Forscher haben ein System entwickelt, das Energie auf Quantenebene laden, speichern und abgeben kann. Die Batterie lädt umso schneller, je größer sie wird.
Einem Forscherteam aus Australien ist es gelungen, die weltweit erste funktionierende Quantenbatterie zu entwickeln. Das Gerät kann Energie laden, speichern und wieder abgeben, wie die beteiligten Wissenschaftler von CSIRO, der RMIT University und der University of Melbourne berichten [1].
"Wir haben ein Gerät demonstriert, das geladen werden kann, diese Energie speichert und sie dann wieder abgibt", sagte Daniel Gómez, Professor für Chemische Physik an der RMIT University. Damit sei erstmals ein kompletter Ladezyklus in einem Quantenbatterie-Prototyp nachgewiesen worden.
Quantenmechanik statt Chemie
Anders als normale Batterien, deren Energieaustausch auf chemischen Reaktionen basiert, nutzen Quantenbatterien die besonderen Eigenschaften der Quantenmechanik. Dazu gehören Phänomene wie Superposition – bei der ein Quantensystem mehrere Zustände gleichzeitig einnehmen kann – und Verschränkung, bei der Teilchen miteinander verbunden bleiben, selbst über große Distanzen.
Der entwickelte Prototyp besteht aus einem mehrschichtigen organischen Mikrohohlraum. Die Batterie wird drahtlos mit einem Laser aufgeladen, was zeigt, wie Energie künftig ohne physische Verbindungen übertragen werden könnte.
Das Team verwendete Spektroskopie-Techniken, um das Ladeverhalten zu überprüfen. Dabei stellten sie fest, dass ihr Modell die gespeicherte Energie sechsmal so lange behielt, wie der Ladevorgang dauerte.
Weiter Weg zur Anwendung
"Unser Proof-of-Concept-Gerät zeigt schnelles, skalierbares Laden und Energiespeicherung bei Raumtemperatur und legt damit den Grundstein für Energielösungen der nächsten Generation", betont James Quach, der als Leiter für Quantenwissenschaften bei CSIRO das Projekt leitet.
Langfristiges Ziel sei eine Zukunft, in der Elektroautos deutlich schneller geladen werden könnten als das Betanken von Benzinfahrzeugen dauert und in der Geräte über große Entfernungen drahtlos aufgeladen werden könnten.
Allerdings räumte der Wissenschaftler ein, dass bis dahin noch ganz erhebliche Arbeit zu leisten sei. "Der nächste Schritt für Quantenbatterien ist jetzt die Verlängerung ihrer Energiespeicherzeit", erklärte Quach. Wenn diese Hürde überwunden werden könne, wäre man kommerziell nutzbaren Quantenbatterien ein Stück näher.
Größere Batterien laden schneller
Die Forscher wiesen in ihrer Veröffentlichung [2] nach, dass die starke Kopplung zwischen Licht und Materie im Mikrohohlraum zu einem sogenannten superextensiven Verhalten führt. Das bedeutet, dass die Ladeleistung der Batterie überproportional mit der Größe des Systems zunimmt.
Je größer also eine solche Quantenbatterie ist, umso schneller lädt sie.
Dieser Effekt sei auch erstmals im Dauerbetrieb unter schwacher, inkohärenter Beleuchtung demonstriert worden. Quach bezeichnet diesen Effekt als "völlig kontraintuitiv". Die Forschungsergebnisse bestätigten eine grundlegende Vorhersage der Quantenmechanik, die bisher nur theoretisch existiert hatte.
Nutzung auch als Solarzelle?
"Unsere Ergebnisse liefern den ersten experimentellen Nachweis einer überaus effizienten Umwandlung von Licht in Ladung und unterstreichen damit die Möglichkeit, eine starke Licht-Materie-Kopplung für eine verbesserte Energiegewinnung bei schlechten Lichtverhältnissen zu nutzen", schreiben die Wissenschaftler überdies in der Fachzeitschrift Light: Science & Applications.
Dieser Nachweis könnte weitreichende Folgen für Energiegewinnungstechnologien haben, insbesondere unter Schwachlichtbedingungen.
Einsatzfähige Quantenbatterien existieren selbstverständlich noch nicht, doch die australische Forschung zeigt, dass die theoretischen Vorteile dieser Technologie praktisch umsetzbar sein könnten.
"Dies ist ein aufregender Fortschritt in einem schnell wachsenden interdisziplinären Feld", sagte Gómez. Hoffentlich seien Quantenbatterien bald keine theoretische Idee mehr, sondern etwas, das im Labor gebaut werden könne.
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Googles KI-Labor bringt immer wieder neue Modelle auf den Markt.
(Bild: Primakov/Shutterstock)
Google veröffentlicht Gemma 4 12B: Das lokale Open-Source-Modell läuft schon auf Laptops mit nur 16 GByte RAM.
Google DeepMind hat mit Gemma 4 12B ein neues offenes KI-Modell vorgestellt, das multimodale Agenten direkt auf handelsüblichen Notebooks ermöglichen soll. Das Modell mit 12 Milliarden Parametern verarbeitet Text, Bilder und als erstes Modell dieser Größe auch Audio nativ – und benötigt dafür lediglich 16 GByte Arbeits- oder Grafikspeicher. Veröffentlicht unter der Apache-2.0-Lizenz steht es Entwicklern und Unternehmen frei zur Verfügung.
Eine zweite Stärke des Modells liegt in seiner vereinheitlichten Architektur. Wie Google in seinem Blog [2] erläutert, verzichtet Gemma 4 12B vollständig auf separate Vision- und Audio-Encoder. Herkömmliche multimodale Modelle von Google nutzen typischerweise eigene Encoder-Module, die Bilder und Audiodaten erst übersetzen, bevor das Sprachmodell sie verarbeitet. Gemma 4 12B geht einen anderen Weg: Hier soll der Input direkt vom LLM-Backbone verarbeitet werden.
Leistung nahe am doppelt so großen Modell
Innerhalb der Gemma-4-Familie positioniert Google das 12B-Modell zwischen den Edge-Varianten E4B, die für Smartphones und IoT-Geräte wie Raspberry Pi konzipiert sind, und dem größeren 26B-Mixture-of-Experts-Modell (MoE). In Benchmarks soll es laut Google [3] jedoch nur knapp hinter dem stärkeren Modell zurückliegen. Ohne dedizierte GPU verlängern sich die Inferenzzeiten aber wahrscheinlich.
Wie das neue Modell im Vergleich zu 16GB-Varianten von anderen Anbietern abschneidet, ist noch nicht abzusehen.
Update
Im anekdotischen Kurztest zeigte sich eine deutlich bessere Geschwindigkeit als etwa mit einem alten Deepseek-r1-Destillat in Qwen3/8B mit 8 GByte, das LM Studio anbietet. Die Aufgabe, eine einfache Webseite mit GeoIP-Auflösung und der Wetteranzeige für die kommenden 7 Tage zu ertellen, lösten beide Modelle gut – Googles Modell in rund 10 Minuten, Deepseek-r1 in mehr als einer Stunde. Der Tokenverbrauch von Gemma 4 12B war dabei um ein Vielfaches sparsamer – es braucht rund 3000, während das Deepseek-r1-Destillat um die 12.000 Token brauchte.
Als Plattform kam ein 64-GByte-Laptop mit AMD Ryzen 7640HS Pro zum Einsatz, das eher eingeschränkte Rechenkapazitäten aufweist.
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KI verändert die Arbeitswelt, soweit klar. Auf der SXSW in London diskutierten Experten über die Folgen für Arbeitnehmer und Unternehmen.
Zur Premiere der SXSW London 2025 hofften viele Teilnehmer noch, dass Künstliche Intelligenz ihre Jobs nicht gefährdet. In diesem Jahr hat sich das Blatt gewendet: Sehr viele Vorträge, Diskussionsrunden und Panels drehten sich darum, welche Rolle Menschen künftig überhaupt im Arbeitsprozess einnehmen werden und wie sich die Arbeit von LLMs und KI-Agenten beherrschen lässt.
Laut Tech- und KI-Experte Azeem Azhar von Exponential View wurden 2023 viele KI-Unternehmen gegründet, ohne dass ihre Gründer tiefere Kenntnisse in Künstlicher Intelligenz hatten. 20 Prozent der Unternehmen behaupten aber, dass sie bereits daran verdienen.
Auf die Frage von MIT-Redakteur Will Douglas Heaven, wie viele Jobs durch KI bereits verloren gegangen seien, erklärte Azhar, es gebe keine Beweise, dass KI Jobs gekostet habe. Viele Unternehmen würden vorschieben, dass Entlassungen durch KI entstanden sind. Es klinge einfach besser, wenn jemand behauptet, „wir brauchen nicht mehr so viele Leute, weil wir so erfolgreich KI-Tools einsetzen“, statt einzugestehen, „die Firma läuft nicht so gut, deshalb müssen wir Leute entlassen“.
Laut einer Studie von Anthropic hatte KI bislang keinen messbaren Einfluss auf die Arbeitslosigkeit. Die rote Linie zeigt die Arbeitslosenquote von Arbeitnehmern in einem Job mit starkem KI-Einfluss, die blaue solche ohne KI-Einfluss.
(Bild: Anthropic)
Seine Einschätzung deckt sich mit einer Studie des Claude-Entwicklers Anthropic [1] von März 2026 . Azhar räumte zugleich ein, dass die unsicheren weltpolitischen Umstände nur schwer von den Auswirkungen der KI zu trennen sind. So würden Investitionen angesichts von Kriegen, regionalen Konflikten und nicht zuletzt der Klimakrise zurückgehalten und Unternehmen würden keine neuen Leute mehr einstellen.
KI-Potenzial in einzelnen Berufszweigen laut einer Studie des KI-Betreibers Anthropic.
(Bild: Anthropic)
Die theoretischen Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz würden in der Praxis derzeit kaum umgesetzt, ergab die Anthropic-Studie. Wenn man bedenkt, dass ChatGPT gerade einmal dreieinhalb Jahre für alle verfügbar sei, habe sich bereits sehr viel verändert, findet Heaven. Er glaubt, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz insbesondere in der medizinischen Forschung und in der Mathematik schnell zu konkreten Anwendungen führen könne. In der Wissenschaft berge KI aber die Gefahr, dass sich Forschungsschwerpunkte unbeabsichtigt verschieben und die Wissenschaftler den Fokus verlieren.
Angesichts der hohen Kosten für Rechenleistung sollten Unternehmen genau überlegen, wofür sie KI nutzen, empfiehlt Ling Ge von Tencent.
(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)
Ling Ge von Tencent wies darauf hin, dass Unternehmen KI-Werkzeuge keinesfalls blind und überall einsetzen sollten. Die nötige Rechenleistung sei einfach zu teuer dafür, erklärte die strategische Beraterin des weltgrößten Gaming-Konzerns und Betreibers von WeChat. Die Quantencomputer-Spezialistin ist sich sicher, dass nur diejenigen Unternehmen auf lange Sicht überleben, die den Einsatz von KI-Modellen hinterfragen und sehr gezielt nutzen.
Gefährliche Deep Fakes
Ein weiteres Problem: KI ist derzeit nicht vertrauenswürdig, findet Douglas Heaven. Dazu tragen aus seiner Sicht insbesondere Deep Fakes bei, die ein mächtiges Werkzeug seien, um andere zu verletzen; bei pornografischen Inhalten seien davon besonders Frauen betroffen. Außerdem würde mit Deep Fakes grundsätzliches Misstrauen erzeugt und die Bevölkerung – frei nach Hannah Arendt – verunsichert.
MIT-Journalist Douglas Heaven und Azeem Azhar diskutierten, wie sich KI auf den Arbeitsmarkt auswirkt.
(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)
Das gelte insbesondere für die Gruppe von Menschen, die jeglichen Einsatz von KI ablehnt. Da KI auf den ersten Blick meist sehr ähnliche Ergebnisse erziele wie ein Mensch, seien Deep Fakes zudem nur schwer als solche zu erkennen. Auch deshalb forsche man verstärkt an mechanistischer Interpretierbarkeit, also eine Art Reverse Engineering und Debugging. Es geht darum, die KI-Modelle nicht mehr als Black Box zu akzeptieren, sondern zu verstehen, wie sie reagieren und produzieren, um die Ergebnisse vorhersehbar zu machen.
Keine Revolution, sondern Veränderung
Auch für Lucy Liu, Gründerin und Präsidentin des Fintech-Unternehmen Airwallex, spielt der Vertrauensaspekt eine wichtige Rolle. So könne man zwar übers Wochenende eine neue Anwendung vibe coden, doch das Vertrauen der Nutzer gewinne man in so kurzer Zeit keinesfalls; hier sei weiterhin viel menschliche Intervention nötig. Relevante Entscheidungen und Strategien müssten ohnehin von Menschen vorgegeben werden, erklärte Liu. Insofern revolutioniere KI die Arbeit nicht, sondern verändere sie nur.
Vibe Coding erlaubt es zwar, in kürzester Zeit Anwendungen zu produzieren, Strategien und relevante Entscheidungen müssen aber weiterhin von Menschen getroffen werden, findet Lucy Liu.
(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)
Diese positive Sicht auf KI teilen viele Menschen nicht, meint die ehemalige Präsidentin der britischen Handelskammer, Martha Lane Fox. Etliche hätten stattdessen Angst vor den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz. Auch Lane-Fox ist sich sicher, dass sich die Rollen im Arbeitsleben in den kommenden Jahren stark verändern werden. Diese Änderungen müssten die Menschen jedoch akzeptieren lernen.
Der (natürlich per Zoom zugeschaltete) Zoom-Chef Eric Yuan ist sich sicher, dass wir künftig nur drei oder vier Tage pro Woche arbeiten werden.
(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)
Deutlich optimistischer blickt Zoom-Gründer und CEO Eric Yuan auf die Veränderungen. Er glaubt, dass wir in wenigen Jahren nur noch drei bis maximal vier Tage pro Woche arbeiten werden. Die KI könne dann viele Aufgaben rund um die Uhr, also 24/7 erledigen, ohne zu ermüden, ohne Urlaub zu nehmen. Er forderte die Menschen dazu auf, die längere Freizeit zu genießen, statt der Arbeit hinterherzutrauern. Wer die reduzierte Arbeitszeit finanziert, sagte Yuan auch auf Nachfrage nicht.
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Die USA demontieren ein globales Ozean-Messnetz. Forscher gehen auf die Barrikaden. Die Community warnt vor irreversiblen Datenverlusten.
Wie die New York Timesberichtet [1], will die US-Regierung unter Donald Trump ein 368 Millionen Dollar teures Netzwerk aus mehr als 900 Tiefsee-Messinstrumenten demontieren, das Forschern weltweit Daten zu Meeresströmungen, Klimawandel und Küstenökosystemen lieferte. Damit könnte die Ozean- und Klimaforschung weltweit einen Rückschlag erleiden.
Die National Science Foundation (NSF) – die zuständige US-Bundesbehörde für Wissenschaftsförderung – kündigte an, ab Juni Schiffe loszuschicken, um die Geräte aus dem Atlantik und dem Pazifik zu bergen. Der Abbau wird voraussichtlich 15 Monate dauern.
Relativ junges System
Das Netzwerk, bekannt als Ocean Observatories Initiative (OOI), war 2016 in Betrieb gegangen und ursprünglich auf 25 Jahre Laufzeit ausgelegt. Es umfasste Messstationen vor der Küste von Oregon, Washington State, Alaska, North Carolina sowie im sogenannten Irminger-Meer zwischen Grönland und Island.
Die Instrumente waren auf dem Meeresgrund verankert – teils in Tiefen von bis zu 2.800 Metern – und maßen Meeresströmungen, chemische Zusammensetzung und biologische Bedingungen vom Oberflächenwasser bis in die Tiefe. Ferngesteuerte Unterwasserroboter übertrugen die Daten an Forschungslabore an Land.
Scharfe Kritik aus der Wissenschaft
Die NSF begründete die Entscheidung mit einer strategischen Neuausrichtung. Sprecher Michael England erklärte, der Schritt stehe im Einklang mit dem Ziel der Behörde, "flexibler auf sich verändernde wissenschaftliche Prioritäten und neue Technologien zu reagieren" und einen "bewussten Umgang mit dem Lebenszyklus von Forschungsinfrastruktur" zu pflegen.
Wissenschaftler kritisieren den Abbau scharf. Craig McLean, der während Trumps erster Amtszeit kommissarischer Chefwissenschaftler der US-Wetterbehörde NOAA war, bezeichnete den Schritt als Teil eines Musters. "Dies spiegelt das mangelnde Verständnis der aktuellen Regierung für wissenschaftlichen Wert und wissenschaftliche Bedeutung wider", sagte McLean. "Indem wir ein solches System demontieren, drängen wir die Vereinigten Staaten erneut auf einen hinteren Platz in der globalen wissenschaftlichen Führungsrolle."
Besonders kritisch sehen Forscher den Verlust der Station im Irminger-Meer, die für die Untersuchung der Atlantischen Umwälzzirkulation (Atlantic Meridional Overturning Current, AMOC) – eines globalen Meeresströmungssystems – zentral war.
Einige Wissenschaftler befürchten, dass diese Strömung infolge der Klimaerwärmung schwächer werden könnte; ein Zusammenbruch hätte nach Einschätzung von Experten schwerwiegende Folgen für das Wetter weltweit. Die dortigen Verankerungen reichten bis auf 2.800 Meter Tiefe und waren Teil einer internationalen Forschungskooperation.
Kein Plan zur Datensicherung
Hilary Palevsky, Professorin für Erd- und Umweltwissenschaften am Boston College, nutzte die Daten aus dem Irminger-Meer seit einem Jahrzehnt, um zu verstehen, wie der Ozean Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt. Den Abbau ohne Plan zur Datensicherung oder Weiterführung der Messungen nannte sie "sehr überstürzt".
"Eine der wirklichen Tragödien hier ist, dass die effektive Datenerhebung an diesem Standort eine enorme ingenieurtechnische Herausforderung war, und es ist nicht so, dass man einfach seine Notizen für die nächste Person hinterlassen kann", sagte Palevsky. "Es gibt viel Fachwissen, das verloren zu gehen droht."
Fortschrittlichstes Ozean-Beobachtungssystem
Jim Edson, der leitende Wissenschaftler der OOI, bezeichnete das Netzwerk als "die weltweit fortschrittlichsten kontinuierlich betriebenen Ozean-Beobachtungssysteme". In einer Stellungnahme würdigte er die Leistungen der beteiligten Wissenschaftler, Ingenieure und Seefahrer, die das Netzwerk über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut und betrieben hatten.
Der jährliche Betrieb des Netzwerks kostete 48 Millionen Dollar. Die Trump-Regierung hatte bereits in den Haushaltsentwürfen für 2025 und 2026 versucht, die Mittel um jeweils 80 Prozent zu kürzen – der Kongress lehnte dies beide Male ab und stellte die Gelder wieder bereit. Dennoch hatten die Verantwortlichen des OOI bereits Instrumente abgeschaltet und weniger Daten erhoben, um Kosten zu senken, wie aus einer Präsentation beim Jahrestreffen der American Geophysical Union im Dezember 2025 hervorgeht.
Die Fachzeitschrift Maritime Executiveordnet die Entscheidung [2] in einen politischen Kontext ein: Die Abschaltung des Netzwerks entspreche den Zielen des sogenannten "Project 2025", eines Regierungsübergangs-Leitfadens konservativer Organisationen. Dessen Autoren hatten 2024 empfohlen, die NOAA-Abteilung für Ozean- und Atmosphärenforschung (OAR) – ein wichtiger Abnehmer der OOI-Daten – aufzulösen, da sie aus ihrer Sicht "die Quelle eines Großteils des NOAA-Klimaalarmismus" sei.
Die NOAA hatte im ersten Jahr der Trump-Regierung bereits rund 20 Prozent ihrer Belegschaft abgebaut, mit Schwerpunkt auf der OAR. Der erste Haushaltsplan der Regierung sah die vollständige Auflösung der OAR vor – auch dies lehnte der Kongress ab und finanzierte die Behörde mit 630 Millionen Dollar für das Haushaltsjahr 2026.
Lediglich seismische Instrumente rund um einen aktiven Unterwasservulkan vor der Küste Oregons sollen bis 2028 weiter in Betrieb bleiben.
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Bis zu 100.000 Rehkitze sterben jedes Jahr im Mähwerk – obwohl es Mittel gäbe, sie zu retten. Doch nicht alle Landwirte nutzen sie.
Am Pfingstmontag saß Nico Haberkorn aus Lichtenau in Mittelsachsen mit seiner Familie draußen beim Essen, als ein plötzlicher Lärm anhob. Auf einer frisch gemähten Wiese kreisten Greifvögel und stießen schrille Töne aus.
Als er mit anderen Anwohnern zum Feld eilte, fand er lauter tote junge Rehe – elf an der Zahl. Die Jungtiere – von den Eltern im hohen Gras versteckt – seien von den Klingen geschreddert worden, klagt Haberkorn gegenüber dem MDR [1]. Die Tiere seien grausam gestorben.
Haberkorn erhebt schwere Vorwürfe an einen landwirtschaftlichen Betrieb vor Ort. Als er und andere Anwohner sahen, dass die Rehkitze im hohen Gras Schutz suchten, hätten sie den Landwirt gewarnt. Auch während der Mäharbeiten habe er mehrfach auf die Rehkitze hingewiesen.
Es sei ihm egal, er mache nur seine Arbeit, lautete die Antwort des Mitarbeiters [2]. Daraufhin erstattete Haberkorn gegen den Betrieb Strafanzeige.
Die Polizei hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie das Bundesnaturschutzgesetz.
Im Mai und Juni sind Rehkitze besonders gefährdet
In der Brut- und Setzzeit werden die Rehkitze nach dem Füttern von ihren Müttern gut versteckt vor Fressfeinden wie etwa Füchsen im Feld abgelegt. Im warmen Gras fühlen sich die Tiere wohl und bleiben mucksmäuschenstill liegen.
Dann sieht man das Kitz nicht, auch wenn man direkt daneben steht. Diese Strategie schützt vor Fressfeinden, vor einem Mähwerk leider nicht.
Hunde können sie in den ersten Wochen nicht erschnüffeln. Einen Fluchtreflex haben sie nicht – im Gegenteil: ihr Instinkt lässt sie geduckt stillhalten. Auch für menschliche Augen sind sie zu gut getarnt und darum für Landwirte auf den Traktoren nur schwer zu erkennen.
Die Tiere bleiben sitzen, bis sie gerettet werden oder der Tod kommt [3], klagt Bernd Petasch vom Verein Rehkitzrettung Chemnitz e. V. Zwischen 50.000 bis 100.000 Rehkitze fallen jedes Jahr den Mähwerken zum Opfer, glaubt man der Deutschen Wildtierstiftung.
Kosten für Kitzrettung unterscheiden sich je nach Region und Anbieter
Vor diesem Hintergrund sind im Mai und Juni landauf, landab, Rehkitzretter im Einsatz. Die meisten organisieren sich in Vereinen [4].
Will ein Landwirt sein Feld abmähen, kann er einen Verein in seiner Nähe kontaktieren. Die Chemnitzer Rehkitzretter etwa verlangen nach eigenen Angaben nur eine geringe Aufwandsentschädigung, im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern.
Im Fall der Wiese bei Lichtenau (siehe oben) nutzte der Agrarbetrieb offenbar keines dieser Angebote.
Mithilfe von Drohnen und Wärmebildkameras spürten die Kitzretter von Großbreitenbach bis zu zehn Tiere an einem Vormittag auf, darunter auch schon mal ein Rotwildkalb.
Die Tiere werden vorsichtig aufgehoben und an den Feldrand gesetzt. Wichtig sei es, beim Rettungseinsatz immer Handschuhe zu tragen, damit das Tier keinen menschlichen Geruch annimmt. In diesem Fall nämlich nehme die Mutter ihr Junges nicht mehr an, betont eine Kitzretterin.
Verein Schwabenkitz mit mehr als hundert Helfern
Im Kreis Göppingen/Baden-Württemberg starten die Kitzretter mit den Wärmebildkameras bei gutem Wetter fast jeden Morgen, bevor die Bauern mit den Traktoren über die Felder fahren.
Der Verein Schwabenkitz zählt 127 aktive Helfer bei insgesamt 300 Mitgliedern. Begleitet werden sie vom zuständigen Jagdpächter.
Ist ein Kitz gefunden, wird über das Tier ein Kescher gelegt, in die Box gesetzt und am Feldrand abgestellt. Dann wird dem Bauern Bescheid gegeben, dass er das Feld mähen kann.
Bund unterstützt Vereine mit Förderprogramm Rehkitzrettung
Längst hat sich der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik bei der Suche nach Rehkitzen etabliert, erhöhen sie doch die Erfolgschancen erheblich.
Mithilfe der Drohnen habe der Verein Schwabenkitz nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 400 Rehkitze gerettet. Doch hundertprozentige Erfolgsgarantie gibt es nie: Acht Tiere konnten sie im vergangenen Jahr nicht retten.
Die Drohnen des Vereines Schwabenkitz werden übrigens vom Bund gefördert. So wird für eine Drohne bis zu 3.000 Euro gezahlt. Bis zum 30. Juni können Vereine das Fördergeld in diesem Jahr noch beantragen [7].
Je früher am Morgen, desto erfolgreicher der Einsatz
Mit der aufgehenden Sonne heizt sich die ganze Wiese auf, sodass der Kontrast zwischen dem Kitzkörper und seiner Umgebung immer geringer wird, erklärt Ronny Köhler von der Rehkitzrettung Am Großen Stein [8] e. V. gegenüber dem MDR.
In Seifhennersdorf in der Oberlausitz starten die Kitzretter schon zwischen 2 und 3 Uhr nachts. Jede Rettungsaktion muss vorher mit den Landwirten abgesprochen werden: Am Vorabend melden die Bauern, welches Feld sie abmähen wollen.
Das betroffene Feld wird von den Kitzrettern erfasst und kartiert. Auch hier werden die Jungtiere mit Käschern eingefangen und in eine Kiste gehoben.
Dass keine Tiere unter die Maschinen kommen, daran sollten auch Landwirte ein Interesse haben, betont Landwirt Fabian Krems. Denn wird so ein zerschredderter Körper in die Maschine hineingezogen und mit dem Grünfutter im Futtertrog abgeladen, besteht die Gefahr, dass die Rinder das Fleisch fressen und infolgedessen an Botulismus erkranken.
Wer Kitze nicht rettet, verstößt gegen das Tierschutzgesetz
Für den Erfolg der Rettungsaktionen müssen Retter, Jäger und Bauern eng zusammenarbeiten. Das klappt leider nicht überall, wie ein Fall aus Baden-Württemberg zeigt.
Hier geriet ein Kitz unter das Mähwerk, obwohl das Feld vorher mit Drohen überflogen und auf Rehkitze kontrolliert worden war.
Der Vorfall landete vor Gericht, wo dem angeklagten Bauern die "Tötung eines Wirbeltiers [9] ohne vernünftigen Grund" vorgeworfen wurde. Diese verstößt gegen § 17 Tierschutzgesetz, der besagt, dass sowohl die Tötung eines Wirbeltiers als auch das Zufügen von erheblichen Schmerzen strafbar ist.
Die Richterin bezweifelte jedoch das vorsätzliche Handeln des Bauern und bot ihm die Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung von 1.000 Euro ans örtliche Tierheim an. Der Angeklagte zahlte. Ein Schuldeingeständnis sei dies nicht, wie er betonte. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt [10].
Das Beispiel zeigt, wie schnell Landwirte vor Gericht landen können, wenn sie die Kitzrettung nicht ernst nehmen.
Reh-Dummy mit Wärme und Radar soll vor Mäh-Tod schützen
Peter Schimmelpfennig von Crashtest-Service Münster entwickelte ein Reh-Dummy mit integrierter Wärmequelle [11]. Wie echte Rehe geben die Dummys Wärme ab und sind für Wärmebildkameras zu sehen.
Eine reine Wärmebilderkennung schütze jedoch nur bedingt, denn auf einem Feld gebe es viele Hitzepunkte. Deshalb komme zusätzliche Radar-Technik ins Spiel, erklärt er. Die Sensorik müsse auf der Landmaschine integriert sein, dann würde der Landwirt dank Wärmebild und Radar rechtzeitig die Gefahr erkennen.
Es gebe immer wieder Kitze, die durch Drohnen und Hunde nicht gefunden werden. Vielleicht rettet diese Technik noch zusätzlich Leben, hofft Landwirt Hugo Hölken aus Münster. Allerdings kann es noch zwei, drei Jahre dauern, bis sie zum Einsatz kommen.
Auch die derzeit hohen Kosten von 10.000 Euro pro Stück lassen sich möglicherweise bis dahin reduzieren.
Rehkitze, Junghasen, Wiesenbrüter rechtzeitig aus der Gefahrenzone bringen!
Die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit fällt genau mit der Zeit des ersten Grünlandschnitts ab Anfang Mai zusammen. Doch nicht nur Rehe, auch Junghasen und viele Bodenbrüter wie Kiebitz und Feldlerche nutzen die dichten Wiesen als Versteck [12].
Wie die jungen Säugetiere, aber auch das Gelege von Uferschnepfe, Wiesenweihe, Kiebitz und Großen Brachvogel gerettet werden können, darüber will der Praxisratgeber Wildtierschutz [13] aufklären. Er wendet sich vorwiegend an Landwirte, Jäger und Naturschützer. So wird eine Brücke geschlagen, von landwirtschaftlicher Nutzung zum Natur- und Artenschutz.
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Der Doom Slayer landet im eisigen Fegefeuer. Mit Revelations erhält The Dark Ages schon bald neue Story-Inhalte und eine vielseitige Waffe.
Artwork von Doom - The Dark Ages: RevelationsBild:
id Software
Mit Revelations erhält das Mitte 2025 veröffentlichte Actionspiel Doom – The Dark Ages seine erste große Kampagnenerweiterung – und zwar schon am am 7. Juli 2026. Das Entwicklerstudio id Software schickt den Doom Slayers diesmal nicht durch die bekannten feurigen Höllenlandschaften, sondern in ein eisiges Fegefeuer.
Die Handlung des im Rahmen des Summer Game Fest 2026 vorgestellten Add-ons beginnt mit einem verwundeten und verratenen Slayer, der in einer gnadenlosen Vorhölle gefangen ist. Laut den Machern handelt es sich um eine Art Gefängnis seines eigenen Geistes.
Um daraus zu entkommen, muss er sich schmerzhaften Wahrheiten seiner Vergangenheit stellen und eine monströse Schöpfung der Götter besiegen. Unterstützung erhält er von einem geheimnisvollen Verbündeten, der ihm helfen soll, seine Anhänger auf den Weg in die Freiheit zu führen.
Im Mittelpunkt des Gameplays steht die neue Chain Spear, eine Kettenlanze, die sich vielseitig einsetzen lässt. Der Slayer kann Gegner damit aufspießen, die Waffe werfen, Geschosse abwehren oder reflektieren und sie sogar als Greifhaken nutzen, um sich schnell durch die Spielwelt zu bewegen.
Die neue Ausrüstung soll zusätzliche Mobilität ins Kampfsystem bringen und gleichzeitig neue Kombinationsmöglichkeiten im Kampf gegen Dämonen eröffnen.
Neue höllische Dämonen ...
Auch die neuen Levels sollen sich von denen des Hauptspiels unterscheiden. id Software verspricht umfangreichere Rätselpassagen, komplexere Umgebungen und neue Dämonenvarianten, die speziell auf das frostige Setting abgestimmt wurden. Neben den Story-Inhalten wird zudem der Arena-Modus erweitert.
Zeitgleich erscheint das kostenlose Update Ripatorium 3.0 für alle Besitzer von The Dark Ages. Es bietet zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten, verbesserte Passcode-Generierung sowie speicherbare Presets. Käufer von Revelations erhalten darüber hinaus drei neue Karten, zusätzliche Dämonen und neue vollständig aufgerüstete Waffen für das Ripatorium.
Revelations erscheint für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S. Auf Xbox und PC ist die Erweiterung wie das Hauptspiel über das Spieleabo Game Pass verfügbar. Der DLC kostet einzeln 20 Euro und ist für Besitzer der Premium Edition ohne Aufpreis enthalten.
Das Verbrenner-Aus ab 2035 wird in der EU noch heftig diskutiert werden.Bild:
Pixabay
In der EU zeichnen sich derzeit keine Mehrheiten für eine noch stärkere Aufweichung des sogenannten Verbrennerverbots ab 2035 ab. Nicht nur im Europaparlament, auch innerhalb der 27 Mitgliedstaaten gibt es Widerstand gegen die Pläne Deutschlands und Italiens, möglichst große Ausnahmen für Verbrennerfahrzeuge zuzulassen. Zuletzt warnten sieben EU-Staaten vor einem "strategischen Fehler", die Elektrifizierung auszubremsen.
Einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge riefen die Länder Frankreich, Spanien, Portugal, Dänemark, die Niederlande, Luxemburg und Schweden in einem gemeinsamen Schreiben dazu auf, an "einem klaren und ehrgeizigen Kurs in Richtung Elektrifizierung" festzuhalten. Es wäre ein strategischer Fehler, "die Integrität und Vorhersehbarkeit" der EU-Vorschriften zur Senkung der CO2-Emissionen im Automobilsektor zu untergraben. Das Schreiben soll auf die Initiative der französischen Umweltministerin Monique Barbut zurückgehen.
Sperrminorität im Ministerrat
Von den sieben Ländern verfügen Frankreich, Spanien, Portugal und Schweden selbst über eine Automobilproduktion. Zuletzt kündigte VW an, die Produktion der kompakten Elektroautos in Spanien und Portugal zu konzentrieren. Die sieben Länder zusammen verfügen im EU-Ministerrat aufgrund ihrer Einwohnerzahl zudem über eine Sperrminorität und könnten daher die deutschen Pläne blockieren.
In dem Schreiben heißt es demnach unter Verweis auf die Auswirkungen des Irankrieges: "Die aktuelle Energiekrise zeigt deutlich, dass es absolut notwendig ist, die Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die Elektrifizierung ist nicht nur ein klimapolitisches Ziel, sondern auch für unsere Energiesicherheit notwendig."
E-Fuels nicht für Pkw nutzen
Mit Blick auf die von Deutschland und Italien geforderte Nutzung von Biokraftstoffen wird auf die damit verbundenen "Unsicherheiten" verwiesen. Diese Treibstoffe sollten vorrangig im Luftverkehr und der Schifffahrt zum Einsatz kommen, wo die Elektrifizierung nur eine begrenzte Rolle spielen könne.
Doch nicht nur die Mitgliedstaaten, auch das Europaparlament müsste einer Aufweichung der Verbrennerverbots zustimmen. Dort zeichnet sich einem Bericht der Automobilwoche (Paywall) zufolge aktuell keine Einigung unter den Fraktionen ab.
"Zum Ende des ersten Quartals 2027 muss das alles in trockenen Tüchern sein", sagte der EVP-Abgeordnete Jens Gieseke (CDU) der Zeitung. Der Grünen-Abgeordnete Michael Bloss erläuterte: "Ziel ist, vor den französischen Präsidentschaftswahlen im Mai 2027 fertig zu sein." Es wird demnach befürchtet, dass populistische Parteien mit dem Thema im Wahlkampf Stimmung machen könnten.
Die Pläne der EU-Kommission sehen vor, dass von 2035 an statt der bisher vorgesehenen vollständigen Emissionsfreiheit eine Reduktion von 90 Prozent ausreichen soll. Die verbleibenden zehn Prozent an Emissionen müssen jedoch durch die Verwendung von CO2-armem Stahl aus der EU oder durch synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) sowie Biokraftstoffe kompensiert werden.
EVP zieht rote Linien
Darüber hinaus plant die Kommission, die CO2-Flottenvorgaben für 2030 zu ändern. Statt jährlicher Zielvorgaben sollen Autohersteller ihre Emissionen künftig über den Zeitraum von 2030 bis 2032 ausgleichen können, was als "Banking & Borrowing" bezeichnet wird.
Die konservative EVP will das Verbrenner-Aus 2035 jedoch noch viel weiter aufweichen. EVP-Mann Gieseke sagte der Automobilwoche: "Die rote Linie für uns lautet: keine Quotenvorgaben aus Brüssel für Unternehmensflotten und echte 90 Prozent beim CO2-Ausstoß." Die EVP wolle zudem eine neue Klasse klimaneutraler Kraftstoffe schaffen. Die sozialdemokratische S&D-Fraktion im Europaparlament legte dem Bericht zufolge hingegen einen Entwurf zu Unternehmensflotten vor, der noch härtere nationale Quoten für die Elektrifizierung vorschlage und die bisherige Dienstwagenbesteuerung in Deutschland infrage stelle.
Allerdings zeigte die Zulassungsstatistik für Mai 2026, dass inzwischen chinesische Hersteller bei dieser Antriebsart stark vertreten sind. So konnte BYD 4.290 Plug-in-Hybride verkaufen und war damit nach eigenen Angaben Marktführer in diesem Segment in Deutschland. Im April 2026 lag noch VW mit 4.618 Fahrzeugen vorn, während BYD nur auf 2.830 Neuzulassungen kam.
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Was hat F1 25 zu bieten?
Mit F1 25 gelingt Codemasters die Kurskorrektur, die viele Fans nach dem umstrittenen Vorgänger erwartet hatten. Während F1 24 insbesondere wegen seines Fahrverhaltens kontrovers diskutiert wurde, setzt der aktuelle Ableger auf eine überarbeitete Fahrphysik und ein deutlich authentischeres Handling.
Im Test von PC Games bezeichnet Redakteur Michael Grünwald F1 25 als den Schritt in Richtung Königsklasse, den sich die Community gewünscht habe. Besonders die neue Version der EA Sports Dynamic Handling-Physik sorgt dafür, dass sich die Fahrzeuge nachvollziehbarer bewegen. Reifenverschleiß, Streckenzustand und Temperaturen wirken sich deutlich stärker auf das Fahrverhalten aus als noch im Vorgänger. Dadurch gewinnen Setup-Arbeit, Reifenmanagement und der effiziente Einsatz des ERS-Systems wieder an Bedeutung. Die Rennstrategie wird damit zu einem zentralen Bestandteil des Spielerlebnisses.
Neben den Verbesserungen auf der Strecke hat Codemasters auch den Umfang erweitert. Der Story-Modus Braking Point wird mit einem dritten Kapitel fortgesetzt und erzählt die Geschichte des fiktiven Teams Konnersport weiter. Gleichzeitig wurde der Karrieremodus My Team umfassend überarbeitet. Statt selbst als Teamchef-Fahrer anzutreten, konzentrieren sich Spieler stärker auf Managemententscheidungen und die Entwicklung ihrer Fahrer.
Kritik am Umfang
Trotz der gelungenen Weiterentwicklung bleiben einige Kritikpunkte bestehen. Im PC-Games-Test werden die fehlenden klassischen Formel-1-Fahrzeuge sowie das Ausbleiben der Formel 3 als verschenktes Potenzial genannt. Auch die Menüführung gilt weiterhin als verbesserungswürdig. Hinzu kommen kleinere technische Probleme wie gelegentliche Tonaussetzer bei den Kommentatoren. Außerdem vermissen einige Fans weiterhin die vollständige Übernahme der offiziellen TV-Grafiken der Formel 1.
Mögliche Alternative
Es gibt kein weiteres Rennspiel mit offizieller F1-Lizenz. Allerdings werden einzelne F1-Rennwagen aus der Formel 1 in andere Videospiele integriert. So sind beispielsweise der Weltmeister-Silberpfeil Mercedes-Benz W196 aus der Saison 1954/55 und der McLaren MP4/4 aus der F1-Saison 1988 in Gran Turismo 7
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enthalten, welches es aktuell für nur 29,99 Euro bei Amazon zu kaufen gibt.
Daneben bietet Amazon derzeit etliche PS5-Spiele günstiger an, wie wir in diesem Artikel zusammengefasst haben. Dazu gehört etwa Resident Evil Requiem mit 25 Prozent Rabatt.
Preis, Daten und Fakten zu EA Sports F1 25
Mit F1 25 gibt es das offizielle Videospiel zur Formel 1. Die aktuelle Saison lässt sich als DLC-Pack für 19,99 Euro online kaufen, wenn man bereits das Spiel dazu besitzt.
Es gibt Wechselwirkungen zwischen Reifenverschleiß, Temperatur und Streckenzustand, so dass sich das Fahrverhalten der Rennwagen realistischer anfühlt, so der Test der PC Games.
Auch das Feintuning bei Fahrzeug-Setup, ERS-Management und Reifenstrategie gewinnt wieder an Bedeutung und bringt die taktische Tiefe zurück ins Spiel.
Beim Umfang gibt es aber noch Luft nach oben, denn es ist keine Formel 3 enthalten. Auch klassische F1-Boliden fehlen.
Aktuell bietet Amazon F1 25 für die Playstation 5 für nur 27,99 Euro im befristeten Angebot an. Laut Keepa-Preistracker gab es dieses Rennspiel noch nie günstiger bei Amazon.
An der Tür machen Direktvermarkter Druck, gleichzeitig erklären selbsternannte Experten den Glasfaser-Ausbau für Schwachsinn. Was stimmt, erklären wir im Video.
DSL und Koaxkabel haben ausgedient – nicht weil sie heute nicht mehr funktionieren, sondern weil sie technisch am Ende sind. Höhere Geschwindigkeiten erfordern immer mehr dezentrale Technik, immer näher am Kunden, immer teurer. Die Glasfaser löst dieses Problem ein für alle Mal: weniger Störanfälligkeit, passive Infrastruktur, gigantische Reservebandbreite.
Wer jetzt auf Glasfaser umsteigt, muss sich um die nächsten Jahrzehnte keine Gedanken mehr machen. Und wer noch keinen Anschluss hat: Ruhe bewahren und keine überstürzten Verträge an der Haustür unterschreiben. Wir erklären in diesem Video einmal genau, wie die alten Infrastrukturen entstanden sind und weshalb der Glasfaserausbau technisch wie wirtschaftlich gesehen sinnvoll ist, ihr aber trotzdem keine Panik haben braucht, dass euch morgen die Verbindung gekappt wird.
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Wer verteidigt noch den Liberalismus? Wie verteidigt man Freiheit in polarisierten Zeiten? Über die FDP, eine Leerstelle und "Markus-Lanz". Ein Kommentar.
"Wo Freiheit ist, ist alles möglich." FDP-Slogan
Das Design wurde tatsächlich verbessert. Schluss mit dem geschmacklosen Magentarosa [1], das vor allem auffallen und nerven sollte, und die potentiellen Wähler am Ende so genervt hat, dass es sie zumindest daran erinnerte, dass sie die FDP ja nicht mehr wählen wollten.
In bürgerlich-gedämpftem, klassischem Blau-Gelb [2], mit einem Schuss Himmelblau kämpft die Partei nun zum zweiten Mal um die Rückkehr in den Bundestag.
Selbstbestimmung, politische Rationalität jenseits des irrlichternden Kanzlers
Die Zukunft der FDP mag vermutlich den meisten Wählern in Deutschland egal sein, die Zukunft dieses politischen Liberalismus sollte es allerdings nicht.
Denn gerade in Zeiten, in denen die Demokratie als Staatsform angefochten ist, wie noch nie und in denen die einst großen Volksparteien bis zur Unverwechselbarkeit in einem sich selbst lähmenden Zwei-Säulen-System namens "Große Koalition" verschmolzen sind, stellt sich die Frage nach der Zukunft der Werte Selbstbestimmung, offene Gesellschaft, politische Rationalität, europäischer Zusammenschluss und Fortschritt drängender denn je.
Ist jenseits des irrlichternden Kanzlers noch Platz zwischen den krakeelenden Frauen Alice Weidel und Heidi Reichinnek? Ist da noch Platz für Zorn und Protest, für demokratischen Populismus und Streitkultur? Ist da noch Platz für ein Festhalten an Bürgerrechten und freiheitlich-demokratischen Traditionen?
"AfD light" oder Politik ohne Schaum vorm Mund
Kann die FDP diese frei Stelle im demokratischen Panorama der Bundesrepublik in Zukunft füllen, oder versucht sie sich als "AfD light"? Oder beerbt gar die AfD den Liberalismus in seiner Primitivvariante einer kruden Wolfsgesellschaft des "jeder gegen jeden"?
Nur Lautstärke allein wird dafür nicht reichen. Die FDP muss ihr Mindset verändern, sie muss gelassener werden gegenüber der Empörung von Außen, und zu einem gelassenen Liberalismus zurückkehren.
Es wird fünf und mehr Prozent unter den Wählern geben, die sich Politik ohne Schaum vorm Mund wünschen, gerade in Zeiten in denen der politische Diskurs zunehmend von Extremismus und Zuspitzung bestimmt wird, und Bürgerrechte oft genug auf die Freiheit reduziert wird, die Allgemeinheit ausnehmen und andere Menschen ungestraft beleidigen zu können.
"Das ist einfach der unseriöse Charakter dieser Partei"
Um die Zukunft der FDP ging es diese Woche beim Talk Markus Lanz. Angeblich sollte es am 2. Juni dort um "die Zukunft der FDP [5]" gehen, doch hatte der Zündler und Dissensverstärker unter den öffentlich-rechtlichen Talkmastern naturgemäß nicht den neuen Vorsitzenden geladen, um am Ende noch über politische Inhalte zu sprechen, sondern die unterlegene Strack-Zimmermann.
Weil die sich auf das Konzept und das erhoffte Nachtreten gegen Kubicki nicht einließ, spielte Karl Lauterbach die Rolle des Lanz-Assistenten und Kettenhundes: "Der Zirkus erinnert mich an das Lügengerede von Christian Lindner", pöbelte der Ex-Minister gegen "Strackis" unangekündigte Kampfkandidatur:
"Das ist einfach der unseriöse Charakter dieser Partei. Genau diesen Zirkus haben wir in der Ampel die ganze Zeit erlebt. In der jetzigen schwierigen wirtschaftlichen Zeit brauchen wir so eine halbseidene Partei zumindest nicht an der Regierung."
"In den Parteien ist die Mitte nach rechts gerutscht"
Strack-Zimmermann entzog sich der von Lanz beabsichtigten Psychoanalyse der Partei und skizzierte eine mögliche Strategie für Kubicki: "Ich will hier das Problem der FDP nicht kleinreden."
Das Koordinatensystem der Bundesrepublik Deutschland habe sich verändert.
"In den Parteien ist die Mitte nach rechts gerutscht. Sie können es hören, wenn sie mit Industrieleuten sprechen, wenn sie mit sogenannten Bürgerlichen sprechen."
Die Gefahr sei, dass man mit Bündnissen mit den Rechtsextremen kokettiere.
"Das finde ich hochproblematisch. Es täte uns gut, wenn wir bei so elementaren Fragen an einem Strang ziehen und uns nicht zerfleischen. Ich glaube, dass gerade diese Diskussion nur dazu führt, dass AfD-Anhänger sich die Hände reiben."
"Im Übrigen ist es nicht so, dass da ein großer Dissens vorherrscht"
Auch Wolfgang Kubicki wolle nicht mit der AfD zusammenarbeiten, sekundierte der Springer-Journalist Robin Alexander, "aber er glaubt, dass er eine Rhetorik braucht, die anders ist als die bisherige Rhetorik um Aufmerksamkeit zu bekommen".
Manche in der FDP hatten zuvor wirklich erwartet, dass der vergangene Bundesparteitag in Berlin am vergangenen Wochenende nur zu einer Krönungsmesse für Wolfgang Kubicki wurde: Im Vorfeld zog der Gegenkandidat aus Nordrhein-Westfalen zurück, und Kubicki hatte sich ganz offensichtlich den öffentlichen Auftritt einer FDP ohne Streit und ohne Flügelkämpfe gewünscht.
Dass es dazu nicht kam, lag an Marie-Agnes Strack-Zimmermann, parteiintern kurz "Stracki" genannt, die sich unangekündigt zu einer Gegenkandidatur um den Parteivorsitz bereit erklärte und aus dem Stand heraus dann auch rund 40 Prozent der Stimmen bekam.
Kubicki war sichtlich genervt. Seine Körpersprache schwankte zwischen Unsicherheit und Zorn, und obwohl er am Ende gewonnen hatte, und trotzdem der Wein erkennbar seine Stimmung milderte, wollte er noch am Abend in den Tagesthemen nicht auf den unterlegenen Parteiflügel zugegehen:
"Es ist völlig egal, wie wir uns selbst empfinden. Im Übrigen ist es nicht so, dass da ein großer Dissens vorherrscht."
"Überlaufbecken für bürgerliche Wut"
In der Coronazeit war die FDP eine wichtige Gegenstimme. Wolfgang Kubicki beherrscht diesen Sound instinktiv. Und dies ist keineswegs nur der Sound des mürrischen alten Mannes, der sich nicht an die neuen Zeiten anpassen will – auch wenn ein bestimmter Typus junger, meist weiblicher Journalisten das Ganze genauso zu framen versucht.
Aber was könnte jetzt das Thema der FDP werden? Was ist es für ein Kurs, den die FDP jetzt einschlägt? Kann sich die FDP als "Überlaufbecken für bürgerliche Wut" (Robin Alexander) neu erfinden und der AFD Wutbürger-Stimmen abluchsen?
Allein mit dem Mantra "Steuern runter" und dem Jammern über die böse, böse Aufhebung der Schuldenbremse ist es jedenfalls nicht getan.
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Die US-Regierung hat den Mittleren Korridor zur Chefsache erklärt und umgetauft. Doch wie sind die Erfolgsaussichten, da Moskau und Teheran nicht mitspielen?
Die Vereinigten Staaten treiben den Bau eines Transitkorridors voran, der einmal von Indien durch Zentralasien und die Türkei bis nach Europa reichen soll. Das Projekt trägt den großen Namen "Trump Route for International Peace and Prosperity", kurz TRIPP.
Es ist Teil einer größeren Strategie Washingtons, eine von Russland und Iran unabhängige Handelsroute zwischen Asien und Europa zu etablieren.
Die widerstreitenden Interessen rund um den Sangesur Korridor [1] und die Lage am südlichen Kaukasus [2] sind in Telepolis bereits ausführlich diskutiert worden. Dieser Beitrag adressiert die Verwicklungen rund ums Kaspische Meer.
Warum die USA den Korridor wollen
Für Washington geht es bei TRIPP um mehr als um Infrastruktur. Das Projekt ist Teil einer umfassenderen geopolitischen Strategie, die darauf abzielt, den Einfluss Russlands und Chinas in Eurasien einzudämmen und amerikanische Wirtschaftsinteressen zu sichern.
Der Geopolitical Monitorbeschreibt [3] TRIPP als typischen Ausdruck transaktionaler Diplomatie der Trump-Ära: Diplomatie wird als kommerzielles Geschäft behandelt, internationale Ordnung als Serie von Transaktionen statt als System mehr oder weniger gemeinsamer Regeln.
The Art of the Deal
Die USA haben die Verhandlungen entsprechend unkonventionell geführt. Statt auf das Außenministerium zu setzen, betraute Trump einmal mehr seinen New Yorker Immobilien-Buddy Steve Witkoff mit den Gesprächen – einen Milliardär aus der Immobilienbranche und engen persönlichen Vertrauten.
Ein zentrales Motiv für das amerikanische Engagement ist denn auch der Zugang zu Rohstoffen. Aserbaidschan verfügt über Vorkommen an Kupfer, Aluminium und Molybdän, Armenien über Kupfer-, Silber- und Antimonreserven. Zentralasien, das über TRIPP und den Middle Corridor angebunden werden soll, hält riesige Reserven an kritischen Mineralien.
Russland und Iran sind entschiedene Gegner des TRIPP
Allerdings betrachten Moskau und Teheran TRIPP als direkte Bedrohung ihrer strategischen Interessen. Russland sieht in dem Projekt eine feindselige Einmischung der USA in seine Einflusssphäre. Der stellvertretende russische Außenminister Alexei Overchuk verurteilte TRIPP öffentlich.
Der Iran betrachtet einen von den USA kontrollierten Korridor an seiner Nordgrenze ebenfalls als strategische Bedrohung. The Cradleberichtet [4], dass unprovozierte und völkerrechtswidrige israelische Luftangriffe auf den iranischen Hafen Bandar Anzali [5] am Kaspischen Meer im März dieses Jahres eine scharfe russische Reaktion auslösten.
Der Hafen ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Handel zwischen Russland und dem Iran.
Die russische Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa warnte, der Angriff habe "die wirtschaftlichen Interessen Russlands und anderer regionaler Länder" mit Transportverbindungen zum Iran betroffen. Solche "rücksichtslosen und unverantwortlichen Handlungen" riskierten, "die Kaspischen Staaten in den militärischen Konflikt hineinzuziehen".
Das Kaspische Meer wird immer wichtiger
Das Kaspische Meer spielt für Russland und den Iran eine zunehmend wichtige Rolle. Es bietet eine direkte, kontrollierbare Route zwischen beiden Ländern, die eine alternative zu den bestehenden Landkorridoren bietet.
Denn der Überland-Handel muss durch Staaten führen, die entweder mit Washington verbündet sind oder nicht bereit sind, US-Sekundärsanktionen zu riskieren. Das Kaspische Meer hingegen verbindet beide Länder direkt, betont The Cradle.
Zudem könnte dem Binnenmeer künftig eine Schlüsselrolle für den International North South Transport Corridor [6] (INSTC) zukommen, von dem auch Pakistan und Indien erheblich profitieren könnten. Alles was dazu noch fehlt [7], sind 164 Kilometer Eisenbahnschienen im Iran.
Vertiefte iranische-russische Beziehungen
Seit Russlands Invasion in der Ukraine 2022 hat die Kooperation zwischen Moskau und Teheran über das Kaspische Meer stark zugenommen. Circa 1.000 Kilometer von der russisch-ukrainischen Frontlinie und von der Straße von Hormuz entfernt, bietet das Kaspische Meer weiterhin eine direkte Verbindung – selbstverständlich auch für Waffen.
In jüngster Zeit lieferte Russland mehr Güter an den Iran. 2022 legte das erste russische Frachtschiff seit 21 Jahren im iranischen Hafen Noshashr an. Im selben Jahr schlossen sich iranische und russische Reedereien zusammen, um eine neue Gesellschaft zu gründen, die den International North-South Transport Corridor (INSTC) weiterentwickeln soll.
Seit 1991 fünf kaspische Anrainer
Der rechtliche Status des Kaspischen Meeres war lange umstritten. Bis 1991 teilten sich nur zwei Staaten das Gewässer: der Iran und die Sowjetunion. Nach dem Zerfall der UdSSR kamen drei neue Staaten hinzu: Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan.
Diese ehemaligen Sowjetrepubliken erkannten den russisch-persischen Freundschaftsvertrag von 1921 nicht an, der anderen Ländern die Schifffahrt untersagte. Sie bestanden auf Verhandlungen, die die UN-Seerechtskonvention (UNCLOS) berücksichtigen sollten.
Aus dem See wird ein Meer
2018 einigten sich die nun fünf Anrainerstaaten auf die Konvention über den Rechtsstatus des Kaspischen Meeres. Ähnlich wie beim UN-Seerechtsübereinkommen UNCLOS erhalten die Anrainerstaaten von der Küste aus 15 Meilen Hoheitsgebiet und weitere zehn Meilen für Fischerei.
Das verbleibende Gebiet wurde geteilt, und jeder Vertragsstaat darf Unterseekabel und Pipelines verlegen. Anders als UNCLOS ist es Staaten, die nicht Vertragspartei sind, jedoch untersagt, ihre bewaffneten Schiffe zu stationieren.
Der Teheran konnte seine Forderung, das Kaspische Meer als Binnensee zu klassifizieren, nicht durchsetzen, erhielt aber die Zusicherung, die Teheran und Moskau am wichtigsten war: die Ausgrenzung ausländischer Militärs.
Pipeline-Pläne verschärfen die Spannungen
Zusätzlich zu TRIPP gibt es Pläne für eine Trans-Kaspische Pipeline, die Turkmenistan mit Aserbaidschan verbinden und Gas aus Zentralasien nach Europa bringen würde. Anfang April belebte der türkische Energieminister Gespräche über dieses seit Langem diskutierte Projekt in einem Interview mit lokalen Medien, berichtet [8] Andrew Korybko.
Die Pipeline würde turkmenische Gasexporte, die derzeit hauptsächlich nach China gehen, auf den Weltmarkt bringen und damit russischen Gasexporten Konkurrenz machen. Russland wird voraussichtlich heftig gegen die Trans-Kaspische Pipeline opponieren, da sie seine eigenen Gasexporte auf dem Weltmarkt herausfordern würde.
Die Einsätze sind auch deshalb so hoch, da die NATO über TRIPP gleichzeitig in Russlands gesamte südliche Peripherie vordringen dürfte. Noch ist allerdings unklar, welche Form der russische Widerstand annehmen wird.
Ungewisse Zukunft
Aserbaidschan versucht, seine Wirtschaft zu diversifizieren, die immer noch stark von Kohlenwasserstoffen abhängig ist. Ob eine weitere Pipeline dazu geeignet ist, darf bezweifelt werden. Zudem bietet Trumps Betonung kommerzieller Deals wenig Anreiz, Regierungsführung und Rechtsstaatlichkeit zu verbessern, gibt der Geopolitical Monitor zu bedenken.
Auch das Egmont Institute weist darauf hin [9], dass TRIPP mehr als ein Infrastrukturprojekt sei. Der Korridor werde nur im Frieden funktionieren können. Doch die unprovozierten und völkerrechtswidrigen Bombardements des Iran konterkarieren genau diese Möglichkeit: Von den USA unterstützte Infrastruktur entlang der Nordgrenze des Iran wird ein potenzielles Ziel für Teheran.
Können Deals zu einer neuen Ordnung führen?
Für die Internationale Gemeinschaft ist die größere Frage nicht, ob TRIPP gebaut wird, sondern welche Art von Macht es repräsentiert. Das Projekt selbst wird noch Jahre brauchen.
Was zunächst bleibt, ist das Modell von Diplomatie das TRIPP verkörpert: Macht wird durch transaktionale Geschäfte statt durch Institutionen ausgeübt. Der Geopolitical Monitor sieht Profitstreben statt der bisherigen normativen Ansätze der vergehenden liberalen Ordnung am Werk.
Im Südkaukasus wie in anderen Regionen könnte dieser Ansatz zu Verträgen und Vereinbarungen führen. Ob er Ordnung liefert, bleibt eine offene Frage.
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Die jüngsten Verluste beim Bitcoin stören die Anleger nicht. Deutsche Krypto-Fans erwarten einen Kurs von 538.000 US-Dollar bis Ende 2030.
Der Bitcoin-Kurs hat seit seinem Allzeithoch die Hälfte seines Wertes verloren.Bild:
Joao Luiz Bulcao Hans Lucas/Reuters
Nach dem alljährlichen internationalen Crypto Survey des Beratungsunternehmens Strategy& haben nur gut 17 Prozent der Anleger ihre Investments im Januar und Februar 2026 reduziert, als die Kryptowährungen besonders schnell an Wert verloren. Doch 20 Prozent erhöhten ihre Positionen sogar, und immerhin fast 36 Prozent verkauften zwar anfänglich – legten nach den Kursrutschen jedoch wieder nach.
Das zur Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC gehörende Unternehmen ließ im März und April 2026 rund 2.500 Kryptoanleger in fünf Ländern befragen: USA, Deutschland, Niederlande, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate. Zwei Drittel der Befragten sind Kleinanleger, die höchstens 10.000 US-Dollar beziehungsweise Euro für Kryptokäufe ausgegeben haben.
Kurs fällt unter 60.000 US-Dollar
Bitcoin hatte im Oktober 2025 ein Allzeithoch von mehr als 120.000 US-Dollar erreicht, bis Anfang Februar 2026 hatte die virtuelle Währung dann in US-Dollar nahezu die Hälfte ihres Werts verloren, im Euroraum dank Wechselkurseffekts sogar mehr als die Hälfte. Seither ist es mit einigen Aufs und Abs nicht mehr aufwärtsgegangen, am 5. Juni 2026 fiel der Kurs zeitweise unter 60.000 US-Dollar.
Doch die Mehrheit der Kryptoanleger ist offenbar überzeugt, dass das nur ein Zwischentief ist. Die 500 deutschen Befragten hoffen im Schnitt auf einen Bitcoin-Preis von rund 538.000 US-Dollar bis Ende 2030. Damit sind die hiesigen Anleger sogar vergleichsweise zurückhaltend: Im Schnitt der fünf Länder hoffen die Befragten sogar auf einen Kurs von rund 854.000 US-Dollar.
"Krypto-Anleger und -anlegerinnen bleiben 'True Believers'", sagte Philipp Wackerbeck, einer der Autoren der Studie und globaler Leiter des Bereichs Finanzdienstleistungen bei Strategy&, und fügte hinzu: "Sie halten trotz Crash und Kursschwankungen an den eigenen Beständen fest, denken langfristig und entwickeln ein Anlageverhalten, das sich immer mehr dem Umgang mit traditionellen Anlageklassen wie Aktien oder Fonds annähert."
Sogenannte Bodeneffektfahrzeuge wurden bislang für militärische und kommerzielle Zwecke entwickelt. Der Hersteller Navee hat das geändert.
Der Wavefly 5X ist ein Ekranoplan für Privatkunden.Bild:
Navee
Der chinesische Hersteller Navee hat das nach eigenen Angaben erste Bodeneffektfahrzeug für Privatkunden vorgestellt. Der Wavefly 5X erreiche Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h, könne eine maximale Last von 140 kg tragen und biete eine Reichweite von bis zu 80 km, teilte das Unternehmen am 5. Juni 2026 mit.
Ein sogenanntes Bodeneffektfahrzeug oder Ekranoplan (Englisch ground-effect vehicle (GEV) oder wing-in-ground (WIG) craft) schwebt dicht über der Wasseroberfläche. Dabei gleitet es auf einem Luftpolster. Der Vorteil dieser Technik ist, dass es keine Reibung auf dem Boden gibt und der Auftrieb erhöht wird. Der Bodeneffekt funktioniert zwar auch auf dem Land. Das Wasser ist aber besser geeignet.
Nach Angaben von Navee basiert der Wavefly 5X auf einer Doppel-Tandemflügel-Struktur und einem Rumpf aus Kohlefaser. Angaben zur Motorleistung des Elektroantriebs und zur Akkukapazität machte das Unternehmen nicht. Einer früheren Mitteilung zufolge verfügt das Fahrzeug über ein modulares Wechselakkusystem.
Bei einer Präsentation auf dem Dong-Taihu-See (Video) habe der Wavefly 5X "einen stabilen Flug in geringer Höhe sowie eine Fahrt direkt über der Wasseroberfläche" absolviert. Mehrere Vertriebspartner hätten Absichtserklärungen zur Einführung des Wavefly 5X in internationalen Märkten unterzeichnet.
Bodeneffektfahrzeuge sind nichts Neues: Die Sowjetunion baute ab den 1960er Jahren solche Fahrzeuge, die Ekranoplane der Lun-Klasse, die unter anderem für amphibische Landemissionen gedacht waren.
Das größte Ekranoplan war das Korabl Maket (KM), im Westen auch Kaspisches Seemonster genannt. Es war etwa 100 Meter lang und hatte ein Gewicht von 240 Tonnen. Es konnte mit rund 300 Tonnen Nutzlast beladen werden und raste mit einer Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h über das Kaspische Meer.