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(Bild: Shutterstock)
Der EU-Rat verhängt restriktive Maßnahmen gegen Kriminelle und Firmen in Südostasien, die groß angelegte Betrugszentren betreiben und Menschen versklaven.
Die EU geht gegen südostasiatische Scam-Center vor, die weltweiten Krypto-Betrug mit schwersten Menschenrechtsverletzungen verknüpfen. Der EU-Rat hat am Donnerstag beschlossen, Sanktionen gegen sieben Einzelpersonen und drei Organisationen zu erlassen.
Die Vertreter der Mitgliedstaaten werfen den Betroffenen vor, für Menschenhandel, Folter sowie grausame und erniedrigende Behandlung im Zusammenhang mit organisiertem Betrug in Südostasien verantwortlich zu sein. Die straff organisierten Netzwerke locken Opfer aus aller Welt unter falschen Versprechungen an, halten sie gewaltsam fest und zwingen sie zu systematischem Online-Betrug.
Im Mittelpunkt der neuen EU-Strafmaßnahmen [1] steht die Prince Holding Group mit ihrem Geschäftsführer Chen Zhi. Dabei handelt es sich um einen in Kambodscha ansässigen Unternehmenskomplex, der über ein Vermögen von mehreren Milliarden US-Dollar verfügt. Über ein weitverzweigtes Geflecht aus Scheinfirmen hat die Gruppe laut dem Rat Scam-Center in Kambodscha sowie Myanmar aufgebaut und betrieben.
In diesen Einrichtungen werden demnach vor allem Investitionsbetrügereien mit Kryptowährungen wie Bitcoin organisiert. Die dorthin gelockten Arbeitskräfte geraten in eine moderne Form der Sklaverei. Wer sich Anweisungen widersetzt oder die vorgegebenen Quoten beim Krypto-Betrug nicht erfüllt, dem drohen schwere Misshandlungen, Entführungen, Freiheitsberaubung und Folter, wie Opfer berichten.
Ebenfalls auf der Sanktionsliste steht die Jin Bei Group und ihr Geschäftsführer Zhu Zhongbiao. Das Unternehmen betreibt in Kambodscha ein Netz aus Casinos und Betrugszentren, die auf die gleiche Masche setzen. Neben dem Ziel, Anleger weltweit über gefälschte Investitionsplattformen um ihre Ersparnisse zu bringen, sollen die Glücksspieleinrichtungen auch als Infrastruktur für Cyberkriminalität und Menschenhandel dienen.
Ein weiterer Schlag der EU richtet sich gegen die Democratic Karen Benevolent Army (DKBA). Die bewaffnete Gruppe in Myanmar kontrolliert strategisch wichtige Gebiete rund um die Stadt Myawaddy an der Grenze von Myanmar zu Thailand. Sie soll kriminellen Syndikaten Schutz gewähren und den Betrieb der Betrugskomplexe in ihrem Machtbereich ermöglichen.
Berichten zufolge beschränken sich die Soldaten der Miliz nicht auf Schutzgelderpressung. Sie sollen auch direkt an Gewalttaten und der Bewachung von Opfern beteiligt sein, die in den Zentren gefangen gehalten werden.
Die Strafmaßnahmen greifen sofort. Sämtliche Vermögenswerte der gelisteten Personen und Firmen in der EU werden unverzüglich eingefroren. Ferner ist es allen EU-Bürgern und europäischen Unternehmen untersagt, den Betroffenen finanzielle Mittel oder wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen. Für die sanktionierten Personen gilt ein Einreise- und Durchreiseverbot für das EU-Gebiet. Die entsprechenden Rechtsakte sind im Amtsblatt veröffentlicht und damit rechtsgültig.
Die Bestimmungen stützen sich auf die 2020 eingerichtete globale EU-Sanktionsregelung im Bereich der Menschenrechte [2]. Dieses Instrument ermöglicht es der EU, zielgerichtet Individuen und Organisationen weltweit zu belangen, die für schwere Menschenrechtsverstöße verantwortlich sind. Der aktuelle Beschluss knüpft an vorangegangene Sanktionen vom Oktober 2024 [3] an. Diese richteten sich etwa gegen die Chit Linn Myaing Group (CLM) und ihren Gründer Oberst Saw Chit Thu. Diese Firmengruppe soll ebenfalls an Betrugsfabriken an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar beteiligt sein und aus deren Aktivitäten Gewinne ziehen. Der zusätzliche Schritt unterstreicht die Entschlossenheit der EU, transnationale kriminelle Netzwerke in Südostasien zu zerschlagen, Opfer zu schützen und die Hintermänner zur Rechenschaft zu ziehen.
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(Bild: rvlsoft / Shutterstock.com)
Mehrere Sicherheitslücken bedrohen IBM WebSphere Application Server und WebSphere Application Server Liberty.
Angreifer können die Software-Plattformen zum Ausführen von Java-basierten Anwendungen IBM WebSphere Application Server und die leichtgewichtigere Ausführung WebSphere Application Server Liberty attackieren. In aktuellen Versionen haben die Entwickler unter anderem „kritische“ Sicherheitslücken geschlossen.
Aufgrund von Fehlern in der Admin-Konsole können sich Angreifer etwa höhere Nutzerrechte verschaffen. Diese Schwachstelle gilt als „kritisch“ (CVE-2026-14446). Über eine weitere „kritische Lücke“ (CVE-2026-14512) kann aus der Ferne Schadcode auf Systeme gelangen oder Angreifer können die Authentifizierung umgehen. Zurzeit gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Sicherheitslücken bereits ausnutzen.
Weiterführende Informationen zu den nun geschlossenen Schwachstellen finden Admins in den verlinkten Warnmeldungen. Dort finden sich auch konkrete Angaben, wie Admins Instanzen vor möglichen Attacken absichern können. Das Problem ist, dass die fehlerbereinigten Versionen bislang nur für das dritte Quartal angekündigt sind. Bis dahin gibt es „Zwischenlösung-Patches“ (Interim Fixes) wie APAR PH72191 oder PH72192, die Admins installieren müssen.
Sicherheitswarnungen mit Hinweisen zu Interim Fixes:
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VMware aktualisiert seine Software.
(Bild: heise online / dmk)
VMware-Updates für ESX, vCenter, Workstation und Fusion schließen Sicherheitslücken, die etwa die Umgehung der Authentifizierung erlauben.
In VMware [1] ESX, vCenter, Workstation und Fusion klaffen teils kritische Sicherheitslücken. Bösartige Akteure können dadurch etwa die Authentifizierung umgehen und unbefugten Zugriff auf die VMware-Systeme erlangen.
Davor warnt Broadcom in einer Sicherheitsmitteilung [2]. Angreifer können eine Sicherheitslücke in VMware Directory Service von VMware ESX, vCenter, Workstation, Fusion zum Zugriff ohne Anmeldung ausnutzen (CVE-2026-59309, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Außerdem können sie aufgrund einer Path-Traversal-Lücke im Syslog-Server beliebigen Code einschleusen und ausführen (CVE-2026-59310, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). In VMware ESX kann im virtuellen Netzwerkadapter VMXNET3 ein Schreibzugriff außerhalb eigentlich vorgesehener Speichergrenzen provoziert werden, wodurch lokale Admins aus einer VM Richtung Hostsystem ausbrechen können (CVE-2026-47876, CVSS 9.3, Risiko „kritisch“).
Angreifer mit den Rechten, VMs auszurollen, können in VMware ESX, Workstation und Fusion zudem außerhalb der allokierten Speicherbereiche lesen, was zu Informationsabfluss oder einem Denial-of-Service führen kann (CVE-2026-41703, CVSS 7.6, Risiko „hoch“). VMware ESX protokolliert nicht alles mit, wodurch Admins bestimmte Operationen ausführen können, ohne dass sie mitgeloggt würden (CVE-2026-41709, CVSS 2.7, Risiko „niedrig“).
In der Sicherheitsmitteilung verlinkt Broadcom diverse aktualisierte Softwarepakete für die verwundbaren Produkte. Etwa VMware Cloud Foundation und vSphere Foundation 9.1.0.0300 und 9.0.2.0100 (zudem ESXi-9.1.0.0200-25557999 und ESXi-9.0.2.0100-25595025) sowie VMware vCenter und Cloud Foundation 8.0 U3k (zudem vCenter ESXi80U3k-25595708) schließen die Sicherheitslücken, für Telco Cloud Platform und Telco Cloud Infrastructure stellt Broadcom Knowledgebase-Artikel mit Informationen zur Fehlerkorrektur bereit. Zudem stehen VMware ESX ESXi80U3i-25205845, VMware Fusion und Workstation 26H1 sowie Cloud Foundation 5.2.3 bereit, um den unbefugten Lesezugriff respektive Denial-of-Service auszubessern.
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Die Gimbal-Kamera Osmo Pocket 4P kommt mit Doppelobjektiv, bietet hohen Dynamikumfang und 4K-Zeitlupe. Kann sie sich gegen die Insta360 Luna Ultra behaupten?
DJI hat mit der Osmo-Pocket-Reihe einen neuen Typ kompakter Kameras mit mechanischer Bildstabilisierung geprägt. Die ersten Generationen bis zur Osmo Pocket 4 [1] [1] (OP4) hatten noch eine einzelne Kamera. Beim getesteten Spitzenmodell DJI Osmo Pocket 4P (OP4P) hängt hingegen eine Doppelkamera am Gimbal. Der schärfste Konkurrent Insta360 verfolgt mit der kürzlich vorgestellten Luna Ultra [2] [2] dasselbe Konzept. Stellt sich nun für Käufer die Frage, ob die Pocket 4P oder gar die OP4 die bessere Wahl ist.
Alle drei Kameras ähneln sich fast bis aufs Haar; Größe und Gewicht sind vergleichbar. Die Osmo Pocket 4P bringt 230 Gramm auf die Waage und passt in die Hosentasche. Die Hauptkamera der OP4P kommt mit einer auf Kleinbild umgerechneten Brennweite von 20 Millimetern und einem für kompakte Geräte recht großen 1-Zoll-Sensor. Das zweite Kameramodul hat einen etwas kleineren Sensor und ein Objektiv mit umgerechnet 60 Millimetern Brennweite. Der von DJI genutzte Begriff „Tele“ ist dafür ein großes Wort. Zusätzlich unterstützt die Kamera bis zu zwölffachen Digitalzoom.
Die Insta360 Luna Ultra kommt mit Leica-Optik aus Wetzlar und zoomt wie die Osmo Pocket 4P optisch kleinbildäquivalent von 20 mm auf 60 mm und digital weiter auf 240 mm (ebenfalls zwölffach). Im Makrobereich leistet die Optik der Luna Ultra mehr: Nahaufnahmen stellt sie auf gut 13 Zentimeter scharf; die Osmo Pocket 4P erst bei 17 Zentimetern.
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iMessage-Logo mit zwei Benachrichtigungen.
(Bild: oasisamuel / Shutterstock.com)
iPhone-User kennen es: Mit dem Mikrofonknopf im Eingabefenster in Nachrichten löst man ungewollt Diktat oder Aufnahme aus. Apple erbarmt sich in wenigen Wochen.
Apple betont, wie wichtig seinen Entwicklern bei iOS 27 [1] und Co. Fehlerbehebungen, viele kleine Verbesserungen sowie interne Beschleunigungsmaßnahmen [2] waren. Nach und nach stellen Tester der aktuellen Public Beta [3] fest, was das konkret heißt: Unter anderem wurden (sehr) nervige Designentscheidungen rückgängig gemacht, über die Nutzer teils seit Jahren klagen. Eine davon: Der Mikrofonknopf ganz rechts im Eingabefeld der Nachrichten-App, der regelmäßig für Verklicker bei der Bearbeitung von iMessage-, RCS- und SMS-Botschaften sorgt.
Aktuell kann man ihn nicht ausblenden, daher löst man dadurch regelmäßig unerwünschte Diktate aus. Das hat die direkte Konsequenz, dass auch eine laufende Musikwiedergabe stoppt. Da sich das Mikrofon gegebenenfalls nahe am Absenden-Knopf befindet, trifft man es im Alltag erstaunlich häufig. Auch wenn in iOS 27 die Diktierfunktion mit neueren iPhones [4] deutlich besser geworden sein soll, ist es doch ein Feature mit einer schmalen Zielgruppe. Dennoch platziert Apple den Schalter seit Jahr und Tag prominent.
Mit iOS 27, das in wenigen Wochen, vermutlich bis Mitte September, von Apple verfügbar gemacht wird, hat der iPhone-Hersteller eine Einstellung ergänzt, die es erstmals erlaubt, zu entscheiden, ob an dieser Stelle überhaupt etwas auftaucht. Sie befindet sich in den App-Einstellungen unter Nachrichten, gleich unter dem Menü zum Festlegen der Default-Anwendung. Darüber ist es möglich, festzulegen, was im Textfeld der Nachrichten-App gezeigt wird und was nicht.
Dabei gibt es drei Möglichkeiten: Entweder man lässt den Knopf ganz weg – wofür sich viele User bedanken dürften – oder man startet wie gehabt das Diktat oder, als dritte Option, beginnt mit einer Audioaufnahme zum Versand an den Chatpartner. Wer später dennoch einmal Audionachrichten aufzeichnen will, kann das weiterhin über den Plus-Knopf tun – auch wenn alle Knöpfe im Textfeld deaktiviert sein sollten.
Gleiches gilt übrigens auch fürs Diktieren: Ist das Diktat unter „Tastatur“ aktiviert, kann man schlicht rechts unten auf selbiger einen weiteren Mikrofonknopf finden und betätigen. Warum Apple die Option jetzt erst einführt und nicht schon früher, ist unbekannt.
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(Bild: Tapbots)
Das klassische Werkzeug für die Zwischenablage ist wieder da: Pastebot 3 kommt mit Filtern, smarten Regeln, Konvertierungsoptionen und vielem mehr.
Zwar liefert Apple seit macOS 26 alias Tahoe erstmals selbst einen Clipboard-Manager [1] im Betriebssystem mit, doch enthält dieser nur vergleichsweise simple Funktionen. Ein externes Tool für die Bearbeitung der Zwischenablage lohnt sich daher nach wie vor. Ein Klassiker in diesem Bereich ist seit vielen Jahren Pastebot vom Anbieter Tapbots. Die Entwickler haben nun mit Version 3 eine große Überholung gestartet, die über das hinausgeht, was man mit solchen Apps bislang machen konnte.
Zunächst die schlechte Nachricht: Pastebot 3 [2] läuft erst ab macOS 26, also nicht mehr mit früheren Betriebssystemversionen (Pastebot 2 wird aber weiterhin angeboten). Die Grundfunktion bleibt selbstverständlich erhalten: bis zu 1500 Einträge in der Zwischenablage. Diese werden automatisch nach Art (etwa Links, Bilder oder Texte) sortiert und lassen sich durchsuchen. Jeder Eintrag kommt zudem mit nützlichen Metadaten, Bilder etwa mit der Größe oder Texte mit der Zeichenzahl. Eine Vorschau zeigt den genauen Inhalt. Es ist möglich, sicherheitsrelevante Apps automatisch auszuschließen, wobei es erlaubt ist, Texte, Bilder oder Shortcuts voneinander zu unterscheiden.
Häufig verwendete Einträge im Clipboard lassen sich in „Custom Pastebins“ verschieben sowie als „Smart Pastebin“ automatisch einfügen, wenn die Regelbedingungen erfüllt sind. Pastebot 3 kommt mit diversen Filtern für Text, etwa zum Korrigieren von Anführungszeichen, Groß- und Kleinschreibung und mehr. Entwickler können JSON-Sequenzen mit sicheren Zeichen versehen und mit Base64-Kodierungen hantieren. Über eine Stack-Funktion kann man mehrere Inhalte hintereinander einfügen. Es gibt eine vollwertige Kurzbefehle-Integration sowie ein alternatives CLI-Interface fürs Terminal.
Pastebot 3 läuft auch zusammen mit dem Universal-Clipboard-Feature, mit dem man Inhalte vom iPhone (oder iPad) auf den Mac übertragen kann und umgekehrt. Nützlich ist auch die neue Filterfunktion in der Clipboard-History, sodass man Eingefügtes schneller findet als nur mit einer simplen Suche.
Der Clipboard-Manager kostet als Einmalkauf 39 US-Dollar, dafür gibt es dann ein Jahr lang Updates, danach fallen 19 Dollar für eine einjährige Verlängerung an. Alternativ gibt es im App Store ein Abo (25 US-Dollar im Jahr oder 3 Dollar im Monat). Upgrades sind als Direktkauf möglich, von Version 2 zahlt man 13 US-Dollar. Es gibt eine zweiwöchige Probephase.
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Reden mit Gemini für macOS.
(Bild: Google)
Google schraubt an seiner offiziellen macOS-App für das KI-System Gemini. Sie wird künftig tiefer ins System integriert, wenn Nutzer das wünschen.
Die offizielle Gemini-App für Macs hat am Mittwoch ein Update erhalten. Mit einem neuen Shortcut soll sie nun überall im System zur Verfügung stehen und mit Inhalten per Sprache und Texteingabe interagieren können. Dazu gibt es auch die Möglichkeit, dem Sprachmodell Zugriff auf Bildschirminhalte zu geben. Letzteres ist allerdings ein Opt-in-Feature, also standardmäßig nicht aktiv.
Der neue Shortcut für Gemini auf dem Mac [1] ist ein langer Druck auf die Fn-Taste (üblicherweise links unten auf der Tastatur). Dies lässt dann ein Overlay erscheinen, egal in welcher App man sich gerade befindet. Die Funktion erlaubt das Diktieren von Text mit automatischer Korrektur von Füllworten, man kann Inhalte nachträglich auch mitten im Satz korrigieren und den Text per Sprache auch formatieren. Gibt man den Bildschirm frei, lassen sich vorhandene Informationen extrahieren und zusammenfassen. Dabei ist auch ein Zugriff auf das Dateisystem möglich. Als Beispiel nannte Google die Möglichkeit, einen Ordner mit medizinischen Angaben eines Hundes zusammenzufassen und an eine Tierpension mailen zu lassen [2].
Es bleibt aktuell unklar, welche der Features auch innerhalb der EU funktionieren, denn Googles großer Workflow-Agent Spark, den die Gemini-App teilweise in englischer Sprache verwendet, läuft nach wie vor nicht im Europäischen Wirtschaftsraum [3]. Weitere Beispiele, was die Gemini-App auf dem Mac nun kann, sind das Generieren und Editieren von Bildern per Sprache, etwa das Verändern einer Illustration für die Nachtmodus-Ansicht. Die neuen Sprachfähigkeiten verteilt Google weltweit, allerdings zunächst ebenfalls nur auf Englisch. „Mehr Sprachen kommen bald.“
Features in der Gemini-App, die Spark nutzen, wurden zunächst für User mit dem teuren Ultra-Abo eingeführt, sollen später auch für Pro-Nutzer kommen. Googles KI-Abos beginnen ab 22 Euro im Monat für die Pro-Variante, dann mit 5 TByte Drive-Speicherplatz [4]. Ultra kostet „ab“ 100 Euro im Monat mit 20 TByte.
Was mit welchem Abo funktioniert, führt der Internetkonzern in Supportdokumenten aus – übersichtlich ist das leider nicht, da manche Features zwar auch für das günstigere Pro-Abo bereitgestellt werden sollen, aber zunächst Ultra-Nutzer bevorzugt werden. Es gibt zudem auch noch ein „kleines“ KI-Abo namens Plus mit weniger Funktionen.
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(Bild: lapandr / Shutterstock.com)
Im neuen Release können Developer experimentell ohne Speech-Erweiterung in VS Code diktieren und erhalten tiefere Einblicke in Subagents.
Microsoft bringt in Visual Studio Code 1.131 neue Funktionen für den LLM-Einsatz und bietet die Möglichkeit, in Chat, Editor und Terminal zu diktieren, ohne eine zusätzliche Erweiterung zu installieren. Wer sich auf die Suche macht, kann zudem ein kleines Haustier im Chatfenster entdecken.
Zum Ausführen von komplexen Aufgaben können Entwicklerinnen und Entwickler Agenten Tasks an Subagents delegieren lassen. Diese laufen parallel in ihrem eigenen Kontextfenster. Nun können Developer im Agents-Fenster genauere Informationen über die Unteragenten sehen, ohne die entsprechende Konversation öffnen zu müssen. Die Hauptkonversation zeigt für laufende Subagents ihr verwendetes Modell, ihre Ausführungsdauer und die durch sie aktiv aufgerufenen Tools an.
(Bild: Microsoft)
Subagents lassen sich auswählen, um in ihrer eigenen Konversation in einem anderen Chat den vollständigen Fortschritt anzusehen. Dabei bleibt die Hauptkonversation verfügbar.
Bislang war die VS Code Speech Extension notwendig, um die Diktierfunktion in VS Code nutzen zu können. Nun ist ein eingebauter Transkriptionsservice als experimentelles Feature enthalten. Er ermöglicht es Entwicklern, in Chat, Editor und dem integrierten Terminal zu diktieren.
Dafür kommt gemäß Microsoft das private, offline laufende Nemotron-Modell zum Einsatz. Audioinformationen sollen auf dem Gerät verbleiben. Verfügbar ist das Feature für Windows x64 und Arm64, macOS auf Apple Silicon, Linux x64 und Arm64 mit glibc 2.34 oder neuer sowie in Remote Workspaces. Letzteres ist möglich, da die Transkription auf dem lokalen VS-Code-Client läuft. Noch nicht verfügbar ist die Diktierfunktion in der Web-Version von VS Code und auf Intel-basierten Macs sowie 32-Bit- und Arm32-Systemen.
Als experimentelles Gimmick ist nun ein Haustier in VS Code eingezogen. Entwicklerinnen und Entwickler finden es, wenn sie /vscode-pet im Chat eingeben. Per Maus können sie es verschieben und damit interagieren. Ganz neu ist die Idee nicht, denn im Visual Studio Marketplace [1] wimmelt es vor Erweiterungen für Hunde, Katzen, Pinguine und Co.
(Bild: Microsoft)
Weitere Informationen zu den Updates finden sich in der Ankündigung [2]. Neu erschienen ist darüber hinaus die aktuelle Insiders-Version 1.132 [3].
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(Bild: iX)
Das Arch-Werkzeug Shelly wechselt von .NET zu Zig: Neue GUI, überarbeitete CLI und getrennte Flatpak-Unterstützung sollen es schlanker machen.
Das Paketwerkzeug Shelly ist in Version 3.0.0 erschienen. Die Entwickler haben Paketverwaltung, Kommandozeile, Schlüsselverwaltung und GTK4-Oberfläche weitgehend neu in Zig implementiert. Dadurch entfällt für die Hauptanwendung die verwaltete .NET-Laufzeit; zugleich kann Shelly native Bibliotheken direkter nutzen. Messwerte zu Startzeit und Ressourcenbedarf stehen allerdings noch aus.
Shelly ist ein grafisches und kommandozeilenbasiertes Werkzeug zur Verwaltung von Arch-Paketen. Es bindet neben den regulären Pacman-Repositories auch das Arch User Repository (AUR), AppImages und optional Flatpaks ein. Damit richtet sich das Projekt an Nutzer, die Software aus mehreren Quellen mit einer Oberfläche und einer Kommandozeile verwalten wollen.
Mit Version 3 [1] ersetzt Shelly seine bisherige C#-/.NET-Codebasis weitgehend durch Zig. Die bekannten Programme shelly und shelly-ui bleiben erhalten. Hinter ihnen steht jedoch eine weitgehend neue Codebasis. Auch das Werkzeug für die Schlüsselverwaltung wurde umgestellt: Das eigenständige Programm heißt nun shelly-key statt shelly-keys.
Zig passt zu Shelly vor allem, weil die Software native Schnittstellen wie libalpm, GTK4 und libarchive ohne eine zusätzliche .NET-Interop-Schicht direkt ansprechen kann. libalpm ist die Bibliothek, auf der Pacman, der Paketmanager von Arch Linux, aufsetzt. Die neue Implementierung spart damit die bisherige Vermittlung zwischen verwaltetem .NET-Code und nativen Bibliotheken weitgehend ein.
Zig verwaltet zudem Speicher und Ressourcen explizit: Die Release Notes heben klarere Besitzverhältnisse und besser vorhersehbare Lebenszyklen für Ressourcen hervor. Das soll die technische Grundlage robuster und leichter wartbar machen.
Auch die grafische Anwendung haben die Entwickler in Zig neu geschrieben. Sie bietet weiterhin Paketansichten als Liste oder Raster. Hinzu kommen sortierbare Spalten, Filter für installierte Pakete sowie ausführlichere Angaben zu Paketquellen und Abhängigkeiten.
Für das AUR überarbeitet Shelly unter anderem die Auswahl optionaler Abhängigkeiten, Vorschauen für PKGBUILD-Dateien und die Anzeige der makepkg-Ausgabe. Vor AUR-Updates kann Shelly nun alle geänderten PKGBUILDs gesammelt zur Prüfung anzeigen, bevor die Transaktion beginnt. Ein PKGBUILD legt fest, wie ein AUR-Paket aus seinen Quellen gebaut wird. Die Vorschau hilft Nutzern daher, Änderungen vor dem Paketbau nachzuvollziehen [2].
Die Fortschrittsanzeige für Aktualisierungen und Transaktionen soll auch längere Vorgänge darstellen, ohne die Oberfläche zu blockieren. Wartungsfunktionen bündelt Shelly auf einer neuen Seite für Dienstprogramme. Dazu zählen die Synchronisierung der Paketdatenbanken, das Beheben veralteter Sperrdateien, die Cache-Bereinigung und das Entfernen verwaister Pakete.
Die CLI wurde ebenfalls von Grund auf neu geschrieben. Sie behält sowohl ausgeschriebene Befehle als auch Pacman-ähnliche Kurzoptionen. Ein gemeinsamer Befehlskatalog dient als Grundlage für Hilfe, Dokumentation und Shell-Vervollständigungen. Neben Fish und Zsh kann Shelly nun auch Vervollständigungen für Bash erzeugen.
Mit shelly <Suchbegriffe> kann das Werkzeug die offiziellen Paketquellen und das AUR durchsuchen. Ausgewählte Treffer lassen sich anschließend direkt in den Installationsablauf übernehmen. Aktualisierungsprüfungen und Upgrades koordinieren reguläre Arch-Pakete, AUR-Pakete, AppImages und Flatpaks. Fehlt ein optionales Backend, sollen Aktualisierungen aus den übrigen unabhängigen Quellen dennoch weiterlaufen.
Weitere Updates gibt es beim Export und Import von Paketlisten im TOML-Format, Paketmarkierungen, Downgrades, Arch-News, Schlüsselringe, pacnew- und pacsave-Dateien sowie die Bereinigung des Paket-Caches. Für unterstützte Befehle bleibt eine strukturierte JSON-Ausgabe verfügbar. Das ist für Skripte verlässlicher als die menschenlesbare Standardausgabe, deren genaue Form sich durch den umfassenden Umbau geändert haben kann.
Flatpak-Unterstützung liefert Shelly 3 als separates Paket namens shelly-flatpak-backend aus. Wer ausschließlich Pacman, das AUR oder AppImages verwendet, benötigt damit keine Flatpak-Bibliotheken wie libflatpak, GLib/GIO und OSTree.
Shelly kommuniziert mit dem Zusatzmodul über eine ABI (Application Binary Interface). Das Hauptprogramm prüft die Version vor der Nutzung und soll inkompatible Backends sauber ablehnen. Ohne das Zusatzmodul bleiben die Funktionen für ALPM, AUR und AppImages ebenso verfügbar wie Hilfe, Versionsabfrage und Shell-Vervollständigungen. Bei Flatpak-Befehlen weist Shelly auf fehlende Voraussetzungen hin.
Wer Flatpaks weiterhin mit Shelly verwalten will, benötigt neben Flatpak selbst das genannte Paket shelly-flatpak-backend. Vorhandene Konfigurationsdateien haben Vorrang vor den neuen Standardwerten; unbekannte alte Felder ignoriert das Programm. Automatisierungen sollten die neue CLI-Hilfe prüfen und, wo verfügbar, auf JSON-Ausgaben umstellen. AUR-Builds in einem sauberen Chroot bleiben über die Kommandozeile verfügbar, die entsprechende Option fehlt jedoch vorerst in der grafischen AUR-Ansicht.
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Die U.S.S. Enterprise NCC-1701-D drang unter dem Kommando von Captain Jean-Luc Picard sieben Jahre lang dorthin vor, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.
2371 beschädigte sie ein klingonischer Bird of Prey schwer. Die Crew der Enterprise konnte das angreifende Schiff zwar zerstören, doch die Enterprise selbst erlitt dabei so schwere Schäden, dass ein Warpkernbruch folgte. Commander Riker koppelte zunächst die Antriebssektion ab. Als die explodierte, geriet die Untertassensektion durch die Explosionswelle in die Atmosphäre von Viridian 3. Dort erlitt sie eine Bruchladung.
Damals hieß es, die Enterprise-D könne nicht mehr geborgen werden. Star Trek: Picard belehrte Fans eines Besseren. Die Sternenflotte ließ die Untertassensektion demnach bergen und ins Flottenmuseum bringen. Geordi La Forge restaurierte das Galaxy-Klasse-Raumschiff dort über Jahre in Eigenregie. Da er den hinteren Teil nicht mehr aufbauen konnte, ersetzte er ihn durch die Antriebsektion eines ausgemusterten Schwesterschiffs.
2401, als keine Alternativen zur Verfügung standen, half die Enterprise-D ein letztes Mal bei der Rettung des Universums.
In der realen Welt reaktivierte Lego das legendäre Schiff im November 2025. Das Icons-Set 10356 bietet 3.600 Teile und neun Minifiguren. Picard, Riker, Data und der Rest der Führungsoffiziere sind an Bord, ebenso die damals von Whoopi Goldberg gespielte Nebenfigur Guinan und der in der vierten Staffel aus dem Hauptcast ausgestiegene Wesley Crusher.
Ein Makel ist der Einsatz von Stickern. Vereinzelt kommen zwar Drucke zum Einsatz, aber nicht durchgängig. Dafür lässt sich, anders als früher bei Bluebrixx, die Untertassensektion abkoppeln. Den Splint hinter der Hauptshuttlerampe verdeckt ein landendes Shuttle.
Während Lego eine UVP von 379,99 Euro ausweist, ist die Enterprise-D von Lego bei Amazon inzwischen auf 330,59 Euro gefallen
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Wie lange Amazon die Offerte aufrechterhält? Muss sich erweisen. Im Geizhals-Preisvergleich sind mittlerweile 21 Shops mit einem Angebot für das Klemmbausteinset gelistet. Amazon macht den derzeit zweitbesten Preis. Am günstigsten ist der dänische Händler Proshop, der 319 Euro aufruft. Hinzu kommen aber noch Versandkosten in Höhe von 5,99 Euro.
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Niemand wischt oder saugt gerne, vor allem nicht bei dem derzeitigen Wetter. Zum Glück ist jetzt die beste Gelegenheit, günstig einen hochwertigen Saugroboter mit Wischfunktion zu bestellen, der den lästigen Job übernimmt. Der Roborock Qrevo S5V mit smarter Dockingstation und App-Support ist bei Amazon erstmals für unter 400 Euro im Angebot. Gegenüber dem Durchschnittspreis der letzten drei Monate sparen Käufer fast 150 Euro. Der Rabatt gilt spätestens bis zum 2. August.
Ausgestattet mit einem bürstenlosen Motor mit 12.000 Pa Saugkraft, entfernt der Roborock Qrevo S5V zuverlässig Schmutz, Staub oder Tierhaare – ob von Teppichen oder Hartböden. Sein ausziehbarer Mopparm kommt an schwer erreichbare Stellen und auch um Möbelfüße. Damit niedrigflorige Teppiche nicht mitgeschwischt werden, kann der Saugroboter seinen Mopp automatisch bis zu 10 mm anheben. Ein Zero-Tangle-System verhindert, der Name verrät es schon, dass Haare und Fell beim Saugen verfilzen oder den Sauger verstopfen.
Roborock liefert den Qrevo S5V mit einer smarten Dockingstation, das seine Pflege und Instandhaltung massiv vereinfacht. Im Dock wird der Saugroboter automatisch gereinigt und per Warmluft getrocknet, mit Wasser gefüllt, entstaubt und schnell aufgeladen. Laut Hersteller muss der Staubtank nur alle sieben Wochen entleert werden; der Wassertank soll für bis zu 330 m² Fläche reichen.
Für eine möglichst effiziente Reinigung hat der Roborock Qrevo S5V ein Lidar-basiertes Navigationssystem. Damit soll der Saugroboter 360-Grad-Scans erstellen können und detaillierte Karten von Wohnung und Haus zeichnen, auch über bis zu vier Etagen. Einmal auf seine Reise geschickt, erkennt der Qrevo S5V Hindernisse automatisch. Auf Wunsch lassen sich über die zugehörige App No-Go-Zonen oder unsichtbare Wände einrichten sowie Reinigungs- und Zeitpläne erstellen, die Reinigungsstärke oder der Wischmodus anpassen. Praktisch: Der Qrevo S5V unterstützt Sprachsteuerung via Alexa, Siri oder Google Home und ist mit Apple Watches kompatibel.
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Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat der Deutschen Telekom untersagt, ohne Zustimmung des Gebäudeeigentümers FTTH im Wohnungsstich auszubauen. Wie der Branchenverband Buglas am 30. Juli 2026 bekannt gab, wurde der Rückbau bereits installierter Infrastruktur angeordnet.
Das Urteil vom 24. Juni 2026 (Aktenzeichen 6 W 15/26) ist laut Buglas die erste obergerichtliche Entscheidung zum Verhältnis der seit November 2025 geltenden EU-Gigabit-Infrastrukturverordnung (GIA) zu den Duldungsregelungen des Telekommunikationsgesetzes. Da der Prozess über einen Ausbau in Heidelberg geführt wurde, könnten die Stadtwerke Heidelberg in dem Wohnhaus der angestammte Netzbetreiber sein. Das Unternehmen ist Mitglied im Breko.
Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass weder Artikel 11 Absatz 4 GIA noch Paragraf 145 Absatz 1 TKG den gebäudeinternen Glasfaserausbau gegen den Willen des Eigentümers ermöglichten, und verwies den Netzbetreiber auf die Nutzung der vorhandenen Kupferleitung mit G.Fast.
Buglas-Chef Max Bunse sagte: "Solche Entscheidungen waren zu befürchten. Leidtragende sind vor allem die Mieterinnen und Mieter: Sie können zwar einen Glasfaseranschluss bestellen. Ob er auch gelegt werden darf, entscheidet nach der Rechtsprechung des OLG ihr Vermieter. Das Urteil erklärt die Technik von gestern zum Maßstab für die Infrastruktur von morgen und nimmt Millionen Haushalten in Mehrfamilienhäusern die freie Wahl ihres Anschlusses."
Damit sei ein zügiger, flächendeckender Glasfaserausbau bis in alle Wohnungen unmöglich, eine unmissverständlichen Klarstellung zum Vollausbau mit FTTH sei dringender denn je. Im Buglas ist die Telekom ein führendes Mitglied.
Beim Branchenverband Breko ordnete man das Urteil anders ein: "Die Entscheidung des Oberlandesgericht Karlsruhe ist durchaus bemerkenswert. Da das Urteil aber im Eilverfahren und somit grundsätzlich vorläufig erfolgte sowie keine Entscheidung in der Hauptsache bedeutet, sollte man es nicht überbewerten", sagte Sven Knapp vom Vorstand des Verbands Golem auf Anfrage.
Eine Bremse für den Glasfaserausbau sei es nicht, da der Ausbau von Mehrfamilienhäusern ohne Zustimmung des Gebäudeeigentümers ein Ausnahmefall sei.
"Hinzu kommt, dass das Telekommunikationsunternehmen in dem konkreten Fall offenbar keinerlei Vorabsprachen zum Ausbau mit dem Gebäudeeigentümer getroffen und den Ausbau offenbar nicht einmal vorher angekündigt hatte. Der Glasfaserausbau der Netzebene 4 erfolgt meist in enger Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsanbietern und Gebäudeeigentümern", betonte Knapp.
Mit Blick auf die geplante gesetzliche Regelung eines Glasfaser-Vollausbaurechts in Mehrfamilienhäusern finde der Breko es "absolut richtig und notwendig, dass die Bundesregierung dieses an konkrete Voraussetzungen knüpft und nicht schrankenlos gewährt". Hierzu zähle die vorherige Abstimmung mit dem Gebäudeeigentümer über den Leitungsweg im Gebäude.
Laut Urteil (Seite 37) war aber die fehlende Absprache nicht entscheidend, sondern "das Recht auf Verlegung neuer Netzinfrastruktur scheiterte hier (...) daran, dass dies (...) nur statthaft ist, soweit keine Nutzung bestehender Netzinfrastruktur (...) möglich ist, mit der der Betreiber seinen Telekommunikationsdienst ohne spürbare Qualitätseinbußen bis zum Endnutzer bereitstellen kann.".
KI-generierte Grafik
Gegen die Dominanz amerikanischer Plattformen sucht Europa nach einer eigenen Medienstrategie. Arte könnte zu ihrem ersten sichtbaren Baustein werden.
Chips, Cloud, KI, Verteidigung: In all diesen Bereichen bemüht sich die EU seit Jahren um mehr strategische Souveränität. Nun gerät ein weiterer Bereich in den Blick: der Informationsraum. Mit Arte könnte erstmals eine paneuropäische Medienplattform entstehen – nicht mehr nur als Kulturprojekt, sondern als Teil europäischer Souveränitätspolitik.
Der deutsch-französische Kultursender könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen – nicht als klassischer Fernsehsender, sondern als erste paneuropäische Medienplattform.
Wie die Gewerkschaft ver.di in ihrem Medienmagazin M aktuell berichtet, arbeitet Arte kontinuierlich am europäischen Ausbau [1]. Erreicht wurde schon einiges.
Die Streaming-Plattform arte.tv ist mittlerweile in sieben Sprachen verfügbar, einzelne Formate sogar in zehn.
Mehr als ein Viertel der Videoabrufe entfällt auf Nutzer außerhalb Deutschlands und Frankreichs. Das Partnernetzwerk umfasst inzwischen 14 öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in Europa.
Das ist mehr als bloß eine Modernisierung eines Kultursenders. Dahinter stehen Anzeichen für einen grundlegenden Perspektivwechsel. Medien gelten in Brüssel zunehmend nicht mehr nur als Kultur- oder Wirtschaftsgut, sondern als strategische Infrastruktur.
Das machte der deutsche Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer im Frühsommer dieses Jahres klar, als er das Ziel [2] einer "selbstbewussten Kultur- und Medienpolitik, die Europas Souveränität stärkt" ausrief.
Mit dem geplanten EU-Programm "Agora-EU" könnten künftig "pan-europäische Projekte entwickelt werden, die ein Gegengewicht zur monopolartigen Dominanz großer Online-Plattformen bilden".
Damit verändert sich der Stellenwert von Medien in der europäischen Politik. Lange beschränkte sich die EU auf Regulierung und Förderung. Nun entsteht erstmals die Vorstellung einer gemeinsamen europäischen Medieninfrastruktur – vergleichbar mit Projekten wie Galileo, IRIS² oder dem European Chips Act.
Die Europäische Kommission kündigte an, 7,4 Millionen Euro für drei europäische Medien-Hubs [3] bereitzustellen, die über EU-Angelegenheiten berichten. Eines davon wird von Arte koordiniert.
Was lange an den Sprachgrenzen Europas scheiterte, könnte erstmals technisch lösbar werden. KI-gestützte Übersetzung und Synchronisation verändern die Voraussetzungen für paneuropäische Medien grundlegend.
Das EU-finanzierte Pilotprojekt Mosaic [4] soll unter Beweis stellen, dass KI-gestützte Transkription, Übersetzung und Untertitelung über acht Sprachen hinweg funktioniert – sogar für weniger verbreitete Sprachen wie Katalanisch, Slowenisch oder Estnisch.
Die EU-Kommission [5] veröffentlichte im Frühjahr 2026 eine Ausschreibung für die nächste Phase eines "European TV and Video News Portal".
Mit 5,5 Millionen Euro sollen über 24 Monate Pilotprojekte gefördert werden, die vertrauenswürdige Nachrichten und Informationen im öffentlichen Interesse sprachübergreifend zugänglich machen.
Europa hat Erfahrung mit gemeinsamen Infrastrukturprojekten. Airbus entstand in den 1970er-Jahren als Antwort auf die amerikanische Dominanz in der Luftfahrt. Das Satellitennavigationssystem Galileo sollte die Abhängigkeit von GPS reduzieren.
Das geplante Satellitensystem IRIS² soll sichere Kommunikation gewährleisten. Arte könnte nun der Versuch werden, erstmals auch eine europäische Medieninfrastruktur aufzubauen.
Der Unterschied: Während Airbus und Galileo technische Systeme sind, geht es bei Medien um Inhalte, Meinungsvielfalt und demokratische Öffentlichkeit.
Die französische Kulturministerin Rachida Dati [6] erklärte beim EU-Kulturministerrat im November 2025, das Projekt trage "direkt zur europäischen Kultur bei, die synonym für Souveränität und strategische Autonomie" sei.
Die Konkurrenz besteht dabei weniger aus klassischen Fernsehsendern als aus globalen Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram, die einen Großteil der digitalen Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Arte setzt dem kein Massenangebot entgegen, sondern Vertrauen, redaktionelle Qualität und Mehrsprachigkeit – Eigenschaften, die aus Sicht der EU zu einer widerstandsfähigen europäischen Informationsordnung beitragen können.
Beim Sender ist man "angesichts der aktuellen Herausforderungen in Europa" vom Nutzen grenzüberschreitende Medienangebote überzeugt [7]. Man biete "einen wichtigen Beitrag für Demokratie, gegenseitiges Verständnis, kulturelle Vielfalt und auch die Resilienz der europäischen Informationsräume".
Die Frage ist, ob eine öffentlich-rechtliche Plattform tatsächlich eine europäische Öffentlichkeit schaffen kann. Die Konkurrenz ist gewaltig: YouTube, TikTok und Instagram dominieren die Aufmerksamkeit junger Nutzer.
Dass mehr als ein Viertel der Videoabrufe bei Arte bereits auf Nutzer außerhalb der Kernmärkte Deutschland und Frankreich entfällt, wird als Indiz dafür bewertet, dass Nachfrage besteht.
Noch ist unklar, wie viel Geld Arte für die weitere Europäisierung erwarten kann. Der nächste mehrjährige Finanzrahmen der EU für 2028 bis 2034 ist noch nicht vereinbart.
Gerade diese Unsicherheit zeigt jedoch, dass Europa erst am Anfang eines strategischen Kurswechsels steht. Anders als bei Galileo oder dem Chips Act muss sich erst noch zeigen, welchen politischen Stellenwert eine gemeinsame Medieninfrastruktur tatsächlich erhält.
Deutschland und Frankreich unterzeichneten im August 2025 eine Absichtserklärung zur Europäisierung von Arte [8]. Staatsminister Weimer dazu:
"In einer Zeit, da Autokratien und Diktaturen den globalen Meinungsmarkt mit Desinformationen überfluten, ist die Zusammenarbeit im Medienbereich wichtiger denn je."
Die eigentliche Geschichte ist deshalb nicht, dass Arte europäischer werden soll. Entscheidend ist der Perspektivwechsel dahinter: Die EU beginnt, den Informationsraum als strategische Infrastruktur zu behandeln – ähnlich wie Halbleiter, Satelliten oder Cloud-Dienste.
Ob Arte daraus tatsächlich zur ersten europäischen Medienplattform heranwächst oder ein ambitioniertes Nischenprojekt bleibt, weist über die Zukunft des Kultursenders hinaus.
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China will für seine Grüne Mauer in Zukunft verstärkt auf Bambus setzen
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Stroh verrottet, Plastik schadet der Natur: Chinesische Forscher erproben langlebige Bambus-Gitter gegen die Sandmassen. Das Projekt soll Schule machen.
Chinesische Wissenschaftler erproben Bambus als neues Mittel im Kampf gegen die Wüstenausbreitung im Norden des Landes. Bisherige Methoden – Stroh, Plastik, Pflanzen – stoßen an ihre Grenzen.
Nun soll die schnellwüchsige Pflanze der sogenannten Großen Grünen Mauer [1] neuen Schwung verleihen, berichtet [2] die Hongkonger South China Morning Post.
Unter Wüstenbildung (Desertifikation) versteht man die Degradierung fruchtbaren Landes zu wüstenähnlichem Terrain, verursacht durch Überweidung, Abholzung und den Klimawandel. Um dem entgegenzuwirken, hat China über Jahrzehnte ein tausende Kilometer langes Netz aus Sträuchern, Blühpflanzen und Wäldern angelegt sowie physische Sandbarrieren aus Stroh in Schachbrettmuster-Form errichtet.
Doch alle bisherigen Ansätze stoßen an Grenzen. Yu Yanglun, Forscher am Institut für Holzindustrie der Chinesischen Akademie für Forstwirtschaft in Peking, erläuterte in einem am 30. Juni auf sozialen Medien veröffentlichten Beitrag, dass Strohgitter als Sandbarrieren in der Regel nur zwei bis drei Jahre halten, bevor sie durch natürlichen Verfall ihre Wirkung verlieren.
Plastikbarrieren stabilisierten den Sand zwar ebenfalls, brächten jedoch langfristige ökologische Risiken mit sich, da Plastik nur sehr langsam abgebaut werde. Und auch der Einsatz von Bäumen und Sträuchern wie Artemisia [3] sei nicht unproblematisch: Wissenschaftler haben diese Pflanzen mit steigenden Pollenallergieraten in der Bevölkerung in Verbindung gebracht.
Angesichts dieser Probleme habe das Institut vorgeschlagen, Chinas reichhaltige Bambusressourcen in den Kampf gegen die Sandausbreitung einzubeziehen, so Yu. Bambus ist eine schnellwüchsige Riesengrasart, die natürlich in Asien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika vorkommt. Er gilt als dauerhaft, stabil, flexibel und leicht und wird seit langem als Baumaterial genutzt, da er wenig Ressourcen benötigt und rasch nachwächst. China verfügt bereits über die größten Bambuswälder weltweit.
Yu und weitere Forscher des Instituts haben laut einem Bericht der chinesischen Forst- und Graslandverwaltung vom vergangenen Jahr Fortschritte dabei erzielt, Bambus zu Sandbarrieren zu verarbeiten und zu verweben – sowohl als flache Quadrate als auch als höhere Schutzwände. Im Vergleich zu Plastikbarrieren seien diese nachwachsend, biologisch abbaubar und beständig gegenüber Lichteinwirkung, heißt es in dem Bericht.
Die Lebensdauer der Bambusbarrieren betrage drei bis zehn Jahre, und die Gesamtkosten ließen sich so um mehr als 20 Prozent senken. Bereits getestet wurden die Barrieren in der Provinz Qinghai sowie im Autonomen Gebiet Innere Mongolei. Laut dem Bericht könnten sie sowohl stroh- als auch plastikbasierte Methoden in verschiedenen Klimazonen und Sandtypen ersetzen.
Zusätzlich erforsche das Institut weitere Ansätze zur Desertifikationskontrolle, darunter die Kultivierung essbarer Pilze zur Anreicherung sandiger Böden, wie Yu in seinem Artikel schrieb.
Am 22. Juli veröffentlichte Peking einen neuen Fünfjahresplan zur Erhaltung von Wäldern und Grasland, der auch Projekte im Rahmen der Grünen Mauer bis 2030 umfasst.
Der Plan sieht unter anderem den Ausbau ertragstarker Bambus-Plantagen sowie mehr technologische Innovation vor, um Plastik durch biologisch abbaubare Alternativen auf Bambusbasis zu ersetzen. Damit erhält der Forschungsansatz von Yu und seinen Kollegen nun auch offizielle politische Rückendeckung.
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Abstrakte Darstellung eines Enzyms,
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Mittels Computer-Design hat die Universität Bayreuth hochaktive Enzyme erschaffen. Noch ist die Technologie im Labor- und Teststadium.
Die chemische Industrie steht vor einer Zeitenwende [1]: Enzyme – biologische Katalysatoren, die Reaktionen beschleunigen – gelten als Schlüssel für eine nachhaltigere Produktion. Doch natürliche Enzyme reichen oft nicht aus.
Daher arbeiten Forscher an künstlichen Enzymen, die am Computer entworfen werden. Ein Team der Universität Bayreuth hat nun einen entscheidenden Durchbruch erzielt: Sie verwandelten Proteingerüste in hochaktive Enzyme.
Enzyme sind vergleichsweise riesige Eiweißkomplexe und die Arbeitspferde der Natur. Sie beschleunigen biochemische Reaktionen und arbeiten dabei hochspezifisch – eine Eigenschaft, die sie für die chemische Industrie attraktiv macht.
Während herkömmliche chemische Verfahren oft hohe Temperaturen, Drücke und aggressive Lösungsmittel benötigen, laufen enzymatische Reaktionen unter milden Bedingungen ab. Das spart Energie und vermeidet Abfall.
Die Biokatalyse – der Einsatz von Enzymen in chemischen Prozessen – hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einer Nischentechnologie zu einer etablierten Methode [2] entwickelt. Besonders in der Pharmazie ist sie nicht mehr wegzudenken.
So wird etwa das Diabetes-Medikament Sitagliptin wird mittels einer speziell optimierten Transaminase hergestellt [3]. Auch in der Kosmetikindustrie haben Enzyme Fuß gefasst. Die Firma Evonik nutzt eine immobilisierte Lipase, um Ester für kosmetische Anwendungen herzustellen.
Dieser enzymatische Prozess läuft bei 60 bis 80 Grad Celsius ab, während die chemische Alternative Temperaturen über 180 Grad erfordert. Das spart nicht nur Energie: Bei den höheren Temperaturen entstehen Nebenprodukte, die aufwendig entfernt werden müssen. Der Lipase-Prozess liefert dagegen ein farb- und geruchloses Produkt.
Ein eindrucksvolles Beispiel [4] ist auch das Recycling von Pet-Kunststoff. Im Jahr 2020 beschrieben Forschende eine hocheffiziente Esterase, die Pet in seine Bestandteile zerlegt. Das Enzym wurde durch "Protein-Engineering" – gezielte Veränderungen am Enzym-Bauplan – so optimiert, dass es Pet-Flaschen bei 60 Grad Celsius binnen Stunden abbauen kann.
Die gewonnene Terephthalsäure lässt sich zu neuem Pet verarbeiten, das die gleiche Qualität wie konventionell hergestelltes Material aufweist.
Am bekannstesten [5] dürfte jedoch die Beimengung von Enzymen in handelsübliche Waschmittel sein, wo sie den Verbrauch von Tensiden und Phosphaten mindern helfen.
Natürliche Enzyme haben sich über Millionen Jahre für ihre Aufgabe im Stoffwechsel entwickelt. Für industrielle Anwendungen müssen sie meist erst angepasst werden. Die Bedingungen in einer Chemiefabrik sind jedoch ganz andere als im Körper: höhere Konzentrationen, andere pH-Werte, manchmal auch organische Lösungsmittel.
Zudem sind viele der riesigen und komplizierten Eiweißmoleküle entweder nicht stabil genug oder arbeiten zu langsam.
Die Lösung heißt Protein-Engineering. Dabei werden gezielt Veränderungen in die Aminosäuresequenz des Enzyms eingebaut. Eine bewährte Methode ist die "gerichtete Evolution": Man erzeugt viele Varianten eines Enzyms, testet sie und wählt die besten aus.
Und wenn kein passendes natürliches Enzym existiert? Dann kommen synthetische Enzyme ins Spiel.
Ein Forschungsteam der Universität Bayreuth hat nun gezeigt [6], wie sich völlig neue Enzyme auf dem Reißbrett entwerfen lassen. Dafür konzentrierten sich die Forschenden auf eine Proteinstruktur namens TIM-Barrel – eine Art "Fässchen" aus acht parallel angeordneten Eiweißsträngen.
Diese Faltung kommt in etwa zehn Prozent aller bekannten Enzyme vor und ist extrem vielseitig: Sie kann nahezu alle Reaktionstypen unterstützen.
Bereits vor einigen Jahren gelang es, künstliche TIM-Barrel am Computer zu entwerfen; diese wiesen die korrekte Struktur auf, lösten aber keine Reaktionen aus. Sie waren gewissermaßen leere Hüllen.
Dem Team in Bayreuth ist es nun gelungen, diese Enzymhüllen um eine maßgeschneiderte "aktive Tasche" zu erweitern. Eine solche aktive Tasche ist das Herzstück jedes Enzyms. Hier findet die chemische Reaktion statt. Dieses Ergebnis veröffentlichte [7] das Team um Dr. Julian Beck, dem Erstautor der Studie in der Fachzeitschrift Nature Chemical Biology.
Das Ergebnis übertraf die Erwartungen: Bereits in der ersten Designrunde erreichte das neue Enzym in einer Testreaktion eine katalytische Effizienz, die siebenmal höher lag als bei vergleichbaren Enzymen. Nach weiteren Optimierungsschritten entstand eine Variante, die noch aktiver war.
Was hat diesen Durchbruch ermöglich? Ein entscheidender Faktor ist die mittlerweile enorme Menge an verfügbaren Daten. Hinzu kommen Methoden des maschinellen Lernens, die es erlauben, Muster in diesen Daten zu erkennen und Vorhersagen über die Eigenschaften von Enzymen zu treffen.
Gleichzeitig wuchsen die Fähigkeiten, Proteinstrukturen automatisiert zu generieren. Lange Zeit war die experimentelle Strukturaufklärung – etwa durch Röntgenkristallographie – ein Flaschenhals. Heute können Algorithmen wie AlphaFold aus der Aminosäuresequenz eines Proteins dessen dreidimensionale Struktur mit hoher Genauigkeit vorhersagen.
Und schließlich können teure Hilfsstoffe mittlerweile recycelt werden. Viele Enzyme benötigen sogenannte Kofaktoren – kleinere Moleküle, die an der Reaktion beteiligt sind. Ein Beispiel ist Nadph [8], das bei Reduktionsreaktionen gebraucht wird.
Für industrielle Anwendungen wäre Nadph allerdings viel zu teuer. Deshalb wird ein zweites Enzym eingesetzt, das das Nadph ständig regeneriert. Solche Systeme sind inzwischen so ausgereift, dass sie auch im großen Maßstab funktionieren.
Mittlerweile arbeiten die Forscher daran, Enzyme zu entwickeln, die Kohlendioxid aus der Luft in nützliche Chemikalien umwandeln. In einem besonders ehrgeizigen Projekt gelang es bereits, Stärke aus CO2 aufzubauen – ein Prozess, der normalerweise in Pflanzen abläuft.
Auch könnten enzymatische Recyclingverfahren für weitere Kunststoffe wie Polyamide oder Polyurethan entwickelt werden.
Ein weiteres Ziel ist die Kombination von chemischer und enzymatischer Katalyse. Viele komplexe Moleküle lassen sich am effizientesten herstellen, wenn beide Ansätze kombiniert werden.
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