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Helios: AMDs Rack-Scale-System soll Nvidia alt aussehen lassen

Von Johannes Hiltscher
AMD-CEO Lisa Su verspricht: Helios ist das leistungsfähigste und günstigste Rack-Scale-System auf dem Markt. Das steckt drin.
Lisa Su zeigt die in Helios verbauten Chips: Neben MI455X und Venice Salina DPU und Vulcano NIC. (Bild: AMD; Screenshot: Golem.de)
Lisa Su zeigt die in Helios verbauten Chips: Neben MI455X und Venice Salina DPU und Vulcano NIC. Bild: AMD; Screenshot: Golem.de

Im Rahmen seiner Veranstaltung Advancing AI hat AMD offiziell die nächste Generation seiner Hardware für KI-Rechenzentren gestartet. CEO Lisa Su gab im Rahmen ihrer Keynote dabei einen tieferen Einblick in den Aufbau des eigenen Rack-Scale-Systems Helios. Das kombiniert pro Blade vier MI455X mit einem speziell für Helios entwickelten Epyc mit 96 Kernen und einer Speicherbandbreite von 1,6 TByte/s.

Für die Vernetzung der MI455X nutzt AMD Ultra Accelerator Link (UAL), die Anbindung an die CPU erfolgt über Infinity Fabric. Damit verbindet AMD auch bei Mehrsockelsystemen die einzelnen CPUs. Für das Scale-up-Netzwerk, das die GPUs im Cluster vernetzt, tunnelt AMD UAL über Ultra Ethernet (UALoE). Die Netzwerkhardware dafür ist direkt auf den GPU-Packages integriert.

Die MI455X-GPUs sind individuell auf Platinen mit der erforderlichen Elektronik verbaut, was einen schnellen Tausch defekter Komponenten ermöglichen soll. Mit bis zu 40 Petaflops (FP4) und 432 GByte mit 23,3 TByte/s angebundenem HMB4 ist es laut Su der leistungsfähigste KI-Beschleuniger. AMD scheint hier die Rechenleistung ohne Sparsity (g+) zu meinen, mit Ausdünnung erreicht Nvidias Rubin-GPU 50 Petaflops.

Den mit Rubin neu eingeführten LPUs für höhere Inferenzleistung stellt Nvidia eine Partnerschaft mit Cerebras entgegen: Deren Wafer Scale Engine (WSE) soll insbesondere zusammen mit MI455X für niedrige Latenz sorgen.

Leistungsfähiger und günstiger als Nvidias Rubin

Besonders bei HBM-Kapazität und Bandbreite des Scale-out-Netzwerks liegt Helios deutlich vor Nvidias Oberon alias NVL72. Bei der Konkurrenz steht allerdings mit Kyber (g+) bereits ein noch dichter gepacktes Rack für Rubin Ultra an.

Die Blades von Helios sind modular aufgebaut, Lisa Su zeigt die Platinen mit MI455X-GPU, Epyc 9006-HF-CPU sowie die beiden Netzwerkkarten. (Bild: AMD; Screenshot: Golem.de)
Bild 1/3: Die Blades von Helios sind modular aufgebaut, Lisa Su zeigt die Platinen mit MI455X-GPU, Epyc 9006-HF-CPU sowie die beiden Netzwerkkarten. (Bild: AMD; Screenshot: Golem.de)
Im Vergleich zur Nvidias Rubin NVL72 liegt Helios in fast allen Aspekten vorn. (Bild: AMD; Screenshot: Golem.de)
Bild 2/3: Im Vergleich zur Nvidias Rubin NVL72 liegt Helios in fast allen Aspekten vorn. (Bild: AMD; Screenshot: Golem.de)
Lisa Su ist nicht die Größte, aber der Vergleich zeigt die immensen Ausmaße der Helios-Blades. (Bild: AMD; Screenshot: Golem.de)
Bild 3/3: Lisa Su ist nicht die Größte, aber der Vergleich zeigt die immensen Ausmaße der Helios-Blades. (Bild: AMD; Screenshot: Golem.de)

AMD verbaut in den Blades zudem zwei verschiedene Netzwerkchips: Neben der Data Processing Unit (DPU) namens Salina einen klassischen, Vulcano getauften Chip. Beide nutzen Ultra Ethernet. Salina wird für das Front-End-Netzwerk eingesetzt, das Daten liefert, und beschleunigt etwa Storage-Funktionen. Zwölf Vulcano-Chips pro Blade auf zwei Platinen werden für das Scale-out-Netzwerk genutzt, das die einzelnen Racks verbindet. Auch hier nutzt AMD UALoE. Bei den Switches setzt AMD auf Broadcoms Thor Ultra.

Helios setzt deutlich sichtbar nicht auf vollständige Wasserkühlung, kleinere Wärmequellen werden klassisch luftgekühlt. Dennoch wiegt jedes der 18 riesigen Blades über 72 kg.

Helios soll im Vergleich zu Systemen mit MI355X bei mittlerer bis hoher Auslastung die Kosten pro Token um den Faktor 18 senken – mehr Leistung und Speicher sowie ein schnelleres Netzwerk machen es möglich. Im Vergleich zu Rubin NVL72 verspricht Su bei gleichen Kosten 30 Prozent mehr Token. Die Produktion läuft, liefern will AMD Ende des dritten Quartals 2026. Die Nachfrage sei groß, sagt Su – allein Anthropic hat Helios-Systeme mit einer Gesamtleistung von zwei GW bestellt.

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  • 24. Juli 2026 um 12:57

Luna: Amazon baut Cloud-Gaming in Prime Video ein

Von Peter Steinlechner
Filme, Serien und Spiele aus einer App: Amazon integriert seinen Cloud-Gaming-Dienst Luna in Prime Video und macht Gaming damit deutlich sichtbarer.
Artwork von Amazon Luna (Bild: Amazon)
Artwork von Amazon Luna Bild: Amazon

Amazon unternimmt den nächsten Schritt beim Ausbau seines Unterhaltungsangebots und integriert seinen Cloud-Gaming-Dienst Luna direkt in Prime Video. Zunächst startet die Neuerung auf Fire-TV-Geräten in den USA und Großbritannien.

Ein Termin für Deutschland wurde bislang nicht genannt, angesichts der internationalen Ausrichtung von Prime Video dürfte die Funktion eher früher als später auch in weiteren Märkten erscheinen.

In der Prime-Video-App erscheint künftig ein neuer Bereich namens "Games". Dort lassen sich unterstützte Spiele direkt per Cloud starten, ohne vorher einen Download oder eine separate App installieren zu müssen.

Zum Start gehören laut Anbieter Titel wie Hogwarts Legacy, Fallout 4, EA Sports FC 26, Dispatch und Clue. Gespielt werden kann wahlweise mit einem Bluetooth-Controller oder per Smartphone, das sich als Gamepad nutzen lässt. Letzteres dürfte sich aber bei vielen Titeln nur wie eine Notlösung anfühlen.

Amazon hat Spielesparte massiv umgebaut

Mit der Integration verfolgt Amazon eine andere Strategie als klassische Spieleplattformen. Luna soll nicht länger als eigenständiger Dienst im Vordergrund stehen, sondern dort auftauchen, wo sich ohnehin Millionen Prime-Kunden regelmäßig aufhalten. Spiele werden damit zu einem weiteren Bestandteil des Entertainment-Angebots neben Filmen, Serien und Live-Sport.

Der Schritt passt zu einer umfassenderen Neuausrichtung des Konzerns. Amazon hat zuletzt seine Spieleaktivitäten organisatorisch gebündelt und Prime Gaming, Amazon Game Studios sowie Luna enger zusammengeführt.

Künftig sollen auch Eigenproduktionen und bekannte Marken stärker miteinander verzahnt werden. Denkbar sind etwa Spiele zu Amazon-Serien oder Franchises wie Tomb Raider und James Bond sowie neue KI-gestützte Partyspiele.

Luna konnte sich bislang trotz guter Technik nie ähnlich stark etablieren wie konkurrierende Angebote. Die direkte Einbindung in Prime Video könnte diese Hürde senken, weil Nutzer Spiele nun praktisch ohne Umwege entdecken und starten können.

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  • 24. Juli 2026 um 12:44

Dein schönes Antlitz kann Dein Google-Konto öffnen

Von Heise
Eine junge Blondine liegt am Meeresstrand und macht ein Selfie

(Bild: Juice Flair / shutterstock.com)

Ist das Google-Konto versperrt, kann jetzt ein Selfie-Video helfen. Man muss jedoch vorher eines hinterlegt haben.

Jeden Tag werden zahllose Google-Konten stillgelegt, die rechtmäßigen Inhaber verlieren den Zugang. Nun führt Google eine neue Möglichkeit ein, mit der natürliche Personen Zugang zu ihrem versperrten Konto wahrscheinlich zurückerlangen können (account recovery): Selfie-Videos.

Wer diese Option in der Hinterhand haben möchte, muss im Voraus ein Selfie-Video von sich selbst [1] hochladen. Google schreibt dafür bestimmte Kopfbewegungen vor, um das Gesicht des Nutzers aus verschiedenen Winkeln aufzunehmen und Deepfakes zu erschweren.

Sollte das Konto gesperrt werden, muss der Nutzer sich erneut der Kamera stellen und wieder seinen Kopf nach Anleitung bewegen. Googles System vergleicht dann die neue Aufnahme mit der alten. Bei hinreichender Übereinstimmung lässt Google den Nutzer wieder in sein Konto.

Nachher ist es zu spät

Der Datenkonzern verspricht [2], das hinterlegte Selfie-Video nur für Login-Zwecke zu nutzen, sofern der Kontoinhaber keinen anderen Verwendungen zustimmt. User können ihre Selfie-Videos jederzeit löschen, verlieren dann aber natürlich die damit verbundene Funktion.

Wie gesagt, muss das Selfie-Video im Voraus, also bei noch vorhandenem Konto-Zugang hinterlegt werden. Ist der Kontozugang einmal weg, ist es zu spät. Google-Konten können aus unterschiedlichen Gründen gesperrt werden, selbst wenn der Nutzer sein Passwort noch kennt. Entweder weil Dritte versucht haben, sich Zugang zu verschaffen, oder weil Googles Sicherheitssysteme das fälschlich annehmen. Solche false positives sind ein besonderes Ärgernis, zumal es dann von Google null Unterstützung gibt, auch nicht für zahlende Kunden.

Allerdings sind Selfie-Videos nicht für alle persönlichen Google-Konten verfügbar. Anläufe der Redaktion mit zwei Konten in unterschiedlichen Ländern sind an einer Fehlermeldung gescheitert: „Selfie isn't available as a sign-in option for this account.” („Selfie ist als Login-Option für dieses Konto nicht verfügbar.”) Einen Grund dafür nennt die Fehlermeldung nicht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11376775

Links in diesem Artikel:

  1. https://g.co/signin-selfie
  2. https://blog.google/innovation-and-ai/technology/safety-security/selfie-video-sign-in/
  3. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  4. mailto:ds@ct.de

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  • 23. Juli 2026 um 23:30

Milliardenlast für Europas Netze: Der teure Abschied von Huawei und ZTE

Von Heise
Detailaufnahme einer Netzwerkkomponente mit dem Logo des chinesischen Herstellers Huwei und zahlreichen optischen Kabeln.

Technik von Huawei: In EU-Netzen bald verboten?

(Bild: Junzkp / Shutterstock.com)

Ein Verbot chinesischer Netzwerkausrüster würde europäische Mobilfunker laut Studie bis zu 40 Milliarden Euro kosten – viermal mehr als von Brüssel geschätzt.

Ein Gesetzentwurf der EU-Kommission zur Cybersicherheit sorgt für Unruhe in der Telekommunikationsbranche. Mit der Novelle des EU Cybersecurity Act (CSA2) [1] will Brüssel den Einsatz von Netzkomponenten verbieten, deren Hersteller als Hochrisiko-Anbieter gelten. Die Regelung zielt vor allem auf die chinesischen Ausrüster Huawei und ZTE ab.

Eine Studie der Forschungseinheit des Branchenverbands GSMA zeichnet nun ein wirtschaftliches Szenario, das den offiziellen Berechnungen völlig widerspricht. Die Kommission schätzt die Gesamtkosten für den Austausch der Technik auf 10 bis 13 Milliarden Euro. Die GSMA-Studie beziffert die direkten Austauschkosten dagegen auf 30 bis 40 Milliarden Euro.

Auftraggeber Telekom

Die Analyse [2] hat GSMA Intelligence verfasst, die Forschungseinheit des Verbands. Auftraggeber sind die sieben europäischen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Fastweb, MEO, Orange, Telefónica, United Group und Vodafone.

Ein Sprecher der GSMA betonte gegenüber heise online, dass der Bericht eine unabhängige Arbeit sei. Es gehe lediglich um eine genaue Bewertung der wirtschaftlichen Kosten. Für alle Hochrechnungen, Modelle und Schlussfolgerungen sei GSMA Intelligence verantwortlich.

Milliardenkosten für Mobilfunk, Festnetz und Transport

Die Ergebnisse der Analyse basieren auf internen Kostenschätzungen der beteiligten Netzbetreiber, die rund die Hälfte des europäischen Mobilfunk- und Festnetzmarktes abdecken. Die Autoren unterscheiden bei ihren Berechnungen zwischen verschiedenen Netzbereichen.

Der größte Posten entfällt auf die Mobilfunknetze, wo der Austausch von Basisstationen und Kernnetzkomponenten mit 16 bis 22 Milliarden Euro zu Buche schlagen würde. Für Festnetze werden bis zu 5 Milliarden Euro veranschlagt. Den Austausch in den Transportnetzen für optische Schalter und Richtfunk berechnet GSMA Intelligence mit 9 bis 12 Milliarden Euro.

Neben den direkten Austauschkosten warnen die Verfasser vor langfristigen Preissteigerungen durch den Wegfall wichtiger Wettbewerber. Die Reduzierung der Anbieterzahl führe zu einer stärkeren Marktkonzentration, was die Preise für Mobilfunkausrüstung um geschätzte 24 Prozent, für Festnetztechnik um 19 Prozent und für Transportnetze um 10 Prozent verteuern könnte.

Für den Zeitraum von 2027 bis 2030 bedeute dies für die Betreiber eine zusätzliche Kostenbelastung von rund 8,5 Milliarden Euro, die sich bis zum Jahr 2035 auf insgesamt 24 Milliarden Euro summieren könnte.

Kritik an Bruttowerten vs. vorgezogenem Ersatz

Die Methodik der Studie halten nicht alle Beobachter für sauber. Hosuk Lee-Makiyama, Direktor der Denkfabrik ECIPE, bemängelte gegenüber Politico [3], die Schätzungen von GSMA Intelligence stellten Bruttowerte und keine direkten Mehrkosten der geplanten Verordnung dar.

Die Studie käme auf ähnliche Zahlen wie die Kommission, wenn sie die Austauschkosten abziehen würde, die im Rahmen gewöhnlicher Wartungs- und Modernisierungszyklen ohnehin anfielen, argumentiert Lee-Makiyama. Die Diskrepanz zwischen den Milliardenwerten beruhe so im Wesentlichen auf der methodischen Berücksichtigung regulärer Wechselprozesse.

Dem halten die Studienautoren die engen politischen Vorgaben entgegen. Der GSMA-Sprecher räumte ein, dass der Bericht tatsächlich auf Bruttowerten basiere. Der von der Kommission vorgeschlagene Zeitplan sehe aber einen Ausstieg innerhalb von nur drei Jahren vor. Dieser straffe Rahmen erlaube keinen geordneten Austausch entlang des natürlichen Lebenszyklus der installierten Ausrüstung.

Ein kleiner Teil der Hardware wäre zwar ohnehin ersetzt worden, heißt es von der GSMA weiter. Der Entwurf zwinge die Unternehmen aber dazu, den überwiegenden Teil der Technik deutlich früher auszutauschen. Die Folge sei ein vorgezogener Ersatzbedarf sowie eine signifikante Verkürzung der Nutzungsdauer bestehender Anlagen.

Investitionslücken und operative Risiken

Über die rein finanziellen Differenzen hinaus weisen die beteiligten Netzbetreiber auf erhebliche operative Risiken hin. Der überstürzte Austausch drohe zu gravierenden Engpässen bei Dienstleistern und Ausrüstern zu führen, was die Stabilität und Ausfallsicherheit der europäischen Netze gefährden könne.

Dazu kämen potenzielle ökologische Folgen: Neben der Entsorgung riesiger Mengen funktionierender Technik führen die Betreiber ins Feld, dass die Ersatzhardware alternativer Hersteller in manchen Bereichen weniger energieeffizient arbeite als die derzeit genutzten Systeme.

Die zusätzlichen Kostenbelastungen treffen die Telekommunikationsbranche in einer ohnehin schwierigen Phase. Laut der Studie klafft in Europa bereits eine Investitionslücke von rund 205 Milliarden Euro, um die EU-Digitalisierungsziele bis 2030 [4] zu erreichen. Wenn Netzbetreiber gezwungen würden, zweistellige Milliardenbeträge primär in den vorgezogenen Austausch bestehender Infrastruktur zu lenken, fehle dieses Geld an anderer Stelle.

Der flächendeckende Ausbau von Glasfasernetzen und die Weiterentwicklung moderner 5G-Standalone-Kapazitäten dürften sich dadurch spürbar verzögern, was Europas digitale Wettbewerbsfähigkeit weiter schwächen könnte.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11376401

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Digitale-Souveraenitaet-EU-blaest-zum-Halali-auf-Hochrisiko-Anbieter-wie-Huawei-11148111.html
  2. https://www.gsmaintelligence.com/research/research-file-download?reportId=82381&assetId=82442
  3. https://www.politico.eu/article/telecom-industry-estimates-huawei-ban-cost-europe-40-billion
  4. https://www.heise.de/news/TKG-Novelle-Bundestag-beschliesst-schnelles-Internet-fuer-alle-6024446.html
  5. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 23. Juli 2026 um 16:17

8000 PCs über Steam infiziert: Cyberkriminelle verteilen Malware via Fake-Games

Von Heise

(Bild: Casimiro PT/Shutterstock)

Cyberkriminelle haben Steam genutzt, um zahlreiche PCs mit Malware zu infizieren. Die Schadsoftware war in Spielen versteckt und wurde gezielt beworben.

Im März 2026 hatte das FBI Gamer dazu aufgerufen, sich an Untersuchungen zu beteiligen. Die Behörde suchte damals Steam-User, die mit Malware infizierte Spiele auf der Plattform von Valve gezockt hatten [1]. Durch die Mitarbeit der Spieler konnten die Untersuchungen jetzt erfolgreich abgeschlossen werden. Das FBI hat den Verantwortlichen hinter den Cyberangriffen gefunden und festgenommen.

So liefen die Malware-Angriffe über Steam ab

Drahtzieher hinter der Aktion soll ein 21-Jähriger aus Florida gewesen sein, wie Techspot [2] berichtet. Er hat zusammen mit einer bisher unbekannten Anzahl anderer Cyberkrimineller insgesamt sieben Steam-Spiele veröffentlicht, die mit Malware infiziert waren. Die Aktion lief knapp zwei Jahre, von Mai 2024 bis Februar 2026. In diesem Zeitraum sollen fast 8.000 PCs mit der Schadsoftware infiziert worden sein.

Laut dem FBI war die Malware darauf ausgelegt, Kryptowährung von Steam-Gamern zu stehlen. Die Software extrahierte dafür Passwörter und andere sensible Daten. Im Anschluss wurden diese Daten genutzt, um sich Zugang zu den Krypto-Wallets der User zu verschaffen und die Währung zu stehlen. Insgesamt wurden so 80 Wallets ausgeräumt und ein Betrag von etwa 220.000 US-Dollar gestohlen.

Um ihre Erfolgschancen zu erhöhen, haben die Verantwortlichen ihre Games über Social Media beworben und sogar einzelne Personen direkt mit Bots angeschrieben. Dabei priorisierten sie diejenigen, die durch ihre Medienpräsenz zeigten, dass ihre Krypto-Wallet gut gefüllt ist. Zu den Opfern der Angriffe zählte auch der Twitch-Streamer RastalandTV. Nachdem der Streamer eine Krebsdiagnose erhalten hatte, sammelte er Spenden für die Behandlungskosten. Er erhielt von Zuschauern 32.000 US-Dollar in Kryptowährung, die wenig später durch eines der infizierten Spiele gestohlen wurden. RastalandTV verstarb im März 2026.

Letztlich wurden der 21-Jährige und seine Komplizen ertappt, weil das FBI Bitrefill-Gutscheine zurückverfolgen konnte, die mit dem gestohlenen Geld bezahlt worden waren. Mit den Gutscheinen sollen die Cyberkriminellen unter anderem für Uber-Eats-Lieferungen bezahlt haben. Zudem soll der Drahtzieher im Darknet Spuren hinterlassen haben, wo er einen Remote-Access-Trojaner für 10.000 Dollar erworben haben soll. In Foren soll er ferner mit anderen darüber diskutiert haben, wie Opfer am besten ausgetrickst werden können, um auf Krypto-Scams hereinzufallen. Jetzt wird dem 21-Jährigen neben anderen Straftaten „Verschwörung zur Verbreitung von Schadsoftware“. Allein dafür können zwischen fünf und 20 Jahre Haft anfallen.

Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de [3] erschienen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11376061

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/FBI-sucht-Opfer-infizierter-Steam-Spiele-fuer-eigene-Ermittlungen-11211660.html
  2. https://www.techspot.com/news/113163-fbi-arrests-21-year-old-accused-infecting-8000.html#google_vignette
  3. https://t3n.de/news/steam-malware-fake-games-1754323/
  4. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 23. Juli 2026 um 15:28

Helios-Server: AMD greift Nvidia mit Instinct MI455X an

Von Heise

AMD baut seinen schnellsten KI-Beschleuniger grundlegend um. Bis zu 80 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde sind möglich.

AMD-Chefin Lisa Su hat das riesige Chipkonstrukt Instinct MI455X schon gezeigt, jetzt kommen technische Details zum Innenleben. Zudem erklärt die Firma das Zusammenspiel aus Prozessoren, Beschleunigern und Netzwerk-Hardware im eigenen Server-Rackdesign Helios. Die Parallelen zu Nvidias Server Vera Rubin NVL72 [1] sind nicht zufällig; AMD tritt in direkte Konkurrenz.

Eine komplette Instinct-MI455X-GPU besteht aus insgesamt 24 Chip-Bausteinen, die auf einem Package vereint sind. Zwölf stellt der Chipauftragsfertiger TSMC her, dazu gesellen sich zwölf High-Bandwidth-Memory-4-Stapel (HBM4). Die sogenannten „Accelerator Complex Dies“ (XCDs) enthalten die eigentlichen Rechenwerke. Vier Stück sitzen auf jedem der beiden „Fabric and Cache Dies“ (FCDs), die den zweigeteilten Level-2-Cache, die Leitungen zum HBM4-Speicher und die Verbindungen zur Kommunikation untereinander enthalten. Die I/O-Dies enthalten die PCI-Express-6.0-Links, die in Helios-Servern zur Anbindung der Netzwerk-Controller per Ultra Accelerator Link (UALink) dienen.

Darüber hinaus befinden sich in den I/O-Dies (IODs) Infinity-Fabric-Links zur Anbindung eines Epyc-9006-Prozessors [2] mit direktem GPU-Speicherzugriff. 256 GByte/s bidirektionale Transferrate stehen hier zur Verfügung.

Die einzelnen Chipbestandteile der Instinct MI455X. AMD kombiniert 12 Dies mit 12 HBM4-Stacks.

(Bild: AMD)

2 + 3 nm

Die Accelerator Complex Dies stellt TSMC mit aktueller 2-Nanometer-Technik (N2) her, die schlechter skalierenden Fabric and Cache Dies und I/O-Dies mit 3-Nanometer-Strukturen (N3P). Zusammen kommen sie auf etwa 320 Milliarden Transistoren. Die HBM4-Bausteinen haben eine Kapazität von je 32 GByte. Das ergibt 432 GByte Speicher mit einer Transferrate von 23,3 TByte/s pro GPU-Package.

Aus 256 Compute Units (CUs) bei der Vorgängerin MI355X [3] werden bei der MI455X ebenso viele Work Group Processors (WGPs). AMD sagt es nicht direkt, aber das müsste eine Verdoppelung der Rechenwerke bedeuten. Bei Radeon-Grafikkarten enthielt ein Work Group Processor bisher immer zwei Compute Units.

Das erklärt auch die verdoppelte Rechenleistung bei 32 sowie 16 Bit breiten Datenformaten: Bei FP32-Operationen soll eine MI455X jetzt 315 Billionen Operationen pro Sekunde (315 Teraflops) schaffen. Ab 16 Bit steigt die Rechenleistung dank der integrierten Matrix-Einheiten erheblich an, bei FP16 und BF16 auf nunmehr fünf Billiarden Operationen pro Sekunde (5,03 Petaflops).

AMD Instinct MI455X im Detail (0 Bilder) [4]

[5]

Bis zu 80 KI-Petaflops

Bei 8 und 4 Bit nennt AMD gut 20 beziehungsweise 40 Petaflops. Gemeint ist die Rechenleistung bei sogenannten dichten (dense) Matrizen. Mit dünn besetzten Matrizen sind maximal 80 Petaflops drin, da die GPU Rechenoperationen mit Nullwerten überspringen kann. Diese Sparsity genannte Funktion ist bei KI-Beschleunigern firmenübergreifend verbreitet.

Gegenüber der Instinct MI355X entspricht die Rechenleistung bei 8- und 4-Bit-Operationen einer Vervierfachung. AMD schafft das vermutlich durch breitere Matrizen bei gleichzeitiger Verdoppelung der Matrix-Einheiten.

Nvidia gibt bei seiner aktuellen Rubin-GPU je nach Workload 35 bis 50 Petaflops inklusive Sparsity an, womit AMDs Beschleuniger zumindest auf dem Papier flotter ist. Das sollen auch eigene Benchmarks beweisen, allerdings stellen sich firmen gern im bestmöglichen licht dar. Die Hersteller-Benchmarks sind daher wie immer mit Vorsicht zu betrachten. Insbesondere KI-Workloads hängen stark davon ab, wie die Rechenwerke angesprochen werden.

AMD geht derweil den branchenweiten Trend zu sogenannten Microscaling-Formaten wie MXFP8 und MXFP4 mit – spezielle Varianten der weiterhin unterstützten FP8- und FP4-Datenformate.

Interner Umbau für mehr Auslastung

Zahlreiche GPU-interne Anpassungen sollen die Auslastung und damit etwa den Token-Output von KI-Modellen verbessern. Der bisherige Infinity Cache fällt weg, dafür vergrößert AMD den Level-2-Cache mit 192 MByte pro Beschleuniger erheblich, der jetzt auch global und nicht mehr pro Compute Unit gefasst ist. Gleichzeitig wachsen die lokalen Caches der Rechenwerke.

Hervorzuheben ist der Multicast einzelner Speicher-Leseoperationen auf mehrere Work Group Processors. Da KI-Modelle häufig dieselben Gewichte und Aktivierungen wiederverwenden, spart die GPU damit Rechenzeit.

Helios-Server mit 72 Beschleunigern

In einem Helios-Server stecken insgesamt 72 Instinct-MI455X-Beschleuniger. 18 Epyc-Venice-Prozessoren übernehmen die Arbeits-Orchestrierung an jeweils vier GPUs. AMD verfolgt das gleiche Ziel wie Nvidia, ein komplettes Serverrack möglichst wie eine einzelne Recheneinheit arbeiten zu lassen.

AMD sieht dafür drei Network Interface Controller (NICs) pro GPU vor, die per UALink mit 256 GByte/s angebunden sind. AMD setzt hier auf Netzwerktechnik der übernommenen Firma Pensando. Nach außen verbindet sich jeder Tray über 12 × 800-Gigabit-Ethernet.

Insbesondere bei der Verkabelung zeigt sich AMDs Rückstand gegenüber Nvidia, der mit dem GB200 NVL72 sein erstes vergleichbares System im Jahr 2024 vorgestellt hat. Zwei Jahre später hat Nvidia die meisten Kabel durch feste Steckverbindungen ersetzt, um die Inbetriebnahme zu beschleunigen und Fehlerquellen zu minimieren.

AMDs Helios-Serverdesign (0 Bilder) [6]

[7]

Schweigen über Leistungsaufnahme

Eine Angabe fehlt derweil auffällig in AMDs Dokumentation: Wie viel elektrische Leistung eine Instinct MI455X oder ein ganzes Helios-System aufnimmt. Die Werte können sich je nach Konfiguration erheblich unterscheiden, allerdings nennt die Firma auch keine Spanne. Bereits die Vorgängerin MI355X schluckt bis zu 1,4 kW. Mehr als 200 Kilowatt für einen Helios-Rack wären durchaus denkbar. Der Kaufpreis dürfte bei mehreren Millionen US-Dollar liegen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11376275

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Cloud-Hyperscaler-nehmen-Nvidias-Vera-Rubin-NVL72-in-Betrieb-11373705.html
  2. https://www.heise.de/news/AMD-Epyc-9006-Zen-6-Generation-der-Serverprozessoren-bringt-neue-Varianten-11376591.html
  3. https://www.heise.de/news/Instinct-MI350X-MI355X-AMD-opfert-Compute-fuer-KI-Rechenleistung-10442505.html
  4. https://www.heise.de/bilderstrecke/5123236.html?back=11376275;back=11376275
  5. https://www.heise.de/bilderstrecke/5123236.html?back=11376275;back=11376275
  6. https://www.heise.de/bilderstrecke/5123238.html?back=11376275;back=11376275
  7. https://www.heise.de/bilderstrecke/5123238.html?back=11376275;back=11376275
  8. https://www.heise.de/ct
  9. mailto:mma@heise.de

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  • 23. Juli 2026 um 20:30

Apple drängt mit Karten-SDK ins Auto: Ford erster Partner

Von Heise
Ford Mustang Mach-E

Im Mustang Mach-E bietet Apple Maps bereits Spezialfunktionen. In zukünftigen Ford-EVs soll der Kartendienst ab Werk integriert sein.

Autohersteller können Apple Maps in ihr Bordsystem integrieren, auch für assistiertes Fahren. Erster Partner ist Ford, Apple sammelt mehr Eyeballs für Werbung.

Apple Karten sagt bald, wo es mit dem Auto lang geht – auch ohne iPhone: Fahrzeughersteller können Apples Kartendienst künftig direkt in ihr Bordsystem integrieren. Dafür hat Apple am Donnerstag ein neues „MapKit for Automotive SDK“ genanntes Software-Kit angekündigt. Erster Abnehmer ist der US-Autobauer Ford, der Fahrzeuge seiner neuen, für 2027 angekündigten UEV-Plattform mit Apple Maps ab Werk ausliefern will. Der Kartendienst liefere Navigation plus Verkehrsinformationen und sei speziell auf die Routenführung für Elektrofahrzeuge optimiert – mitsamt der Vorkonditionierung der Batterie, heißt es in der Mitteilung.

Apple-Straßendaten für Fords Fahrassistenz

Für die Weiterentwicklung seiner Fahrassistenzsysteme will Ford demnach außerdem Straßendaten von Apples Kartendienst nutzen. Dies solle das assistierte, freihändige Fahren auf Highways respektive Autobahnen verbessern. Apple Karten wird zuerst in einen von Ford in Aussicht gestellten elektrischen Pick-up-Truck integriert, der im kommenden Jahr für rund 30.000 US-Dollar auf dem US-Markt eingeführt werden soll. Konkrete Informationen zu einem Start der UEV-Plattform [1] mit Apple-Maps-Integration in Europa liegen bislang nicht vor.

Ford und Apple arbeiten seit Längerem bei Apple Karten zusammen: Der Ford Mustang Mach-E gehört zu den wenigen Modellen, die ihren Ladestand an Apples Maps (in CarPlay) für eine angepasste Routenplanung übermitteln können.

Die Fahrzeuge, die Apple Karten direkt in das Bordsystem integrieren, unterstützen weiterhin CarPlay, um die übliche iPhone-Integration zu bieten, wie Ford in der gemeinsamen Mitteilung mit Apple betonte [2]. An CarPlay Ultra [3] hat Ford – ebenso wie andere große Hersteller – bislang kein Interesse signalisiert.

Bald Werbung in Apple Maps

Konkrete Details zu Apples „MapKit for Automotive SDK“ stehen noch aus. Apple betonte, für das SDK gelten dieselben Datenschutzstandards wie für die normale Nutzung der Karten-App: Der Konzern verknüpfe Navidaten nicht mit Apple-Account-Informationen. Erhobene Ortsdaten sollen sich zugleich nicht auf einzelne Nutzer zurückführen lassen. Die Integration in Bordsysteme größer Fahrzeughersteller könnte die Verbreitung von Apple Karten deutlich erhöhen. Für Apple ist das zunehmend relevant, da der Dienst jetzt als zentrale weitere Werbefläche dient: In Kürze soll die Karten-App in USA und Kanada erstmals Werbeanzeigen [4] etwa bei der Suche nach Geschäften in der Umgebung einblenden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11376557

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Model-T-Moment-Ford-kuendigt-fuer-2027-E-Autos-auf-eigener-Basis-an-10518155.html
  2. https://www.apple.com/newsroom/2026/07/apple-maps-to-power-navigation-experience-for-ford-uev-platform/
  3. https://www.heise.de/news/So-Ultra-ist-Apple-CarPlay-Mac-i-Podcast-10390412.html
  4. https://www.heise.de/news/Apple-Maps-bekommt-Reklame-Zunaechst-auf-iPhone-und-iPad-11224060.html
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  6. https://www.heise.de/mac-and-i
  7. mailto:lbe@mac-and-i.de

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  • 23. Juli 2026 um 18:27

Elgato Key Light Air MK.2: Streaming-Leuchte mit MagSafe

Von Heise
Schreibntischsetup mit Elgato Key Light Air MK.2, Monitor, Mikrofon und mechanischer Tastatur

(Bild: Elgato)

Die Neuauflage ist heller als ihr Vorgänger, lädt per USB-C und haftet an Magnethalterungen für iPhones. Auch bei Bedienung und WLAN gibt es Verbesserungen.

Mit den Key Lights bietet die Corsair-Tochter verschiedene Videoleuchten für Streamer, Moderatoren und Videokonferenzen an. Mit dem Key Light Air MK.2 legt Elgato nun ein Modell wieder auf, das die Lücke zwischen dem kleineren Modell aus der Neo-Reihe [1] und dem größeren Key Light [2] füllen soll. Mit der Neuauflage hat der Hersteller Videoproduzenten und Fotografen im Blick, die ihre Lampen häufig umstellen und MagSafe-Halterungen nutzen.

Befestigung per MagSafe

Gegenüber seinem 2020 vorgestellten Vorgänger ist die neue Flächenleuchte gewachsen: Das LED-Panel ist rund 32 Zentimeter breit und 20 Zentimeter hoch. Wie zuvor lässt sich das Key Light Air per Viertelzollgewinde an einem Stativ befestigen. Für die Montage stehen insgesamt drei Gewinde zur Verfügung. Neu an Bord ist eine Magnethalterung: Mit der Rückseite haftet das Key Light Air an Halterungen, die mit Apples MagSafe-Magneten kompatibel sind. So lässt sich die Leuchte schnell von einem Stativ auf das andere umsetzen. Obendrein haften MagSafe-kompatible Powerbanks am Key Light Air, sodass sich die Leuchte unterwegs nutzen lässt. Da die Leuchte keine Induktionsladung bietet, benötigt man für den Betrieb jedoch stets ein Kabel.

Rückseite vom Key Light Air MK.2
Rückseite vom Key Light Air MK.2

In der Mitte der Rückseite hat das Key Light Air MK.2 einen Magnetring. Der passt an MagSafe-kompatible Powerbanks und Halterungen.

(Bild: Elgato)

Das Key Light Air MK.2 wird per USB-C und Power Delivery mit Strom versorgt. Damit funktioniert es sowohl direkt am Rechner als auch an Powerbanks oder USB-Netzteilen. Wie hell die 256 LEDs leuchten, hängt von der Stromquelle ab: Bis zu 840 Lumen erreicht es, wenn man die Leuchte an einem Port mit 7,5 bis 15 Watt betreibt. So viel liefern viele USB-C-Ports, Thunderbolt-3-Anschlüsse, aber auch manche Docks. Die volle Helligkeit gibt es erst mit einem 30-Watt-Netzteil. Dann erreicht das Key Light Air MK.2 eine maximale Lichtleistung von 2100 Lumen. Zum Vergleich: Der netzbetriebene Vorgänger kam nur auf 1400 Lumen. Die Farbtemperatur der LEDs lässt sich von 2900 bis 7000 Kelvin einstellen.

Steuerung per Touch und App

Zur Steuerung hat das Key Light Air MK.2 nun Touch-Felder an der unteren Gehäusekante. Helligkeit und Farbtemperatur lassen sich alternativ über die kostenlose Software Elgato Control Center steuern, die für macOS, Windows, Android und iOS verfügbar ist. Hier lassen sich auch Voreinstellungen speichern oder die Lampen über die Makrokonsolen von Elgato (Stream Decks) steuern. Die Verbindung stellt man entweder direkt per USB oder via WLAN her. Die Leuchte unterstützt jetzt 5-GHz-Netze; der Vorgänger konnte sich ausschließlich mit 2,4-GHz-WLANs verbinden.

Das Key Light Air MK.2 [5] ist ab dem 23. Juli erhältlich und kostet inklusive USB-Kabel, Stativ und Tischklemme rund 150 Euro. Die Klemme passt an bis zu sechs Zentimeter dicke Tischplatten, einen Standfuß gibt es nicht. Ein Netzteil liegt nicht bei. Elgato will später ein magnetisches Fokusgitter als Zubehör anbieten, das Streulicht reduziert. Alternativ bietet der Hersteller die Leuchte ohne Stativ für rund 120 Euro an.


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  1. https://www.heise.de/tests/Stilvoll-streamen-Elgatos-Neo-Reihe-im-Test-10183660.html
  2. https://geizhals.de/elgato-key-light-10gak9901-a1968828.html?ccpid=hocid-macandiqr&cs_id=1206858352
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  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.elgato.com/de/de/p/key-light-air
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  • 23. Juli 2026 um 16:47

Varta vor Insolvenz: Probleme wegen Apple und allgemeiner Geschäftslage

Von Heise
Varta-Schriftzug auf dem Bildschirm eines Laptops zu sehen, davor ein Smartphone.

Varta und sein Aktienkurs (Symbolbild).

(Bild: T. Schneider/Shutterstock.com)

Nachdem Varta im Mai angekündigt hatte, ein ganzes Werk zu schließen, in dem Zellen für Apple hergestellt worden waren, machen die verbliebenen Geldgeber Druck.

Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) droht beim traditionsreichen Ellwanger Batteriekonzern Varta die Insolvenz. Die wichtigsten Gläubiger des Unternehmens sollen entschieden haben, Kredite an die Firma fällig zu stellen. Damit drohe auch die Zerschlagung des Unternehmens. Die Aktie wurde bereits 2025 von der Börse ausgelistet.

Kein Coin-Power für Apple mehr

Im Sommer 2024 kam es zudem erstmals zu einer Sanierung nach dem Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen [1], die aber augenscheinlich nicht erfolgreich war. Letzter Tiefschlag für Varta: Im Mai gab das Unternehmen bekannt, dass ein zentraler Ankerkunde die Verträge gekündigt [2] habe. Dabei handelte es sich um Apple, das über Jahre Knopfzellakkus (Coin-Power) für seine AirPods bei Varta bestellt hatte.

Varta kündigte daraufhin an, ein ganzes Werk in Nördlingen zu schließen, wo 350 Menschen tätig waren. Zuvor hatte es Arbeitsplatzabbau und Kurzarbeit gegeben. Apple soll angegeben haben, seine Miniakkus künftig aus China beziehen zu wollen. Seither hat sich die Lage noch verschärft. Laut Medienberichten gab es bereits im vergangenen Herbst einen Punkt, an dem Varta ein Konzernergebnis erzielt hatte, das unter der mit den Geldgebern vereinbarten Quote lag.

Haushaltsbatterien auslagern

Seither hätten die Gläubiger die Kredite sofort auslaufen lassen können, was jedoch zunächst nicht erfolgte – es gab laut Wirtschaftswoche eine „Galgenfrist“. Ein Einstieg von Porsche, der bereits 2024 erfolgt war, half Varta wenig, ein gemeinsames Batteriegeschäft namens CellForce [3], das derzeit nur noch 50 Angestellt hat, soll laut Angaben aus dieser Woche nun gänzlich abgewickelt werden.

Die Varta-Gläubiger wollen nun offenbar Teile des Unternehmens pleitegehen lassen und bestimmte Bereiche herauslösen. Laut Mitteilung der sogenannten Ad-hoc-Gläubigergruppe mit Deutscher Bank, RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, sollen etwa die Haushaltsbatterien in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden. Für das laufende Geschäft fehlten Mittel in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrags. Zur weiteren Geschäftsfortführung soll der Finanzbedarf noch deutlich höher liegen. Neue Investoren konnten die Geldgeber ebenso wie Varta bislang nicht finden.


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  1. https://www.heise.de/news/Schuldenschnitt-und-Porsche-Einstieg-sollen-Varta-retten-9838713.html
  2. https://www.heise.de/news/Bestaetigt-Varta-verliert-Apple-als-Kunden-schliesst-Werk-11299875.html
  3. https://www.heise.de/news/Porsche-streicht-bis-zu-9000-Stellen-viele-auch-am-Traditionsstandort-Weissach-11375302.html
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  • 23. Juli 2026 um 13:15

Studienplätze unter Druck: Wird die Bildungsexpansion zurückgedreht?

Von Telepolis
Studenten in einem Hörsaal

Bild: Shutterstock.com

Frankfurt, Berlin und NRW kürzen Studienplätze und Stellen, andere Länder investieren weiter. Wächst eine neue Debatte über die Grenzen der Akademisierung?

Geht es um einen Trend oder ist das nur ein Einzelfall? Die Goethe-Universität Frankfurt reduziert zum kommenden Wintersemester ihre Zulassungszahlen in zulassungsbeschränkten Studiengängen um insgesamt 455 Plätze [1].

Betroffen sind unter anderem das gymnasiale Lehramt, Jura, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft, Soziologie, Erziehungswissenschaften, Biochemie und Sportwissenschaften.

Die Hochschule begründet den Schritt mit dem Ziel, die Qualität der Lehre zu sichern und eine Überlastung des Personals zu vermeiden.

Der Sparkurs beginnt in Hessen

Auslöser ist der hessische Hochschulpakt 2026–2031 [2], der alle Hochschulen des Landes zu Einsparungen verpflichtet. Für 2026 müssen sie einen Konsolidierungsbeitrag von rund 30 Millionen Euro leisten. Erst ab 2028 steigen die Landesmittel [3] wieder an.

Universitätspräsident Enrico Schleif spricht von einem schwierigen Spagat: Die Universität müsse ihren Bildungsauftrag erfüllen und zugleich Forschung sowie Beschäftigte vor Überlastung schützen.

Bis 2028 müssten Studienangebot und Studierendenzahlen an die tatsächlich finanzierbaren Personalkapazitäten angepasst werden. Die Reduzierung der Studienplätze sei lediglich der erste Schritt eines umfassenden Konsolidierungsprozesses.

Auch andere hessische Hochschulen reagieren auf den Sparkurs. Die Universität Kassel rechnet mit dem Wegfall von bis zu 30 Professuren, die Universität Marburg plant den Abbau von rund 100 Verwaltungsstellen.

Berlin zieht nach

Frankfurt ist kein Einzelfall, wie es aussieht: Auch in Berlin stehen die Hochschulen unter erheblichem Spardruck.

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) muss bis 2028 insgesamt 41 Millionen Euro einsparen [4]. Geplant sind rund zehn Prozent weniger Studienplätze sowie die Einstellung oder Zusammenlegung mehrerer Studiengänge, insbesondere dort, wo die Nachfrage seit Jahren gering ist.

Auch die Berliner Hochschule für Technik (BHT) [5] reduziert Studienplätze in mehreren technischen Studiengängen, darunter Sicherheitstechnik, Gebäude- und Energietechnik sowie Elektromobilität.

Nun trifft es auch die Universitäten

Die Sparmaßnahmen treffen inzwischen auch die großen Berliner Universitäten. Nach einem Bericht des Tagesspiegel [6] verfügt die Humboldt-Universität über deutlich geringere Mittel und besetzt frei werdende Stellen vorerst nicht nach.

Die Freie Universität muss ihr Personalbudget um rund zehn Prozent reduzieren, vor allem zulasten befristeter Stellen im wissenschaftlichen Nachwuchs.

Besonders gravierend fallen die Einschnitte an der Technischen Universität Berlin aus. Bis Ende 2028 müssen dauerhaft 65 Millionen Euro eingespart werden. Die Hochschule rechnet mit dem Wegfall von 18 Strukturprofessuren, zahlreichen wissenschaftlichen Stellen und mindestens 5.000 Studienplätzen.

Auch die Universität der Künste erwartet ein Millionen-Defizit und stellt einzelne Masterstudiengänge ein.

NRW setzt ebenfalls den Rotstift an

Auch Nordrhein-Westfalen spart. Zwar fiel der Hochschul-Konsolidierungsbeitrag geringer aus als ursprünglich geplant, dennoch wird die Grundfinanzierung der Hochschulen 2026 um 120 Millionen Euro gekürzt, berichtete [7] der WDR.

Das Land begründet den Schritt mit Haushaltskonsolidierung und sinkenden Studierendenzahlen. Seit 2018 ging deren Zahl um elf Prozent zurück, während die Hochschulen zugleich mehr als zehn Prozent zusätzliche Mittel erhielten.

Die Folgen zeigen sich bereits an den einzelnen Hochschulen. An der Universität zu Köln standen Ende 2025 unter anderem Disability Studies, Frühförderung, Gerontologie und der Masterstudiengang Politikwissenschaft zur Disposition. Auch die Universitäten in Münster, Bielefeld, Siegen und Wuppertal müssen mit zum Teil erheblichen Kürzungen rechnen.

Nicht überall wird gespart

Ein bundesweiter Sparkurs ist damit allerdings nicht erkennbar. Baden-Württemberg [8] erhöht die Grundfinanzierung seiner Hochschulen ab 2027 jährlich um 3,5 Prozent und übernimmt auch künftige Tarifsteigerungen vollständig. Die Studierendenzahlen sollen stabil bleiben.

Auch Bayern [9] setzt auf Expansion. Der Freistaat bezeichnet den Doppelhaushalt 2026/27 als Rekordetat für Wissenschaft und Kunst. Neben steigenden Hochschuletats sollen erhebliche Mittel in die Modernisierung der Hochschul- und Universitätskliniken fließen.

Sachsen geht einen eigenen Weg

Sachsen [10] verfolgt einen Mittelweg. Nach Angaben der Staatsregierung sollen die Hochschulstrukturen erhalten bleiben und die Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2028 weiter steigen. Zeitweise gesperrte Mittel in Teilen der Wissenschaftsfinanzierung wurden nach Angaben der Grünen-Fraktion inzwischen wieder freigegeben.

Der Bund saniert – die Länder sparen

Während mehrere Länder ihre laufenden Hochschuletats kürzen, wollen Bund und Länder den Sanierungsstau [11] an Hochschulen angehen. Nach einer Vereinbarung vom Februar 2026 stehen bis 2029 jährlich bis zu einer Milliarde Euro für Bau, Sanierung und Modernisierung von Wissenschaftseinrichtungen zur Verfügung.

Die Hochschulrektorenkonferenz begrüßte den Schritt, verwies jedoch darauf, dass der tatsächliche Investitionsbedarf weit höher liege.

Trendwende oder nur Sparrunde?

Die Beispiele zeigen, dass Frankfurt kein Einzelfall ist. Hessen, Berlin und Nordrhein-Westfalen reduzieren Mittel, Studienplätze und teilweise ganze Studienangebote. Andere Länder wie Bayern und Baden-Württemberg investieren dagegen weiter in ihre Hochschulen, Sachsen setzt auf den Erhalt bestehender Strukturen.

Von einer bundesweiten Abkehr von der Bildungsexpansion kann daher bislang keine Rede sein. Gleichwohl gerät ein bildungspolitisches Leitbild unter Druck, das Deutschland über Jahrzehnte geprägt hat: Möglichst viele junge Menschen sollten studieren, immer mehr Hochschulen sollten wachsen.

Die Rückkehr einer Debatte

Gleichwohl gerät ein bildungspolitisches Leitbild unter Druck, das Deutschland über Jahrzehnte geprägt hat: Möglichst viele junge Menschen sollten studieren, immer mehr Hochschulen sollten wachsen. Wo knappe Kassen, sinkende Studierendenzahlen und ein veränderter Arbeitsmarkt zusammentreffen, wird dieses Selbstverständnis erstmals seit Jahrzehnten wieder grundsätzlich hinterfragt.

Damit rückt eine Debatte in den Vordergrund, die weit über aktuelle Haushaltsprobleme hinausweist. Muss die akademische Ausbildung weiter wachsen – oder ist die Phase der Bildungsexpansion an ihre Grenzen gelangt?

In diesem Zusammenhang taucht inzwischen auch ein Begriff auf, der lange vor allem in der historischen und sozialwissenschaftlichen Forschung diskutiert wurde: Peter Turchins Theorie der "Elitenüberproduktion".

Sie stellt die Frage, ob Gesellschaften mehr akademisch Qualifizierte hervorbringen, als sie in entsprechend qualifizierte Positionen integrieren können. Ob diese Theorie die aktuellen Entwicklungen erklärt oder ob die Sparprogramme lediglich eine Folge knapper öffentlicher Kassen sind, dürfte die Debatte über die Zukunft der Hochschulen in den kommenden Jahren mitprägen.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/455-studienplaetze-weniger-als-sparmassnahme-7794
  2. https://wissenschaft.hessen.de/studieren/hochschulpolitik/hessischer-hochschulpakt
  3. https://wissenschaft.hessen.de/presse/fragen-antworten-zum-hessischen-hochschulpakt-2026-2031
  4. https://www.htw-berlin.de/hochschule/aktuelles/sparmassnahmen
  5. https://www.berlin.de/sen/wgp/presse/2026/pressemitteilung.1642230.php
  6. https://www.tagesspiegel.de/berlin/kurzungsplane-der-berliner-hochschulen-an-diesen-stellen-wollen-hu-fu-und-co-sparen-15495590.html
  7. https://www1.wdr.de/politik/politik-in-nrw/haushalt-hochschulen-nrw100.amp
  8. https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/hochschulen-studium/hochschulpolitik/hochschulfinanzierung-2026-2030
  9. https://www.stmwk.bayern.de/pressemitteilung/12995/wissenschaftsminister-markus-blume-zum-doppelhaushalt-20262027-investitionen-des-freistaats-sind-rueckgrat-des-fortschritts-in-bayern.html
  10. https://www.staatsregierung.sachsen.de/sachsens-staatshaushalt-2025-2026-9240.html
  11. https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/bund-laender-vereinbarung-den-sanierungsstau-an-hochschulen-endlich-aufloesen-5161/

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  • 23. Juli 2026 um 21:45

Personalwechsel im Kabinett: Warken soll künftig das Kanzleramt führen

Von Telepolis
Zwei Herren in Anzug

Merz und Söder haben sich offenbar auf eine Kabinettsumbildung geeinigt

(Bild: photocosmos1/Shutterstock.com)

Nina Warken soll als erste Frau das Kanzleramt führen. Auslöser der Rochade ist der Rücktritt von Jens Spahn. Doch auch ein weiterer Posten wird neu besetzt.

Die Bundesregierung steht vor einer Personalrochade: Gesundheitsministerin Nina Warken soll neue Kanzleramtschefin werden, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wiederum ihren Posten im Gesundheitsministerium übernehmen. Dies berichtete [1] die Tagesschau unter Berufung auf übereinstimmende Medienberichte.

Die 47-jährige Warken würde damit auf den bisherigen Kanzleramtschef Thorsten Frei folgen, der am kommenden Mittwoch zum neuen Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt werden soll.

Regierungssprecher Stefan Kornelius wollte die Berichte nicht kommentieren: "Der Bundeskanzler wird die Personalentscheidungen bekannt geben, wenn alle offenen Punkte geklärt sind." Laut [2] der Zeit könnte Bundeskanzler Friedrich Merz seine Entscheidung am Freitagmorgen in Berlin vorstellen.

Auslöser war die Leihmutterschaftsaffäre um Spahn

Hintergrund der Umbildung ist der Rücktritt des bisherigen Unionsfraktionschefs Jens Spahn am vergangenen Samstag. Der 46-jährige CDU-Politiker hatte öffentlich gemacht, dass er und sein Ehemann Daniel Funke mithilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen hatten. Da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und Spahn dieses Verbot in der CDU mitgetragen hatte, geriet er unter massiven Druck – auch aus den eigenen Reihen. Ob Spahn sein Bundestagsmandat behält, ist bislang offen.

Kanzler Merz hatte im ZDF-Sommerinterview am Wochenende bereits angedeutet, dass die Spahn-Nachfolge eine Gelegenheit für eine Kabinettsumbildung bieten könnte. Gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder einigte er sich auf Frei als Spahn-Nachfolger an der Fraktionsspitze.

Erste Frau an der Spitze des Kanzleramts

Nina Warken wäre die erste Frau, die das Bundeskanzleramt führt. Die gebürtige Bad Mergentheimerin sitzt im CDU-Präsidium und ist Vorsitzende der Frauen Union. Vor ihrem Wechsel ins Kabinett war sie einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt, obwohl sie von 2021 bis 2025 als parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsfraktion eine Führungsposition innehatte. Im Bundestag sitzt die Juristin mit einer kurzen Unterbrechung seit 2013.

An Profil gewann Warken laut [3] Spiegel vor allem dadurch, dass sie als eines der wenigen Kabinettsmitglieder der Union eine Reform durchsetzte: das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen. Bislang zögerte Warken offenbar zunächst aus familiären Gründen mit ihrer Zusage für den Wechsel ins Kanzleramt.

Linnemann rückt ins Kabinett auf

Carsten Linnemann war bereits im Wahlkampf als Minister gehandelt worden, ging nach der Wahl jedoch leer aus und blieb in der Parteizentrale. Merz platzierte seinen Generalsekretär allerdings im Koalitionsausschuss. Das Verhältnis zwischen Merz und Linnemann soll zuletzt allerdings abgekühlt sein.

Wer Linnemann als Generalsekretär nachfolgt, gilt offiziell noch als offen. Nach Spiegel-Informationen soll CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann den Posten übernehmen.


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  1. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/warken-kanzleramtschefin-100.html
  2. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-07/nina-warken-uebernimmt-kanzleramt-linnemann-wird-gesundheitsminister
  3. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-nina-warken-soll-kanzleramt-uebernehmen-carsten-linnemann-das-gesundheitsministerium-a-808eb728-e42a-49b8-bb51-50acb1c94da4

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  • 23. Juli 2026 um 20:30

Iran-Krieg: Warum Teheran am längeren Hebel sitzt

Von Telepolis
Karte des Nahen Ostens mit Roten Kreisen um die Region, die Kriegshandlungen symbolisieren sollen

Der Iran-Krieg droht zu einem langfristigen Konflikt ohne erkennbarem Ende zu werden

(Bild: artemegorovv/Shutterstock.com)

Brennende Tanker, blockierte Buchten: Der Ölhandel könnte die entscheidende Waffe im Iran-Krieg werden. Washington droht ins Leere zu laufen. Eine Analyse.

Die US-Armee steht vor einem neuen Rekord: zum Donnerstag dürfte die bislang längste Serie aufeinanderfolgender Bombardierungstage gegen den Iran überschritten werden [1]. Nach elf Nächten intensiver Angriffe erreicht [2] der Konflikt eine neue Eskalationsstufe. Erstmals seit Beginn der jüngsten Offensive steht auch die iranische Hauptstadt Teheran wieder unter Feuer [3].

Damit schwinden nicht nur die zuletzt ohnehin kaum bestehenden Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung [4]. Auch die wiederholten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, der Krieg könne durch einen schnellen militärischen Schlag entschieden werden, geraten zunehmend [5] in Widerspruch zur Realität.

Aus der angekündigten Machtdemonstration entwickelt sich ein Konflikt, der immer stärker die Schwächen der amerikanischen Strategie offenlegt.

Während sich Teheran auf einen langfristigen Abnutzungskrieg spätestens seit den Trauerfeierlichkeiten um das getötete Staatsoberhaupt Khamenei einstellt [6], steigen für Washington die Kosten. Wie lange kann Washington den Krieg noch fortsetzen?

Milliardengrab für die USA

Neben militärischen Fehlkalkulationen und der extremen Unbeliebtheit [7] des Krieges geraten vor allem die finanziellen Belastungen in den Mittelpunkt: US-Kriegsminister Pete Hegseth bezifferte [8] die bisherigen Kriegskosten vor einem Ausschuss des Senats auf 37,5 Milliarden Dollar.

Wie die Tagesschau berichtet [9], bestehen erhebliche Zweifel, ob diese Summe vollständig ist, da bereits die ersten sechs Kriegstage rund 11,3 Milliarden Dollar gekostet haben [10]. Gleichzeitig forderte [11] die Trump-Regierung erst Ende letzten Monat zusätzliche Milliarden vom Kongress.

Besonders aufschlussreich ist dabei die Begründung: Ein erheblicher Teil soll in die Wiederauffüllung erschöpfter Waffenbestände fließen. Laut einer Analyse [12] von Al Jazeera wurden große Mengen moderner Präzisionswaffen eingesetzt – darunter Tomahawk-Marschflugkörper, JASSM-Lenkwaffen sowie Patriot- und THAAD-Abfangsysteme.

Zwar erklärte Hegseth, die aktuelle Kriegsführung sei nicht gefährdet [13]. Gleichzeitig zeigt die Forderung nach zusätzlichen Milliarden jedoch ein grundlegendes Problem: Der Krieg bindet Ressourcen, die Washington eigentlich für seine geopolitisch-strategische Ausrichtung – insbesondere gegenüber China – benötigt.

Trumps Tote

Die Folgen werden inzwischen auch in den Vereinigten Staaten unübersehbar: Am Mittwoch nahm [14] Donald Trump auf der Dover Air Force Base an der Überführung der Särge von vier getöteten US-Soldaten teil. Laut [15] Reuters wurden inzwischen 18 US-Soldaten getötet und 500 verletzt. Allein in der vergangenen Woche sollen mehr als 100 Soldaten verwundet worden sein – somit nicht nur für den Iran die blutigsten Tage dieses Krieges.  [16]

Wie der Guardian berichtet [17], warnen zunehmend anonyme, ehemalige US-Beamte vor einem langwierigen Abnutzungskrieg. Trotz starker Militärzensur kursieren Berichte [18] über erschöpfte Soldaten, wiederholte Einsatzverlängerungen und belastete Familien.

Dies ließ sich auch an den vor dem Senat dargestellten Budgeterhöhungen für Überstunden- und Gefahrenzuschläge ablesen – schwindende Moral soll monetär aufgebessert werden.

Die Trump-Regierung könnte dabei von ihrer eigenen Siegesrhetorik eingeholt werden. Mehrere Senatoren kritisierten [19], dass Washington Milliarden für einen angeblich erfolgreichen Krieg verlange, während sich die Kriegsziele fortlaufend verschieben: von der Zerstörung des iranischen Atomprogramms über den Schutz der Schifffahrt bis zur Öffnung der Straße von Hormus.

Ein klarer Kurs und ein schnelles Ende seien nicht erkennbar – der Widerstand wächst. Wie Bilder aus dem US-Senat belegen, demonstrierten junge Menschen [20]während der Rede von Hegseth gegen den Iran-Krieg.

Asymmetrische Angelegenheit

Diese Entwicklung ist ein Resultat der iranischen Strategie. Teheran versucht nicht, die USA in einer klassischen militärischen Konfrontation zu besiegen. Stattdessen setzt der Iran auf asymmetrischen Druck: wachsende wirtschaftliche Kosten und kalkulierte Gegenschläge.

Nach Einschätzung des Institute for the Study of War [21] kann der Iran die Kosten des Krieges so weit erhöhen, dass Washington seine Ziele mindestens überdenken muss. Auch das Council on Foreign Relations sieht [22] den entscheidenden Hebel Teherans nicht in einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus, sondern in einem gezielten Einsatz wirtschaftlicher Druckmittel.

Faktor Öl

Die Bedeutung der Straße von Hormus bleibt zentral. Zwar wird verstärkt über alternative Transportwege für die Rohstoffe vom Golf diskutiert, doch kurzfristig existiert keine gleichwertige Umgehung [23].

Die saudische East-West-Pipeline erreicht nicht [24] die Dimension der gesamten durch Hormus fließenden Energiemengen. Auch eine Analyse zu alternativen Exportwegen zeigt [25]: Neue Logistikketten könnten langfristig Risiken reduzieren, kurzfristig jedoch keine Entlastung schaffen.

Branchenkreisen zufolge prüfen [26] insbesondere asiatische Raffinerien, Rohöl künftig verstärkt über die Ost-West-Pipeline zum saudischen Rotmeerhafen Yanbu zu transportieren. Von dort sollen kleinere Tanker den Suezkanal passieren oder teilweise über die ägyptische Sumed-Pipeline ans Mittelmeer umschlagen.

Die Abu Dhabi Crude Oil Pipeline umgeht [27] Hormus zwar vollständig, ist jedoch bei den Kapazitäten, trotz einesAusbauss bis 2027, weit unterhalb der Gesamtproduktion angesiedelt. Parallel baut DP World derzeit neue Großterminals in Fujairah, um den Hafen dauerhaft als Ausweichstandort zu etablieren, Al Jazeera weist jedoch darauf [28] hin, dass iranische Angriffe bereits die Verladung vor Ort beeinträchtigt haben.

Gleichzeitig bleiben alle Alternativen verwundbar [29]: Die Huthi drohen mit einer Ausweitung ihrer Angriffe, selbst Pakistan droht in den Konflikt militärisch involviert zu werden. Eine vollständige Ausschaltung dieser Akteure wäre für Washington jedoch nur durch eine massive militärische Eskalation unter Einsatz von Bodentruppen möglich – innenpolitisch wohl inopportun.

Beim Faktor Öl treten zudem mehrere Ebenen hinzu: nicht nur, dass die US-Öl-Reserven auf ihren tiefsten Stand seit dem April 1983 gefallen sind [30], sondern auch, dass Europa, das stärker in einen globalen LNG-Markt eingestiegen ist, durch die Straße von Hormus besonders verwundbar [31] wird.

Der Konflikt trifft Europa nicht unbedingt durch einen direkten Lieferstopp, sondern durch Preisschocks [32]. Die US-Angriffe trieben [33] die Verbraucherpreise dabei auf den höchsten Stand seit Juni und laut Automobilclub [34] verteuerte sich bei uns allein Diesel im Vergleich zur Vorwoche um fast zehn Cent pro Liter.

Am längeren Hebel

Während die USA weiterhin ihre technologische Überlegenheit durch Luftangriffe und Raketenoperationen demonstrieren, wächst der Preis des Krieges: Milliardenkosten, schwindende Munitionsbestände, tote Soldaten und eine zunehmende innenpolitische Debatte über einen weiteren Endloskrieg [35].

Teherans entscheidende Waffe ist deshalb die Fähigkeit, die Verwundbarkeit des globalen Energiesystems offenzulegen. In dieser Diktion analysiert [36] auch der unabhängige Militärexperte Torsten Heinrich die aktuelle Lage: Die iranische Strategie der Erschöpfung scheint aufzugehen, erschwerend tritt hinzu, dass an jedem Tag, wo dieser Krieg geführt wird, die USA Materialien nutzen, "die sie gegen China brauchen könnten".

Der Krieg entscheidet sich nicht allein an militärischer Schlagkraft. Daran ändern auch die US-Drohungen mit Angriffen auf zivile Infrastruktur nichts – etwa Donald Trumps Ankündigung [37], für jeden Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran zu zerstören, oder mögliche Angriffe auf Pickaxe Mountain [38], die mit Blick auf Hormus strategisch sinnlos [39] wären. Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche Seite länger durchhalten kann. Und hier deuten alle Parameter auf den Iran.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.tagesspiegel.de/internationales/iran-krieg-flugabwehrfeuer-in-teheran-angriffe-auf-us-stutzpunkte-15864181.html
  2. https://www.reuters.com/world/middle-east/us-military-completes-its-latest-strikes-iran-marking-10th-successive-night-2026-07-21/
  3. https://www.tagesschau.de/ausland/teheran-iran-usa-100.html
  4. https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101351890/iran-krieg-warum-trumps-waffenstillstand-laengst-gescheitert-ist.html
  5. https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101354678/trumps-iran-krieg-ausser-kontrolle-mehr-bomben-mehr-kosten-mehr-tote.html
  6. https://www.telepolis.de/article/Iran-Auf-dem-Weg-zum-All-In-11366814.html
  7. https://www.independent.co.uk/news/world/americas/us-politics/trump-iran-war-approval-rating-b3018277.html
  8. https://www.theguardian.com/us-news/2026/jul/21/hegseth-pentagon-supplemental-funding-request-senate
  9. https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/hegseth-haushaltsausschuss-irankrieg-100.html
  10. https://www.n-tv.de/ticker/USA-geben-nach-sechs-Tagen-Iran-Krieg-bereits-mehr-als-11-3-Milliarden-Dollar-aus-id30461457.html
  11. https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-finanzen-militaer-iran-krieg-100.html
  12. https://www.aljazeera.com/news/2026/7/22/iran-wars-37bn-price-tag-why-does-trump-want-67bn-more
  13. https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-iran-krieg-kosten-hegseth-senat-kritik-li.3519663
  14. https://www.reuters.com/world/us/trump-witness-return-us-soldiers-killed-iran-war-2026-07-22/
  15. https://www.reuters.com/world/middle-east/iran-war-drains-us-blood-treasure-2026-07-22/
  16. https://www.reuters.com/world/middle-east/after-deadly-weekend-us-troops-trump-vows-revenge-against-iran-2026-07-20/
  17. https://www.theguardian.com/us-news/2026/jul/21/hegseth-pentagon-supplemental-funding-request-senate
  18. https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/us-troops-families-adjust-to-new-normal-iran-war-2026-06-07/
  19. https://www.wsj.com/politics/national-security/hegseth-estimates-cost-at-iran-war-at-37-5-billion-36e68f3d
  20. https://www.jungewelt.de/artikel/526567.irankrieg-auf-einen-blick.html
  21. https://understandingwar.org/research/middle-east/iran-update-special-report-july-7-2026/
  22. https://www.cfr.org/articles/strait-of-hormuz-traffic-faced-a-long-road-to-recovery-now-the-iran-deal-is-unraveling
  23. https://www.dw.com/de/iran-krieg-suche-nach-alternativen-zur-stra%C3%9Fe-von-hormus/a-77041610
  24. https://www.navis-ag.com/iran-krieg-alternative-transportrouten-auf-der-arabischen-halbinsel/
  25. https://www.kpler.com/blog/new-pipelines-bypassing-the-strait-of-hormuz-could-come-online-in-1-2-years
  26. https://www.aramco.com/-/media/publications/corporate-reports/reports-and-presentations/2026/q1/saudi-aramco-q1-2026-webcast-presentation-english.pdf
  27. https://www.reuters.com/world/middle-east/asian-refiners-look-suez-canal-move-saudi-oil-amid-houthi-shipping-threats-2026-07-21/
  28. https://www.aljazeera.com/opinions/2026/7/8/the-strait-of-hormuz-is-now-at-the-centre-of-iranian-and-us-calculus
  29. https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-pakistan-droht-mit-angriffen-auf-huthis/100136895.html
  30. https://de.investing.com/news/commodities-news/usolreserven-fallen-nach-einigung-mit-iran-auf-tiefsten-stand-seit-1983-93CH-3524392
  31. https://global-energy-flow.com/storage/
  32. https://www.reuters.com/business/energy/middle-east-war-deepens-2026-oil-deficit-outlook-2027-glut-still-looms-2026-07-22/
  33. https://www.wiwo.de/finanzen/oelpreis-aktuell-us-angriffe-treiben-oelpreis-auf-hoechsten-stand-seit-juni/100207502.html
  34. https://www.deutschlandfunk.de/spritpreise-klettern-weiter-regierung-plant-keinen-neuen-tankrabatt-100.html
  35. https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101354678/trumps-iran-krieg-ausser-kontrolle-mehr-bomben-mehr-kosten-mehr-tote.html
  36. https://www.youtube.com/watch?v=vm7R8mubuFU&t=3s
  37. https://www.deutschlandfunk.de/trump-droht-mit-angriffen-auf-infrastruktur-102.html
  38. https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pickaxe-mountain-diese-iranische-militaeranlage-will-trump-angreifen-accg-201051091.html
  39. https://www.nzz.ch/international/irans-geheime-atomanlage-warum-will-trump-den-spitzhackenberg-bombardieren-ld.10016510

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  • 23. Juli 2026 um 14:00

Chatkontrolle: EU-Rat stimmt für die Verlängerung

Von Heise
Henna Virkkunen und Ursula von der Leyen geben eine Pressekonferenz, im Hintergrund EU-Flaggen.

Treiben die Verhandlungen über die Chatkontrolle auf Seiten der Kommission voran: Vizepräsidentin Henna Virkkunen und Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

(Bild: Dati Bendo/EU-Kommission)

Nach ihrem parlamentarischen Coup haben die EU-Länder wie erwartet der erneuten Verlängerung einer Ausnahmeregelung für die Chatkontrolle zugestimmt.

Der EU-Rat hat wie erwartet die erneute Verlängerung einer Ausnahmeregelung für die sogenannte freiwillige Chatkontrolle besiegelt. Das teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Damit können Anbieter wie Google, Meta oder Microsoft weiterhin auf ihren Plattformen automatisiert nach Abbildungen von Kindesmissbrauch suchen.

Der Rat hat am Donnerstag auch formell zugestimmt, nachdem die Einigung bereits am Mittwoch bekannt geworden [1] war. Mit ihrer Zustimmung nehmen die Länder auch zwei vom EU-Parlament verabschiedete Änderungswünsche [2] an, die die automatischen Scans auf unverschlüsselte Chats beschränken.

Kommission: „Brückenlösung“

Die EU-Kommission, die die treibende Kraft hinter der umstrittenen Chatkontrolle ist, begrüßte die Einigung ausdrücklich, bezeichnete sie aber auch als „Brückenlösung“. Es sei „eine positive Entwicklung“, dass nun die Rechtssicherheit wiederhergestellt sei, nachdem die vorherige Ausnahmeregelung im April ausgelaufen war.

Der Zustimmung war ein bisher beispielloses politisches Ränkespiel vorangegangen. Kommission, Rat und Parlament streiten seit Monaten über eine grundrechtssichere Ausgestaltung der Chatkontrolle. Weil die freiwillige Praxis der Plattformen aber gegen EU-Datenschutzrecht verstößt, benötigten die Unternehmen dafür eine Ausnahmeregelung.

Einer erneuten Verlängerung dieser 2021 eingeführten Ausnahmeregelung hat das Parlament aber mehrfach widersprochen. Damit war das Thema eigentlich vom Tisch. Der Rat hat mit Unterstützung der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) und von Parlamentspräsidentin Roberta Metsola dann kurz vor der Sommerpause einen gleichlautenden Gesetzesvorschlag auf die Tagesordnung gedrückt.

Aus der Trickkiste

Dank eines Verfahrenstricks [3] hätte das Parlament eine absolute Mehrheit benötigt, um den Vorschlag erneut abzulehnen. Die kam in der letzten Sitzung vor der Sommerpause aber nicht zustande. Damit war der Vorschlag des Rates trotz einer einfachen Mehrheit der Gegenstimmen angenommen. Die neue Ausnahme soll bis zum 3. April 2028 gelten.

Bei dem auch „Chatkontrolle 1.0“ genannten Verfahren überprüfen Plattformbetreiber die Kommunikation in ihren Netzwerken auf digitale Muster von bekannten Abbildungen von Kindesmissbrauch. Die Unternehmen sind dazu nicht rechtlich verpflichtet, weshalb von der freiwilligen Chatkontrolle gesprochen wird.

Eine solche Überprüfung von privater Kommunikation verstößt gegen geltendes EU-Recht. Deshalb gab es in der EU seit 2021 eine befristete Ausnahmegenehmigung, die bereits einmal verlängert worden war. Weil das Parlament einer erneuten pauschalen Verlängerung aber nicht zugestimmt hat, lief die Ausnahmeregelung im April aus.

Damit richtet sich der Blick auf die festgefahrenen Verhandlungen über einen dauerhaften Rechtsrahmen. Kommissions-Vizepräsidentin Henna Virkkunen begrüßte die Einigung als „positiven Schritt“ für den Schutz von Kindern. „Aber die EU braucht dauerhafte Regeln“, betonte Virkkunen und forderte Rat und Parlament auf, „eine wirksame, dauerhafte und klare Lösung zum Schutz unserer Kinder zu finden“.


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https://www.heise.de/-11376651

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Chatkontrolle-EU-Laender-sind-bei-Verlaengerung-einig-11374168.html
  2. https://www.heise.de/news/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html
  3. https://www.heise.de/news/Chatkontrolle-1-0-EU-Ministerrat-will-Messenger-Scans-im-Eiltempo-durchdruecken-11353562.html
  4. mailto:vbr@heise.de

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  • 23. Juli 2026 um 18:54

Codeberg verbietet KI-Training und KI-Massenprojekte

Von Heise
Eine Berglandschaft mit einer Straße, die mit verschiedenen Programmiersprachen-Logos markiert ist.

(Bild: Vanessa Bahr / KI / iX)

Codeberg verbietet die Nutzung seiner Daten für KI-Training und plant, KI-generierte Massenprojekte auszuschließen.

Codeberg will den auf der Plattform gehosteten Code und andere Nutzerdaten nicht zum Training großer Sprachmodelle nutzbar machen. Zugleich plant der Berliner Verein, seine Nutzungsbedingungen zu ändern: Repositories, die weitgehend automatisiert durch KI-Agenten entstehen oder mit hohem Ressourcenverbrauch betrieben werden, können künftig gegen die Regeln der Plattform verstoßen. Die Mitgliederversammlung von Codeberg e. V. hat beide Anträge angenommen.

Codeberg [1] ist eine gemeinnützige, gemeinschaftlich betriebene Plattform für freie und quelloffene Software. Sie bietet Git-Hosting auf Basis von Forgejo, außerdem etwa CI/CD, Pages und eine Weblate-Instanz für Übersetzungen. Der Verein mit Sitz in Berlin versteht sich als datensparsame, nichtkommerzielle Alternative zu GitHub und GitLab.

Keine Trainingsdaten aus Codeberg-Projekten

Mit dem ersten Beschluss bekräftigt Codeberg seine bisherige Datenschutzlinie: Weder Quellcode noch Daten von Nutzern und Projekten sollen für generative KI genutzt oder zum Training großer Sprachmodelle (LLMs) herangezogen werden. Das betrifft die Codeberg-Dienste selbst, nicht jedoch zwangsläufig externe Akteure, die öffentlich verfügbare Repositories automatisiert abrufen.

Gerade diese automatisierten Abrufe sieht Codeberg als Problem an: Crawler von KI-Anbietern durchsuchen nicht nur Git-Repositories über den üblichen git clone-Weg. Sie rufen auch zahlreiche Webansichten, Varianten von Issue-Filtern, Historienstände und wiederholt identische Dateien ab. Das belastet die Datenbanken und zwingt die Administratoren zu Limits und Schutzmaßnahmen, die ebenso legitime Nutzer treffen.

Codeberg begründet die Entscheidung zudem mit seiner grundsätzlichen Kritik an LLMs. Der Verein verweist auf steigenden Infrastrukturbedarf, Energieverbrauch und die Belastung kleiner Betreiber durch teurere Hardware. Diese Folgen seien mit dem Anspruch einer ressourcenschonenden, gemeinschaftlich getragenen Infrastruktur schwer vereinbar, argumentiert Codeberg im Blogbeitrag [2].

Neue Regeln gegen KI-Massenprojekte

Der zweite Beschluss zielt auf Projekte, die Codeberg als „vibe-coded“ einstuft. Gemeint sind dabei nicht einzelne KI-gestützte Ergänzungen oder ein Codevorschlag aus einem Sprachmodell. Im Fokus stehen Repositories, deren Inhalt weitgehend durch LLMs oder autonome Agenten entsteht, ohne dass Menschen ihn langfristig prüfen, weiterentwickeln und warten.

Die Mitgliederversammlung nahm den Antrag mit 358 Ja- zu 144 Nein-Stimmen bei 14 Enthaltungen an. Die geplante Änderung der Nutzungsbedingungen soll es Codeberg erlauben, solche Projekte auszuschließen. Der Verein kündigt allerdings keine automatische Suche nach KI-generiertem Code und keine kurzfristige Massenlöschung bestehender Repositories an.

Codeberg nennt Projekte mit aktiver Community oder einer längeren, vor dem LLM-Boom begonnenen Entwicklungsgeschichte als Fälle, die von den neuen Regeln voraussichtlich nicht betroffen sind. Kleine Experimente und Skripte mit geringem Ressourcenverbrauch sollen laut Codeberg in der Praxis in der Regel geduldet werden.

Kritischer sieht Codeberg dagegen Projekte, die KI-Agenten autonom erzeugen, ebenso wie eine stark LLM-gestützte Entwicklung und Repositories mit unverhältnismäßig hohem Speicher- oder CI-Verbrauch. Codeberg beschreibt etwa Projekte, die von einer einzelnen Person betrieben werden, aber große Binärpakete für viele Plattformen bauen und umfangreiche Pipelines ausführen. Der Verein will seine aus Spenden finanzierte Infrastruktur nicht für solche „Geisterprojekte“ vorhalten.

Maintainer: Mehr Prüfaufwand durch KI

Der Konflikt betrifft nicht nur Codeberg, sondern viele Open-Source-Projekte: KI-Werkzeuge senken die Hürde, Änderungsvorschläge und Pull Requests einzureichen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie den Review-Aufwand senken. Maintainer müssen weiterhin Architektur, Tests, Sicherheit, Lizenzlage und Wartbarkeit prüfen. Bei unpassenden oder oberflächlichen Beiträgen steigt ihre Arbeit sogar.

GitHub hat auf die wachsende Flut solcher Beiträge zuletzt mit Maßnahmen gegen sogenannten KI-Slop [3] reagiert. Gemeint sind massenhaft eingereichte, oft kaum geprüfte Änderungen und Tickets. GitHub setzt damit auf Moderations- und Verwaltungswerkzeuge, anstatt KI-generierte Projekte grundsätzlich aus dem Hosting auszuschließen.

Auf Ebene der Hosting-Infrastruktur setzt Forgejo auf einen weiteren Ansatz [4]: Die Software liefert inzwischen standardmäßig eine restriktive robots.txt aus. Sie soll Crawler, die sich an diese Konvention halten, von problematischen Endpunkten fernhalten. Einen wirksamen Schutz gegen Akteure, die eine robots.txt ignorieren, bietet das allerdings nicht.

Kommerzielle Plattformen regeln die Nutzung von Daten für ihre KI-Funktionen unterschiedlich. GitLab erklärt für Duo [5], Eingaben und Ausgaben außerhalb ausdrücklich freigegebener Datensammlungen nicht aufzubewahren. Nutzungsdaten für Serviceverbesserungen und Fehlersuche sollen demnach nicht zum Training von KI-Modellen dienen. GitHub erlaubt individuellen Copilot-Nutzern dagegen, die Verwendung ihrer Daten für das Modelltraining in den Einstellungen abzuwählen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11375621

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/Codeberg-GitHub-Alternative-fuer-freie-Projekte-im-Test-11226164.html
  2. https://blog.codeberg.org/protecting-our-floss-commons-from-llms.html
  3. https://www.heise.de/news/AI-Slop-verstopft-Open-Source-GitHub-kuendigt-Massnahmen-an-11184036.html
  4. https://forgejo.org/2025-07-release-v12-0/
  5. https://docs.gitlab.com/user/gitlab_duo/data_usage/
  6. https://www.heise.de/ix
  7. mailto:fo@ix.de

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  • 23. Juli 2026 um 15:48

software-architektur.tv: James Coplien stellt das Dependency-Denken infrage

Von Heise
Logo software-architektur.tv: What Is It Really About? A Discussion with James Coplien

(Bild: software-architektur.tv)

In der englischsprachigen Episode diskutiert Eberhard Wolff mit James Coplien, ob Softwarearchitektur wirklich vor allem das Management von Abhängigkeiten ist?

Ist Softwarearchitektur im Kern nichts weiter als das Verwalten von Abhängigkeiten? Diese verbreitete Annahme stellen der Muster-Pionier James O. „Jim“ Coplien und der Softwarearchitekt Eberhard Wolff in einer englischsprachigen Folge des Videocasts software-architektur.tv [1] mit dem Titel „Software Architecture: What Is It Really About?“ auf den Prüfstand. Wolff selbst hatte das Thema bereits in einer früheren Episode [2] des Videocasts behandelt und die Frage gestellt, ob Abhängigkeiten tatsächlich so zentral für Softwarearchitektur sind, wie die verbreitete Gleichsetzung nahelegt.

Die Debatte trifft einen wunden Punkt der Praxis. In vielen Projekten wird Softwarearchitektur vor allem über Layer-Diagramme, Dependency-Graphen und den Schnitt von Modulen oder Microservices diskutiert. Wie Wolff in der Ankündigung zu dem Gespräch formuliert, werde Architektur teils sogar auf kaum mehr als das Management von Abhängigkeiten reduziert. Genau diese Sichtweise fordert Coplien heraus.

James Coplien [3] ist in der Softwareentwicklung kein Unbekannter. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Hillside Group, die die Muster-Bewegung im Softwarebereich anstieß, und hat mehrere Konferenzen der Reihe Pattern Languages of Programs (PLoP) mitbegründet. 1996 war er Program Chair der OOPSLA. Seine Arbeiten zu C++-Idiomen zählen zu den drei Hauptquellen des einflussreichen „Design Patterns“-Buchs der Gang of Four, und er prägte das Curiously Recurring Template Pattern (CRTP). Auch die agilen Methoden Extreme Programming und die täglichen Scrum-Standups gehen auf seine Organizational Patterns zurück.

Zusammen mit Trygve Reenskaug, dem Schöpfer von Model-View-Controller, entwarf Coplien das Paradigma DCI (Data, Context, Interaction). Es trennt bewusst zwischen dem, „was ein System ist“ – also dem Domänenmodell und den Daten – und dem, „was ein System tut“, den Anwendungsfällen und Interaktionen. Diese Unterscheidung bildet die Grundlage seiner Kritik am reinen Struktur- und Abhängigkeitsdenken.

Livestream am 24. Juli

Die Ausstrahlung findet am Freitag, 24. Juli 2026, live ab 13:00 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [5] einbringen.

software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt [6], der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [7] (Socreatory) und Ralf D. Müller [8] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11373655

Links in diesem Artikel:

  1. https://software-architektur.tv/
  2. https://www.heise.de/news/software-architektur-tv-Software-Architektur-Abhaengigkeiten-Managen-9289015.html
  3. https://en.wikipedia.org/wiki/Jim_Coplien
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://software-architektur.tv/
  6. https://www.heise.de/developer/Continuous-Architecture-2687847.html
  7. https://www.socreatory.com/de/trainers/lisa-moritz
  8. https://techstories.dbsystel.de/blog/profiles/Ralf-D.-Mueller.html
  9. mailto:map@ix.de

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  • 23. Juli 2026 um 12:02

Wirtschaftskrimi: Prozess um 100-Millionen-Euro-Betrug an Delivery-Hero-Gründer

Von Achim Sawall
Ein deutscher Investor soll laut Anklage versucht haben, einen Delivery-Hero-Gründer um über 100 Millionen Euro zu betrügen. Es geht um eine Anklage gegen Investor Florian Fritsch.
Essenslieferant mit Uber-Eats-Rucksack fährt am 16. Juli 2026 in Berlin. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)
Essenslieferant mit Uber-Eats-Rucksack fährt am 16. Juli 2026 in Berlin. Bild: REUTERS/Annegret Hilse

Die Staatsanwaltschaft Liechtenstein hat Ende März Anklage gegen den deutschen Investor Florian Fritsch erhoben. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, die dem Spiegel (Paywall) vorliegt, lautet der Vorwurf auf Untreue. Der Schaden soll sich demnach auf 108 Millionen Euro belaufen.

Delivery Hero ist kein klassischer einzelner Lieferservice, sondern eine globale Dachgesellschaft. Auf dem Endkundenmarkt tritt das Berliner Unternehmen kaum unter dem Namen Delivery Hero auf, sondern steuert ein riesiges Netz aus eigenen Tochtergesellschaften, regionalen Marktführern und weltweiten Beteiligungen.

In den verschiedenen Weltregionen betreibt Delivery Hero eigenständige Firmen, die dort oft die Marktführerschaft haben: Einer der größten Lieferdienste in Südeuropa (Spanien, Portugal, Italien) und Osteuropa ist Glovo. Delivery Hero übernahm 2022 die Mehrheit an dem spanischen Unternehmen. Die von Delivery Hero kontrollierte Foodora ist vor allem in Nord- und Mitteleuropa, Österreich, Schweden, Norwegen, und Tschechien aktiv. Dazu kommen Efood (Griechenland) und Foody (Zypern). Talabat ist der dominierende Player in der Golfregion (VAE, Kuwait, Katar und Ägypten), Hungerstation der führende Lieferdienst in Saudi-Arabien.

Foodpanda ist sehr stark in Südostasien und Südasien (Singapur, Hongkong, Malaysia oder Pakistan) aktiv. Baedal Minjok (Woowa Brothers) der absolute Marktführer in Südkorea, den Delivery Hero 2021 übernahm. Pedidosya betreibt das Geschäft in Süd- und Mittelamerika.

Vertrauen des Delivery-Hero-Gründers Markus Fuhrmann missbraucht

Neben Fritsch sind auch sein Bruder sowie ein langjähriger Vertrauter angeklagt. Die Anklage rekonstruiert, wie Fritsch das Vertrauen des Delivery-Hero-Gründers Markus Fuhrmann erlangt und missbraucht haben soll.

Der Österreicher gilt laut Spiegel als einer der prominentesten Gründer im deutschsprachigen Raum. Den Unterlagen zufolge entwickelte sich zwischen Fritsch und Fuhrmann sowohl privat als auch beruflich ein enger Kontakt. Fuhrmann gewährte Fritsch und dessen Firmen Darlehen in Millionenhöhe. Zudem machte Fuhrmann einen langjährigen Mitarbeiter von Fritsch zum Geschäftsführer seiner Familien-Holding.

Fuhrmann und Fritsch waren beide auch an der Gründung des Bauunternehmens Gropyus beteiligt, eines der bekanntesten Startups der Immobilienbranche. Mit der Zeit soll Fritsch unter Druck geraten sein. Gropyus-Projekte sollen seinetwegen gescheitert sein, trotz millionenschwerer Investitionen. Im Sommer 2021 versuchte Fritsch offenbar, Fuhrmann zu entmachten und sich um Millionen zu bereichern, wie der Spiegel weiter berichtet.

Zum faktischen Alleinherrscher bei Gropyus aufgestiegen

Fritsch und sein Vertrauter als Geschäftsführer der Holding von Fuhrmann unterschrieben damals einen Aktionärsbindungsvertrag (ABV). Die Holding verpflichtete sich darin, ihr Gropyus-Aktienpaket von damals rund 108 Millionen Euro für zunächst 20 Jahre an Fritsch zu verpfänden. Außerdem wäre Fritsch durch den Vertrag zum faktischen Alleinherrscher bei Gropyus aufgestiegen. Wenn eine Seite den Vertrag bräche, würde die andere eine Kompensation von einer Million Schweizer Franken kassieren.

Laut den Ermittlern soll Fritsch als mutmaßlicher Drahtzieher den Vertrag gemeinsam mit seinem Bruder konzipiert haben, berichtet der Spiegel. Für die Umsetzung war laut Anklage sein Vertrauter zuständig. Er habe den Vertrag unterschrieben, ohne Fuhrmann zu informieren.

An den Rand einer Pleite geführt

Auf erheblichen Druck von alten und möglichen neuen Gropyus-Investoren willigte Fritsch letztlich offenbar ein, den Vertrag aufzulösen. Er soll durch sein Verhalten das Startup an den Rand einer Pleite geführt haben.

Fuhrmanns Anwalt zufolge stimmte sein Mandant dem Vertrag nie zu. Er sei hinter seinem Rücken vorbereitet worden, berichtet der Spiegel. Fritsch wollte sich auf Spiegel-Anfrage zu den Vorgängen und den gegen ihn erhobenen Vorwürfen nicht äußern. Sein Bruder und der Vertraute ließen Anfragen unbeantwortet.

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  • 23. Juli 2026 um 20:32

(g+) Space industry: New Zealand's 'rocket man' takes on Elon Musk and Jeff Bezos

Von Nic Fildes
Peter Beck's Rocket Lab builds internet satellite business to rival Starlink and Amazon Leo.
Rocket Lab CEO Peter Beck in 2019 (Bild: Kai Schwoerer/Getty Images)
Rocket Lab CEO Peter Beck in 2019 Bild: Kai Schwoerer/Getty Images

After successfully launching New Zealand's first rocket into space, billionaire Sir Peter Beck is setting his sights on taking on Elon Musk and Jeff Bezos in the internet satellite business.

Last month, the Rocket Lab founder signed the biggest cheque of his life, agreeing to pay $8bn for US-listed satellite communications provider Iridium.

Golem Plus Artikel

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  • 23. Juli 2026 um 18:53

Platz 33 der damaligen Weltrangliste: Als das US-Militär einen Supercomputer aus 1. ...

Von Oliver Nickel
Einst bestand der schnellste Supercomputer der US Air Force aus Spielekonsolen. Und dann macht Sony selbst das Konzept kaputt.
Die PS3 war damals ein guter Ersatz für teure Serverhardware. (Bild: Wikipedia Commons)
Die PS3 war damals ein guter Ersatz für teure Serverhardware. Bild: Wikipedia Commons

Die Playstation 3 war vor mehr als 15 Jahren nicht nur eine beliebte Spielekonsole. Sie wurde von der US Air Force auch massenweise bestellt, um daraus einen Supercomputer-Cluster zu bauen, wie das Magazin We are Mighty berichtet. Der sogenannte Condor Cluster aus dem Jahr 2010 bestand aus 1.760 Sony Playstation 3, die zusammengenommen eine Rechenleistung von 500 TFLops erreichten. Das System war damals auf dem 33. Platz der schnellsten Supercomputer der Welt.

Zum Vergleich: Im Juni 2026 ist der Nano-4-Supercomputer in Taiwan auf dem gleichen Platz. Der erreicht eine Transferrate von 81.522 TFLops oder 81,5 PFlops. Das System ist also um den Faktor 163 schneller. Aus heutiger Sicht wäre der Condor Cluster nicht einmal unter den Top 500 der schnellsten Supercomputer. Selbst der letzte Platz ist mit 2,7 PFLops fünfmal so schnell.

Für die damalige Zeit war der Condor Cluster allerdings revolutionär. Vor allem konnte die US Air Force ein System aus Playstation 3 für 400 US-Dollar pro Stück bauen, das mit insgesamt etwa 2,2 Millionen US-Dollar fünf bis zehn Prozent des Preises eines Supercomputers mit traditionellen Server-Komponenten kostete. Im Betrieb benötigte es auch nur etwa zehn Prozent der Energie.

Firmware-Update verhinderte Linux-Installation

Die Playstation 3 ist vergleichsweise energieeffizient, da sie mit einem Custom-Prozessor und einer passenden 500-MHz-GPU von Nvidia ausgestattet ist. Das System benötigte unter Volllast maximal 200 Watt – wenig für damalige Verhältnisse. Die aktuelle Playstation 5 ist für etwa 220 Watt Leistung ausgelegt.

Der Condor Cluster konnte so lange betrieben werden, wie es für die US-Armee möglich war, darauf ihr eigenes Linux-Betriebssystem zu betreiben. Mit einem Firmware-Update machte Sony diese Möglichkeit auf der Playstation 3 aber rückgängig. Das Militär musste diese Firmware zwar nicht aufspielen. Allerdings wurden spätere Modelle der Playstation 3 und Playstation 3 Slim ab Werk mit der Firmware ausgestattet. Ersatzteile waren also nicht mehr bestellbar.

Mit dieser Änderung endete die Ära der Playstation-Supercomputer, die neben der Air Force etwa auch von zivilen Forschungsinstituten genutzt werden. Generell bleibt die Idee der Supercomputer-Cluster mit energieeffizienter Hardware aber bestehen. AWS Graviton ist etwa eine auf ARM basierte Plattform, die sich skalieren lässt. Microsoft verwendet etwa Azure Cobalt auf ARM-Basis, während Apple die hauseigenen M5-Chips für Cloudserver nutzt.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 25.06.2026 veröffentlicht. Da das Thema für unsere Leserschaft weiterhin von hohem Interesse ist, spielen wir den Beitrag an dieser Stelle erneut aus.

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  • 23. Juli 2026 um 18:50

Datenschutzvorfall bei uniVersa: KI-Crawler von OpenAI griff Daten ab

Von Heise
Schloss- und weitere Symbole vor Mnesch mit Tablet im Hintergrund

(Bild: PopTika / shutterstock.com)

Bei den uniVersa-Versicherungen gab es einen Datenschutzvorfall. Ein KI-Crawler hat Kundendaten abgegriffen, darunter Namen, Adressen und teilweise Bankdaten.

Bei der uniVersa Lebensversicherung, der uniVersa Krankenversicherung und der uniVersa Allgemeine Versicherung hat es einen Datenschutzvorfall gegeben, bei dem ein KI-Crawler auf Daten zugreifen konnte. Nach Angaben von uniVersa war das nur für wenige Stunden möglich. Grund dafür soll eine IT-Umstellung am 7. Juli 2026 gewesen sein. Mehrere Leser, die in den vergangenen Tagen vom Unternehmen informiert wurden, hatten sich bezüglich des Vorfalls bei heise online gemeldet.

Auf dem betroffenen Server „lagen allgemeine personenbezogene Daten etwa Namen und Anschriften sowie Vertragsdaten wie Versicherungsnummern und Tarifinformationen“, heißt es von einer Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage. Wie viele Kunden betroffen sind, verrät das Unternehmen nicht. Bei einigen Kunden seien „auch Bankverbindungsdaten (IBAN und BIC)“ betroffen. Nicht betroffen waren hingegen „besonders sensible Informationen wie Gesundheits-, Login- oder Kreditkartendaten und die zentralen Verwaltungs- und Datensysteme sowie das Kundenportal“. IT-Forensiker von uniVersa untersuchen derzeit den Vorfall.

Entdeckt wurden die Zugriffe auf den offenen Server laut Universa „im Rahmen interner Sicherheitskontrollen“. Daraufhin sei der unerwünschte Zugriff auf den „einzelnen Server [...] umgehend abgeschaltet“ worden. In dem Schreiben der uniVersa war von OpenAI die Rede. Der KI-Anbieter sei aufgefordert worden, die abgerufenen Daten nicht zu verwenden und sie vollständig zu löschen. Außerdem habe das Unternehmen „externe Forensik-Experten hinzugezogen, um den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären“. Zudem seien zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeleitet worden, für Betroffene steht der Kundenservice bereit.

Außerdem wurde der Vorfall der zuständigen Datenschutzbehörde gemeldet. Der Präsident der Bayerischen Datenschutzaufsicht (BayLDA), Michael Will, bestätigte auf Anfrage von heise online, dass der Behörde eine Meldung zu den uniVersa Lebensversicherungen vorliegt. Zu Umfang und Details kann Will wegen laufender Untersuchungen derzeit keine Angaben machen. Das betreffe insbesondere die Zahl der Betroffenen und die tatsächlich betroffenen Datenkategorien.

Will rät potenziell Betroffenen zu allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen. Sie sollten unter anderem Passwörter ändern, Konto- und Kreditkartenbewegungen kontrollieren sowie bei ungewöhnlichen E-Mails, Anrufen oder Briefen besonders vorsichtig sein. Bei Verdacht auf Betrug empfiehlt die Behörde, Anzeige zu erstatten. Zur möglichen Verwendung abgerufener Daten für KI-Entwicklung oder -Training machte das Amt keine konkrete Aussage.

Verantwortliche müssen besondere Vorkehrungen treffen

Des Weiteren verweist Will auf die jüngst veröffentlichten Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses (EDPB) zum Web‑Scraping im Kontext der Entwicklung generativer KI‑Systeme [1] (PDF) und betont, dass bereits der datenschutzrechtliche Erforderlichkeitsgrundsatz strenge Anforderungen an Umfang und Art der erhobenen Daten stellt. Vor einem Datenabruf mittels Web‑Crawling müssen Verantwortliche unter anderem technische und organisatorische Filtermechanismen implementieren, um nicht erforderliche Datenkategorien von vornherein auszuscheiden und strukturell sensible Quellen gar nicht erst in die Sammlung einzubeziehen.

Darüber hinaus sollten stets personenbeziehbare Daten, die sich anhand ihres Formats eindeutig identifizieren lassen, etwa Sozialversicherungs‑ oder Telefonnummern, vor einer Weiterverwendung systematisch herausgefiltert werden, sodass auch im Kontext eines Sicherheitsvorfalls nur ein auf das notwendige Maß reduzierter Datenbestand betroffen ist und zusätzliche Schutzmaßnahmen für betroffene Personen greifen können.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11372741

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.edpb.europa.eu/system/files/2026-07/edpb_guidelines_2020603_webscraping_v1_en_0.pdf
  2. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  3. mailto:mack@heise.de

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  • 23. Juli 2026 um 12:48

Rechteausweitungslücke in Ubuntu durch snap

Von Heise
Ubuntu-Logo und -Schriftzug vor Matrix-Regen-Hintergrund

(Bild: heise medien)

Standardinstallationen von Ubuntu sind für eine Schwachstelle anfällig, die die Rechteausweitung zu root ermöglicht. Auslöser ist snap.

Eine Schwachstelle betrifft die Linuxdistribution Ubuntu in der Standardinstallation. IT-Forscher haben im „snap-confine“-Paket eine Sicherheitslücke entdeckt, die lokale Nutzer zum Ergattern von root-Rechten ausnutzen können.

Das schreibt das IT-Sicherheitsunternehmen Qualys in einem aktuellen Blogbeitrag [1]. Das Problem betrifft das Paket snap-confine, das zu Canonicals App-Verwaltungssystem snapd gehört und für die snap-Apps eine sichere Umgebung bereitstellen soll. Wurde snap-confine mit „set-capabilities“ anstatt dem eigentlichen Standard „set-uid-root“ konfiguriert, können lokale Angreifer durch einen Fehler bei der Initialisierung von Rechtebeschränkungen oder Sicherheitssandboxen die Beschränkungen umgehen und beliebigen Code ausführen – was die Ausweitung der Rechte zu root ermöglicht (CVE-2026-8933 [2], CVSS 7.8, Risiko „hoch“).

Ubuntu nutzt standardmäßig nicht-Standard-Konfiguration

Wie Qualys etwas detaillierter ausführt, hatten die Ubuntu-Maintainer eigentlich eine Verbesserung der Sicherheit im Hinterkopf: Sie haben die „set-uid-root“-Binärdateien auf ein „set-capabilities“-Modell umgestellt, um so wenig Rechte wie möglich in der Praxis zu nutzen und die Angriffsfläche zu reduzieren. Die Änderung führt jedoch dazu, dass snap-confine effektiv mit der UID des aufrufenden Nutzers ausgeführt wird, dabei aber die root-nahen Rechte behält. Beim Aufsetzen der Sandbox erstellt die Datei temporäre Ordner unter „/tmp“, die dem Nutzer mit niedrigen Rechten gehören. Kurz danach geht der Besitz an root über, in dem Zeitraum bis dahin behalten die snap-App-Starter jedoch die volle Kontrolle über die Verzeichnisse.

Die IT-Sicherheitsforscher von Qualys führen aus, dass Ubuntu das System des eigenen Mutterunternehmens Canonical in Ubuntu Desktop 24.04, 25.10 und 26.04 nicht mit dem eigentlich vorgesehenen Standard „set-uid-root“ konfiguriert, sondern mit der verwundbaren „set-capabilities“-Konfiguration. Laut Ubuntus eigener Sicherheitsmitteilung [3] ist auch Ubuntu 22.04 LTS anfällig. Für Ubuntu stehen inzwischen aktualisierte snap-Pakete bereit, die das Sicherheitsteam veröffentlicht hat und die Ubuntu-Admins und -Nutzer zügig installieren sollten.

Lücken in Linux, die die lokale Rechteausweitung ermöglichen, machten vor einigen Wochen die Runde. Die Entdecker haben sie mit KI-Tools aufgespürt und mit markigen Codenamen wie „DirtyFrag [4]“ oder „CopyFail [5]“ und teils provokanten Logos versehen. Angriffe auf die Schwachstellen folgten kurz nach Veröffentlichung von Details und Proof-of-Concept-Exploits.


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https://www.heise.de/-11375280

Links in diesem Artikel:

  1. https://blog.qualys.com/vulnerabilities-threat-research/2026/07/21/cve-2026-8933-snap-confine-local-privilege-escalation
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-8933
  3. https://ubuntu.com/security/CVE-2026-8933
  4. https://www.heise.de/news/Dirty-Frag-Linux-Luecken-verschaffen-root-Rechte-11286691.html
  5. https://www.heise.de/news/Linux-Luecke-Copy-Fail-wird-bereits-angegriffen-11279850.html
  6. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  7. mailto:dmk@heise.de

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