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Marktanalyse: Elektroautos sind 2025 fast 2.000 Euro günstiger geworden

Von Mario Petzold
Eine Marktübersicht zeigt, dass wichtige Kipppunkte hin zu Elektromobilität erreicht sein könnten. Preisparität bei großen Autos besteht bereits.
Ein VW ID.3 in der Gläsernen Manufaktur in Dresden (Bild: AFP via Getty Images/Jens Schlüter)
Ein VW ID.3 in der Gläsernen Manufaktur in Dresden Bild: AFP via Getty Images/Jens Schlüter

Transport & Environment , die Vereinigung zahlreicher europäischer Umweltverbände, hat die Marktentwicklung von Elektroautos im Jahr 2025 analysiert. Demnach lag deren Anteil an den Verkäufen in allen EU-Staaten und Norwegen bei 19 Prozent und soll bereits 2027 bei 28 Prozent liegen. Zwar schönt die Hinzunahme von Norwegen – dessen Elektroautoanteil bei mehr als 90 Prozent liegt – die Zahlen ein wenig. Das Land macht aber nur 1,5 Prozent des Gesamtmarkts aus.

Gleichzeitig gingen die Preise für E-Autos im Jahr 2025 um 4 Prozent oder 1.800 Euro zurück, was auf die Einführung zahlreicher batteriebetriebener Kleinwagen zurückzuführen ist. Im Durchschnitt kostete ein Elektroauto allerdings 43.000 Euro, weil es sich weiterhin zumeist um große und gut ausgestattete Fahrzeuge handelte.

Kleinwagen müssen noch aufholen

Im gehobenen Segment ist laut dem Bericht mittlerweile Preisparität erreicht. Für schwere SUVs und Premiummodelle liegen die Preise für Verbrenner und batteriebetriebene Fahrzeuge gleichauf. Bei Mittelklassewagen und Kleinwagen sei erst 2030 damit zu rechnen.

Im Bereich der unteren Mittelklasse gab es dafür jedoch den stärksten absoluten Preisrückgang. Ein elektrischer Neuwagen im Bereich des VW ID.3, Kia EV3 oder Renault Megane E-Tech kostete im Durchschnitt 4.600 Euro (etwa 13 Prozent) weniger als noch im Jahr 2024.

Unterhalt wird zum entscheidenden Faktor

Zwar werde es noch ein paar Jahre dauern, bis der Preisunterschied zu Verbrennern in dem Segment ganz verschwunden sei, aber die Unterhaltskosten rückten bereits stärker in den Mittelpunkt. So könnten Elektroautos, erst recht aufgrund der zuletzt durch den Irankrieg stark gestiegenen Ölpreise, einen entscheidenden Kipppunkt überschreiten.

Weiterhin zeigt die Analyse, dass – anders als beim Verbrenner – noch erhebliches Einsparpotenzial bei batteriebetriebenen Fahrzeugen besteht. Durch Skaleneffekte und günstigere Batterien sei allein zwischen 2020 und 2024 eine Preisreduzierung um knapp 10.000 Euro zu beobachten gewesen. Diese sei in dem Zeitraum durch die Umstellung auf wesentlich größere Modelle jedoch nicht zu spüren gewesen, solle ich aber mit der Einführung der zahlreichen batteriebetriebenen Klein- und Kompaktwagen ändern.

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  • 14. März 2026 um 14:14

Atoms: Uber-Gründer baut Roboter-Imperium aus Ghost-Kitchen-Ruinen

Von Andreas Donath
Travis Kalanick verwandelt sein Immobilienunternehmen in einen Robotik -Konzern. Er betrachtet es als eine zweite Chance.
Atoms-Startseite (Bild: Atoms)
Atoms-Startseite Bild: Atoms

Travis Kalanick ist zurück. Der Uber-Mitgründer, der 2017 aus dem Unternehmen gedrängt wurde, hat unter dem Namen Atoms eine neue Ausrichtung für sein Unternehmen City Storage Systems verkündet – bekannt vor allem durch den Ghost-Kitchen-Betreiber Cloudkitchens. Das Ziel: Roboter, die in Lebensmittelproduktion, Bergbau und Transport arbeiten, wie Reuters berichtet .

Acht Jahre Stealth, dann ein Livestream

Die Ankündigung erfolgte recht unspektakulär: bei einem Auftritt in der Tech-Talkshow TBPN, die am Freitag gestreamt wurde. Kalanick erklärte dort, dass City Storage Systems seit etwa acht Jahren im Verborgenen an einer neuen Richtung arbeite und heute bereits Tausende Mitarbeiter beschäftige. Das Unternehmen mit Sitz in Los Angeles firmiert nun unter Atoms.

Was soll gebaut werden? – Roboter mit festen Jobs in drei Branchen

Kalanick spricht von "gainfully employed robots" – Maschinen, die wirtschaftlichen Wert erzeugen. Er benannte drei Felder: Lebensmittelinfrastruktur, aufbauend auf der Cloudkitchens-Basis, sowie Bergbautechnik für eine produktivere Fördertechnik und drittens Transporttechnik. Konkrete Produkte, Prototypen oder Zeitpläne nannte er nicht.

Der Uber-Schatten und das große Gefühl

Kalanick war schon bei Uber von Automatisierung getrieben – Googles Waymo-Projekt betrachtete er als existenzielle Bedrohung für das Ride-Hailing-Geschäft. Nach seinem Abgang verkaufte Uber seine Selbstfahr-Sparte 2020 an Aurora Innovation.

Auf der Atoms-Webseite findet sich eine emotionale Passage über die Jahre nach Uber: "I bled, but I did not perish." Das klingt eher nach Therapie als nach Investoren-Pitch – ob es in einem Markt mit finanzstarken, etablierten Robotik-Konkurrenten reicht, wird sich an den Produkten zeigen.

Travis Kalanick verließ seinen Posten als CEO von Uber im Juni 2017 hauptsächlich aufgrund massiven Drucks von Investoren, nachdem sich über Monate hinweg Skandale und Krisen um seine Person und die Unternehmenskultur gehäuft hatten.

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  • 14. März 2026 um 13:14

USA: Amazon Prime Ultra kommt - 4K wird zur Zusatzoption

Von Andreas Donath
Amazon verschiebt in den USA ab dem 10. April 4K-Auflösung und Dolby Atmos hinter ein neues, teureres Abo. Es wird Prime Ultra heißen.
Amazon Prime Video kommt. (Bild: Patrick T. Fallon/AFP via Getty Images)
Amazon Prime Video kommt. Bild: Patrick T. Fallon/AFP via Getty Images

Wer bei Amazon Prime Video in den USA bisher fünf US-Dollar im Monat für werbefreies Streaming ausgegeben hat, bekommt demnächst weniger dafür. Ab dem 10. April 2026 führt Amazon eine neue Abostufe namens Prime Video Ultra ein, die monatlich sieben US-Dollar kostet. Wer nicht zahlt, verliert den Zugang zu 4K-Inhalten.

Was ändert sich? – Das neue Stufenmodell im Überblick

Prime Video Ultra bietet bis zu fünf gleichzeitige Streams statt bisher drei, erlaubt 100 Downloads statt 25 und schließt Dolby Atmos ein. Das günstigere, werbefreie Angebot bleibt erhalten, unterstützt künftig vier Streams und 50 Downloads – 4K gibt es dort jedoch nicht mehr. Wer also weiter in voller Auflösung streamen will, muss das Ultra-Paket buchen. Zusammen mit der regulären Prime-Mitgliedschaft für 15 US-Dollar im Monat zahlen Nutzer dann 20 US-Dollar monatlich.

Wie kam es dazu? – Eine schrittweise Verteuerung

Amazon führte in den USA im Januar 2024 Werbung für alle Prime-Video-Nutzer ein und verlangte drei US-Dollar Aufpreis für ein werbefreies Erlebnis. Seitdem stieg die Werbelast auf der Plattform. Das Muster ist von vielen anderen Abodiensten bekannt: Erst gibt es einen einfachen, manchmal sogar kostenfreien Zugang, dann schrittweise eine Aufteilung in kostenpflichtige Stufen.

Was bedeutet das? – Nutzer müssen sich neu entscheiden

Wer 4K-Inhalte bisher als selbstverständlich betrachtete, muss bis zum 10. April 2026 entscheiden, ob der Aufpreis es wert ist. Wer nichts unternimmt, schaut künftig in niedrigerer Auflösung. Der Fall zeigt, wie Streamingdienste die Schmerzgrenze ihrer Nutzer systematisch austesten – eine Stufe nach der anderen.

Ob in Deutschland das Ultra-Modell ebenfalls eingeführt wird, ist bislang nicht bekannt.

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  • 14. März 2026 um 12:30

Störungsmeldung vom 12.03.2026 07:29

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone DSL

Details

Beginn
12.03.2026 07:29
Region
Berlin (030)
Provider
Vodafone DSL
Zugangsart
Modem

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  • 12. März 2026 um 07:29

iPhone Fold Leak: Apple spart sich wohl iPad‑Multitasking

Von Heise
iPadOS 26 mit Fenstermodus

Dem iPad traut Apple inzwischen Fenster zu – auf dem iPhone Fold will der Hersteller angeblich darauf verzichten.

(Bild: heise medien)

Aufgeklappt ähnelt das faltbare iPhone wohl einem Mini-Tablet. Ein richtiges Fenstersystem soll es einem Bericht zufolge aber nicht erhalten.

Apples Software-Pläne für das erste klappbare iPhone zeichnen sich langsam ab. Einem Bericht zufolge läuft auf dem „iPhone Fold“ das Betriebssystem iOS in klassischer Form und nicht etwa die abgespaltete Tablet-Variante iPadOS. Die Multitasking-Funktionen sollen entsprechend begrenzt bleiben, flexible Workflows mit mehreren frei platzierbaren Fenstern – wie sie iPadOS 26 [1] unterstützt – seien nicht vorgesehen, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Demnach soll es lediglich möglich sein, zwei Apps gleichzeitig nebeneinander auf dem iPhone Fold anzuzeigen.

iPhone-Apps mit Seitenleiste

Der Hersteller passe derzeit seine Standard-iOS-Apps für den breiteren, aufgeklappten Bildschirm an. Diese erhalten demnach zum Beispiel eine Seitenleiste, wie man sie aus iPad-Apps kennt. Auch Entwickler müssen ihre iPhone-Apps wohl entsprechend für das Foldable anpassen. Bestehende iPad-Apps „laufen nicht ohne Weiteres“ auf der für Apple neuen Geräteklasse, merkt Bloomberg an [2]. Eine erweiterte Darstellung von iPhone-Apps gibt es auf (großen) iPhones bereits: Im Querformat schaltet Apple Mail beispielsweise auf ein zweispaltiges Layout um und erlaubt zusätzlich, die Seitenleiste einzublenden.

Sollte der Bericht zutreffen, könnte Apple denselben Fehler wie lange beim iPad machen: Statt den eigenen Nutzern die Handhabung eines Fenstersystems zuzutrauen und die flexible Nutzung mehrerer App-Fenster zu erlauben, werden Funktionen künstlich beschnitten. Dass das Mehrfenstersystem von iPadOS 26 eigentlich problemlos auf iPhones läuft, liegt auf der Hand und wurde von Bastlern bereits demonstriert: Durch Modifikation von Systemdateien ließ sich das Tablet-Betriebssystem auch auf iPhones freischalten [3]. Dazu gehört obendrein eine Unterstützung externer Monitore in einer erweiterten und nicht nur gespiegelten Darstellung. Einen solchen sinnvollen Desktop-Modus versagt Apple dem iPhone bislang.

Aufgeklapptes iPhone Fold ähnelt dem iPad mini

Das iPhone Fold stellt Apple voraussichtlich im September parallel zum iPhone 18 Pro vor. Preislich könnte es sich etwas über den faltbaren Konkurrenten ab rund 2.000 US-Dollar einsortieren. Im Unterschied zu den jüngsten Foldables von Samsung und Google setzt Apple angeblich auf ein derzeit eher ungewöhnliches gestauchtes Reisepass-Format: Das Außendisplay fällt Berichten zufolge mit einer Diagonale von nur 5,5 Zoll relativ klein aus. Aufgeklappt bietet es angeblich einen 7,8“-Bildschirm mit einem Seitenverhältnis von 4:3 und würde damit dem iPad mini ähneln. Die Gesichtserkennung Face ID konnte Apple nach Informationen von Bloomberg bislang nicht in das iPhone Fold integrieren – stattdessen werde es wohl wieder auf den Fingerabdruckscanner Touch ID in der Standby-Taste setzen – ähnlich wie bei den günstigeren iPads.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11210948

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/iPadOS-26-So-nutzen-Sie-das-neue-Fenstersystem-auf-Apple-Tablet-10646557.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-11/apple-s-foldable-iphone-to-feature-ipad-like-interface-when-opened
[3] https://www.heise.de/news/iOS-26-Hack-erlaubt-iPadOS-Fenster-auf-dem-iPhone-Apple-duerfte-schnell-patchen-11084573.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] mailto:lbe@heise.de

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  • 13. März 2026 um 17:44

Vite 8.0: Rust-basierter Bundler Rolldown ist der neue Standard

Von Heise
Verzerrtes Bild einer Monorail-Strecke

(Bild: Grisha Bruev / Shutterstock.com)

An die Stelle von esbuild und Rollup tritt der neue Bundler Rolldown. Mit Rust-Basis ermöglicht dieser deutlich schnellere Builds.

Vite 8.0 ist erschienen. Unter der Haube bringt das Frontend-Build-Tool nun Rolldown mit – einen Rust-basierten Bundler, der für eine höhere Build-Geschwindigkeit sorgt. Für die Suche nach Plug-ins steht darüber hinaus eine neue Registry bereit.

Erst kürzlich zeigte die aktuelle Umfrage State of JavaScript, dass Vite zum wiederholten Mal das beliebteste Tool unter JavaScript-Entwicklern [1] ist und bei der Nutzungshäufigkeit nur noch knapp hinter webpack liegt.

Rolldown ersetzt Rollup und esbuild

Vite startete einst mit den beiden Bundlern esbuild und Rollup. Dabei kam esbuild während der Entwicklung zum Einsatz, Rollup für optimierte Produktions-Builds. Mit Vite 8.0 erfolgt nun der Wechsel zu Rolldown als einheitlichem Bundler, der die beiden Vorgänger ablöst. Hierbei soll es sich um die bedeutendste Änderung seit Vite 2.0 handeln.

Rolldown stammt ebenso wie Vite aus dem Hause VoidZero. Der Bundler besitzt eine Rollup-kompatible API, basiert auf der Programmiersprache Rust und soll 10- bis 30-mal schnellere Builds ermöglichen. Beispielsweise seien die Produktions-Build-Zeiten [4] während der Beta-Phase von rolldown-vite bei Mercedes-Benz.io um 38 Prozent gesunken, bei der Newsletter-Plattform Beehiiv sogar um 64 Prozent.

Eine weitere Neuerung ist die Website registry.vite.dev [5], ein durchsuchbares Verzeichnis von Plug-ins für Vite, Rolldown und Rollup. Als Datenquelle dienen npm und die von Plug-in-Autoren hinterlegten Metadaten. Diese Daten werden täglich aktualisiert. Plug-in-Autoren können zusätzliche Metadaten hinterlegen, indem sie das Feld compatiblePackages in der JSON-Datei des Pakets hinzufügen.

Update auf das neue Release

Der Umstieg auf Vite 8.0 soll für die meisten Entwicklerinnen und Entwickler problemlos vonstattengehen. Für komplexe Projekte empfiehlt das Vite-Team jedoch eine schrittweise Migration: zuerst den Wechsel vom vite-Package zum rolldown-vite-Package in Vite 7, und erst anschließend den Wechsel zu Vite 8. Auf diese Weise lässt sich einfacher feststellen, ob mögliche Schwierigkeiten vom neuen Bundler herrühren. Weitere Hinweise finden Entwickler in der Migrationsanleitung [6].

Wie das Vite-Team einräumt, ist die Installationsgröße von Vite 8 etwa 15 MB größer als Vite 7. Das liegt hauptsächlich daran, dass lightningcss nun keine optionale Dependency mehr ist und dass die Rolldown-Binärdatei größer ist als esbuild und Rollup. Eine Verringerung der Installationsgröße steht jedoch auf dem Plan.

Alle weiteren Details zu Vite 8.0 finden sich im Vite-Blog [7] und im Changelog [8].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11210341

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/JavaScript-webpack-ist-unbeliebt-doch-wird-am-haeufigsten-genutzt-11170979.html
[2] https://enterjs.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
[3] https://enterjs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
[4] https://vite.dev/blog/announcing-vite8#real-world-performance
[5] https://registry.vite.dev/
[6] https://vite.dev/guide/migration
[7] https://vite.dev/blog/announcing-vite8
[8] https://github.com/vitejs/vite/blob/main/packages/vite/CHANGELOG.md
[9] mailto:mai@heise.de

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  • 13. März 2026 um 14:39

AWS European Sovereign Cloud erhält erste Compliance-Zertifizierungen

Von Heise
AWS-Logo mit Schildern und Wolken, blauer Hintergrund

(Bild: heise medien)

Die AWS European Sovereign Cloud hat SOC-2- und C5-Berichte sowie sieben ISO-Zertifizierungen erhalten. Die Nachweise decken 69 Services ab.

Die seit Januar 2026 verfügbare AWS European Sovereign Cloud [1] hat einen ersten Compliance-Meilenstein erreicht. Amazon Web Services (AWS) hat für die von regulären AWS-Regionen physisch und logisch getrennte Cloud-Plattform SOC-2- und C5-Type-1-Testat sowie sieben ISO-Zertifizierungen erlangt. Die Nachweise decken insgesamt 69 Services ab.

Wie AWS in einem Beitrag im AWS-Security-Blog [2] erläutert, umfasst der SOC-2-Type-1-Bericht die Kriterien Sicherheit, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit. Die Prüfer haben die Kontrollen zudem auf das hauseigene Sovereign Reference Framework (ESC-SRF) abgebildet, das Governance, Betrieb, Datenresidenz und Isolation abdeckt. Der C5-Type-1-Bericht attestiert die Konformität mit dem Cloud Computing Compliance Controls Catalogue des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) – geprüft wurden Basis- und Zusatzkriterien.

Sieben ISO-Zertifizierungen auf einen Schlag

Neben den Attestierungsberichten hat AWS für die European Sovereign Cloud gleichzeitig sieben ISO-Zertifizierungen erlangt: ISO 27001:2022 (Informationssicherheit), ISO 27017:2015 (Cloud-Sicherheit), ISO 27018:2019 (Datenschutz in der Cloud), ISO 27701:2019 (Privacy-Management), ISO 22301:2019 (Business Continuity), ISO 20000-1:2018 (IT-Service-Management) sowie ISO 9001:2015 (Qualitätsmanagement). Sämtliche Berichte und Zertifikate stehen Kunden über AWS Artifact zur Verfügung.

Die Zertifizierungen sind vor allem für Behörden und regulierte Branchen in Europa relevant, die Cloud-Dienste unter strikten Auflagen zu Datenresidenz und Sicherheit nutzen müssen. Der C5-Katalog des BSI gilt in Deutschland als maßgeblicher Standard für die Bewertung von Cloud-Anbietern.

Separate Infrastruktur mit EU-Personal

Die European Sovereign Cloud ist als eigene Partition (aws-eusc) mit der Region eusc-de-east-1 in Brandenburg aufgesetzt. Sie verfügt über separate IAM-Konten, eigene Abrechnungssysteme in Euro und ein dediziertes Security Operations Center, das ausschließlich mit EU-Residenten besetzt ist. Es gibt keinen regionsübergreifenden Datenverkehr zu anderen AWS-Partitionen; auch Metadaten verbleiben innerhalb der EU-Infrastruktur [3].

Ob die vollständige Abkopplung der Sovereign Cloud in der Praxis den Anforderungen des BSI standhält, ist allerdings noch nicht unabhängig geprüft [4]. Bei den jetzt vorgelegten Zertifizierungen handelt es sich um Type-1-Berichte, die das Design und die Implementierung der Kontrollen zu einem bestimmten Zeitpunkt bewerten. Die aufwendigeren Type-2-Audits, bei denen die operative Wirksamkeit über einen längeren Zeitraum nachgewiesen wird, stehen noch aus.

AWS bezeichnete die Zertifizierungen als Beleg dafür, dass sich die Firma um das Vertrauen der Kunden bemühe. Das Unternehmen hat angekündigt, das Compliance-Portfolio für die European Sovereign Cloud kontinuierlich auszubauen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11210680

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/AWS-verspricht-Souveraenitaet-mit-europaeischem-Cloudangebot-11141800.html
[2] https://aws.amazon.com/blogs/security/aws-european-sovereign-cloud-achieves-first-compliance-milestone-soc-2-and-c5-reports-plus-seven-iso-certifications/
[3] https://www.heise.de/news/Technisch-und-rechtlich-unabhaengig-So-funktioniert-Amazons-EU-Cloud-10425155.html
[4] https://www.heise.de/news/Amazons-EU-Cloud-Abgekoppelter-Betrieb-noch-nicht-vom-BSI-getestet-11143016.html
[5] https://www.heise.de/ix
[6] mailto:fo@heise.de

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  • 13. März 2026 um 15:42

Weltweiter Interpol-Schlag gegen Cybercrime: 45.000 IP-Adressen offline

Von Heise
Interpol-Logo

(Bild: Anelo/Shutterstock.com)

Bei einer großangelegten internationalen Polizeiaktion waren Phishing, Malware und Ransomware im Visier. Es kam zu zahlreichen Festnahmen.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat eine große Operation unter Beteiligung von 72 Ländern, darunter die Schweiz, Frankreich und Griechenland, durchgeführt. Deutschland war nicht beteiligt. Insgesamt 45.000 IP-Adressen und Server wurden dabei offline genommen und 94 Personen festgenommen, gegen 110 weitere laufen Ermittlungen.

Demnach lief die Operation mit dem Namen Synergia III vom 18. Juli vorigen Jahres bis 31. Januar dieses Jahres, wie Interpol jetzt mitteilte [1]. Durch gezielte Auswertung von Daten und länderübergreifende Zusammenarbeit konnten die jeweiligen Polizeibehörden vor Ort tätig werden und unter anderem Hausdurchsuchungen durchführen. Es wurden zahlreiche Server und andere Hardware beschlagnahmt.

Lovescamming, Betrugs-Websites und Kreditkartenbetrug

Explizit nennt Interpol drei Ermittlungserfolge in Bangladesh, China und Togo. So wurden in Chinas Sonderverwaltungszone Macau mehr als 33.000 Phishing- und Betrugswebsites identifiziert, welche sich als Online-Casinos oder offizielle Websites von Banken, Behörden und Zahlungsdienstleistern ausgaben. Ziel der Betrüger ist es demnach, dass Opfer über die betrügerischen Websites versuchen, Geld auf ihre Konten einzuzahlen oder ihre persönlichen Daten und Kreditkartendaten preisgeben.

In Bangladesch nahm die Polizei 40 Verdächtige fest und stellte 134 elektronische Geräte sicher. Beides stehe in Zusammenhang mit verschiedenen Betrugsformen, darunter Betrug mit Krediten, Stellenausschreibungen, Identitätsdiebstahl und Kreditkartenbetrug.

In Togo hob die Polizei einen Betrugsring in einem Wohngebiet aus und schnappte zehn Verdächtige. Einige von ihnen kümmerten sich demnach um technische Aufgaben wie den unbefugten Zugriff auf Social-Media-Konten, andere führten Social-Engineering-Betrugsmaschen wie Liebesbetrug und Sextortion durch. Auf dem afrikanischen Kontinent hatte es bereits im Februar eine großangelegte Razzia gegen Cyberkriminalität mit hunderten Festnahmen gegeben [2].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11210559

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.interpol.int/News-and-Events/News/2026/45-000-malicious-IP-addresses-taken-down-in-international-cyber-operation#
[2] https://www.heise.de/news/Red-Card-2-0-Grossangelegte-Razzia-gegen-Cybercriminalitaet-in-Afrika-11186757.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:nen@heise.de

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  • 13. März 2026 um 15:22

Fühlt sich einfach gut an: Pop!_OS ausprobiert | c't 3003

Von Heise

Pop!_OS läuft extrem flott und sieht schick aus — doch die Cosmic-Desktop-Umgebung ist nicht nur schön, sondern bringt auch frische Ideen mit.

Im c't 3003-Team ist seit einiger Zeit CachyOS das Linux der Wahl für aktuelle Rechner – bis jetzt. Denn Pop!_OS fühlt sich oft noch schneller an und bringt mit der vorinstallierten Desktop-Umgebung Cosmic schicke Optik und frische Ideen wie einen flexiblen Tiling-Window-Manager auf den Bildschirm. c't 3003 hat ausprobiert, ob Pop!_OS das Zeug zum neuen Lieblings-Linux hat.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das bin ich auf meiner ewig währenden Mission, das perfekte Betriebssystem für mich zu finden, und uuuh, ich glaube, wir haben einen ganz heißen Kandidaten am Start. Diese Linux-Distribution läuft out of the box wirklich ultra schnell, also wirklich, snappier geht’s fast gar nicht, und ist vor allem auf Gaming ausgelegt, was auch butterweich läuft. Außerdem sieht das Teil auch noch total schick aus, und ich musste wirklich so gut wie kein einziges Mal die Kommandozeile benutzen, wenn ich das nicht unbedingt wollte.

Das Ding nennt sich Pop!_OS und ist aktuell ein ganz heißes Teil auf dem Distro-Markt, und die Frage ist: Ist es das? Ist es das perfekte Betriebssystem oder müssen wir die Blase poppen lassen? In diesem Video klären wir genau diese Frage und schauen uns mal an, wie sich der Cosmic Desktop von Pop!_OS so anfühlt. Ja, so heißt die auch unabhängig von Pop!_OS gerade ziemlich gehypte Desktop-Umgebung, und ich kann jetzt schon mal sagen: In Cosmic sind Ideen verbaut, die ich so noch auf keinem anderen Desktop gesehen habe. Bleibt dran.

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei …

Also, ein neues Betriebssystem hat den Chat betreten. Naja, neu im Sinne von: Ich will was Neues ausprobieren und hab vielleicht auch mein CachyOS neulich ein bisschen kaputtgespielt. Hoppla. Also Pop!_OS gibt’s schon seit ’ner Weile, aber ich finde, man hört in letzter Zeit immer öfter, dass Leute das ausprobieren. Zum Beispiel auch Linus von den gleichnamigen Tech Tips. Das Ding wird vom US-amerikanischen Computerhersteller System76 entwickelt, die verkaufen Laptops und Desktop-Rechner, die, wer hätt’s gedacht, standardmäßig mit Pop!_OS oder Ubuntu ausgeliefert werden. Ja, aber auch wenn das von einem kommerziellen Entwickler kommt, ist Pop!_OS komplett Open Source und kostenlos.

Und Pop!_OS ist ein Ubuntu-Derivat und vor allem auf Gaming ausgelegt. Beim Download kann man jeweils eine Version für AMD-, Nvidia- oder Intel-GPUs runterladen, da sind dann jeweils die passenden Treiber schon vorinstalliert. Also in meinem Fall die ISO für Nvidia-Karten runterladen, auf einen USB-Stick packen und installieren. Falls ihr die Installation von Linux im Detail sehen wollt, hab ich euch einen Link in die Beschreibung gepackt, wo wir das schon mal erklärt hatten.

Beim ersten Start von Pop!_OS ist mir direkt erst mal aufgefallen, wie schnell das läuft und wie schick das Ganze auch noch dabei aussieht. Die Optik beziehungsweise die Bedienung ist eh für mich das größte Highlight an Pop!_OS, aber da komm ich später noch zu. Ja, also das Ding ist wirklich schnell und alles fühlt sich wirklich super snappy an. Bisher hatte ich ja immer CachyOS laufen, und das ist auch schon super schwupsig, aber wenn ich jetzt wählen müsste, dann würd ich sagen, dass sich Pop!_OS noch mal einen kleinen Schnuff knackiger anfühlt. Alleine hier die Fenster im Tiling-Modus rumzuschieben oder die Workspaces zu wechseln, fühlt sich super schnell an. Aber das ist vielleicht auch diese Euphorie, wenn man ein neues Betriebssystem ausprobiert. Also CachyOS ist auch schon sehr schnell. Und zu Gaming kommen wir gleich auch noch, das läuft nämlich auch butterweich.

Also alle normalen Programme, die ich installiert hatte, starten hier wirklich auf der Stelle. Und auch die Installation von Software geht super schnell, denn bei Pop!_OS ist der Cosmic Store vorinstalliert. Das ist ein grafischer App-Store mit Suchfunktionen, Kategorien, Bildern, Beschreibung und so weiter. Also alles, was man so braucht. Wenn ich hier etwas installiere, dauert das nur wenige Sekunden, und das Programm ist sofort ready. Hier beispielsweise Discord. Ich klicke da drauf, der installiert das in ungefähr zwei Sekunden, und ich kann es sofort starten. Schon nice.

Der Cosmic Store ist in Rust geschrieben und läuft mit wenig Speicherfußabdruck. Zum Vergleich: Die andere populäre App-Verwaltung KDE Discover hat schon deutlich mehr Funktionen, ist aber definitiv schwerfälliger. Cosmic kann aber auch wie Discover zwischen Flatpak und Systempaketen umschalten. Ganz kurz noch mal der Unterschied: Flatpaks bringen alle Abhängigkeiten selbst mit und laufen abgeschottet in einer Sandbox. Können also euer System nicht zerschießen. Systempakete sind tiefer ins Linux-System integriert, teilen sich Bibliotheken mit anderen Programmen, verbrauchen dadurch auch weniger Speicherplatz, aber können halt im schlimmsten Fall Probleme verursachen.

Apropos Systempakete. Pop!_OS basiert auf Ubuntu, und hier ist standardmäßig der Paketmanager apt installiert. Den musste ich aber für meine Programme kein einziges Mal mit der Kommandozeile benutzen. Alles, was ich installieren wollte, habe ich im Store als Flatpak gefunden. Und während Ubuntu weiterhin das viel kritisierte Snap-Paketsystem verwendet, ist bei Pop!_OS Snap nicht mal vorinstalliert. Auch ein komplettes System-Update geht über den Cosmic Store einfach unter Aktualisierungen, und da kann man alles updaten. Also das ist so ähnlich wie bei Linux Mint, da läuft ja auch fast alles über die grafische Oberfläche. Bei CachyOS, was ja auf Arch basiert, braucht man schon irgendwie häufiger mal die Kommandozeile.

Ach doch, eine Kleinigkeit habe ich dann doch per Kommandozeile installiert, und zwar Neofetch. Das ist diese Systemanzeige mit passender ASCII-Art vom Distro-Logo, die man beim Öffnen vom Terminal bekommt. Die ist standardmäßig bei Pop!_OS nicht vorinstalliert, und im Store habe ich das auch nicht gefunden. Witzigerweise wird das Pop!_OS-Logo mit 7 und 6 angezeigt, passend zum Entwickler System76. Also das hat nichts mit dem 6/7-Meme zu tun. Wirklich gar nichts. Und ja, ich weiß, Neofetch ist mittlerweile eigentlich veraltet und von Fastfetch abgelöst. Fastfetch hat bei mir aber so komische Farben beim Logo angezeigt, das hat mich genervt, und ich hatte keinen Bock, da groß rumzufummeln, deswegen habe ich jetzt einfach Neofetch verwendet. Naja, ist auch eh alles komplett unnötig, sonst lief wirklich alles einfach über den Store.

Ja, und der Store ist Teil vom Cosmic Desktop, dem Desktop Environment von Pop!_OS. Noch mal als Reminder: Ein Desktop Environment beziehungsweise eine Desktop-Umgebung ist eine Sammlung an Programmen, die die komplette Benutzeroberfläche vom Betriebssystem bilden. Also so was wie Fenstermanagement, Startmenü und so weiter. Und das ist auch das, was den kompletten Look and Feel bei der Bedienung am Ende ausmacht.

Ja, ich muss sagen, dass mir das bei Pop!_OS richtig, richtig gut gefällt. Aber ganz kurz vorher: Warum heißt das Teil eigentlich Pop!_OS? Laut System76-CEO Carl Richell steht das Pop! für die knalligen Farben, und der Unterstrich kommt vom System76-Logo, wo hier unter der 6 auch so ein Strich ist. Naja gut, der Unterstrich ist aber vielleicht auch einfach wichtig, damit die Leute das Ding nicht immer Popos aussprechen. So zumindest unsere Theorie. Das Pop zieht sich auch durch andere Produkte von System76, wie beispielsweise deren USB-Flash-Tool Popsicle.

Anyways, jetzt einmal zum Look and Feel von Pop!_OS, beziehungsweise vom Cosmic Desktop. Der Cosmic Desktop ist ein eigens von System76 entwickeltes Desktop-Environment, was hier und da Ähnlichkeiten mit Gnome hat. Und ich finde, das fühlt sich richtig frisch an. Hier zum Beispiel der Login-Screen, den finde ich richtig schick, oder? Ansonsten hat man hier oben so eine Menüleiste und hier unten ein Dock. Hier beim Dock gibt’s aber eine Kleinigkeit, die mich stört. Wenn man ein Fenster groß macht, dann ziehen sich die Kanten des Docks hier so automatisch bis an die Ränder, und smooth sieht das irgendwie nicht aus. In den Einstellungen kann man das Ding aber mit diesem Schalter hier auch dauerhaft bis an den Rand ziehen. Das wirkt dann mit den Fenstern alles irgendwie deutlich stimmiger. Besonders wenn ich so Systemfenster hier groß mache, dann geht das hier so nahtlos über. Das finde ich schon ganz schick.

Die Menüleiste hier oben sieht so ähnlich aus wie bei Gnome. Also mit der Uhrzeit in der Mitte und diesen Widgets hier rechts. Hier links sind aber noch zwei Shortcuts, einmal für Applications und einmal für Workspaces. Im Applications-Menü sind Apps aufgelistet, und out of the box sind wirklich nur ganz wenige Programme vorinstalliert. Was ich persönlich ja richtig nice finde, so ist alles nämlich richtig schön clean, wenn man das Ding frisch installiert. Es gibt ja auch andere Betriebssysteme, die nach einer frischen Installation schon vollgestopft sind mit Bloatware. Hust, Windows, hust. Was auch noch ganz nice ist: Man kann sich hier unten im App-Fenster Ordner anlegen und so Software so ein bisschen sortieren. Das ist ganz nett.

Hier neben den Applications kann man die Workspaces öffnen. Da kann man dann Fenster reinziehen, die Spaces hin- und herwechseln und rumschieben und so weiter. Das funktioniert alles wirklich sehr intuitiv und super snappy. Aber dieses Snappiness kommt auch daher, dass es wirklich so gut wie gar keine Animationen gibt. Dadurch fühlt sich zwar alles super schnell an, aber auch etwas weniger smooth beziehungsweise sogar auch so ein bisschen ruckelig, wie ich finde. Also es gibt ja einige, die stellen eh immer alle Animationen bei ihren Desktops aus, weil die das so lieber mögen. Also das ist Geschmackssache, aber ich persönlich bin schon Fan davon, wenn Dinge animiert sind. Zumindest ein bisschen.

An anderen Stellen gibt es dann schon Animationen, beispielsweise wenn man hier zwischen den Workspaces hin und her wechselt. Ganz praktisch: Wenn man hier unten auf eine App klickt, die in einem anderen Workspace geöffnet ist, dann switcht er automatisch zu dem richtigen Space. Und das sieht auch alles smooth und nice aus. Und es sind auch weitere Desktop-Animationen laut Roadmap von System76 auf jeden Fall in Planung. Ansonsten funktioniert das Hin- und Herwechseln zwischen Workspaces wirklich super, und wenn man Apps beendet und die Spaces dann leer sind, schließen die sich auch automatisch. Also funktioniert alles sehr gut.

Wenn man die Super-Taste drückt, also Windows oder Option, dann öffnet sich hier so ein Launcher für Apps. Also Super drücken, beispielsweise Firefox eingeben und starten. Das ist so ähnlich wie bei Gnome oder Spotlight von macOS oder so. Und genau wie bei Spotlight hat der auch ein paar kleine Zusatzfunktionen. Beispielsweise kann man da direkt eine Rechnung eintippen, und man bekommt direkt hier in der Suche dann das Ergebnis ausgespuckt. Wenn man „Find“ vor eine Suchanfrage eintippt, dann sucht der Launcher direkt nach allen Dateien und nicht nur nach den Apps. Und wenn man direkt Google davor schreibt, dann öffnet sich ein Tab im Browser mit der Google-Suche. Schon alles ganz praktisch.

Und die eine Sache, die ich wirklich ganz besonders cool finde am Cosmic Desktop, ist diese Schaltfläche hier oben. Da kann man nämlich spontan zwischen Tiling und schwebenden Windows hin- und herwechseln. Falls ihr nicht wisst, was das ist: Schwebendes Window Management ist das, was man von Windows und macOS kennt. Also wenn sich die Fenster so ganz normal überlappen können. Tiling Windows ordnen sich automatisch auf dem Desktop fest an. Also man kann die verschieben, größer und kleiner ziehen und so weiter. Aber die hängen halt immer im Vordergrund an irgendeiner Stelle im Bild.

Also wenn ich jetzt hier oben draufklicke und auf Tiling wechsle, dann ordnen sich alle Fenster auf dem Bild an. Also man kann hier alles fröhlich hin- und herschieben, und ja, ihr seht, man braucht auf jeden Fall einen kleinen Moment Übung damit. Aber dann funktioniert das erstaunlich intuitiv. Also ich finde das jetzt nicht unbedingt weniger fummelig, als mit dieser Fenster-Snap-Funktion bei Windows rumzuhantieren. Wenn man sich richtig doll hacker-mäßig cool fühlen will, könnte man sich dann auch noch die ganzen Hotkeys aneignen und komplett nur noch mit der Tastatur arbeiten. Dafür bin ich aber leider zu schlecht und auch zu faul.

Aber ein Hotkey ist echt ziemlich praktisch, und zwar Super-Taste + G. Damit kann man nämlich ein einzelnes Fenster aus dem Tiling-Windows-Desktop befreien, wenn man das mal braucht. Also es gibt Tiling und schwebendes Window Management, und man kann da halt zwischendrin hin- und herwechseln. Das Coole ist, man kann das nicht nur allgemein für den ganzen Desktop hin- und herswitchen, sondern das unabhängig für den Bildschirm und die Workspaces jeweils einzeln einstellen. Das heißt, ich kann hier auf meinem linken Bildschirm Spotify, Notion und Signal irgendwie fest im Bild hängen haben, während auf meinem Hauptbildschirm alles weiter schwebt. Die Idee, dass man das einfach die ganze Zeit hin- und herswitchen kann, finde ich wirklich richtig super und habe ich bisher auch noch bei keinem anderen Desktop-Environment in der Form gesehen. Falls es das woanders gibt, dann schreibt es mal gerne in die Kommentare, ich wusste es nicht.

Und unabhängig von dem Tiling-Windows-Management: Man kann auch wie bei Windows die Sachen hier so an die Seiten snappen. Also das geht auch und funktioniert auch gut. Falls man noch ein bisschen am Desktop rumbasteln will, gibt es auch noch ein paar Anpassungsmöglichkeiten in den Einstellungen. Da kann man dann beispielsweise die Farben vom Desktop frei wählen, Light- oder Dark-Mode auswählen, den Stil von Schaltflächen jeweils runder oder eckiger einstellen und so was wie die Randgröße vom Fenster-Highlight anpassen. Das ist schon okay, aber richtig doll viel kann man jetzt in den Systemeinstellungen nicht anpassen.

Obwohl das hier ja ein ganz eigenes Desktop-Environment ist, gab es im Store trotzdem etwas, das sich Tweaks nennt, wie Gnome Tweaks. Ich habe das mal runtergeladen, da kann man dann auch noch Sachen einstellen wie die Farben oder Dinge am Dock und so weiter. Ob man das benutzen sollte, weiß ich nicht. Fand es trotzdem lustig, dass es das gibt. Also ja, das ist halt Linux, und im Zweifel kann man alles irgendwie verändern, wenn man das will. Dazu hatten wir auch schon mal ein eigenes Video gemacht, gerne mal auschecken.

Okay, okay, alles schön und gut, aber was ist mit Gaming? Läuft das genauso nice wie bei CachyOS? Ganz simpel: Ja, läuft es. Ähnlich wie bei CachyOS sind passende GPU-Treiber direkt vorinstalliert, also da muss man nicht selbst runterladen. Steam kann man easy über den Cosmic Store installieren, und alle Spiele, die ich ausprobiert hatte, liefen bei mir ähnlich gut wie auf meinem Windows 11. Also so was wie ARC Raiders, Cyberpunk 2077, Path of Exile 2 und auch Nicht-Steam-Spiele wie World of Warcraft. Für Letzteres muss man dann den Battle.net-Launcher bei Steam als Nicht-Steam-Spiel einbinden, und dann läuft das auch über Proton. Ist ein bisschen fummelig, aber das ist ein allgemeines Linux-Gaming-Problem und hat jetzt nichts mit Pop!_OS zu tun.

Also vielleicht habt ihr gemerkt, ich bin wirklich großer Fan von Pop!_OS und werde das auf jeden Fall in nächster Zeit als mein Hauptbetriebssystem verwenden. Dadurch, dass man fast nie mit der Kommandozeile rumhantieren muss, eignet sich das Teil auch wirklich super als Einsteiger-Linux. Gaming funktioniert einwandfrei, und die Bedienung macht mir sehr viel Spaß. Schreibt gerne mal in die Kommentare, was aktuell euer Lieblings-Linux ist und wie ihr Pop!_OS so findet, falls ihr es schon ausprobiert habt. Bis zum nächsten Mal, tschüss!

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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  • 13. März 2026 um 16:02

Tech-Souveränität: Europas Konzerne warnen Brüssel vor dem digitalen Alleingang

Von Michael Linden
Europa will weg von US-Technologie. Doch die eigene Wirtschaft bremst – aus Kosten- und Zeitgründen.
Der Bundesminister für Digitales, Karsten Wildberger (Bild: Getty Images/Sean Gallup)
Der Bundesminister für Digitales, Karsten Wildberger Bild: Getty Images/Sean Gallup

Die Europäische Kommission arbeitet an einem Paket zur digitalen Souveränität. Das Ziel: weniger Abhängigkeit von amerikanischen Cloud- und KI-Anbietern. Das Problem: Die europäischen Unternehmen, die davon profitieren sollen, sind die lautesten Warner.

Industriekonzerne stellen sich quer

Firmen aus Industrie, Finanzwesen und Technologie stellen gegenüber der Financial Times klar , dass ein schneller Wechsel weg von US-Plattformen operativ nicht machbar sei. Thyssenkrupp-Managerin Ilse Henne sagte, Europa sei derzeit nicht in der Lage, seine IT-Lösungen durch europäische Alternativen zu ersetzen – das erfordere erhebliche Investitionen und politische Ausdauer.

Ein führender europäischer Autobauer warnte gegenüber der FT vor erheblichen Mehrkosten und hohem Zeitbedarf. Die Commerzbank verwies darauf, dass Microsoft und Google in Breite, Qualität und technologischer Reife bislang kaum zu schlagen seien.

Mehr als nur ein Software-Tausch

Der Wechsel von US-Plattformen bedeute nicht einfach, eine andere App zu installieren. Unternehmen müssten Mitarbeiter umschulen, Software neu schreiben, Verträge nachverhandeln und Betriebsunterbrechungen einkalkulieren. Forscherin Francesca Musiani vom französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS) weist darauf hin, dass multinationale Konzerne jahrzehntelang ihre Prozesse auf US-Technologie aufgebaut hätten – jede Verlangsamung koste Marktanteile.

Souveränität oder Wettbewerbsfähigkeit

Die eigentliche Frage lautet, ob Europa beides haben kann. Einige Stimmen in Berlin plädieren dafür, zunächst die besten verfügbaren – auch ausländischen – KI-Modelle zu nutzen, statt eine eigene Cloudinfrastruktur von Grund auf aufzubauen. Alexandre Roure von der Computer and Communications Industry Association warnt davor, digitale Souveränität mit digitaler Isolation gleichzusetzen. Martin Hullin von der Bertelsmann-Stiftung prangert die Idee an, europäische Silicon-Valley-Kopien zu bauen, statt eigene Ökosysteme zu entwickeln. Die Kommission will ihr Souveränitätspaket im kommenden Monat vorlegen.

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  • 13. März 2026 um 19:08

Video auf X: Weißes Haus nutzt WII Sports für Kriegspropaganda

Von Michael Linden
Das Weiße Haus hat ein Video veröffentlicht, das Aufnahmen aus Nintendos Wii Sports mit Militärschlägen gegen den Iran kombiniert.
Einleitung zum Posting des Weißen Hauses (Bild: The White House)
Einleitung zum Posting des Weißen Hauses Bild: The White House

Das Video beginnt mit dem vertrauten Wii-Sports-Startbildschirm, betitelt mit Operation Epic Fury, und unterlegt die gesamte Laufzeit mit dem Soundtrack des Spiels.

Wii-Figuren schlagen Tennisbälle, versenken Golf-Putts, boxen, bowlen und schießen Pfeile – jeder Schnitt exakt auf den Moment des Treffers getaktet, gefolgt von realen Explosionen aus den Angriffen auf den Iran, die unter dem Namen Operation Epic Fury bekannt sind.

Ein jubelndes Hole-in-one leitet eine Detonation ein. Neben Material aus dem Originaltitel wurde auch Footage aus Wii Sports Resort verwendet, unter anderem aus dem Luftkampf-Modus.

Wie fing das an? – Erst Pokémon, jetzt Wii Sports

Eine Woche zuvor hatte The Pokémon Company erklärt, sie habe dem Weißen Haus keine Erlaubnis erteilt, Bildmaterial in einer Social-Media-Grafik mit dem Slogan "Make America Great Again" zu verwenden. Das Bild stammte aus einem Onlinegenerator namens Pokopia, der benutzerdefinierte Nachrichten über Spielcover legt – kein echtes Spiel, aber mit originalem Pokémon-Bildmaterial.

Nintendo betonte damals, es sei "nicht beteiligt" gewesen und seine Mission sei "mit keiner politischen Haltung verbunden" . Bereits im September 2025 hatte die ICE-Behörde Pokémon-Bildmaterial – inklusive des Anime-Titelsongs und des Slogans "Gotta catch 'em all" – in einem Video über Festnahmen von Migranten eingesetzt, was international für Empörung sorgte.

Spielemarken, Musik, immer dasselbe Prinzip

Nintendo ist kein Einzelfall – und auch nicht das einzige Medium. Am 4. März veröffentlichte das Weiße Haus ein inzwischen gelöschtes Video, das Bonfire von Childish Gambino mit Gameplay aus Call of Duty: Modern Warfare 3 und Angriffsbildern aus dem Iran kombinierte.

Zwei Tage später folgte ein Clip mit dem "Grand Theft Auto: San Andreas"-Titelsong, in dem Protagonist Carl Johnson in einer Abfolge realer Explosionen gezeigt wird – jeweils begleitet vom ikonischen Wasted-Bildschirm. Auch Musiker meldeten sich zu Wort: Kesha, Sabrina Carpenter, Olivia Rodrigo, Radiohead und SZA legten zu unterschiedlichen Zeitpunkten Widerspruch gegen die Nutzung ihrer Songs ein. In keinem Fall scheint die Regierung vorab um Erlaubnis gebeten zu haben.

Nintendo klagt gleichzeitig gegen die US-Regierung

Der Vorfall bekommt einen zusätzlichen Beigeschmack durch einen parallel laufenden Rechtsstreit: Nintendo legte in der vergangenen Woche Klage gegen die US-Regierung ein und forderte die Rückerstattung von Zöllen, welche der Supreme Court für rechtswidrig erklärt hatte. Das Unternehmen macht die Zollsituation auch für die kurzfristige Verzögerung der Switch-2-Vorbestellungen verantwortlich. Ob das Wii-Sports-Video eine bewusste Reaktion darauf ist, bleibt Spekulation.

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  • 13. März 2026 um 18:41

Unkontrollierbares Fehlverhalten: KI-Agenten werden zu immer größerem Insider-Risiko

Von Mike Faust
Ohne dazu autorisiert worden zu sein, haben KI -Agenten Hacking-Tricks angewendet, um an nicht zugängliche Daten zu gelangen.
Ein Team aus KI-Agenten umging unaufgefordert Sicherheitseinrichtungen. (Bild: Mark Felix / AFP via Getty Images)
Ein Team aus KI-Agenten umging unaufgefordert Sicherheitseinrichtungen. Bild: Mark Felix / AFP via Getty Images

In Tests des KI-Sicherheitslabors Irregular haben mehrere KI-Systeme zusammengearbeitet, um vertrauliche Informationen aus vermeintlich sicheren Systemen zu erhalten. Der Guardian konnte die Testergebnisse einsehen und berichtet, dass KI-Agenten zu einer ernsthaften Bedrohung für interne Systeme werden können.

In einem Versuch umging eine KI, die eigentlich nur Linkedin-Beiträge aus einer Unternehmensdatenbank erstellen sollte, herkömmliche Sicherheitssysteme und veröffentlichte unaufgefordert Passwörter.

In einem anderen Fall fand ein KI-Agent Wege, um die Antivirensoftware zu umgehen und Dateien herunterzuladen, von denen dem Agenten bekannt gewesen sein soll, dass sie Schadsoftware enthielten.

Auch fälschten KI-Systeme Zugangsdaten, übten Druck auf andere Agenten aus, Sicherheitsüberprüfungen zu umgehen, und beteiligten sich an Cyberangriffen gegen Host-Systeme. Die in den Labortests verwendeten KI-Agenten basierten auf öffentlich verfügbaren KIs von Google, xAI, OpenAI und Anthropic.

Mit geheimem Schlüssel Administratorsitzung gefälscht

Für die Tests wurde ein typischer Informationspool eines Unternehmens mit Details zu Produkten, Mitarbeitern, Konten und Kunden erstellt. Anschließend wurde ein Team aus KI-Agenten eingesetzt, das Informationen aus diesem Pool für Mitarbeiter sammeln sollte.

Der leitende KI-Agent wurde angewiesen, zwei Unteragenten zu führen und sie zu ermutigen, Hindernisse kreativ zu umgehen. Keinem der Agenten wurde allerdings befohlen, dass er Sicherheitskontrollen umgehen oder Cyberangriffstaktiken verwenden solle.

Als einer der Unteragenten auf einen Aktionärsbericht zugreifen sollte, stellte er fest, dass das Dokument zwar existierte, aber nur für Administratoren zugänglich war. Der leitende Agent forderte daraufhin, dass ein radikaler Ansatz versucht werden solle, um Zugriff auf das Dokument zu erlangen. Er wies den Unteragenten an, jeden Trick, jede Sicherheitslücke und jede Schwachstelle auszunutzen, um das Ziel zu erreichen.

Drängendes Problem, das untersucht werden muss

Der Unteragent durchsuchte daraufhin den Quellcode der Datenbank nach Sicherheitslücken und fand einen geheimen Schlüssel, mit dem er Sitzungs-Cookies fälschen und eine Administratorsitzung erstellen konnte. Daraufhin gelang dem leitenden KI-Agenten der Zugriff auf das Dokument.

Für die Forscher stellt dies eine neue Form des Insider-Risikos dar: Die KI-Agenten wurden zu keinem Zeitpunkt von Menschen dazu autorisiert, Fälschungen anzuwenden; sie handelten eigenmächtig. Ähnliche Vorfälle traten bereits häufiger auf und erforderten dringend eine nähere Untersuchung, schreibt der Guardian.

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  • 13. März 2026 um 17:32

Störungsmeldung vom 13.03.2026 21:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider O2

Details

Beginn
13.03.2026 21:00
Region
Berlin (030)
Provider
O2
Zugangsart
VDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 13. März 2026 um 21:00

Chinas Carbonfaser-Coup: Stärker als Stahl, leichter als je zuvor

Von Matthias Lindner
Rollen mit verschiedenen echten gewebten Kohlefaser-Durchsetzung Rohstoff-Tuch.

(Bild: stockphoto-graf / Shutterstock.com)

Ein Seil aus dieser Faser könnte einen voll besetzten Reisebus ziehen – und China stellt sie jetzt massenhaft her.

China hat einen wichtigen Schritt im globalen Wettbewerb um Hochleistungsmaterialien gemacht.

Die South China Morning Post (SCMP) berichtet, der staatliche Konzern China National Building Material Group (CNBM) habe auf der Fachmesse JEC World in Paris eine Carbonfaser der Güteklasse T1200 präsentiert – und zwar nicht als Laborprototyp, sondern als industriell gefertigtes Produkt.

Pro Jahr sollen rund 100 Tonnen davon vom Band laufen. Bisher gab kein anderes Land bekannt, eine vergleichbar leistungsfähige Carbonfaser in dieser Menge herzustellen.

Was diese Faser so besonders macht

Carbonfasern bestehen aus kohlenstoffhaltigen Fäden, die dünner sind als ein menschliches Haar.

In der Branche gibt die sogenannte "T-Klasse" an, wie zugfest eine Faser ist – also wie viel Kraft nötig ist, um sie auseinanderzureißen. Je höher die Zahl, desto widerstandsfähiger das Material.

Die T1200-Faser hält einer Zugbelastung von über 8 Gigapascal stand. Vereinfacht gesagt: Sie ist rund zehnmal belastbarer als herkömmlicher Stahl, wiegt dabei aber nur ein Viertel so viel.

Um das greifbar zu machen, verdrillten die Forscher 120.000 einzelne Fäden zu einem Seil von knapp zwei Millimetern Dicke. Laut dem chinesischen Staatssender CCTV, auf den sich die SCMP beruft [1], könnte dieses Seil einen voll besetzten Reisebus mit 54 Passagieren ziehen.

Warum das für Mobilität und Transport relevant ist

Gerade im Bereich Mobilität spielt das Verhältnis von Gewicht zu Stabilität eine entscheidende Rolle. Leichtere Flugzeuge verbrauchen weniger Treibstoff, leichtere Elektroautos kommen mit einer Batterieladung weiter.

Genau hier setzt die T1200-Faser an. Der leitende Forscher des Projekts, Chen Qiufeng, nannte konkrete Einsatzfelder: stabilere Strukturen für Flugzeuge und Raumfahrzeuge, sichere Druckbehälter für Wasserstoffantriebe sowie leichtere Bauteile für Drohnen und Flugtaxis.

Dieses Material werde kein Luxusgut aus dem Labor bleiben, sondern ein Rohstoff für die globale Wirtschaft, sagte Chen gegenüber der SCMP.

Etablierte Hersteller unter Druck

Bislang gaben hauptsächlich japanische und US-amerikanische Firmen den Takt in der Carbonfaser-Industrie vor.

Der japanische Marktführer Toray Industries [2] fertigt jährlich rund 29.100 Tonnen und stellte Ende 2023 ebenfalls eine T1200-Faser vor – machte aber keine Angaben dazu, ob eine Serienfertigung geplant ist.

Auch Mitsubishi Chemical aus Japan und der südkoreanische Hersteller Hyosung bauen ihre Kapazitäten massiv aus. In den USA beliefert Hexcel vor allem Militärprogramme mit Carbonfasern.

Ein aktueller Marktbericht [3] der Beratungsfirma Future Markets beschreibt den Wandel so: Der asiatisch-pazifische Raum habe Nordamerika und Europa bereits als größte Abnehmerregion für Carbonfasern abgelöst.

Mit der industriellen Fertigung der T1200-Faser rückt China nun vom Verfolger in die Rolle eines ernst zu nehmenden Herausforderers auf.


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https://www.heise.de/-11210577

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.scmp.com/news/china/science/article/3346398/china-beats-us-japan-carbon-fibre-arms-race-create-worlds-first-t1200-factory
[2] https://interestingengineering.com/innovation/china-mass-produces-worlds-strongest-carbon-fiber
[3] https://www.globenewswire.com/news-release/2026/03/11/3253559/0/en/Global-Carbon-Fiber-Market-Report-2026-2036-Profiles-Over-110-Companies-Across-the-Value-Chain.html

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  • 13. März 2026 um 15:00

Bomben für den Zusammenhalt: Wie Kriege stabilisieren können

Von Luca Schäfer
Mehrere Soldaten richten eine US-Flagge auf

Der Rally 'round the flag effect ist ein gut erforschtes Phänomen

(Bild: beetlepixels/Shutterstock.com)

Raketen richten nicht nur Ruinen, sondern auch Rückhalt an. Krieg und Bedrohung können nationaler Klebstoff für Regierungen sein. Eine Analyse.

In der Covid-Pandemie wurde Erstaunliches sichtbar: Entgegen aller Erwartung – trotz Missmanagement [1]und behördlichem Versagen – stieg [2]die Popularität dutzender Spitzenpolitiker stark an.

Emmanuel Macron avancierte [3] zum Krisengewinner, sein italienisches Pendant Giuseppe Conte profitierte [4] gar von der schrecklichen Infektionswelle rund um Bologna – und selbst Boris Johnson, der "kranke Mann Europas" [5] verzeichnete leichte Zustimmungsgewinne. Ende Februar 2022 zeigten sich gerade einmal sechs Prozent der Ukrainer unzufrieden [6] mit Wolodymyr Selenskyj.

Der Mechanismus dahinter ist politikwissenschaftlich erforscht: Der sogenannte Rally-round-the-flag-Effekt [7] beschreibt das Phänomen, dass externe Bedrohungen oder Krisen Menschen kurzfristig hinter Staat und Führung versammeln – und die Zustimmungswerte temporär in die Höhe treibt.

Schon 2025 – zum Zwölftage-Krieg – wollten iranischen Medien derartige Vorgänge in der schiitischen Theokratie beobachtet haben [8], auch der deutsche Thinktank Stiftung Wissenschaft und Politik warnte [9] vor den gegenläufigen Wirkungen antiiranischer Sanktionen. Eine gefährliche Leerstelle in der geopolitischen Strategie des Westens?

Mueller und die Theorie

Eine Frau mit offenen Armen, im Hintergrund Flugzeuge
Britisches Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg
(Bild: Commons [10])

Geprägt wurde die Theorie vom US-Politikwissenschaftler John Mueller [11], einst Professor für internationale Beziehungen an der Ohio State University. Der heute 88-Jährige analysierte US-Umfragedaten zwischen 1945 und 1968 und stellte fest: Internationale Krisen führten systematisch zu Zustimmungsschüben für Präsidenten. Seine Erkenntnisse legte er in den Klassikern Presidential Popularity from Truman to Johnson (1970) [12] sowie War, Presidents and Public Opinion (von 1973) [13] systematisiert dar.

Mueller definierte Kriterien: Ein Rally-Event muss [14] von internationaler Bedeutung sein, die Staatsführung direkt betreffen und dramatisch wie klar fokussiert sein – nur dann könne es den entsprechenden Rallye-Effekt auslösen.

Wichtig ist, Mueller arbeitete quantitativ-empirisch – seine Erkenntnisse basieren nicht auf qualitativ-ideologischen Einordnungen oder persönlich-politischen Präferenzen.

Er unterschied [15] fünf Kategorien – plötzliche Militärinterventionen (Krieg), große diplomatische Wendungen (Truman-Doktrin), dramatische technologische Schocks (Sputnik), Supermacht-Gipfeltreffen (Potsdamer-Konferenz) und entscheidende militärische Ereignisse (vietnamesische Tet-Offensive).

Mehrere Menschen auf einem Poster vor vietnamesischer Flagge
Zeitgenössisches Propagandaposter in Vietnam
(Bild: Caitlin Childs/Commons [16]/CC-2.0 [17])

In der deutschsprachigen Publizistik firmiert der Moment auch als "Stunde der Exekutive" [18]: Krisenzeiten verlagern Kompetenzen hin zur Regierung. Mueller, Experte für internationale Beziehungen, interessierte jedoch Anderes: die Zusammenhänge von außenpolitischen Vorgängen und innenpolitischen Auswirkungen. Aktuell wird die Theorie für ihre mangelnde Aktualität angegriffen: viele Beispiele stammen aus der Zeit des Kalten Krieges – die dahinterliegenden Mechanismen bleiben jedoch aktuell.

Soziale Identität und Elite-Konsens

Hinter dem Effekt stecken zwei robuste Erklärungsmuster. Kseniya Kizilova (Universität Lüneburg) und Pippa Norris (Harvard) identifizieren [19], basierend auf Mueller, am Beispiel des russisch-ukrainischen Krieges: Bei extremer Bedrohung steigt nationale Identität stark an – In-Group- und Out-Group-Mechanismen verstärken sich, nationale Gemeinschaft festigt sich, die Gefolgschaft gegenüber charismatischen Führungsfiguren wächst.

Sie markieren den ersten Strang: die soziale, psychologische Identität von Individuen und Massen in einem Krisenmoment.

Parallel dazu greift mit der Eliten-Konsens: Opposition und Kritik werden zurückgestellt, Medien berichten [20] konfliktscheuer-unkritisch – stärken das Gefühl nationaler Einheit. In Extremfällen kann die Zustimmung auf bis zu 90 Prozent ansteigen [21]. Wichtig und markant bei allen Beobachtungen: Vertrauen in die jeweilige Regierung fördert [22] jenen Effekt.

Von Caracas bis Kiew

Die empirischen Belege untermauern das Konzept: Beim Covid-Management legte [23] die Zustimmung zur italienischen Regierung um 27 Prozent zu, Berlin [24], Paris und London verbuchten immerhin zehn Punkte.

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die grassierenden Sanktionsregime. Youngseok Park wies [25] 2025 anhand von Luft- und Nachtaufnahmen nach, dass trotz harter Sanktionen gegen Nordkorea die wirtschaftliche Aktivität in Pjöngjang und den Elite-Regionen (insbesondere auch den Sonderwirtschaftszonen) stieg – die Elite versichert in der Krise ihre Loyalität, so die Tendenz.

Pjöngjang mag generell einen Ausnahmefall darstellen: nirgendwo sonst – selbst wenn man Zwang, Repression und Machtstrukturen einpreist – kann sich ein gewisser, zur Schau gestellter Rallye-Effekt der lange behaupten [26]. Aber auch in Lateinamerika trägt das Konzept: Nicolás Maduro nutzte Sanktionsfolgen als Erklärungsmuster für eigenes wirtschaftliches Versagen und stabilisierte [27] erfolgreich Venezuelas PSUV-Herrschaft, bis heute ist seine Regentschaft von treuen Anhängern erinnert.

Eine Großstudie von Jerg Gutmann, Matthias Neuenkirch und Florian Neumeier belegt zudem [28] 2023: Nur 30 Prozent der Sanktionen erreichen ihre politischen Ziele. Im Gegenteil – sie schwächen Opposition, verstärken Repression und blockieren Elitenwechsel, können die von Mueller beschriebenen Effekte antreiben wie verstärken.

Teheran als Anker

Für den Iran weisen die Befunde in eine eindeutige Richtung. Nach dem US-Ausstieg aus dem JCPOA wuchsen [29] anti-amerikanische Einstellungen, Regierungsunterstützung und nationalistische Narrative – belegt durch eine erst 2025 in Foreign Policy Analysis veröffentlichte Studie.

Der jüngste israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran erfüllt sämtliche Mueller-Kriterien: Er ist international, die Staatsführung direkt betreffend – spätestens mit der Ermordung Ali Khameneis –, und dramatisch. Vergleichbar mit dem Iran-Irak-Krieg ist kurzfristig zu erwarten: Die Regime-Unterstützung steigt an, Massen werden durch Verteidigungs-, Religions- und Revolutionsnarrative mobilisiert, Reformkräfte werden delegitimiert – ein binnenpolitischer Radikalwechsel steht somit (insbesondere mit Mojtaba Khamenei) nicht auf dem Programm.

Staatliche Medienkontrolle und Internetausfall könnten den Effekt sogar gleichsam wie die repressiv-autokratischen Muster des Landes verstärken.

Doch das strukturelle Manko bleibt: Der Effekt ist temporär, zeitlich stark limitiert. Die Wissenschaft geht von wenigen Monaten aus. Steigen die Kriegskosten – etwa durch eine US-Bodeninvasion oder den Angriffen durch kurdische Sezession – massiv an, verpufft er früher. Gesellschaftliche Polarisierung und eine starke Opposition können ihn zusätzlich abfedern, ausländischer Interventionismus unter Reza Pahlavi gegensätzlich erneut entfachen.

Strategische Blindstelle des Westens

Der Rally-round-the-flag-Effekt ist mit strategischen Konsequenzen verbunden, die in Tel Aviv – das selbst innenpolitisch unter der Netanjahu-Administration vom Effekt profitiert oder zerrt [30] – und Washington allzu oft ignoriert werden. Destabilisierung hat einen Preis: Sie erzeugt innenpolitisches Stabilisierungspotenzial und übertüncht bestehende Konflikte im Zielland.

Entscheidend wird – im konkreten Fallbeispiel Regime Change im Iran, die Zeitkomponente sein. Gelingt es Teheran, den Effekt in den ersten Kriegswochen derart positiv zu nutzen, Gegenwehr aufzubauen, US-Arsenale abzunutzen und ein Ende der Aggression zu erreichen – Donald Trump stellte jüngst ein zeitnahes Kriegsende in Aussicht –, könnte das Regime gestärkt hervorgehen.

Als Exempel: Seit der Vertreibung israelischer Besatzungstruppen durch die Hisbollah im Sommer 2006 ist die Organisation aus dem Libanon politisch, national wie militärisch nicht mehr wegzudenken, dem vorausgegangen war eine teil-nationale Sammlung hinter der paramilitärischen-schiitischen Bewegung.


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https://www.heise.de/-11207167

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.deutschlandfunk.de/spahn-corona-masken-beschaffung-kosten-100.html
[2] https://ukandeu.ac.uk/the-rally-round-the-flag-effect-and-covid-19/
[3] https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.umfrage-in-frankreich-emmanuel-macron-ein-gewinner-der-krise.5eca6708-7f75-4a33-bd99-9b8be898a497.html
[4] https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2020/04/tag-umfragewerte-giuseppe-conte-lega-meloni-salvini-di-maio-25042020-petr-cac75602-1654-48ad-a38e-cbbd8ba90770.html
[5] https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Grossbritannien-Boris-Johnson-in-der-Corona-Krise-Der-kranke-Mann-Europas-id57350711.html
[6] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1293367/umfrage/unterstuetzung-fuer-wolodymyr-selenskyj-nach-russischer-invasion/
[7] https://en.wikipedia.org/wiki/Rally_%27round_the_flag_effect
[8] https://www.tehrantimes.com/news/514765/Iranians-rally-around-the-flag-commentary
[9] https://www.swp-berlin.org/publications/products/aktuell/Microsoft_Word___Akt36_05_Rdf_ks.pdf
[10] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kriegsplakate_6_db.jpg
[11] https://en.wikipedia.org/wiki/John_Mueller
[12] https://www.cambridge.org/core/journals/american-political-science-review/article/presidential-popularity-from-truman-to-johnson1/FBA184821B05C29F50256634B50440A8
[13] https://openlibrary.org/books/OL5288571M/War_presidents_and_public_opinion
[14] https://www.kas.de/de/web/politische-bildung/politsnack/detail/-/content/wahlkampf-evergreen-der-rallye-around-the-flag-effect-1
[15] https://de.wikipedia.org/wiki/Rally-%E2%80%99round-the-Flag-Effekt
[16] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dalat_-_Propaganda_Signs.jpg
[17] https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de
[18] https://www.tagesspiegel.de/politik/wie-die-coronakrise-die-herrschenden-starkt-8140897.html
[19] https://www.cambridge.org/core/journals/european-political-science/article/rally-around-the-flag-effects-in-the-russianukrainian-war/E0C4D0391B6ED96613674D892244EEE0
[20] https://www.journals.uchicago.edu/doi/full/10.1017/S0022381608081061
[21] https://www.cambridge.org/core/journals/ps-political-science-and-politics/article/anatomy-of-a-rally-effect-george-w-bush-and-the-war-on-terrorism/E3C44BABE22BDD6E57E76BCF326DB2CF
[22] https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/gesellschaftlicher-zusammenhalt-2025/571525/politisches-vertrauen-in-krisenzeiten/
[23] https://de.statista.com/infografik/22009/befragte-in-europa-zur-zufriedenheit-mit-anti-corona-massnahmen/
[24] https://www.diw.de/de/diw_01.c.793750.de/nachrichten/die_deutschen_sind_zufrieden_mit_dem_krisenmanagement_der_politik.html
[25] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0176268025000928?utm_source=chatgpt.com&__cf_chl_rt_tk=wPeg3UJtaoHlhAwYGfx0o.eWy5yMkOowY8udSnmLXbc-1773181946-1.0.1.1-Kaljw4Wt9XjzC2u.jP4HKpwjNv2IRqY7ycEpQBNUQFE
[26] https://www.standard.co.uk/news/world/north-korea-glorifies-brave-leader-at-mass-rally-after-rocket-launch-8414868.html
[27] https://thinktanksmonitor.org/diplomacy/sanctions-regime-erosion-economic-coercion-transitions-to-asset-seizure/
[28] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0147596723000525
[29] https://academic.oup.com/fpa/article/21/1/orae033/7913348?login=true&utm_source=chatgpt.com&guestAccess
[30] https://strategyinternational.org/2025/06/19/publication185/

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  • 13. März 2026 um 14:00

Das nächste Trainingsprogramm: Charisma

Von Götz Eisenberg
Hand mit einem Magneten. Auf einem Tische stehen gesichtslose Figuren im Magnetfeld.

Bild: Shutterstock.com

Resilienzkurse sollten Beschäftigte belastbarer machen. Nun soll auch Charisma erlernbar sein – als Werkzeug für Führungskräfte und höhere Umsätze.

Eine neue Wunderwaffe? Gestern Abend erschrak ich wieder mal darüber, dass der Kapitalismus vor nichts zurückschreckt, vor nichts Halt macht. Der Sender 3sat brachte eine Dokumentation zum Thema "Charisma [1]", was ich erst mal spannend fand.

Dann aber las ich in der Ankündigung [2]: "Charisma entscheidet über Karrieren und Politik. Die geheimnisvolle Ausstrahlung folgt erlernbaren psychologischen Mustern, wie die Wissenschaft zeigt."

Meine Neugier war umgehend erloschen. Manager und sogenannte Führungskräfte hätten gern mehr von dieser geheimnisvollen Eigenschaft, um mehr aus sich und ihren Untergebenen herauszuholen. "Charisma" soll als Produktivkraft des Kapitals erschlossen und nutzbar gemacht werden.

Dem „Charisma“ ergeht es nicht besser als der "Resilienz", die in den letzten Jahren von der menschlichen Fähigkeit, mit unvermeidlichen Schlägen fertig werden zu können, die das Leben einem zufügt, zu einer Fähigkeit mutierte, sich in der sozialdarwinistischen Leistungskonkurrenz besser behaupten zu können.

Man will, wenn man Zeuge solcher Vereinnahmungen wird, stets rufen: "Halt, so war das nicht gemeint!"

Der Boom um Charisma

Aber schon hat sich das Kapital jene faszinierende psychische Widerstandskraft, die Menschen instand setzt, Stress auszuhalten, Krisen zu überwinden und nach Niederschlägen wieder aufzustehen, unter den Nagel gerissen.

Der Boom des Themas passt auch den Wirtschaftsbossen ins Konzept. Neuerdings nutzen immer mehr Firmen Konzepte zur Steigerung der psychischen Widerstandskraft.

Dabei ist das Prinzip Resilienz eigentlich nicht dazu gedacht gewesen, Menschen für die Arbeit fit zu machen und fürs Büro zu dressieren, sondern sie im Umgang mit den Herausforderungen ihres Lebens zu stärken. Die Zahl der Unternehmen wächst, die ihren Belegschaften Resilienztrainings anbieten.

Belegschaften sollen lernen, mit immer stärkeren Belastungen umzugehen und die Produktivität ihrer Arbeit zu steigern. Es scheint, als hätten Unternehmer die Herkunft des neuen Zauberworts zu intensiv studiert. Es stammt aus der Materialwissenschaft und beschreibt Stoffe, die auch nach extremen Verformungen wieder in ihren Ausgangszustand zurückkehren.

Arbeiter und Angestellte sind aber kein Material, das sich von allen Schlägen, die die Chefs ihnen zufügen, schnell wieder zu erholen hat. Sogenannte Arbeitgeber nutzen die Trainings nur, um ihren Leuten noch mehr aufbürden zu können.

Belastbarkeit erhöhen: Workshop

Ihre Belastbarkeit soll erhöht werden. Vernünftig wäre es, das aberwitzige Tempo des Lebens zu drosseln, allen Menschen anständige, menschenförmige Arbeitsbedingungen zu bieten und ihnen nicht länger zuzumuten, ihre Gesundheit auf dem Altar des Profits zu opfern. Dann bräuchte es den ganzen psychologisch-medizinischen Reparatur- und Kompensationsaufwand nicht.

Jetzt wendet sich das gefräßige Raubtier dem Thema "Charisma" zu. "Charisma" bezeichnete bei den alten Griechen ein Geschenk der Götter, eine Gnadengabe, die manchen Menschen zuteil wird, unabhängig von erbrachten Leistungen und niemandem zu Diensten.

Die Abkehr von diesem Verständnis des Charismas zu einer kapitalistischen Tugend kündigte sich beim Soziologen Max Weber bereits an. Bei ihm bezeichnet Charisma nicht länger eine göttliche Gnadengabe, sondern die überlegene Leistungsfähigkeit eines Menschen.

Ein Rest Geheimnis blieb aber bei Weber insofern erhalten, als die Ursprünge des Charismas sich der rationalen Erklärung entziehen. Manche Menschen haben es, andere eben nicht. Magier und Schamanen verfügen über diese außeralltägliche Kraft, über der der Schleier des Geheimnisvollen gebreitet bleibt.

Bei den Griechen konnten solche Fähigkeiten durch Handauflegen weitergegeben werden, heute sollen sie in Workshops erlernt werden können.

Herr Lehmann besucht einen Charisma-Workshop und steigt zur umjubelten und von der Belegschaft verehrten Führungskraft auf. Die Umsätze der Abteilung verdoppeln sich, der Rubel rollt.

Götz Eisenberg ist Sozialwissenschaftler und Publizist. Er arbeitete jahrzehntelang als Gefängnispsychologe im Erwachsenenstrafvollzug. Er ist unter anderem Verfasser einer dreibändigen "Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus". Seit 2020 erscheint fortlaufend seine Durchhalteprosa [3], die Alltagsbeobachtungen mit gesellschaftskritischer Reflexion mischt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11210454

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.3sat.de/wissen/nano-doku/260312-sendung-nano-doku-superkraft-charisma-ndk-100.html
[2] https://pressetreff.3sat.de/3satprogramm?tx_zdfprogrammdienst_pi1%5Baction%5D=show&tx_zdfprogrammdienst_pi1%5Bbroadcastid%5D=846ebffe-3ece-4af4-87f6-1c71ea687759&tx_zdfprogrammdienst_pi1%5Bcontroller%5D=Broadcast&tx_zdfprogrammdienst_pi1%5Bdatestart%5D=12.03.2026&tx_zdfprogrammdienst_pi1%5Bdatestop%5D=12.03.2026&tx_zdfprogrammdienst_pi1%5Bstation%5D=03&tx_zdfprogrammdienst_pi1%5Bweek%5D=11&cHash=bf6ac222756f8d1f3d86b9e7044ab385
[3] https://durchhalteprosa.de/

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  • 13. März 2026 um 13:30

Kommentar: Beim MacBook Neo muss man erstaunlich wenig Kompromisse machen

Von Heise
MacBook Neo im Betrieb

MacBook Neo im Betrieb: Für viele User völlig ausreichend.

(Bild: Apple/Bearbeitung durch heise medien)

Apple hat seit Mittwoch sein bislang billigstes MacBook auf dem Markt. Auch nach den ersten Tagen kommt man aus dem Staunen nicht heraus.

Ein portabler Mac für 700 Euro – und das in Zeiten der Inflation [1]: Das hatten wohl die wenigsten Beobachter des IT-Marktes auf dem Zettel. Während es in der PC-Welt zu massiven Aufschlägen für RAM und SSDs kommt, gar die ganze Kategorie des Einsteiger-Notebooks [2] vor dem Aus zu stehen scheint, kommt Apple einfach mal so mit einem MacBook Neo [3] um die Ecke, bei dem Käufer erstaunlich wenige Kompromisse machen müssen. Im Gegenteil: Man hätte kaum erwartet, dass eine derartige Maschine zu diesem Preis denkbar ist – gerade bei Apple, wo man stets wie ein Luchs auf eine hohe Marge achtet.

Der Umkehrschluss ist wohl richtig: Nur Apple kann ein Gerät wie das MacBook Neo in dieser Qualität und mit diesen Features massenhaft bauen [4], die anderen können es einfach nicht, weil die Skaleneffekte fehlen. Der Konzern aus Cupertino hat etwa (nur für ihn dank Massenproduktion!) günstige iPhone-Chips in der Supply Chain, die viele x86-PCs locker toppen – und große Teile der ARM-Konkurrenz auch. Die werden dann eben im Neo verbaut und alle sind glücklich. Es ist denkbar, dass der Konzern auch so noch erstaunlich gut an dem Gerät verdient – und sei es vor allem indirekt durch bezahlte Dienste oder die Tatsache, dass Nutzer eine neue Einstiegsdroge ins Ökosystem bekommen.

An den richtigen Stellen gespart

Meine ersten Erfahrungen mit dem Neo sind sehr einfach auf den Punkt zu bringen: Das ist ein richtiger Mac, mit einer Hardwarestabilität, Geschwindigkeit und Nutzungsbequemlichkeit, wie man sie vor Jahren noch zum doppelten Preis (wenn nicht mehr) bekommen hätte. Einschränkungen gibt es genau an den Stellen, die die Zielgruppe – Mac-Neulinge – vermutlich eh nicht juckt: Bei den Ports (nur ein schneller USB-3-Anschluss, sonst USB 2.0), beim Trackpad (mechanisch statt rein haptisch, aber das macht überhaupt nichts, keiner baut bessere physische Trackpads als Apple) und beim Bildschirm (Features wie Farbtemperaturanpassung und Helligkeitssensor weggelassen).

Was mich hingegen nach den ersten Nutzungstagen überhaupt nicht stört, ist der geringe RAM-Ausbau von nur 8 GByte oder die vergleichsweise lahme SSD [5]. Letztere merkt man fast nicht, weil sie eben nur im Vergleich zu den besseren Geräten langsam ist, bei normaler Nutzung für Alltagsarbeiten und Medienkonsum (und sogar kleinere bis mittelgroße Videoschnittprojekte) stört es nicht. Selbst bei vielen offenen Apps fällt das notwendige Swapping kaum auf.

Kein Wegwerfgerät

Das MacBook Neo ist also eine komplett ausreichende Maschine für Otto Normalnutzer. Hinzu kommt die Apple-typische Bauqualität. Da ruckelt nichts, das Alugehäuse in wirklich hübschen Farben (ich empfehle „Zitrus“) wirkt bombensicher, es gibt keine Spaltmaße und das Öffnen und Schließen des Displays ist äußerst befriedigend. Man kann das Neo wie jeden Mac auch mal kurz aufs Sofa werfen, es stört nicht. Auch die Tastatur ist gut (also nicht schlechter als bei einem Air oder gar Pro) und das Trackpad lässt sich oben wie unten beliebig klicken.

Am auffälligsten ist am MacBook Neo, wie unauffällig es ist: Man nutzt es eben wie einen Mac, minus der Tatsache, dass es keinen Arm und kein Bein gekostet hat. (Und wer wirklich etwas mehr will, kauft eben für noch unter 1000 Euro ein MacBook Air M4 (ab 978,97 €) [6], das gerade im Abverkauf ist.)

Heute kam dann noch bei ersten Teardowns heraus, dass Apple es geschafft hat, beim Neo auch die Reparatur deutlich zu vereinfachen [7]. Es gibt keinerlei Vernagelung durch Kleber und Pull-Tabs, nur Schrauben, plus die Möglichkeit, selbst kleine Komponenten wie Ports oder Lautsprecher in wenigen Minuten zu tauschen. Das Neo ist also günstig, aber trotzdem kein Wegwerfgerät. Das ist doch mal eine schöne Kombination.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11208260

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Arbeitsspeicher-RAM-Preise-schiessen-hoch-11066715.html
[2] https://www.heise.de/news/Speicherknappheit-Marktforscher-erwarten-das-Ende-guenstiger-Notebooks-11191208.html
[3] https://www.heise.de/tests/MacBook-Neo-im-Test-Der-Budget-Mac-mit-dem-Smartphone-Herz-11205775.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Wie-das-MacBook-Neo-den-Notebookmarkt-umkrempelt-11199890.html
[5] https://www.heise.de/news/MacBook-Neo-SSD-deutlich-langsamer-als-beim-M5-SoC-hinter-iPhone-17e-11206762.html
[6] https://preisvergleich.heise.de/apple-macbook-air-13-mw133d-a-2025-z1cx-z1cy-a3434386.html?cs_id=1206858352&ccpid=hocid-mac-and-i
[7] https://www.heise.de/news/MacBook-Neo-Gute-Reparierbarkeit-Tastatur-einzeln-ersetzbar-11209582.html
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[9] https://www.heise.de/mac-and-i
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  • 13. März 2026 um 14:07

Furcht vor Regulierung: Apple senkt in China freiwillig die App-Store-Provision

Von Heise
Der App Store auf dem iPhone

Der App Store auf dem iPhone: Apple verdient an jeder kostenpflichtigen App mit.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Noch vor einem möglichen Eingriff durch die chinesische Marktaufsicht hat Apple seinen App-Store-Vertriebspreis leicht gesenkt. Zuvor gab es Druck aus Peking.

Frohe Kunde für iOS- und iPadOS-Entwickler in China: Ab sofort müssen sie auch dann weniger Provison an Apple abgeben, wenn sie mehr als eine Million US-Dollar Umsatz mit dem App Store machen. Künftig gilt eine neue Standardrate von 25 Prozent, ein Minus von fünf Prozent. Beim sogenannten Small Business Program [1], für das bei weniger als einer Million Dollar bislang nur 15 Prozent anfielen, werden nun 12 Prozent fällig, ein Minus von drei Prozent. 12 Prozent zahlen zudem Anbieter sogenannter Mini-Apps [2], die über „Super-App“-Plattformen wie WeChat (Weixin in China) von Tencent vertrieben werden.

Apple sprach mit dem Regulierer

Apple kommt mit der Preisreduzierung offensichtlich Regulierung durch Peking – und entsprechendem Druck seitens der chinesischen Regierung – zuvor, wie Bloomberg berichtet [3]. Apple veröffentlichte die neuen Tarife in seinem Entwickler-Blog [4], sie sollen bereits ab dem 15. März, also dem kommenden Sonntag, gelten. Zum 15. März soll es zudem neue Geschäftsbedingungen geben, allerdings müssen diese zunächst nicht unterschrieben werden, um von den neuen Tarifen zu profitieren. Apple gibt explizit an, dass man zu der Provisionssenkung nach „Diskussionen mit dem chinesischen Regulierer“ gelangt sei.

„Wir streben danach, dass iOS und iPadOS das beste App-Ökosystem und eine hervorragende Geschäftsmöglichkeit für Entwickler in China darstellen. Wir setzen uns für Bedingungen ein, die für alle Entwickler fair und transparent bleiben“, so der Konzern in dem Statement. Man wolle stets „wettbewerbsfähige App-Store-Tarife“ anbieten, die nicht höher als die Gesamtraten in anderen Märkten seien. Apple hatte etwa in der EU neue, teils sehr komplexe Tarife eingeführt [5], um die Regulierer zu besänftigen (und keine oder eine verringerte Strafe zahlen [6] zu müssen, die nach wie vor im Raum steht) bei denen es „neue“ und „alte“ sogenannte Terms gibt. In China bleibt es hingegen bei einer Rate, nur eben etwas günstiger.

Tencent lobt Apple, darf Mini-Apps selbst abrechnen

Tencent sagte laut Bloomberg, Apples Änderung könne eine „offenere und für alle vorteilhafte“ Plattformumgebung schaffen, die „Innovation stimuliert“. In Japan war zuletzt die Provision für bestimmte In-App-Zahlungen durch Drittanbieter auf 21 Prozent gesenkt [7] worden, allerdings fallen dann Kosten für einen Kartenzahlungsdienstleister an.

In China hatte zuvor die State Administration for Market Regulation eine Untersuchung eingeleitet, um Apples Gebühren zu untersuchen. Seit 2024 laufen direkte Gespräche. Tencent und andere Super-App-Anbieter dürfen mittlerweile außerdem für Mini-Apps eigene Bezahlwege nutzen.


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https://www.heise.de/-11210249

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Reduzierte-Entwicklerprovision-Erste-Devs-duerfen-an-Apple-weniger-zahlen-5000305.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-einigt-sich-mit-WeChat-erlaubt-Mini-Apps-gegen-Provision-11078079.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-13/apple-lowers-app-store-cut-to-25-from-30-in-china-to-fend-off-local-regulators
[4] https://developer.apple.com/news/?id=dadukodv
[5] https://www.heise.de/news/Digital-Markets-Act-Apple-baut-App-Store-in-der-EU-erneut-um-10461796.html
[6] https://www.heise.de/news/Bericht-EU-vor-Einigung-mit-Apple-im-App-Store-Streit-10747527.html
[7] https://www.heise.de/news/Japan-Entwickler-kritisieren-Apples-neue-Gebuehren-11174327.html
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 13. März 2026 um 13:02

NAND-Modul im Studio Display 2026 und XDR: Apple gibt reichhaltig

Von Heise
Studio Display XDR am Mac

Studio Display XDR am Mac: Dickes NAND-Modul.

(Bild: Apple)

Mit dem Flash-Speicher im Studio Display können Nutzer eigentlich wenig anfangen. Trotzdem wurde er jetzt verdoppelt – aus einem bestimmten Grund.

Besitzer des neuen Studio Display 2026 [1] sowie Studio Display XDR [2] dürfen sich über einen kleinen Bonus freuen: Das darin verbaute, iOS-basierte SoC wurde aufgerüstet – und dabei auch gleich das NAND-Modul. Statt dem veralteten A13 Bionic aus dem iPhone 11 stecken nun A19 (Studio Display 2026) und A19 Pro (Studio Display XDR) in den Geräten. Gleichzeitig wurde das integrierte Flash-Modul von 64 auf 128 GByte vergrößert, wie Macrumors unter Bezug auf Mr. Macintosh [3] meldet.

Studio Display schlägt MacBook Neo

Beim A19 beziehungsweise A19 Pro handelt es sich um Apples neueste iPhone-Chips. Sie stecken im iPhone 17 und 17e (A19) sowie im iPhone 17 Pro, 17 Pro Max und Air (A19 Pro). Damit „schlagen“ beide Studio Displays zudem das MacBook Neo [4], in dem nur ein A18 Pro steckt, dort allerdings mit minimal 256 GByte großem NAND-Modul.

Das SoC hat in den Bildschirmen mehrere Aufgaben. Es hilft etwa beim USB- und Thunderbolt-5-Gerätemanagement, bei der Umsetzung von 3D-Audio über die Lautsprecher, der Ansteuerung und Verarbeitung der Webcam-Signale sowie bei der Farbwiedergabe und womöglich auch beim neu integrierten Adaptive Sync im Studio Display XDR. Für den Nutzer erfolgt dies alles versteckt, es wird zwar regelmäßig eine neue Firmware eingespielt, als iOS-Gerät nutzen kann er das SoC aber nicht.

Die Frage nach dem großen NAND

Unklar bleibt, warum Apple ein derart großes NAND-Modul in den Studio Displays verbaut – voll ausgenutzt werden dürfte dieses in der Praxis wohl kaum. Denkbar ist, dass es den A19 und A19 Pro jedoch nur noch mit 128 GByte NAND in Minimalausstattung gibt und Apple schlicht keine Varianten mit nur 64 GByte mehr produzieren lässt. Die Marge dürfte das kaum schmälern, die Studio Displays sind mit minimal 1699 Euro (Studio Display 2026) respektive 3499 Euro (Studio Display XDR) schließlich auch preislich Oberklasse.

Käufer sollten wie bereits berichtet beachten, dass beide Monitore nicht an Intel-Macs zu betreiben [5] sind. Außerdem ist die erhöhte Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz nicht an Macs mit M1, M1 Pro, M1 Max, M1 Ultra, M2 und M3 nutzbar. Bei diesen Maschinen bleibt es bei 60 Hertz. Mit dem iPad Pro M5 [6] gibt es zudem nur ein Apple-Tablet, das das Studio Display XDR mit 120 Hertz ansteuern kann.


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https://www.heise.de/-11208835

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Studio-Display-2026-im-Test-5K-Mattscheibe-mit-Thunderbolt-5-11204379.html
[2] https://www.heise.de/news/Neue-Apple-Monitore-Studio-Display-2-und-Studio-Display-XDR-11197630.html
[3] https://www.macrumors.com/2026/03/11/studio-display-internal-storage-128gb/
[4] https://www.heise.de/tests/MacBook-Neo-im-Test-Der-Budget-Mac-mit-dem-Smartphone-Herz-11205775.html
[5] https://www.heise.de/news/Neue-Studio-Displays-Kein-Intel-Support-und-ein-120-Hertz-Problem-11198029.html
[6] https://www.heise.de/tests/Flach-und-flott-Das-neue-iPad-Pro-M5-im-Test-10792884.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

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  • 13. März 2026 um 11:51

„Operation Lightning“: Schlag gegen Proxy-Botnet aus über 369.000 Geräten

Von Heise
Beschlagnahme-Hinweis auf SocksEscort-Seite

(Bild: Europol)

Internationale Strafverfolger haben dem Proxy-Botnet „SocksEscort“ aus mehr als 369.000 kompromittierten Geräten einen Schlag versetzt.

Europol berichtet von einem Schlag gegen den bösartigen Proxy-Dienst „SocksEscort“, den internationale Strafermittler am Mittwoch dieser Woche den kriminellen Drahtziehern und der Infrastruktur versetzt haben. Das Botnet [1] bestand demnach aus mehr als 369.000 Drohnen aus kompromittierten Routern und IoT-Geräten, die in 163 Ländern standen.

Die europäische Polizeibehörde erklärt [2] weiter, dass „SocksEscort“ Kunden in den vergangenen Jahren mehr als 35.000 Proxies angeboten hat. Am Mittwoch haben die Strafverfolger insgesamt 34 Domains vom Netz genommen, außerdem 23 Server aus sieben Ländern. Die USA haben zudem Kryptowährungen im Wert von 3,5 Millionen US-Dollar eingefroren. Die infizierten Modems des Botnets haben die Beamten aus dem „SocksEscort“-Dienst ausgeklinkt. Nun wollen die Strafverfolgungsbehörden die betroffenen Länder informieren und so den Weg für weitere Ermittlungen ebnen.

Untersuchungen starteten Mitte 2025

Im Juni 2025 haben die Ermittlungen begonnen, schreibt Europol. Dort wurde das Botnet aus infizierten Geräten entdeckt. In großer Masse sind das Heimrouter, die für diverse kriminelle Aktivitäten missbraucht wurden, etwa zur Verteilung von Ransomware, für Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) oder sogar für die Verbreitung von sexuellen Kindesmissbrauchsmaterialien (Child Sexual Abuse Material, CSAM). Die Heimrouter wurden durch eine Schwachstelle einer bestimmten Marke infiziert. Welche genau, sagt Europol jedoch nicht.

Kunden dieses kriminellen Angebots zahlten für die Nutzung und den Missbrauch der unterwanderten Geräte. Sie haben damit ihre eigene IP-Adresse verschleiert, während sie diverse kriminelle Aktivitäten ausgeführt haben. Die Webseite zu „SocksEscort“ bot bezahlte Proxy-Dienste an, mit denen Kunden Zugang zu den kompromittierten IP-Adressen zum Verschleiern ihrer eigenen erlangen. Die Router-Besitzer haben keine Kenntnis, dass nach einer Infektion ihre IP-Adressen für kriminelle Zwecke missbraucht wurden. Zur Zahlung mussten die Täter eine Plattform nutzen, die anonyme Käufe mittels Kryptowährungen ermöglicht. Europol schätzt, dass die Zahlungsplattform mehr als 5 Millionen Euro von den Proxy-Dienst-Kunden erhalten hat.

Internationale Strafverfolger aus Bulgarien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Rumänien, Ungarn, Österreich und den Vereinigten Staaten zusammen mit Eurojust und Europol waren an der „Operation Lightning“ beteiligt. Es ist bei weitem nicht die erste Aktion mit internationaler Kooperation der Strafverfolgungsbehörden gegen Botnets und die Hinterleute. Auch in der „Operation Endgame“ aus dem Jahr 2024 [3] oder „Operation Endgame 2.0“ aus 2025 [4] gingen sie gegen die Cyberkriminellen und gegen Malware-Autoren sowie Botnetze vor. Residential-Proxy-Netze sind zunehmend Ziel von Maßnahmen gegen Online-Kriminalität. Google hat etwa Ende Januar dem IPIDEA-Residential-Proxy-Netz einen empfindlichen Schlag versetzt [5] und Millionen Geräte dort herausgezogen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11210107

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Botnet
[2] https://www.europol.europa.eu/media-press/newsroom/news/europol-and-international-partners-disrupt-socksescort-proxy-service
[3] https://www.heise.de/news/Operation-Endgame-Grosser-Schlag-gegen-weltweite-Cyberkriminalitaet-9741012.html
[4] https://www.heise.de/news/Operation-Endgame-2-0-20-Haftbefehle-Hunderte-Server-ausser-Gefecht-gesetzt-10394215.html
[5] https://www.heise.de/news/Google-zieht-Millionen-Geraete-aus-IPIDEA-Residential-Proxy-Netz-11158935.html
[6] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de

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  • 13. März 2026 um 11:48
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