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Radsport-Spiele: Tour de France 2026 bringt Wetter und Zwift radelt Gravel

Von Peter Steinlechner
Neues für virtuelle Rennradler und Indoor-Sportler: Das offizielle Tour-de-France -Spiel erfordert Wetterplanung, Zwift lockt mit Gravel.
Artwork der Gravel-Umgebung von Zwift (Bild: Zwift)
Artwork der Gravel-Umgebung von Zwift Bild: Zwift

Für Radsport-Fans mit PC oder Konsolen stehen gleich mehrere Neuheiten an. Das Entwicklerstudio Cyanide bringt wie jedes Jahr zwei Spiele auf Basis der Tour de France. Eines davon heißt Tour de France 2026, es bildet alle 21 Etappen der diesjährigen Rundfahrt nach, darunter den Start in Barcelona mit der Sagrada Familia sowie das Finale rund um Montmartre in Paris.

Neu ist vor allem die Technik: Nach dem Wechsel auf Unreal Engine 5 sollen diesmal erstmals dynamische Wetterbedingungen ins Rennen eingreifen, was bei der Planung berücksichtigt werden sollte. Neben dem Solomodus gibt es Online-Multiplayer für bis zu sechs Fahrer.

Für PC-Spieler womöglich noch spannender ist Pro Cycling Manager 26. Die Management-Simulation bleibt bei ihrem Kern aus Kaderplanung, Budgetverwaltung und Sponsorensuche, soll die Saisonplanung aber realistischer abbilden.

Vor jedem Start lassen sich die Rollen der Fahrer gezielter festlegen, außerdem werden offizielle Trikots und Teams wie UAE Team Emirates XRG oder Red Bull-Bora-Hansgrohe nachgebildet.

Zwift: Wettrennen auf Gravel Mountain

Die beiden Spiele sind ab dem 4. Juni 2026 erhältlich – genau einen Monat vor dem Start der echten Tour de France. Pro Cycling Manager 26 erscheint exklusiv für Windows-PC und Tour de France 2026 kommt zeitgleich für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S.

Wer lieber selbst in die Pedale tritt: Das Indoor-Radsport-Ökosystem Zwift baut laut Blog sein Angebot für die kommende Saison deutlich aus. Schon im April 2026 soll die Companion-App eine Wochenplanung für Workouts, Routen, Events und Robopacer-Fahrten erhalten.

Geplante Aktivitäten fließen dann direkt in die Fitness-Ansicht ein, inklusive importierter Einheiten aus Drittanbieter-Verbindungen. Ebenfalls angekündigt sind konfigurierbare HUD-Felder für Workouts mit bis zu 13 Messwerten.

Dazu kommt eine neue reine Gravel-Event-Karte namens Gravel Mountain ab dem 6. April 2026, höhere Levelgrenzen für Radfahrer und Läufer sowie ab Sommer Indoor-/Outdoor-Challenges über angebundene Garmin-, Wahoo- oder Hammerhead-Konten. Am 26. Juni wächst zudem die Paris-Karte um den Montmartre-Anstieg.

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  • 28. März 2026 um 13:20

Lieferprobleme: Jetzt werden offenbar auch SD-Karten knapp

Von Peter Steinlechner
Sony nimmt Speicherkarten kurzfristig aus dem Verkauf. Hinter dem Schritt stecken anhaltende Engpässe bei zentralen Komponenten.
Fotografen sind auf solche SD-Karten angewiesen. (Bild: KAZUHIRO NOGI/AFP via Getty Images)
Fotografen sind auf solche SD-Karten angewiesen. Bild: KAZUHIRO NOGI/AFP via Getty Images

Sony zieht bei Speicherkarten überraschend die Reißleine: Der Hersteller nimmt seit dem 27. März 2026 vorübergehend keine Bestellungen für zahlreiche Modelle mehr an. Laut einer offiziellen Erklärung sind sowohl schnelle CFexpress-Karten als auch viele SD-Karten betroffen, wie sie etwa in Kameras und anderen professionellen Workflows eingesetzt werden.

Konkret nennt Sony mehrere Serien, darunter CFexpress Type A und Type B sowie diverse SDXC- und SDHC-Karten. Die Maßnahme gilt sowohl für Händler als auch für Direktkunden im japanischen Sony Store.

In der Mitteilung spricht das Unternehmen von einer "vorübergehenden Aussetzung der Bestellannahme" und entschuldigt sich für die Einschränkungen. Als Grund nennt Sony Engpässe bei wichtigen Komponenten. Der Konzern rechnet damit, die Nachfrage "für absehbare Zeit" nicht vollständig bedienen zu können.

Schnell noch SD-Karten kaufen

Für Nutzer bedeutet das vor allem schlechtere Verfügbarkeit, teils auch steigende Preise. Einzelne Modelle könnten zwar noch im Handel auftauchen, solange Restbestände vorhanden sind, doch eine Entspannung ist kurzfristig nicht in Sicht.

Betroffen sind professionelle Anwender, etwa Fotografen und Videoproduzenten, die auf CFexpress-Karten mit sehr hohen Datenraten angewiesen sind.

Engpässe bei Halbleitern sorgen seit Jahren immer wieder für Probleme entlang der Lieferkette – von GPUs über SSDs bis hin zu spezialisierten Speichermedien. Die stark gestiegene Nachfrage, etwa durch KI-Infrastruktur, verschärft die Lage zusätzlich.

Einen konkreten Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Bestellungen nennt Sony nicht. Damit bleibt unklar, wann sich die Situation normalisiert oder ob einzelne Modelle längerfristig schwer verfügbar bleiben. Früher oder später dürften auch andere Länder und Hersteller betroffen sein.

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  • 28. März 2026 um 12:30

Sicherheit: Dobrindt will KI-Gesichtserkennung an Bahnhöfen

Von Peter Steinlechner, dpa
Innenminister Dobrindt will intelligente Kameras an Bahnhöfen. Sie sollen nicht nur Waffen erkennen können, sondern auch Gesichter.
Sicherheitskamera mit Gesichtserkennung bei einem Test am Berliner Bahnhof Südkreuz (2017) (Bild: Steffi Loos/Getty Images)
Sicherheitskamera mit Gesichtserkennung bei einem Test am Berliner Bahnhof Südkreuz (2017) Bild: Steffi Loos/Getty Images

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) möchte an Bahnhöfen in Deutschland Kameras mit künstlicher Intelligenz (KI) einführen. "Wir haben ja schon einen intensiven Ausbau der Kameratechnik an einer Reihe von Bahnhöfen" , sagte er bei einem Besuch der Bundespolizei im Berliner Hauptbahnhof.

Deren Technik müsse allerdings immer wieder erneuert werden. "Uns geht es darum, dass wir auf die neueste Technik umstellen und dann auch in der Lage sind, neue Software einzuführen, künstliche Intelligenz einzuführen."

Diese müsse in der Lage sein, biometrische Gesichtserkennung durchzuführen, Waffen und verdächtiges Verhalten zu erkennen und die Polizei frühzeitig zu warnen. "Die Technik kann das heute, sie muss dann allerdings auch zum Einsatz kommen" , sagte der Minister im Gespräch mit der Deutschen Presse Agentur (dpa).

Datenschützer dürften nicht begeistert sein

Mit Blick auf die biometrische Gesichtserkennung wolle die Regierung die notwendigen Gesetzesänderungen schaffen, damit die entsprechenden Befugnisse geschaffen würden.

Gemeint sind Systeme, die Videodaten automatisiert auswerten und Auffälligkeiten wie ungewöhnliche Bewegungsmuster erkennen können. Solche Anwendungen werden bereits in Pilotprojekten getestet und können Aufnahmen in Echtzeit analysieren.

Flächendeckend ist der Einsatz von Kameras mit biometrischer Gesichtserkennung an Bahnhöfen nicht erlaubt, in einzelnen Bundesländern aber schon. Hessen schuf im vergangenen Jahr als erstes Bundesland die Grundlagen für den Einsatz von KI bei der Polizeiarbeit.

Datenschützer dürften die Ideen von Dobrindt ablehnen, etwa wegen möglicher Fehlalarme und Eingriffe in die Privatsphäre.

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  • 28. März 2026 um 11:50

Störungsmeldung vom 27.03.2026 10:50

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
27.03.2026 10:50
Region
Großrosseln (06809)
Provider
T-Online
Zugangsart
VDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 27. März 2026 um 10:50

Zapfsäule unter Staatsaufsicht: Deutschlands Kraftstoffmarkt im Umbruch

Von Christoph Jehle
Zapfsäulen untereinander verschoben

Deutschlands Kraftstoffmarkt wandelt sich: Internationale Ölkonzerne ziehen sich zurück, Regulierung kommt. Drohen bald Tankstellenschließungen?

Die Bundesregierung hatte die deutsche Mineralölwirtschaft dieser Tage zum Rapport bestellt und musste mit den britischen Konzernen Shell und BP als Mutter von Aral und deren Berliner Statthalter vorlieb nehmen.

Alle anderen internationalen Konzerne haben sich in letzter Zeit vom deutschen Markt verabschiedet und ihre Marken an Dritte lizenziert, welche die verkehrsgünstige Lage der etablierten Tankstellen nutzen, für die jedoch der Mineralölverkauf nur noch ein Nebengeschäft ist.

Die Marke "Esso" von Exxon Mobil wurde 2018 in Deutschland von der britischen EG Group [1] übernommen. Über ihr Tochterunternehmen "Echo Tankstellen" betreibt sie das gesamte deutsche Tankstellennetz von Esso und ist zudem auch für Shop-Konzepte, Kraftstoff-Preisgestaltung und Waschgeschäft verantwortlich.

Die Übernahme des TotalEnergies Tankstellennetzes in Deutschland durch Circle K. erfolgte Anfang 2024. Das kanadische Convenience-Store Unternehmen Alimentation Couche-Tard mit seiner Marke Circle K hatte damals das deutsche Tankstellennetz und Tankkartengeschäft von TotalEnergies erworben.

Die Jet-Tankstellen [2] in Deutschland und Österreich wurden mehrheitlich (65 Prozent) an ein Konsortium aus den Investmentfirmen Stonepeak und Energy Equation Partners verkauft. Der bisherige Mutterkonzern Phillips 66 behält 35 Prozent und liefert weiterhin Kraftstoff.

Ob der Name "Jet" bestehen bleibt, scheint nicht gesichert. Nach der Übernahme der OMV-Tankstellen durch die EG Group wurden diese bald in "Esso" umgeflaggt.

Der britische Ölkonzern Shell, der in Deutschland rund 2.000 Takstellen betreibt, hatte 2002 das DEA-Tankstellenetz übernommen und bis 2004 in "Shell" umgeflaggt (Wegen des Markenrechts blieb eine DEA-Tankstelle [3] erhalten). Im vergangenen Jahr erwägte Shell die Übernahme von BP [4], die in Deutschland unter der Marke "Aral" aktiv ist.

Als kleinere Marken sind noch die polnische Star/Orlen [5] im deutschen Markt aktiv, die ihr Netz 2003 aufgrund von Entflechtungs-Entscheidungen des Bundeskartellamts im Rahmen der Marktkonsolidierungsprozesse erwerben konnten.

Neben diesen bekannteren Marken sind noch freie Tankstellen mit einem Marktanteil von etwa 20 Prozent in Deutschland aktiv sowie eher regionale Anbieter wie Avia [6] und die zur libyschen Oilinvest [7] zählenden Tamoil und HEM.

Auch auf der Seite der Raffinerien gibt es seit Jahren eine Absetzbewegung. Zuletzt hatte sich nur der russische Konzern Rosneft in den deutschen Raffineriemarkt eingekauft und sich ein Drittel der Kapazitäten gesichert, was ihm inzwischen jedoch eine unbefristete Treuhandverwaltung [8] durch die BundesNetzAgentur eingebracht hat.

Die unter Treuhandverwaltung stehende Gruppe wurde jetzt zumindest für die Raffinerie PCK in Schwedt von den US-Sanktionen befreit [9] und kann den Osten der Republik wieder sicher mit Kraft- und Brennstoffen versorgen, die aus russischem Öl produziert werden.

Entbürokratisierung oder mehr Bürokratie?

Die durch den völkerrechtswidrigen Angriff von Israel und den USA auf den Iran ausgelöste Preisentwicklung am Mineralölmarkt sorgt bei den Kunden für beachtlichen Unmut an den Zapfsäulen, den die Bundesregierung nun mit technischen Mitteln einzufangen gewillt ist.

Verstöße gegen die neuen Vorschriften könnten mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro geahndet werden, was so mancher Tankstelle den Boden unter den Füßen wegreißen würde und vorsichtige Zeitgenossen dazu bringen könnte, sich aus dem Kraftstoffgeschäft mit seinen geringen Margen zurückzuziehen.

Import einer Idee aus Österreich

Eine Idee in diesem Zusammenhang ist die Einschränkung der Preiserhöhungen nach österreichischem Vorbild [10]. Die 14.000 Stationen sollen ihre Preiserhöhungen nur noch um 12:00 vornehmen dürfen und sogleich an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe [11] melden.

Ob diese technisch dem Ansturm von über 14.000 Meldungen gewachsen ist oder dieser zeitgleiche Ansturm das System in die Knie zwingt, muss sich erst noch zeigen.

Spätestens ein koordinierter DoS-Angriff dürfte das eingespielte System aus dem Gleichgewicht bringen. Die Überwachung der Preisänderungen vor Ort und ihrer Meldung an die Markttransparenzstelle liegt zudem nicht beim Bundeskartellamt, sondern bei den Landeskartellbehörden der 16 Bundesländer.

Für eine kürzlich gemeldete Forderung, dass Ölkonzerne eine Preiserhöhung vorab begründen [12] müssen, gibt es offensichtlich keine Rechtsgrundlage. Die im gleichen Beitrag der Zeit angeführte Idee, dass die Unternehmen der Mineralölwirtschaft darlegen müssten, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt seien, erfordert eine gezielte Anforderung durch das Bundeskartellamt.

Für die jetzt öffentlich lautstark geforderte Umkehr der Beweislast benötigt es übrigens kein neues Gesetz, denn die ist im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) § 29 Energiewirtschaft [13] schon längst so festgelegt.

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, stellte aktuell fest, dass sich die Margen im Mineralölhandel seit dem Beginn des Iran-Kriegs nicht geändert hätten. Er sprach im Zusammenhang mit der von der Koalition geplante Verschärfung des Kartellrechts von einem Paradigmenwechsel.

Wenn jetzt im Nachgang Preiserhöhungen als nicht rechtmäßig deklariert würden, könnte dies dazu führen, dass weitere Unternehmen aus dem deutschen Markt aussteigen und sich der Weg zur nächsten Tankstelle verlängern und das Angebot eingeschränkt würde.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11225369

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.eg.group/de/nachrichten/verkauf-abgeschlossen-esso-tankstellennetz-in-deutschland-wird-von-eg-group-betrieben/
[2] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/jet-investoren-uebernehmen-mehrheitsanteil-an-tankstellen-kette/100128920.html
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/DEA_Deutsche_Erd%C3%B6l_AG#%C3%9Cbernahme,_Umstrukturierung_und_Verkauf_durch_RWE
[4] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/oelkonzerne-shell-denkt-offenbar-ueber-uebernahme-von-bp-nach/100125875.html
[5] https://www.orlen-deutschland.de/DE/UberORLEN/star-tankstellen/Seiten/default.aspx
[6] https://www.avia.de/ueber-uns
[7] https://www.oilinvest.com/
[8] https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Treuhand/Rosneft/start.html
[9] https://www.zeit.de/news/2026-03/05/us-oelsanktionen-dauerhafte-ausnahme-fuer-rosneft-deutschland
[10] https://en2x.de/2026/03/12/tankstellenverbaende-warnen-vor-preisregulierung-nach-oesterreichischem-vorbild/
[11] https://www.bundeskartellamt.de/DE/Aufgaben/MarkttransparenzstelleFuerKraftstoffe/MTS-K_Infotext/mts-k_node.html
[12] https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/kartellrecht-verschaerfen-tankstelle-benzinpreis-sprit-gesetz?mj_campaign=nl_ref&mj_content=zeitde_text_link_x&mj_medium=nl&mj_source=int_zonaudev_Was%20jetzt%3F
[13] https://www.gesetze-im-internet.de/gwb/__29.html

Copyright © 2026 Heise Medien

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  • 28. März 2026 um 16:00

Zwischen Marktmacht und Verlustgeschäft – was bleibt, wenn Tegut geht

Von Susanne Aigner
Edeka-

Migros zieht sich zurück, Edeka und Rewe stehen bereit. Für Bauern, Mitarbeiter und Kunden geht es um mehr als Filialen – das Kartellamt könnte entscheiden.

Zieht sich Tegut aus Hessen zurück, geht nicht nur eine Tradition zu Ende, sondern auch ein Konzept, das auf Lebensmittel aus regionalem Anbau setzt. Unklar ist zudem, was dann aus den regionalen Vermarktungsketten wird. Den betroffenen Betrieben fehlt dann die Planungssicherheit – nicht nur in Hessen, auch bei Landwirten in Unterfranken.

Thomas Schwab von den Remlinger Rüben [1] zum Beispiel vermarktet einen guten Teil seiner Erzeugnisse über Tegut. Sein Betrieb gehört zu einem Verbund von 25 in Mainfranken ansässigen Vertragslandwirten, die die Supermarktkette seit mehr als 25 Jahren mit Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln in Bio-Qualität beliefern.

Die Anbaufläche der Vertragslandwirte beträgt zusammen rund 180 Hektar. Alle diese Betriebe müsse sich nun umorientieren und neue Absatzmärkte suchen, falls sie vom Nachfolgeunternehmen nicht übernommen werden, betont der Betriebsleiter der Remlinger Rüben [2]

Regionale Vertragspartner müssen sich neue Absatzwege suchen

Auch Backwaren der Antonius-Bäckerei, Spirituosen der Schlitzer Destillerie, Eis der Eisheiligen aus Gersfeld und Eier aus der Rhön gehören zum Tegut-Sortiment.Der Antonius-Hof [3] in Haimbach bei Fulda zum Beispiel, auf dem mehr als 100 Menschen arbeiten, war über viele Jahre hinweg ein wichtiger und zuverlässiger regionaler Partner.

Verschiedene Tegut-Märkte waren mit Gemüse wie Kohl und Rettich, Getreide für Müsli, Fruchtaufstriche und Chutneys beliefert worden. In einigen Filialen gab es sogar eigene Regale und eine Brotauswahl. Nun wird Antonius seine Anbau- und Produktionsplanung anpassen und neue Absatzwege für seine Produkte erschließen müssen [4].

Unklar ist auch, wie es mit dem Markenfleischprogramm LandPrimus [5]weitergeht. Verschwindet die Marke Tegut wie geplant bis zum Jahresende, würden die Absatzmöglichkeiten für regionales Fleisch weiter eingeschränkt [6]. Regionale Produkte, faire Erzeugerpreise – bei einer Übernahme durch große Handelsketten dürfte all das keine Rolle mehr spielen.

Viele Mitarbeiter sind von Kündigung bedroht

Mehrere deutsche Lebensmittelhändler sind an einer Übernahme von Tegut-Supermärkten interessiert. Voraussichtlich wird Edeka einen großen Teil der Filialen samt Personal in Hessen und Bayern übernehmen.

Der kürzlich ausgehandelte Verkaufsvertrag zwischen Migros und Edeka umfasst die Übernahme von 200 Tegut-Filialen [7], das Logistikzentrum in Michelsrombach und die Herzberger Bäckerei. Zudem verhandelt Migros mit Rewe über das zweitgrößte Filialpaket. Aldi Nord soll sich ebenso für einige Standorte interessieren.

Auch könnte Tante Enso mit seinen halbautonomen Mini-Supermärkten [8] in Verkaufsgespräche einsteigen. Dadurch könnte sich nicht nur der Verkaufserlös für Migros erhöhen.

Neben dem Logistikzentrum in Hünfeld und der Zentrale in Fulda sind rund 6.000 Mitarbeiter in rund 300 Filialen in mehreren Bundesländern betroffen. Bundesweit beschäftigt Tegut 7.400 Mitarbeiter. Über das Schicksal von 1.400 Mitarbeitern werde noch verhandelt, heisst es.

In der Tegut-Zentrale Fulda stehen die Mitarbeiter offenbar vor der Kündigung [9]. Sie arbeiten nun in einem Unternehmen, dessen neuer Besitzer noch auf die behördliche Freigabe wartet und für dessen restliche Standorte der Käufer noch nicht feststeht. Erst kürzlich wurde das Aus für zwei regionale Märkte – in Hofbieber [10] sowie in Wüstensachsen [11] angekündigt.

Was nicht recht ins Bild passen will: Während in Osthessen Filialen den Betrieb einstellten, wurden in Darmstadt [12] und Frankfurt [13] vor einem Jahr neue Tegut-Märkte eröffnet.

Trotz angeblicher Verbesserung soll nun verkauft werden

Das relativ kleine Unternehmen hatte auf dem wettbewerbsintensiven deutschen Markt wenig Chancen, erklären Analysten. Bereits Ende 2024 wurden 120 Stellen abgebaut [14]abgebaut und mehr als 30 Filialen verkauft.

Im vergangenen Jahr habe der operative Verlust umgerechnet rund 30 Millionen Euro betragen. Seit der Übernahme im Jahr 2013 summierte sich der Gesamtverlust demzufolge auf 600 Millionen Euro [15].

Im November 2024 trennte sich Tegut von der langjährigen Geschäftsführung und kündigte einen Stellenabbau an. Die deutsche Tochter müsse bis Ende 2026 schwarze Zahlen schreiben, sonst sei Schluss, habe es zunächst geheißen. Daraufhin wurden in manchen Filialen Frischetheken geschlossen. Die Integration der übernommenen Biomarktkette Basic in Süddeutschland war da bereits gescheitert [16].

Hat Migros seiner deutschen Tochter die Umsätze weggespart?

"Trotz massiver Kosteneinsparungen, welche die operativen Verluste der Tegut-Gruppe im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte reduziert haben, verschärfte sich das Marktumfeld in Deutschland weiter und führte zu rückläufigen Umsätzen."

Genossenschaft Migros [17]

Unter diesen Bedingungen "mit der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße sei das Unternehmen langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig".

Die Marke "Tegut" habe sich vor 13 Jahren als vielversprechende Investition etabliert und sei als strategische Fehlinvestition mit hohen Gesamtverlusten geendet. Das "verschärfte Marktumfeld", auf das sich Migros beruft, habe sich der Konzern ein Stück weit selbst geschaffen, kritisiert [18] der Supermarktblog.

Geschlossene Frischetheken, das ausgedünnte Sortiment, weniger Bio-Produkte – all das dürfte mit dafür gesorgt haben, dass sich bisherige Stammkunden umorientierten.

Auch modernisierte Teo-Märkte sollen an Edeka gehen

Die durch die GMZ veranlasste Sanierung habe womöglich einem ganz anderen Zweck gedient als dem offiziell angegebenen, so die Vermutung. Auffällig sei auch das Timing: Die finanziellen Auswirkungen der jetzigen Transaktion sollen bereits im Jahresabschluss 2025 sichtbar sein, der Ende März veröffentlicht wird. Das sehe so aus, als sei es sehr gut vorbereitet worden.

Hinzu kommt, dass Smart Retail Solutions kürzlich alle Teo-Märkte umgestellt hat [19]: mit neuen Farben, neuen Sortimenten, in ein neues Corporate Design gehüllt, Markenrechte und Patente gesichert und als eigenständiges Technologieunternehmen positioniert. All das wandert mit der Übernahme nun an Edeka.

Kann das Kartellamt die Übernahme-Pläne stoppen?

Die Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel ist bereits jetzt sehr hoch. So teilen sich Aldi, Edeka, Rewe und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) bereits 75 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels. Geht die Transaktion wie geplant durch, verstärkt sich die hohe Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weiter.

Das Argument, es reiche aus, wenn Verbraucher in einer Region genügend Auswahl zwischen verschiedenen Supermärkten hätten, greife zu kurz, erklärt der Jurist Rupprecht Podszun [20] in der Fuldaer Zeitung. Denn die Marktmacht der großen Handelsketten wirken nicht nur regional. Die Unternehmen drängten zunehmend selbst in die Lebensmittelproduktion.

"Wir können nicht einerseits eine hohe Konzentration beklagen und andererseits zusehen, wie die letzten kleinen Wettbewerber von genau diesen Unternehmen geschluckt werden", warnt der Kartellrechtler. Er hält es sogar für möglich, dass das Kartellamt die Übernahme-Pläne noch stoppt.

Weitere Marktkonzentration im LEH verhindern!

Die hohe Marktkonzentration und steigende Preisaufschläge auf Lebensmittel durch Hersteller und Einzelhandel sei besorgniserregend, heißt es in einem im November 2025 veröffentlichten Sondergutachten der Monopolkommission [21].

Der Wettbewerb sei geschwächt, während Landwirte insbesondere in der Milch- und Fleischwirtschaft langfristig kaum profitieren. Vor diesem Hintergrund sei "die voranschreitende Konzentration im Einzelhandel zu stoppen und künftige Zusammenschlüsse verstärkt daraufhin zu prüfen, wie sie sich auf die gesamte Lieferkette auswirken".


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11225026

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.remlinger-rueben.de/
[2] https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/migros-verkauft-tegut-unsicherheit-bei-landwirten,VDeJhHl
[3] https://www.tegut.com/herkunftscheck/hersteller/antonius-hof.html
[4] https://www.fuldaerzeitung.de/hessen/tegut-verkauf-unternehmen-zukunft-mitarbeiter-filiale-zentrale-logistikzentrum-filialen-zr-94217675.html
[5] https://www.tegut.com/angebote-produkte/landprimus.html
[6] https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/landwirte-besorgt-macht-edeka-tegut-lieferanten-639781
[7] https://www.handelsblatt.com/dpa/einzelhandel-migros-trennt-sich-von-tegut-edeka-uebernimmt-filialen/100207575.html
[8] https://www.fuldaerzeitung.de/huenfelder-land/schluessel-fuer-tante-enso-markt-in-mansbach-uebergeben-eroeffnung-16-april-93661603.html
[9] https://www.fuldaerzeitung.de/hessen/filialen-tegut-verkauf-unternehmen-zukunft-mitarbeiter-filiale-zentrale-logistikzentrum-zr-94217675.html
[10] https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/in-hofbieber-schliesst-2026-zukunft-des-gebaeudes-ungewiss-tegut-markt-94206534.html
[11] https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/der-rhoen-verliert-ihren-letzten-supermarkt-gemeinde-in-94074924.html
[12] https://www.tegut.com/presse/artikel/tegut-feiert-die-neueroeffnung-eines-supermarkts-in-der-darmstaedter-lincoln-siedlung.html
[13] https://www.tegut.com/presse/artikel/gute-lebensmittel-in-frankfurt-tegut-oeffnet-neuen-supermarkt-im-schoenhof-viertel.html
[14] https://www.hessenschau.de/wirtschaft/tegut-mutter-migros-baut-120-jobs-ab-und-verkauft-ueber-30-filialen-v5,tegut-stellenstreichungen-100.html
[15] https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-aus-fuer-tegut-migros-gibt-sanierung-auf-und-verkauft-an-edeka-100.html
[16] https://www.supermarktblog.com/2025/06/02/zwischen-allen-stuehlen-warum-tegut-mit-der-basic-integration-scheitert/
[17] https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-aus-fuer-tegut-migros-gibt-sanierung-auf-und-verkauft-an-edeka-100.html
[18] https://www.supermarktblog.com/2026/03/11/ende-mit-schrecken-wie-migros-tegut-abgewickelt-hat/
[19] https://www.supermarktblog.com/2025/05/14/teo-wird-eigenstaendig-migros-loest-smartstore-konzept-von-tegut/
[20] https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/jurist-haelt-veto-kartellamt-bei-tegut-verkauf-fuer-moeglich-edeka-rewe-aldi-lidl-94222983.html
[21] https://www.monopolkommission.de/de/gutachten/sondergutachten/sondergutachten-auf-eigene-initiative/484-84-sondergutachten-wettbewerb-in-der-lebensmittellieferkette.html

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  • 28. März 2026 um 14:00

Drohnenabwehr und Infrastruktur: Was Naftogaz den Golfstaaten voraushat

Von Lars Lange
Frontansicht einer Shahed-136-Drohne

Frontansicht einer Shahed-136-Drohne, Ausstellung in Qom/Iran, 2023. Bild: tasnimnews.ir. /Mohammadreza Jabbari/ CC BY 4.0 Deed

Irankrieg: Drohnenangriffe treffen Energieanlagen in Saudi-Arabien, Katar und den VAE. Die Ukraine hat ein Modell entwickelt – das weltweit zum Maßstab wird.

Rund 180 Millionen US-Dollar hat der ukrainische Staatskonzern Naftogaz in den vergangenen Jahren in Luftabwehrsysteme investiert – Störsender, Abfangdrohnen, Betonbarrieren, geplante Bunkeranlagen für Pumpstationen und kostspielige Ausrüstung.

Wie die New York Times [1] berichtet, zahlt das Unternehmen, das Öl und Gas produziert, transportiert und ukrainische Verbraucher mit Gas versorgt, für Geräte, die vom Militär betrieben werden. Naftogaz-Chef Serhiy Koretsky sieht darin ein Modell, das Energiekonzerne weltweit übernehmen müssten – nicht nur in der Ukraine oder im Nahen Osten.

Zwei parallele Konflikte machen dieses Modell zur globalen Referenz: Während Russland seit Jahren ukrainische Energieinfrastruktur mit Drohnen und Raketen beschießt, tobt seit dem 28. Februar 2026 ein Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen sowie Iran auf der anderen Seite – mit iranischen Angriffen auf Energieanlagen in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Was in der Ukraine unter Kriegsbedingungen erprobt wurde, gilt am Golf nun als dringend benötigtes Modell.

Die Waffe: Billig, massenhaft, präzise

Im Zentrum der neuen Bedrohungsarchitektur steht eine Waffe, die ursprünglich aus dem Iran stammt und inzwischen in mehreren Konflikten zum Einsatz kommt: die Shahed-136, eine Suiziddrohne mit Kolbenmotor, die tieffliegend und langsam ihr Ziel ansteuert.

Die Kosten pro Einheit beziffert das Center for Strategic and International Studies [2] (CSIS) auf 20.000 bis 50.000 US-Dollar – ein Bruchteil der Kosten jedes Abwehrmittels, das gegen sie eingesetzt werden kann.

Ihr charakteristisches Motorengeräusch – von Beobachtern mit einem Rasenmäher verglichen – ist inzwischen in der Ukraine, im Jemen und am Persischen Golf bekannt. Da sie niedrig und langsam fliegt, müssen Radaranlagen speziell kalibriert [3] werden, um sie von Vögeln und Gebäuden zu unterscheiden.

Diese Eigenschaften machen sie für klassische Luftverteidigung schwer greifbar – und für den Angreifer zu einem präzisen Werkzeug gegen exponierte Infrastruktur. Russland hat gelernt, diese Präzision taktisch zu nutzen: Russland greift Umspannwerke in koordinierten Doppelschlägen [4] an – zunächst mit einem Splittersprengkopf, der Ölaustritt verursacht, dann mit einem thermobarischen Sprengkopf, der das ausgelaufene Öl entzündet und so maximalen Schaden anrichtet.

Das Ziel: Kritische Infrastruktur als Schwachstelle

Russland zeigt, wie systematische Angriffe die Energieinfrastruktur zermürben: über 400 Treffer auf die Gasversorgung der Ukraine in vier Jahren, mehr als die Hälfte davon zuletzt. Russland setzt dabei auf Wiederholung statt Einzelschlag – es lässt Reparaturen zu und zerstört sie erneut, jeder Angriff verstärkt den Schaden. Entscheidend ist die Kaskade: Mit dem Strom fallen auch Wasser, Heizung und Industrie.

Am Persischen Golf ist dieses Szenario seit dem 28. Februar 2026 Realität. Iran überzieht die Energieinfrastruktur jener Golfstaaten mit Angriffen, die die US-israelische Kriegsführung stützen – mit ballistischen Raketen auf den Industriekomplex Ras Laffan in Katar und Drohnenangriffen auf Anlagen in Saudi-Arabien und den VAE, berichtet Reuters [5]. Katar stellte seine gesamte Flüssigerdgasproduktion ein – ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung.

Die aktuelle Abwehr am Golf: teuer, nicht nachhaltig

Die Golfstaaten reagieren auf iranische Drohnen vor allem mit Plattformen – Kampfflugzeugen – obwohl diese dafür kaum geeignet sind. Die Kostenverhältnisse sind extrem: Eine F-16 kostet über 25.000 Dollar pro Stunde, Abfangraketen bis über eine Million, während eine Shahed-Drohne nur 20.000 bis 50.000 Dollar kostet.

Selbst Patriot-Abfangraketen, die knapp vier Millionen Dollar pro Abschuss kosten, wurden eingesetzt – allerdings laut International Institute for Strategic Studies IISS [6] nur als letztes Mittel. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Golfstaaten hätten in den ersten drei Kriegstagen über 800 PAC-3-Patriot-Raketen verbraucht – deutlich mehr als die Ukraine im gesamten bisherigen Kriegsverlauf.

Middle East Eye [7] weist darauf hin, dass diese Zahl nicht unabhängig verifizierbar ist und eher als politische Warnung denn als auditierter Wert zu lesen sei. Dennoch korrespondiert sie mit einem strukturellen Problem, das EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius benennt: In einem Viermonatszeitraum verbrauchte die Ukraine rund 700 Patriot-Abfangraketen – Lockheed Martin produzierte im gesamten Jahr 2025 lediglich 600 Stück.

Seit dem 28. Februar hat Iran laut Middle East Eye über 1.000 Drohnen und Hunderte Raketen auf die Golfstaaten abgefeuert – allein 812 Drohnen und 186 ballistische Raketen auf die VAE. Trotz großer Luftflotten stoßen die Staaten an Grenzen: Kosten, Verschleiß und Dauerbelastung machen die Abwehr-Intensität langfristig unhaltbar.

Das ukrainische Modell: Schichten statt Einzelsysteme

Während die Golfstaaten primär auf Abfangen setzen, verfolgt die Ukraine einen anderen Ansatz: Härtung, Schichtung und schnelle Reparatur. Naftogaz investierte laut New York Times rund 180 Millionen Dollar in ein System aus Störsendern, Abfangdrohnen und physischen Schutzmaßnahmen.

Das Prinzip: Nicht jeder Angriff muss verhindert werden – entscheidend ist, dass zentrale Komponenten ihn überstehen.

Die Ergebnisse sind messbar: Anfang Februar 2026 meldete die ukrainische Wiederaufbaubehörde Schutzmaßnahmen an 22 Ukrenergo-Umspannwerken (46 Anlagen) – trotz bis zu zwölf Shahed-Treffern täglich wurde kein Transformator zerstört. DTEK setzt auf pragmatische Lösungen wie mit Sandsäcken gefüllte Container und Gabionenwände zur Schadensbegrenzung. Seit Kriegsbeginn stellte der Konzern 24 Millionen Anschlüsse wieder her und investierte rund zwei Milliarden Euro, unter anderem in Batteriespeicher (200 MW) und einen Windpark (500 MW).

Auf militärischer Seite ergänzen Abfangdrohnen, elektronische Kampfführung und mobile Feuerteams das System. Die Ukraine produzierte 2025 nach CSIS-Angaben über 100.000 Abfangdrohnen, im Dezember 2025 liefen täglich fast 950 Anti-Shahed-Abfangdrohnen vom Band. Die Stückkosten liegen zwischen 2.000 und 4.000 US-Dollar – ein Bruchteil der Patriot-Rakete. Die Erfolgsquote dieser Plattformen gibt das ukrainische Verteidigungsministerium mit über 60 Prozent an.

Kritische Einordnung: Teilerfolge, systemische Grenzen

Die genannten Schutzmaßnahmen zeigen auf Anlagenebene nachweisbare Wirkung – aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte. Am 23. Januar 2026 meldete der ukrainische Netzbetreiber Ukrenergo, die Energielage habe sich "erheblich verschlechtert", Reuters [8] zufolge der schlimmste Tag seit dem großflächigen Blackout im November 2022. Die Anlagen arbeiteten "an der Grenze ihrer Kapazitäten", die kumulative Schadenslast früherer Angriffe erzeuge massive Überlastung.

DTEK-Chef Maxim Timchenko sprach gegenüber Reuters von einer Lage "nahe an einer humanitären Katastrophe". Die Ukraine hat inzwischen die Hälfte ihrer gesamten Stromerzeugungskapazität verloren.

Das Paradox ist strukturell: Einzelanlagen können gehärtet werden – und die Härtung wirkt, wie die Ukrenergo-Zahlen belegen. Aber ein Netz ist mehr als die Summe seiner gehärteten Punkte. Unter dauerhaftem Beschuss akkumulieren sich die Schäden an den ungezählten ungeschützten Elementen – Freileitungen, Verteilerstationen, Zuleitungen – schneller, als Reparaturbrigaden sie beheben können.

Der französische Think Tank Fondation pour la Recherche Stratégique [9] (FRS) fasst es nüchtern zusammen: Die ukrainische Luftverteidigung schütze Städte und Energieinfrastruktur beeindruckend – aber begrenzt.

Was strukturell hilft – und was Golfstaaten davon lernen können

Seit Kriegsbeginn exportiert die Ukraine ihr Wissen. Mehr als 200 Militärberater wurden in die Golfstaaten entsandt, erklärte Präsident Selenskyj laut New York Times. Die USA lieferten laut CSIS bereits 10.000 ukrainisch entwickelte Abfangdrohnen in den Nahen Osten. Katar und westliche Offizielle erkunden ukrainische Ortungs- und Störmethoden als günstigere Ergänzung zu Patriot-Abfangraketen.

Der eigentliche Lerneffekt liegt jedoch tiefer als die Technik. Überlebenstauglichkeit, schreibt Omar Ashour in Middle East Eye, sei das Produkt teurer Systeme und billiger, skalierbarer Gegenmaßnahmen – Netze, Barrieren, mobile Feuerteams. Physische Härtung schützt nachweislich auch unter direktem Beschuss. Unterirdisches Verlegen von Pumpstationen entzieht Hochwertziele dem Zugriff ganz.

Freileitungen sind in Tagen reparierbar, Transformatoren brauchen Monate – daraus ergibt sich eine klare Priorisierung. Vorbereitete Reparaturbrigaden mit Ersatzteillager schlagen in dieser Logik jede Abwehrinvestition im Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das Prinzip der Dezentralisierung verlängert diese Überlegung ins Strukturelle: Deutschland betreibt rund 28.000 Onshore-Windräder – eine Zielarchitektur, die sich strategischer Zerstörung schlicht entzieht.

Fazit: Paradigmenwechsel von der Plattform- zur Wirkmittelkriegsführung

Die Daten aus der Ukraine und vom Persischen Golf belegen eine strategische Zäsur, die über den jeweiligen Konflikt hinausweist: Der Übergang von der Plattformkriegsführung – Kampfjet, Panzer, Kriegsschiff als zentrale Wirkmittelträger – zur autonomen Wirkmittelkriegsführung mit massenhaft einsetzbaren, billigen Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen.

Strategische Flächenluftverteidigung war das Instrument der Plattform-Ära – konzipiert gegen Kampfflugzeuge, also gegen Plattformen, die ihrerseits teuer und begrenzt verfügbar waren. Gegen massenhaft produzierte, billige und autonome Wirkmittel greift diese Logik nicht mehr. Gegen moderne Wirkmittelkriegsführung ist sie strukturell nicht finanzierbar.

Die Konsequenz ist eine Neubewertung der Verteidigungsprioritäten. Erstens: Härtung und unterirdisches Verlegen kritischer Infrastruktur als erste und nachweislich wirksamste Linie. Zweitens: Dezentralisierung der Energieerzeugung als strukturelle Resilienz – verteilte Systeme entziehen sich strategischer Zerstörung. Drittens: Vorbereitete Reparaturkapazitäten schlagen Abwehrinvestitionen im Kosten-Nutzen-Verhältnis. Viertens: Punktuelle taktische Abwehr einzelner Hochwertziele bleibt sinnvoll – flächendeckende strategische Luftverteidigung hingegen nicht.

Die entscheidende Frage ist, ob billige Drohnen auch mit billigen Mitteln wirksam gestoppt werden können. Die Ukraine liefert Hinweise darauf – doch verlässliche, unabhängig bestätigte Daten fehlen.

Aus rein militärischer Kostenlogik ergibt sich: Wer kritische Infrastruktur ernsthaft schützen will, investiert auf rein militärischer Ebene betrachtet besser in ballistische Raketen, Angriffsdrohnen und Marschflugkörper als in strategische Flächenabwehr.

Oder man versucht, mit seinen Nachbarn in Frieden zu leben.


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[1] https://www.nytimes.com/2026/03/24/world/europe/ukraine-middle-east-oil-and-gas-drones.html
[2] https://www.csis.org/analysis/unpacking-irans-drone-campaign-gulf-early-lessons-future-drone-warfare
[3] https://www.ft.com/content/56e44d7b-4077-4785-87f6-5027a0beca66
[4] https://www.lemonde.fr/en/international/article/2025/11/03/russia-aims-to-cripple-ukraine-s-power-grid-to-weaken-kyiv_6747041_4.html
[5] https://www.reuters.com/world/middle-east/tehran-warns-gulf-energy-installations-after-oil-industry-facilities-hit-2026-03-18/
[6] https://www.iiss.org/online-analysis/online-analysis/2026/03/defending-the-skies-of-the-arab-gulf-states/
[7] https://www.middleeasteye.net/opinion/could-gulf-states-learn-ukraines-drone-revolution
[8] https://www.reuters.com/business/energy/ukraines-grid-operator-says-energy-situation-has-significantly-worsened-2026-01-23/
[9] https://www.frstrategie.org/en/publications/notes/twenty-one-strategic-lessons-ukraine-war-2026

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  • 28. März 2026 um 12:00

heise+ | 50 Jahre Apple: Die Rückschau

Von Heise
50 Jahre Apple

50 Jahre Apple.

(Bild: Apple)

Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne das kalifornische Start-up in einer Garage. Was danach kam, ist eine erstaunliche Geschichte.

Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Vor 50 Jahren reichten den drei Gründern 2600 Dollar aus, um die Apple Computer Company auf den Weg zu bringen – das sind inflationsbereinigt knapp 15.000 Dollar. Ein halbes Jahrhundert später gehört Apple mit einem Marktwert von rund 4 Billionen US-Dollar zu den erfolgreichsten Unternehmen weltweit.

Die Stellung von Apple ist nicht auf eine Techblase zurückzuführen, sondern beruht auf fundamentalen Fakten. Das Unternehmen ist führend bei Premium-Smartphones, und auch bei den höherwertigen Tablets und Personal Computern hat der kalifornische Konzern mit dem iPad und dem Mac eine herausragende Stellung.

Die legendäre Apple-Garage im Elternhaus von Steve Jobs
Die legendäre Apple-Garage im Elternhaus von Steve Jobs

Die legendäre Apple-Garage im Elternhaus von Steve Jobs.

(Bild: Christoph Dernbach)

In der Garage von 1976 ahnte noch niemand, welche Dimension dieses Unternehmen einmal einnehmen würde. Von den vielen Bastelbuden im Silicon Valley unterschied sich Apple aber bereits damals durch das Verkaufsgeschick von Steve Jobs und die geniale Hardwareeffizienz von Steve Wozniak – und ragte so bereits vor 50 Jahren schnell aus der Masse heraus.


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  • 28. März 2026 um 08:00

Developer-Häppchen fürs Wochenende – Kleinere News der Woche

Von Heise
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova / Shutterstock.com)

Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Qt Framework, VS Code, NativePHP, Node.js, JetBrains, BED-Con, Azul, Tekton, Fluid und KubeVirt.

In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • NativePHP 3.1 [1] ist erschienen – laut dem Entwicklungsteam der bisher größte Performance-Sprung der Werkzeugsammlung für die Entwicklung nativer Desktop- und Mobile-Anwendungen mit PHP. Die Response-Zeiten sollen nun zehnmal schneller sein als bisher. Darüber hinaus hat das Projekt die Mindestversion für Android-SDKs von Android 13 (API-Level 33) auf Android 8 (API-Level 26) heruntergeschraubt, sodass nun deutlich mehr Geräte unterstützt werden.
  • Das neueste der inzwischen wöchentlichen Releases von Visual Studio Code [2] steht bereit: Version 1.113. Darin können Developer alle chatbezogenen Anpassungen aus einem einheitlichen Interface heraus vornehmen. Dieser Editor unter dem Namen „Chat Customizations“ befindet sich noch im Preview-Modus.
  • In Version 6.11 verbessert das Qt Framework [3] die Performance und bringt Neuerungen für Grafik, Konnektivität und Programmiersprachen. Zwei neue Echtzeit-Rendering-Technologien sind mit an Bord: Screen Space Global Illumination (SSGI) zur Simulation des Lichteinfalls auf Oberflächen und Screen Space Reflections (SSR) für das Rendering von Spiegelungen.
  • Eine Petition wirbt dafür, KI-generierten Code aus dem Kern von Node.js zu verbannen [4]. Die Unterzeichner sind der Ansicht, „dass eine Verwässerung des Kerns, der über die Jahre hinweg mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit von Hand verfasst wurde, im Widerspruch zur Mission und den Werten des Projekts steht“. Wer sich beteiligen will, kann im Repo einen Pull Request öffnen.
  • In JetBrains Central bündelt der Hersteller [7] Ressourcen für KI-Agenten in ein einheitliches Produktionssystem. Es verknüpft Tools und die Infrastruktur mit den Agenten, um automatische Arbeitsabläufe auszuführen, zu steuern und zu überwachen. Dabei sind auch externe IDEs und CLIs zugelassen.
  • Die BED-Con, das jährliche Klassentreffen der Berliner Entwickler-Community [8], findet am 23. und 24. September 2026 im Henry-Ford-Bau auf dem Campus Dahlem der Freien Universität Berlin statt. Interessenten können bis zum 26. April Papers einreichen.
  • Das Azul Zulu OpenJDK steht nun als offizielles Docker-Image [9] zur Verfügung und findet sich dort im Katalog [10]. So ist es signiert und auf Sicherheit überprüft. Zur Wahl stehen die LTS-Versionen von Java 8, 11, 17, 21 und 25.
  • Anlässlich der KubeCon EU 2026 beförderte die CNCF die Projekte Tekton [11] und Fluid [12] in den Status „Incubating“. Tekton stellt alle wichtigen Komponenten zum Erstellen von Kubernetes-nativen CI/CD-Workflows bereit. Fluid ergänzt Kubernetes um eine Datenabstraktionsschicht, die zu einem verbesserten Datenfluss und -management speziell für datenintensive Workflows beiträgt.
  • Die Kubernetes-Virtualisierungs-API und -Laufzeitumgebung KubeVirt ist in Version 1.8.0 [13] fertiggestellt. Unter den zahlreichen Neuerungen finden sich etwa eine VM-Backup-API sowie Support für inkrementelle Backups von VMs.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [14].


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[1] https://laravel-news.com/nativephp-v31-the-biggest-performance-leap-yet?utm_medium=feed&utm_source=feedpress.me&utm_campaign=Feed%3A+laravelnews
[2] https://code.visualstudio.com/updates/v1_113
[3] https://www.qt.io/blog/qt-6.11-released
[4] https://github.com/indutny/no-ai-in-nodejs-core
[5] https://enterjs.de/ai.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ejs_ai.empfehlung-ho.link.link&LPID=34830
[6] https://enterjs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ejs_ai.empfehlung-ho.link.link&LPID=34830#AI
[7] https://blog.jetbrains.com/blog/2026/03/24/introducing-jetbrains-central-an-open-system-for-agentic-software-development/
[8] https://sessionize.com/bed-con-2026/
[9] https://www.azul.com/blog/trusted-java-containers-azul-zulu-openjdk-joins-dockers-official-images/
[10] https://hub.docker.com/_/azul-zulu
[11] https://www.cncf.io/blog/2026/03/24/tekton-becomes-a-cncf-incubating-project/
[12] https://www.cncf.io/blog/2026/03/24/fluid-becomes-a-cncf-incubating-project/
[13] https://github.com/kubevirt/kubevirt/releases/tag/v1.8.0
[14] mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer-H%C3%A4ppchen
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  • 28. März 2026 um 09:17

Passwörter raus aus der US-Cloud – aber wohin? | c't uplink

Von Heise

Wie man Passwörter bequem, sicher und souverän verwaltet, vielleicht sogar auf einem eigenen Server, ist diese Woche Thema in c’t uplink.

Es ist ein Interessenkonflikt: Passwortmanager vereinfachen das Leben, weil man mit ihnen mehrere Konten mit jeweils eigenen und sicheren Passwörtern mehr oder weniger komfortabel verwalten kann. So kann man hunderte Passwörter einsetzen, ohne sich die alle merken zu müssen. Zugleich ist der Passwortmanager aber eine sehr attraktive Angriffsfläche – das gilt insbesondere für Online-Passwortmanager, die Passwörter über einen Server zwischen mehreren Endgeräten synchronisieren.

Dieser Datenschatz erweckt auch das Interesse von Behörden. Populäre Passwortmanager – Bitwarden, LastPass, Dashlane – kommen aus den USA oder werden von dortigen Firmen entwickelt. US-Behörden könnten deshalb mit Verweis auf Cloud Act und Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) Zugriff auf die Daten verlangen. Eine aktuelle Untersuchung der ETH Zürich [7] zeigte zudem, dass trotz Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unter bestimmten Bedingungen Passwörter abgreifbar sein können – etwa wenn der Server manipuliert wird.

Manch einer wird sich daher fragen, ob man die eigenen Passwörter nicht vielleicht in souveränere Gefilde umzieht. Welche Alternativen es gibt und wie sinnvoll die sind, diskutieren die c’t-Redakteure Jan Schüßler und Niklas Dierking in der neuen Folge von c’t uplink mit Moderator Keywan Tonekaboni.

Jan Schüßler hat fünf Passwortmanager getestet, die entweder aus Europa stammen und/oder Open Source sind – sowohl cloud-basierte Dienste als auch lokale Lösungen wie KeepassXC/KeepassDX. Niklas Dierking hat Passbolt auf einem eigenen Server installiert und ordnet die Erfahrung im Vergleich zu VaultWarden ein.

Die drei c’t-Redakteure vergleichen Komfort, Kosten und Sicherheitskonzepte der verschiedenen Alternativen. Außerdem gibt das Team praktische Tipps für den Umstieg von einem Passwortmanager zum anderen, erklärt Synchronisierungswege über Syncthing oder Nextcloud und warnt vor typischen Stolperfallen bei der Migration.

Zu Gast im Studio: Niklas Dierking und Jan Schüßler
Host: Keywan Tonekaboni
Produktion: Tobias Reimer

► Unsere Artikel zu Custom-ROMs lesen Sie bei heise+ (€):

Passwortmanager: Gute Gründe für europäische Clouds oder Self Hosting [9]
Fünf Open-Source-Passwortmanager im Vergleich [10]
Passbolt: Den europäischen Open-Source-Passwortmanager selbst hosten [11]
Anleitung: Von LastPass zum Passwortmanager KeePassXC wechseln [12]
► Raspberry Pi als zentralen Backup-Server mit Syncthing einrichten: Teil 1 [13] + Teil 2 [14]
Anleitung: Raspberry Pi als Passwort-Server einrichten  [15]

Im Newsletter c't Open Source Spotlight [16] ordnen Keywan und Niklas aktuelle Entwicklungen rund um freie Software ein und stellen innovative Open-Source-Anwendungen vor. Jetzt anmelden [17] und an jedem zweiten Freitag eine neue Ausgabe erhalten.

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[10] https://www.heise.de/ratgeber/Fuenf-Open-Source-Passwortmanager-im-Vergleich-11172914.html
[11] https://www.heise.de/ratgeber/Passbolt-Den-europaeischen-Open-Source-Passwortmanager-selbst-hosten-11172920.html
[12] https://www.heise.de/ratgeber/Anleitung-Von-LastPass-zum-Passwortmanager-KeePassXC-wechseln-5075363.html
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  • 28. März 2026 um 06:30

Finnland will Stationierung von Atomwaffen erlauben

Von Pavel Devyatkin
Zwei Uniformierte und eine Gruppe Menschen auf einer freien Betonfläche  bei der finnischen Fahne.

4. April 2023: Die finnische Fahne wird erstmals am Nato-Hauptquartier in Brüssel gehisst.

(Bild: Alexandros Michailidis, shutterstock)

Washington sollte klarstellen, dass es keine Nuklearwaffen nahe der über 800 Meilen langen russisch-finnischen Grenze stationieren will.

Finnland bewegt sich [1] darauf zu, sein langjähriges gesetzliches Verbot der Stationierung von Atomwaffen auf finnischem Territorium aufzuheben. An der sensiblen NATO-Grenze zu Russland ist das ein Schritt in die falsche Richtung.

Die USA sollten das erste Land sein, das gegen diese leichtfertige Kehrtwende Einspruch erhebt.

Am 5. März veröffentlichte Helsinki Entwürfe für Änderungen am Atomenergiegesetz und am Strafgesetzbuch, die es ermöglichen würden, Atomwaffen nach Finnland zu bringen oder dort zu stationieren – trotz weit verbreiteter öffentlicher Skepsis [2] gegenüber dieser Änderung.

Weit verbreitete öffentliche Skepsis

Offizielle betonen, Finnland strebe kein eigenes Atomwaffenarsenal an, und Präsident Alexander Stubb hat hervorgehoben [3], dass sein Land nicht beabsichtige, in Friedenszeiten Atomwaffen zu beherbergen. Dennoch würde diese Änderung eine Beschränkung für künftige Regierungen aufheben [4], sodass jede nachfolgende Regierung entscheiden könnte, die dauerhafte Präsenz von Atomwaffen zu erlauben.

Finnlands Verbot [5] von Atomwaffen geht auf das Jahr 1987 zurück, als das Land neutral war und versuchte, sich das Wohlwollen seines mächtigen Nachbarn, der Sowjetunion, zu sichern. In der Praxis sollte das Verbot ursprünglich der möglichen Stationierung sowjetischer Atomwaffen auf finnischem Boden zuvorkommen.

Verbot seit 1987

Porträtfoto
Gastautor Pavel Devyatkin (Bild: RS [6])orträtfoto

Auch nach dem Ende des Kalten Krieges hielt Finnland an dem Verbot fest – Ausdruck eines tief verwurzelten nationalen Bekenntnisses zur Atomwaffenfreiheit. Nun will die Regierung diese Beschränkung aufheben.

Verteidigungsminister Antti Häkkänen behauptet [7], diese Änderung diene der Angleichung finnischen Rechts an NATO-Anforderungen. Doch Finnland ist der NATO mit dem Verbot beigetreten. Das Bündnis hat nicht darauf bestanden, dass Finnland von dieser langjährigen Politik abrückt – und das aus gutem Grund: Die Abschreckungsstrategie der NATO funktioniert bereits ohne die Stationierung von Atomwaffen in Finnland.

Warum das für Washington wichtig ist

Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Washington. Finnland ist seit 2023 NATO-Mitglied, und das Verteidigungskooperationsabkommen zwischen den USA und Finnland (DCA) verknüpft [8] amerikanische Streitkräfte mit finnischem Territorium und Infrastruktur.

Das 2023 unterzeichnete und seit 2024 geltende Abkommen schafft einen Rahmen für Zugang, Ausbildung, Transit sowie die Vorpositionierung und Lagerung von US-Ausrüstung und -Material in Finnland.

Das DCA wurde abgeschlossen, als finnisches Recht nukleare Sprengkörper noch verbot. Diese rechtliche Einschränkung hielt die US-finnische Verteidigungsbeziehung ausdrücklich nicht-nuklear.

Finnland schreibt die Spielregeln neu

Hebt Finnland dieses Verbot nun einseitig auf, schreibt es die Spielregeln dieser Beziehung neu. In Washington hat niemand öffentlich um diesen Schritt gebeten, und es ist nicht ersichtlich, dass die USA ihn überhaupt wünschen.

Selbst wenn es keine Pläne gibt, US-Atomwaffen nach Finnland zu bringen, erhöht bereits die bloße Möglichkeit den Druck auf die Sicherheitslage in Europa. Sollte sich eine Krise zuspitzen und der Kreml glauben, dass nuklearfähige NATO-Kampfflugzeuge von Finnland aus operieren könnten – das eine mehr als 1340 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt –, könnte die Lage schnell außer Kontrolle geraten.

Schwelle für präventive russische Maßnahmen könnte sinken

Forscher des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) warnen [9], dass die Präsenz nuklearfähiger F-35 in der Nähe russischer strategischer U-Boot-Stützpunkte, die etwa 160 Kilometer von der finnischen Grenze entfernt liegen, die Schwelle Russlands für präventive Maßnahmen senken könnte.

Russische Offizielle wiederum erklären [10] bereits, dass Finnland im Falle der Stationierung von Atomwaffen zu einer direkten Bedrohung für Russland würde und Moskau „angemessene Maßnahmen“ ergreifen werde.

Ein europäischer Trend

Finnlands Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Teile Europas mit einem stärker nuklearisierten Kontinent liebäugeln [11].

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte am 2. März im Rahmen einer grundlegenden Aktualisierung der französischen Verteidigungsdoktrin, Frankreich werde seinen Bestand an nuklearen Sprengköpfen erhöhen [12], und deutete an, dass nuklear bewaffnete französische Jets im Rahmen eines von ihm als „Vorwärtsabschreckung“ bezeichneten Konzepts vorübergehend in verbündeten Ländern stationiert werden könnten.

Berichten zufolge haben führende Politiker aus Deutschland, Dänemark [13], Schweden [14] und Polen [15] Gespräche [16] mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich über mögliche nukleare Zusammenarbeit geführt.

Diese Entwicklungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender europäischer Sorgen, ob die USA weiterhin als Sicherheitsgarant Europas fungieren werden, während Washington Asien priorisiert und neue Kriege im Nahen Osten beginnt.

Gefährliche Dynamik

Einige europäische Analysten warnen, dass diese Dynamik gefährlich ist. Wie der französische Politikwissenschaftler Olivier Zajec argumentiert [17], ist die Vorstellung einer "freundlichen Proliferation" in Europa eine gefährliche Illusion, getrieben von der Angst vor einem amerikanischen Rückzug.

In Wirklichkeit würde jede nukleare Ausweitung in Europa lediglich eine Gegenreaktion der USA provozieren und Allianzen belasten, anstatt für mehr Sicherheit zu sorgen. Europäer, die glauben, Washington werde untätig zusehen, während Europa nuklear aufrüstet, verkennen grundlegend die strategische Position der USA.

Die nukleare Landkarte Europas wird komplizierter

Kurz gesagt: Washington hat kein Interesse daran, die nukleare Landkarte Europas noch komplizierter zu machen. Wie Elbridge Colby, Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, Anfang des Monats sagte [18], würden die USA sich "energisch widersetzen", wenn ein europäischer Verbündeter eigene nukleare Fähigkeiten entwickeln wollte.

Die gleiche Logik sollte für die Stationierung weiterer Atomwaffen nahe Russland gelten. „Freundliche Proliferation“ ist eine Illusion. Zusätzliche Atomwaffen oder nukleare Akteure erhöhen lediglich das Risiko von Missverständnissen oder unbeabsichtigter Eskalation.

Colbys umfassendere Vision eines "NATO 3.0" beruht auf einer klaren Arbeitsteilung: Europa soll starke konventionelle Streitkräfte aufbauen, während die nukleare Abschreckung amerikanisch bleibt. Diese Abschreckung ist bereits erheblich: Die USA lagern [19] etwa 100 Atomwaffen in Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Türkei.

"NATO 3.0"

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im vergangenen Monat betonte [20] Colby, Europa solle Verantwortung für seine eigene konventionelle Verteidigung übernehmen, während er die erweiterte nukleare Abschreckung nur am Rande erwähnte. Die Idee ist, dass Europa Russland abschrecken kann, ohne den Kontinent in ein Geflecht nuklearer Stolperdrähte zu verwickeln.

Colbys frühere Schriften zogen [21] zwar die Möglichkeit nuklearer Proliferation in Betracht, jedoch nur [22] in Ostasien und nur für den Fall, dass Chinas Aufstieg es den USA unmöglich machen würde, das regionale Gleichgewicht allein mit konventionellen Kräften zu halten. Das trifft auf Europa nicht zu.

Nordische Zurückhaltung

Im Oktober 2025 unterzeichneten [23] Finnland und die USA ein Abkommen zur Zusammenarbeit bei Eisbrechern, und US-Werften arbeiten nun mit finnischen Partnern am Bau neuer Arctic Security Cutter. Diese Kooperation stärkt die amerikanische Präsenz in der Arktis.

Präsident Stubb hat zudem angedeutet [24], dass er sich eine diplomatischere europäische Haltung gegenüber Russland wünscht, und argumentiert, Europa brauche Dialogkanäle und zumindest ein europäischer Staats- oder Regierungschef sollte bereit sein, den Kontakt zu Präsident Wladimir Putin wieder aufzunehmen. Dies sind die Initiativen, die Washington fördern sollte.

Umfragen deuten darauf hin, dass ein solcher Ansatz den Ansichten der finnischen Bevölkerung entspricht. Jüngste Erhebungen zeigen, dass 77 Prozent der Finnen die Stationierung von Atomwaffen im eigenen Land ablehnen [25], und 84 Prozent befürworten [26] einen Beitritt zum Vertrag über das Verbot von Atomwaffen, der Nuklearwaffen im Land umfassend untersagen würde.

Die Finnen wollen Atomwaffenverbot

Ein Bündnis finnischer NGOs, darunter Finnish Pugwash, ICAN Finnland und Physicians for Social Responsibility, hat argumentiert [27], es gebe "keine operativen Gründe, Atomwaffen nach Finnland zu bringen", und empfohlen, die gesetzlichen Verbote für nukleare Stationierungen sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten beizubehalten.

Auch finnische Oppositionsparteien, darunter die Sozialdemokraten und das Linksbündnis, haben die Idee kritisiert [28] und fordern eine ordentliche parlamentarische Debatte. Antti Lindtman, Vorsitzender der Sozialdemokraten, argumentiert [29], die Gesetzesänderung würde Finnlands Sicherheit schaden und das Land von der traditionellen nuklearpolitischen Linie seiner nordischen Nachbarn entfernen.

Die USA sollten klarstellen, dass Regelungen zur Stationierung von Atomwaffen an der neuesten und längsten Russland zugewandten NATO-Grenze nicht willkommen sind. Washington sollte die konventionelle Abschreckung stärken und die Notwendigkeit von Dialog und Rüstungskontrolle betonen. Wenn das Ziel ein sichereres Europa ist, dann ist Finnlands nukleare Kehrtwende der falsche Schritt.

Pavel Devyatkin ist Non-Resident Fellow am Quincy Institute und Senior Associate am Arctic Institute.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [30] auf Englisch.

Gastautor Pavel Devyatkin (Bild: RS [31])


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https://www.heise.de/-11225417

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.defensenews.com/global/europe/2026/03/09/finland-readies-itself-to-be-able-to-host-nukes-in-longtime-policy-departure/
[2] https://www.euractiv.com/news/finns-divided-over-nato-bases-oppose-nukes-survey/
[3] https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/finland-does-not-intend-host-nuclear-weapons-peace-time-president-says-2026-03-13/
[4] https://english.news.cn/20260309/1fc18c0a867c432fb8b8881386e1970f/c.html
[5] https://www.stuklex.fi/en/ls/19870990
[6] https://responsiblestatecraft.org/author/pdevyatkin/
[7] https://www.bbc.com/news/articles/c14m5llnrlpo
[8] https://um.fi/defence-cooperation-agreement-with-the-united-states-dca-
[9] https://www.sipri.org/commentary/essay/2025/risk-reduction-urgently-needed-amid-rising-tensions-northern-europe
[10] https://www.reuters.com/world/europe/russia-says-it-will-respond-if-finland-hosts-nuclear-weapons-accuses-helsinki-2026-03-06/
[11] https://foreignpolicy.com/2026/01/30/nuclear-weapons-nordic-scandinavia-sweden-finland-norway-denmark-russia-greenland/
[12] https://www.reuters.com/world/europe/macron-says-france-will-increase-size-its-nuclear-arsenal-2026-03-02/
[13] https://www.reuters.com/world/europe/denmark-cooperate-with-france-nuclear-deterrence-2026-03-02/
[14] https://breakingdefense.com/2026/01/sweden-eyes-franco-british-nuclear-weapons-cooperation/
[15] https://www.reuters.com/world/poland-seeks-much-autonomy-possible-terms-nuclear-arms-tusk-says-2026-03-03/
[16] https://breakingdefense.com/2026/01/sweden-eyes-franco-british-nuclear-weapons-cooperation/
[17] https://iesd.univ-lyon3.fr/policy-papers/lillusion-dune-proliferation-nucleaire-amicale-en-europe/
[18] https://www.cfr.org/event/conversation-elbridge-colby
[19] https://armscontrolcenter.org/fact-sheet-u-s-nuclear-weapons-in-europe/
[20] https://www.war.gov/News/Speeches/Speech/Article/4404801/remarks-by-under-secretary-of-war-for-policy-elbridge-colby-at-the-nato-defense/
[21] https://ndupress.ndu.edu/Media/News/News-Article-View/Article/3197375/the-strategy-of-denial-american-defense-in-an-age-of-great-power-conflict/
[22] https://www.foreignaffairs.com/articles/china/2018-10-15/if-you-want-peace-prepare-nuclear-war
[23] https://www.dhs.gov/news/2025/10/10/dhs-celebrates-purchase-new-coast-guard-icebreakers-president-trump-signs-deal
[24] https://www.hungarianconservative.com/articles/current/alexander-stubb-eu-russia-dialoge-war-ukraine/
[25] https://www.euractiv.com/news/finns-divided-over-nato-bases-oppose-nukes-survey/
[26] https://www.icanw.org/finns_want_the_government_to_join_the_tpnw
[27] https://pugwash.org/2023/03/17/statement-by-nuclear-weapons-monitoring-group-finland/
[28] https://yle.fi/a/74-20214500
[29] https://yle.fi/a/74-20214500
[30] https://responsiblestatecraft.org/finland-nuclear-weapons/
[31] https://responsiblestatecraft.org/author/pdevyatkin/

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  • 27. März 2026 um 16:00

heise+ | Das iPhone als Schlüssel: Apple Home Key mit Nuki Keypad 2 NFC gegen Aqara U200

Von Heise
Nukis Keypad 2 NFC neben dem Keypad des Aqara U200

Nukis Keypad 2 NFC neben dem Keypad des Aqara U200.

(Bild: Nuki / Aqara)

Apples NFC-Schlüssel öffnet Smart-Locks mit Handy und Watch: Nuki bringt eine Nachrüstmöglichkeit, das Aqara U200 kann es ab Werk. Welches schlägt sich besser?

Apples Home-Key-Technik für smarte Schlösser gibt es schon lange: Mit iOS 15 wurde sie im Herbst 2021 ursprünglich eingeführt. Mit iOS 18 (Herbst 2024) kam dann neben der NFC-gestützten Variante, bei der man das Apple-Gerät zum Öffnen an ein Keypad hält, auch noch die Ultra-Wideband-Technik (UWB) hinzu, die das Öffnen smarter Türschlösser per Annäherung [1] [1] ermöglicht.

Doch beide Home-Key-Varianten hatten in Europa ein Problem: Es gab schlicht keine passende Hardware, die sie unterstützte. Nur im US-Markt gab es anfangs damit kompatible Smart-Locks. Erst mit der Einführung des U200 vom chinesischen Hersteller Aqara [2] [2] erreichte Home Key per NFC 2024 die EU. Die beliebteren Schlösser des österreichischen Anbieters Nuki [3] [3] oder die anderer Konkurrenten wie Tedee oder Netatmo [4] [4] blieben außen vor.

Nun erweitert sich der Markt auf zwei Produkte: Neben dem U200 spielt seit März 2026 auch Nuki im Home-Key-Markt mit [5] [5]. Erreicht wird dies per Nachrüstung: Das bereits verfügbare Keypad 2, das per Zahlencode oder Fingerabdruck geöffnet werden kann, bekommt mit dem Keypad 2 NFC eine zweite Version. Diese stellt wiederum über den mittlerweile verabschiedeten NFC-Schlüssel-Standard Aliro [6] [6] die Verbindung zu Home Key her.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11226909

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Home-Key-faehiges-Schloss-mit-UWB-Aqara-U400-oeffnet-bei-Annaeherung-11133517.html
[2] https://www.heise.de/tests/Tuerwaechter-Schloss-mit-Apples-HomeKey-im-Test-10028799.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Nuki-Pro-5-und-Nuki-Ultra-Tipps-und-Tricks-zu-den-smarten-Schloessern-10635420.html
[4] https://www.heise.de/tests/Acht-smarte-Tuerschloesser-auf-dem-Pruefstand-10316286.html
[5] https://www.heise.de/news/Neues-Nuki-Keypad-2-NFC-mit-Aliro-soll-von-Beginn-an-mit-Apple-HomeKey-arbeiten-11192896.html
[6] https://www.heise.de/news/Smart-Lock-Nuki-kuendigt-fuer-Maerz-erstes-Aliro-Keypad-an-Fragen-zu-Home-Key-11192062.html

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  • 27. März 2026 um 18:29

Angriffe übers Terminal: Apple verhindert Kommando-Ausführung

Von Heise
Terminal mit Kommandozeilen-Ausführung

Terminal mit Kommandozeilen-Ausführung: In diesem Beispiel wurden wir trotz sudo nicht gestoppt.

(Bild: heise medien)

Mehr und mehr Malware wird auch über Terminal-Kommandos verbreitet, die Nutzer willig eingeben. In macOS gibt es hierfür nun eine Vorsichtsmaßnahme.

Mit macOS Tahoe 26.4 [1], erschienen in dieser Woche, hat Apple eine neue Warnfunktion integriert, die Nutzer vor der Ausführung gefährlicher Kommandozeilenbefehle abhalten soll. Wie Nutzer in sozialen Medien wie Reddit [2] berichten, scheint dabei eine Überwachung der Zwischenablage zu erfolgen. Erkennt Apple hier möglichen Schadcode, ist ein Einfügen gar nicht erst möglich. Allerdings blieb zunächst unklar, wann genau die Warnung anschlägt.

Kommandozeile als neuer Angriffsvektor – Nutzer hilft

Zuletzt interessierten sich immer mehr User für die Kommandozeile und Apples Terminal-App auf dem Mac [3]. Der Grund ist der Hype um KI-Assistenten und KI-Programmierwerkzeuge wie OpenClaw [4] und Claude Code. Während OpenClaw am einfachsten per Kommandozeile installiert wird, interagiert man mit Claude Code und anderen Coding-Assistenten oft direkt über das Terminal. All das heißt, dass mehr Nutzer überhaupt mit dem Terminal in Berührung kommen, darunter auch viele Einsteiger. Um nicht viel eintippen zu müssen, kopieren sie dann Kommandozeilenbefehle aus dem Web und führen sie – nicht selten inklusive Eingabe eines Administratorpassworts – auch gleich aus.

Auf diese Weise kann Schadcode sehr einfach den ganzen Rechner übernehmen. Zuletzt war dies beim Infostealer GhostClaw respektive GhostLoad [5] häufiger passiert, für den gefälschte GitHub-Repositories sowie auch npm-Pakete zur Verbreitung dienten. Auch hier interagieren Nutzer direkt mit der Kommandozeile, ohne möglicherweise zu wissen, was sie dort tun.

Was im Hintergrund passiert, verrät Apple nicht

Apples neue Terminal-Gefahrenwarnung ergänzt bestehende Werkzeuge [6], um das Ausführen von Schadcode per Klick zu verhindern. Erkennt macOS ab 26.4 problematischen Code, taucht künftig die Warnung auf, dass es sich „möglicherweise um Malware“ handelt und die Befehle landen nicht im Terminal. In dem Pop-up heißt es weiter, der Mac sei nicht beschädigt worden – und es wird erläutert, dass Betrüger zunehmend versuchten, über eingefügten Text im Terminal eine Schädigung des Rechners zu erreichen – „oder ihre Privatsphäre zu kompromittieren”. Apple erläutert weiter, dass diese Scam-Anleitungen „über Websites, Chat-Agenten, Apps, Dateien oder Telefonanrufe“ verteilt würden.

Nutzer können sich dazu entscheiden, den Inhalt doch ins Terminal einzufügen. Apple blockiert also bislang nicht strikt. Angaben dazu, welche Befehle die Warnungen genau auslösen und ob das System etwa in nachgeladenen Shell-Skripte schaut, die von Angreifern oft verwendet werden, ist unklar. Bei einem Versuch mit einer legitimen CLI-Anwendung (Command Line Interface) eines Audiodienstes, die auch ein Administratorpasswort verlangt (was problematisch sein kann), wurde das Kommando nicht gestoppt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11226507

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/iOS-26-4-ist-da-Diese-Neuerungen-bringen-die-Apple-Updates-11223122.html
[2] https://www.reddit.com/r/MacOSBeta/comments/1rywb2x/woah_woah_the_rc_version_of_macos_tahoe_264/
[3] https://support.apple.com/de-de/guide/terminal/welcome/mac
[4] https://www.heise.de/news/OpenClaw-KI-Client-steuert-Mac-fern-11161659.html
[5] https://www.heise.de/news/GhostClaw-Infostealer-fuer-macOS-auf-GitHub-11222743.html
[6] https://www.heise.de/news/Notarisierte-Mac-Malware-Apple-beglaubigte-offenbar-mehrfach-Trojaner-4882770.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

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  • 27. März 2026 um 16:53

Tabs in zweiter Reihe: Vivaldi bringt sie auch auf Apple-Mobilgeräte

Von Heise
Doppelte Tab-Leiste in Vivaldi 7.9 auf dem iPhone

Doppelte Tab-Leiste in Vivaldi 7.9 auf dem iPhone.

(Bild: Vivaldi)

Ein unter macOS und Windows bereits bekanntes Feature kommt nun auch für iOS und iPadOS. Auch der Wechsel von Safari wurde vereinfacht.

Der norwegische Anbieter Vivaldi erweitert die Funktionen der Mobilversion seines gleichnamigen Browsers. Mit Version 7.9 erhalten sowohl die iPhone-Version [1] als auch die iPad-Variante [2] ein verbessertes Tab-Management. Nutzer können diese nun nicht nur in einer Reihe anordnen, sondern gleich in zwei – eine Übernahme von der Desktop-Version, wie Vivaldi mitteilte [3]. Praktisch heißt dies, dass Tab-Gruppen in Form sogenannter Two-Level-Tab-Stacks angezeigt werden, wenn die User das wünschen. Da das iPhone meist im Hochformat verwendet wird, kann dies nützlich sein, weil man so weniger wischen muss. Die Standardansicht für Tab-Stacks, Akkordion genannt, bleibt bestehen, es ist möglich, in den Einstellungen zwischen beiden Varianten beliebig zu wechseln.

Wenn eine Tab-Leiste nicht reicht

Tab-Stacks, die sich oben wie unten auf dem Bildschirm platzieren lassen, gelten seit längerem als „Signature“-Feature von Vivaldi auf dem Desktop und bringen besonders bei größeren Tab-Sammlungen mehr Ordnung in den Browser. Der Ansatz ist dann übersichtlicher als die Tab-Steuerung etwa in Apples Safari. Neue Tab-Stacks lassen sich über einen längeren Druck auf den „Neues Tab“-Knopf erzeugen. Das Feature war schon seit einigen Jahren unter Android verfügbar.

Eine weitere Neuerung sind täglich wechselnde Hintergrundbilder für die Vivaldi-Startseite (Start Page). Alternativ kann man das Wallpaper auch selbst festlegen. Laut Vivaldi soll es auch möglich sein, das Browser-Hintergrundbild mit dem iPhone-Wallpaper zu synchronisieren (auf dem iOS-Homescreen). Die entsprechende Funktion blieb uns allerdings zunächst verborgen.

Import von Safari zum schnelleren Umstieg

Vivaldi erhofft sich zudem mehr Umsteiger von Apples Safari. Dazu gibt es nun eine neue Import-Funktion, die auch beim ersten Aufruf des Browsers auftaucht. Vivaldi kann, ähnlich wie man das von Chrome kennt [4], die Übertragung von Passwörtern, Lesezeichen, Histroei und sogar hinterlegten Bezahlinformationen erleichtern. Die Funktion ist auch über die Einstellungen möglich und soll nur wenige Klicks kosten.

Der norwegische Browser ist kostenlos. Sein Geld verdient Vivaldi mit Such- und E-Commerce-Deals, außerdem über eine Partnerschaft mit Proton. Apple ist in der EU und anderswo aufgefordert, alternative Browser leichter [5] (und vollwertig) zugänglich zu machen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11226525

Links in diesem Artikel:
[1] https://apps.apple.com/de/app/vivaldi-powerful-web-browser/id1633234600
[2] https://apps.apple.com/de/app/vivaldi-powerful-web-browser/id1633234600?platform=ipad
[3] https://vivaldi.com/blog/vivaldi-on-mobile-7-9/
[4] https://www.heise.de/news/Google-Chrome-Schnellerer-Wechsel-von-Safari-auf-dem-iPhone-11147426.html
[5] https://www.heise.de/news/EU-iPhone-Apple-muss-Huerden-fuer-Dritt-Browser-und-Web-Apps-beseitigen-9993484.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
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  • 27. März 2026 um 16:22

Angriffe übers Terminal: Apple verhindert Kommando-Ausführung

Von Heise
Terminal mit Kommandozeilen-Ausführung

Terminal mit Kommandozeilen-Ausführung: In diesem Beispiel wurden wir trotz sudo nicht gestoppt.

(Bild: heise medien)

Mehr und mehr Malware wird auch über Terminal-Kommandos verbreitet, die Nutzer willig eingeben. In macOS gibt es hierfür nun eine Vorsichtsmaßnahme.

Mit macOS Tahoe 26.4 [1], erschienen in dieser Woche, hat Apple eine neue Warnfunktion integriert, die Nutzer vor der Ausführung gefährlicher Kommandozeilenbefehle abhalten soll. Wie Nutzer in sozialen Medien wie Reddit [2] berichten, scheint dabei eine Überwachung der Zwischenablage zu erfolgen. Erkennt Apple hier möglichen Schadcode, ist ein Einfügen gar nicht erst möglich. Allerdings blieb zunächst unklar, wann genau die Warnung anschlägt.

Kommandozeile als neuer Angriffsvektor – Nutzer hilft

Zuletzt interessierten sich immer mehr User für die Kommandozeile und Apples Terminal-App auf dem Mac [3]. Der Grund ist der Hype um KI-Assistenten und KI-Programmierwerkzeuge wie OpenClaw [4] und Claude Code. Während OpenClaw am einfachsten per Kommandozeile installiert wird, interagiert man mit Claude Code und anderen Coding-Assistenten oft direkt über das Terminal. All das heißt, dass mehr Nutzer überhaupt mit dem Terminal in Berührung kommen, darunter auch viele Einsteiger. Um nicht viel eintippen zu müssen, kopieren sie dann Kommandozeilenbefehle aus dem Web und führen sie – nicht selten inklusive Eingabe eines Administratorpassworts – auch gleich aus.

Auf diese Weise kann Schadcode sehr einfach den ganzen Rechner übernehmen. Zuletzt war dies beim Infostealer GhostClaw respektive GhostLoad [5] häufiger passiert, für den gefälschte GitHub-Repositories sowie auch npm-Pakete zur Verbreitung dienten. Auch hier interagieren Nutzer direkt mit der Kommandozeile, ohne möglicherweise zu wissen, was sie dort tun.

Was im Hintergrund passiert, verrät Apple nicht

Apples neue Terminal-Gefahrenwarnung ergänzt bestehende Werkzeuge [6], um das Ausführen von Schadcode per Klick zu verhindern. Erkennt macOS ab 26.4 problematischen Code, taucht künftig die Warnung auf, dass es sich „möglicherweise um Malware“ handelt und die Befehle landen nicht im Terminal. In dem Pop-up heißt es weiter, der Mac sei nicht beschädigt worden – und es wird erläutert, dass Betrüger zunehmend versuchten, über eingefügten Text im Terminal eine Schädigung des Rechners zu erreichen – „oder ihre Privatsphäre zu kompromittieren”. Apple erläutert weiter, dass diese Scam-Anleitungen „über Websites, Chat-Agenten, Apps, Dateien oder Telefonanrufe“ verteilt würden.

Nutzer können sich dazu entscheiden, den Inhalt doch ins Terminal einzufügen. Apple blockiert also bislang nicht strikt. Angaben dazu, welche Befehle die Warnungen genau auslösen und ob das System etwa in nachgeladenen Shell-Skripte schaut, die von Angreifern oft verwendet werden, ist unklar. Bei einem Versuch mit einer legitimen CLI-Anwendung (Command Line Interface) eines Audiodienstes, die auch ein Administratorpasswort verlangt (was problematisch sein kann), wurde das Kommando nicht gestoppt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11226507

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/iOS-26-4-ist-da-Diese-Neuerungen-bringen-die-Apple-Updates-11223122.html
[2] https://www.reddit.com/r/MacOSBeta/comments/1rywb2x/woah_woah_the_rc_version_of_macos_tahoe_264/
[3] https://support.apple.com/de-de/guide/terminal/welcome/mac
[4] https://www.heise.de/news/OpenClaw-KI-Client-steuert-Mac-fern-11161659.html
[5] https://www.heise.de/news/GhostClaw-Infostealer-fuer-macOS-auf-GitHub-11222743.html
[6] https://www.heise.de/news/Notarisierte-Mac-Malware-Apple-beglaubigte-offenbar-mehrfach-Trojaner-4882770.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

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  • 27. März 2026 um 16:53

Q-Day näher als gedacht? Google drückt bei der Quantensicherheit aufs Tempo

Von Heise
Renderbild einer Partikelkollision

(Bild: agsandrew / Shutterstock.com)

Quantencomputer bedrohen herkömmliche Verschlüsselungs- und Signaturverfahren. In Mountain View erwartet man den Q-Day früher als bislang angenommen.

Der Internetkonzern Google setzt sich einen sportlichen Zeitrahmen für die Umstellung auf Post-Quanten-Verschlüsselung (PQC). Offenbar erwarten die Forscher in Mountain View nun bereits im Jahr 2029 nennenswerte Fortschritte auf dem Weg zu einem kryptografisch relevanten Quantencomputer (Cryptographically Relevant Quantum Computer, CRQC) und drücken bei der Umstellung ihrer Produkte und Dienste aufs Gaspedal. Besonders im Fokus: digitale Signaturen.

Google sieht sich selbst als Pionier des Quantencomputings, aber auch der Post-Quanten-Verschlüsselung. Tatsächlich meldete die Google-Forschungsabteilung Quantum AI erst vor wenigen Tagen einen Paradigmenwechsel: Statt nur an supraleitenden Qubits will sie auch an Quantenrechnern mittels neutraler Atome [1] forschen. In selbst auferlegten Vorbildfunktion strafft Google den Zeitplan – „im Licht des Fortschritts bei Hardware, Fehlerkorrektur und Ressourcenschätzung der Faktorzerlegung bei Quantencomputern“, wie es in einem Artikel [2] heißt.

Bereits im Jahr 2029 soll die Verschlüsselung bei Google quantensicher sein und liegt damit noch vor der jüngsten Empfehlung des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Es hat das Jahresende 2031 als Empfehlung ausgegeben. Um das eigene ambitionierte Ziel zu erreichen, arbeitet Google an der Quantensicherheit mehrerer Produkte: Android 17 bekommt Postquanten-Signaturverfahren [3]. Die Google Cloud und der hauseigene Browser Chrome verfügen ebenfalls bereits über PQC-Unterstützung.

Nervöse Sicherheitsforscher

Die Ankündigung lässt die Community aufhorchen. Während ein gut informierter Beobachter der internationalen Krypto-Szene im Hintergrundgespräch mit heise security eine gewisse Nervosität festzustellen glaubte, geht PKI-Koryphäe Filippo Valsorda einen Schritt weiter. Er habe seine Position aus dem vergangenen Jahr revidiert und sei nun der Ansicht, Postquanten-Schlüsselaustausch gehöre „gestern“ implementiert und quantensichere Signaturen seien unverzüglich wichtig. Nicht quantensichere Kryptosysteme zu entwerfen oder gar auszurollen, sei mittlerweile überflüssig, so Valsorda in einem Mastodon-Post.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11228038

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Quantencomputer-Google-erforscht-nun-auch-neutrale-Atome-11223827.html
[2] https://blog.google/innovation-and-ai/technology/safety-security/cryptography-migration-timeline/
[3] https://www.heise.de/news/Android-17-Google-sichert-sein-OS-gegen-Quantencomputer-ab-11225969.html
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:cku@heise.de

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  • 27. März 2026 um 16:40

KI-Agenten suchen auf GitHub Schwachstellen in Bash, PHP und Dockerfiles

Von Heise
Man,Interacting,With,A,Holographic,Touchscreen,Interface,In,Red,Color.

(Bild: amgun/ Shutterstock.com)

Eine neue Sicherheitsanalyse mit KI-Agenten soll die statische Prüfung von Pull-Requests verbessern.

GitHub [1] hat KI-Unterstützung für die Suche nach Schwachstellen im Code angekündigt. Eine erste Preview soll Anfang des zweiten Quartals erscheinen.

Der KI-Agent ergänzt das aktuelle Tool zur statischen Codeanalyse, das datenbankgestützte CodeQL, das auf wenige große Sprachen wie Java, TypeScript, Python oder Go begrenzt ist. Nun soll auch das Prüfen von Bash, Dockerfiles, HCL (HashiCorp Configuration Language, u.a. für Terraform), PHP und weiteren möglich sein. Der Agent soll insbesondere Codeprobleme finden wie Datenbankbefehle und SQL-Abfragen aus beliebigen Strings, schwache kryptografische Implementierungen oder die Preisgabe von Konfigurationen der Infrastruktur.

In der Ankündigung beschreibt GitHub [2], dass der Sicherheitsmechanismus automatisch bei neuen Pull-Requests in Aktion tritt und entscheidet, ob eine Analyse per CodeQL-Abfrage oder per KI-Agent abläuft. Das Ergebnis findet sich innerhalb des Pull-Requests und lässt sich mit der Funktion Autofix [3] sofort bereinigen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11226834

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/GitHub
[2] https://github.blog/security/application-security/github-expands-application-security-coverage-with-ai-powered-detections/
[3] https://www.heise.de/news/Mit-KI-gegen-Schwachstellen-im-Sourcecode-GitHub-startet-Code-Scanning-Autofix-9661229.html
[4] mailto:who@heise.de

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  • 27. März 2026 um 13:16

Super Productivity 18.0: Aufgaben automatisieren statt Handarbeit

Von Heise
Eine Aufgabenliste mit geschätzter verbleibender Zeit und Kalender- und Issue-Provider-Optionen.

(Bild: Super Productivity)

Die Open-Source-Aufgabenverwaltung bringt in Version 18.0 ein regelbasiertes Automationssystem, Deadline-Filter und Sicherheitsverbesserungen in Electron.

Die Aufgabenverwaltung Super Productivity bringt in Version 18.0 ein regelbasiertes Automationssystem, konfigurierbare Issue-Provider, Deadline-Funktionen und Sicherheitsverbesserungen in der Electron-Basis. Das Open-Source-Projekt erscheint für Linux, macOS, Windows, Android und iOS.

Das neue Automatisierungssystem

Kern der neuen Version ist ein Automationssystem. Nutzer definieren Regeln, die bei bestimmten Auslösern automatisch Aktionen ausführen. Die Regeln unterstützen Titelabgleiche per Regex sowie eine Bedingung für Titelpräfixe („Titel beginnt mit“). Regex (Regular Expressions) sind musterbasierte Suchausdrücke, mit denen sich Titel präziser erfassen lassen als mit einfachen Textfiltern. Damit lassen sich typische Triage- oder Inbox-Abläufe automatisieren.

Die Anbindung an externe Systeme wie Jira, GitHub oder GitLab wird flexibler. Super Productivity erlaubt jetzt, das Polling-Intervall zu konfigurieren – also festzulegen, wie oft die App entfernte Dienste nach Änderungen abfragt. Importierte Vorgänge erhalten auf Wunsch automatisch Standard-Tags und Standard-Notizen. Neu sind außerdem eine Zwei-Wege-Feldsynchronisation und Erweiterungen unterstützen nun auch das Löschen entfernter Issues. Der Google-Calendar-Provider wird nun als mitgeliefertes Plugin eingebunden.

Aufgaben in der Task-Ansicht lassen sich jetzt nach Fälligkeit sortieren, gruppieren und filtern. Die Ansicht unterscheidet dabei Zeitfenster wie „heute“, „morgen“ oder „diese Woche“. Beim Ziehen einer Aufgabe in den Kalender zeigt eine Vorschau, wie lang der geplante Zeitblock wird. Unteraufgaben heben sich in Suchergebnissen visuell stärker ab.

Mobil: Wischgesten, besseres OAuth

Die Mobilversionen bekommen unter anderem ein Rechtswischen zum Abhaken, touchfreundlichere Kontextmenüs und vertikal begrenztes Drag-and-drop auf kleinen Displays. Android zeigt jetzt auch Erinnerungen aus der Hintergrundsynchronisation an.

Sicherheitsrelevant: Für Google-OAuth nutzt die App auf Mobilgeräten nun den Systembrowser statt einer eingebetteten WebView. Das entspricht der Empfehlung aus RFC 8252 für native Apps – ein externer Browser trennt Cookies und Seiteninhalt von der App. Google blockiert OAuth-Anfragen aus eingebetteten WebViews ohnehin.

Electron-Basis abgesichert

Auf dem Desktop aktiviert Super Productivity die webSecurity in Electron wieder und ergänzt einen Permission-Handler. Das ist kein kosmetischer Eingriff: Ohne webSecurity fällt die Same-Origin-Policy, und die App kann unsichere Inhalte domänenübergreifend ausführen. Electrons eigene Sicherheitsdokumentation warnt ausdrücklich davor, diese Einstellung in Produktionsanwendungen abzuschalten.

Das Preload-Skript wird nun mit esbuild gebündelt, was die Nutzung des Electron-Sandbox-Modus erleichtert. In sandboxierten Renderern gibt es keine vollständige Node.js-Umgebung; privilegierte Aufgaben laufen über IPC zum Hauptprozess. Preload-Skripte behalten dabei nur einen begrenzten Satz an Node- und Electron-APIs. Das verkleinert die Angriffsfläche.

Mehrere Sync-Fehler haben die Entwickler ebenfalls behoben: ein falscher „in sync“-Status bei Fehlern, der Verlust von Auth-Daten nach temporären Serverproblemen und Abstürze der Markdown-Synchronisation beim Anlegen von Unteraufgaben während einer Sync-Oszillation. Die Sync-Server-Bereitstellung validiert jetzt Caddyfile und Container.

Neues Theme, überarbeitetes Onboarding

Ferner bringt Version 18.0 ein minimalistisches Zen-Theme, ein überarbeitetes Onboarding mit Preset-Auswahl und lokalisierten Beispielaufgaben, klickbare Links in Aufgabentiteln, Tastenkürzel für Fett- und Kursivschrift in Kommentaren sowie ein größenverstellbares Always-on-top-Overlay. An Community-Plugins kommen eine Obsidian-Integration und ein StudyForge-Leaderboard hinzu.

Unter der Haube aktualisiert das Projekt Angular und Capacitor, behebt Speicherlecks und validiert die Formate von dueDay und deadlineDay beim Schreiben, um falsche Überfällig-Anzeigen zu verhindern. Der CSV-Export für Arbeitsprotokolle verarbeitet jetzt auch chinesische Zeichen korrekt.

Alle Informationen zu Super Productivity 18.0 finden sich in den Release Notes auf GitHub [1].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11228048

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/super-productivity/super-productivity/releases/tag/v18.0.0
[2] https://www.heise.de/ix
[3] mailto:fo@heise.de

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  • 27. März 2026 um 17:11

Eclipse Theia: Community-Release 2026-02 integriert GitHub Copilot

Von Heise
Roboterhand weist auf ein Papier, auf dem eine menschliche Hand mit Stift schreibt. Im Hintergrund ein Richterhammer

(Bild: Andrey_Popov / Shutterstock.com)

Das Community-Release 2026-02 enthält Features aus Theia 1.67 und 1.68, unter anderem für die Nutzung von GitHub Copilot und Agent Skills.

EclipseSource hat verkündet, dass das neue Community-Release 2026-02 für Eclipse Theia fertig ist. Die Community-Releases der Plattform zum Erstellen von integrierten Entwicklungsumgebungen (IDEs) und Tools für das Web und den Desktop erscheinen vierteljährlich.

Sie legen im Gegensatz zu den meist monatlich erscheinenden regulären Releases den Fokus stärker auf Stabilität und Kompatibilität. In der neuen Version finden Entwicklerinnen und Entwickler Features aus den Theia-Versionen 1.67 und 1.68, die sich unter anderem um künstliche Intelligenz drehen.

Rund um KI: GitHub-Copilot-Integration und Agent Skills

Das neue Community-Release bietet eine GitHub-Copilot-Integration sowohl für die Theia IDE als auch für alle mit Theia AI gebauten Tools. Wer bereits ein bestehendes GitHub-Copilot-Abo besitzt, kann dieses direkt ohne zusätzliche API-Keys oder Abos einsetzen. Dieses Feature stammt aus Eclipse Theia 1.68 [1], ebenso wie Agent Skills. Diese befinden sich noch im Alpha-Status und ermöglichen es, Agenten mit wiederverwendbaren Anweisungen und Domänenwissen zu versorgen.

Terminal Manager vereint mehrere Terminals

Der seit Eclipse Theia 1.67 verfügbare Terminal Manager hat nun auch in das Community-Release Einzug gehalten. Er erlaubt das Verwalten mehrerer Terminals aus einer einzigen Ansicht heraus, mit vertikaler und horizontaler Teilung, Tree-basierter Navigation sowie den Möglichkeiten der Terminal-Umbenennung und ihrer Anordnung per Drag & Drop. Der Terminal Manager lässt sich mit dem Setzen der Einstellung terminal.grouping.mode auf tree aktivieren.

Der Terminal Manager in Eclipse Theia zeigt mehrere Terminals an.
Der Terminal Manager in Eclipse Theia zeigt mehrere Terminals an.

Der Terminal Manager in Eclipse Theia zeigt mehrere Terminals an.

(Bild: EclipseSource)

Alle Neuerungen im Community-Release 2026-02 für Eclipse Theia führt der EclipseSource-Blog auf [3].


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https://www.heise.de/-11227914

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Entwicklungsumgebung-Eclipse-Theia-1-68-integriert-GitHub-Copilot-Anbindung-11175535.html
[2] https://genai-summit.bettercode.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_bcc_genai_summit.empfehlung-ho.link.link&LPID=33686
[3] https://eclipsesource.com/blogs/2026/03/26/the-eclipse-theia-community-release-2026-02/
[4] mailto:mai@heise.de

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  • 27. März 2026 um 15:58

KI-Agenten suchen auf GitHub Schwachstellen in Bash, PHP und Dockerfiles

Von Heise
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(Bild: amgun/ Shutterstock.com)

Eine neue Sicherheitsanalyse mit KI-Agenten soll die statische Prüfung von Pull-Requests verbessern.

GitHub [1] hat KI-Unterstützung für die Suche nach Schwachstellen im Code angekündigt. Eine erste Preview soll Anfang des zweiten Quartals erscheinen.

Der KI-Agent ergänzt das aktuelle Tool zur statischen Codeanalyse, das datenbankgestützte CodeQL, das auf wenige große Sprachen wie Java, TypeScript, Python oder Go begrenzt ist. Nun soll auch das Prüfen von Bash, Dockerfiles, HCL (HashiCorp Configuration Language, u.a. für Terraform), PHP und weiteren möglich sein. Der Agent soll insbesondere Codeprobleme finden wie Datenbankbefehle und SQL-Abfragen aus beliebigen Strings, schwache kryptografische Implementierungen oder die Preisgabe von Konfigurationen der Infrastruktur.

In der Ankündigung beschreibt GitHub [2], dass der Sicherheitsmechanismus automatisch bei neuen Pull-Requests in Aktion tritt und entscheidet, ob eine Analyse per CodeQL-Abfrage oder per KI-Agent abläuft. Das Ergebnis findet sich innerhalb des Pull-Requests und lässt sich mit der Funktion Autofix [3] sofort bereinigen.


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[1] https://www.heise.de/thema/GitHub
[2] https://github.blog/security/application-security/github-expands-application-security-coverage-with-ai-powered-detections/
[3] https://www.heise.de/news/Mit-KI-gegen-Schwachstellen-im-Sourcecode-GitHub-startet-Code-Scanning-Autofix-9661229.html
[4] mailto:who@heise.de

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  • 27. März 2026 um 13:16
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