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Anzeige: Google Pixel 10 Pro günstig wie nie am Prime Day

Von Erik Körner

Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos

Mit über 150 Euro Rabatt auf den aktuellen Durchschnittspreis hat das Google Pixel 10 Pro am Prime Day einen neuen Tiefstpreis erreicht.
Google Pixel 10 Pro (Bild: Amazon.de/Google/Golem) amazon Affiliate

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Google Pixel 10 Pro Bild: Amazon.de/Google/Golem

Im August 2025 hat Google die Pixel-10-Reihe veröffentlicht, die aktuelle Generation der Android-Smartphones. Für die technisch stärkste Variante, das Pixel 10 Pro, verlangte der Konzern einen stolzen Preis: Schon das Modell mit 128 GByte kostete über 1.000 Euro. Im Prime-Day-Angebot wird das Premium-Handy günstiger. Amazon verkauft es zum neuen Tiefstpreis mit über 150 Euro Rabatt im Vergleich mit dem Durchschnittspreis der vergangenen Wochen. Der Deal läuft bis zum 26. Juni, dem Ende des Prime Days.

Darum lohnt sich das Google Pixel 10 Pro

Das Google Pixel 10 Pro ist mit einem 6,3 Zoll großen Actua-Display ausgestattet. Das ist eine von Google entwickelte Art OLED-Display, die hohe Helligkeiten erreichen soll, ohne Farben zu verfälschen. Es stellt Apps, Games oder Videos mit einer Auflösung von 2340 x 1080 Pixel, dynamischen Bildwiederholraten zwischen 1 und 120 Hz und auf Wunsch in HDR dar. Mit einer Spitzenhelligkeit von 3.300 Nits soll das Pixel 10 Pro das bisher hellste Actua-Display haben. Entsprechend bleiben Inhalte auch bei starkem Sonnenlicht problemlos lesbar. Die Vorder- und Rückseite des Handys sind mit robustem Corning Gorilla Glass Victus 2 überzogen. Es hat abgerundete Ecken, einen polierten Aluminiumrahmen und eine matte Rückseite.

Das Pixel 10 Pro wird von Googles aktuellem Chip angetrieben, dem schnellen, energieeffizienten Tensor G5 Achtkern-Prozessor. Hinzu kommen großzügige 12 GByte Arbeitsspeicher für Multitasking. Die reduzierte Variante hat 128 GByte internen Speicher. Werkseitig ist Android 16 installiert. Der Hersteller gibt sieben Jahre große Android-Updates an. Der 4.870-mAh-Akku soll 24-Stunden-Telefonate durchhalten. Mittels Schnellladeunterstützung soll das Smartphone 55 Prozent Akkustand nach 30 Minuten Ladezeit erreichen. Einzige Voraussetzung ist ein Ladegerät mit mindestens 30 W Ausgangsleistung und PPS-Protokoll. Kabelloses Laden via Qi-Chargern wird ebenfalls unterstützt.

Die Stärke der Pixel-Reihe sind seit jeher die Kameras. Das Pixel 10 Pro ist keine Ausnahme. Das Handy hat eine Triple-Hauptkamera mit einer 50-MP-Weitwinkelkamera, 48-MP-Periskop-Telefotokamera und einer 50-MP-Ultraweitwinkelkamera. Auf der Vorderseite ist eine 42-MP-Ultraweitwinkelkamera verbaut. Videos können mit bis zu 8K-Auflösung bei 30 FPS (Hauptkamera) oder 4K-Auflösung bei 60 FPS (beide Kameras) aufgenommen werden. Videofunktionen wie HDR-10-Video, Zeitlupe, Zeitraffer, ein Moviemodus und Audioradierer machen professionell wirkende Aufnahmen. Für Fotos gibt es einen 100-fachen Zoom, Nachtsicht, Makrofokus, oder Langzeitbelichtung. Das Pixel 10 Pro bietet einen Foto-Coach, der Hinweise für bestmögliche Schnappschüsse gibt.

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Das Google Pixel 10 Pro

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kostet 665 Euro am Prime Day. Laut Preistracker Keepa lag der Durchschnittspreis der vergangenen 90 Tage bei 829,13 Euro. Der Preis gilt ausschließlich für die 128-GByte-Variante in der Farbe Obsidian.

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Auch das Google Pixel 10a

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ist am Prime Day im Angebot. Das Budget-Modell macht sich ideal als Zweithandy oder als erstes Smartphone für den Nachwuchs. Die 128-GByte-Variante in den Farben Fog, Berry, Lavender oder Obsidian kostet aktuell 449 Euro. Dazu gibt es die Google Buds 2a Bluetooth-Kopfhörer mit Noise Cancelling. Mehr Deals sind in Googles Amazon-Store
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gelistet, zum Beispiel für die Pixel Watch 4, das Fitbit Charge 6 oder die Buds 2 Pro. Stöbern lohnt sich.

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  • 25. Juni 2026 um 16:55

Höhere Produktion geplant: Tesla stellt 1.000 neue Mitarbeiter in Grünheide ein

Von Friedhelm Greis, dpa
Tesla will die Produktion des Model Y in Grünheide weiter hochfahren. Die Suche nach Mitarbeitern für die Batteriezellproduktion gestaltet sich schwierig.
Bis Jahresende sollen 7.500 Tesla Model Y in Grünheide vom Band laufen. (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Bis Jahresende sollen 7.500 Tesla Model Y in Grünheide vom Band laufen. Bild: Friedhelm Greis/Golem

Der US-Elektroautohersteller Tesla will seine Produktion im deutschen Werk in Grünheide weiter hochfahren und 1.000 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Das Unternehmen hat angekündigt, dass ab Oktober 2026 damit begonnen werde, die Produktion des Model Y um 20 Prozent auf dann 7.500 Fahrzeuge pro Woche zu steigern. Das gab die Geschäftsführung nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa auf einer Betriebsversammlung bekannt.

Im April 2026 hatte Tesla angekündigt, bis Ende Juni rund 1.000 neue Mitarbeiter im einzigen europäischen Autowerk einzustellen. Von Anfang Juli an solle die Produktion zunächst auf 6.200 Fahrzeuge pro Woche gesteigert werden.

Die Rekrutierung der 1.000 Beschäftigten wird sich nach Angaben einer Sprecherin noch über den Monat Juli hinziehen. Rund 700 Mitarbeiter seien bereits eingestellt worden, sagte sie der dpa. Vor etwas mehr als zwei Jahren arbeiteten bei Tesla in Grünheide rund 12.400 Menschen. Dann sank die Zahl um 1.700 bis zu diesem Jahr. Mit den neuen Plänen wären es in der Autoproduktion dann 12.700 Mitarbeiter.

Batteriezellfertigung schafft ebenfalls neue Jobs

Der Autohersteller plant ebenfalls, mehr als 1.500 Beschäftigte für die Batteriezellfertigung in Grünheide neu einzustellen. Knapp 250 Millionen US-Dollar will Tesla nach bisherigem Plan investieren, um die Voraussetzungen für eine Produktion von 18 Gigawattstunden (GWh) Batteriezellen pro Jahr in Grünheide zu schaffen.

Auch für den Bereich sei die Rekrutierung "in vollem Gange", sagte die Sprecherin. "Wir benötigen hier sehr viele Fachkräfte, weshalb sich die Einstellungen etwas schwieriger gestalten."

"Zusammen mit der Einstellung von 1.500 Mitarbeitern für den Hochlauf der Batteriezellfertigung sprechen wir von 3.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen, die kurz- und mittelfristig im Bereich der Fahrzeug- und Batteriefertigung in der Gigafactory Berlin-Brandenburg geschaffen werden", teilte Tesla mit. Auch rund 500 Leiharbeitnehmer sollten im Laufe des Jahres übernommen werden.

Trendwende beim Absatz

Der Elektroautohersteller hat sich vom Absatzeinbruch des Vorjahres etwas erholt. Allerdings unterliegen die Zulassungszahlen in Deutschland in diesem Jahr großen Schwankungen. Nach 1.301 Neuzulassungen im Januar und einem Spitzenwert von 9.252 Exemplaren im März kam der US-Hersteller im Mai auf 5.111 Fahrzeuge.

Das entspricht einer Zunahme von 322 Prozent im Vergleich zum schwachen Vorjahreswert. Im Jahresverlauf liegt das Plus immer noch bei 200 Prozent. Auch in anderen europäischen Ländern wies Tesla im Mai gute Verkaufszahlen auf.

Der Cybertruck vor dem Tesla-Empfangsgebäude wird nicht in Grünheide gebaut. Nur das Model Y wird bislang produziert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 1/17: Der Cybertruck vor dem Tesla-Empfangsgebäude wird nicht in Grünheide gebaut. Nur das Model Y wird bislang produziert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
In der Ausbaustufe der Gigafactory Grünheide arbeiten im April 2026 etwa 11.000 Menschen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 2/17: In der Ausbaustufe der Gigafactory Grünheide arbeiten im April 2026 etwa 11.000 Menschen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Die Werksführung fand vor allem in dem Gebäude statt, das im Vordergrund zu sehen ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 3/17: Die Werksführung fand vor allem in dem Gebäude statt, das im Vordergrund zu sehen ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bislang erzeugt die Fabrik nur wenig Solarenergie mit eigenen Modulen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 4/17: Bislang erzeugt die Fabrik nur wenig Solarenergie mit eigenen Modulen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Auf den Parkplätzen der Mitarbeiter stehen zahlreiche Tesla-Modelle. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 5/17: Auf den Parkplätzen der Mitarbeiter stehen zahlreiche Tesla-Modelle. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Links an der Fabrik verläuft die Autobahn 10. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 6/17: Links an der Fabrik verläuft die Autobahn 10. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Die Fabrik besitzt einen eigenen Bahnanschluss. Die Abzweigung von der Hauptstrecke wird derzeit neu gebaut. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 7/17: Die Fabrik besitzt einen eigenen Bahnanschluss. Die Abzweigung von der Hauptstrecke wird derzeit neu gebaut. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Im Vordergrund befindet sich ein Supercharger. An vielen Parkplätzen lässt sich per Wechselstrom laden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 8/17: Im Vordergrund befindet sich ein Supercharger. An vielen Parkplätzen lässt sich per Wechselstrom laden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Im Nordosten des Geländes gibt es ebenfalls Platz für Erweiterungen, beispielsweise für die Batteriezellproduktion. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 9/17: Im Nordosten des Geländes gibt es ebenfalls Platz für Erweiterungen, beispielsweise für die Batteriezellproduktion. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Hunderte Roboter setzen die Karosserie zusammen; der größte wird Godzilla genannt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 10/17: Hunderte Roboter setzen die Karosserie zusammen; der größte wird Godzilla genannt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Die 15 Pressteile der Karosserie kommen aus dem eigenen Presswerk. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 11/17: Die 15 Pressteile der Karosserie kommen aus dem eigenen Presswerk. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Godzilla hebt die Rohkarosse auf eine höhere Ebene. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/17: Godzilla hebt die Rohkarosse auf eine höhere Ebene. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bei der sogenannten Hochzeit werden Karosserie und Batterie samt Fahrwerk miteinander verbunden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 13/17: Bei der sogenannten Hochzeit werden Karosserie und Batterie samt Fahrwerk miteinander verbunden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Die Batterie und die Achsen werden von unten an die Karosserie herangeführt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 14/17: Die Batterie und die Achsen werden von unten an die Karosserie herangeführt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Mitarbeiter verschrauben dann die Komponenten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/17: Mitarbeiter verschrauben dann die Komponenten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Im Lichttunnel erfolgt die abschließende Qualitätskontrolle der neuen Autos. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/17: Im Lichttunnel erfolgt die abschließende Qualitätskontrolle der neuen Autos. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bislang fahren Mitarbeiter die neuen Autos aus der Halle. Das soll künftig autonom erfolgen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 17/17: Bislang fahren Mitarbeiter die neuen Autos aus der Halle. Das soll künftig autonom erfolgen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)

Mit der geplanten Beschäftigungsoffensive könnten auch die Pläne für einen Ausbau der Produktionskapazität am Standort in Grünheide näher rücken. Die Gigafactory Berlin-Brandenburg öffnete im März 2022. Tesla peilte in einer ersten Phase eine Produktion von 500.000 Autos im Jahr an. Diese Zahl sollte mit einem Ausbau auf eine Million im Jahr verdoppelt werden. Mit 7.500 Fahrzeugen pro Woche wären es rechnerisch rund 375.000 im Jahr.

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  • 25. Juni 2026 um 16:46

Störungsmeldung vom 23.06.2026 11:41

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
23.06.2026 11:41
Region
Bad Wimpfen (07063)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 23. Juni 2026 um 11:41

Störungsmeldung vom 25.06.2026 12:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
25.06.2026 12:00
Region
Stuttgart (0711)
Provider
1&1
Zugangsart
ADSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 25. Juni 2026 um 12:00

Funklöchern auf der Spur: Zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche läuft

Von Heise
Frau mit Handy ärgert sich

(Bild: fizkes / Shutterstock.com)

Bürger können erneut per App die Netzqualität messen. Die Bundesnetzagentur will so Lücken aufdecken.

Die Erfassung des digitalen Alltags geht in die nächste Runde. Am Mittwoch hat die zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche begonnen: Bürger sind aufgerufen, bis 1. Juli die tatsächliche Mobilfunkversorgung vor Ort auf den Prüfstand zu stellen. Mithilfe der aktualisierten und kostenlosen App „Mobilfunk-Check“ der Bundesnetzagentur können Smartphone-Nutzer unkompliziert Daten über die Netzqualität dort erfassen, wo sie gerade sind.

Ziel der Crowdsourcing-Aktion Check Dein Netz [1] ist, ein flächendeckendes und realistisches Abbild der Mobilfunkversorgung aus Anwenderperspektive zu gewinnen, sowie weiße Flecken präzise zu lokalisieren. Die gesammelten Informationen sollen dazu beitragen, künftige Ausbau- und Unterstützungsmaßnahmen bedarfsgerecht zu planen, und den Druck auf Netzbetreiber erhöhen.

An der ersten Messwoche 2025 [2] haben sich laut Regulierungsbehörde mehr als 100.000 Teilnehmer beteiligt und fast zweihundert Millionen Messpunkte geliefert. Im Ergebnisbericht heißt es, dass an weniger als einem Prozent der erfassten Punkte tatsächliche Funklöcher festgestellt worden seien [3]. Dennoch besteht weiter Handlungsbedarf, da die offiziellen Versorgungsmeldungen der Netzbetreiber und die gefühlte Realität der Verbraucher, insbesondere abseits der großen Ballungsräume, oft stark voneinander abweichen.

Die Politik sieht die Netzbetreiber am Zug

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hob zum Start der zweiten Kampagne hervor, dass Deutschland bei der Netzinfrastruktur noch besser werden müsse. Die Politik habe mit der Verankerung des überragenden öffentlichen Interesses am Netzausbau [4] gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen. Nun liege der Ball bei den Mobilfunknetzbetreibern. Diese müssten die gewonnenen Daten nutzen, um ihre Netze zu optimieren. Die Ergebnisse stehen neben den Telcos auch den Bundesländern und Kommunen zur Verfügung. Daten sollen helfen, Ausbauvorhaben zu priorisieren, administrative Hindernisse abzubauen und den konkreten Bedarf für Verdichtung der Netze darzulegen.

Ein Fokus liegt auf ländlichen Regionen, die am stärksten von Verbindungsproblemen betroffen sind. Laut Bundesheimatminister Alois Rainer (CSU) ist lückenlose Mobilfunkversorgung Basis dafür, dass ländliche Räume als Lebens- und Wirtschaftsräume attraktiv blieben. Schlechter Empfang entwickle sich schnell zu einem spürbaren Standortnachteil für Familien, Betriebe und Regionen. Er verwies explizit auf die Land- und Forstwirtschaft, die für digitale Anwendungen wie präzise, sensorgestützte Düngung oder Tierüberwachung in Echtzeit auf stabile Netze angewiesen sei. Am Ortsausgang dürfe der Anschluss an die digitale Welt nicht einfach abreißen.

Der Bundesrat fordert vollständige Flächendeckung. Die Bundesnetzagentur erhofft sich durch rege Beteiligung von Bürgern eine noch solidere Datenbasis als im Vorjahr. Unterstützt wird die Aktion von der Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG). Sie hat schon im Vorfeld für #CheckDeinNetz geworben.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343750

Links in diesem Artikel:

  1. https://check-dein-netz.de
  2. https://www.heise.de/news/Funkloecher-Bund-und-Laender-fuehren-erste-bundesweite-Mobilfunkmesswoche-durch-10395128.html
  3. https://www.heise.de/news/Aktionswoche-Funkloecher-in-weniger-als-einem-Prozent-der-Messpunkte-10436534.html
  4. https://www.heise.de/news/Regierung-Netzausbau-ist-grossteils-im-ueberragenden-oeffentlichen-Interesse-9812048.html
  5. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  6. mailto:ds@ct.de

Copyright © 2026 Heise Medien

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  • 24. Juni 2026 um 20:40

Bund in der Abhängigkeitsfalle: Kostenexplosion bei Microsoft-Lizenzen

Von Heise
Ein Laptop steht auf einem Tisch und zeigt das Microsoft Teams Logo an.

(Bild: mindea / Shutterstock.com)

Neue Regierungszahlen offenbaren hohe Ausgaben für US-Software. Die Kosten für Microsoft-Produkte steigen rasch. Open Source kommt in der Verwaltung kaum voran.

Die Ausgaben der öffentlichen Hand für Produkte und Dienstleistungen des US-Konzerns Microsoft fallen noch weitaus höher aus als bisher bekannt. Das lässt sich einer heise online vorliegenden Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Frage des Bundestagsabgeordneten Sascha H. Wagner von der Linksfraktion entnehmen. Demnach offenbaren neue Berechnungsmaßstäbe, dass die schon 2019 konstatierte tiefe Abhängigkeit der deutschen Verwaltung von proprietärer Software [1] historisch hohe, kontinuierlich wachsende Summen an Steuergeldern verschlingt. Bundeseigene Open-Source-Alternativen fristen weiter ein Nischendasein.

Die teils drastisch abweichenden Summen resultieren aus einer weiterreichenden Definition der anfallenden Kosten. In der Vergangenheit hatte die Bundesregierung auf Anfragen des Abgeordneten Victor Perli stets die Ausgaben der unmittelbaren Bundesverwaltung [2], also der Ministerien und ihrer direkt nachgeordneten Behörden, ausgewiesen. Nach dieser isolierten Lesart beliefen sich die Lizenzgebühren zwischen 2017 und 2024 auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro.

Eine neue Datengrundlage, die auf eine vorausgegangene Anfrage der Grünen-Abgeordneten Rebecca Lenhard zurückgeht [3], zieht auch den Handelspartner-Rahmenvertrag der Zentralstelle IT-Beschaffung (ZIB) des Beschaffungsamtes voll mit heran. Dieser schließt neben der unmittelbaren auch die mittelbare Bundesverwaltung sowie sämtliche Zuwendungsempfänger mit ein.

Allein 2022 flossen nach dieser Definition netto knapp 211 Millionen Euro in Richtung Redmond. Für 2025 kletterten die Ausgaben nach der neuen Statistik auf über 481 Millionen Euro. Insgesamt summierten sich die Kosten nach dieser Lesart zwischen 2017 und 2025 auf mehr als 1,9 Milliarden Euro.

Methodische Unterschiede und veränderte Maßstäbe

Dass sich die alten und neuen Zahlenpaare nur bedingt in Deckung bringen lassen, liegt an mehreren Faktoren, wie das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) erläutert. So seien in der Vergangenheit bei den Perli-Anfragen Bruttobeträge gemeldet und eigene Ausschreibungen der Ressorts abseits des ZIB-Rahmenvertrags berücksichtigt worden. Gleichzeitig fehlen in der neuen Auflistung die Jahre 2015 und 2016, da der ZIB-Rahmenvertrag erst im Juni 2017 geschlossen wurde. Ungeachtet dieser methodischen Differenzen zeigt der finanzielle Trend in der Gesamtbetrachtung steil nach oben.

Der Linken-Politiker Wagner fordert Konsequenzen: „Die Abhängigkeit von US-Software kostet die Steuerzahler jedes Jahr hunderte Millionen“, moniert er gegenüber heise online. „Der Umstieg auf europäische Lösungen muss schneller gehen, damit Trumps Tech-Bros uns nicht irgendwann mit dem Zugang zu Software und Cloud-Diensten erpressen können.“ Bund und Länder müssten dem Vorbild Frankreichs folgen, die Zusammenarbeit mit umstrittenen Firmen wie Palantir stoppen [4] und für Office-Anwendungen künftig primär Produkte der bundeseigenen Softwareschmiede Zendis nutzen.

Kritik auch aus der Wirtschaft

Die Open Source Business Alliance (OSBA) warnt ebenfalls vor einer gefährlichen und teuren Abhängigkeit, die die staatliche IT-Modernisierung bedrohe. OSBA-Vorstandsvorsitzender Peter Ganten zeigte sich schon im Februar alarmiert [5], dass sich die Bundesverwaltung scheinbar wehrlos der Marktmacht von Microsoft ergebe. Besonders die Kostensteigerung um rund 38 Prozent von 2024 auf 2025 zeige, wie riskant die Bindung an einen einzelnen marktbeherrschenden Anbieter sei.

Ganten beklagt, dass dies dringend nötige Gelder verschlinge, die dann bei der Modernisierung der staatlichen IT fehlten. Zudem warnt er vor Sicherheitsrisiken, da weite Teile der Verwaltungsdaten de facto nicht vor dem Zugriff der US-Regierung geschützt seien. Der Bund müsse konsequent in offene und souveräne Lösungen investieren.

Um die teils ausufernden IT-Ausgaben des Bundes überhaupt besser kontrollieren zu können, hat das BMDS einen Zustimmungsvorbehalt für wesentliche IT-Beschaffungen etabliert [6]. Dieser greift bei Vorhaben, die ein jährliches Volumen von mindestens 500.000 Euro oder Gesamtkosten von über drei Millionen Euro aufweisen, sowie bei Projekten von besonderer strategischer Tragweite, etwa zur Cybersicherheit oder großen Digitalisierungsprogrammen.

Bis Ende März hat das Ressort in diesem Rahmen über 200 IT-Vorhaben der Ministerien gesichtet. In gut 50 Fällen erteilte es Auflagen oder Hinweise, vereinzelt stoppte es Vorhaben komplett. Aufgrund der anstehenden Haushaltsaufstellung für 2027 hat sich die Anzahl der zur Prüfung vorgelegten Vorhaben im April verzehnfacht. Über konkrete finanzielle Einsparungen durch dieses Instrument kann die Regierung mit Verweis auf das laufende Haushaltsverfahren aber noch keine fundierten Angaben machen.

Ernüchternde Bilanz für digitale Souveränität

Das für digitale Souveränität zuständige Zendis stellt der Bundesverwaltung die Kollaborationssuite OpenDesk [7] sowie die Entwicklungsplattform OpenCode zur Verfügung. Während letztere laut der Regierung mit rund 5700 aktiven Projekten und etwa 13.500 Nutzern aus Bund, Ländern und Kommunen föderal übergreifend eingesetzt wird, fallen die Verbreitungszahlen für OpenDesk ernüchternd aus. Aktuell nutzen die Behörden in Summe hier nur 8756 Lizenzen, von denen sich 8475 im Produktivbetrieb befinden.

Den Löwenanteil macht dabei das Robert-Koch-Institut (RKI) aus, das allein 7904 Lizenzen für sein Projekt Agora im Kontext des Öffentlichen Gesundheitsdienstes verwendet. Im BMDS selbst sind lediglich 571 Lizenzen im produktiven Einsatz sowie 137 in einem Pilotprojekt. Auch das Auswärtige Amt und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erproben die Software bislang nur homöopathisch mit je rund 70 Lizenzen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343398

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Marktanalyse-Microsoft-Abhaengigkeit-fuehrt-zu-Schmerzpunkten-beim-Bund-4533951.html
  2. https://www.heise.de/news/Bund-Lizenzkosten-fuer-Microsoft-auf-hohem-Niveau-insgesamt-neuer-Rekord-9744319.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Microsoft-Abhaengigkeit-Bund-zahlt-in-einem-Jahr-fast-500-Millionen-Euro-11170931.html
  4. https://x.com/SebLecornu/status/2066757435948208622?s=20
  5. https://osb-alliance.de/pressemitteilungen/fast-eine-halbe-milliarde-euro-fuer-microsoft-lizenzen-geld-fehlt-fuer-die-modernisierung-des-staates
  6. https://www.heise.de/news/Digitale-Souveraenitaet-Wildberger-will-weniger-Microsoft-und-Palantir-11257484.html
  7. https://www.heise.de/news/openDesk-B1-und-StackIT-bieten-Enterprise-Variante-der-Microsoft-Alternative-9847471.html
  8. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  9. mailto:mma@heise.de

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  • 24. Juni 2026 um 17:16

Quantensicherer NFC- und eSIM-Chip für Smartphones und Smartwatches

Von Heise

Im winzigen ST54M vereint STMicroelectronics zwei ARM-Kerne mit einem Hardware-Beschleuniger für die PQC-Algorithmen ML-KEM (FIPS-203) und ML-DSA (FIPS-204).

Für sicherheitskritische Funktionen in Mobilgeräten mit quantensicherer Kryptografie (PQC) kündigt STMicroelectronics den ST54M an. Er kombiniert zwei Funktionen: einen NFC-Controller sowie ein Secure Element. Letzteres ist vor allem als Basis einer eSIM [1] für Smartphones, Smartwatches und andere Wearables gedacht. Entwickler können es auch für die sichere Ultra-Wideband-(UWB-)Kommunikation einbinden, etwa für digitale und kontaktlose Auto [2]- und Türschlüssel [3].

Das Secure Element nutzt den 32-Bit-Rechenkern ARM Cortex-M35P und enthält Rechenwerke für SHA-3 (Keccak) sowie die zertifizierten PQC-Algorithmen ML-KEM (FIPS-203) und ML-DSA (FIPS-204). Der STMicro ST45M [4] steckt in einem winzigen Gehäuse mit Kantenlängen von weniger als 4 Millimetern.

PQC-Algorithmen als Schutz gegen Quantenrechner

2024 hatte die US-amerikanische Standardisierungsbehörde NIST die Spezifikationen Algorithmen Kyber und Dilithium als Module Lattice-Based Key-Encapsulation Mechanism (ML-KEM/FIPS-203) und Module-Lattice-Based Digital Signature Algorithm (ML-DSA/FIPS-204) verabschiedet. Sie sollen auch Entschlüsselungsversuchen mit leistungsfähigen Quantencomputern standhalten, die in den 2030er-Jahren erwartet werden – oder auch schon in drei Jahren [5].

Anfang 2025 hatte das BSI einen ersten SmartCard-Chip von Infineon zertifiziert, der diese PQC-Algorithmen implementiert (Tegrion SLC27 [6]). Das von Google vorangetriebene Projekt OpenTitan schützt die Firmware des „Earlgrey“-Chips [7] mit dem PQC-Algorithmus Stateless Hash-based Digital Signature Algorithm (SLH-DSA, IPS-205).


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/hintergrund/Wie-die-eSIM-funktioniert-und-was-sie-nuetzt-6046660.html
  2. https://www.heise.de/news/Ultrawideband-UWB-fuer-Autoschluessel-und-Tags-Weiter-funken-praeziser-orten-11326048.html
  3. https://www.heise.de/news/Home-Key-faehiges-Schloss-mit-UWB-Aqara-U400-oeffnet-bei-Annaeherung-11133517.html
  4. https://www.st.com/en/secure-mcus/st54m.html
  5. https://www.heise.de/news/Q-Day-naeher-als-gedacht-Google-drueckt-bei-der-Quantensicherheit-aufs-Tempo-11228038.html
  6. https://www.infineon.com/de/technology-news/2025/INFCSS202510-004
  7. https://www.heise.de/news/Offener-und-quantensicherer-RISC-V-Sicherheitschip-OpenTitan-fuer-Chromebooks-10274703.html
  8. https://www.heise.de/ct
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  • 24. Juni 2026 um 16:58

heise+ | GitHub-Alternative Forgejo mit Actions zur automatisierten Codeschmiede machen

Von Heise

Die Open-Source-Codeschmiede Forgejo können Sie selbst hosten. Ein Runner ergänzt die Plattform um CI/CD-Pipelines, die kompatibel zu GitHub-Actions sind.

Im vorherigen Artikel dieser Reihe [1] [1] haben Sie gelernt, wie Sie mit Forgejo eine selbst gehostete Codeschmiede betreiben. Jetzt erklären wir, wie Sie mit einem Forgejo-Runner Build-Pipelines nachrüsten, um sich die Softwareentwicklung durch Automatisierung leichter zu machen, so wie Sie es vielleicht schon von GitHub-Actions kennen. Praktisch: Die YAML-Syntax der Actions in Forgejo ist weitgehend kompatibel mit GitHub-Actions. Der Umzug bestehender Workflows braucht also keine aufwendigen Anpassungen.

Eine Codeschmiede wie Forgejo ist nicht nur dazu da, um dort Code abzukippen, sondern sie kann auch Arbeit drumherum automatisieren. Zur zeitgemäßen Softwareentwicklung gehören oft automatisierte Tests oder der Bau von Container-Images. Das Stichwort dafür lautet CI/CD (Continuous Integration und Continuous Delivery) und dahinter steht folgendes Prinzip: Änderungen am Code sollen automatisch und in kurzen Abständen integriert, getestet und ausgeliefert werden.

Es braucht also einen Mechanismus, der auf Ereignisse im Repository, beispielsweise eine Änderung am Branch main, mit Aktionen reagiert. Im GitHub-Kosmos sind das GitHub-Actions; Forgejo-Actions sind das Gegenstück, um das es in diesem Artikel geht. Ein Workflow, das ist eine YAML-Datei im Repository, beschreibt, wann etwas und was passieren soll; ein Runner arbeitet die Aufgaben dann in einer isolierten Umgebung ab. Die Software-Pipeline arbeitet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11318264

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/Entwicklungsplattform-Forgejo-als-GitHub-Alternative-selbst-hosten-11243878.html
  2. https://www.heise.de/ratgeber/GitHub-Alternative-Forgejo-mit-Actions-zur-automatisierten-Codeschmiede-machen-11318264.html
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Gickup-Automatische-Backups-von-GitHub-und-GitLab-einrichten-11314456.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Entwicklungsplattform-Forgejo-als-GitHub-Alternative-selbst-hosten-11243878.html
  5. https://www.heise.de/hintergrund/Github-Universe-2025-Wie-Github-sich-erneut-beweisen-will-10520273.html
  6. https://www.heise.de/ratgeber/FAQ-Git-Stolperfallen-im-Alltag-vermeiden-10486505.html
  7. https://www.heise.de/ratgeber/Git-Plattformen-fuer-Maker-im-Ueberblick-10495907.html
  8. https://www.heise.de/ratgeber/Git-fuer-Maker-erklaert-Teil-3-Wie-man-Projekte-einrichtet-10374771.html
  9. https://www.heise.de/ratgeber/GitHub-fuer-Maker-erklaert-Wie-man-Projekte-verwaltet-10307707.html
  10. https://www.heise.de/ratgeber/Wie-Bastler-von-Git-profitieren-Git-als-Code-Versionsverwaltung-10245442.html

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  • 24. Juni 2026 um 17:32

iOS-App-Entwickler in China reichen Beschwerde gegen Apple ein

Von Heise
Apple-Logo vor einem chinesischen Hochhaus

(Bild: THINK A / Shutterstock.com)

48 chinesische Entwickler fordern bei der Marktaufsicht SAMR günstigere Provisionen und eine Angleichung der App-Store-Bedingungen an globale Standards.

48 chinesische Entwickler von iOS-Apps haben eine formelle Marktaufsichtsbeschwerde gegen Apple [1] eingereicht. Sollten sie damit bei der State Administration for Market Regulation (SAMR) Erfolg haben, droht Apple ein Kartellverfahren. Die Entwickler fordern unter anderem günstigere Provisionen, die Öffnung für Drittanbieter-App-Vertrieb, In-App-Drittzahlungen sowie externe Zahlungslinks in ihrem Land. Sie beziehen sich auf Versprechen Apples, dass Entwickler in China nicht mehr bezahlen müssen als Entwickler in anderen Märkten.

Einen solchen Dominoeffekt dürfte Apple längst befürchtet haben, nachdem Regulatoren und Behörden in der Europäischen Union, Japan und Brasilien erzwangen, dass Apple alternative App-Marktplätze und Zahlungsmethoden zulässt. Zuletzt öffnete Apple seinen App Store auch in Brasilien für alternative Marktplätze [2]. Dies brachte auch das etablierte Preisgefüge ins Wanken. Apple begegnete dem mit einer veränderten Provisionsstruktur in China, die im März 2026 in Kraft trat [3]. Sie senkte die Gebühren für In-App-Käufe und kostenpflichtige Apps von 30 auf 25 Prozent und die für Abo-Verlängerungen und kleine Entwickler von 15 auf 12 Prozent.

Entwickler fordern Angleichungsmechanismus

Den 48 Entwicklern geht das offenbar nicht weit genug. In dem offiziellen Beschwerdebrief, den Tian Junwei im chinesischen sozialen Messenger-Netzwerk WeChat [4] veröffentlicht hat, wird Apple der Missbrauch seiner Marktdominanz vorgeworfen. Die Marktaufsicht soll Apple dazu verpflichten, sich an sein Versprechen zu halten. Und mehr noch: Die Entwickler fordern einen automatischen Angleichungsmechanismus. Wenn Apple in anderen Märkten Gebühren senkt oder Kanäle öffnet, solle dies am selben Tag auch in China gelten.

Für Apple, das zuletzt seine iPhone-Käufe in dem Wachstumsmarkt wieder erhöhen konnte, wäre die Regelung eine Hiobsbotschaft – würde sie doch die bisherige Strategie konterkarieren, für jeden regulierten Markt mit maßgeschneiderten Regelungen zu reagieren. Aus der Entwickler-Community ist hingegen immer wieder zu hören, dass einige genau das wertschätzen würden, wenn Apple zu einer global einheitlichen Vorgehensweise zurückkehrt. Das würde bedeuten, dass zum Beispiel alternative Marktplätze weltweit zur Verfügung stünden. Apple hat bei etlichen Gelegenheiten, zuletzt in Brasilien, zu verstehen gegeben [5], dass die Firma davon unter anderem aus Sicherheitsgründen gar nichts hält. Auch hätten alternative Marktplätze in der EU Apps auf das iPhone gebracht, die dort vorher undenkbar waren, etwa Porno-Apps.

Behörde für Apple riskanter als der Klageweg

Dass die Entwickler sich an die SAMR wenden, könnte für Apple zum Problem werden: Die Behörde kann Strukturmaßnahmen anordnen, ohne auf ein Klageverfahren angewiesen zu sein. Vor chinesischen Gerichten hatten Entwickler bei früheren Verfahren keinen Erfolg. Eine 2021 eingereichte Klage eines chinesischen Verbrauchers gegen Apples App-Store-Praktiken hat 2024 ein Shanghaier Gericht abgewiesen. China ist einer der größten Einzelmärkte Apples.


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  1. https://www.heise.de/thema/Apple
  2. https://www.heise.de/news/Apple-oeffnet-App-Store-in-Brasilien-fuer-alternative-Marktplaetze-11337228.html
  3. https://www.heise.de/news/Furcht-vor-Regulierung-Apple-senkt-in-China-freiwillig-die-App-Store-Provision-11210249.html
  4. https://www.ithome.com/0/967/167.htm
  5. https://www.heise.de/news/Apple-oeffnet-App-Store-in-Brasilien-fuer-alternative-Marktplaetze-11337228.html
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 24. Juni 2026 um 17:24

Omega-Lage über Europa: Warum die Hitze nicht weichen will

Von Telepolis
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(Bild: fizkes/ Shutterstock.com)

Frankreich, Großbritannien und Italien verzeichnen historische Juni-Rekorde. Ein blockiertes Strömungsmuster hält die Temperaturen fest.

Paris meldet 40,9 Grad Celsius, das südwestfranzösische Pissos sogar 44,3 Grad Celsius – und der Jetstream, der normalerweise Wettersysteme zügig über den Atlantik schiebt, steht still.

Der Grund dafür, dass die Hitze wie eine Glocke über Europa steht, ist eine sogenannte Omega-Lage. Bei diesem Wetterphänomen wird warme Hochdruckluft zwischen zwei kühleren Tiefdruckgebieten gepresst, berichtet [1] Reuters. Diese Konstellation wird in der Meteorologie mit dem griechischen Buchstaben Ω beschrieben.

Laut dem Reuters Climate Monitor liegen die Temperaturen bis zu 18 Grad Celsius über den saisonalen Normalwerten.

Die Folgen sind dramatisch: So ertranken in Frankreich mindestens 48 Menschen beim Versuch, sich abzukühlen. Zwei Kleinkinder starben in einem überhitzten Auto. Italiens Gesundheitsministerium setzte 16 Städte auf die höchste Warnstufe, darunter Rom, Mailand und Florenz.

Großbritannien registrierte mit 36,1 Grad Celsius in Gosport die höchste jemals im Juni gemessene Temperatur; der alte Rekord von 35,6 Grad Celsius aus dem Jahr 1957 wurde knapp übertroffen. Hunderte britische Schulen schlossen, die Londoner U-Bahn musste das Tempo drosseln.

Das Prinzip Omega-Lage: Wenn der Jetstream zur thermischen Falle wird

Unter normalen Bedingungen transportiert der Jetstream Wettersysteme stetig von West nach Ost. Während einer Omega-Lage krümmt sich allerdings diese Strömung deutlich nach Norden und Süden, und die Druckgebiete isolieren sich. Schwächere Leitwinde und geringere Temperaturkontraste in der Atmosphäre halten das Muster stabil.

Das Ergebnis: Heiße, wolkenlose Luft sitzt tagelang über derselben Region fest. Das Hochdruckgebiet unterdrückt die Wolkenbildung, klarer Himmel lässt die Sonneneinstrahlung ungebremst auf den Boden treffen.

Omega-Lagen dauern typischerweise drei bis zehn Tage, können unter Umständen aber auch Wochen anhalten.

Der Wetterdienst Météo-France stuft die aktuelle Lage als vergleichbar mit der Hitzewelle im August 2003 [2] ein, die 16 Tage anhielt und europaweit geschätzt 70.000 zusätzliche Todesfälle [3] verursachte.

Allerdings trifft die aktuelle Hitzewelle deutlich früher in der Saison auf, Ende Juni statt Anfang August. Die Warnstufe Rot gilt inzwischen für 72 französische Départements.

Erderwärmung im Realitätscheck: Was die Forscher von ClimaMeter und WMO messen

Der Klimawandel macht die Lage noch schlimmer, wie Clair Barnes vom Imperial College London betont: Hitzewellen fallen in Europa heute 2 bis 4 Grad Celsius heißer aus als es ohne die menschengemachte Klimaerwärmung der Fall wäre.

Eine Analyse des Forschungsprojekts ClimaMeter beziffert den Anteil des Klimawandels [4] für einzelne Orte: So lag das Temperaturplus am 22. Juni in Saragossa bei 4 Grad Celsius, in Mailand bei 3,8 Grad Celsius und in München bei 2,3 Grad Celsius.

Davide Faranda vom französischen CNRS warnt, Gesellschaften und Ökosysteme näherten sich den Grenzen ihrer Anpassungsfähigkeit.

Europa erwärmt sich laut Weltorganisation für Meteorologie mehr als doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Zusätzlich schätzt die WMO die Wahrscheinlichkeit für El-Niño-Bedingungen im Sommer 2026 [5] auf 80 Prozent – ein Hintergrundverstärker, der regionale Hitzemuster wie den Omega-Lage weiter verschärft.

Frankreichs Infrastruktur am Limit: Warum Kernkraftwerke drosseln und Geflügelhöfe kollabieren

Durch die Hitze gerät auch die Stromversorgung unter Druck: Atommeiler liefern einen großen Teil des Stroms in Frankreich. Und in jeder Hitzephase müssen sie ihre Leistung drosseln, so auch in diesem Jahr. Laut Berichten macht die Drosselung etwa sieben Prozent des gesamten Strombedarfs aus.

Der Grund dafür ist, dass Flusswasser, das bei den Atommeilern zur Kühlung herangezogen wird, weniger gut als Kühlwasser verwendet werden kann. Und das ist ein strukturelles Problem, mit dem die Franzosen schon 2003 und 2018 zu kämpfen hatten.

Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich: Die Banque de France warnte bereits im April [6] vor einem BIP-Rückgang von bis zu 7,4 Prozent bei sich überlagernden Klimaextremen.

Die Lebensmittelpreise, insbesondere für Fleisch, dürften ebenfalls steigen. Ein Grund dafür ist, dass in der Bretagne und der Region Pays de la Loire bereits Hunderttausende Tiere in Geflügelbetrieben verendeten. Die beiden Regionen stellen zusammen mehr als die Hälfte (rund 55 Prozent) des französischen Geflügelbestands.

Milchbauern melden einen Produktionsrückgang von 15 bis 20 Prozent.

Eiffelturm und Louvre verkürzten laut Reuters ihre Öffnungszeiten, die Uffizien in Florenz stoppten den Ticketverkauf wegen defekter Klimaanlage. Selbst die London Climate Action Week musste eine Veranstaltung zu extremer Hitze absagen – wegen der Hitze.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.reuters.com/business/environment/power-cuts-france-leave-thousands-sweltering-amid-scorching-heatwave-2026-06-24/
  2. https://www.reuters.com/business/environment/what-is-omega-block-causing-europes-intense-heatwave-2026-06-23/
  3. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/climate-change-heat-and-health
  4. https://www.heise.de/news/Aktuelle-Hitzewelle-in-Westeuropa-wegen-Klimawandel-um-bis-zu-4-Grad-heisser-11342208.html
  5. https://www.heise.de/tp/article/El-Nino-Warum-dieser-Sommer-deutlich-waermer-werden-kann-11317873.html
  6. https://www.heise.de/tp/article/Frankreich-in-der-Hitzefalle-Wenn-der-Klimawandel-die-Wirtschaft-trifft-11317777.html

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  • 24. Juni 2026 um 21:20

Pazifik-Machtkampf: Wie Chinas DF-17-Rakete die US-Abwehr aushebelt

Von Telepolis
Zwei mobile chinesische DF-17-Hyperschall-Raketenwerfer am Straßenrand bei der Startvorbereitung im Feld.

Zwei mobile DF-17-Trägerfahrzeuge der PLA Rocket Force am Straßenrand. Die Fähigkeit, Raketen flexibel und ohne feste Abschussrampen zu starten, alarmiert das US-Militär im Pazifik.

(Bild: Screenshot CCTV)

Mit dem ersten Video-Beweis der DF-17 demonstriert Chinas PLA Rocket Force die Verwundbarkeit von US-Stützpunkten entlang der ersten Inselkette.

Chinas Staatsfernsehen CCTV hat erstmals Aufnahmen eines realen Starts der Hyperschallrakete DF-17 gezeigt. Zu sehen war ein Dongfeng-17-Werfer ("Ostwind") am Straßenrand, gefolgt von einem vertikalen Start der Rakete.

Parallel dokumentierte der Sender eine Feldübung der PLA Rocket Force in der Wüste Gobi, bei der mehrere Teilstreitkräfte der Volksbefreiungsarmee zusammenwirkten, wie die South China Morning Post berichtet [1].

Die DF-17 war zwar bereits im Oktober 2019 bei einer Militärparade in Peking zu sehen, aber bislang drangen keine Aufnahme eines Raketenstarts an die Öffentlichkeit. Dass die Aufnahmen jetzt gezeigt [2] wurden, hat einen Grund: Am 1. Juli begeht die PLA Rocket Force den 60. Jahrestag der Gründung ihrer Vorgängerorganisation, der Zweiten Artillerie-Truppe.

Peking verknüpft damit historische Kontinuität mit moderner Hyperschalltechnik – ein Signal nach innen wie nach außen.

Mach 5 im Pazifik: Wie die DF-17 die erste Inselkette knackt

Eine Rakete gilt als Hyperschallwaffe, wenn sie eine Geschwindigkeit von mindestens Mach 5 erreicht, also die fünffache Schallgeschwindigkeit.

Das Besondere an der DF-17: Sie trägt einen Hyperschall-Gleitkörper (Hypersonic Glide Vehicle, HGV), der nach dem Raketenstart in den oberen Luftschichten manövriert. Im Gegensatz zu klassischen ballistischen Flugkörpern folgt ein HGV keiner berechenbaren Parabelkurve, und das macht ihn für bestehende Abwehrsysteme wie THAAD oder Aegis extrem schwer erfassbar.

Mit einer geschätzten Reichweite von 1.800 bis 2.500 Kilometern kann die DF-17 Ziele entlang der strategisch wichtigen ersten Inselkette treffen – darunter US-Stützpunkte auf Okinawa und japanische Militäreinrichtungen.

Teile der zweiten Inselkette liegen ebenfalls im Wirkungsbereich. Diese Inselketten bilden im US-Militärdenken die zentrale geografische Barriere zwischen der chinesischen Marine und dem offenen Pazifik.

Wer sie überwinden kann, hebelt eine tragende Säule der amerikanischen Eindämmungsstrategie aus.

Alarm in der Wüste Gobi: Warum koordinierte Salvenstarts die US-Abwehr sättigen

Besonders bemerkenswert: Die CCTV-Aufnahmen zeigten mehrere Trägerfahrzeuge, die DF-17-Raketen gleichzeitig in Startposition brachten. Der pensionierte Oberst Du Wenlong, Forscher an der Akademie für Militärwissenschaften der PLA, interpretierte dies gegenüber dem Sender als Training für koordinierte Mehrfachstarts.

Solche Salvenstarts erhöhen die Schlagkraft gegen einzelne Ziele und erschweren einem Gegner zugleich die Neutralisierung aller Werfer bei einem Gegenangriff.

Chinesische Staatsmedien betonten, die beteiligten Einheiten trainierten unter starker elektromagnetischer Störung und bei simulierten Gegenschlägen. "Hochintensives, streitkräfteübergreifendes Training" sei für die Raketenstreitkräfte zur Norm geworden, so CCTV.

Der ehemalige Militärkommentator und ehemalige PLA-Ausbilder Song Zhongping erklärte gegenüber der SCMP, die Aufnahmen deuteten auf eine verbesserte Fähigkeit hin, "jederzeit und überall zu starten, ohne auf einen festen Standort angewiesen zu sein".

Der "Guam-Killer" DF-26 und die Kaltstart-Methode

In derselben Sendung präsentierte CCTV die Mittelstreckenrakete DF-26, die laut Sender ebenfalls während der Übung abgefeuert wurde. Das war den Berichten zufolge aber nicht zu sehen, da man die Startaufnahmen unter Verschluss halten wollte.

Mit einer Reichweite von bis zu rund 4.000 Kilometern [3] kann die DF-26 das US-Inselterritorium Guam erreichen, weshalb sie in westlichen Analysen als "Guam-Killer" firmiert.

Analysten verweisen [4] laut Interesting Engineering auf eine "Cold-Launch"-Technik bei der DF-26: Ein Gasgenerator schleudert die Rakete aus dem Startrohr, erst in der Luft zündet das Haupttriebwerk.

Dieses Vorgehen reduziert demnach die thermische Belastung des Trägerfahrzeugs, verlängert dessen Lebensdauer und erlaubt schwerere Nutzlasten, da die Rakete beim Start nicht sofort vollen Schub gegen die Schwerkraft aufbringen muss.

Beide Systeme fügen sich in Pekings Anti-Access/Area-Denial-Architektur ein. Wie eine kürzlich publizierte chinesische Studie zur Bekämpfung von US-Trägerkampfgruppen [5] aus 3.000 Kilometern Distanz zeigt, arbeitet Chinas Militärforschung an mehrstufigen Angriffskonzepten, die Abwehrsysteme mit Drohnen und Marschflugkörpern sättigen sollen, während Hyperschallwaffen die wertvollsten Ziele treffen.

Auch in der Luftdimension rüstet Peking auf: Die mutmaßliche Luft-Luft-Rakete PL-16 [6] mit über 300 Kilometern Reichweite könnte westliche AWACS- und Tankerplattformen bedrohen und damit die Luftüberlegenheit der USA im Indo-Pazifik weiter unter Druck setzen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343456

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.scmp.com/news/china/military/article/3357819/what-signal-china-sending-footage-df-17-hypersonic-missile-launches
  2. https://news.cgtn.com/news/2026-06-22/China-s-DF-17-missile-live-launch-footage-revealed-for-the-first-time-1ObulrxyG64/p.html
  3. https://missilethreat.csis.org/missile/dong-feng-26-df-26/
  4. https://interestingengineering.com/military/china-live-fire-drill-ballistic-missiles
  5. https://www.heise.de/tp/article/Chinas-entwickelt-Strategie-gegen-Traeger-aus-3-000-Kilometern-Distanz-11336381.html
  6. https://www.heise.de/tp/article/PL-16-Neue-Langstreckenrakete-soll-westliche-Luftueberlegenheit-herausfordern-11316982.html

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  • 24. Juni 2026 um 17:10

Mistral OCR 4: Dokumentenanalyse für 170 Sprachen

Von Heise
Das Mistral AI-Logo erscheint auf dem Bildschirm eines Smartphones.

(Bild: Mehaniq/Shutterstock.com)

Mistral AI hat OCR 4 vorgestellt. Das Modell liest nicht nur Text aus, sondern strukturiert Inhalte für Enterprise Search und RAG-Pipelines.

Mistral AI hat mit OCR 4 eine neue Version seines Dokumentenerkennungsmodells vorgestellt. Die Software soll nicht mehr nur Text aus PDFs und anderen Dokumenten auslesen, sondern den Inhalt zugleich strukturieren. Neu sind unter anderem Positionsangaben für Textblöcke, eine Klassifizierung der erkannten Elemente und Vertrauenswerte für einzelne Wörter und Seiten. Damit zielt das Modell auf Dokumentenverarbeitung in Unternehmenssuchsystemen, RAG-Pipelines und ähnlichen Workflows.

OCR 4 liefert mehr als reinen Text

Bisherige Systeme für die Optical Character Recognition (OCR) geben vor allem den reinen Text einer Seite aus. OCR 4 geht weiter: Das Modell markiert jedes erkannte Element mit einer Bounding Box, also einem Begrenzungsrahmen auf der Seite. Zusätzlich ordnet es Inhalte bestimmten Blocktypen zu, etwa Überschriften, Tabellen, Gleichungen oder Signaturen. Confidence Scores zeigen an, wie sicher das Modell bei der Erkennung ist.

So sollen sich Dokumente besser weiterverarbeiten lassen. Eine Suchanwendung kann etwa nicht nur den Wortlaut indexieren, sondern auch erkennen, ob ein Textabschnitt eine Überschrift oder ein Tabellenwert ist. Ein Prüfsystem kann die unsicheren Stellen an einen Menschen geben. Und ein Redaktions- oder Compliance-Workflow kann Textpassagen im Originaldokument exakt hervorheben oder schwärzen.

Einsatz in Suche, RAG und Agenten

Mistral sieht OCR 4 als Baustein für Enterprise Search, Retrieval-Augmented Generation und domänenspezifische Suchpipelines vor. Die strukturierte Ausgabe soll dabei helfen, Dokumente in sinnvolle Such- und Antwortbausteine zu zerlegen. Mistral bezeichnet das als semantisches Chunking: Nicht die Seitenlänge entscheidet über die Aufteilung, sondern die Struktur des Dokuments. Eine Tabelle oder ein Absatz bleiben dann eher als Einheit erhalten.

Auch für agentische Workflows plant Mistral den Einsatz – also in KI-Systemen, die nicht nur Informationen lesen, sondern auf Basis davon Aufgaben anstoßen, etwa Formulare ausfüllen, Rechnungen verarbeiten oder Compliance-Prüfungen vorbereiten. Entsprechend hilfreich ist es hierbei, wenn ein OCR-System nicht bloß Text liefert, sondern zugleich die strukturelle Funktion eines Inhaltselements kennt.

Mehrsprachigkeit und Self-Hosting

OCR 4 unterstützt nach Angaben von Mistral 170 Sprachen in zehn Sprachgruppen. Zu den genannten Gruppen zählen Englisch, westeuropäische und osteuropäische Sprachen, chinesische und ostasiatische Sprachen, ferner eine Sonderkategorie für Sprachen wie Hindi, Japanisch, Georgisch, Bengalisch oder Tamil. Das Unternehmen verweist dabei besonders auf bessere Ergebnisse bei Sprachen seiner Sonderkategorie sowie bei weniger verbreiteten Sprachen, bei denen andere Systeme häufiger Schwächen zeigen.

Das Modell lässt sich laut Mistral auf Wunsch in einer eigenen Container-Instanz betreiben, damit OCR 4 auch bei hohen Anforderungen an Datensouveränität, Datenschutz oder Compliance verwendet werden kann. Unterstützt werden gängige Formate wie PDF, DOC, PPT und OpenDocument.

Einordnung der Benchmarks

Mistral verweist bei OCR 4 auf eigene und externe Benchmarks. In einer Blindbewertung durch unabhängige Prüfer soll das Modell im Mittel besser abgeschnitten haben als konkurrierende OCR- und Document-AI-Systeme [1]. Auf dem öffentlichen Benchmark OlmOCRBench erreichte OCR 4 laut Mistrals Ankündigung [2] einen Spitzenwert von 85,20 Punkten. Auf OmniDocBench nennt das Unternehmen 93,07 Punkte.

Mistral weist aber selbst darauf hin, dass Benchmark-Ergebnisse bei mathematischen Formeln, mehrspaltigen Dokumenten oder fehlerhaften Referenzdaten verzerrt sein können. Ein Modell kann also in der Praxis richtig liegen, aber im Test trotzdem als falsch gewertet werden. Für eine belastbare Bewertung empfiehlt das Unternehmen deshalb eigene Dokumente und Workflows.

API, Document AI und Preise

OCR 4 lässt sich per API anbinden. Die Grundfunktion liefert immer extrahierten Inhalt, Bounding Boxes, Blocktypen, Confidence Scores und Markdown-ähnlich strukturierten Text. Wer mehr Struktur braucht, kann zusätzliche Document-AI-Funktionen aktivieren. Dann lässt sich etwa eine JSON-Ausgabe nach einem vorgegebenen Schema erzeugen oder das Modell interpretiert Inhalte mit einem zusätzlichen Prompt.

Mistral trennt damit zwischen reiner Extraktion und strukturierter Weiterverarbeitung. Für Entwickler heißt das: Wer nur den OCR-Output benötigt, bleibt bei der Basiskonfiguration. Wer Rechnungen, Formulare oder andere Dokumente direkt in feste Felder überführen will, ergänzt die Document-AI-Parameter in derselben Anfrage. Nach Angaben von Mistral kostet die OCR-API 4 US-Dollar pro 1000 Seiten, im Batch-Betrieb 2 Dollar pro 1000 Seiten. Document AI liegt bei 5 Dollar pro 1000 Seiten.

Verfügbarkeit

Mistral OCR 4 und die darauf aufsetzenden Document-AI-Funktionen sind laut dem Unternehmen über Mistral Studio, Amazon SageMaker und Microsoft Foundry verfügbar. Zudem hat Mistral OCR 4 in das eigene Search Toolkit eingebunden, das sich derzeit in einer öffentlichen Vorschau befindet.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/KI-Dokumentanalyse-Arbeiten-mit-der-Python-Bibliothek-Deepdoctection-9355906.html
  2. https://mistral.ai/news/ocr-4/
  3. https://www.heise.de/ix
  4. mailto:fo@ix.de

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  • 24. Juni 2026 um 17:13

Anzeige: Hazet Smartcase am Prime Day billiger als anderswo

Von Benjamin Gründken

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Hazet produziert viele seiner Werkzeuge noch immer in Deutschland. Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Hazet; Montage: Golem

Gerade läuft bei Amazon der Prime Day. Dadurch sind dort aktuell auch viele Werkzeuge reduziert. Mit dabei: der deutsche Hersteller Hazet.

Hazet Smartcase mit Ratsche

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Das Case misst nur 210 x 118 x 50 Millimeter und fällt damit sehr kompakt aus. Damit eignet sich das Set etwa gut für unterwegs.

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  • 24. Juni 2026 um 18:28

Power-Management: Infineon feiert den KI-Boom

Von Achim Sawall
Infineon ist einer der weltweit wichtigsten Anbieter für die Energieversorgung und das Power Management von KI-Systemen. Der Aktienkurs hat sich zuletzt verdoppelt.
Energieeffiziente Stromversorgungsmodule für KI-Server (Bild: Infineon)
Energieeffiziente Stromversorgungsmodule für KI-Server Bild: Infineon

Infineon glaubt nicht an ein Ende des Booms bei künstlicher Intelligenz (KI). "KI ist eine wirkliche Revolution, die noch Jahre andauern wird. Der Markt und damit der Bedarf an Rechenzentren sind riesig. Da ist noch viel mehr Musik drin, als so mancher glaubt", sagte der Infineon-Vorstandsvorsitzende Jochen Hanebeck der Süddeutschen Zeitung (Paywall). Infineon stellt keine KI-Prozessoren her, ist aber einer der weltweit wichtigsten Akteure für die Energieversorgung und das Power Management dieser Systeme.

Der Konzern hatte deswegen seine Prognosen erhöht, der Aktienkurs verdoppelte sich zuletzt. Hanebeck betonte seine Ambitionen: "Unser Ziel ist klar: Infineon will bei Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren auf einen weltweiten Marktanteil von mindestens 30 bis 40 Prozent kommen."

Bei den enormen Stromstärken in KI-Rechenzentren entstehen massive Wärmeverluste. Infineon setzt hier auf Wide-Bandgap-Halbleiter, die viel effizienter schalten als klassisches Silizium (Si). Coolsics sind aus Siliziumkarbid und geeignet für die hohen Spannungen direkt am Netzeingang. Sie vertragen extrem hohe Temperaturen und minimieren die Energieverluste beim ersten Umwandlungsschritt.

Wechsel zu 800-Volt-Gleichstromsystemen

Coolgan-Komponenten aus Galliumnitrid schalten extrem schnell und präzise. Sie werden vor allem auf den Server-Mainboards eingesetzt, um den Strom auf den letzten Zentimetern extrem kompakt und mit minimaler Abwärme herunterzuregeln.

KI-Racks steigen technologisch gerade massiv im Spannungsniveau, um Leitungsverluste zu minimieren. In Kooperation mit Nvidia wird von klassischen Architekturen hin zu 50-Volt- oder sogar 800-Volt-Gleichstromsystemen gewechselt. Infineon liefert hierfür die passenden Power Supply Units (PSUs). Während normale Server mit 3-kW-Netzteilen auskamen, bietet Infineon integrierte Stromversorgungen mit 8 kW, 12 kW und bis zu 30 kW an.

Die neuen 18-kW-Systeme von Infineon besitzen spezielle Pufferkondensatoren, die extreme Stromspitzen abfedern, die auftreten, wenn die GPU plötzlich unter Volllast rechnet, ohne das Stromnetz des Rechenzentrums zu überlasten.

Kunden wollen aus Europa beliefert werden

In der kommenden Woche weiht Infineon in Dresden eine neue Fabrik ein. Das Unternehmen selbst investierte fünf Milliarden Euro, dazu kommen Subventionen in Höhe von einer Milliarde Euro aus Steuergeldern. Hanebeck betonte: "Es ist perfektes Timing." Und fügte an: "Dekarbonisierung und Digitalisierung führen dazu, dass überall unsere Chips gebraucht werden, für dieses Wachstum wollen wir gerüstet sein." Das Portfolio konzentriert sich primär auf Power-Management, Sensorik und IoT-Connectivity für Automotive-Architekturen, Smart-Grid-Infrastrukturen und die industrielle Leistungselektronik.

Zur Frage, warum er gerade in Deutschland investierte, sagte der Infineon-Chef: "Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland wollen wir auch zur Resilienz der Bundesrepublik beitragen. Der Standort ist für mich eine Herzensangelegenheit." Zudem wünschten sich mittlerweile viele Kunden, aus Europa beliefert zu werden. Der europäische Chipstandort sei "besser, als viele sagen" und in vielen Bereichen weltweit führend: "Bei vielen Halbleiterprodukten können wir sehr gut mithalten."

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  • 24. Juni 2026 um 18:26

Energieeffizienzgesetz: Bundesregierung weicht Rechenzentrumseffizienz weiter auf

Von Johannes Hiltscher
Niedrigere Effizienz, mehr Zeit für Modernisierung und Doppelbilanzierung: Die Bundesregierung kommt Betreibern von Rechenzentren noch weiter entgegen.
Serverschränke in einem Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe (Bild: Schwarz-Gruppe)
Serverschränke in einem Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe Bild: Schwarz-Gruppe

Die Bundesregierung will die Kosten für die Wirtschaft senken und den Bürokratieaufwand reduzieren. Dazu sollen etwa Gesetze auf die europarechtlichen Vorgaben reduziert werden, so auch das 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz (EnEfG). Dieses betrifft über Effizienzvorgaben und Abwärmenutzung auch Rechenzentren.

Das Bundeskabinett einigte sich auf eine Reform des Gesetzes, das Branchenverbände bereits zuvor als zu weitgehend, Umweltverbände hingegen als zu lax bewerteten. Auch mit der Reform sind nur die Bundesregierung und das federführende Wirtschaftsministerium wirklich zufrieden: Sie erwarten Einsparungen von 760 Millionen Euro jährlich. Einen noch größeren Betrag soll eine Absenkung der Anforderungen an die Power Usage Effectiveness (PUE) von Bestandsrechenzentren einsparen.

Das Effizienzkriterium misst das Verhältnis des Gesamtenergiebedarfs eines Rechenzentrums zum Anteil der Rechentechnik. Vor dem 1. Juli 2026 in Betrieb gegangene Rechenzentren müssen nach aktuellem Stand ab dem 1. Juli 2027 im Jahresdurchschnitt eine PUE von 1,5 und drei Jahre später von 1,3 erreichen. Diese Werte wurden auf 1,6 und 1,4 angehoben.

Entwurf zweifelt an eigenen Zahlen

Durch das Absenken der PUE-Anforderungen für Bestandsrechenzentren soll laut Vorlage eine Entlastung von 2,9 Milliarden Euro erfolgen.

Die Belastbarkeit dieser Zahl wird jedoch im Papier selbst angezweifelt, da verlässliche Zahlen zu den Modernisierungskosten fehlen. Zudem wird ein Anteil von 20 Prozent Direktwasserkühlung angenommen, die höhere Investitionskosten bedeutet. Einsparungen durch Effizienzsteigerung wurden nicht gegengerechnet.

Bei Neubauten, die ab dem 1. Juli 2026 in Betrieb gehen, muss zwar weiter im Jahresmittel eine PUE von 1,2 erreicht werden. Hierfür sollen die Betreiber aber nun eine Anlaufzeit von vier statt bislang zwei Jahren bekommen. Dass die PUE-Anforderung für Neubauten nicht auch abgesenkt wurde, wertet das Umweltinstitut München bereits als Lichtblick. Algorithmwatch wertet die Änderungen als "Kniefall vor Big Tech", der Branchenverband eco hingegen sieht durch das Festhalten an einer PUE von 1,2 "neue Investitionsrisiken und verschärfte nationale Sonderlasten".

Energieauskunft für Kunden nicht mehr verpflichtend

Algorithmwatch kritisiert zudem, dass Rechenzentrumsbetreiber ihre Kunden künftig überhaupt nicht mehr über den ihnen zugeordneten Energieverbrauch informieren müssen – §15 des EnEfG entfällt völlig, "aus Gründen der Entbürokratisierung", wie es im Kabinettsentwurf heißt. Auch die Veröffentlichung von Informationen zum Rechenzentrum wird eingeschränkt: Betreiber können künftig Daten zurückhalten, wenn hierdurch ihrer Auffassung nach Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse oder vertrauliche Daten preisgegeben würden. Algorithmwatch befürchtet, dass hierdurch elementare Umweltdaten zurückgehalten werden könnten.

Gestreckt wurde neben dem Zeitraum zum Erreichen der ausgewiesenen PUE außerdem der zumindest bilanzielle Umstieg auf erneuerbare Energien: Hierfür haben Betreiber nun bis zum 1. Januar 2030 Zeit, drei Jahre mehr als bislang geplant. Laut Begründung im Entwurf dient dies der "Entbürokratisierung und praktikableren Umsetzung".

Der Großteil der versprochenen jährlichen Einsparungen hingegen soll durch Lockerungen bei der Pflicht zur Implementierung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems (Emas) erreicht werden.

Die Anforderungen an die Einrichtung eines Emas wurden deutlich gesenkt: Dieses muss künftig nicht mehr zertifiziert oder validiert werden. Lediglich bei durch oder für öffentliche Träger betriebene Rechenzentren sowie Anlagen der Informationstechnik mit mindestens 1 MW an Rechentechnik soll die Zertifizierung künftig noch erforderlich sein.

Erfolgt bei einem Rechenzentrum eine Abwärmenutzung um mindestens 50 Prozent, soll die Einrichtung eines Emas künftig erst ab einem jährlichen Energiebedarf von 23,6 GWh erforderlich sein. Der Wert ist dreimal so hoch wie bislang und entspricht einem konstanten Leistungsbezug von knapp 2,7 MW. Für andere Unternehmen soll die Schwelle für die Einrichtung eines Emas (§8 Abs. 1) ebenfalls auf einen jährlichen Energiebedarf von 23,6 GWh angehoben werden.

Laut Entwurf können so 7.868 Unternehmen ihr Emas wieder abschaffen, da sie zu dessen Einrichtung nicht mehr verpflichtet sind. Laut den Berechnungen soll dies jährliche Einsparungen von 444 Millionen Euro ermöglichen, der Wegfall der Zertifizierungspflicht weitere 76,8 Millionen Euro. Diese Werte beziehen sich jedoch auf alle erfassten Unternehmen, nicht nur die Betreiber von Rechenzentren.

Vor dem Wärmenetzanschluss steht die Betriebswirtschaft

Auch eine Befreiung von der Pflicht zum Anschluss an ein Wärmenetz wird künftig für Rechenzentrumsbetreiber einfacher: Ab einem Gesamtenergiebedarf von 1 MW ist künftig nach §16 eine Kosten-Nutzen-Analyse zur Abwärmenutzung zu erstellen. Wenn diese den Aufwand für den Anschluss an ein Wärmenetz als technisch oder wirtschaftlich unzumutbar beurteilt, kann darauf verzichtet werden – zusätzlich zu den bestehenden Ausnahmen.

Bei einem erst zukünftig geplanten Anschluss an ein Wärmenetz müssen vorab künftig nicht einmal mehr ein Investitionsplan erstellt sowie Vereinbarungen zur Kostenübernahme und Preis der Abwärme erstellt werden. Tritt einer der Ausnahmefälle ein, muss lediglich ausreichend Platz zur Nachrüstung einer Übergabestation für die Abwärme eingeplant werden.

Bei den Anforderungen zur Nachnutzung der Abwärme darf zudem nun auch die Nutzung im Rechenzentrum selbst berücksichtigt werden. Das ist praktisch eine Doppelbilanzierung, denn die interne Abwärmenutzung wird bereits bei der PUE berücksichtigt. Gleichzeitig lässt sich hiermit aber die Pflicht zur Erstellung einer Kosten-Nutzen-Analyse zur externen Abwärmenutzung vermeiden.

Branchenverbände wollen niedrigere PUE-Anforderungen

Den Branchenverbänden eco und Breko geht die Abschwächung derweil nicht weit genug. In einer Stellungnahme fordert der Breko weiter die Anwendung der 80-Prozent-Regel, wonach die PUE bei einer Auslastung von 80 Prozent bestimmt werden soll. Als Begründung werden Co-Location-Anbieter angeführt, die keine Kontrolle darüber haben, wie stark ihre Kunden die eingestellte Hardware ausnutzen.

Diese Möglichkeit war ursprünglich im Referentenentwurf vorgesehen, fehlt aber in der Kabinettsvorlage. Stattdessen bekommen Betreiber mehr Zeit, um die angegebene PUE zu erreichen. Die Frist hierfür wurde von zwei auf vier Jahre verlängert.

Eine Teilauslastung kann durchaus ein reales Problem sein, da Verbraucher abseits der Rechentechnik stärker ins Gewicht fallen und das Kühlsystem ineffizienter arbeiten kann. Die 80-Prozent-Regel würde aber auch ein potenzielles Schlupfloch schaffen: Ein Rechenzentrumsbetreiber könnte die Kühllösung auf dieses Szenario auslegen und auf dem Papier die PUE-Anforderung einhalten, bei höherer Auslastung aber überschreiten.

Der eco kritisiert die PUE von 1,2 für Neubauten als praxisfern und bezeichnet diese als "nationale Übererfüllung von europäischen Nachhaltigkeitsvorgaben". Hier hofft man darauf, dass der Bundestag diesen Effizienzwert noch schleift – der muss dem Regierungsentwurf noch zustimmen. Der Verband warnt vor ausbleibenden Investitionen in Cloud- und KI-Rechenzentren, wobei gerade bei letzteren mit Direktwasserkühlung eine niedrige PUE verhältnismäßig leicht erreichbar ist. Gleichzeitig kritisiert der eco die hohen Stromkosten in Deutschland.

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  • 24. Juni 2026 um 18:07

Linux-Touchpanel mit A20-Rechner

Von Heise
Vormontiertes Linux-Touchpanel LCD7-PANEL-LIME2 mit schwarzem Gehäuse und 7-Zoll-Touchdisplay. Auf dem Bildschirm ist die Debian-Desktopoberfläche zu sehen.

(Bild: Olimex)

Das LCD7-PANEL-LIME2 kombiniert einen Linux-Rechner mit einem 7-Zoll-Touchscreen und kommt komplett vormontiert.

Olimex hat mit dem LCD7-PANEL-LIME2 [1] ein neues, Linux-basiertes Allroundpaket vorgestellt. Das Gerät kombiniert ein 7-Zoll-Touch-Display mit einem Linux-fähigen Einplatinenrechner in einer Einheit.

Die Basis bildet das A20-OLinuXino-LIME2-Board. Darauf arbeitet ein Allwinner-A20-Prozessor mit zwei Cortex-A7-Kernen. Zur Ausstattung gehören 1 GByte Arbeitsspeicher, 16 GByte eMMC-Flash-Speicher sowie ein Gigabit-Ethernet-Anschluss für die Netzwerkkommunikation. Als Anzeige dient ein 7 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1024 × 600 Pixeln. Die Bedienung erfolgt über einen kapazitiven Touchscreen.

Das System wird vollständig montiert ausgeliefert. Display, Rechnerplatine, Verbindungskabel und Befestigungselemente sind bereits zusammengebaut. Auch Linux ist vorinstalliert und der Touchscreen vorkonfiguriert. Damit entfällt ein Teil der Arbeit, wie Display auswählen, passende Kabel beschaffen, Halterungen konstruieren und anschließend Treiber und Betriebssystem einrichten.

Für Maker kann das interessant sein, wenn ein Projekt eine dauerhafte Benutzeroberfläche benötigt. Denkbar sind beispielsweise Smart-Home-Steuerungen, Visualisierungen für Solaranlagen oder Maschinensteuerungen in der Werkstatt. Statt einen Einplatinenrechner hinter einem separaten Bildschirm zu verstecken, steht direkt eine kompakte Bedieneinheit zur Verfügung.

Da das Gerät auf der offenen A20-OLinuXino-LIME2-Plattform basiert, stehen außerdem die Hardwareunterlagen und Schaltpläne [2] zur Verfügung. Als Betriebssystem kommt Debian Bookworm zum Einsatz, wodurch sich eigene Anwendungen flexibel installieren lassen.

Das LCD7-PANEL-LIME2 ist ab sofort verfügbar. Der Preis liegt bei 106 Euro. Für Maker, die eine Linux-basierte Touch-Oberfläche benötigen und sich nicht mit der Integration einzelner Komponenten beschäftigen möchten, könnte die Lösung einen Blick wert sein.

Wer von Pre-Built-Hardware angetan ist, kann in unserem Artikel zum RSS-Reader auf dem Pimoroni Presto [3] einen Blick auf ein cooles Gadget werfen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343187

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.olimex.com/Products/OLinuXino/LCD/LCD7-PANEL-LIME2/
  2. https://github.com/OLIMEX/OLINUXINO/tree/master/HARDWARE/A20-OLinuXino-LIME2
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Desktop-RSS-Reader-mit-dem-Pimoroni-Presto-selbst-bauen-11134698.html
  4. https://www.heise.de/make
  5. mailto:das@heise.de

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  • 24. Juni 2026 um 15:09

Störungsmeldung vom 23.06.2026 17:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
23.06.2026 17:00
Region
Mönchengladbach (02161)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 23. Juni 2026 um 17:00

Sichere API-Zugriffe für Agenten mit Postman Passport

Von Heise
Zugangskontrolle zur API mit Zertifikat

(Bild: Wolf Hosbach / heise medien / KI)

Mit Passport führt Postman ein sicheres Zugangssystem für APIs ein, das nicht mehr auf Credentials, sondern auf Access Control basiert.

Postman, Hersteller des gleichnamigen API-Entwicklungs-Tools, führt mit Passport ein sicheres Zugangssystem für APIs ein. Es basiert nicht mehr auf Zugangsschlüsseln (API-Keys, Credentials), die jeder verwenden kann, der sie besitzt – also auch Einbrecher. Sondern es führt eine Zugangskontrolle mit individuellen Zertifikaten ein.

API-Nutzer sind dabei kryptografisch eindeutig identifiziert und bekommen Zugänge von Postman granular und kontrolliert freigeschaltet. Der private Schlüssel verbleibt jeweils beim Nutzer, sodass niemand anderes die zugehörigen Zugangsschlüssel verwenden kann. Die Zugangsprüfung findet in einem speziellen Postman-Proxy innerhalb des Kundennetzwerks statt.

Infografik zur Funktionsweise
Infografik zur Funktionsweise

Privater Schlüssel und der Zugangs-Proxy verbleiben in der Umgebung des API-Nutzers.

(Bild: Postman)

Postman prüft das Zertifikat des Kunden und erteilt dauerhaften oder temporären Zugang zu API-Endpunkten. Agenten können Zugänge an Unteragenten weitergeben, aber nur kurzzeitig im zertifizierten Bereich. Unternehmensweite Access Points lassen sich ebenfalls in das System integrieren.

Ein Zugriff am Proxy vorbei ist nicht möglich. Über die Zertifikate lassen sich auch feingranulare Zugriffsmodelle auf Endpunkte umsetzen.

Immer mehr API-Aufrufe durch Agenten

Postman reagiert damit auf die zunehmende und unkontrollierte Verbreitung von API-Credentials, die oft nur in Profilen, Textdateien oder YAML-Konfigurationen vorliegen und von Entwicklern im Alltag oft schnell hin- und herkopiert werden, gerne auch über Git, MS Teams oder Slack. Während eines Einsatzes findet sich ein Schlüssel laut Postman [1] an acht Plätzen in einem Rechner und wird so zur leichten Beute für Angreifer.

Der zunehmende Einsatz von KI-Agenten im Entwicklungszyklus von Software erhöht diese Risiken noch, da Agenten selbsttätig mit den Schlüsseln umgehen und diese eventuell in der Infrastruktur oder an Unteragenten weitergeben.

Das neue System von Postman erhöht durch den Proxy zwar den Aufwand im Unternehmen, löst aber eine Reihe von Sicherheitsproblemen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343121

Links in diesem Artikel:

  1. https://blog.postman.com/postman-passport-secure-api-access-for-the-agentic-era/
  2. mailto:who@ix.de

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  • 24. Juni 2026 um 15:04

Ubiquiti UniFi OS-Sicherheitslücken werden angegriffen

Von Heise
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(Bild: Titima Ongkantong/Shutterstock.com)

Ende Mai wurden kritische Sicherheitslücken in Ubiquiti UniFi OS bekannt. Inzwischen haben Angreifer diese im Visier.

Seit Ende Mai 2026 sind kritische Sicherheitslücken in Ubiquiti UniFi OS [1] bekannt. Der Hersteller hat dort aktualisierte Software bereitgestellt, um die Lecks abzudichten. Das nehmen einige Admins offenbar nicht ernst, denn nun wurden Angriffe in freier Wildbahn auf die Schwachstellen beobachtet.

Davor warnt die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA [2] nun. Sie hat die drei kritischen Sicherheitslücken im Ubiquiti-Betriebssystem in den „Known Exploited Vulnerabilities“-Katalog aufgenommen, was heißt, dass die Behörde Kenntnis von darüber attackierten Installationen hat. Es handelt sich gleich um drei kritische Sicherheitslücken in Ubiquiti UniFi OS, die nun angegriffen werden.

Drei kritische Sicherheitslücken

Angreifer mit Zugriff auf das Netzwerk können etwa an einer unzureichenden Zugriffskontrolle von UniFi-OS-Geräten ansetzen und unbefugt Änderungen daran vornehmen (CVE-2026-34908, CVSS 10.0, Risiko „kritisch“). Eine Path-Traversal-Schwachstelle ermöglicht bösartigen Akteuren zudem, auf Dateien aus dem zugrundeliegenden Betriebssystem zuzugreifen und diese zu manipulieren, um so Zugriff auf das Konto im System zu erlangen (CVE-2026-34909, CVSS 10.0, Risiko „kritisch“). Angreifer können zudem eine unzureichende Eingabevalidierung ausnutzen, um Befehle einzuschleusen (CVE-2026-34910, CVSS 10.0, Risiko „kritisch“).

Die Sicherheitsmitteilung von Ubiquiti [3] weist noch keine Informationen zu den beobachteten Angriffen aus. IT-Verantwortliche sollten prüfen, ob ihre Ubiquiti-UniFi-OS-Instanzen bereits auf Version 5.1.12 oder neuer respektive Version 5.0.8 für UniFi OS Server aktualisiert wurden oder ob das Update noch fällig ist – und dieses gegebenenfalls umgehend installieren. Die CISA nennt keine Details zu den Angriffen, sodass Art und Umfang unbekannt bleiben. Es gibt daher auch keine Hinweise für erfolgreiche Angriffe (Indicators of Compromise, IOC), mit denen Admins die Systeme auf Einbruchsspuren untersuchen könnten.

Die CISA warnt noch vor einer weiteren angegriffenen Schwachstelle in Lantronix EDS5000. Das HTTP-RPC-Modul protokolliert mittels Shell-Befehlen mit, wenn Login-Anfragen fehlschlagen. Durch den Nutzernamen-Parameter können Angreifer Befehle einschleusen, die mit root-Rechten ausgeführt werden (CVE-2025-67038 [4], CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Betroffen ist die Version EDS5000 2.1.0.0R3, wer die Server einsetzt, sollte nach Aktualisierungen Ausschau halten und diese installieren.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343015

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/UniFi-OS-Server-Kritische-Sicherheitsluecken-ermoeglichen-Angriffe-11307509.html
  2. https://www.cisa.gov/news-events/alerts/2026/06/23/cisa-adds-four-known-exploited-vulnerabilities-catalog
  3. https://community.ui.com/releases/Security-Advisory-Bulletin-064-064/84811c09-4cf4-42ab-bd61-cc994445963b
  4. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2025-67038
  5. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  6. mailto:dmk@heise.de

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  • 24. Juni 2026 um 14:13

Zoho Corp. ManageEngine: Kritische SSO-Lücke ermöglicht Kontenübernahme

Von Heise
Ein Kreis-Pfeil, auf den ein Mensch mit Finger klickt.

(Bild: Shutterstock/chanpipat)

Angreifer können eine kritische Sicherheitslücke in mehreren Zoho Corp. ManageEngine-Produkten missbrauchen, um Konten zu übernehmen.

Mehrere Produkte von Zoho Corp. ManageEngine sind anfällig für eine Schwachstelle, die die Single-Sign-on-Integration (SSO) mitbringt. Angreifer könnten dadurch Konten übernehmen.

Das schreibt Zoho Corp. ManageEngine in einer Sicherheitsmitteilung [1]. Sofern User sich mittels SSO in ManageEngine ADSelfService Plus, RecoveryManager Plus, M365 Manager Plus oder ADAudit Plus einloggen und diese Produkte als integrierte Komponenten innerhalb ManageEngine AD360 eingebunden sind, kann das Problem auftreten. Die erstellten SSO-Tickets, mit denen die Sitzungen authentifiziert werden, können von Angreifern vorhergesagt werden, wodurch diese Konten übernehmen können (CVE-2026-11374 [2], CVSS 9.0, Risiko „kritisch“).

Betroffen sind den Angaben zufolge ADSelfService Plus bis einschließlich Build 6528, RecoveryManager Plus bis inklusive 6320, M365 Manager Plus bis einschließlich 4816 und ADAudit Plus bis inklusive 8702. Die Versionen ADSelfService Plus 6529, RecoveryManager Plus 6321, M365 Manager Plus 4817 und ADAudit Plus 8703 sowie neuere Pakete schließen diese Sicherheitslücke.

Servicepacks installieren

Zohocorp stellt die Updates als Servicepack zum Herunterladen bereit. Die sind jeweils für die einzelnen betroffenen Produkte verfügbar:

Die Sicherheitslücke scheint noch nicht in freier Wildbahn angegriffen zu werden, darüber schreiben die Autoren der Mitteilung nichts. Die Schwachstelle hat ein IT-Forscher mit dem Handle 0xmanhnv über das Zoho-Bug-Bounty-Programm an den Hersteller gemeldet.

Zuletzt wurden im vergangenen November mehrere teils kritische Sicherheitslücken in unterschiedlichen Produkten von Zohocorp ManageEngine [7] bekannt. Angreifer konnten etwa dadurch SQL-Befehle aufgrund einer SQL-Injection-Schwachstelle oder generell Befehle einschleusen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11342888

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.manageengine.com/products/self-service-password/advisory/CVE-2026-11374.html
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-11374
  3. https://www.manageengine.com/products/self-service-password/service-pack.html
  4. https://www.manageengine.com/ad-recovery-manager/service-pack.html
  5. https://www.manageengine.com/microsoft-365-management-reporting/service-pack.html
  6. https://www.manageengine.com/products/active-directory-audit/service-pack.html
  7. https://www.heise.de/news/Zohocorp-ManageEngine-Mehrere-Sicherheitsluecken-in-unterschiedlichen-Produkten-11076609.html
  8. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  9. mailto:dmk@heise.de

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  • 24. Juni 2026 um 13:16
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