Mit Ro Laren als Hauptfigur setzt Shadow Frontier auf psychologischen Horror und Survival-Elemente in der Welt von Star Trek.
Artwork von Star Trek - Shadow FrontierBild:
Paramount
Mit Star Trek verbindet man meist Forschung, Diplomatie und fremde Welten. Das frisch angekündigte Shadow Frontier schlägt jedoch einen deutlich düsteren Kurs ein.
Verantwortlich ist Bloober Team. Das polnische Entwicklerstudio machte zuletzt vor allem mit dem Remake von Silent Hill 2 auf sich aufmerksam und gilt als Spezialist für psychologische Horror- und Thriller-Spiele.
Das neue Projekt wurde im Umfeld des Summer Game Fest 2026 vorgestellt und verbindet das Science-Fiction-Universum von Paramount mit psychologischem Grusel, Survival und Action-Adventure-Elementen.
Im Mittelpunkt steht Ro Laren, die bekannte Bajoranerin aus Star Trek – The Next Generation und Star Trek – Picard; Michelle Forbes kehrt für die Rolle zurück und spricht die frühere Sternenflotten-Offizierin erneut.
Die Handlung beginnt nach einem Absturz auf einem abgelegenen Planeten, der von einer rätselhaften Bewusstseinsform beherrscht wird. Ro sucht dort nach einem alten Freund, findet sich aber zunehmend in einer Umgebung wieder, die nicht nur körperlich gefährlich ist, sondern auch ihre Erinnerungen, Wahrnehmung und Verbindung zur Realität angreift.
Spielerisch will Shadow Frontier auf eine Third-Person-Perspektive und eine Mischung aus Erkundung, Rätseln, Kämpfen und filmisch inszenierten Sequenzen setzen.
Weder Photonentorpedos noch Phaser
Im Gegensatz zu vielen anderen Star-Trek-Spielen stehen weder Raumschlachten noch diplomatische Entscheidungen im Mittelpunkt, sondern das Überleben in einer feindlichen Welt.
Laut Bloober Team wird der Planet von einer allgegenwärtigen Entität kontrolliert, die die Landschaft verändert und eben auch versucht, das Bewusstsein der Protagonistin zu manipulieren. Halluzinationen und verstörende Visionen sollen dabei ebenso zur Bedrohung werden wie die eigentlichen Gegner.
Für ihre Erkundung nutzt Ro klassische Star-Trek-Technologie. Mit dem Tricorder analysiert sie Objekte, Umgebungen und Hinweise, während der Phaser sowohl in Kämpfen als auch bei Rätseln zum Einsatz kommt.
Nicht jede Begegnung soll dabei in einer Schießerei enden. Die Entwickler versprechen Situationen, in denen die Spieler entscheiden müssen, ob sie Gefahren direkt begegnen oder lieber einen alternativen Weg suchen. Das Zusammenspiel aus Erkundung, Beobachtung und bewusstem Ressourcen- und Risikomanagement soll einen wichtigen Teil des Abenteuers ausmachen.
Die Entwickler betonen, dass die Geschichte trotz ihres deutlich düstereren Tons fest im Star-Trek-Universum verankert bleibt. Shadow Frontier erscheint 2027 für Playstation 5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch 2 und Windows-PC. Ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde noch nicht genannt.
Russlands Automarkt wird zunehmend von chinesischen Herstellern geprägt. Nach dem Rückzug westlicher Konzerne 2022 hat sich die Branche grundlegend gewandelt.
Wo einst westliche Konzerne die Bänder laufen ließen, rollt heute chinesische Hardware vom selben Asphalt: Im Juni soll im Kaliningrader Avtotor-Werk die Montage des Hybrid-Crossovers Rox 01 anlaufen [1] – ein weiteres Kapitel in der stillen Neuordnung des russischen Automobilmarkts.
Seit dem Rückzug von VW, Renault und Co. nach den Sanktionen in Folge des Ukraine-Krieges haben chinesische Hersteller das entstandene Vakuum systematisch gefüllt. Der Rox 01 [2] steht dabei sinnbildlich für diese Verschiebung: ein serielles Hybridsystem mit 476 PS starkem Elektroantrieb, bis zu 1.115 km Reichweite – und ein Preisschild von umgerechnet rund 100.000 Euro, das durch die heimische Produktion künftig fallen dürfte.
Chinesische Automarken in Russland
Die Produktion chinesischer Automarken in Russland hat sich in den letzten Jahren stark ausgeweitet. Dazu gehört etwa der chinesische Hersteller Haval (eine Marke von Great Wall Motor): Der Konzern ist mit einem eigenen Vollzyklus-Werk in Tula vertreten. Die Produktion begann 2019 mit einer Kapazität von 75.000 bis 150.000 Fahrzeugen (Crossover und SUV) pro Jahr. Es handelt sich um das erste und einzige vollwertige chinesische Automobilwerk in Russland.
Der Hersteller Chery nutzt seit 2024 mehrere ehemalige Produktionsstätten westlicher Marken für die Montage; unter anderem ein ehemaliges VW-Werk in Kaluga, eine frühere Mercedes-Fabrik in der Oblast Moskau sowie ein von Nissan übernommenes Werk in St. Petersburg. Bei den hergestellten Modellen handelt es sich um Crossovers, SUVs und Limousinen.
Die russische Avtotor-Gruppe stellt in seinem Werk in der Exklave Kaliningrad seit 2025 für die chinesischen Marken Jetour, Changan und BAIC Autos her (Fahrzeugtyp Crossover, SUV, Limousine und Geländewagen). Vor den Sanktionen von 2022 fand in diesem Werk die Auftragsfertigung von Fahrzeugen der Marken BMW, Kia und Hyundai statt.
Schließlich sind die russischen Aktivitäten mit dem chinesischen Autohersteller Geely eng mit dem Joint Venture BelGee in Belarus verbunden. Dieses Gemeinschaftsunternehmen betreibt ein großes Montagewerk in Borisow, von wo aus Fahrzeuge unter anderem nach Russland exportiert werden.
Moderne Gemeinschaftsmarken
Zu den chinesischen Automarken, die in den letzten Jahren auf dem russischen Markt an Bedeutung gewonnen haben und die vielfach bereits westliche Hersteller ersetzen, kommen moderne russisch-chinesische Gemeinschaftsmarken beziehungsweise russische Marken, die auf chinesischen Modellen basieren, hinzu.
Dazu gehört etwa der Moskwitsch, eine seit 2022 wiederbelebte Traditionsmarke, die im ehemaligen Renault-Werk in Moskau gefertigt wird und technisch auf chinesischen JAC-Modellen basiert [3]. Weitere Marken, hinter denen sich chinesische Modelle verbergen, bilden Sollers (Produktion von Nutzfahrzeugen und Pick-ups an Standorten in Uljanowsk, Alabuga und Wladiwostok) oder Tenet, Jeland und Esteo (produziert von der AGR Holding in St. Petersburg und Kaluga).
Hierbei nimmt auch der Sektor der Hybrid- und Elektrofahrzeuge eine immer bedeutendere Rolle ein. Ein Beispiel ist der Evolute, eine russische Automarke, die vom Unternehmen Motorinvest in seinem Werk in der Region Lipezk hergestellt wird. Es geht dabei um die Montage und Vermarktung von Elektro- und Hybridfahrzeugen (Crossovers, Limousinen und Minivans) die von chinesischen Automobilherstellern (vor allem Dongfeng und Seres) für den russischen Markt entwickelt [4] wurden.
In der zweiten Jahreshälfte 2026 möchte der russische Hersteller AvtoVAZ, der den bekannten und beliebten Lada produziert, mit einem Hybridmodell, dem Lada Azimut, starten [5].
Revival russischer Automarken
Die Automobilbranche hat in Russland in den letzten 30 Jahren mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen: von der vollständigen Abhängigkeit von ausländischen Technologien in den 1990er Jahren bis hin zu einer weitreichenden Lokalisierung heute.
Während der Automobilsektor in der Sowjetzeit eine Schlüsselindustrie mit Massenproduktion darstellte, brach diese im Zuge der sogenannten "kapitalistischen Transformation" fast komplett ein. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein breiter Ausverkauf des Landes, die günstige Preisgabe von heimischen Ressourcen, die Öffnung der staatlichen Schlüsselindustrien für westliche Konzerne und ein wirtschaftlicher Niedergang, der bis zum Staatsbankrott (1998) führte.
Seit 1977 und damit seit fast 50 Jahren wurde lediglich der robuste Geländewagen Lada Niva Legend (4x4) von Russlands größtem Automobilhersteller AvtoVAZ durchgehend produziert. Hauptstandort ist das Werk in Toljatti, weitere Werke befinden sich in Ischewsk und seit September 2025 in St. Petersburg (ehemaliges Toyota-Werk).
Neben dem Niva Legend umfasst Lada die Baureihen: Granta (Limousine, Crossover; hergestellt seit 2011), Vesta (Limousine, Kombi, Crossover; hergestellt seit 2015), Aura (offizielle Business-Limousine; Marktstart Ende 2024), Largus (Kombi, Lieferwagen; hergestellt seit 2012), Niva Travel (Familien-SUV; seit Dezember 2020 Serienproduktion des aktuellen Modells) sowie Iskra (Limousine, Kombi, Crossover; Produktionsstart April 2025).
Eine alte Marke wiederbelebt: Ein Wolga K50 Crossover
Ebenso spielt der russische Automobilhersteller UAZ mit Hauptstandort in Uljanowsk eine wichtige Rolle auf dem heimischen Markt. Er hat sich auf robuste Geländewagen spezialisiert, etwa die Modelle Hunter und Patriot.
Ein Comeback erlebt ferner der russische Autoproduzent Wolga. Das ursprünglich prestigeträchtige Sowjet-Auto, wird heute in China entwickelt und im ehemaligen VW-Werk in Nischni Nowgorod montiert [7]. Noch im Jahr 2026 sollen die ersten Modelle des SUV K50 sowie K40 und der Limousine C50 bei den Händlern stehen.
Ein Markt im Umbruch
Der russische Automobilmarkt hat sich nach dem Wegfall westlicher Hersteller neu erfunden – pragmatisch, eigenständig, und mit überraschendem Tempo.
Russische Autos sind keine Premiumprodukte – und das ist kein Geheimnis. Was sie stattdessen bieten: Robustheit auf schlechten Straßen, unkomplizierte Wartung und eine Ersatzteilversorgung, die auch abseits der Großstädte funktioniert. Wer Wert auf Karosserieverarbeitung, Motorleistung oder moderne Elektronik legt, hat traditionell eher das Nachsehen. Interessant zu sehen wird sein, inwiefern sich dieses Paradigma mit dem Einstieg der chinesischen Investoren zu ändern beginnt.
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Dungeon Crawler Carl, die globale LitRPG-Sensation, geht in eine neue Runde. Höchste Zeit für eine Einführung in Carls Welt!
Autor Matt Dinniman (li.) und der Hörbuch-Erzähler Jeff Hays auf der Comic-Con 2025Bild:
Phillip Faraone/Getty Images
Dungeon Crawler Carl (DCC) ist ein riesiger Verkaufserfolg: Vom gleichnamigen ersten Band verkauften sich bis heute circa 2,7 Million Exemplare, Autor Matt Dinniman war damit 19 Wochen lang auf der Bestseller-Liste der New York Times. Am 2. Juni 2026 erschien nun das Hardcover des achten Teils, A Parade of Horribles – übersetzt in etwa Eine Abfolge an Grausamkeiten. Seit 25. Februar 2026 ist der erste Teil auch auf Deutsch im Print erhältlich.
Sein Handwerk beherrscht Dinniman meisterhaft. Über Parade of Horribles heißt es in einer Rezension auf Goodreads: "Ich habe noch nie so dringend ein Buch gebraucht oder mir mehr gewünscht, dass ein Jahr im Bruchteil einer Sekunde vergeht." Für The Stranger schreibt Nathalie Graham: "Alles was ich tun wollte, war lesen."
Jetzt suchen Carl Cosplays in dessen weißen Boxershorts mit Herzen und Lederjacke die Conventions heim. Dinniman sagt, er signiere alles, außer Füßen.
Überall geht es um DCC. Es sei das ideale Genre für Gamer, schreibt etwa die New York Times. Aus meiner Sicht ist es auch etwas für alle, die Grimdark, Humor, plötzliche Wendungen und Action in dreifacher Geschwindigkeit lieben.
Carl, 27-jähriger Veteran der Küstenwache, überlebt gemeinsam mit Princess Donut, der Katze seiner Ex. Ab diesem Moment spielen sie unfreiwillig in der lukrativsten Realitysendung der Galaxie mit, in die die Aliens den Planeten verwandelt haben.
Carl und Princess Donut bleibt nichts anderes übrig, als in den Dungeon einzutauchen. Es ist ein achtzehnstöckiges Verlies voller Aufgaben und Schrecken, das von einer seltsamen höheren Intelligenz mit einem Fetisch für Füße kontrolliert wird. Darin kämpfen sie Ebene für Ebene um ihr Leben und ergründen die Rätsel der neuen Welt. Sie liefern sich epische Gefechte mit Endbossen, erhalten seltsame Fähigkeiten und finden Gefährten.
Die wohl beliebteste Figur neben Princess Donut ist Samantha: der Kopf einer ehemaligen Sexpuppe, der im achten Band noch wichtiger für Carls Leben wird, als er je hätte vermuten können. Donut selbst isst am Anfang des ersten Bandes einen verzauberten Keks und erlangt die Vernunft: Sie wird selbst zum Dungeon Crawler, trägt Tiara, hat einen britischen Akzent und richtig, richtig miese Laune.
Schreiben aus dem Bauch heraus
Diese schrägen Ideen lässt Dinniman spontan entstehen. "So wie ich schreibe", sagte er Variety, "weiß ich vor einer Szene nicht, was passieren wird". (Achtung: Spoiler!). Er nennt sich einen Pantser, nach dem amerikanischen Sprichwort "fly by the seat of your pants" – eine Redewendung aus den ersten Tagen der Luftfahrt, als Piloten häufig improvisierten, was sie als nächstes tun müssen.
Für Dinniman scheint das zu klappen. Sein Stil passt außerdem genau zum Ton der Bücher: Fans von Carl erwarten, überrascht zu werden. Also ändert Dinniman beispielsweise häufig die Regeln.
Sobald Carl und die Leser meinen, etwas verstanden zu haben, ändert sich im Dungeon alles. Kleine Nebenbemerkungen werden dann plötzlich zu zentralen Plotpunkten. In jedem Band stellt sich Carl neuen Herausforderungen. In Band 7 etwa als General eines Heers aus NSCs – Nichtspielercharaktere, die Rollenspielneulinge sich wie Extras in einem Film vorstellen können.
Das Wichtigste an alldem ist, dass DCC Spaß macht. Es soll für jeden etwas dabei sein: Ingenieure können sich an den obskuren Rätseln in Band 7 erfreuen, andere Leser an der tragischen Entwicklung der Nebenfiguren. Wieder andere an dem teilweise infantilen Humor.
Im Fandom setzt sich seine Hingabe fort. Circa 12.000 Menschen unterstützen den Autor auf dessen Patreon, wo sie sich in die Geschichten reinschreiben lassen können oder teilweise Details der Story mitbestimmen. So werden Leser ein Teil des DCC-Universums.
"Ich habe sofort gemerkt, dass das ihr Engagement erhöht", sagte Dinniman der New York Times. Die Beziehung zu seinen Fans ist dem Autor weiterhin wichtig.
Damit ist er eine Art Antithese zu der verklärten, zynischen Fantasyautorin Carol Sturka aus der Apple-TV Serie Pluribus. In seinem Leben habe sich ansonsten aber viel verändert, sagt Dinniman: "Ich habe jetzt einen Bart. Und ich kann mir leisten, Essen zu kaufen."
Neues Leben für bewährtes Prinzip
Der Erfolg von DCC passt außerdem in den Zeitgeist. Die Reihe hat maßgeblich die sogenannten LitRPGs popularisiert, die auf einem ansonsten angespannten Büchermarkt Rekordumsätze schreiben. Ihre Autoren empfinden die Geschichten klassischen Video- und Tabletop-Rollenspielen nach. Wie Carl ringen Figuren darin ums Überleben, um in höhere Level aufzusteigen und neue Fähigkeiten zu erhalten. Meistens findet das im Rahmen eines Spiels statt, wie bei Jumanji oder Running Man.
Russische Autoren prägten im Anschluss die ersten LitRPG im heutigen Stil. Vermutlich entstand der Begriff selbst im Jahr 2013 beim russischen Verlagshaus Eksmo. Klassiker dieser Zeit sind laut Nerd-Wiki.de zum Beispiel Play to Live von Dimitry Rus und Way of the Shaman von Vasily Mahanenko. Beide sind auch auf Deutsch erhältlich.
Von dort griffen das Genre vor allem angloamerikanische Autoren auf. Der Verlag Tor empfiehlt beispielsweise Travis Bagwells Awaken Online oder Jakob Tanners Arcane Kingdom Online. Deutsche Originale bleiben bisher eher selten und recht nischig, was in etwa der frühen Kommerzialisierung der Genre Science-Fiction (SF) und Fantasy in Deutschland entspricht.
Wer jetzt Lust hat, ist längst nicht zu spät dran, in Dungeon Crawler Carl einzutauchen. Freude haben schon viele gefunden, die davor noch nie von Rollenspiel gehört, geschweige denn Dungeons & Dragons oder Warhammer 40K gespielt haben.
Anders herum bietet DCC auch eine spannende Offline-Alternative, für all jene, die zwar MMORPG atmen, aber seit der Schule keine Bücher mehr lesen. Auf den Ohren gäbe es dann noch das schon erwähnte, cinematische Hörbuch, dessen Englisch verhältnismäßig zugänglich ist.
Natürlich gibt es auch Alternativen zu Dinniman. Ein Ausgangspunkt wären die erwähnten LitRPG-Klassiker, ein anderer das jeweils liebste Online- oder Tabletop-Rollenspiel. Die Witcher-Reihe basiert schließlich auf Andrzej Sapkowskis Büchern. Tomorrow and Tomorrow and Tomorrow, Solo Leveling und Slay wären andere renommierte rollenspielverwandte Kandidaten.
Am Ende soll aber jeder seinen eigenen Weg gehen. Genau wie Carl, Princess Donut, deren Gang oder Dinniman selbst. Der heutige Bestsellerautor war einst Telefonmedium, Privatermittler, Pizzalieferant und Angestellter im IT-Support bei Microsoft. Dann malte er eine Zeitlang Katzen für sechsstellige Honorare pro Jahr. So kam er auf die Idee für Princess Donut, bevor die Coronapandemie ihn nötigte, aus DCC Geld zu machen.
Nach dem aktuellen Band fehlen noch zwei weitere Bücher, in denen Carl die sechs weiteren Stockwerke des Dungeons meistern soll. Niemand weiß bisher, was auf dieser Reise noch passieren wird. Nicht mal Autor Dinniman selbst.
Tim Reinboth ist freiberuflicher Wissenschaftsjournalist und Kognitionswissenschaftler. Er schreibt über Herausforderungen, Möglichkeiten und kuriose Momente an den Schnittstellen von Technologie und Gesellschaft.
Lead Development, Automic, IT-Consulting, Drucksysteme, Compliance und IT-Revision – sechs IT-Jobs mit Verantwortung.
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Golem
Softwareentwicklung, IT-Automation, Compliance, Consulting und digitale Prüfmethoden gehören zu den zentralen Aufgabenfeldern moderner IT-Organisationen. Die folgenden Positionen zeigen, wie breit der Bedarf an IT-Fachkräften ist – von Teamlead-Rollen in der Softwareentwicklung über zentrale Automationsplattformen bis hin zu IT-Revision und Compliance im öffentlichen Umfeld.
Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen in Forschungseinrichtungen, öffentlichen Institutionen und technologieorientierten Unternehmen.
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Was macht man mit einem CD-ROM-Spiel, das schon 1993 eher altmodisch wirkte? Neu bauen, sagt „The 7th Guest Remake“. Und trotzdem altmodisch bleiben.
Wie gut waren eigentlich CD-ROM-Spiele mit echten Schauspielern? Wenn man sie heute spielt und schonungslos urteilt: Nicht besonders. Die Laufwerke waren langsam, die Auflösung niedrig, das Format neu. Statt fernsehreifer Unterhaltung gab es Experimente und Trash. Allzu oft wurden Produktionen ohne professionelle Schauspieler, Kameraleute, Set-Designer oder Autoren durchgezogen.
Vergleichsweise ambitioniert wirkte dagegen „The 7th Guest“. Vielleicht der größte Pluspunkt des linearen Rätsel-Adventures war die augenzwinkernde Inszenierung. Schauergeschichten um sechs getriebene Gäste in einem Spukhaus waren schon damals ein eher nostalgisches Vergnügen. Dazu war das Interface langsam, aber simpel. Um die Rätsel zu lösen, brauchte man nur Grips, kein Geschick. Alle konnten mitspielen – wenn sie einen leistungsstarken Gaming-PC hatten. Das Original galt als Killer-App für ein neues Format. Heute ist es ein Artefakt aus einer verlorenen Zeit. Was kann man daraus noch übernehmen?
Ein komplettes Remake
„The 7th Guest Remake“ übernimmt die Idee, den groben Plot und das grundsätzliche Game Design. Ansonsten ist es aber eine komplette Neuentwicklung. Für VR-Fans ist sie bereits vor über zwei Jahren erschienen, als „The 7th Guest VR“. Sie kam sehr gut an, und so gibt es nun endlich eine Version, die man normal am Computer spielen kann. Die Steuerung mit Maus und Tastatur oder Gamepad funktioniert absolut problemlos.
Dem Remake merkt man an, dass hier Fans und Kenner des Originals am Werk sind. Die Rollen mögen neu gecastet sein, doch sie orientieren sich stark an ihren Vorbildern, teilweise werden sogar Dialoge übernommen. Dazu kann das Haus endlich zeitgemäß bereist werden: Statt mit der Skeletthand zu klicken, um vorgerenderte Kamerafahrten zu bestellen, darf man sich frei in der Egoperspektive durch das Spukhaus bewegen. Anfangs sind allerdings fast alle Türen verschlossen.
Neu sind auch die Rätsel. Schon der Kuchen in der Küche sieht völlig anders aus. Ehrlicherweise waren die Kopfnüsse von damals aber nicht brillant, sondern austauschbare Knobelaufgaben. Nun wurden sie wirklich ausgetauscht und wirken auf uns etwas leichter und besser zusammengestellt als im Original. Mit solchen Urteilen muss man aber vielleicht vorsichtig sein, wenn man die Urfassung mit 13 Jahren und einem nicht ganz ausgewachsenen Gehirn gespielt hat. Die neuen Rätsel variieren sehr anschaulich zwischen verschiedenen Logik-, Schau- und Kombinationsaufgaben, könnten mehrheitlich genauso in einem Escape Room auftauchen. Schwierigkeiten hatten wir beim Test am ehesten, die grundsätzliche Aufgabe eines Rätsels zu verstehen. Das eine oder andere haben wir versehentlich gelöst, als wir noch herumprobiert haben. Ein paar Lösungswege waren langwierig auszuführen, nachdem man die grundsätzliche Aufgabe längst verstanden hatte.
Raum für Raum
Doch im Kern geht es nicht um die wechselnden Spielereien mit Labyrinthen, Schiebemöbeln, Zahlen und Buchstaben, sondern um ein bisschen Reibung. Die Rätsel sind eine stressfreie Tätigkeit, die man nebenbei erledigt, während man die liebevoll gestalteten Räume des Hauses erkundet. Dazu kann man üppig Münzen einsammeln und gegen Tipps oder komplette Rätsellösungen eintauschen, wenn man mal nicht weiterweiß.
Die Knobeleien strukturieren das Spiel und verhindern, dass man es in allzu wenigen Stunden durchspielt. In jedem Raum des Hauses werden eine Handvoll Rätsel gelöst; sind die neu zugänglichen Räume abgehakt, rückt die Uhrzeit weiter, es gibt die eine oder andere neue Videosequenz, und neue Räume öffnen sich.
Und dann ist der interaktive B-Movie vorbei. Uns hat er durch zwei unterhaltsame Abende geführt, durch ungefähr sieben Stunden Spielzeit. „The 7th Guest Remake“ ist also nicht besonders lang, das war aber das Original auch nicht. Es verzichtet auf stupide Wiederholungen. Und wer die SteamVR-Version besitzt, der kriegt es ohne Aufpreis dazu.
Rosarote VR-Brille
Überhaupt: Wer VR mag, dem kann man die Version empfehlen. Inhaltlich ist sie weitgehend identisch. Das merkt man auch der Version für den flachen Bildschirm an. Einerseits sehen die Räume mit ihrem natürlichen Maßstab überzeugend echt aus, andererseits wirken sie technisch veraltet. Das VR-Original ist auch auf der mobilen Meta-Quest-Brille erschienen, und das trägt womöglich zu den matschigen Texturen der neuen PC-Fassung bei. Das ganze Haus ist vollgeräumt mit Gegenständen, die man in die Hand nehmen und betrachten kann. Viele davon sehen aus der Nähe ganz schön verpixelt aus. Allerdings lernt man beim Spielen auch, nicht alles in die Hand zu nehmen. Wer alle Schubladen aufreißt, findet die eine oder andere Münze, und gelegentlich sucht man bestimmte Gegenstände. Doch hier wird kein Inventar vollgepackt.
Auch die Inszenierung mit frei im Raum herumstehenden Schauspielern erkennt man noch als VR-Idee. Ganz überzeugend ist die technische Lösung nicht, vor allem erkennt man bei dem volumetrischen Video, dass sich Texturen über Polygone spannen. Das sieht dann aber auf eine etwas unheimliche Art wieder nostalgisch aus – es passt zur Neuinszenierung eines altmodischen Schauerspiels.
Fazit: Rätseln bis zur Geisterstunde
„The 7th Guest Remake“ ist kein Meisterwerk für alle, sondern eine smart inszenierte interaktive Geisterbahn mit kleinen Kopfnüssen. Wer gern allein oder zu zweit auf dem Sofa bei Krimis miträt, Escape Rooms oder alte Schauergeschichten mag, der wird von diesem Titel gut unterhalten. Das Vergnügen wird größer, wenn man sich an das Original erinnert. Doch das „7th Guest Remake“ funktioniert auch für sich.
The 7th Guest Remake ist ab dem 04.06. auf Windows und Linux (Steam Deck), Playstation 5 und Xbox Series X/S für 20 Euro erhältlich. Versionen für Nintendo Switch und Switch 2 sollen noch im Laufe des Jahres erscheinen.
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Seit Apple Kurzbefehle mit seinen KI-Modellen verbindet, holen Sie noch mehr aus ihnen heraus. Wir zeigen, wie Sie damit Zeit sparen.
Apples Kurzbefehle alias Shortcuts bieten jede Menge Möglichkeiten, den Alltag auf iPhone, iPad, Mac und Apple Watch zu automatisieren und Zeit zu sparen. Wie das im Einzelnen funktioniert, haben wir Ihnen in einem eigenen Artikel [1] [1] gezeigt.
Mit iOS 26, macOS 26 und Co. wird die Technik nun erstmals auch mit und für Apple Intelligence nutzbar. Wir zeigen, wie Sie Apples KI-Modelle möglichst sinnvoll in das Geschehen einbinden.
1 iPhone für Apple Intelligence vorbereiten
Um Kurzbefehle mit Apple Intelligence nutzen zu können, benötigen Sie ein iPhone 15 Pro, ein iPad mit A17-Pro-Chip, einen Mac mit M1-Chip beziehungsweise ein neueres Gerät. Auf dem Gerät müssen mindestens 8 GByte RAM zur Verfügung stehen.
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Familienbild vor dem Abgrund: Karl I. umgeben von seinen Generälen und den späteren Königen Karl II. und Jakob II. – Stunden vor der Schlacht von Edge Hill 1642.
Englands Weg von der Monarchie zur Republik war blutig und voller Konflikte. Religiöse Spannungen, Intrigen und Bürgerkrieg erschütterten das Land.
Die gute, alte Zeit unter Königin Elisabeth I. (1558–1603) erschien den Engländern auch deshalb so schön, weil sie sich im Rückblick aus der folgenden Ära der Bürgerkriege wie eine prosperierende, friedliche Idylle ausnahm.
Dem politischen und ökonomischen Machtverlust der feudalen Eliten seit den Rosenkriegen stand die Entwicklung bürgerlich-kapitalistischer Verhältnisse gegenüber. Die manufaktur-, handels- und finanzkapitalistischen Unternehmer Londons und anderer Wirtschaftszentren stießen sich an den Einschränkungen ihrer Interessen durch das absolutistische Königtum.
Auf dem Lande gewannen neuadlige Grundbesitzer durch Wollproduktion und Wollexport, Bergbau und Verhüttung sowie Beteiligung an Schiffsbau und am kolonialen Handel an Einfluss.
Die Kompromisse, die in religiösen Angelegenheiten zur Zeit der jungfräulichen Königin gefunden worden waren, überdauerten die folgenden Jahrzehnte nicht. Unter der Oberfläche hatten sich in der englischen Gesellschaft religiöse Energien angestaut, die mit heftigen Eruptionen zum Vorschein kamen.
Religiöse Inbrunst treibt die Entwicklung voran
Alle Differenzen und Widersprüche zwischen den verschiedenen Parteiungen und Interessengruppen wurden im Gewande von Glaubensfragen ausgekämpft und erhielten durch diese religiöse Aufladung eine besondere Heftigkeit und Dauer.
Reformatorisch-protestantische Kräfte, die auf der Insel als Puritaner daherkamen, wollten das System der anglikanischen Staatskirche, die sich seit König Heinrich VIII. etabliert hatte, im Sinne ihrer Glaubensvorstellungen verändern.
Innerhalb der Puritaner entstanden im Konflikt mit den gemäßigten Presbyterianern radikalreformerische und sozialrevolutionäre Gruppen, wie die Independenten, Leveller und Digger, die den Druck zu gesellschaftlichen Umwälzungen lange Aufrecht erhielten.
Absolutistische Reaktion
Die Versuche der Stuartherrscher, vor allem Karls I. (1625–1649), ihren absolutistischen Machtanspruch durchzusetzen und dabei die parlamentarische Vertretung großbürgerlich-neuadliger Abgeordneter und deren Rechte zu beschneiden, beschleunigten und verschärften die Auseinandersetzungen.
An Steuerfragen entzündeten sich immer wieder Konflikte zwischen König und Parlament. Bis heute wird darüber gestritten, ob es sich bei den Ereignissen um einen Bürgerkrieg oder eine bürgerliche Revolution gehandelt habe.
Der Kampf beginnt
Die Begrenzung der königlichen Macht in England hat eine lange Tradition. Sie beginnt im Jahre 1215 mit der König Johann Ohneland von einer hochadligen Opposition und der City of London abgerungenen Magna Charta Libertatum, der großen Freiheitsurkunde.
Als die Stuarts in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts versuchten die königliche Herrschaft absolutistisch zu stärken und auszugestalten, wurden einige der hochmittelalterlichen Streitpunkte wieder aktuell: die Frage der parlamentarischen Beteiligung oder gar notwendigen Zustimmung in Steuerangelegenheiten, der Schutz des bürgerlichen Eigentums, der Schutz vor willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen, der Schutz vor Einquartierungen und der Erpressung von Kriegsanleihen.
Das Engagement des englisch-schottischen König Karls I. im 30jährigen Krieg zugunsten seines Schwagers, des pfälzischen Kurfürsten Friedrich V., hatte die königlichen Finanzen stark belastet. Neues Geld war nur vom Parlament zu bekommen. Als der Stuartherrscher 1629 das Parlament aber auflöste, nachdem er noch im Jahr zuvor die vom Parlament eingereichte Petition of Rights angenommen hatte, begann sich die politische Lage in England zuzuspitzen.
Karl I. versuchte in den nächsten parlamentslosen Jahren die bürgerliche Opposition zu schwächen (1637/38 Schiffsgeldprozess) und den presbyterianischen Schotten die anglikanische Staatskirche aufzuzwingen (1637/38) – ohne durchschlagenden Erfolg.
Die Schotten erheben sich und schlagen das königliche Heer. Weil er Geld zur Aufstellung eines neuen, größeren Heeres gegen die Schotten benötigt, beruft Karl I. im Frühjahr 1640 das Parlament nach elf Jahren wieder ein und scheitert – die Abgeordneten verweigern sich einer Steuererhebung.
Erneut schickt der König die Parlamentarier nach Hause. Es kommt in London und Süd- und Ostengland zu ersten Unruhen. Im Herbst greifen die Schotten wieder an und der König lässt ein neues Parlament wählen, das am 3. November 1640 zusammentritt.
Die Zusammensetzung dieses neuen, langen (weil bis 1653 amtierenden) Parlaments ist jedoch so königsfeindlich, antiabsolutistisch, puritanisch, dass dem König mit dem Oberhaus, den Bischöfen der anglikanischen Staatskirche und dem noch verbliebenen alten Hochadel die Macht genommen wird.
Erste Köpfe rollen
Jetzt regieren die großbürgerlichen Führungsschichten Londons zusammen mit den neuadligen, kapitalistisch wirtschaftenden Grundbesitzern und puritanisch-presbyterianischen Protestanten. Die maßgeblichen königlichen Ratgeber und Minister der vergangenen elf Jahre werden verhaftet, zum Teil hingerichtet, zum Teil sterben sie in Haft.
Königstreue Gerichts- und Verwaltungseinrichtungen werden geschlossen, königliche Monopole, die die Handels- und Wirtschaftsinteressen des städtischen Bürgertums behinderten, aufgehoben, ihre bisherigen Profiteure aus dem Unterhaus entfernt. Inhaftierte Puritaner, wie John Lilburne, müssen freigelassen werden.
Stärkung der parlamentarischen Rechte
Das Parlament stärkt seine eigene Position, indem es erneut festlegte, dass keine Steuern ohne parlamentarische Zustimmung erhoben werden dürfen.
Dazu kommt jetzt außerdem noch, dass die Auflösung des Parlaments nur mit dessen Zustimmung erfolgen kann. In der sogenannten Großen Remonstranz von November 1641 fassten die Parlamentarier noch einmal alle Verfehlungen der königlichen Regierung seit 1625 zusammen und leiteten daraus ihre weiteren Forderungen ab.
In der Kirchenfrage kam es zu ersten Differenzen unter den Abgeordneten. Die puritanische Mehrheit wollte die Abschaffung der anglikanischen Staatskirche und ihre Ersetzung durch eine völlig vom Herrscher unabhängige Kirche. Das ging einigen schon zu weit.
Die Lage spitzt sich zu
Die anhaltenden Bauernunruhen und ein Aufstand in Irland verschärften die Spannungen. Als ein Teil der Parlamentarier im Unterhaus dem König den Oberbefehl über das Heer entziehen wollten, stellten sich ihnen reiche Grundbesitzer und Handelskapitalisten entgegen.
Diese verhinderten auch im November 1641 die Einrichtung einer konstitutionellen Monarchie, also eines Königtums das durch eine Verfassung eingeschränkt und durch parlamentarische Kontrolle reguliert wird. Anfang 1642 versuchte Karl I. gestützt auf diese Minderheit im Parlament, die Macht wieder an sich zu reißen und die führenden puritanischen Oppositionellen zu verhaften.
Das scheiterte am Widerstand der Londoner Bevölkerung. Der König musste nach Norden fliehen, wo er im alten Adel noch Anhänger hatte. Jetzt wurde klar, dass es friedlich nicht weitergehen konnte.
Bürgerkrieg, Cromwell, New Model Army
Auf Seiten des Königs standen der grundbesitzende Adel Nord- und Westenglands sowie dessen Bauern und Dienstleute, die ihm Truppen und eine schlagkräftige Adelsreiterei zuführten. Das Unterhausparlament konnte sich auf die Flotte, die Milizen aus Süd- und Ostengland und besonders wichtig die Stadt London stützen.
Die anfänglichen Niederlagen gegen das besser geübte Adelsheer des Königs führten relativ schnell zu einer Radikalisierung im revolutionären Lager. Die gemäßigten puritanischen Presbyterianer, vor allem neuadlige, großbürgerliche Kräfte, traten zurück. Radikal-bürgerliche Puritaner, die Independenten mit Cromwell an der Spitze, die sich aus der kleinen Gentry, Manufakturunternehmern, Handwerkern, freien Bauern und Stadtbürgern rekrutierten, trieben die Polarisierung voran.
Oliver Cromwell reorganisierte und disziplinierte das Parlamentsheer zu einer New Model Army, die zum entscheidenden Machtfaktor wurde. Der Einfluss des gemäßigteren Parlaments schwand. Die Siege über die königlichen Truppen 1644/45 stärkten Cromwells Position, der sich letztendlich auch gegen die noch radikaleren puritanischen Leveller und Digger im eigenen Lager durchsetzt. Dabei half ihm der im März 1648 vom König entfachte 2. Bürgerkrieg, der Independenten, Leveller und Digger zwang wieder enger zusammen zu wirken.
Der König muss sich von seinem Kopf trennen
Im Dezember 1648 vertreibt Cromwell die letzten gemäßigt-presbyterianischen Parlamentarier. Das verbliebene Rumpfparlament und ein eigens dafür eingerichteter Sondergerichtshof – alles unter Cromwells Anleitung – verurteilt den König als Tyrannen, Mörder, Verräter und Feind des Landes zum Tode. Am 30. Januar 1649 wurde das Urteil in London vollstreckt, König Karl I. verlor seinen Kopf.
Am 19. Mai 1649 wurde die Republik (Commonwealth von England, Schottland und Irland) ausgerufen. Die Monarchie schien am Ende. Cromwell herrschte gestützt auf das Heer. Im Jahre 1653 wurde er Lordprotektor, das klingt besser als Militärdiktator.
Als er schon fünf Jahre später starb, wurden die Karten neu gemischt. Das Königtum kehrte in Gestalt des Sohnes des geköpften Karls zurück und England wurde seit 1660 mit einem wichtigen Einschnitt 1688 das, was es heute noch ist – eine konstitutionelle Monarchie. Aber das ist bereits eine andere Geschichte.
Literatur:
Gerhard Schilfert, Die englische Revolution 1640–1649, in: Revolutionen der Neuzeit 1500–1917, hg. und eingeleitet von Manfred Kossok (Studien zur Revolutionsgeschichte 1982), S. 63–83.
Die bürgerliche Revolution in England, in: Allgemeine Geschichte der Neuzeit 1500–1917, von einem Autorenkollektiv unter Leitung von Manfred Kossok (1986), S. 133–145.
Dokumentation: Charles I. – Sein Weg zum Schaffot (ZDF 2026).
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Schufa-Daten von 69 Millionen Deutschen landen bei Amazon. Ein US-Gesetz könnte jetzt unsere intimsten Geheimnisse offenlegen.
Die Schufa speichert künftig ihre Daten auf Servern von Amazon Web Services. Deutschlands größte Auskunftei begründet dies [1] mit "ihren hohen Anspruch an Datenschutz, Sicherheit und digitale Souveränität".
Das könnten einige Beobachter anders sehen. Zwar stehen die fraglichen Server von AWS in Europa, aber die Mutterfirma untersteht dem US-Cloud-Act [2].
Der besagt nichts weniger, als dass die US-Regierung und ihre Behörden unabhängig von der geltenden EU-Datenschutz-Grundverordnung Zugriff auf die gespeicherten Daten haben können. Dabei ist der jeweilige Standort der Server vollkommen unerheblich.
In Europa lokalisierte Cloud-Server von US-Firmen für die Daten-"Souveränität"?
Die Schufa speichert nach eigenen Angaben die "Bonitätsinformationen zu rund 69 Millionen Privatpersonen und 6,6 Millionen Unternehmen in Deutschland". Sie sieht sich "als Teil der gesamtwirtschaftlichen Sicherheitsarchitektur, in einer besonderen Verantwortung gegenüber Verbraucherinnen, Verbrauchern und Unternehmenskunden".
Wegen exakt der gleichen Gedanken, der Verantwortung gegenüber den eigenen Bürgern, Unternehmen und deren Daten kommt Frankreichs digitale Verwaltung [4] zu einem exakt gegensätzlichen Schluss.
Mit Linux-Desktops statt Windows-Rechnern möchte der Staat sich vom Einfluss der USA abnabeln und seine digitale Souveränität zurückgewinnen.
Das französische Misstrauen hat einen gerichtsfest manifestierten Grund. Anton Carniaux, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit und Recht bei Microsoft Frankreich wurde am 10. Juni vor einem Senatsausschuss [5], der sich mit dem öffentlichen Beschaffungswesen und seiner Rolle für die digitale Souveränität Europas befasste, befragt.
Er bestand darauf, dass Microsoft nur bei rechtlich eindeutigen Anfragen der US-Behörden reagieren müsse.
Daraufhin wurde er gefragt, ob er bei einer derartigen Anfrage als Direktor für Öffentlichkeitsarbeit und Rechtsangelegenheiten bei Microsoft dem Senatsausschuss "unter Eid garantieren" könne, dass Daten über französische Staatsbürger nicht ohne die ausdrückliche Zustimmung der französischen Regierung an die amerikanische Regierung übermittelt werden könnten.
Carniaux verneinte die Frage, verwies aber darauf, dass es noch nie passiert sei.
Die Namen stehen nun in einem Bericht eines Senatsausschusses, der die "Zensur" durch die EU untersucht. Dabei hatten die Beamten in ihrer Heimat nur im Auftrag der niederländischen Regulierungsbehörden die Einhaltung der geltenden Gesetze insbesondere des Digital Services Act (DSA) überwacht.
Der DSA ist der US-Administration ein Dorn im Auge. Das EU-Recht wird als Zensur interpretiert.
Die Beamten fürchten nun, sie könnten ebenso wie Mitglieder von NGOs, wie die Geschäftsführerinnen von HateAid oder der frühere EU-Kommissar Thierry Breton ein Einreiseverbot für die USA bekommen.
Griechenlands Digitalisierung powered by AWS
Eher unkritisch sieht dagegen die griechische Regierung die weitreichenden Befugnisse und Zugriffsmöglichkeiten der USA-Regierung für die Daten der eigenen Bürger.
Premier Kyriakos Mitsotakis ließ es sich im Dezember 2021 nicht nehmen, mit weiteren Kabinettsmitgliedern mit Vertretern von Amazon zu feiern [8], dass Griechenland "in die Liste der Länder, in die Amazon Web Services im Rahmen der ersten Erweiterung seiner Local Zone-Infrastruktur außerhalb der Vereinigten Staaten investieren wird, aufgenommen wurde."
Über AWS-Cloud-Server lief die international als sehr gelungen eingestufte Impfkampagne Griechenlands während der Pandemie. Bereits damals gab es kritische Stimmen der Opposition wegen der auf AWS-Servern gespeicherten Gesundheitsdaten, oder mit Cisco geteilten Kontaktdaten von Schulen, Schülerinnen und Schülern.
An Beispielen wie der Schufa als Unternehmen oder Griechenland als Staat zeigt sich, dass es zur Umsetzung einer europäischen Cloud-Souveränität mehr bedarf als den geplanten Cloud and AI Development Act [10].
Es fehlt an der – neudeutsch – Mindset genannten mentalen Grundhaltung, an einem gemeinsamen Glauben an ein Gelingen der Abkopplung der US-Abhängigkeit. Der IT-Veteran Jörg Schieb schrieb auf LinkedIn [11] darüber, dass man ein europäisches KI-Projekt wie das gelungene europäische Konsortium Airbus sehen müsste.
Als Airbus 1970 gegründet wurde, war der Markt für Verkehrsflugzeuge fest in US-Hand. Der absolute Marktführer Boeing dominierte im Airbus-Gründungsjahr den weltweiten Markt für zivile Verkehrsflugzeuge mit einem Anteil von etwa 60 Prozent. Dazu kamen 26 Prozent des US-Konkurrenten McDonnell Douglas.
Als ersten Schritt zur Änderung des Mindsets könnte man recherchieren, dass in Nicht-EU-Staaten wie dem Vereinigten Königreich mit etwas Neid darauf geblickt wird, dass sich das oft angezweifelte europäische Staatenbündnis bei der Cloud-Souveränität etwas besser schlägt als das Ex-EU-Mitglied [13].
Das, was die Niederländer als kritische Infrastruktur einstufen, also "wesentliche Teile der Plattform für die staatliche Identifikations-App DigiD, über die sich Bürger online authentifizieren. Ob Arzttermine, Immobilienkäufe oder Steuererklärungen" haben die Griechen auf AWS-Server geladen.
Die Schufa will mit bundesdeutschen Kredit- und Lebensdaten das Gleiche tun. Europäische Datensouveränität bedeutet auch, dass diese Daten zurückgeholt werden müssen.
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Der Neobroker lässt Privatanleger Börsengänge direkt in der App zeichnen. Der erste Deal ist SpaceX – doch die Risiken sind erheblich.
Trade Republic macht ernst mit dem Versprechen, Privatanlegern Zugang zu Börsengängen zu verschaffen.
Wie das Berliner Fintech in einer Pressemitteilung [1] ankündigt, können Kunden ab sofort ausgewählte IPOs direkt in der App zeichnen – noch vor dem ersten Handelstag, zum offiziellen Zuteilungspreis. Pro Order fällt lediglich eine Abwicklungskostenpauschale von 1 Euro an.
"Privatanleger haben den Kapitalmarkt in Europa grundlegend verändert. Trotzdem bleiben Investmentmöglichkeiten wie IPOs oft institutionellen Investoren vorbehalten", sagte Mitgründer Christian Hecker laut Mitteilung. "Wir ändern das jetzt."
Das klingt nach Demokratisierung. Doch wer genauer hinschaut, findet hinter dem Versprechen einige Haken.
SpaceX als Türöffner – und Marketingcoup
Den Auftakt macht ausgerechnet der wohl meistdiskutierte Börsengang der Geschichte: SpaceX plant laut offizieller Ankündigung [2] für den 12. Juni 2026 eine Platzierung von rund 555,6 Millionen Aktien zu je 135 Dollar – angestrebtes Volumen: 75 Milliarden Dollar.
Trade Republic ist laut einem Bericht [3] der Welt als Vertriebspartner für europäische Privatanleger bestätigt.
Bis zu 30 Prozent der Aktien sollen für Kleinanleger reserviert werden – historisch ungewöhnlich, da bei großen IPOs typischerweise nur 5 bis 10 Prozent an Privatanleger gehen.
Die Zuteilung erfolgt bei Trade Republic pro rata, also proportional zum Zeichnungsvolumen. Wer mehr Geld einsetzt, bekommt im Verhältnis mehr zugeteilt.
Das ist kein "first come, first served" – aber bei massiver Überzeichnung bedeutet es trotzdem: Wer 10.000 Euro zeichnet, erhält womöglich Aktien für 500 Euro. Oder gar nichts.
Die Kehrseite der App-Zeichnung
Genau hier wird es heikel. Anleger müssen ausreichend Liquidität für die gesamte Zeichnungssumme vorhalten – obwohl sie nicht wissen, wie viel sie tatsächlich zugeteilt bekommen. Wer taktisch mehr zeichnet als beabsichtigt, riskiert eine vollständige Zuteilung.
Einen echten Marktpreis gibt es vor dem Handelsstart nicht. Die Preisbildung beim IPO ist stark von Nachfrage und Hype geprägt, nicht von klassischen Bewertungsmodellen.
Die Finanzdaten hinter der Billionen-Bewertung geben Skeptikern reichlich Material. SpaceX rutschte 2025 in einen Verlust von 4,9 Milliarden US-Dollar, im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,3 Milliarden hinzu [4].
Profitabel arbeitet einzig Starlink. Die im Februar 2026 übernommene KI-Firma xAI riss mit 2,47 Milliarden Dollar operativem Verlust ein gewaltiges Loch in die Bilanz.
Für passive Anleger lauert ein weiteres Risiko: Nasdaq und FTSE Russell haben ihre Wartefristen für die Indexaufnahme deutlich verkürzt [6] – auf 15 beziehungsweise nur fünf Handelstage. Kritiker nennen das "Lex SpaceX".
ETFs und passive Fonds müssten SpaceX-Aktien dann binnen kürzester Zeit kaufen, ob ihre Anleger das wollen oder nicht.
Einzig S&P Dow Jones Indices hält an der zwölfmonatigen Wartefrist fest.
Trade Republic will das IPO-Angebot laut eigener Aussage stark ausbauen. Nach welchen Kriterien künftige Emittenten ausgewählt werden, bleibt offen.
Für Anleger gilt: Die 1-Euro-Pauschale klingt günstig – die eigentlichen Kosten eines missglückten Börsengangs stehen auf einem anderen Blatt.
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Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Python, CSS, APISIX, Kubara, Apache Kafka, GitHub, Ember, Gastown, Hibernate und Grafana.
In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:
Python 3.15.0 beta 2 ist da [1]: Die zweite von vier geplanten Betaversionen bringt die neuen Built‑in-Typen frozendict und sentinel, lazy imports für schnellere Starts sowie ein dediziertes Profiling‑Paket. Der JIT‑Compiler läuft laut dem Entwicklerteam wesentlich performanter und erreicht auf x86‑64‑Linux eine um 8 bis 9 Prozent höhere Leistung als der Standard-Interpreter (geometrisches Mittel). Auf AArch64‑macOS beträgt der Tempozuwachs gegenüber dem Tail‑Calling‑Interpreter 12 bis 13 Prozent.
Bereits seit dem 1. Juni läuft die Umfrage zum „State of CSS 2026“ [2]. Webentwicklerinnen und -entwickler sind bis zum 1. Juli eingeladen, an der Studie teilzunehmen, und können dabei Fragen rund um die eigene berufliche und private CSS-Nutzung beantworten.
Der APISIX Ingress Controller [3] ergänzt mit Version 2.1.0 sein API-Routing um portbasierte Regeln und führt einen HealthCheck für BackendTrafficPolicy ein. Zusätzlich verfügt das Kubernetes-Tool nun auch über ein allgemeines Plugins‑Feld bei ApisixConsumerSpec, sodass sich Plugins direkt an eine ApisixConsumer‑Ressource anhängen lassen.
Mit Version 0.9.0 erhält das Service‑Orchestrierungs‑ und Deployment‑Tool Kubara [6] mehrere neue Funktionen: eine Bash‑Completion, Katalog‑Management‑Kommandos und eine automatische Migration alter Konfigurationen in das neue schemabasierte Modell. Außerdem ersetzt ein dynamisches, auf ServiceDefinition basierendes Service‑Registry‑Modell die bisherigen statischen Mechanismen.
Apache Kafka 4.3 [7] unterscheidet sich durch 25 KIPs (Kafka Improvement Proposals) und mehr als 600 Commits von Version 4.2. Entsprechend umfangreich sind die Verbesserungen ausgefallen, zu denen unter anderem eine optimierte Gruppenkoordination, zusätzliche Metrics sowie erweiterte Kafka‑Streams‑Funktionen und Connect‑APIs zählen.
Neue Version, keine neuen Features: Stattdessen konzentriert sich Ember 7.0 [10] so wie jedes Major-Release des JavaScript‑Frameworks auf Bugfixes und entfernt als deprecated markierte Code-Elemente. Mit dem Release von Ember 7.0 wird Ember 6.12 zur LTS-Version (Long Term Support).
Das auf Dolt und Beads basierende Open‑Source‑CLI‑Tool Gastown [11] zur Orchestrierung von KI-Agenten setzt mit Version 1.2.0 auf härtere Abhängigkeitsprüfungen sowie stabilere Daemon‑ und Recovery‑Prozesse. Das neue Release bringt außerdem Verbesserungen bei Scheduler-, Polecat‑ und Workflow‑Operationen.
Hibernate 7.4 [12] verbessert paginierte Abfragen mit Fetch‑Joins und kann den Zustand von Entitäten über die Zeit hinweg abfragen. Das erlaubt es Entwicklerinnen und Entwicklern, mit dem ORM-Framework für Java historische Daten ohne zusätzliche Tools wie Envers zu verwalten.
Grafanas Lasttest-Tool k6 führt mit Version 2.0 KI‑gestützte Test‑Workflows [13] ein. Über die Kommandos k6 x agent, k6 x mcp, k6 x docs und k6 x explore können die KI-Helfer Testskripte automatisch erzeugen, Engpässe erkennen und optimierte Szenarien vorschlagen. Weitere Features von k6 2.0 sind eine neue Assertions‑API und eine erweiterte Playwright‑Kompatibilität im Browser-Modul.
Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [14].
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Ausgerechnet Microsoft setzt heute auf Open Source. Doch der Konzern verschenkt nichts – er verlagert nur die Maut in die Cloud, meint Moritz Förster.
Wie sich die Zeiten doch ändern: Ausgerechnet Microsoft liefert heute Open Source frei Haus. Richtig praktische und wirklich offene Werkzeuge für Entwickler reihte der Konzern auf der Build 2026 auf – ein quelloffenes KI-Terminal [1], hilfreiche Dev Configs [2], dazu WSL-Container [3] und mehr als 75 Unix-Werkzeuge der Coreutils [4]. Doch wer darin nur Entwicklerfreundlichkeit sieht, verpasst den eigentlichen Coup. Open Source ist inzwischen das perfekte Business für den Konzern.
Microsoft ging gegen offene Standards lange strategisch vor [5] – und die Strategie trug in den 90ern ein berüchtigtes Kürzel: „EEE – Embrace, Extend, and Extinguish“. Das US-Justizministerium dokumentierte, wie der Konzern dabei vorging. Erst drang Microsoft in Märkte mit offenen Standards ein, dann erweiterte es diese Standards um proprietäre Funktionen, und schließlich nutzte es die so entstandenen Unterschiede, um die Konkurrenz auszuschalten.
Sofort wurde das zu Microsofts Geschäftspraxis: Zum Beispiel setzt Microsoft im Browserkrieg den Internet Explorer nicht nur offensiv gegen Netscape ein; interne Memos zeigen darüber hinaus, dass der Konzern Office und HTML-Funktionen so verzahnen [6] wollte, dass sie als Hebel ausschließlich das eigene Ökosystem stärken.
Diesmal fehlt das dritte E
Doch die Ankündigungen der Build 2026 sind nicht einfach nur EEE 2.0 mit besserem Marketing. Das Umarmen war immer nur Mittel zum Zweck, und der Zweck hieß ersticken. Heute fehlt diese dritte Stufe.
Microsoft gibt bei den Werkzeugen, die Entwickler täglich nutzen, keinen Zentimeter Boden auf. Niemand muss migrieren oder sich umgewöhnen. Und niemand lockt den offenen Standard in eine proprietäre Sackgasse. Was hier an Reibung verschwindet, kostet Microsoft nur Entwicklungsaufwand – aber keinesfalls Marktmacht.
Nehmen wir als Beispiel die Datenbanken: Statt einer hauseigenen, geschlossenen Datenbank setzt Microsoft mit Azure HorizonDB [7] auf das offene PostgreSQL. Die Botschaft: Bleibt bei Postgres, wir bauen die KI-Bausteine drumherum. Ausgerechnet der Konzern, der mit proprietären Datenbanken groß wurde, setzt jetzt auf die Open-Source-Alternative.
Die Motivation ist betriebswirtschaftlich, Satya Nadella hat das nie verheimlicht. Seit 2014 verschiebt Microsoft sein Kerngeschäft von der Lizenzsoftware zu den Plattformdiensten, und Nadella sagt offen, dass sich mit geschlossenen Lizenzen auf Dauer kein Staat mehr machen lässt. Warum eine Lizenz einmal verkaufen, wenn man dieselbe Leistung monatlich vermieten kann? Dass heute über die Hälfte der Azure-Workloads unter Linux [8] laufen, gehört inzwischen zum Geschäftsmodell.
Microsoft kassiert trotzdem ab
Der Coup steckt im Business-Schlachtfeld selbst. Der Kampf heißt nicht mehr Windows gegen Open Source. Er heißt Cloud gegen Cloud. Die Maut kassiert Microsoft nicht mehr an der Systemgrenze, sondern beim Cloud-Dienst: bei Azure, bei GitHub, beim Copilot-Abo. Der Konzern stellt das Kassenhäuschen einfach woanders auf.
Selbst Steve Ballmer hat das inzwischen eingeräumt. Seine frühere Haltung sei für ihre Zeit richtig gewesen, doch die Linux-Bedrohung liege heute „im Rückspiegel“. Und die harte Linie habe dem Konzern damals mehr Umsatz gebracht, als ein frühes Umarmen es getan hätte. Erst kämpfen, dann kassieren, schließlich umarmen – aus Sicht der Bilanz hat sich jede Phase gelohnt.
Bleibt die Frage nach dem dritten E
Man sollte die Wende trotzdem nicht zu gutgläubig feiern. Viele Entwickler misstrauen dem freundlichen Microsoft bis heute aus gutem Grund. Als der Konzern 2021 eine Hot-Reload-Funktion [9] aus dem quelloffenen .NET herauslösen wollte und sie erst nach lautem Protest zurückholte, blitzten die alten Reflexe wieder auf. Auch die heute „umarmten“ Werkzeuge wie GitHub, Copilot und Codespaces tragen proprietäre Schichten in sich. Jede Nutzung zentralisiert die Branche ein Stück weiter auf einen einzigen Anbieter.
Microsofts Open-Source-Zuneigung mag heute echt sein – aber sie entspringt eben nicht einem Altruismus, sondern dem nüchternen Kalkül, nicht wie einst IBM zu erstarren. Doch in fünf Jahren kann schon wieder eine andere Business-Logik gelten.
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Mit frei erkundbarem Planeten und einem erweiterten Kampfsystem soll Revelation den Abschluss der Final-Fantasy-7-Remake-Saga bilden.
Artwork von Final Fantasy 7 RevelationBild:
Square Enix
Square Enix hat im Rahmen des Summer Game Fest 2026 den dritten und letzten Teil seiner Remake-Trilogie vorgestellt. Final Fantasy 7 Revelation soll im Frühjahr 2027 erscheinen und die Neuinterpretation des Rollenspielklassikers von 1997 zu Ende führen. Erstmals erscheint der Abschluss zeitgleich für Playstation 5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch 2 und Windows-PC.
In Revelation setzen Cloud Strife und seine Gefährten ihre Jagd auf Sephiroth fort. Die Handlung knüpft unmittelbar an die Ereignisse von Rebirth an: Während die Welt durch den herabstürzenden Meteor vor der Vernichtung steht, macht sich die Gruppe mit dem legendären Luftschiff Highwind auf den Weg zur entscheidenden Konfrontation.
Eine der größten Neuerungen ist die frei erkundbare Spielwelt. Der gesamte Planet soll mit der Highwind nahtlos bereisbar sein. Spieler können aus der Luft abspringen, per Fallschirm landen und ohne Ladebildschirme zwischen Himmel und Boden wechseln.
Gleichzeitig müssen sie Entscheidungen treffen, welche Regionen und Konflikte sie zuerst angehen. Verschiedene Handlungsstränge sollen sich dadurch unterschiedlich entwickeln.
Auch das Kampfsystem wird erweitert. Das bekannte Hybrid-System aus Echtzeit-Action und taktischen Befehlen kehrt zurück und erhält zusätzliche Fähigkeiten sowie neue spielbare Charaktere.
Kleider machen Leute
Dazu gehören Vincent Valentine mit seinen Schusswaffen und monströsen Verwandlungen sowie Cid Highwind, der mit seiner Lanze sowohl Einzelziele als auch größere Gegnergruppen attackieren kann.
Neu ist außerdem das sogenannte Wear-System: Verschiedene Outfits verleihen den Figuren zusätzliche Fertigkeiten und orientieren sich an klassischen Final-Fantasy-Klassen wie Schwarzmagier oder Krieger.
Zu den gezeigten Schauplätzen zählen das Mideel-Archipel, die Nation Wutai und die eisigen Gebiete des Nordkontinents. Gleichzeitig tauchen die riesigen Arma-Wesen auf, die durch den herannahenden Meteor Chaos auf dem Planeten verbreiten.
Die ersten beiden Teile der Trilogie sind bereits erhältlich. Final Fantasy 7 Remake erschien 2020 und legte den Grundstein für die Neuinterpretation der Geschichte, während Rebirth die offene Welt deutlich ausbaute. Besitzer von Speicherständen beider Vorgänger erhalten in Revelation zusätzliche Beschwörungs-Material als Bonus.
Das Unternehmen versteht den Test als Beleg für die Steuerung über große Distanzen unter einsatznahen Bedingungen.
Europäische Souveränität durch heimische Produktion
Der Bussard wird als unbemanntes Fluggerät beschrieben, das vollständig in Deutschland entwickelt und gebaut wurde. Avilus gibt eine Reichweite von etwa 2.500 Kilometern und eine Nutzlast von 150 Kilogramm an und positioniert das System damit für Dual-Use-Einsätze im zivilen wie im militärischen Umfeld.
Laut Unternehmen ist das Fluggerät für Aufklärungs-, Unterstützungs- und Kampfaufgaben vorgesehen, ebenso für die Überwachung und den Schutz kritischer Infrastruktur an Land und auf See. Solche Aufgaben, so die Argumentation, setzen ein verlässliches Lagebild und schnelle Entscheidungen voraus.
Mit einem maximalen Startgewicht von 800 Kilogramm und einer Spannweite von acht Metern basiert das System auf einem deutschen Sportflugzeug. Avilus erklärt, diese industriell gefertigte Plattform senke die Flugstundenkosten auf einen Bruchteil vergleichbarer Systeme, ohne Einbußen bei Leistung oder Zuverlässigkeit zu machen.
Das mit der Ankündigung veröffentlichte Bildmaterial zeigt den Bussard in einer Konfiguration als "Optionally Piloted Vehicle". Ein Pilot war den Angaben zufolge an Bord, während die eigentliche Flugsteuerung vollständig von Bedienern an der Münchner Bodenstation übernommen wurde.
Avilus führt diese Fähigkeit auf sein eigenes Flugsteuerungs- und Avioniksystem namens Rascore zurück. Das System wurde im Haus entwickelt. Das System vereint Missionsmanagement, Flugsteuerung, Sensorik, Navigation, Transponderkommunikation und die gesicherte Kommunikation zwischen Fluggerät und Bodenstation.
Die Interoperabilität war offenbar von Anfang an ein Konstruktionsmerkmal. Avilus erklärt, Rascore lasse sich über Schnittstellen an das Battle-Management-System von Bundeswehr und Nato anbinden.
Vom Prototyp zum einsatzreifen System
Das Unternehmen argumentiert, viele vergleichbare Programme befänden sich noch im Konzept- oder Prototypenstadium, während man selbst diese Funktionen in einsatzrelevanten Umgebungen vorführen könne. Der öffentlichen Vorstellung gingen demnach monatelange Test- und Erprobungsflüge voraus.
Eine vollständig unbemannte Version des Bussard befindet sich nach Angaben des Unternehmens in Vorbereitung. "Das wird unser nächster Meilenstein auf dem Weg zu einem unbemannten Fluggerät sein, das Kosteneffizienz, Reichweite und europäische Souveränität verbindet", sagte Niclas Bähr, der Geschäftsführer von Avilus.
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Amazon.de/Roborock/Golem (erzeugt mit ChatGPT)
Über 3.000 verkaufte Einheiten im letzten Monat und Platz 1 in der Bestsellerliste seiner Kategorie: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der Saugroboter Roborock QV 35A ist bei Amazon derzeit sehr beliebt. Der Hersteller bietet das Gerät beim Onlinehändler zum gleichen Preis wie im eigenen Onlineshop an und hat den Staubsauger wieder mal deutlich reduziert. Nachdem der Preis zuletzt erneut über 580 Euro betrug und damit in der Nähe der UVP (599,99 Euro) lag, ist er jetzt wieder auf den bisher niedrigsten Preis von 349,97 Euro gefallen. Der Deal soll nur bis zum morgigen Sonntag gelten, daher bietet es sich an, nicht zu lange zu warten.
Roborock QV 35A: Das kann der Top-Seller der Saugroboter
Der Roborock QV 35A soll auch hartnäckigen Schmutz aus verschiedensten Bodenarten entfernen können. Dafür ist er mit einer hohen Saugkraft von 8.000 Pa ausgestattet, womit sich auch hartnäckiger Schmutz und Tierhaare aus Teppichen entfernen lassen sollen. Das verhedderungsfreie Bürstensystem verhindert, dass sich Haare in den Bürsten verfangen. Dadurch wird die Leistung des Saugroboters nicht gemindert. Mit der Seitenbürste erreicht er auch Ecken.
Für eine vollständige Reinigung ist der Roborock QV 35A mit einem Wischsystem ausgestattet. Es stehen 30 verschiedene Wasserdurchflussstufen für unterschiedliche Bodenarten und Verschmutzungsgrade zur Verfügung. Zudem lassen sich die Wischpads anheben, um Kontakt mit Teppich zu vermeiden. Nach getaner Arbeit kehrt der Saugroboter in seine Basisstation zurück, wo das Schmutzwasser entfernt und gegen frisches ausgetauscht wird. Zudem entleert das Gerät eigenständig den aufgesaugten Schmutz und reinigt und trocknet die Mopps. Auch der Akku wird in der Station aufgeladen.
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scannt seine Umgebung und weicht Hindernissen wie Möbeln, Spielzeug und anderen Objekten eigenständig aus. Außerdem können Nutzer No-go-Zonen einstellen, die der Saugroboter in der Folge konsequent meidet. Besonders bei mehrgeschossigen Wohnsituationen kommt die Fähigkeit zum Tragen, bis zu vier verschiedene Etagen zu kartieren. Dadurch kann das Gerät eigenständig arbeiten und sich im Raum zurechtfinden.
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Die Google Threat Intelligence Group warnt vor der Gruppe UNC3753. Die Angreifer geben sich vor Ort als IT-Techniker aus, um Daten per USB-Stick zu stehlen.
Die Google Threat Intelligence Group warnt aktuell davor, dass Angreifer physisch auf die Systeme ihrer Opfer zugreifen: Sie geben sich vor Ort als IT-Techniker aus und betreten dann die Büros eines betroffenen Unternehmens. Mit einem USB-Stick greifen sie anschließend sensible Daten direkt vom Endgerät ab.
Normalerweise versuchen digitale Angreifer meist aus der Ferne Daten zu stehlen oder Netzwerke zu sabotieren: Das Opfer fällt etwa auf eine Phishing-Mail herein, kontaktiert den Angreifer und der erhält remote Zugriff aufs Firmennetz – dann kopiert er sensible Daten. Kommt der Angreifer so nicht weiter, steht er in manchen Fällen direkt vorm Firmengebäude.
Bei den falschen IT-Supportern geht es laut Google um die Hackergruppe UNC3753 [1], die auch als Luna Moth, Chatty Spider oder Silent Ransom Group bekannt ist. Sie zielen hauptsächlich auf Anwaltskanzleien in den USA ab, aber auch Versicherungs-, Finanz- oder Gesundheitsunternehmen sind betroffen. Bei den Daten geht es dann um rechtliche Vereinbarungen, personenbezogene Daten oder Finanzunterlagen, mit denen sie das Unternehmen später erpressen wollen.
Vorgehen
Die Hackergruppe sucht auf Firmenwebsites nach Kontaktdaten, um ihre Opfer etwa per Telefon oder Mail zu erreichen. Dabei tun sie so, als würden sie zur IT- oder Sicherheitsabteilung des Unternehmens gehören. Sie machen dann das Opfer auf eine vermeintliche Sicherheitslücke aufmerksam oder wollen ihm bei einem erfundenen Projekt helfen, um Daten zu migrieren. So bauen sie Vertrauen auf und versuchen, das Opfer zu einer Fernwartungssitzung zu überzeugen.
Laut Google nutzt UNC3753 ganz normale Screen-Sharing-Software: Zoom, Microsoft Terminal Services, Microsoft Teams oder Quick Assist. In einem Beispiel hat der Angreifer etwa innerhalb von drei Tagen mit dem Opfer fünfmal per Teams gesprochen. Sie versuchen die Opfer aber auch dazu zu bewegen, spezielle Remote-Software zu installieren: wie AnyDesk, Bomgar oder Zoho Assist. In einem Fall sollte der Nutzer einen „SuperOps RMM agent“ per cURL herunterladen.
Daten übertragen
Haben die Angreifer das Vertrauen des Opfers, kopieren sie sensible Daten. Sie melden sich etwa direkt im Browser des Opfers bei Dateifreigabe-Konten und laden Dateien direkt hoch – das taten sie entweder selbst oder haben ihre Opfer dazu angeleitet. Dabei imitierten sie auch das Branding des Zielunternehmens.
Unter anderem kamen dabei die Datenübertragungsprogramme WinSCP oder Rclone zum Einsatz. In einem Fall haben die Angreifer etwa 1,7 GByte an Daten aus einem lokalen OneDrive-Ordner auf ein Google-Drive-Konto übertragen. Zudem haben sie Opfer angewiesen, Dateien aus der Anwaltssoftware iManage direkt per Mail an die Hacker zu senden.
FBI-Warnung
Falls die Remote-Taktiken der Angreifer fehlschlagen, versuchen sie laut Google physisch die Daten zu stehlen. Auch das FBI hat davor bereits Ende Mai gewarnt (PDF) [2]. Sie stellen sich wieder als IT-Support vor und täuschen etwa vor, dass sie ein Backup erstellen müssen. Dafür nutzen sie externe Festplatten oder einfache USB-Sticks. Haben die Hacker alle Daten, die sie brauchen, senden sie eine Erpressermail an die Firma und drohen mit der Veröffentlichung.
Das FBI empfiehlt unter anderem, die Berechtigungen aller Personen zu kontrollieren, die Unternehmensräume betreten. Außerdem sollen Unternehmen ihre Mitarbeiter schulen, Backups anlegen und etwa die Möglichkeit, externe Laufwerke anzuschließen, einschränken.
Zudem rät Google dazu, den ausgehenden Datenverkehr und das Netzwerk strikt zu überwachen – der Abfluss von mehreren GByte an Daten sollte nicht unbemerkt bleiben. Unternehmen sollen nicht autorisierte Filesharing-Dienste blockieren, die übertragenen Datenmengen in den Firewall-Protokollen erfassen und den SSH-Verkehr auf Port 22 gezielt auf massenhafte Übertragungen prüfen.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11320590
Was tut sich bei den Leistungsdaten von E-Bikes – und könnte das künftig zu einer deutlich härteren Regulierung führen?
Die meisten Fahrräder mit elektrischem Antrieb – die Pedelecs – liegen in einer ziemlich praktischen rechtlichen Kategorie: Unter bestimmten und durchaus praxisnahen Voraussetzungen (Tretunterstützung bis 25 km/h, maximal 250 Watt Dauerleistung etc.) sind sie normalen Fahrrädern gleichgestellt. Die Definition ist allerdings löchrig. Parameter wie zulässiges Gesamtgewicht, kurzzeitige Höchstleistung, Mehrspurigkeit und Abmessungen des Gefährts sind bislang kaum bis gar nicht reguliert.
In dieser Folge des c’t uplink geht es um die technischen Entwicklungen und wie Hersteller selbst derzeit versuchen, sich auf Maximalparameter zu einigen – um zu verhindern, dass die Politik irgendwann so hart eingreift, dass sämtliche Pedelecs versicherungspflichtig werden. Außerdem sprechen wir über drei aktuelle Pedelecs, die wir vor Kurzem getestet haben.
Zu Gast im Studio: Robin Brand, Steffen Herget Host: Jan Schüßler Produktion: Tobias Reimer
►Mehr zur Regulierung von E-Bikes sowie den aktuellen Test lesen Sie bei heise+ (€):