,4 GHz | 33 MByte | 45 W |
| Core 5 223PQE | 8 | 4,0 / 5,5 GHz | 24 MByte | 125 W |
| Core 5 223PE | 8 | 2,9 / 5,4 GHz | 24 MByte | 65 W |
| Core 5 223PTE | 8 | 2,3 / 5,4 GHz | 24 MByte | 45 W |
| Core 5 213PE | 8 | 2,7 / 5,2 GHz | 24 MByte | 65 W |
| Core 5 213PTE | 8 | 2,1 / 5,2 GHz | 24 MByte | 45 W |
| ebenfalls verfügbar | ||||
| Core 3 201E | 4 | 3,6 / 4,8 GHz | 12 MByte | 60 W |
| Core 3 201TE | 4 | 2,9 / 4,6 GHz | 12 MByte | 45 W |
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11197373
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.intel.de/content/www/de/de/products/sku/242804/intel-core-3-processor-201e-12m-cache-up-to-4-80-ghz/specifications.html
[2] https://www.intel.de/content/www/de/de/products/sku/242797/intel-core-5-processor-211e-20m-cache-up-to-4-90-ghz/specifications.html
[3] https://www.intel.de/content/www/de/de/products/sku/242803/intel-core-7-processor-251e-36m-cache-up-to-5-60-ghz/specifications.html
[4] https://www.amd.com/de/products/embedded/ryzen/ryzen-7000-series.html
[5] https://www.amd.com/de/products/embedded/ryzen/9000-series.html
[6] https://www.heise.de/news/Epyc-4004-ab-149-US-Dollar-AMD-Ryzen-Prozessoren-mit-ECC-RAM-fuer-kleine-Server-9725458.html
[7] https://www.heise.de/news/AMD-Epyc-4005-Sechs-Prozessoren-fuer-kleine-Server-mit-ECC-RAM-10381348.html
[8] https://www.heise.de/tests/Asus-ZenBook-Duo-mit-Intels-neuem-Core-Ultra-X9-388H-im-Test-11137702.html
[9] https://www.congatec.com/de/produkte/com-hpc/conga-hpccptl/
[10] https://www.heise.de/news/Schneller-LPDDR5X-Arbeitsspeicher-als-Steckmodul-lieferbar-LPCAMM2-9712390.html
[11] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[12] https://www.heise.de/ct
[13] mailto:ciw@ct.de
Copyright © 2026 Heise Medien
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Ein tragbarer Akku-Kompressor ist vielseitig einsetzbar, etwa beim Aufpumpen von Autoreifen, Fahrradreifen oder Sportbällen. Modelle etablierter Marken kosten jedoch häufig über 80 Euro. Ein günstiges Angebot kommt derzeit vom Anbieter Qupeer: Ein kompakter Akku-Kompressor, der mit Makitas 18-Volt-Akkus kompatibel ist, wird zeitlich begrenzt für 35,95 Euro angeboten. Der Versand erfolgt über Amazon, verkauft wird das Gerät über einen Drittanbieter.
Der Kompressor richtet sich in erster Linie an Nutzer, die bereits Geräte aus dem Makita-18-Volt-System besitzen. Laut Hersteller ist das Gerät mit gängigen Akkus der Serien BL1820, BL1830, BL1840, BL1850 und BL1860 kompatibel. Der Akku selbst gehört nicht zum Lieferumfang.
Das Konzept ist grundsätzlich sinnvoll: Wer bereits Makita-Akkus besitzt, kann ein weiteres Gerät nutzen, ohne zusätzliche Akkus kaufen zu müssen. Gleichzeitig spart der Hersteller so Kosten.
Nach Herstellerangaben erreicht der Kompressor einen maximalen Druck von 10,34 bar (150 PSI). Damit liegt er auf einem Niveau, das für viele typische Anwendungen ausreicht: für PKW-Reifen, Motorradreifen, Fahrradreifen, Sportbälle und kleinere aufblasbare Gegenstände. Für größere Reifen ist das Gerät laut Hersteller nicht gedacht, etwa für die von Lkw oder schweren Nutzfahrzeugen.
Wie schnell der Kompressor tatsächlich arbeitet, hängt stark vom verwendeten Akku und vom gewünschten Druck ab. Bei günstigen Akku-Kompressoren kann das Aufpumpen größerer Autoreifen deutlich länger dauern als bei stationären Geräten oder leistungsstärkeren Markenmodellen.
Zur Ausstattung gehört ein beleuchtetes Display, das aktuellen Druck, Zielwert und Akkustand anzeigen soll. Außerdem stehen vier Modi zur Verfügung: Auto, Motorrad, Fahrrad, Ball. Zusätzlich lassen sich mehrere Druckeinheiten einstellen (PSI, Bar, kPa, kg/cm²).
Praktisch klingt die Auto-Stop-Funktion: Der Kompressor beendet den Pumpvorgang laut Anbieter automatisch, sobald der eingestellte Druck erreicht ist. Das kann verhindern, dass Reifen versehentlich zu stark aufgepumpt werden.
Für Einsätze bei schlechten Lichtverhältnissen ist eine integrierte LED-Leuchte verbaut. Gerade bei Reifenpannen oder Druckkontrollen am Straßenrand kann das hilfreich sein.
Ein kleines Zubehörfach im Gehäuse soll verhindern, dass die mitgelieferten Adapter verloren gehen. Zum Lieferumfang gehören gemäß Anbieter vier Düsen, so dass neben Reifen auch Bälle oder Luftmatratzen aufgepumpt werden können.
Auf Amazon erreicht der Kompressor aktuell 4,4 von 5 Sternen bei rund 350 Bewertungen. Solche Werte deuten meist darauf hin, dass viele Käufer mit dem Gerät zufrieden sind. Dennoch lohnt ein genauer Blick auf mögliche Einschränkungen.
Bei günstigen Akku-Kompressoren zeigen sich häufig typische Kritikpunkte: begrenzte Dauerleistung bei größeren Reifen; höhere Lautstärke während des Betriebs; einfachere Verarbeitung im Vergleich zu Markenprodukten; abhängige Leistung vom eingesetzten Akku.
Auch die langfristige Haltbarkeit lässt sich bei vielen günstigen Importmarken schwierig einschätzen.
Der größte Vorteil liegt beim Preis. Mit 35,95 Euro im Aktionsangebot
Akku Kompressor kompatibel mit Makita 18V
Zum AngebotWenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Deutsche Giganetz hat sich in den vergangenen Monaten aus vielen Glasfaserprojekten zurückgezogen. Die Stadt Duisburg ist aus einer Ausbaukooperation mit dem FTTH-Betreiber ausgestiegen. In Erfurt und Dresden wurde die Quote nicht erreicht, und auch in Mainz war "die Resonanz nicht ausreichend" .
In der Ruhrgebietsstadt sind außerdem die Deutsche Telekom und deren Partner Westconnect beim Glasfaserausbau aktiv. Duisburg und Deutsche Giganetz hatten am 25. November 2022 im Rathaus eine Vereinbarung unterzeichnet.
Laut einem Bericht von Radio Duisburg (Funke Mediengruppe) war der Grund nicht eingehaltene Zusagen beim geplanten Glasfaserausbau. Im Januar 2026 übernahm die städtische Duisburg Citycom demnach große Teile des Projekts. Andrea Lutz von den Grünen sagte dem Sender: "Endlich hat die Stadt der schlechten Planung und trägen Umsetzung Rechnung getragen und beendet die Zusammenarbeit mit Giganetz beim Glasfaserausbau." Die Verunsicherung der Bürger sei damit nicht vom Tisch.
Fast alle Glasfaser-ausbauenden Unternehmen sind durch die gestiegenen Zinsen und den Überbau durch die Telekom unter Druck.
Carmen Fesenbeck, Sprecherin von Deutsche Giganetz, sagte Golem am 9. März 2026 auf Anfrage, dass das Unternehmen nicht in Schwierigkeiten sei. Einen kompletten Rückzug aus bestimmten Regionen werde es nicht geben. "Deutsche Giganetz baut wie immer bundesweit, ohne Beschränkung auf Regionen, also momentan in West, Ost, Mitte, Süd. In 50 Projekten wird gerade aktiv gebaut. In 70 Projekten wurde der Initialbau abgeschlossen, wobei in fast allen derzeit Nachverdichtungsaktivitäten stattfinden. Vier Projekte im Süden, in Mitte und im Westen beginnen jetzt im März mit dem Ausbau. Wir bauen zum Beispiel aktuell fleißig noch in Calbe und Egener Mulde, begleitet von Spatenstichen in den kommenden Wochen und in Hamm nächste Woche. Zusätzlich starten wir sechs Förderprojekte im Bau im April." Man baue aber natürlich absolut fokussiert.
In Mainz komme hinzu, dass ein Wettbewerber baut, und "wir keinen Überbau machen, weshalb wir dann auf Open Access setzen wollen" . Bei dem Wettbewerber handelt es sich laut Medienberichten um die Telekom.
Ausbauaktivitäten würden in eine Priorisierung geschoben, die der tatsächlich möglichen Umsetzung entspreche, erklärte Fesenbeck. Vermarktungen dauerten länger als geplant und der Ausbau benötige längere Abstimmungszeiträume mit den Kommunen, bei Genehmigungsverfahren sowie der baulichen Umsetzung.
Fesenbeck: "Kundinnen und Kunden, die nach Abschluss eines Glasfaservertrages mehr als ein Jahr auf ihren Glasfaseranschluss warten müssen, sind zunehmend ungeduldiger und müssen schneller bedient werden. Daher ergibt es Sinn, die Projekte erst dann in die Vermarktung zu bringen, wenn ein klarer, direkt daran anschließender Bauplan mit allen notwendigen Voraussetzungen vereinbart ist."
Zeit koste es auch, wenn man "die mangelhafte Arbeit von Generalunternehmen aus der Vergangenheit beseitigen" müsse, sagte sie.
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Kaffee gehört für viele zum Start in den Tag oder ist eine kleine Pause zwischendurch. Die Nespresso-Kaffeemaschine liefert genau das, schnell und unkompliziert. Die berührungsgesteuerte Oberfläche macht die Bedienung einfach: Ein kurzes Tippen, und der Brühvorgang startet. Programmierungen oder komplizierte Einstellungen sind nicht nötig.
Die Maschine dosiert zuverlässig die gewünschte Menge Kaffee. Im Lieferumfang sind sieben Kapseln enthalten, so dass direkt ausprobiert werden kann, wie unterschiedlich der Kaffee schmeckt.
Die Aufheizzeit beträgt etwa 25 Sekunden, der Kaffee ist quasi sofort fertig. Während die Maschine arbeitet, lassen sich andere Dinge erledigen, zum Beispiel kann der Tagesplan gecheckt werden. Aufgrund der kurzen Wartezeit kann die Tasse Kaffee sofort genossen werden. Die Kapseln bleiben in dieser Zeit geschützt und frisch, so dass jedes Getränk gleichbleibend schmeckt. Wer gerne verschiedene Kaffeesorten probiert, kann die sieben Kapseln nutzen, um mehrere Varianten zu testen.
Die abnehmbare Abstellfläche macht die Maschine flexibel: Kleine Espressotassen oder hohe Gläser für längeren Kaffee passen gleichermaßen. In Haushalten mit mehreren Personen oder unterschiedlichen Vorlieben ist das praktisch, jeder kann den Kaffee so trinken, wie er mag, ohne dass die Maschine extra angepasst werden muss. Die Kapseln ermöglichen es zudem, verschiedene Aromen oder Intensitäten einfach auszuprobieren, ohne dass zusätzliche Einstellungen nötig sind.
Die Maschine arbeitet energieeffizient. Durchschnittlich 0,076 kWh pro Tag sind wenig. Das spart Strom, besonders bei häufiger Nutzung. Das ist angenehm für alle, die auf Energieverbrauch achten, ohne dass die Leistung darunter leidet. Gleichzeitig liefert sie zuverlässig die gleiche Qualität bei jeder Tasse.
Die Nespresso-Kaffeemaschine eignet sich für unterschiedliche Situationen. Morgens liefert sie schnell eine heiße Tasse Kaffee, und wenn es zwischendurch schnell gehen muss, genügt ein Knopfdruck. Reinigung und Handhabung sind unkompliziert, so dass die Nutzung angenehm bleibt. Die Kombination aus kurzer Aufheizzeit, einfacher Bedienung, flexibler Anpassung an verschiedene Tassen und geringem Energieverbrauch macht die Maschine zu einem verlässlichen Gerät.
Die Kaffeemaschine von Nespresso
Nespresso Delonghi Inissia EN 80.B
Jetzt Deal sichernWenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Weitere Kaffeemaschinen im Angebot
Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden
Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden
Modschtaba Chamenei, 2. von rechts vorne, ist der Nachfolger seines Vaters geworden
Mojtaba Khamenei folgt seinem ermordeten Vater als oberster religiöser Führer. Der 56-Jährige gilt als Hardliner mit engen Verbindungen zur Revolutionsgarde.
Gegen 21.30 Uhr deutscher Zeit flimmerte [1] am Sonntagabend die Meldung über die Nachrichtenticker: Die Islamische Republik Iran hat einen neuen obersten religiösen Führer – in Person von Mojtaba Khamenei, dem Sohn des ermordeten Ajatollah Ali Khamenei. Der Expertenrat, ein Gremium aus 88 Geistlichen, ernannte [2] ihn – iranische Staatsmedien bestätigten die Entscheidung am Sonntagabend.
Das durch die US-israelische Kriegskoalition erzwungene Ableben seiner Eltern sowie eines Teils seiner weitverzweigten Kleriker-Familie hatte den Iran – zusätzlich zu den tobenden Angriffswellen – in eine tiefe politische Krise gestürzt [3]. Millionen schiitische Gläubige vom Libanon bis nach Pakistan verloren ihren religiösen Ankerpunkt, das theokratische Regime schaltete in den Krisenmodus. Ein 3er-Übergangsrat koordinierte [4] Landesverteidigung und nationale Einheit.
Militärisch steht das Land mit dem Rücken zur Wand [5]. Nach ersten Analysen sind mehr als 40 hochrangige Führungskräfte getötet worden [6]. Mit Mojtaba Khamanei tritt ein Schattenmann [7] in den Vordergrund. Ein aktueller Blick auf den Kriegsverlauf.
Auch in den beiden zurückliegenden Nächten des Wochenendes wurde der Iran durch einen regelrechten Bombenhagel eingedeckt [8].
Das Kriegsgeschehen wurde am Sonntagmorgen von israelischen Angriffen auf ein gigantisches Öldepot in der iranischen Hauptstadt überlagert [9]. Die israelische Armee teilte via Telegram mit [10], dass sie ein Öllager-Depot in Teheran getroffen habe. Irans Leiter der nationalen Mineralölvertriebsgesellschaft, Keramat Vejskarami, räumte [11]die schweren Treffer im Staatsfernsehen ein: Insgesamt vier Öllager seien getroffen worden.
Noch bevor offizielle Stellungnahmen vorlagen, fluteten [14] – trotz andauernder Internetausfälle – apokalyptische Bilder aus dem Iran die sozialen Medien. Teheran, am Fuße des Elburs-Gebirges in einer Senke gelegen, verschwand in einer dichten Rauchwolke. Die stundenlang lodernden Brände [15] erzeugten giftige Dämpfe, die sich wie eine Decke über weite Teile der 15-Millionenstadt legten. Ein Vorgeschmack auf Kommendes?
Tel Aviv operiert in enger Abstimmung mit Washington parallel an zwei Fronten: Auch der Libanon meldete einen gezielten Angriff auf ein Hotelgebäude, in dem sich Mitglieder der Al-Kuds-Brigaden, der Elite-Einheit [16] der Revolutionsgarden, aufgehalten haben sollen.
Nach iranischen Angaben [17] vor den Vereinten Nationen sind die Opferzahlen sprunghaft angestiegen. Waren in den ersten Tagen noch Zahlen im mittleren dreistelligen Bereich genannt worden, verzeichnete [18] Teheran offiziell mindestens 1.332 Tote une tausende verletzte [19]. Andere Quellen beziffern [20] die Totenzahl bereits auf bis zu 1.500.
Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani warf den USA und Israel indes vor, gezielt zivile Einrichtungen zu bombardieren [21] – ein Vorwurf, der durch den Angriff auf die Mädchenschule im südiranischen Minab besondere Schwere erhält [22]. US-Behörden und israelische Stellen wiesen die Anschuldigungen zurück.
In den Fall der in den ersten Kriegstagen getroffenen Mädchenschule kam unterdessen Bewegung: US-Militärermittler halten [23] es nach Aussagen zweier Beamter – gestützt auf interne Untersuchungsergebnisse – für wahrscheinlich, dass US-Streitkräfte für den Angriff auf die Schule verantwortlich waren; die Prüfung sei aber noch nicht abgeschlossen. Erschwerend deuten [24] Satellitenbilder laut übereinstimmenden Medienberichten auf den Einsatz von US-Luftwaffenmunition hin.
Die iranische Gegenwehr ist ungebrochen. Begleitet von pro-iranischen Kundgebungen im Inland, die in den letzten Tagen an Kraft und Umfang zunahmen [25], griff die Islamische Republik aktiv umliegende Staaten an. In über 20 Angriffswellen – mehrere pro Tag – attackierte [26] Teheran.
Die Taktik macht aus iranischer Sicht Sinn: Ballistische Raketen zwingen die gegnerische Abwehr zur Nutzung hochwertiger und kostenintensiver Systeme wie Thaad – worauf häufig ein nachgelagerter Drohnenschwarm-Angriff folgte.
Detaillierte,artenbasierte Analysen legen nahe [27], dass sich die Anzahl ziviler Opfer durch iranische Vergeltungsschläge bislang in Grenzen hält. Die Angriffe trafen militärische Infrastruktur, Luftabwehrsysteme und Raketenstellungen. In Jordanien verletzten [28] herabfallende Splitter abgeschossener Drohnen mehrere Menschen, ein pakistanischer Fahrer starb [29] in Dubai nach einem abgeprallten Treffer, zwei Menschen wurden [30] in Saudi-Arabien durch herabfallende Teile abgeschossener Raketen getötet.
Diese Nadelstiche dürfen dennoch nicht täuschen: Im Luftkrieg dominieren [31] die US-israelischen Einheiten nach Belieben – auch wenn eine iranische Unterstützung durch chinesische Luftaufklärung vermutet wird [32]. Nach offiziellen Angaben sind bereits mehr als 3.400 Ziele angegriffen worden [33].
Die iranische Marine ist – abseits der IRGC-Kleinboot-Schwärme – eliminiert. Dennoch ist es dem Iran – erstmalig in der Region – gelungen, nennenswerten Widerstand gegen eine westliche Aggression zu organisieren, womit die Angreifer so wohl nicht gerechnet hatten.
Innenpolitisch hatte die Revolutionsgarde – die gleichzeitig ein wirtschaftliches Imperium kontrolliert [34] – unverhohlen Mojtaba Khamenei als Nachfolger favorisiert. Ihr Kalkül: Nur ein schnell eingesetzter religiöser Führer böte die Gewähr für nationale Einheit – Grundvoraussetzung für eine reale Chance auf wirksame militärische Gegenwehr. Der Khamenei-Spross stach damit einflussreiche Gegenkandidaten aus.
Darunter Hassan Khomeini, der Enkel des Republikgründers, der als zu reformorientiert galt [35]; Alireza Arifi, der eher als Technokrat denn als im Krieg notwendiger starker Führer eingeschätzt wird; sowie Ali Larijani, der als ehemaliger Parlamentssprecher zwar über ein weitreichendes Netzwerk verfügt, jedoch kaum religiöse Legitimation mitbringt.
Er verkörpert dabei Kompromiss und Kontinuität zugleich: Innerhalb der Kriegslogik ergibt es Sinn, einen machtbewussten Hardliner zu wählen [36], der in bestehenden Machtstrukturen integriert [37] ist und seit Jahren Fäden spann [38].
Dennoch ist er Kompromissformel: Der 56-Jährige, der als 18-Jähriger am Ersten Golfkrieg teilnahm und später als Kleriker in Qom lehrte, ist in der iranischen Öffentlichkeit eher unbekannt, vergleichsweise uncharismatisch und religiös schwach legitimiert.
Seine Verbindung zur in weiten Teilen der Gesellschaft verhassten Präsidentschaft Ahmadinedschads – er soll bei den Wahlen 2005 entscheidend mitgewirkt [39] haben – könnte noch problematisch werden. Den bestehenden Eliten blieb keine Zeit für den Aufbau eines idealen Nachfolgers.
Zudem gilt Mojtaba nicht als anerkannter Großajatollah, was die Integration breiter schiitischer Massen auch außerhalb des Irans erschweren kann. Er tritt ein dynastisches Erbe an und steht für eine massiv repressive Politik, war zuletzt im Sicherheitsbereich des Regimes tätig und unterhält enge Kontakte zu den Basij-Milizen.
Erschwerend kommt hinzu: Mojtabas Ehefrau wurde ermordet – auch sein eigenes Leben dürfte am seidenen Faden hängen. Seine Wahl ist dennoch ein Indikator: Spielraum für demokratische Öffnungen wird es nicht geben [40]. Mit ihm bleiben militärische, politische und klerikale Machtpfeiler – vergleichbar mit seinem Vater – eng verwoben.
Für den weiteren Kriegsverlauf bedeutet [41] dies: Eine Kapitulation ist ausgeschlossen, die Verhandlungsbereitschaft minimiert – die Gegenschläge werden anhalten.
Zudem könnte – sollte sich Mojtaba als schwach erweisen – die Macht noch deutlicher in Richtung Revolutionsgarden kippen. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Iran von einer Theokratie schrittweise in eine Militärdiktatur gleitet, was durch Sanktions- und Kriegsdruck noch weiter beschleunigt werden könnte.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11203546
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/world/middle-east/iran-defies-trump-elevates-khameneis-son-mojtaba-successor-2026-03-08/
[2] https://apnews.com/article/iran-israel-us-march-8-2026-f0b20dbffaea9351ae1e54183ffe53ff
[3] https://www.telepolis.de/article/Iran-Was-Khameneis-Tod-fuer-die-Region-bedeutet-11198731.html
[4] https://www.tagesspiegel.de/internationales/das-regime-will-nicht-aufgeben-so-konnten-sich-irans-herrscher-an-der-macht-halten-15305446.html
[5] https://www.telepolis.de/article/Von-Zypern-bis-Baku-Der-Flaechenbrand-ist-da-11201595.html
[6] https://chertoffgroup.com/situation-report-iran-u-s-israeli-military-operations/
[7] https://www.iranintl.com/en/202603032731
[8] https://roancp.com/situation-report-epic-fury-us-iranian-conflict-as-of-march-06-2026/
[9] https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-oellager-angriff-100.html
[10] https://www.dw.com/de/iran-oellager-teheran-angriffe-israel-raketen-drohnen-beirut-libanon-hisbollah-kuwait-saudi-arabien/a-76265495
[11] https://time.com/7383099/iran-news-oil-strikes-tehran/
[12] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Attack_on_areas_west_of_Tehran_10_Avash_(March_7,_2026).webp
[13] https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de
[14] https://www.blick.ch/news/nach-angriff-auf-oelanlage-gewaltige-rauchsaeulen-in-teheran-id21761597.html
[15] https://www.merkur.de/politik/feuerstroeme-in-teheran-nachdem-oeldepots-in-die-luft-gesprengt-wurden-zr-94207557.html
[16] https://www.tagesschau.de/ausland/hintergrund-al-kuds-101.html
[17] https://www.reuters.com/world/middle-east/irans-un-envoy-says-1332-iranian-civilians-killed-war-2026-03-06/
[18] https://www.pbs.org/newshour/world/iranian-state-tv-says-mojtaba-khamenei-named-successor-to-the-late-supreme-leader
[19] https://www.reuters.com/world/middle-east/irans-un-envoy-says-1332-iranian-civilians-killed-war/
[20] https://hengaw.net/en/reports-and-statistics-1/2026/03/
[21] https://www.straitstimes.com/world/middle-east/irans-un-envoy-says-1332-iranian-civilians-killed-in-war?ref=latest-headlines
[22] https://www.welt.de/politik/ausland/article69aa82ba7ce3c08db9d23a02/iran-krieg-bomben-auf-maedchenschule-in-minab-satellitenbilder-lassen-auf-moegliche-verantwortung-schliessen.html
[23] https://www.tbsnews.net/world/us-investigation-points-likely-us-responsibility-iran-school-strike-sources-say-1378471
[24] https://apnews.com/article/iran-minab-girls-school-airstrike-us-israel-c3095dc9729881b567277a1c5c47efb2
[25] https://www.aljazeera.com/video/newsfeed/2026/1/12/iranian-president-masoud-pezeshkian-joins-pro-government-rally-in-tehran
[26] https://www.criticalthreats.org/analysis/iran-update-evening-special-edition-march-7-2026
[27] https://acleddata.com/update/middle-east-special-issue-march-2026
[28] https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Iranian_strikes_on_Jordan
[29] https://www.dawn.com/news/1979732
[30] https://www.jpost.com/middle-east/article-889195
[31] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/krieg-nahost-israel-usa-iran-ueberblick-100.html
[32] https://www.jungewelt.de/artikel/518739.iran-krieg-trump-will-irans-kapitulation.html
[33] https://home.1und1.de/magazine/politik/nahostkonflikt/usa-3000-ziele-iran-angegriffen-41977188
[34] https://www.faz.net/pro/weltwirtschaft/weltwissen/das-wirtschaftsimperium-der-iranischen-revolutionsgarden-dollars-macht-und-einfluss-accg-200503137.html
[35] https://informat.ro/en/international/iran-leadership-killing-khamenei-succession-108897
[36] https://www.theguardian.com/world/2026/mar/08/appointing-a-new-leader-is-the-least-of-irans-troubles
[37] https://www.theguardian.com/world/2026/mar/08/appointing-a-new-leader-is-the-least-of-irans-troubles
[38] https://de.wikipedia.org/wiki/Modschtaba_Chamenei
[39] https://www.nytimes.com/2024/05/20/world/middleeast/iran-raisi-death-supreme-leader.html
[40] https://www.al-monitor.com/originals/2026/03/analysis-iran-defies-trump-elevates-khameneis-son-mojtaba-successor
[41] https://www.euronews.com/2026/03/08/explainer-who-is-mojtaba-khamenei-and-how-did-he-succeed-his-father
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: Summit Art Creations / Shutterstock.com)
Der Krieg gegen den Iran legt die wichtigste Öl-Route der Welt lahm. Benzin, Lebensmittel und Kredite werden teurer. Ein Überblick.
Knapp eine Woche nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran erleben die Energiemärkte einen Preisschub, der in seiner Geschwindigkeit alles seit der Ölkrise der 1970er Jahre übertrifft.
Auslöser ist der faktische Zusammenbruch des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus – jene schmale Passage zwischen dem Iran und Oman, über die im Normalfall etwa jedes fünfte weltweit gehandelte Barrel Erdöl seinen Weg findet.
Obwohl keine Seite die Meerenge offiziell gesperrt hat, meiden Reedereien die Route, seit iranische Einheiten mehrere Handelsschiffe unter Beschuss nahmen.
Schließlich verteuerte sich die Nordsee-Referenzsorte Brent binnen einer Woche um rund 60 Prozent und notiert mittlerweile jenseits der Marke von 110 Dollar, berichtet [1] Bloomberg.
Der Stillstand in der Straße von Hormus hat eine Kettenreaktion in den Förderländern ausgelöst. Rohöl, das normalerweise täglich auf Tanker verladen wird, füllt nun die begrenzten Speicheranlagen der Region.
Sobald diese Kapazitäten erschöpft sind, bleibt den Produzenten nur eine Option: die Förderung herunterfahren.
Der Irak hat diesen Schritt bereits vollzogen und pumpt nur noch ein knappes Drittel seiner üblichen Menge. Kuwait geriet als nächstes unter Druck, weil das Emirat seine Infrastruktur historisch auf den schnellen Export ausgelegt hat und kaum Pufferlager besitzt. Auch der staatliche Ölkonzern Abu Dhabis meldete eine Drosselung.
Wie das Wall Street Journal (WSJ) schreibt [2], drängt die Zeit. Werde die Straße von Hormus nicht bis zum Freitag wieder freigegeben, so müsste die Ölförderung in der Region wohl um rund vier Millionen Barrel Öl pro Tag gedrosselt werden.
Das Problem reicht aber tiefer: Viele Lagerstätten am Golf sind nach Jahrzehnten intensiver Nutzung auf kontinuierlichen Betrieb angewiesen. Wird eine Quelle stillgelegt, sinkt der unterirdische Druck – und nicht jede Bohrung lässt sich anschließend auf das frühere Niveau zurückbringen.
Saudi-Arabien nutzt zwar eine Ausweichpipeline an seine Rotmeerküste, um wenigstens einen Teil seines Öls noch exportieren zu können. Doch deren Durchsatz reicht bei weitem nicht, um die ausgefallenen Exportmengen der gesamten Region zu ersetzen.
Die Energiekrise schlägt auf mehreren Kanälen im Alltag durch. Am unmittelbarsten spüren es Autofahrer: In Deutschland kletterten die Dieselpreise über zwei Euro je Liter. Und Terminkontrakte deuten auf einen weiteren Anstieg hin.
Fluggesellschaften rechnen inzwischen mit deutlich höheren Kerosinkosten, die sie über kurz oder lang an Passagiere weitergeben dürften.
Weniger sichtbar, aber mit potenziell gravierenden Folgen: Fast die Hälfte des weltweit gehandelten Stickstoffdüngers stammt aus Fabriken rund um den Persischen Golf. Seitdem dieser Handelsweg unterbrochen ist, kletterten die globalen Düngemittelpreise um etwa ein Viertel.
Für Landwirte in Indien, Brasilien oder Europa wird die Versorgung damit spürbar teurer – oder schlicht knapper. Branchenanalysten gehen davon aus, dass sich diese Verteuerung mit einigen Monaten Verzögerung in den Lebensmittelregalen niederschlagen wird.
Wer auf sinkende Hypothekenzinsen oder billigere Ratenkredite gesetzt hat, muss ebenfalls seine Erwartungen korrigieren. An den Anleihemärkten zogen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen kräftig an.
Noch vor wenigen Wochen rechneten Investoren damit, dass die US-Notenbank Fed spätestens im Juli die Zinsen senkt. Inzwischen gilt frühestens September als realistisch [3] – und einige Marktteilnehmer schließen nicht mehr aus, dass die Zinsen das gesamte Jahr über auf dem aktuellen Niveau verharren.
Der Internationale Währungsfonds hat die Risiken beziffert: Verteuert sich Energie um zehn Prozent und hält dieses Niveau ein Jahr lang, steigt die globale Teuerungsrate um rund 0,4 Prozentpunkte, während das Wirtschaftswachstum um bis zu 0,2 Punkte nachgibt.
Ökonomen sprechen laut Bloomberg zunehmend von einer drohenden Stagflation [4] – einer Konstellation, in der steigende Preise und wirtschaftliche Schwäche gleichzeitig auftreten.
Für Notenbanken ist das ein besonders schwieriges Umfeld, weil jede Zinserhöhung gegen die Inflation zugleich die Konjunktur weiter belastet.
US-Energieminister Chris Wright bemühte sich am Wochenende um Zuversicht und stellte eine baldige Normalisierung der Schifffahrt in Aussicht. Die Finanzakteure glauben das aber nicht und drängen auf ein Ende des Krieges, heißt es bei [5] Bloomberg, und wenn dies nicht zu erreichen ist, so wenigstens auf eine militärische Eskorte der Schiffe.
Teheran wählte mit Mojtaba Khamenei den Sohn des getöteten früheren Obersten Führers zum Nachfolger, was von Marktakteuren als ein Signal der Härte wahrgenommen wird. Und, wie es in den Berichten weiter heißt, geht man von einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit aus, dass im Mai immer noch kein Waffenstillstand erreicht ist.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11203608
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/opinion/newsletters/2026-03-09/iran-war-a-longer-conflict-is-already-here-for-markets
[2] https://www.wsj.com/world/middle-east/persian-gulf-oil-squeeze-d9a39190
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-09/global-bond-selloff-deepens-as-oil-jump-stokes-stagflation-fear
[4] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-09/global-bond-selloff-deepens-as-oil-jump-stokes-stagflation-fear
[5] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-08/oil-market-chaos-set-to-deepen-as-more-gulf-giants-cut-output
Copyright © 2026 Heise Medien
Kathmandu.
(Bild: My Good Images, shutterstock)
Ein Aufstand der Generation Z stürzte Nepals Regierung. Jetzt hat ein 35-jähriger Ex-Rapper den 74-jährigen Premierminister in dessen eigenen Wahlkreis besiegt.
Am 5. März hat Nepal ein neues Parlament gewählt. Doch diese Wahl ist mehr als ein routinemäßiger Urnengang in einem der ärmsten Länder Asiens. Sie könnte die politische Landschaft des kleinen Himalaja-Staats grundlegend verändern – und womöglich sogar seine außenpolitische Balance zwischen den Giganten China und Indien erschüttern.
Im Zentrum stand ein ungewöhnliches Duell: Balendra Shah, 35 Jahre alt, ehemaliger Rapper und seit 2022 Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu, war gegen KP Sharma Oli in dessen eigenen Wahlkreis angetreten. Der 74-jährige Veteran war bereits viermal Premierminister.
Shah, der seinen Anhängern schlicht als "Balen" und für dunkle Sonnenbrillen und weiße Turnschuhe bekannt ist, verkörpert den Wunsch nach Wandel. Oli steht für das System, das – zumindest dem Namen nach – maoistisch ausgerichtete Kämpfer vor 20 Jahren durchgesetzt hatten [1].
Im September 2025 eskalierten die Konflikte in Nepal erneut. Auslöser war ein geplantes Verbot sozialer Medien durch die Regierung Oli. Doch die Proteste, die vor allem von der Generation Z getragen wurden, richteten sich auch gegen Korruption, Vetternwirtschaft und ein politisches System, das scheinbar außerstande ist, echte Verbesserungen zu liefern.
Die Regierung reagierte mit Gewalt. Polizei und Sicherheitskräfte feuerten scharf in die Menge. Mehr als 70 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Demonstranten steckten das Parlamentsgebäude, die Residenz des Premierministers und den Obersten Gerichtshof in Brand.
Nach wenigen Tagen musste Oli zurücktreten. Eine Übergangsregierung übernahm die Geschäfte. Balen Shah, der während der Proteste seine Solidarität mit den Demonstranten erklärt hatte, wurde von vielen als möglicher Interims-Premierminister gehandelt. Er lehnte ab – und kündigte an [2], bei Wahlen anzutreten.
In Nepal sind 46 Prozent der Menschen unter 24 Jahren jung. Shah, der eine Ausbildung als Ingenieur genossen hat, hatte sich zunächst als Musiker einen Namen gemacht. Seine Rap-Songs griffen die politische Elite an, kritisierten Korruption und forderten Veränderung.
2022 gewann er als unabhängiger Kandidat die Wahl für das Amt des Bürgermeisters von Kathmandu. Als Bürgermeister konzentrierte er sich auf vernachlässigte Bereiche wie Müllentsorgung, Gesundheitsversorgung und Bildung.
Doch es gab auch Kritik [3]. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch warfen ihm vor, mit harter Hand gegen städtische Arme vorzugehen, Straßenverkäufer zu vertreiben und Bewohner informeller Siedlungen zu schikanieren.
Im Januar 2025 trat Shah der zentristischen Partei Rastriya Swatantra Party (RSP, Nationale Unabhängigkeitspartei) bei, die mehrere Kandidaten der Generation Z aufstellte. Die erst 2022 gegründete RSP verspricht in ihrem Wahlprogramm, Nepal von einem "Pufferstaat" zwischen China und Indien zu einer "Brücke" zu machen und eine trilaterale Wirtschaftspartnerschaft anzustreben.
Oli kündigte an, erneut in seinem Wahlkreis anzutreten, woraufhin Shah seinen Posten als Bürgermeister aufgab, um direkt gegen Oli anzutreten. Shahs Wahlkampf ist von einer merkwürdigen Abwesenheit von Inhalten geprägt: Er winkt den Menschen zu, lächelt, macht Selfies – aber seine öffentlichen Reden dauern selten länger als drei Minuten.
Eingekeilt zwischen Indien und China muss jeder Politiker in Kathmandu darauf achten, keine der beiden Giganten zu verprellen. Indien betrachtet den nördlichen Nachbarn wohl als eine Art Hinterhof, zumal 80 Prozent der Nepalis Hindus sind. Anlässlich einer Verfassungsreform hat Delhi 2015 versucht, Nepal seinen Willen mittels eines inoffiziellen Kraftstoffembargos [4] aufzuzwingen.
Indien ist mit Abstand Nepals wichtigster Partner und beide Länder kooperieren in praktisch allen relevanten Bereichen miteinander – auch in Bezug auf Energieinfrastruktur und Sicherheitsfragen.
China wiederum hat unter Präsident Xi Jinping sein Engagement in Nepal ausgeweitet. Peking investiert in Infrastruktur, pflegt Beziehungen zu politischen Parteien und baut Netzwerke in Medien und Wirtschaft auf. Chinas Interessen in Nepal sind auch von Sorgen über tibetische Aktivisten und indischen Einfluss geprägt.
Paradoxerweise steht Nepal nach makroökonomischen Kennzahlen nicht schlecht da. Die Devisenreserven erreichten im Januar 2026 einen Rekordwert von 22,47 Milliarden US-Dollar. Überweisungen von im Ausland arbeitenden Nepalesen stiegen um über 32 Prozent.
Dennoch war der Aufstand im September von wirtschaftlicher Frustration getrieben: Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung, Korruption und fehlende Perspektiven. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 20 Prozent, bei jungen Menschen noch höher.
Jahrzehntelang fungierte Migration als Ventil. Überweisungen von im Ausland arbeitenden Nepalesen machen etwa ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts aus und ernähren Millionen Haushalte. Doch immer mehr junge Menschen scheinen Migration als notwendiges Übel statt als Chance zu betrachten und wollen zuhause auskömmlich leben.
Neben Oli und Shah konkurriert auch die Nepali Congress Partei unter Gagan Thapa, 49 Jahre alt. Die Partei, die traditionell als Indien und westlichen Partnern nahestehend gilt, könnte zur Königsmacherin werden, falls keine Partei eine klare Mehrheit erreicht.
Im Ergebnis hat nicht nur Shah gesiegt, sondern auch seine RSP hat einen erdrutschartigen Sieg eingefahren [5]. Die Partei hat bereits fast 100 der 165 direkt gewählten Mandate gewonnen und führt in zwölf weiteren Wahlkreisen. Oli hat den Wahlsieg seines Rivalen bereits anerkannt und Shah gratuliert.
Die Wahl am 5. März ist mehr als ein Generationenkonflikt. Es geht darum, ob in Nepal endlich [6] eine stabile Regierung zustande kommt, die von den Wählern auch als eine solche wahrgenommen wird – und nicht nur als eine weitere Gruppe von korrupten Politikern, die den Hals nicht vollkriegen können.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11203148
Links in diesem Artikel:
[1] https://nepalitimes.com/editorial/remembering-not-to-forget
[2] https://www.theguardian.com/world/2026/mar/03/nepal-gen-z-election-popular-former-rapper-balen
[3] https://www.ft.com/content/ca2d8f18-24c7-4fc5-af7b-a67ead333e0c
[4] https://www.aljazeera.com/news/2015/10/9/analysis-blockade-politics-in-nepal
[5] https://www.aljazeera.com/news/2026/3/8/rapper-turned-politician-defeats-veteran-leader-in-nepal-election-upset
[6] https://www.straitstimes.com/asia/nepals-long-history-of-political-instability
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: Dzelat/Shutterstock.com)
Dank Rechtshilfe gelangten US-Ermittler an Zahlungsdaten eines anonym geglaubten Proton-Accounts. Der Dienst verweist auf die strikte Schweizer Rechtslage.
Der verschlüsselte E-Mail-Dienst Proton aus der Schweiz steht erneut im Zentrum einer Debatte über Anonymität und staatliche Zugriffe. Dem FBI sei es gelungen, die Identität einer Person hinter einem vermeintlich anonymen Konto aufzudecken, berichtet 404 Media. Betroffen ist demnach ein Account der Protestbewegung „Stop Cop City“, die auch als „Defend the Atlanta Forest“ bekannt ist. Die Aktivisten nutzten die Adresse als offiziellen Kontakt für ihren Blog und soziale Medien.
Proton wirbt offensiv mit Privatsphäre und dem Standort Schweiz. Doch der Fall illustriert, welche Realitäten der internationalen Strafverfolgung dem entgegenstehen. Der Fluss der Daten führte laut dem Bericht [1] über den offiziellen Dienstweg der internationalen Rechtshilfe. Die US-Behörden stellten ein Ersuchen an die Schweiz, basierend auf einem Staatsvertrag zur Rechtshilfe in Strafsachen von 1973 [2]. Da es sich bei dem fraglichen Konto um einen kostenpflichtigen Account handelte, konnte und musste Proton auf richterliche Anordnung hin Zahlungsdaten herausgeben.
Diese Informationen, die bei der Nutzung von Kreditkarten zwangsläufig anfallen, ermöglichten es dem FBI schließlich, den Inhaber des Kontos zu identifizieren. Proton-Kommunikationschef Edward Shone betont nun, die Firma habe keine Daten direkt an das FBI übermittelt. Sie habe lediglich auf rechtsverbindliche Anordnungen der Schweizer Justiz reagiert. Für die betroffene Person macht diese juristische Nuance in der Konsequenz freilich keinen Unterschied.
Proton rechtfertigt die Kooperation etwa mit dem Verweis auf schwere Straftaten wie den Beschuss eines Polizeibeamten und den Einsatz von Sprengvorrichtungen. Recherchen des Guardian ziehen diese Darstellung indes in Zweifel [3]. In der eidesstattlichen Erklärung zum Durchsuchungsbefehl des FBI finde sich kein Hinweis auf eine Schießerei. Bekannt ist lediglich ein Vorfall aus dem Januar 2023. Dabei erschoss die Polizei den Aktivisten Manuel Paez Terán, nachdem dieser zuvor einen Beamten verletzt haben sollte. Die Diskrepanz zwischen der Begründung für die Datenherausgabe und den Ermittlungsakten sorgt für zusätzliche Kritik an der Transparenz des Anbieters.
Ein Blick in den Transparenzbericht von Proton verdeutlicht [4], dass solche Vorgänge keine Einzelfälle sind. 2024 gab das Unternehmen in über 10.000 Fällen Nutzerdaten an Behörden weiter. Nur in weniger als sechs Prozent dieser Fälle wehrte sich der Dienst rechtlich gegen die Anordnungen.
In der eigenen Datenschutzerklärung weist Proton darauf hin, dass bei Kreditkartenzahlungen Drittanbieter wie der US-Dienst Chargebee zum Einsatz kommen. Wer solche Spuren hinterlässt, kann folglich nicht auf die versprochene Anonymität bauen, sofern etwa ein Strafverfolgungsinteresse besteht. US-Provider versuchen oft, ihre Nutzer über solche Anfragen zu informieren. Die Schweizer Rechtslage sieht dagegen vor, dass eine solche Benachrichtigung durch die Behörden selbst erfolgen muss. Das unterbleibt in der Praxis im Rahmen laufender Ermittlungen oft. Der Rechtsanwalt Martin Steiger erläutert [5]: In der Schweiz sei „die Kooperation mit Behörden der Normalfall“.
Die strategische Ausrichtung von Proton scheint sich ohnehin zu wandeln. Nach dem Bekanntwerden von Plänen für eine Novelle der Schweizer Überwachungsverordnung kündigte die Firma im vorigen Sommer an, verstärkt in Infrastrukturen im europäischen Ausland zu investieren [6]. Sein Rechenzentrum am Hauptsitz in Genf hat das Unternehmen bereits dichtgemacht. Für Nutzer bleibt die Erkenntnis, dass Verschlüsselung zwar den Inhalt der Kommunikation schützt. Die Identität des Absenders ist bei kostenpflichtigen Diensten und internationaler Behördenkooperation aber weit weniger sicher, als es das Marketing verspricht.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11203065
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.404media.co/proton-mail-helped-fbi-unmask-anonymous-stop-cop-city-protestor
[2] https://www.rhf.admin.ch/rhf/de/home/strafrecht/rechtsgrundlagen/bilateral/sr-0-351-933-6.html
[3] https://www.theguardian.com/us-news/2025/jan/28/georgia-cop-city-killing
[4] https://steigerlegal.ch/2025/07/28/proton-transparenzbericht-2024
[5] https://steigerlegal.ch/2026/03/06/proton-mail-nutzerdaten-fbi-usa
[6] https://www.heise.de/news/Ueberwachung-Proton-verlagert-Teile-seiner-Infrastruktur-aus-der-Schweiz-10538647.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:nen@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien
Bild: shutterstock.com
Thomas Piketty sieht im Irankrieg den Versuch, militärische Macht ökonomisch zu verwerten. Doch Ölpreisschock und Inflation könnten die Rechnung zerstören.
Der französische Ökonom Thomas Piketty, auch hierzulande durch sein Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert [1]" als Spezialist für wirtschaftliche Ungleichheit bekannt, mischt sich in die Debatte über den Krieg der USA und Israels auf den Iran ein. Wobei es ihm ausschließlich um die Motive der USA geht.
Seine These, die er in einem Essay in der französischen Tageszeitung Le Monde [2] formuliert, ist drastisch und provokant. Die "militaristische Entgleisung der USA", die mit dem Krieg im Iran zu beobachten sei, wertet er als "furchtbares Eingeständnis der Schwäche".
Laut Piketty seien sich die US-Eliten der finanziellen, handelspolitischen und politischen Fragilität ihres Landes zunehmend bewusst.
"Die nationalistischsten unter ihnen haben daraus den Schluss gezogen, dass die einzige Lösung darin bestehe, die Waffen auf den Tisch zu legen. "
Das erklärte Ziel dieser Strategie pointiert er so:
"Es geht nicht darum, irgendein kollektives Ideal zu fördern, sondern vielmehr darum, sich zu sanieren und die Tatsache, über die größte Armee der Welt zu verfügen, finanziell rentabel zu machen.“
Ist es so einfach?
Der Krieg gegen den Iran treibt die Energiepreise weltweit in die Höhe und belastet die Weltwirtschaft – auch die der USA. Dennoch sieht Piketty in der militärischen Eskalation vor allem einen Versuch, die angespannte Finanzlage der Vereinigten Staaten durch geopolitische Machtpolitik zu verbessern.
Damit stellt sich eine zentrale Frage: Welche wirtschaftlichen Vorteile könnte eine US-Regierung trotz hoher Risiken erwarten oder innenpolitisch verwerten?
Piketty verweist darauf, dass US-Präsident Donald Trump bereit sei, mit nahezu jedem Regime Deals zu schließen – vorausgesetzt, US-Unternehmen könnten Zugang zu Ressourcen erhalten. In dieser Logik erscheine militärische Macht als Mittel, wirtschaftliche Vorteile zu erzwingen.
"Daher die unwiderstehliche Versuchung, die Waffen zu zücken, um sich zu sanieren: So einfach ist das."
Ein naheliegendes Kalkül wäre laut Analysen: Irans Fähigkeit, den Hormus-Korridor zu schließen oder zu bedrohen, militärisch zu schwächen, um mittelfristig die "Risikoprämie" auf Energie zu senken. In dieser Logik wäre der erhoffte ökonomische Nutzen: stabilere Öl- und Gaspreise, weniger Inflationsdruck, weniger Zinsdruck und eine bessere Konjunktur.
Dass die USA die Fähigkeit Irans, Hormus zu schließen, nun als strategischen Kernpunkt adressieren, wird in der aktuellen Berichterstattung explizit hervorgehoben, wie etwa auf Axios.com [3] berichtet wird. Doch bislang prägen Preissprung und Unsicherheit die Märkte.
Höhere Öl- und Gaspreise können Teile der US-Wirtschaft begünstigen: Förderunternehmen, Dienstleister der Ölindustrie und die LNG-Branche. Auch Bundesstaaten profitieren über Steuern und sogenannte Royalties – also Förderabgaben auf Öl- und Gasproduktion.
Dass die Lage auch die US-Benzinpreise nach oben treibt, wird aktuell breit berichtet, etwa auf Time.com [4]. Für eine Regierung kann das politisch und ökonomisch ambivalent sein: Sektor-Gewinne stehen breiten Kaufkraftverlusten gegenüber.
Laut der Nachrichtenagentur Associated Press [5] sind die Ölpreise seit Kriegsbeginn um 36 Prozent gestiegen. Der Preis für Rohöl überschritt die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel. Die Benzinpreise in den USA kletterten innerhalb einer Woche um 14 Prozent auf durchschnittlich 3,41 US-Dollar pro Gallone.
Konflikte erhöhen typischerweise Beschaffung und Munitionsersatz, Auslandsnachfrage nach US-Systemen wie Luftabwehr, Drohnenabwehr und Munition sowie Spielräume, Verbündete zur Kofinanzierung zu drängen.
Gesamtwirtschaftlich ist das kein kostenloser Gewinn. Politökonomisch profitieren jedoch bestimmte Industrien und Regionen – und die Regierung kann dies als Jobmotor und Industriepolitik darstellen.
Hier liegt der Kern von Pikettys Argument: Er deutet die Militärpolitik als Versuch, wirtschaftliche Vorteile zu erzwingen – etwa Zugang zu Rohstoffen, lukrative Verträge oder Förderrechte – und die militärische Macht der USA finanziell nutzbar zu machen.
In einem solchen Szenario könnten sich wirtschaftliche Vorteile ergeben: Investitions- und Förderrechte für Öl und Gas, Aufträge für US-Unternehmen beim Wiederaufbau sowie beim Aufbau von Energie- und Sicherheitsinfrastruktur – und zusätzliche politische Hebel gegenüber Drittstaaten.
Piketty formuliert das so:
"Man muss ernst nehmen, was Trump sagt: Er ist bereit, mit allen Mullahs und allen Chavisten des Planeten Deals zu schließen, vorausgesetzt, dass US-Unternehmen die Hand auf die Reichtümer des Irans oder Venezuelas legen können.
Dasselbe gilt für die Bodenschätze Grönlands, der Ukraine oder Russlands. Business is business, und Trump beabsichtigt, Gewalt einzusetzen, um lukrative Geschäfte zu machen, wo immer sie sich bieten [6], die Hand am Kanonenboot, ganz nach Art der europäischen Kolonialmächte der Vergangenheit."
Das ist allerdings stark abhängig von Kriegsverlauf, von der Nachkriegsordnung, von Legitimität und Sicherheitslage – und historisch oft mit massiven Folgekosten verbunden.
Theoretisch könnten die USA in geopolitischen Krisen von Safe-Haven-Zuflüssen profitieren. Praktisch zeigen aktuelle Marktkommentare aber, dass diesmal Inflationssorgen und Risikoaufschläge eine große Rolle spielen.
Steigende Renditen sind aus Regierungssicht ein Nachteil, da sie den Schuldendienst verteuern, wie Axios.com [7] berichtet.
Ökonomisch ist die Ausgangslage klar: Ein Krieg mit Energieschock bremst das Wachstum, treibt die Inflation und setzt Finanzmärkte und Staatsfinanzen unter Druck – vor allem, wenn die Störung an der Straße von Hormus anhält. Auch deutsche Wirtschaftsmedien verweisen auf diesen Zusammenhang: Energieschocks führen meist zu Inflation und Marktturbulenzen.
Die Wirtschaftswoche [8] zitiert Analysten, die davon ausgehen, dass Trump sich mit dem Angriff auf den Iran in eine innenpolitische Falle manövriert hat. Die Führung im Iran hat als Reaktion die Straße von Hormus gesperrt, der wichtigsten Handelsroute für Öllieferungen. Der Preis für den Rohstoff stieg sprunghaft an. Auch der Gaspreis zog an, zeitweise verdoppelte er sich.
"Und das wird für Trump zum Problem", heißt es in dem Bericht.
Erstens, weil US-Verbraucher dann mehr für Öl und Co. zahlen müssen. Zweitens, weil der selbsternannte Friedenspräsident mit dem Irankrieg bei seiner eigenen Anhängerschaft in die Kritik gerät. Beides dürfte wenig förderlich für die im November anstehenden Kongresswahlen sein.
Und drittens, weil der Ölpreisanstieg die Inflation wieder anziehen lassen könnte.
Die Straße von Hormus ist ein kritischer globaler Energieengpass. Etwa 20 Prozent aller weltweiten Öl- und Erdgaslieferungen fließen durch sie, mit wenigen alternativen Routen zum Markt, wie der Council on Foreign Relations [9] berichtet.
Mehr als 80 Prozent des Öls und verflüssigten Erdgases (LNG), das 2024 durch die Straße von Hormus verschifft wurde, ging an asiatische Märkte. Der Großteil der Mengen für beide Brennstoffe ging an nur vier Länder: China, Indien, Südkorea und Japan. Mehrere andere asiatische Volkswirtschaften, darunter Pakistan, Taiwan und Vietnam, sind ebenfalls stark auf diese Lieferungen angewiesen und würden von einer längeren Unterbrechung der Handelsströme hart getroffen.
Zwar räumt Piketty ein, dass Gewalt gegen ein Regime, das Demonstranten massakriert und seine Bevölkerung unterdrückt, unter Umständen gerechtfertigt sein könne.
Aber nur unter einer Bedingung: Man müsse zunächst breite Koalitionen bilden und einen politischen Plan für den Übergang entwickeln – "ein Entwicklungsmodell sowie eine demokratische Methode für einen Übergangsprozess, im Iran und anderswo".
Gerade daran mangele es jedoch häufig. Interventionen wie im Irak oder in Libyen haben gezeigt, wie riskant militärische Aktionen ohne politische Perspektive sind.
Pikettys These, militärische Eskalation könne als Reparaturbetrieb der US-Ökonomie dienen, ist provokant. Die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs – steigende Energiepreise, Inflationsrisiken und Marktturbulenzen – sprechen zunächst dagegen.
Langfristig könnten jedoch einzelne Sektoren profitieren, etwa Energieproduzenten oder die Rüstungsindustrie. Ob diese Gewinne die gesamtwirtschaftlichen Kosten aufwiegen, bleibt offen.
Piketty selbst ist skeptisch: Eine brutale und nationalistische Strategie dieser Art, schreibt er, sei letztlich zum Scheitern verurteilt.
Zumal es einen Elefanten im Raum gebe:
"Jeder weiß sehr wohl, dass die Frage der globalen Schäden das 21. Jahrhundert dominieren wird und dass sich die USA früher oder später ihren historischen Verantwortlichkeiten sowie den Forderungen nach wirtschaftlicher Gerechtigkeit und Klimareparationen aus dem globalen Süden stellen müssen.“
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11203212
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.chbeck.de/piketty-kapital-21-jahrhundert/product/13923624
[2] https://www.lemonde.fr/la-chronique-de-thomas-piketty/article/2026/03/07/thomas-piketty-face-a-la-derive-guerriere-de-trump-l-europe-doit-se-donner-les-moyens-de-peser-sur-le-monde_6669844_6649149.html
[3] https://www.axios.com/2026/03/01/trump-us-sinks-9-iran-warships-strait-of-hormuz
[4] https://time.com/7383060/gas-prices-iran-war-oil/
[5] https://apnews.com/article/1a1b7c3e5fbd735aa87c43ac664501cb
[6] https://www.lemonde.fr/idees/article/2026/01/15/arnaud-orain-economiste-le-neocolonialisme-des-etats-unis-est-un-aveu-de-faiblesse_6662361_3232.html
[7] https://www.axios.com/2026/03/06/iran-bonds-inflation-treasuries?
[8] https://www.wiwo.de/finanzen/boerse/donald-trump-vs.-die-maerkte-warum-im-iran-krieg-alles-anders-ist/100205767.html
[9] https://www.cfr.org/articles/strait-jacket-global-energy-flows-the-war-with-iran
[10] https://www.lemonde.fr/la-chronique-de-thomas-piketty/article/2026/03/07/thomas-piketty-face-a-la-derive-guerriere-de-trump-l-europe-doit-se-donner-les-moyens-de-peser-sur-le-monde_6669844_6649149.html
Copyright © 2026 Heise Medien
Ein Youtuber lässt seine Anhänger per App über sein Stimmverhalten im Parlament entscheiden – doch Datenschützer schlagen Alarm.
In Zypern hat der Politik-Influenzer und Europaparlamentarier Fidias Panayiotou seine Partei, Amesi Dimokratia Kyprou [1] (Direkte Demokratie Zypern), gegründet. Mit ihr möchte er an den kommenden Parlamentswahlen am 24. Mai teilnehmen. In Umfragen aktuell auf dem sechsten Platz von 29 Parteien liegend, hat das Demokratieexperiment gute Aussichten auf einen Parlamentseinzug.
Es gibt jedoch Ärger mit der Datenschutzbehörde und dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung [2]. Im Fokus steht eine umstrittene App für iOS- und Android-Mobiltelefone.
Die gesamte Organisation der Partei, die Interaktion mit den Mitgliedern und Freunden und auch die Vorwahlen für die Kandidatenlisten für die Parlamentswahlen laufen über die App Agorà. Damit sollen die Anhänger der Partei vom 5. bis zum 7. März die Kandidaten für die Parlamentswahlen bestimmen und darüber hinaus das Abstimmungsverhalten der Parlamentarier beeinflussen.
Schon seit knapp zehn Monaten lässt der vor allem unter seinen Vornamen firmierende Fidias seine Fans mit der App darüber abstimmen, wie er sich bei den Voten im EU-Parlament verhalten soll. Die Datenschutzerklärung [3] zur App befindet sich auf der Internetpräsenz der Partei.
Die App steht sowohl bei Google Play als auch im App Store von Apple [4] zum Download bereit. Den Download-Plattformen zufolge werden die dort angebotenen Apps auf ihre Datensicherheit [5] und auf eventuelle Schadsoftware.
Doch es sind nicht die künftig noch schärferen Bestimmungen von Google [6], die Panayiotous Unterfangen erschweren. Auch von Seiten der europäischer Datenschützer des EU-Parlaments gab es gemäß den Worten seines Anwalts Yiannos Georgiades bis aus einige Rückfragen datenschutzrechtlich keine Mängelrüge.
Panayiotou und seine Anwälte wurden am 20. Februar von der zypriotischen Behörde für Datenschutz darüber informiert, dass sie die App umgehend aus den App-Stores entfernen müssen und dass sie vor einer weiteren Benutzung von den Datenschützern überprüft werden muss. Zunächst blieb unklar, was genau bemängelt wurde.
Ein Umstand der Fidias und seinen Parteigängern zu Recht ermöglichte, sich als Opfer einer staatlichen Kampagne zu präsentieren. Später meldete sich die Datenschutzbeauftragte Maria Christofidou zu Wort und mahnte an, dass gemäß Artikel 35 DSGVO [7] eine Datenschutz-Folgeabschätzung erforderlich sei. Dieses sei umso wichtiger, als dass mit der App politische Bekenntnisse der Nutzer verarbeitet würden.
Angesichts dieser Feststellung stellt die Seite von Fidias die Frage, was bei einer politischen Partei, denn anderes diskutiert würde als politische Bekenntnisse. So trivial wie sie auf den ersten Blick erscheint, ist die Problematik jedoch nicht. Denn bei einem Online-Voting per App könnte gezielt das Abstimmungsprofil einzelner Mitglieder erfasst und gespeichert werden.
Warum aber ließ sich die Behörde so lange Zeit, um dies zu monieren? Christofidou erläuterte, dass die Verpflichtung in den Artikeln 35 und 36 der DSGVO ausdrücklich vorgesehen sei.
Diese Artikel schreiben eine vorherige Bewertung vor, wenn ein Verarbeitungsvorgang – insbesondere unter Verwendung neuer Technologien – voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen bergen würde. "Die Durchführung einer Folgenabschätzung vor der Verarbeitung ist eine Pflicht des Verantwortlichen", betonte sie.
Womit sich die Frage stellt, warum man die App überhaupt in Betrieb nehmen konnte. Die zypriotische Datenschutzbehörde kann maximal Bußgelder gegen die Partei verhängen. Sie hat keine Exekutivbefugnis um die Verbreitung und Nutzung der App sofort zu unterbinden.
Zumindest in einem Punkt könnte die in Gründung befindliche Partei mit einem bereits angekündigten Schritt selbst für Aufklärung sorgen. Man möchte, heißt es, den kompletten Code und die Algorithmen von Agorà öffentlich zugänglich machen – aber erst nach der Wahl der Parlamentskandidaten. Vorher, so Fidias, könnte die Kenntnis der Algorithmen zur Wahlbeeinflussung genutzt werden.
Der Fall "Direkte Demokratie Zypern" ist für zahlreiche grundsätzliche Abwägungen darüber, wie Online-Abstimmungen datenschutzrechtlich sauber organsiert werden müssen interessant. Schließlich finden auch in kleinerem Maßstab Abstimmungen und Umfragen in den sozialen Medien statt.
So werden Umfragen bei LinkedIn die Nutzer darüber informiert, dass die Fragesteller Einblicke in ihr Abstimmungsverhalten haben. Gibt es dazu die von den zypriotischen Datenschützern angemahnten Folgeabschätzungen für politische Fragen?
Leider treten die Datenschutzfragen nun hinter die politischen Interessen zurück. Fidias selbst ist bereits dabei, die Affäre als Beleg dafür nutzen, dass er und seine Partei gegen alle anderen, gegen die etablierten Parteien kämpfen muss.
Schließlich gilt er als "Elon Musks Mann im Europaparlament [8]" und opponiert offen gegen die Hilfen für die Ukraine und gegen die komplette EU-Kommission unter Ursula von der Leyen. Fidias leistete sich herablassende Beschimpfungen von Teilnehmern der Paralympischen Spiele [9].
Die noch offenen und von OLAF zur überprüfenden Vorwürfe des Finanzmittelmissbrauchs [10] verblassen angesichts des neuen Narrativ der von den etablierten Partei gezielt auf die Partei angesetzten Datenschützer.
Zu den Vorwürfen gehört unter anderen auch, dass die Agorà App zumindest teilweise mit EU-Parlamentsmitteln finanziert worden sei. Fidias verwies darauf, dass die App auch sein Abstimmungsverhalten im EU-Parlament gesteuert habe, und somit korrekt bezuschusst wurde.
Dass auf den Kandidatenlisten der Direkten Demokratie Zypern nun auch frühere Kandidaten der rechtsextremen Elam [11] auftauchen, interessiert nun kaum noch jemanden. Wäre das datenschutzrechtliche Thema früher abgehandelt worden, könnte man jetzt darüber diskutieren, ob es nicht entgegen der Aussage Fidias' bereits früher Versuche von Parteien gab, die direkte Demokratie in die Parlamente zu bringen.
Der zypriotische Faktenchecker und investigative Journalist Andreas Cosmas belegte eindeutig [12], dass Fidias hinsichtlich seiner angeblich exklusiven Innovationen flunkert.
So jedoch wird die Causa "Agorà" zu einem weiteren Lehrbeispiel, wie negative Nachrichten mit geschickter PR zum Vorteil genutzt werden können. Und PR, das kann der Youtuber Fidias, der sich als Einzelkandidat an etablierten Parteien vorbei bei den Europawahlen 2024 seinen Parlamentssitz holte.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11197365
Links in diesem Artikel:
[1] https://in-cyprus.philenews.com/local/fidias-panayiotou-launches-direct-democracy/
[2] https://anti-fraud.ec.europa.eu/index_de
[3] https://directdemocracy.online/terms-conditions
[4] https://support.apple.com/en-au/guide/security/secb8f887a15/web
[5] https://developers.google.com/android/play-protect?hl=de%20gepr%C3%BCft
[6] https://www.heise.de/news/Android-Googles-Registrierungspflicht-fuer-App-Entwickler-stoesst-auf-Widerstand-11189361.html
[7] https://dsgvo-gesetz.de/art-35-dsgvo/
[8] https://www.politico.eu/article/elon-musk-man-european-parliament-fidias-panayiotou/
[9] https://www.politico.eu/article/influencer-mep-fidias-panayiotou-slur-paralympians/
[10] https://eualive.net/cyprus-mep-fidias-panayiotou-under-eppo-investigation-for-alleged-misuse-of-eu-funds/
[11] https://www.philenews.com/politiki/paraskinio/article/1683476/apo-to-elam-ipopsifii-me-tin-amesi-dimokratia/
[12] https://ciren.cy/fact-check/fidias-direct-democracy-experiment-a-new-idea-or-tried-and-tested/
Copyright © 2026 Heise Medien
Grafik – zusammengesetztes Bild: shutterstock.com
Forscher lassen KI-Modelle eine nukleare Krise durchspielen – und stoßen auf eine beunruhigende Logik der Eskalation bis zum Atomschlag.
"Die Vorteile für die Lebensqualität, die sich aus dem schnelleren wissenschaftlichen Fortschritt und der gesteigerten Produktivität durch KI ergeben, werden enorm sein; die Zukunft kann weitaus besser sein als die Gegenwart.
Der wissenschaftliche Fortschritt ist der größte Motor für den Gesamtfortschritt; es ist unglaublich spannend, darüber nachzudenken, wie viel mehr wir erreichen könnten."
So mutmaßte OpenAI-Chef Sam Altman [1] im letzten Sommer. Sein Optimismus war grenzenlos:
"Die Geschwindigkeit, mit der neue Wunder vollbracht werden, wird immens sein."
Etwas weniger optimistisch stimmen die Ergebnisse einer aktuellen Studie [2]: Die getesteten KI-Modelle würden im militärischen Konfliktfall fast immer maximal eskalieren und auch vor einem Atomschlag nicht zurückschrecken.
In der Studie von Kenneth Payne vom King’s College, London, spielten drei KI-Modelle (GPT-5.2, Claude Sonnet 4 und Gemini 3 Flash) in kontrollierten Simulationen jeweils beide Seiten eines Wargames zur Eskalation einer nuklearen Krise. Payne [3] schreibt:
"Wir stellen (...) fest, dass das nukleare Tabu für unsere Modelle kein Hindernis für eine nukleare Eskalation darstellt, dass strategische Nuklearangriffe zwar selten, aber dennoch vorkommen, dass Drohungen häufiger eine Gegeneskalation als eine Einhaltung der Regeln provozieren, dass eine hohe gegenseitige Glaubwürdigkeit Konflikte eher beschleunigt als verhindert hat und dass kein Modell jemals eine Einigung oder einen Rückzug gewählt hat, selbst unter akutem Druck, sondern nur eine Verringerung der Gewalt."
Die strategischen Überlegungen der KI-Modelle erinnern bedenklich an die Strategien des Pentagon im Kalten Krieg, die Frank Schirrmacher in seinem letzten Buch "Ego [4]" eindrücklich dargestellt hat:
"Im Kalten Krieg wurde die Formel geboren, dass jeder eigennützig handelt und den anderen reinlegen will. Wer das akzeptierte, handelte vernünftig. Die Formel funktionierte, weil sich damals zwei Weltmächte gegenüberstanden, die beide die Atombombe hatten und die beide einander völlig vernichten konnten."
Das Turnier generierte in 21 Simulationen mit 329 Spielrunden etwa 780.000 Wörter strategischer Überlegungen der KI-Modelle. Alle drei Modelle "versuchen aktiv zu täuschen, indem sie friedliche Absichten signalisieren, während sie aggressive Maßnahmen vorbereiten".
Es finden sich auch vielsagende Berechnungen der KI-Modelle in der Studie, wie z. B.: "Staat Beta könnte unser Signal als Schwäche interpretieren, die wir ausnutzen können" und:
"Ihr Muster unpassender Signale deutet entweder auf bewusste Täuschung oder schlechte Impulskontrolle hin – wir sollten von Ersterem ausgehen."
Die Studie unterscheidet vier Level der Eskalation:
Drohungen mit einem Atomschlag wurden fast grundsätzlich gemacht. Taktische Atomwaffen konkret setzte Claude fast immer ein (86 Prozent), etwas seltener Gemini (79 Prozent) und GPT in knapp zwei Drittel der Fälle.
Strategische Atomdrohungen sprach Claude in 64 Prozent der Simulationen ause, Gemini (29 Prozent) und GPT (36 Prozent). Auf den roten Knopf drückte Claude nie, jedoch Gemini (sieben Prozent) und GPT sogar in 14 Prozent der Fälle.
Auch in den moralischen Grenzen unterscheiden sich die Modelle. GPT, das sich auch in mehr als jedem achtem Fall für einen Atomschlag entschied, wollte damit jedoch ausdrücklich nur militärische Ziele angreifen. Gemini drohte hingegen explizit auch die zivilen Bevölkerungszentren mit einem Nuklearschlag zu vernichten:
"Wenn Staat Alpha nicht unverzüglich alle Operationen einstellt, werden wir einen vollständigen strategischen Nuklearschlag gegen die Bevölkerungszentren von Alpha durchführen. Wir werden keine Zukunft der Obsoleszenz akzeptieren; entweder wir gewinnen gemeinsam oder wir gehen gemeinsam unter."
Die aktuelle Studie bestätigt frühere Untersuchungen. Wie Telepolis berichtete [5], simulierte eine Studie [6] des Georgia Institute of Technology und der Stanford University im Jahr 2024 eine Kriegssituation.
Auch hier entschieden sich alle getesteten Modelle für die Eskalation, einschließlich der Tendenz zu nuklearen Rüstungswettläufen. In seltenen Fällen wurde auch hier der rote Knopf gedrückt.
Die an dieser Studie beteiligte Jacquelyn Schneider, Direktorin der Hoover Wargaming and Crisis Simulation Initiative veröffentlichte daraufhin in Foreign Affairs [7] einen Artikel mit dem vielsagenden Titel: "Warum das Militär der KI nicht vertrauen kann".
Offensichtlich war Diplomatie und Deeskalation auch schon vor zwei Jahren nicht Teil der DNA der unterschiedlichen KI-Modelle.
Der flächendeckende Einsatz von KI im Militär hat auch grundsätzliche Folgen für das Gleichgewicht der atomaren Abschreckung. Colin Kahl [8], Direktor des Freeman Spogli Instituts an der Stanford Universität und ehemaliger stellvertretender US-Verteidigungsminister, warnt:
"Es gibt einige Anzeichen, dass KI das Gleichgewicht des Schreckens aus dem Lot bringen könnte."
Das Fundament der nuklearen Abschreckung war, dass jede Seite überzeugt war, der Start eines Atomkriegs würde einem Selbstmord gleichkommen. Fällt dieses Fundament weg, wie in den Kriegssimulationen mit der KI, fehlt die Basis für das fragile Gleichgewicht.
Ein weiteres zentrales Problem: Durch den Einsatz der KI verkürzt sich das Zeitfenster für militärische Entscheidungen dramatisch, was selbstverständlich die Gefahr einer Fehleinschätzung erhöht.
Der 26-jährige russische Oberstleutnant Stanislaw Petrow hatte im Herbst 1983 noch deutlich mehr Zeit, um seine Entscheidung zu finden, der die Menschheit ihr Überleben verdankt [9]. Lebenswichtige Zeit, die heute vielleicht fehlt.
Mehrere Simulationen haben die existentielle Gefahr demonstriert, die mit dem Einsatz von KI im militärischen Konfliktfall einhergeht (und auf die Probe auf Exempel in der Wirklichkeit sollte man vermutlich vorsichtshalber verzichten).
Tristan Harris [10], ehemaliger Mitarbeiter bei Google und wichtiger Kritiker der Gestaltung sozialer Medien, fordert ein internationales Abkommen, das an den Atomwaffensperrvertrag aus dem Jahr 1968 angelehnt ist.
Eigentlich sollte diese Forderung keiner weiteren Argumente bedürfen. Inwiefern dies aber in einer Zeit zerbrechender internationaler Kooperation möglich sein kann, steht leider auf einem anderen Blatt. Die KI erscheint vor allem als Spielfeld für den Kampf um Dominanz, Herrschaft und massive Wirtschaftsinteressen.
Wer einzig den Tritt auf Gaspedal kennt, hat kein Auge für die Gefahren der Straße. Entsprechend lautet die aktuelle KI-Strategie der US-Regierung [11]:
"Um die globale Führerschaft in der künstlichen Intelligenz zu behalten, muss die amerikanische Privatwirtschaft von bürokratischen Hindernissen befreit werden."
Die Spiegel-Journalisten Simon Book, René Pfister und Marcel Rosenbach [12] schließen ihren Artikel:
"Die gute Nachricht lautet, dass es der Menschheit nach der Erfindung der Atombombe im Jahr 1945 gelungen ist, die Verbreitung der tödlichen Waffe durch Verträge nahezu zu stoppen. Die Schlechte: Es hat 20 Jahre und den Abgrund der Kubakrise benötigt, bis die Supermächte erste Regelungen auf den Weg brachten. Die Frage ist, ob die Menschheit noch einmal so viel Zeit hat, eine lebensgefährliche Technologie in den Griff zu bekommen."
Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmen Anthropic, d [13]as wochenlang vom Pentagon unter Druck gesetzt worden war, um die KI für Massenüberwachung und autonome Waffen nutzen zu können, warnte in seinem aktuellen Essay [14]:
"Die Menschheit muss aufwachen."
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11203134
Links in diesem Artikel:
[1] https://blog.samaltman.com/the-gentle-singularity
[2] https://arxiv.org/abs/2602.14740
[3] https://arxiv.org/abs/2602.14740
[4] https://www.sueddeutsche.de/kultur/frank-schirrmachers-ego-das-spiel-des-lebens-vom-sieg-eines-inhumanen-modells-1.1601727
[5] https://www.telepolis.de/article/KI-wuerde-im-Krieg-rasch-Atomwaffen-einsetzen-9624831.html
[6] https://arxiv.org/abs/2401.03408
[7] https://www.foreignaffairs.com/united-states/why-military-cant-trust-ai
[8] https://www.spiegel.de/ausland/kuenstliche-intelligenz-regulierung-dringend-noetig-um-toedliche-risiken-zu-vermeiden-a-c0a9b62d-5872-40ef-a503-8d3213d21aac
[9] https://www.telepolis.de/article/Der-einsame-Tod-des-Mannes-der-die-Welt-gerettet-hat-7096489.html
[10] https://www.youtube.com/watch?v=6kPHnl-RsVI
[11] https://www.spiegel.de/ausland/kuenstliche-intelligenz-regulierung-dringend-noetig-um-toedliche-risiken-zu-vermeiden-a-c0a9b62d-5872-40ef-a503-8d3213d21aac
[12] https://www.spiegel.de/ausland/kuenstliche-intelligenz-regulierung-dringend-noetig-um-toedliche-risiken-zu-vermeiden-a-c0a9b62d-5872-40ef-a503-8d3213d21aac
[13] https://www.anthropic.com/news/statement-department-of-war
[14] https://www.darioamodei.com/essay/the-adolescence-of-technology
Copyright © 2026 Heise Medien
Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden
(Bild: Inez Salamanca / 123rf.com)
Am 17. März zeigt die inside Agile Impact 2026, wie Organisationen Wirkung entfalten und Strukturen zukunftsfähig gestalten können.
Am 17. März 2026 findet mit der inside Agile Impact 2026 die diesjährige Online-Konferenz rund um wirksame und zukunftsfähige Organisationsgestaltung statt. Unter dem Motto „Organizing for Impact“ laden iX und dpunkt.verlag gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern Jensen & Komplizen und Stuart Fish Agile Coaching dazu ein, Organisationen bewusst zu gestalten – mit Klarheit, Fokus und einem systemischen Blick auf Strukturen, Zusammenarbeit und Führung.
Die Impact 2026 richtet sich an Menschen, die Verantwortung für Teams, Strukturen oder Veränderungsprozesse tragen – und die nicht nur Prozesse optimieren, sondern gezielt Wirkung erzielen möchten. Im Zentrum stehen Impulse aus Praxis und Forschung, die Orientierung geben und konkrete Handlungsoptionen eröffnen.
Das Programm [1] entstand in enger Zusammenarbeit mit Corina und Björn Jensen [2] von Jensen & Komplizen sowie Agile Coach Stuart Fish [3]. Martin Ströbele beleuchtet in seinem Vortrag „Die KI-gestützte Organisation: Wenn Technologie Teil des Systems wird“, wie Künstliche Intelligenz Strukturen, Entscheidungswege und Wertschöpfung verändert. Holger Koschek zeigt, wie wirkungsvolles Organisationsdesign Stabilität und Anpassungsfähigkeit vereint – und warum Komplexität nicht vereinfacht, sondern gestaltet werden muss.
Corina und Björn Jensen plädieren für „Energy Management statt Time Management“ und stellen Ansätze vor, wie nachhaltige Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag gelingen kann. Dominik Maximini widmet sich dem sensiblen Thema „Entlassung, Kündigung, Insolvenz: Trennung partnerschaftlich gestalten“ und beleuchtet, wie Organisationen auch in schwierigen Situationen verantwortungsvoll handeln können. Stefan Roock greift aktuelle Fragestellungen moderner Organisationsentwicklung auf und setzt Impulse für zukunftsfähige Strukturen. Den Abschluss bildet eine gemeinsame Panel-Diskussion mit den Sprecherinnen und Sprechern.
Das Programm bietet strategische Orientierung zu Themen wie KI, Organisationsdesign und verantwortungsvoller Führung. Teilnehmende erhalten praxisnahe Impulse und Denkmodelle, die sie direkt in ihrer eigenen Organisation anwenden können.
Die Konferenz findet online statt. Das Ticket [4] kostet 299 Euro zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer. Wer am 17. März dabei sein möchte, sollte sich jetzt anmelden.
Über den Newsletter auf der Konferenz-Website [5] erhalten Interessierte regelmäßig Neuigkeiten rund um die Impact 2026 sowie weitere Veranstaltungen der Konferenzreihe inside agile [6].
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11200206
Links in diesem Artikel:
[1] https://impact.inside-agile.de/index.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ia_impact.ticker-3.link.link&LPID=33285#programm
[2] https://jensen-und-komplizen.de/philosophie/
[3] https://www.linkedin.com/in/stuart-fish-9055791/
[4] https://impact.inside-agile.de/tickets.php/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ia_impact.ticker-3.link.link&LPID=33285
[5] https://impact.inside-agile.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ia_impact.ticker-3.link.link&LPID=33285
[6] https://inside-agile.de/
[7] mailto:mdo@ix.de
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: heise medien)
Braucht die IT eine Frauenquote? Katrin Rabow über Sichtbarkeit, Vorurteile und mehr Chancengleichheit auf Konferenzen.
Auf IT-Konferenzen sind Frauen noch immer deutlich unterrepräsentiert – auf der Bühne ebenso wie im Publikum. Kann eine Frauenquote helfen, strukturelle Hürden und unbewusste Vorurteile abzubauen? Katrin Rabow setzt sich für mehr Diversität in der IT ein und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich der Frauenanteil in der Branche nachhaltig steigern lässt. Wir sprechen mit ihr über Quoten, Sichtbarkeit und das Leistungsprinzip in einer stark männerdominierten Branche.
Katrin Rabow [1] arbeitet als Freiberuflerin in unterschiedlichen Rollen rund um Softwareentwicklung – von Requirements Engineering bis Softwaretests – und engagiert sich für mehr Sichtbarkeit von Frauen in der IT. Auf der JavaLand-Konferenz, die vom 9. bis 11. März im Europapark Rust stattfindet, hält sie den Vortrag „Bühne frei für alle – warum wir eine Frauenquote auf IT-Konferenzen brauchen [2]“.
Ist die Frauenquote für dich ein dauerhaftes Instrument oder eine Übergangslösung? Woran würdest du erkennen, dass sie nicht mehr notwendig ist?
Ich wünsche mir, dass Geschlechterquoten bald der Vergangenheit angehören. Aktuell können sie aber eine sehr positive Wirkung entfalten, weil sie die oft unbewussten Vorurteile gegen Frauen in technischen Berufen reduzieren. Wir schaffen nicht nur mehr Chancen für Frauen, sondern auch die Nachfrage nach Frauen steigt durch eine Quote. Das und die Sichtbarkeit sogenannter Role Models führt zu einer höheren Motivation bei anderen Frauen und jungen Mädchen, überhaupt erst in unsere Branche einzusteigen. Wenn ich das erste Mal auf einer Tech-Konferenz an der Frauentoilette anstehen muss, weiß ich, dass wir keine Quote mehr brauchen.
Wie lässt sich messen, ob Frauen auf einer IT-Konferenz gehört werden – und nicht nur der Quote wegen anwesend sind?
Ein starkes Gegenindiz sind sogenannte „Manels“. Das sind Panels, zu denen entweder gar nicht erst Frauen eingeladen werden oder wo eine Alibi-Frau mit auf der Bühne sitzen darf, aber nicht in die Diskussion einbezogen wird. Dahinter steht oft, dass Frauen in traditionell männlichen Berufen als weniger kompetent wahrgenommen werden. Positiv fällt mir auf, wenn Talks von weiblichen Sprecherinnen auf Social Media verbreitet und vor allem auch zitiert werden.
Kritiker argumentieren, eine Quote untergrabe das Leistungsprinzip. Wie begegnest du diesem Vorwurf – gerade in einer stark leistungsorientierten Branche wie der IT?
In unseren Köpfen ist tatsächlich tief verwurzelt, wir müssten uns nur genügend anstrengen, dann könnten wir alles erreichen. Leider stimmt das so aber nicht, denn es gibt eine ganze Reihe von Vorurteilen, die das verhindern. So nehmen wir beispielsweise durchsetzungsstarke und analytisch denkende Frauen eher negativ wahr – obwohl das Eigenschaften sind, die wir bei Männern in der gleichen Rolle suchen. Generell werden Frauen in männlich dominierten Branchen wie der IT eher negativ bewertet. Eine Studie unter anderem von Josh Terrell von 2017 [3], die die Akzeptanz männlicher versus weiblicher Pull Requests in Open-Source-Projekten untersuchte, kam zu dem Schluss, dass Frauen auf GitHub insgesamt kompetenter sind. Ihre Pull Requests wurden häufiger akzeptiert – allerdings nur, solange ihr Geschlecht nicht erkennbar war!
Katrin, vielen Dank für die Antworten!
In der Serie „Drei Fragen und Antworten“ will die iX die heutigen Herausforderungen der IT auf den Punkt bringen – egal ob es sich um den Blick des Anwenders vor dem PC, die Sicht der Managerin oder den Alltag eines Administrators handelt. Haben Sie Anregungen aus Ihrer tagtäglichen Praxis oder der Ihrer Nutzer? Wessen Tipps zu welchem Thema würden Sie gerne kurz und knackig lesen? Dann schreiben Sie uns gerne [4] oder hinterlassen Sie einen Kommentar im Forum.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11199796
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.linkedin.com/in/katrinrabow
[2] https://meine.doag.org/events/javaland/2026/agenda/#agendaId.6835
[3] https://peerj.com/articles/cs-111/
[4] mailto:fo@ix.de
[5] mailto:mdo@ix.de
Copyright © 2026 Heise Medien
Vom Basteltisch bis in die Stratosphäre: Im zweiten Teil unserer Videoreihe bauen wir die Messgeräte für unseren Wetterballon.
Mit relativ einfacher Consumer-Technik kann man eindrucksvoll die Interaktion zwischen Weltraum und Erdatmosphäre erforschen. In einer vierteiligen Videoreihe führt Physikerin und Wissenschaftsjournalistin Anne-Dorette Ziems durch die rechtssichere Planung des Wetterballons, das Basteln eigener Messgeräte, einen nervenaufreibenden Starttag und die Auswertung der Messdaten.
Dieser Teil spielt sich vor allem am Lötkolben und am Computer ab. Wir basteln unsere Messgeräte. Erst die Hardware, dann die Software. Mit an Bord: Kameras für spektakuläre Aufnahmen, Sensoren für Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit – und als Highlight ein selbst gebauter Myonendetektor zur Messung der Höhenstrahlung.
Im ersten Teil haben wir uns durch den Behördendschungel gekämpft. Denn prinzipiell kann in Deutschland jeder einen Wetterballon starten. Es gibt aber natürlich einige Auflagen und Regeln zu beachten.
Doch was passiert, wenn der Ballon außer Sicht gerät? Im dritten Teil am 15. März starten wir den Wetterballon und jagen ihm hinterher. Es geht quer durchs Land – immer den empfangenen Funksignalen hinterher. Bis wir irgendwann plötzlich keine Funksignale mehr empfangen.
Zum Abschluss geht es am 22. März an die Daten: Hat die Technik durchgehalten? Wie verändern sich Temperatur, Druck und Strahlung mit der Höhe? Und was kann man aus den Messungen lernen – auch aus den Dingen, die nicht funktioniert haben?
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11200245
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ct
[2] mailto:vza@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien
Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden