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Heute — 19. April 2026IT

Störungsmeldung vom 19.04.2026 09:16

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
19.04.2026 09:16
Region
Regensburg (0941)
Provider
1&1
Zugangsart
VDSL

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  • 19. April 2026 um 09:16

Störungsmeldung vom 19.04.2026 08:30

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
19.04.2026 08:30
Region
Sulzbach Saar (06897)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

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  • 19. April 2026 um 08:30

Ransomware-Angriffe fordern Ermittler heraus

Von Heise

(Bild: WhataWin/Shutterstock.com)

Ransomware-Banden setzen auf KI und das Darknet, um kritische Infrastruktur zu treffen. Ermittler in Koblenz agieren zunehmend proaktiv.

Im Kampf gegen Computerkriminalität sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Ermittlungsverfahren an der Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz bearbeitet worden. Während im Jahr 2023 noch 2439 Ermittlungsverfahren gegen bekannte Beschuldigte abgeschlossen wurden, waren es im Jahr 2024 rund 1650 und im Jahr 2025 dagegen nur 371, wie der Leiter der LZC, Oberstaatsanwalt Jörg Angerer, der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Weniger Verfahren – warum?

Die Gesamtzahl der bearbeiteten Verfahren dürfte jedoch deutlich höher sein, da auch „häufig“ Verfahren gegen unbekannte Täter geführt werden, wie Angerer weiter sagte. „Die deutlichen Unterschiede in den Eingangszahlen resultieren daraus, dass nach Abschluss eines größeren Verfahrenskomplexes üblicherweise eine große Zahl von Folgeverfahren anfallen, die abgearbeitet werden müssen“, erklärte Angerer.

Gibt es in einem Jahr keinen größeren Komplex, ist die Zahl der Verfahren demnach insgesamt geringer. Zudem war die Stelle 2025 nicht voll besetzt und konnte daher weniger Verfahren bearbeiten, wie Angerer ausführte. In der LZC sei man bei Cyber-Attacken nur in Verfahren mit besonderer Bedeutung befasst: Das sei etwa dann der Fall, wenn Unternehmen oder Behörden betroffen seien, die zu den „kritischen Infrastrukturen“ (Kritis) gehörten und so als besonders schützenswert gelten würden. Zu Kritis zählen beispielsweise Krankenhäuser [1] oder Energieunternehmen.

Hack-and-leak als wachsendes Problem

Bei den Verfahren handele es sich vor allem um Ransomware-Attacken. Bei einem Ransomware-Angriff verschlüsseln die Täter die Daten ihrer Opfer und versuchen, ein Lösegeld zu erpressen. Häufig drohen die Kriminellen auch mit der Veröffentlichung von vertraulichen Daten im Netz, die zuvor bei dem Angriff erbeutet wurden. Angerer zufolge veröffentlichen Ransomware-Gruppierungen erfolgreich durchgeführte Angriffe oft im Internet auf eigenen Leak-Portalen, also ihren Enthüllungsseiten. „Auf diesen Portalen bieten sie auch die erlangten Daten zum Verkauf an oder veröffentlichen diese“, sagte der Experte.

Diese Blogs seien meist im Darknet zu finden. Herausforderungen in der Strafverfolgung von Cybercrime-Delikten seien die Auswertung von Massendaten, die zunehmende Verschlüsselung von Kommunikation und die Verwendung von KI durch die Täter [2], so Angerer. Das erfordere mehr Zeit und mehr Personal. „Die Auswertung der sichergestellten Daten wird in naher Zukunft ohne KI-Unterstützung nicht mehr möglich sein“, sagte der LZC-Leiter.

Kriminelle Akteure auch mit staatlichem Hintergrund

Staatliche und terroristische Angriffe fallen nicht in die Zuständigkeit der LZC. Doch die Trennung sei nicht immer leicht, sagte Angerer. „Da kriminelle, staatliche und terroristische Cyber-Angriffe jedoch im Wesentlichen identisch ablaufen, ist häufig nicht klar erkennbar, wer hinter dem jeweiligen Angriff steht“, sagte er. Noch schwieriger wird es demnach, da einige Akteure sowohl kriminell aktiv sind, als auch eine gewisse Nähe zu bestimmten Staaten aufweisen [3].

„Überschneidungen in der Motivation sind daher nicht unüblich“, sagte der Experte. Ein wesentlicher Unterschied zu lokalen Staatsanwaltschaften: Die LZC agiert in der Regel nicht reaktiv, sondern proaktiv. Was bedeutet, dass sie nicht nur auf Strafanzeigen reagiert, sondern aktiv geeignete Ziele wie etwa kriminelle Foren sucht und Verfahren gegen die Betreiber einleitet, wie Angerer ausführte. Grund sei, dass derartige Foren meist nicht angezeigt würden, weil es keine Geschädigten gebe.


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https://www.heise.de/-11263064

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Naechster-Cyberangriff-auf-Krankenhaus-Caritas-Klinik-Dominikus-betroffen-9616113.html
[2] https://www.heise.de/news/Nordkoreanische-Cyberkriminelle-setzen-KI-generierte-PowerShell-Backdoor-ein-11154421.html
[3] https://www.heise.de/news/Warnung-aus-UK-Russische-Cyberkriminelle-kapern-Router-zum-Passwort-Klau-11247959.html
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:nie@heise.de

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  • 18. April 2026 um 11:48
Gestern — 18. April 2026IT

Durchblick bei Technik & Features moderner Monitore | c’t uplink

Von Heise

Wie ist der Stand der Technik aktueller Bildschirme – und worauf muss man achten, wenn man im Jahr 2026 einen Monitor kaufen will?

Monitore sind preiswert wie nie zu haben – oder extrem hochauflösend, kontrast- und farbstark und auch flexibel in Sachen Anschlussmöglichkeiten. Wer einen Monitor kaufen will oder muss, steht daher vor allerhand Abkürzungen von WQHD, 4K, 16:10 und 21:9 über HDMI, Displayport und USB-C mit PD bis hin zu sRGB, DCI-P3, AdobeRGB und HDR1000. Und hat möglicherweise ein paar Fragezeichen überm Kopf schweben.

Angelehnt an unseren vor kurzem erschienenen Vergleichstest von 5K- und 6K-Monitoren mitsamt Kaufberatung sprechen wir in dieser Folge des c’t uplink über all diese Features – und welche davon überhaupt für welche Zielgruppen wichtig, essenziell oder völlig egal sind.

Zu Gast im Studio: Benjamin Kraft, Ulrike Kuhlmann
Host: Jan Schüßler
Produktion: Tobias Reimer

► Mehr zu hochauflösenden Monitoren [8] lesen Sie bei heise+ (€).

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  • 18. April 2026 um 17:19

Lunar Gateway: Das (vorläufige) Aus für die Mond-Raumstation

Von Patrick Klapetz
Mit dem Stopp des Projekts schwindet die Glaubwürdigkeit der USA als Partner in der internationalen Raumfahrt .
Illustration vom Lunar Gateway am Mond (Bild: NASA/Alberto Bertolin)
Illustration vom Lunar Gateway am Mond Bild: NASA/Alberto Bertolin

Die Nasa gab am 24. März 2026 den vorläufigen Stopp für das Lunar-Gateway-Projekt bekannt, das bisherige Herzstück der Artemis-Missionen. Die Raumstation sollte als Umstiegspunkt für Mondlandungen dienen, weicht nun jedoch einer Neuausrichtung des Programms zugunsten einer schnelleren Oberflächenpräsenz.

In der Umlaufbahn des Erdtrabanten wird es demnach vorerst keine Station geben. Die zukünftigen Mondastronauten sollen direkt vom Orion-Raumschiff an die Landefähre andocken und umsteigen.

Jedoch war das Gateway ein Gemeinschaftsprojekt, ähnlich wie die Internationale Raumstation ISS. Sowohl die Europäer als auch Japaner , Kanadier und die Vereinigten Arabischen Emirate sollten Module und Technologien bereitstellen.

Der Verlust von Missionszeit durchs Gateway-Aus

Besonders die europäische Raumfahrtbehörde Esa trifft die Entscheidung hart: Ihre Module I-Hab, View und Link sind exakt auf das Gateway zugeschnitten. Die Zukunft dieser bereits laufenden Entwicklungen muss nun bis zur Ratstagung im Juni 2026 politisch geklärt werden.

Vertraglich sind die genannten Länder immer noch Partner des Artemis-Programms. Die Nasa stellte in Aussicht, die ausgewählten Gateway-Technologien und die finanzielle Mittel dafür in die Entwicklung einer dauerhaften Präsenz auf der Mondoberfläche einfließen zu lassen.

Die Module sind allerdings für den Einsatz in der Schwerelosigkeit konzipiert. Es wären also eine massive Umplanung als Oberflächen-Habitat und hohe Umrüstungskosten nötig.

Ohne das Gateway in der strategisch günstigen Halo-Umlaufbahn (NRHO) entfällt nicht nur ein stabiler Kommunikations-Hub für den Südpol des Mondes und eine kontinuierliche Sicht auf diesen, sondern auch die Basis für Langzeitmissionen. Statt auf bis zu 90 Tage im All ist der Aufenthalt der Crew in der Orion-Kapsel auf maximal 21 Tage limitiert. Besonders für Langzeitmissionen auf der Mondoberfläche wäre die Station ein wichtiger Vorteil.

Lunar Gateway als Milliardengrab?

Die ersten Elemente des Gateways sollten voraussichtlich 2027 starten, wodurch der operative Betrieb erst ab 2028 möglich gewesen wäre. In den ursprünglichen astronautischen Mondlandeplänen spielte die Mond-Raumstation ohnehin keine Rolle, da Raumschiff und Landefähre auch während Artemis III ( mittlerweile Artemis IV ) ohne Zwischenstopp am Gateway aneinander andocken sollen.

Das Gateway-Programm hätte laut einer Analyse des spanischen Tech-Nachrichtenmagazins Tyn die internationale Zusammenarbeit gestärkt und einen beitragsbasierten Rahmen geboten, wie es von der ISS bekannt ist.

Der Stopp (und die mögliche Streichung) schwächt das Modell, verlagert die Zusammenarbeit hin zu eher bilateralen oder missionsspezifischen Vereinbarungen und untergräbt das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und die langfristige Programmführung der USA.

Gestärkt wird durch die Neuausrichtung hingegen das kommerzielle Weltraum-Ökosystem. Immerhin will die Nasa ab 2027 monatliche robotische Mondlandemissionen im Zuge ihres kommerziellen lunaren Nutzlastprogramms CLPS durchführen.

Die Anfangsinvestitionen der Nasa für das Gateway beliefen sich für die Jahre von 2019 bis 2025 auf etwa 4,4 Milliarden US-Dollar. Weitere Milliarden waren bis zum Ende des Jahrzehnts veranschlagt.

Dem gegenüber soll das Infrastrukturprogramm für die Mondoberfläche einen Umfang von etwa 20 Milliarden US-Dollar haben. Immerhin stärkt die Verlagerung hin zu einer vorrangigen Oberflächenarchitektur (Surface First) die Bedeutung des Aufbaus einer Mondbasis am lunaren Südpol . Dort will auch China eine Station errichten und wird mit der bevorstehenden robotischen Mission Chang'e-7 ab Sommer 2026 nach Wassereis suchen.

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  • 18. April 2026 um 14:31

Full Self Driving: Tesla rät zu "Geduld" nach 7 Jahren Wartezeit auf FSD

Von Tobias Költzsch
Ein niederländischer Model-3 -Besitzer hat Tesla 2019 6.400 Euro für FSD gezahlt – wird es aber wohl nicht bekommen.
FSD (Supervised) in einem Model 3 (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
FSD (Supervised) in einem Model 3 Bild: Friedhelm Greis/Golem

Der Niederländer Mischa Sigtermans hat bei Tesla nachgefragt, wann er Full Self Driving (FSD) für sein 2019 gekauftes Model 3 bekommen werde. Das berichtet Electrek . Hintergrund ist, dass die niederländische Zulassungsbehörde das teilassistierte autonome Fahren FSD (Supervised) von Tesla erstmals in Europa zugelassen hat. Allerdings bekommen Besitzer von Tesla-Modellen mit der HW3-Hardware kein FSD.

Um ein solches Fahrzeug handelt es sich bei Sigtermans Model 3. Auf die Frage beim Tesla-Kundenservice, wann sein HW3-Auto FSD bekommt, konnte ihm kein Zeitpunkt genannt werden – und auch nicht, ob es überhaupt erscheinen werde.

Als er nach dem versprochenen kostenlosen Hardware-Upgrade fragte, wurde ihm geantwortet, dass es diesbezüglich keine Informationen für Europa gäbe. Elon Musk hatte Anfang 2025 erklärt, dass FSD nicht auf HW3 laufen würde und die Hardware ausgetauscht werden müsse.

Sigtermans solle sich einfach noch gedulden

Nachdem Sigtermans dem Bericht zufolge gebeten hatte, mit einem Tesla-Sprecher verbunden zu werden, wurde ihm als finale Antwort mitgeteilt, dass er sich einfach noch gedulden müsse. Anschließend wurde der Anruf beendet und die Support-Anfrage als gelöst geschlossen.

Sigtermans hatte bereits zuvor eine Kampagne gestartet, in der er weitere Betroffene für eine Sammelklage sucht. Bislang sollen sich um die 3.000 Besitzer von HW3-Teslas gemeldet haben, die jeweils 6.800 Euro an Schadensersatz fordern. Die Forderung soll als EU-Sammelklage eingereicht werden.

Beim Kauf hatte Sigtermans das Geld für FSD bezahlt, nicht FSD Supervised, wie der Dienst nun genannt werden muss. Trotz des Namens handelt es sich nicht um autonomes Fahren; Fahrer müssen weiterhin bereit zum Eingreifen sein. Sigtermans besteht aber offenbar darauf, für sein Geld echtes FSD zu bekommen.

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  • 18. April 2026 um 13:40

Rechenzentren: Tech-Firmen sollen gegen Informationspflicht lobbyiert haben

Von Tobias Költzsch
Details zur Umweltbilanz von Rechenzentren in Europa sind unter Verschluss – offenbar haben Tech-Konzerne erfolgreich Lobby betrieben.
Ein Rechenzentrum von Amazon nahe Saragossa in Spanien (Bild: VALENTIN BONTEMPS/AFP via Getty Images)
Ein Rechenzentrum von Amazon nahe Saragossa in Spanien Bild: VALENTIN BONTEMPS/AFP via Getty Images

Tech-Konzerne wie Microsoft und Amazon sollen durch Lobbyarbeit eine entscheidende Änderung an der Informationspflicht zu Rechenzentren erreicht haben. Wie die Zeit berichtet, sollen in den entsprechenden Vorschriften Geheimhaltungsklauseln zu Umweltaspekten durchgesetzt worden sein, die wortgleich mit Vorschlägen von Microsoft und der Lobbyvereinigung Digital Europe sind.

Digital Europe gehören unter anderem Amazon, Google und Meta an. Den Recherchen zufolge wurde das europäische Gesetz, demzufolge Unternehmen Kennzahlen wie Wasserverbrauch und Energieeffizienz von Rechenzentren an die Kommission melden und so offenlegen müssen, 2024 auf Druck der Branche geändert.

Seitdem gelten diese Informationen als vertraulich und dürfen nicht mehr für einzelne Rechenzentren veröffentlicht werden. Zahlreiche von der Zeit befragte Rechtsexperten sehen in dieser Vorgehensweise einen Bruch der Transparenzvorschriften der EU sowie der Aarhus-Konvention. Diese regelt den Zugang zu Umweltinformationen.

Mitgliedstaaten sollen Informationen nicht weitergeben

Der Recherche zufolge soll ein Vertreter der Kommission den Mitgliedstaaten sogar nahegelegt haben, Informationsanfragen aus der Öffentlichkeit zu einzelnen Rechenzentren abzulehnen.

2023 wurde die Energieeffizienz-Richtlinie der EU überarbeitet, um der wachsenden Anzahl an Rechenzentren in Europa gerecht zu werden. Diese benötigen eine große Menge an Energie; für die Kühlung der Anlagen ist zudem viel Wasser notwendig. Anfang 2024 haben Microsoft und Digital Europe identische neue Artikel vorgeschlagen, die eine Geheimhaltung der entsprechenden Informationen enthielten.

Die Formulierung fand sich in der überarbeiteten Richtlinie schließlich nahezu wortgleich wieder. Auf Nachfrage der Zeit erklärt die Kommission, dass ihr Vorschlag immer eine Vertraulichkeitsklausel enthalten habe. Doch auch auf andere Regelungen sollen Tech-Konzerne Einfluss genommen haben, etwa bezüglich der Genehmigungen von größeren Bauvorhaben.

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  • 18. April 2026 um 13:05

Störungsmeldung vom 18.04.2026 12:32

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
18.04.2026 12:32
Region
Mainz (06131)
Provider
1&1
Zugangsart
VDSL

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  • 18. April 2026 um 12:32

Developer-Häppchen fürs Wochenende – Kleinere News der Woche

Von Heise
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova / Shutterstock.com)

Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Azure MCP Server, Angular, nbgitpuller, MantisBT, ESLint, Servo, NiFi, Symfony und GitLab.

In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • Microsoft veröffentlicht Azure MCP Server 2.0 als stabile Version [1] und führt vor allem die Möglichkeit ein, den Server selbst gehostet und remote als zentralen Dienst für die eigenen Teams zu betreiben. Zusätzlich bringt das Update mehr Sicherheit, bessere Performance sowie erweiterte Unterstützung für Unternehmens- und Compliance-Szenarien.
  • VoidZero stellt einen experimentellen Angular-Compiler [2] vor, der mithilfe von AI und einer Rust-basierten Toolchain (Oxc) entwickelt wurde und offenbar deutlich schnellere Kompilierzeiten erreichen kann. Neu ist vor allem der Ansatz, Template-Compilation direkt in Rust statt über den TypeScript-Compiler umzusetzen, was je nach Projekt spürbare Geschwindigkeitsvorteile bringen soll.
  • nbgitpuller [3], ein Tool zum einfachen Verteilen von Jupyter-Notebooks per Link, erhält eine überarbeitete User Experience (UX) mit kontextbezogenen Fehlermeldungen, die Probleme beim Synchronisieren verständlicher erklären sollen. Zudem führen neue Optionen wie „Proceed without syncing“ und „Backup and resync“ wohl zu einem einfacheren Umgang mit Fehlern und weniger Abhängigkeit vom Terminal.
  • MantisBT, ein Open-Source-Bugtracker zur Verwaltung von Fehlern und Aufgaben in Softwareprojekten, hebt mit Version 2.29 [4] die Mindestanforderung auf PHP 8.1 an und stellt die Unterstützung für ältere Versionen wie PHP 7.4 und 8.0 ein.
  • Das Tool für statische JS-Codeanalyse ESLint ist in Version 10.2.0 [7] erschienen. Es bietet durch die neue Eigenschaft meta.languages Support für an Sprachen orientierte Regeln: Autorinnen und Autoren von Regeln können damit explizit festlegen, für welchen Sprachen eine Regel gültig ist. Sollte sie für eine nicht unterstützte Sprache aktiviert werden, gibt ESLint einen Laufzeitfehler aus.
  • Die in Rust geschriebene Browser-Engine Servo ist mit dem 0.1.0-Release als Library auf crates.io [8] verfügbar. Derzeit plant das Team jedoch nicht, den Demobrowser servoshell, der die Engine nutzt, ebenfalls auf crates.io zu veröffentlichen.
  • Die Plattform zur Datenflussautomatisierung Apache NiFi 2.9.0 führt Konnektoren ein [9] und bietet eine Anbindung an Google Cloud Storage für das Tabellenformat Apache Iceberg.
  • Symfony UX [10], die Frontend-JavaScript-Libraries für das PHP-Framework Symfony, räumt in Version 3.0 vor allem Altlasten auf, die in Version 2.x bereits als veraltet (deprecated) gekennzeichnet waren, darunter die Pakete Swup, LazyImage, Typed und TogglePassword.
  • GitLab und Google Cloud geben den Ausbau ihrer Partnerschaft [11] bekannt: Developer-Teams können nun agentische Projekte auf der Basis von Googles Vertex AI in ihre DevSecOps-Workflows bei GitLab integrieren. Zudem können Unternehmen das GitLab AI Gateway direkt in der Google Cloud betreiben.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [12].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11255598

Links in diesem Artikel:
[1] https://devblogs.microsoft.com/azure-sdk/announcing-azure-mcp-server-2-0-stable-release/
[2] https://voidzero.dev/posts/oxc-angular-compiler
[3] https://blog.jupyter.org/better-sharing-ux-with-nbgitpuller-and-contextual-error-handling-18eb5c83dc1b
[4] https://mantisbt.org/blog/archives/mantisbt/827
[5] https://enterjs.de/ai.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ejs_ai.empfehlung-ho.link.link&LPID=34830
[6] https://enterjs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ejs_ai.empfehlung-ho.link.link&LPID=34830#AI
[7] https://eslint.org/blog/2026/04/eslint-v10.2.0-released/
[8] https://servo.org/blog/2026/04/13/servo-0.1.0-release/
[9] https://cwiki.apache.org/confluence/display/NIFI/Release+Notes#ReleaseNotes-Version2.9.0
[10] https://symfony.com/blog/symfony-ux-3-0-0-released
[11] https://about.gitlab.com/de-de/blog/gitlab-and-vertex-ai-on-google-cloud/
[12] mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer-H%C3%A4ppchen
[13] mailto:who@heise.de

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  • 18. April 2026 um 09:23

(g+) Tipps für die Jobsuche - Teil 3: Die fünf typischen Bewerberfehler und wie man sie vermeidet

Von Markus Kammermeier
Im letzten Teil dieser Reihe blicken wir auf die häufigsten Fehler, befassen uns mit KI als Helfer und geben einen 3-Schritte-Plan für eine erfolgreiche Bewerbung.
Einen Job auf Knopfdruck finden? Schön wär's. (Bild: niekverlaan/Pixabay)
Einen Job auf Knopfdruck finden? Schön wär's. Bild: niekverlaan/Pixabay

Bei vielen, die heute einen Job suchen, ist das letzte Mal schon lange her. Inzwischen hat sich einiges geändert: wie Firmen suchen, wie Bewerber sich präsentieren müssen. Wir wollen ITlern auf Jobsuche zu besseren Bewerbungschancen verhelfen.

In Teil 1 dieser Reihe ging es vor allem um die Art, wie Bewerber sich heute präsentieren sollten (g+) , in Teil 2 um den Bewerbungsprozess inklusive ATS (g+) . Der dritte befasst sich nun damit, was Bewerber alles falsch machen können und wie sich KI sinnvoll einsetzen lässt.

Golem Plus Artikel

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  • 18. April 2026 um 10:00

Klimakrise: Planet im Stress

Von Dirk Eidemüller
Der Mensch beeinflusst den Zustand der Erde nicht nur durch den Ausstoß von Treibhausgasen. Neue Forschung zeigt, wie dringend wir gegensteuern müssen.
So sah die Erde für die Astronauten der Artemis-II-Mission aus. (Bild: Nasa)
So sah die Erde für die Astronauten der Artemis-II-Mission aus. Bild: Nasa

Dieser Golem-Plus-Text ist 24 Stunden lang frei verfügbar.

Immer wieder wird infrage gestellt, ob der Einfluss des Menschen auf unseren Planeten einzigartig ist. Mitunter wird bestritten, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird – obwohl die wissenschaftliche Beweislage eindeutig ist und mit elementaren physikalischen Kenntnissen vom Prinzip her nachvollzogen werden kann.

Doch neben den steigenden Temperaturen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Parameter, bei denen sich der negative Einfluss des Menschen bemerkbar macht. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat das in seinem Planetary Health Check ausführlich untersucht.

"Bei den meisten planetaren Belastungsgrenzen spitzt sich die Lage weiter zu," sagt Boris Sakschewski , Wissenschaftler am PIK . "Letztes Jahr wurden sieben von neun planetaren Belastungsgrenzen überschritten, eine mehr als im Vorjahr. Hierbei handelt es sich um die Ozeanversauerung, die jetzt ebenfalls den als sicher erachteten Bereich verlassen hat."

Alarmierendes Bild

Insgesamt zeichnet der Bericht ein alarmierendes Bild. Nur bei zwei Belastungsgrenzen gibt es positive Entwicklungen: Sowohl bei der Ozonschicht als auch bei den Aerosolen bleibt die Lage konstant beziehungsweise hat sich sogar leicht verbessert. "Dazu muss man wissen, dass dies kein Zufallsergebnis ist, sondern das Ergebnis internationaler Abkommen, die über die Jahre und Jahrzehnte sehr positive Wirkung gezeigt haben. Die Ozonschicht, die uns vor der UV-Strahlung der Sonne schützt, war durch die Fluorchlorkohlenwasserstoffe aus Kühlschränken, Klimaanlagen, Spraydosen etc. teilweise schon stark zersetzt worden. Das Montreal-Abkommen hat diese Stoffgruppe streng geregelt und dadurch zum Schutz der Ozonschicht geführt," sagt Sakschewski. Ähnlich sieht es mit internationalen Abkommen aus, die etwa den Einsatz stark aerosolproduzierender Treibstoffe im Schiffsverkehr regulieren.

Doch bei den anderen Belastungsgrenzen bleiben solche internationalen Abkommen leider aus – beziehungsweise gestaltet sich die Diplomatie als äußerst schwerfällig. "Eines der Kardinalprobleme ist natürlich der Klimawandel" , sagt der Forscher. "Er sorgt für eine Bandbreite von Problemen von Wetterextremen bis zum Meeresspiegelanstieg."

Die menschengemachten Treibhausgasemissionen sind der größte Treiber für Umweltprobleme und den Verlust von Biodiversität.

Die Forscher identifizierten aber noch weitere Belastungsgrenzen. Jede für sich kann unseren Planeten destabilisieren. So ist zum Beispiel die Ozeanversauerung ein Prozess, der ebenfalls durch CO₂-Emissionen angetrieben wird. Diese Grenze wurde nun erstmalig überschritten.

Durch den steigenden CO₂-Gehalt in der Atmosphäre wird auch mehr CO₂ im Ozeanwasser gelöst. Das führt primär zur Versauerung, also mehr Kohlensäure im Wasser, und sorgt dafür, dass bestimmte Lebewesen wie Muscheln oder manche Korallen ihre kalkhaltigen Schalen nicht mehr wie gewünscht ausbilden können – einfach, weil das etwas saurer gewordene Wasser den Kalk angreift.

Unterschiedliche Wassertemperaturen haben auch eine Auswirkung auf die Versauerung. Während kälteres Wasser mehr CO₂ aufnehmen kann und daher stärker von Versauerung betroffen ist, spielt in wärmeren Regionen die Kombination aus höheren Temperaturen, geringerer Pufferkapazität und weiteren Stressfaktoren – etwa durch marine Hitzewellen – eine große Rolle. Diese unterschiedlichen regionalen Bedingungen verstärken insgesamt den Druck auf marine Ökosysteme weltweit.

Das hat auch massive Auswirkungen auf Korallenriffe. Die Korallenbleichen werden zwar durch zu hohe Temperaturen hervorgerufen. Aber bei einem steigenden Säuregehalt geht vielerorts auch die Fähigkeit zur Regeneration verloren, weil dies die Bildung der Kalkskelette behindert.

Biodiversität schützt

"Auch bei den anderen Belastungsgrenzen sehen wir stabil schlechte Trends, etwa beim Eintrag menschengemachter Substanzen, den biogeochemischen Kreisläufen oder bei der Integrität der Biosphäre" , sagt Sakschewski. Diese Faktoren hängen alle eng zusammen.

So ist etwa das Ausbringen von Pestiziden oder Düngemitteln mit dem Verlust von Biodiversität verknüpft. Und damit gehen auch wichtige Selbstheilungskräfte von Ökosystemen verloren, die wir gerade bei steigenden Temperaturen dringend brauchen.

Der Forscher appelliert deshalb: "Wir müssen alle besser werden, was den Schutz des Klimas und der Umwelt betrifft. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass Klimaschutz gleichzeitig Umweltschutz ist und umgekehrt."

Resiliente Ökosysteme können dem Klimawandel besser standhalten und ihn abmildern. Neben einer schnellen und massiven Reduzierung der Treibhausgasemissionen benötigen wir also ausgedehnte Naturschutzgebiete – sowohl zu Land wie auf den Weltmeeren.

Doch beim Blick in die Erdgeschichte zeigt sich, dass immer wieder Massenaussterben und große Veränderungen in der Biosphäre stattgefunden haben. Das wirft die Frage auf: Lassen sich solche Veränderungen mit dem aktuellen Einfluss des Menschen vergleichen?

Diesem Problem geht ein anderes Team um Simon Darroch vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt nach . Zu diesem Team gehören Expertinnen und Experten aus ganz unterschiedlichen Disziplinen – von der Geochemie über die Paläontologie bis hin zur Klimaforschung.

Darroch sagt: "Wir haben nach zahlreichen Diskussionen herausgefunden, dass wir zwischen zwei Ebenen unterscheiden müssen: dem klassischen 'Ecosystem Engineering' und dem 'Earth System Engineering'."

Ersteres beschreibt, wie manche Lebewesen durch ihre Tätigkeit lokal ihr ganzes Ökosystem mitgestalten. Ein Beispiel hierfür ist der Biber, der durch den Bau von Dämmen seine Umgebung unter Wasser setzt und dadurch Auenlandschaften erzeugt. Das schafft Lebensraum für zahlreiche andere Arten.

Ein anderes Beispiel sind die Herden großer pflanzenfressender Tiere, die Gras- und Savannenlandschaften erzeugen. Dazu zählen nicht nur Ziegen, Büffel oder Elefanten, sondern etwa vor vielen Jahrmillionen auch die Sauropoden, die zu den pflanzenfressenden Dinosauriern zählen. Doch auch wenn diese Tiere ganze Landschaften verändern können, ist ihr Einfluss auf die gesamte Erde doch sehr begrenzt.

Genau darum geht es beim Earth System Engineering. Das sind Prozesse, die wichtige Parameter auf dem ganzen Planeten verschoben haben, also global und über viele Jahrmillionen. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Große Sauerstoffkatastrophe. Vor rund 2,4 Milliarden Jahren wurde sie durch Cyanobakterien hervorgerufen, die große Mengen an Sauerstoff erzeugten, der sich dann in der Atmosphäre anreicherte. Bis dahin bestand die Erdatmosphäre vor allem aus Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf.

Massenaussterben und warum es verhindert werden sollte

Der Sauerstoff war für viele Lebewesen giftig, da sie ihn nicht gewohnt waren. "Das hat vermutlich zu einem Massenaussterben vieler – damals noch primitiver – Spezies geführt" , erklärt Darroch. Auf der anderen Seite hat das Aufkommen von frei verfügbarem Sauerstoff aber erst die Evolution ganz neuer Spezies ermöglicht. Die Große Sauerstoffkatastrophe ist vermutlich das heftigste Einzelereignis, das man zum Earth System Engineering zählt.

Neben der Sauerstoffproduktion zählen zum Earth System Engineering zum Beispiel auch das Bilden von dichten Wäldern – die das Klima des ganzen Planeten beeinflussten – oder die Durchmischung von Bodenschichten durch Bodentiere wie Würmer und Ameisen. Auf diese Weise haben Wälder über die Jahrmillionen gigantische Mengen Kohlendioxid aus der Luft aufgenommen und im Untergrund fixiert. Aktuell ist die Menschheit dabei, diese fossilen Energieträger rasant wieder in großem Maßstab in die Atmosphäre zu befördern.

Damit ändern sich die planetaren Rahmenbedingungen – wie oben bei den planetaren Belastungsgrenzen angesprochen. "Viele Spezies sterben aus, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern – vor allem, wenn sie sich sehr rasch ändern" , so Darroch. "Andere wiederum schaffen es, sich anzupassen. Dann können auch neue Arten entstehen, wenn ökologische Nischen frei werden. Uns interessiert dabei insbesondere, welche dieser Prozesse welche ökologischen Folgen hatten. Also wir wollen untersuchen, inwiefern die Prozesse für die Weiterentwicklung des Lebens hinderlich waren oder das Entstehen neuer Arten befördert haben."

Unwiederbringlich verloren

Die Wissenschaftler wollen eine umfangreiche Datenbank erstellen, um solche Fragen in einfachen und didaktisch illustrativen Grafiken darstellen zu können, und zwar über Hunderte Millionen Jahre. Dazu müssen sie viele fossile Daten auswerten. Es wird interessant sein zu sehen, inwieweit der menschliche Einfluss damit vergleichbar ist.

Dabei ist stets zu bedenken, dass es viele Jahrtausende oder gar Jahrmillionen dauert, bis sich neue Spezies entwickeln und an neue Rahmenbedingungen anpassen. Für unsere Kinder und Enkel und für viele weitere Generationen sind deshalb nicht nur die einmal verlorenen Spezies unwiederbringlich verloren. Es wird geradezu ewig dauern, bis Menschen wieder eine derart vielfältige und artenreiche Natur erleben können – falls es dann noch Menschen gibt.

Dirk Eidemüller ist freiberuflicher Wissenschaftsjournalist in Berlin. Er schreibt vor allem über Naturwissenschaft, Technik, Energie- und Klimathemen.

Dieser Artikel erscheint bei Golem Plus, weil ...
... er anhand aktueller Forschung globale Zusammenhänge und die langfristigen Konsequenzen umweltschädlichen menschlichen Handelns beschreibt und damit zu einem tieferen Verständnis der Klimawandelfolgen beiträgt.

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  • 18. April 2026 um 09:00

Apple-Läden bekommen Hardware zum Zurücksetzen der Apple Watch

Von Heise
Apple Watch Series 11

Eine Apple Watch der Series 11 zeigt den Schlafwert.

(Bild: Apple)

Mangels physischem Zugang können User Apples Computeruhr nicht komplett resetten. Die Läden bislang auch nicht – das soll sich nun ändern.

Wer seine Apple Watch „kaputtgespielt“ hat, steht derzeit vor einem Problem: Es gibt im Gegensatz zu den meisten anderen Apple-Geräten keine Möglichkeit, die Computeruhr in allen Fällen zurückzusetzen und einem Software-Restore zu unterziehen. Der Grund: Der physische Zugriff per Kabel ist Nutzern nicht möglich, die Apple Watch wird drahtlos aufgeladen und auch drahtlos mit Software beschickt (via WLAN oder Mobilfunk) und ist daher besonders geschützt. In der Uhr versteckte sich zwar vor einigen Jahren ein interner Anschluss [1], der war aber nur für Apple selbst zugänglich und soll seit der Series 7 [2] nicht mehr existieren. Deshalb ist Spezialtechnik notwendig, die Apple bislang nur in seinen eigenen Reparaturzentren vorhielt. Weder Apples Ladengeschäfte noch autorisierte Servicepartner (ASPs) hatten die Hardware. Einem Bericht zufolge soll sich das allerdings künftig ändern.

„Repair Dock“ im Anflug

Apple-Retail-Quellen, die mit Macrumors gesprochen haben, gaben an, dass die Computeruhr bei Software-Fehlern demnächst nicht mehr an ein Servicezentrum des Konzerns eingeschickt werden müsse, was ASPs und Apple-Läden derzeit noch zugemutet wird.

Derzeit wird demnach ein sogenanntes Repair Dock [3] vorbereitet, das mit einem Mac verbunden wird, der dann die Software auf der Apple Watch wiederherstellen kann. „Software-basierte Reparaturen gehen so viel schneller”, hieß es. Dazu gehören Probleme bei Updates, die zum Bricking führen, Bootschleifen und andere Software-Fehler.

Wiederherstellung durch Nutzer – aber nicht immer

Zwar kann seit watchOS 8.5 und iOS 15.4 [4] ein Drahtlos-Restore via iPhone angestoßen werden. Dieser funktioniert allerdings bei weitem nicht in allen Fällen. So muss ein spezieller Restore-Prompt auf der Watch auftauchen. Bei schwerwiegenden Problemen wird dieser aber erst gar nicht erreicht und Apples Spezialtechnik muss her. Aktuell ist noch unklar, ab wann die Repair Docks an die Apple-Läden und Reparaturpartner verschifft werden.

Nutzer dürften es merken, wenn sie plötzlich nicht mehr bis zu einer Woche (oder auch länger) warten müssen und der Apple-Supporter im Store die Wiederherstellung am selben Tag durchführen kann. Welche Hardware genau in den Geräten steckt, ist unbekannt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11261193

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Apple-Watch-kann-angeblich-ueber-versteckten-Anschluss-geladen-werden-2632217.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-Watch-Series-7-groesseres-Display-flacheres-Gehaeuse-6191947.html
[3] https://www.macrumors.com/2026/04/15/apple-stores-apple-watch-software-restore/
[4] https://www.heise.de/news/Mit-iOS-18-iPhone-kann-iPhone-16-wiederherstellen-9947036.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
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  • 17. April 2026 um 13:56

OpenAI kontert Anthropic mit großem Codex-Update

Von Heise
OpenAI-Logo auf Bildschirm, davor Hand mit Smartphone in Silhouette

(Bild: Henry Franklin / Shutterstock.com)

OpenAI rüstet Codex auf: Der Assistent steuert nun andere Apps, merkt sich Vorlieben und übernimmt laufende Arbeit im Hintergrund.

OpenAI hat seine Codex-Anwendung für Desktops mit einem großen Update erweitert. Die wichtigste Neuerung ist die Computernutzung im Hintergrund: Codex soll Anwendungen auf dem eigenen Rechner direkt bedienen können, indem es Bildschirminhalte erkennt, klickt und Texte eingibt. Laut OpenAI können mehrere Agenten parallel im Hintergrund arbeiten, ohne andere Apps zu stören. Die Funktion ist zunächst auf macOS beschränkt und soll bald auch in der EU verfügbar werden.

Zusätzlich arbeitet die Codex-Anwendung künftig direkt mit dem Web: Eine integrierte Browseransicht erlaubt es, Seiten zu kommentieren und dem Agenten so gezielt Anweisungen zu geben. Die Anwendung kann nun zudem Bilder generieren und direkt im Arbeitsprozess verfeinern, etwa für Entwürfe von Benutzeroberflächen, Mockups oder Spielgrafiken. Ergänzend baut OpenAI die Integration in bestehende Werkzeuge aus: Mehr als 90 neue Plug-ins verbinden Codex mit Diensten wie Jira, GitLab Issues oder der Microsoft Suite. So kann der Assistent mehr Kontext aus verschiedenen Anwendungen einbeziehen und darüber auch Aktionen ausführen.

OpenAI bringt zudem eine Vorschau auf eine Erinnerungsfunktion: Die Anwendung kann sich künftig Vorlieben, Korrekturen und bereits gesammelte Informationen merken. Das soll helfen, künftige Aufgaben schneller und mit weniger zusätzlicher Anleitung zu erledigen. Darauf aufbauend soll die App proaktiv Vorschläge machen, etwa für nächste Arbeitsschritte, und relevante Aufgaben aus verschiedenen Diensten bündeln und priorisieren. Die meisten dieser Funktionen werden ab sofort verfügbar gemacht, die Erinnerungsfunktion soll in der EU in Kürze folgen.

Mit Codex Richtung „Super-App“

Das Codex-Update ist Teil einer größeren Strategie, die die Entwicklung einer „Super-App“ [1] vorsieht, die die Coding-Plattform Codex, den Chatbot ChatGPT und den Atlas-Browser [2] in einer einzigen Desktop-Anwendung kombinieren soll.

Ähnliche agentische Arbeitsfunktionen wie OpenAI bündelt Anthropic bereits in seiner Claude-App mit Cowork und Claude Code. Mit dem jüngsten Codex-Update schließt OpenAI nun in mehreren Bereichen zum großen Konkurrenten auf, setzt aber auch eigene Akzente. Anthropic hatte mit „Computer Use“ bereits im Oktober 2024 den Grundstein gelegt und die Funktion im März 2026 auch in Claude Cowork und Claude Code integriert [3]. OpenAI zieht mit vergleichbaren Funktionen in der Codex-App nach, hebt dabei aber vor allem die parallele Hintergrundarbeit mehrerer Agenten und die Fähigkeit hervor, Aufgaben über längere Zeiträume eigenständig fortzuführen.

Die Ankündigung erfolgte am selben Tag wie die Veröffentlichung von Opus 4.7 [4], Anthropics neuestem Modell.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262364

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/OpenAI-Super-App-soll-ChatGPT-und-andere-KI-Funktionen-zusammenfuehren-11219286.html
[2] https://www.heise.de/tests/ChatGPT-Atlas-ausprobiert-Browser-mit-ganz-viel-KI-und-einigen-Schwachstellen-11074084.html
[3] https://www.heise.de/news/Claudes-Computer-Use-kommt-in-Cowork-und-Code-11222192.html
[4] https://www.heise.de/news/Befolgt-Anweisungen-substanziell-besser-Anthropic-gibt-Opus-4-7-frei-11261267.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 17. April 2026 um 13:42

Apple erhöht Recycling-Anteil in Produkten – aber immer noch nur bei 30 Prozent

Von Heise
Goldig: Leiterplatten bestehend aus Recylingmaterial

Goldig: Leiterplatten bestehend aus Recylingmaterial. Die Vergoldung ist bereits bei 100 Prozent.

(Bild: Apple)

Es gibt durchaus Materialien, bei denen Apple zu 100 Prozent auf Recyclinganteil setzt. Über die gesamte Produktpalette hinweg sind es jetzt 30 Prozent.

Apple will die Quote an recycelten Rohstoffen und Herstellungsmaterialien, die für seine Produkte verwendet werden, weiter erhöhen. Der Konzern teilte im Rahmen seines neuen „Umweltfortschrittsberichts“ mit, den bislang „höchsten Anteil an recycelten Materialien aller Zeiten in seinen Produkten” erreicht zu haben. Das Problem: Über die gesamte Modellpalette sind dies bislang nur 30 Prozent. Allerdings gibt es bei einzelnen Gerätebestandteilen eine deutlich höhere Quote.

Kobalt, Gold, Papier

In Verpackungen will Apple schon seit längerem keinen Kunststoff mehr verwenden, dies wurde nun auch bei den letzten noch verbliebenen Geräten umgesetzt. Die Verpackungen auf Faserbasis könnten problemlos recycelt werden, zum Anteil an Altpapier machte Apple keine Angaben, Frischpapier werde aber „verantwortungsvoll“ beschafft. In Akkus sollen „ab sofort“ 100 Prozent recyceltes Kobalt stecken. Die seltenen Erden für Magneten sind ebenfalls zu 100 Prozent wiedergewonnen – das ist angesichts weltweiter Verknappungen auch wirtschaftlich sinnvoll.

Bei Leiterplatten verwendet Apple nun zu 100 Prozent recycelte Vergoldungen samt Lötzinn. Apple gab an, durch Verpackungsumstellungen „mehr als 15.000 Tonnen Plastik“ eingespart zu haben. Besonders große Kartons lassen sich für das Recycling zusammenfalten. Displayschutzfolien wurden durch papierbasierte Materialien ersetzt oder ganz weggelassen.

Müll maschinell erfassen

Apple berichtet im Umweltfortschrittsbericht, der hier nachgelesen [1] werden kann, auch über neuartige Recyclinganlagen. Im sogenannten Advanced Recovery Center in Kalifornien steht demnach „Cora“, die dank fortschrittlicher Sensorik eine „Präzisionszerkleinerung” mit höheren Raten der Materialrückgewinnung erlaubt.

„Apple hat zusätzlich A.R.I.S.entwickelt, ein neues, auf maschinellem Lernen basierendes Erkennungssystem, das Recyclingunternehmen dabei unterstützt, Elektronikschrott effizient zu klassifizieren und zu sortieren“, so das Unternehmen. Ein technisches Paper [2] zu dem System wurde frei veröffentlicht. A.R.I.S. läuft auf einem Mac mini, das System wird gerade mit verschiedenen Partnern aus der Müllbranche getestet, um möglichst auch bei anderen Unternehmen zum Einsatz zu kommen. Apple gibt seine Umwelttechnologie traditionell auch an Konkurrenten weiter, falls diese sie wünschen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262217

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.apple.com/environment/
[2] https://machinelearning.apple.com/research/automated-recycling-identification-system
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
[5] mailto:bsc@heise.de

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  • 17. April 2026 um 13:24
Vor vorgesternIT

EU-App zur Altersprüfung: Experten knacken „Sorglos-Paket“ in Minuten

Von Heise
Mobiltelefon in Hand einer Person. Auf dem Handy ist ein Schloss mit EU-Sternchen zu sehen.

(Bild: Pe3k / Shutterstock.com)

Die EU-Kommission will den Jugendschutz im Netz per App revolutionieren. Doch rasch entpuppt sich das Versprechen von Anonymität und Sicherheit als sehr fragil.

Es war als technologischer Meilenstein für den Jugendschutz gedacht: Eine EU-App, die das Alter verifiziert, ohne die Privatsphäre zu opfern [1]. Doch wenige Stunden nach der Vorstellung durch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geriet das Projekt unter Beschuss. Der Security-Experte Paul Moore demonstrierte auf X, wie er das System in weniger als zwei Minuten „knackte“.

Seine Analyse offenbart [2], dass sensible Daten ungeschützt auf dem Gerät bleiben. So werden PIN-Codes unzureichend gesichert, Ratenbegrenzungen lassen sich durch das Zurücksetzen einfacher Konfigurationsdateien aushebeln, die biometrische Authentifizierung ist mit einem Klick deaktivierbar. Moore warnt: „Dieses Produkt wird der Katalysator für einen gewaltigen Datenabfluss sein.“

Der französische Hacker Baptiste Robert bestätigte Moores Funde [3]. Es wäre auch möglich, den PIN-Code oder Touch ID einfach zu überspringen. Der Kryptologe Olivier Blazy sieht ein praktisches Problem: „Nehmen wir an, ich lade die App herunter und beweise, dass ich über 18 bin. Dann kann mein Neffe mein Telefon nehmen, die App entsperren und sie nutzen, um sich selbst als volljährig auszuweisen.“

Die Kommission verteidigt ihr Tool. Eine Sprecherin räumte nur ein, es ließen sich noch Dinge verbessern. Zudem hieß es aus Brüssel, die Hacker hätten eine veraltete Demoversion getestet, was diese aber bestritten. Später kam die Erläuterung, dass auch die online verfügbare „finale Version“ noch eine Demo sei. Das Endprodukt für Bürger werde erst später angeboten, der Code laufend aktualisiert.

Open Source als Korrektiv

Dass diese Lücken überhaupt so schnell gefunden wurden, liegt auch daran, dass die App Open Source ist. Blazy lobt diesen Ansatz. Er moniert aber, dass der Quelltext bisher nicht den erwarteten Sicherheitsstandards entspreche. Ein überstürzter Start könne das Vertrauen in künftige Projekte wie die digitale Identität EUDI [4] untergraben.

Daneben scheint die von der Kommissionschefin versprochene Anonymität fraglich. Experten wie Anja Lehmann vom Hasso-Plattner-Institut widersprechen. Da die App auf Pseudonyme setzt, könnten Website-Betreiber Nutzeraktivitäten über längere Zeiträume verknüpfen. Ein Werbevideo sorgt für Irritation [5]: Es zeigt einen biometrischen Abgleich zwischen Gesichtsscan und Ausweisdokument – ein Verfahren, das von der Leyen bei Plattformbetreibern stets abgelehnt hatte. Judith Simon von der Universität Hamburg mahnt, die Unverknüpfbarkeit sei die Voraussetzung für echte Privatsphäre.

Viele Experten fragen sich, warum die EU eine parallele Infrastruktur zur bereits geplanten EUDI aufbaut. Lehmann hält eine separate App für „wenig sinnvoll“, da sie in wichtigen Sicherheitskriterien von etablierten Standards abweiche. Thomas Lohninger von der NGO Epicenter.works mahnt, die Kommission müsse ihre Initiative überdenken und sich auf die überfällige Durchsetzung bestehender Online-Gesetze konzentrieren.

Nicht zuletzt bleibt das Problem der Wirksamkeit. Tibor Jager von der Uni Wuppertal bezeichnet die Altersprüfung als „trivial zu umgehen“. Mittels VPN-Diensten ließe sich ein Standort außerhalb der EU vortäuschen, wo die Regeln nicht greifen. Der Forscher plädiert statt technischer Barrieren für „digitale Verkehrserziehung“. Die Kommission hält indes am Zeitplan fest. Acht Staatschefs unterstützen den Vorstoß prinzipiell, um soziale Medien für Minderjährige einzuschränken. Da die App noch nicht im regulären Einsatz ist, bleibt Zeit für Korrekturen. Der Weg zum „Goldstandard für Privatsphäre“ ist noch weit.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262838

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/EU-Ausweis-App-fuer-Minderjaehrige-EU-Kommission-macht-Ernst-beim-Jugendschutz-11259317.html
[2] https://x.com/Paul_Reviews/status/2044723123287666921
[3] https://www.politico.eu/article/online-age-checks-are-coming-europe-children-social-media
[4] https://www.heise.de/news/EU-Parlament-beschliesst-Online-Ausweis-beschraenkt-staatliche-Root-Zertifikate-9643681.html
[5] https://www.youtube.com/watch?v=ULFTrTznG7Y
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[7] mailto:mki@heise.de

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  • 17. April 2026 um 18:33

Android 13 erreicht Support-Ende: Millionen Geräte betroffen

Von Heise
Android 13 Logo auf Smartphone

Aus für Android 13.

(Bild: DANIEL CONSTANTE / Shutterstock.com)

Android 13 ist raus. Google hat schon Anfang März den Support für die im Jahr 2022 veröffentlichte OS-Version eingestellt.

Seit Anfang März 2026 und damit etwa dreieinhalb Jahre nach Einführung der Android-Version im August 2022 – zunächst für Pixel-Geräte – [1], hat Google die Entwicklung und Verteilung von Sicherheitspatches eingestellt. Das Betriebssystem ist aber immer noch weit verbreitet – Nutzerinnen und Nutzer eines Geräts mit dem betagten OS sollten sich tendenziell nach einem neuen Gerät umsehen.

Keine Sicherheitspatches mehr

Knapp ein Jahr nachdem Google die Verteilung von Sicherheitspatches für Android 12 und 12L beendet [2] hat, steht nun die nächste Android-Version vor dem Aus. Das bedeutet, dass Smartphones und Tablets, für die Android 13 das letzte Update war, keine Sicherheitsupdates für das Kernbetriebssystem mehr erhalten. Schon im Sicherheitsbulletin vom März 2026 [3] fehlte ein Hinweis auf Android 13. Und da Google seit Juli 2025 nur noch quartalsweise Sicherheitspatches ausliefert [4], könnte der Patch vom Dezember 2025 [5] gar schon der allerletzte für die OS-Version gewesen sein. Eventuelle kritische Sicherheitslücken im Kern des Betriebssystems bleiben damit bestehen. Immerhin werden sowohl Google-Apps und -Dienste als auch bestimmte OS-Komponenten, die Teil von Project Mainline sind, über die Play-Dienste aktualisiert.

Die Verantwortung hinsichtlich der Sicherheit hat Google weitgehend auf die Gerätehersteller übertragen. Nutzer können optional auch auf alternative Android-Versionen wie LineageOS oder /e/OS umsteigen, die aber wiederum auf Sicherheitspatches von Google aus dem AOSP zurückgreifen.

Über 400 Millionen Geräte

Glaubt man den Zahlen zur Android-Versionsverteilung von Google vom Dezember 2025 [6], liegt der Marktanteil von Android 13 noch bei 13,9 Prozent. Das klingt zwar nicht nach viel, behält man jedoch im Blick, dass über drei Milliarden Android-Geräte im Umlauf sind, laufen noch mehr als 417 Millionen auf der betagten OS-Version. Auf Deutschland bezogen, können wir nur die Annäherungswerte von Statcounter [7] heranziehen, denen zufolge hierzulande noch 11,5 Prozent der Geräte auf Android 13 basieren.

Für Besitzer eines Smartphones oder Tablets, das noch mit Android 13 läuft, wäre es nun angesichts des Supportendes des Betriebssystems an der Zeit, sich nach einem Gerät umzusehen, das regelmäßig mit systemrelevanten Sicherheitspatches versehen wird. Derzeit befindet sich das Update auf Android 17 [8] in der Fertigstellung und wird im Juni 2026 erwartet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262547

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Pixels-zuerst-Android-13-ist-fertig-7221039.html
[2] https://www.heise.de/news/Aus-fuer-Android-12-und-12L-Google-beendet-Support-fuer-Millionen-Geraete-10352204.html
[3] https://source.android.com/docs/security/bulletin/2026/2026-03-01?hl=de
[4] https://www.heise.de/news/Schlecht-fuer-Custom-ROMs-Google-aendert-Android-Sicherheitspatch-Strategie-10645581.html
[5] https://www.heise.de/news/Patchday-Attacken-auf-Geraete-mit-Android-13-14-15-und-16-beobachtet-11099576.html
[6] https://www.heise.de/news/Neue-Zahlen-zur-Versionsverteilung-Android-16-mit-7-5-Prozent-Marktanteil-11161849.html
[7] https://gs.statcounter.com/android-version-market-share/all/germany
[8] https://www.heise.de/thema/Android-17
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[10] mailto:afl@heise.de

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  • 17. April 2026 um 14:33

YubiKey Manager: Sicherheitslücke ermöglicht Ausführung untergeschobenen Codes

Von Heise
Zwei-Faktor-FIDO2-Abfrage im Browser auf Laptop vor Matrix-Regen-Hintergrund

(Bild: heise medien /Yubico)

Yubico warnt vor einer Suchpfad-Schwachstelle im YubiKey Manager, libfido2 und python-fido2. Updates korrigieren die Fehler.

Eine Schwachstelle in YubiKey Manager, libfido2 und python-fido2 ermöglicht Angreifern, der Software Schadcode unterzuschieben. Yubico stellt aktualisierte Softwarepakete bereit, die die Lücken stopfen sollen.

Davor warnt Yubico in einer Sicherheitsmitteilung [1]. Für die Open-Source-Projekte YubiKey Manager [2], libfido2 [3] sowie python-fido2 [4] stehen seit Mittwoch dieser Woche aktualisierte Quellen respektive Installer bereit. Sie schließen alle Schwachstellen, die unter Windows aufgrund eines Problems mit dem DLL-Suchpfad auftreten können. Haben Angreifer die Möglichkeit, Dateien im Installationsverzeichnis der betroffenen Software abzulegen, können sie dadurch eigenen Code zur Ausführung bringen.

Die verwundbare Software nutzt die Funktionen LoadLibrary(TEXT("DLL_NAME")), was den Suchpfad nicht auf das System32-Verzeichnis beschränkt. Durch die Nutzung von LoadLibraryExW(L"DLL_NAME", NULL, LOAD_LIBRARY_SEARCH_SYSTEM32) respektive WinDLL("DLL_NAME", winmode=LOAD_LIBRARY_SEARCH_SYSTEM32) korrigieren die Yubico-Entwickler den sicherheitsrelevanten Fehler jedoch. Wenn die betroffene Software mit Administratorrechten auf den Verzeichnissen geschützt ist, würden Angreifer ebenfalls diese Zugriffsrechte benötigen, schränkt Yubico jedoch ein (CVE-2026-40947, CVSS 7.0, Risiko „hoch“). Abweichend von Yubicos Einschätzung stuft MITRE die Lücke [5] lediglich als niedriges Risiko ein (CVSS 2.9, Risiko „niedrig“).

Aktualisierte Software schützt

Yubico empfiehlt Nutzern und Nutzerinnen, auf die fehlerkorrigierten Versionen zu aktualisieren: libfido2 1.17.0, python-fido2 2.2.0 sowie yubikey-manager 5.9.1. Entwickler, die die verwundbaren Bibliotheken in ihren Apps verwenden, sollten die Microsoft-Hinweise zum Schutz vor DLL-Preloading-Angriffen [6] nachvollziehen, um ihre Software vor diesen Arten von Angriffen zu schützen.

Vor rund zwei Jahren hatte Yubico bereits eine Sicherheitslücke in YubiKey Manager geschlossen, die Angreifern die Ausweitung [7] ihrer Rechte im System ermöglichte. Im September 2024 erlangte ein Cloning-Angriff über einen Seitenkanal in der Firmware von Yubikey-Hardware Bekanntheit. Er hat den Namen EUCLEAK [8] erhalten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262018

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.yubico.com/support/security-advisories/ysa-2026-01/
[2] https://developers.yubico.com/yubikey-manager/Releases/
[3] https://github.com/Yubico/libfido2
[4] https://github.com/Yubico/python-fido2
[5] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-40947
[6] https://support.microsoft.com/en-us/topic/secure-loading-of-libraries-to-prevent-dll-preloading-attacks-d41303ec-0748-9211-f317-2edc819682e1
[7] https://www.heise.de/news/FIDO2-Sticks-Luecke-in-Yubikey-Verwaltungssoftware-erlaubt-Rechteausweitung-9690597.html
[8] https://www.heise.de/news/Yubikey-Cloning-Angriff-Offenbar-moeglich-aber-nicht-trivial-9856972.html
[9] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[10] mailto:dmk@heise.de

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  • 17. April 2026 um 12:09

Anthropic stellt Claude Design vor: KI-Werkzeug für Prototypen und Webseiten

Von Heise
Bildschirmfoto von Claude Design

Anthropic hat Claude Design als Research Preview veröffentlicht.

(Bild: Screenshot / heise Medien)

Mit Claude Design präsentiert Anthropic ein experimentelles Werkzeug für Webdesign und Prototyping, das auf dem neuen Modell Claude Opus 4.7 basiert.

Anthropic hat mit Claude Design ein neues KI-Werkzeug [1] für die Gestaltung von Designs, Prototypen, Präsentationen und Webseiten vorgestellt. Das experimentelle Tool, das als Research Preview von Anthropic Labs veröffentlicht wurde, basiert auf dem neuen Modell KI-Modell Claude Opus 4.7 [2]. Es ist für Abonnenten der Abo-Pläne Pro, Max, Team und Enterprise ohne Zusatzkosten verfügbar. Für Enterprise-Organisationen ist Claude Design allerdings standardmäßig deaktiviert und muss von Administratoren in den Organisationseinstellungen erst freigeschaltet werden.

Wenn es um Designfragen ging, war Anthropic bislang zurückhaltend. Die Text-KI beantwortete zwar Fragen zu Bildern. Grafiken oder gar Bilder suchten Nutzer aber vergeblich. Mit den Artefakten bot Anthropic zuletzt immerhin interaktive Komponenten und Diagramme [3] im Chat an.

Entwickler weiter im Fokus

Das ändert sich nun, wobei Anthropic seinem Fokus auf Entwickler treu bleibt [4], aber durchaus auch für Nicht-Entwickler interessant bleibt. In Beispielvideos ist zu sehen, wie zum Beispiel eine Website mit Hintergrundanimation erzeugt wird. Auch bei der Gestaltung von Apps soll die KI behilflich sein. Nutzer können nach einem anfänglichen Prompt mit dem Modell in Interaktion treten und etwa Kommentare in den Rückmeldungen einpflegen, per Chat über das Design diskutieren oder mit KI-generierten Schiebereglern Einfluss auf Abstände, Farben und Layout nehmen.

Wer nicht bei null anfangen möchte, kann vorhandene Designdateien und Programmierprojekte einlesen. Auf diese Weise können bereits favorisierte Farben, Typografie und Komponenten berücksichtigt werden. Auch Bilder, Dokumente aus Word, Excel und PowerPoint oder Code können importiert werden. Per Capture-Tool können zudem Elemente einer vorhandenen Website integriert werden.

Kampfansage an Google

Claude Design erinnert ein wenig an Google Stitch [5], das auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im Jahr 2025 vorgestellt wurde. Allerdings ist das Tool von Anthropic breiter aufgestellt. Und es ermöglicht sogar, erstellte Designs direkt in Claude Code [6] weiterzuverarbeiten. Canva, das ebenfalls KI-Tools für Design im Angebot hat, wurde als erster Export-Partner integriert. Auch Figma ermöglicht inzwischen die Integration externer KI-Modelle für Design-Workflows [7] und kann Designs aus Claude Design weiterverarbeiten.

Mit Claude Design holt Anthropic zum Doppelschlag aus: Zum einen ist es eine Kampfansage gegen Google, das sich im Duell zwischen OpenAI und Anthropic als lachender Dritter zu positionieren schien. Zum anderen trifft es OpenAI an einer Schwachstelle: OpenAI hat zwar eine sehr gute Bild-KI, aber kein vergleichbares Design-Tool. Gerade erst hat OpenAI mit einem großen Codex-Update [8] zum Gegenschlag gegen Claude Code ausgeholt. Es steht zu erwarten, dass OpenAI diese Veröffentlichung nicht lange unbeantwortet lässt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262940

Links in diesem Artikel:
[1]  https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
[2] https://www.heise.de/news/Befolgt-Anweisungen-substanziell-besser-Anthropic-gibt-Opus-4-7-frei-11261267.html
[3] https://www.heise.de/news/Claude-Anthropic-fuehrt-interaktive-Diagramme-und-Visualisierungen-ein-11210565.html
[4] https://www.anthropic.com/news/claude-design-anthropic-labs
[5] https://www.heise.de/news/Kommt-jetzt-Vibe-Design-11224124.html
[6] https://www.heise.de/news/Claudes-Computer-Use-kommt-in-Cowork-und-Code-11222192.html
[7] https://www.heise.de/news/Figma-oeffnet-seine-Designplattform-fuer-externe-KI-Modelle-11222763.html
[8] https://www.heise.de/news/OpenAI-kontert-Anthropic-mit-grossem-Codex-Update-11262364.html
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[10] mailto:mki@heise.de

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  • 17. April 2026 um 18:38

Android 17 Beta 4: Letzte Testversion vor dem finalen Release

Von Heise
Android 17 Release Zyklus

Android 17 ist fast fertig.

(Bild: Google)

Die Entwicklung von Android 17 befindet sich auf der Zielgeraden: Die nun erschienene Beta 4 ist die letzte Testversion vor dem finalen Release.

Etwa drei Wochen nach der Android 17 Beta 3 [1] schiebt Google die Beta 4 heraus. Es ist laut der Entwickler die letzte geplante Betaversion, in den nächsten Wochen könnten noch Patches und Bugfixes erscheinen. Die neue Beta enthält neben wenigen Neuerungen eine lange Liste an Fehlerbehebungen – und das Easter-Egg.

„Du bist auf dem aktuellen Stand“

Nach der Beta 3, die allerhand neue nutzergerichtete Funktionen mit sich brachte, wie etwa die App-Bubbles, sind die Neuerungen in der Beta 4 überschaubar. Lediglich die schon in der April-Version von Android Canary [2] gesichtete neue Nachricht nach dem Entfernen sämtlicher Benachrichtigungen: „Du bist auf dem aktuellen Stand“, begleitet von einem Pokal, ist neu. Die neue Anzeige orientiert sich dabei an Wear OS 6 etwa auf der Pixel Watch, sodass sie über das Ökosystem hinweg einheitlicher anmutet.

Screenshots: Info zu abgearbeiteten Benarchrichtigungn in Android 17 Beta 4 und Android 16 QPR3
Screenshots: Info zu abgearbeiteten Benarchrichtigungn in Android 17 Beta 4 und Android 16 QPR3

Kleine Änderung: Statt bisher „Keine Benachrichtigungen“ heißt es in Android 17 künftig „Du bist auf dem aktuellen Stand“.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Zudem hat die letzte Beta das traditionelle Android-Easter-Egg an Bord: Begibt man sich in die Einstellungen „Über das Smartphone“, tippt auf die Android-Versionsnummer und anschließend dreimal schnell erneut auf die Android-Version, erscheint das Easter-Egg. Hier füllt man mit dem Finger den Kreis vollständig und hält das dann erscheinende Android-17-Logo gedrückt. Nun erscheint das seit einigen Android-Generationen integrierte kleine Space-Game, in dem man ein kleines Raumschiff durchs All manövriert.

Screencast Android 17 Easter Egg
Screencast Android 17 Easter Egg

Das Easter-Egg in der neuen Android-Version.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Speicherbegrenzungen für Apps

Für Entwickler wichtig: Google führt mit Android 17 Beta 4 Speicherbegrenzungen für Apps ein, „die sich nach dem gesamten RAM-Speicher des Geräts richten, um eine stabilere und deterministische Umgebung für Ihre Anwendungen und Android-Nutzer zu schaffen“, schreibt Google [3]. In der neuen Android-Version seien die Grenzwerte konservativ festgelegt, um Systembasiswerte zu etablieren. „Damit sollen extreme Speicherlecks und andere Ausreißer bekämpft werden, bevor sie systemweite Instabilität auslösen, die zu Rucklern in der Bedienoberfläche, erhöhtem Akkuverbrauch und dem Beenden von Apps führt“, erklärt der Konzern weiter.

Google empfiehlt Entwicklern, bewährte Verfahren für den Speicherumgang zu befolgen und Speicherlecks zu beheben. Um Entwicklern bei der Suche nach Speicherlecks zu helfen, bietet Android Studio Panda eine „LeakCanary-Integration“ direkt im Android Studio Profiler als eigene Aufgabe an.

Screenshot LeakCanary-Funktion in Android Studio
Screenshot LeakCanary-Funktion in Android Studio

Google führt mit Android 17 „App memory limits“ ein.

(Bild: Google)

Überdies unterstützt der Android-Keystore nun den nach NIST-Standard entwickelten ML-DSA (Module-Lattice-Based Digital Signature Algorithm). Auf unterstützten Geräten können Entwickler ML-DSA-Schlüssel generieren und diese zur Erstellung quantensicherer Signaturen nutzen. Den Schutz vor Angriffen durch Quantencomputer für Android 17 [4] hatte Google Ende März angekündigt.

Behobene Fehler der Beta von Android 17 hat Google in einem umfangreichen Reddit-Beitrag dokumentiert [5]. Unter anderem fixt Google ein Problem, das dazu führte, dass die Ladegeschwindigkeit von Geräten deutlich abnahm, sobald die 80-Prozent-Marke der Akkuladung erreicht wurde. Dieser Bug steckt auch in Android 16 QPR3 [6].

Wagemutige und Entwickler können die Beta auf kompatiblen Pixel-Geräten installieren. Zu diesen gehören alle Modelle ab dem Pixel 6 und neuer als auch das Pixel Tablet sowie Googles Foldables. Um die Beta zu erhalten, müssen Nutzerinnen und Nutzer ihr Gerät im Android-Betaprogramm [7] registrieren, anschließend wird die Software als Over-the-Air-Update angeboten.

Weitere Neuerungen von Android 17 dürfte Google im Zuge der Entwicklerkonferenz I/O 2026 verraten, die am 19. und 20. Mai stattfindet. Als gesichert gilt, dass Google seinem mobilen Betriebssystem agentische Fähigkeiten verleihen wird [8], die Nutzern mehrstufige Aufgaben abnehmen sollen. Der Chef des Android-Ökosystems Sameer Samat sagte dazu: „Wir bewegen uns weg von einem Betriebssystem hin zu einem intelligenten System, einer Plattform, die Sie wirklich versteht und für Sie arbeitet.“ Die finale Version von Android 17, zunächst für Pixel-Geräte, wird im Juni erwartet.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Android-17-Beta-3-App-Bubbles-getrennte-WLAN-Kacheln-und-mehr-11226957.html
[2] https://www.heise.de/news/Android-Canary-Google-testet-ueberarbeitetes-Kontextmenue-fuer-App-Icons-11260688.html
[3] https://android-developers.googleblog.com/2026/04/the-fourth-beta-of-android-17.html
[4] https://www.heise.de/news/Android-17-Google-sichert-sein-OS-gegen-Quantencomputer-ab-11225969.html
[5] https://www.reddit.com/r/android_beta/comments/1snf5ry/android_17_beta_4_now_available/
[6] https://www.heise.de/news/Pixel-Google-drosselt-Laden-bei-80-Prozent-Limit-massiv-11206802.html
[7] https://www.google.com/android/beta?hl=de
[8] https://www.heise.de/news/Gemini-fuer-Android-wird-agentisch-KI-bestellt-Essen-oder-einen-Fahrdienst-11191444.html
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 17. April 2026 um 09:54

3D-Druck ist einfacher, als man denkt | c't 3003

Von Heise

3D-Druck ohne Vorerfahrung: Wie schwer ist es als kompletter Anfänger und was braucht man dafür überhaupt? Ein Erfahrungsbericht.

Beim Einstieg in den 3D-Druck kommen viele Fragen auf: Welche Drucker eignen sich für Einsteiger, welches Filament taugt und wie funktioniert Slicen? c't 3003 hat es sich aus Anfängerperspektive angeschaut.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, diese ultra nice Nachttischuhr habe ich mir selbst gedruckt, obwohl ich wirklich gar keine Ahnung habe, wie man einen 3D-Drucker bedient. Aber so schwer kann das ja nicht sein, einfach USB-Stick rein und drucken, oder? Hmm, aber hä, welche Datei muss da jetzt rein, und wo bekomme ich die überhaupt her? Was für Material brauche ich? Und was sind das hier eigentlich immer für komische Tentakel? Ja, also in diesem Video dokumentiere ich mal, wie schwer es ist, als kompletter Anfänger 3D zu drucken, was für Einstiegshürden es dabei gibt und was ich dabei alles so gelernt habe. Vielleicht hilft es euch da draußen ja auch, besser beurteilen zu können, ob das was für euch ist oder nicht. Das alles inklusive einem Special Guest und konkreten Empfehlungen für Einsteiger, Drucker und Material. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei...

Ja, also 3D-Drucken war für mich immer etwas, was ich tendenziell interessant finde, aber was primär andere Leute gemacht haben. Und da das eine riesige und total nerdige Welt ist, hat es mich auch immer ein bisschen abgeschreckt, da selbst mal reinzudippen. Bis ich dieses Video von Scott Yu-Yan gesehen habe. Er hat diese schicke iPhone-Nachttischhalterung designt, wo man das Handy einfach zum Laden reinklemmen kann. Ja, und genau sowas wollte ich schon lange haben. Er verkauft das Ding auch, aber das wäre ja extrem langweilig. Ich will versuchen, mir das selbst zu drucken, auch wenn ich bisher noch nie einen 3D-Drucker angefasst habe. Für die 3D-Druck-Experten unter euch wird das vermutlich ein einziger Ragebait. Aber vielleicht ist das ja auch gerade ganz lustig anzusehen. Ah, und falls ihr klugscheißen wollt, gibt es hier die perfekte Gelegenheit, gerne einfach alles in die Kommentare schreiben, was euch so einfällt. Und für die, die noch nie 3D gedruckt haben, ist dieses Video ja vielleicht eine Stütze, um es mal auszuprobieren. Kapitelmarker sind unten.

Okay, also erstmal ganz wichtig: Was sind denn gute 3D-Drucker für Einsteiger, und was für Druckmaterial sollte man sich kaufen? Also das Filament. Und was kostet das überhaupt? Spoiler, das ist gar nicht mal so teuer, wie ich gedacht hatte. Also erstmal Disclaimer, ich habe das wundervolle Privileg, in einer Tech-Redaktion zu arbeiten, wo eigentlich alle drei Meter ein 3D-Drucker rumsteht. Auch Keno hatte hier einen auf dem Boden rumstehen, den ich mir einfach snacken konnte. Das ist ein Prusa MK4S, und der gehört mit grob 750 Euro auf jeden Fall nicht zu den Druckern für Einsteiger. Aber für alles, was ich hier so mache, ist der auf jeden Fall auch total overkill. Das geht auch alles mit viel günstigeren Modellen, die schon so bei 250 Euro losgehen.

Für konkrete Empfehlungen habe ich aber einen Special Guest am Start, den einige OG-3003-Fans wahrscheinlich noch kennen werden und der sich extrem gut mit 3D-Druck auskennt. Unser ehemaliger 3003-Kollege und Make-Redakteur Johannes Börnsen.

Johannes Börnsen: Zwei ganz konkrete Empfehlungen, wenn du konkrete Produkte hören willst, wäre der Bambu Lab A1 Mini. Den gibt es so für ungefähr 200 Euro. Das ist auch so, würde ich sagen, im Moment, was FDM-Druck angeht, die untere Grenze. Das ist aber wirklich ein sehr, sehr guter Drucker. Dann gibt es, wenn man diese chinesische Cloud-Anbindung von Bambu nicht so gerne mag, dann gibt es den Prusa Mini Plus im Moment, die aktuelle Generation. Das ist dann eben einfach auch ein europäisches Gerät, und man ist nicht an irgendwelche chinesischen Clouds und sowas gebunden. Die drucken von der Druckqualität beide genauso wie der MK4S, mit dem du jetzt gedruckt hast. Allerdings haben sie nicht ganz so großen Bauraum. Der ist so ungefähr 20 x 20 x 20 Zentimeter. Das reicht aber, würde ich sagen, immer noch für 95 Prozent aller Projekte, die ich so mache, würde das ausreichen.

Ja, okay, nice. Jetzt braucht man also nur noch Filament. Also dieses Zeug, was auf diesen Spulen hängt, und ja, das Material zum Drucken halt. Davon gibt es viele verschiedene. Johannes?

Johannes Börnsen: Also das gängigste Material für FDM-3D-Druck ist PLA. Da gibt es am meisten Farben, es gibt am meisten Hersteller und jede Menge Auswahl. Und PLA ist wirklich sehr, sehr leicht und anfängerfreundlich zu drucken. Es ist auch nicht so wahnsinnig empfindlich, was Feuchtigkeit angeht. Also es gibt Filamente, Kunststoffe, die eben sehr viel Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen. Es gibt Filamente, die sehr hohe Temperaturen von der Düse erwarten oder vom Druckbett auch. Das Gute ist aber, PLA ist eben das Einsteigerfilament, und das können wirklich alle FDM-3D-Drucker können, mit PLA gut arbeiten. PLA hat natürlich Grenzen, es ist nicht besonders temperaturresistent, aber mit PLA einsteigen ist auf jeden Fall der richtige Weg. Und wenn ich mir einen FDM-3D-Drucker drucke, kann ich mir zu 100 Prozent sicher sein, der kann PLA drucken.

Okay, easy. Jetzt den Drucker ready machen. Wie gesagt, ich habe mir das Ding ja von Keno ausgeliehen. Dementsprechend musste ich nichts zusammenbauen, und theoretisch ist schon alles ready zum Drucken. Also fast. Diese Platte hier, das sogenannte Druckbett, muss man sauber halten. Das geht wohl mit Isopropanol am besten, ja, aber habe ich zufällig nicht hier. Warmes Wasser mit Spülmittel soll aber auch okay sein. Es müssen vor allem fette Materialreste und Staub entfernt werden, damit das Material gut am Bett haftet. Okay, also kurz abwaschen halt, easy.

Normalerweise, wenn man so einen Prusa-Drucker zum ersten Mal startet, testet der sich erst einmal selbst. Da der hier schon in Betrieb war, habe ich das hier manuell in den Einstellungen nochmal gestartet. Der lief dann auch eigentlich wie von selbst. Also der fährt hier die verschiedenen Achsen ab, heizt sich auf, sagt mir, wenn ich das Filament hier oben reinstecken soll, und so weiter. Also alles echt extrem einfach. Und die Bedienung hier mit diesem Rädchen ist auch super klar. Also alle Tests sind durch, und jetzt kann ich drucken. Aber was?

Eine der einzigen Sachen, die ich über 3D-Druck weiß, ist, dass es so ein komisches Schiff gibt, womit man wohl 3D-Drucker standardmäßig testet. Das Ding heißt Benchy, also wie Benchmark halt. Aber welche Datei brauche ich jetzt, und wie bekomme ich die am besten in den Drucker? Also auf dem USB-Stick, der im Drucker steckt, sind schon ein paar Sachen drauf. Das sind alles G-Code bzw. B-Code-Files. Also dann brauche ich ja bestimmt auch die G-Code-Datei von Benchy, oder nicht? Aber hier gibt es nur eine STL-Datei. Hmm, das ist ja aber das 3D-Modellformat, womit man dann Sachen bearbeiten kann und so. Aber mit denen kann man ja nicht direkt drucken.

Ja, das war auf jeden Fall eine der Sachen, die ich vorher nicht wusste. Der allgemeine Workflow ist nicht der, dass man sich direkt eine Datei runterlädt, die sofort in den Drucker ballert und dann druckt, sondern man lädt sich eine STL-Datei oder eine druckerspezifische Datei, lädt die dann erstmal in eine Slicer-Software, passt die dann nochmal für den eigenen Drucker an beziehungsweise slicet das Bauteil und exportiert dann erst eine G-Code-Datei zum Drucken. Es gibt auch ab und zu speziell für den Drucker schon angepasste, fertige G-Code-Dateien, aber das ist nicht unbedingt die Regel. Ich hab mit Keno darüber geredet, und lustigerweise hatte er genau die gleiche Illusion wie ich. Ja, aber im Nachhinein ist das ja auch logisch, weil jeder Drucker und jedes Filament ist ja anders. Das war mir einfach nur nicht so klar.

Aber was ist Slicen überhaupt genau? Slicen ist das Bearbeiten von 3D-Modellen fürs Drucken. Also dabei kann man die einzelnen horizontalen Schichten beziehungsweise Slices anpassen. Aber in meinem Fall würde ich einfach selber gar nichts groß bearbeiten, sondern einfach was Fertiges drucken. Okay, ich hab jetzt mal den PrusaSlicer installiert, einfach nur, weil das ein Prusa-Drucker ist. Dann die Benchy.stl da reindroppen, und da ist das Schiff. Wird schon irgendwie passen. Hier über Export kann ich dann die G-Code-Datei auf den USB-Stick exportieren. Also das Format, was auch die anderen Dateien auf dem USB-Stick schon hatten. Dann den Stick in den Drucker und drucken. Ja, aber dann hat der Drucker erstmal gemeckert, weil in der G-Code anscheinend ein anderes Filament angegeben ist als das, was ich eingelegt hab. Also wieder in die Software, hier rechts auf PLA umstellen und wieder auf den USB-Stick. Noch mal rein und ah, jetzt druckt er. Toll. Also man checkt, man muss im Slicer auch das richtige Filament einstellen.

Und apropos Slicer-Software. Es gibt ja ganz viele verschiedene dieser Slicer, wie beispielsweise noch Cura, Simplify3D, Bambu Studio und IdeaMaker. Ich benutze hier halt diesen PrusaSlicer wegen des Druckers. Aber wie unterscheiden sich die Tools überhaupt, und welche Software sollte man nehmen? Johannes?

Johannes Börnsen: Unterm Strich kann man eigentlich sagen, wenn man einen Prusa-Drucker hat, dann ist eigentlich der PrusaSlicer auch der Slicer, der am besten auf diesen Drucker optimiert ist oder der hat die passendsten Profile, sag ich mal. Also die lassen sich irgendwie austauschen, und man findet dann Profile auch für die abwegigsten Drucker, eigentlich für jeden Slicer. Und dann gibt es noch den OrcaSlicer, das ist so ein bisschen der Underdog, der aber immer beliebter wird. Das ist auch wieder ein Fork aus dieser ganzen Slicer-Familie. Der ist ein bisschen unabhängig von einem konkreten 3D-Drucker-Hersteller und versucht eben, für alle Drucker Profile schon von vornherein an Bord zu haben. Und bei Bambu zum Beispiel gab es vor einem Jahr oder so was mal eine Riesendiskussion, dass die das an ihre eigene Cloud angebunden haben und man nicht mehr so wirklich ohne diese chinesische Cloud dahinter drucken kann. Manchem ist das eben wichtig, dann kann man den OrcaSlicer benutzen. Ja, im Grunde gucke ich als Erstes, wenn ich auch einen Test-Drucker hier habe, welches ist der Slicer, der zu dem Drucker dazugehört, und mache in 90 Prozent der Fälle, mache ich das mit dem jeweiligen Slicer.

Okay, Benchy druckt auf jeden Fall, und ich muss schon sagen, es macht echt Bock, den so bei der Arbeit zu beobachten. Also wie nach und nach dieses Schiff in die Welt spawnt, ist schon irgendwie, ja, satisfying. Halbe Stunde später ist das Ding fertig, und ja, sieht für mich erstmal gut aus. Aber gerade für dieses Benchmark-Schiff gibt es ganz bestimmte Kriterien, auf die man achten soll, um festzustellen, wie gut der Drucker, ja, druckt. Also beispielsweise, ob beim Druck Stringing entsteht, das sind so kleine Fäden, die dann am Teil hängen, Ghosting, das sind so wellenartige Schichten, die sich durchs Bauteil ziehen, ob das Teil so Überhänge, Verformungen und allgemeine kleine Fehler hat und so weiter. Also mein Benchy sieht für mein komplett ungeschultes Auge eigentlich echt okay aus, sag ich mal. Also ich kann kein Stringing oder Ghosting erkennen, nur hier und da so ganz kleine Punkte, die da eigentlich nicht sein sollten, denke ich mal. Passt schon, I guess.

Okay, cool, ich will mehr Zeug drucken. Aber wo bekommt man diese STL-Files überhaupt her? Die gibt es auf Plattformen wie MakerWorld, Thingiverse, Printables und so weiter. Davon gibt es einige, und da findet man wirklich alles Mögliche. Also Halterungen, Aufbewahrungsboxen, Deko-Kram, Rüstungsteile für Katzen und äh, komplett natürliche und originalgetreue Disney-Prinzessinnen. Naja, aber hier stehen echt viele Infos, die man als Anfänger jetzt erstmal nicht direkt checkt. Nach ein bisschen Research ist das aber eigentlich easy und logisch.

Also ich gehe mal diese Druckinfos einzeln durch, am Beispiel von diesem cuten Oktopus-Anhänger. Einmal gibt es mehrere Varianten, zum Beispiel mit 0,2 mm Layer. Das ist die Dicke der jeweiligen Schichten, die gedruckt werden. Das bestimmt quasi den Detailgrad. Je dünner die Schichten, desto schicker wird das Teil. Aber ja, dann dauert die Nummer auch länger. Dann steht hier "Two Walls", das gibt an, wie viele Außenwände das Teil hat. Dabei gilt: Je mehr Wände, desto stabiler ist das, und ja, auch wieder, es druckt länger und verbraucht mehr Material. Und als Letztes steht da noch "15% Infill". Das steht für die Innenfüllung, also ja, wie viel im Inneren gefüllt ist. Hier auch wieder logischerweise: mehr Innenfüllung, das Teil wird schwerer, druckt länger und braucht mehr Material.

Dann ist hier noch angegeben, wie viele Druckplatten man für das gesamte Projekt mit verschiedenen Druckern braucht. Also das heißt, wie viele Drucke es insgesamt fürs Projekt werden. Man kann auch mehrere Teile auf einmal drucken, wenn die zusammen aufs Druckbett passen. Hier im PrusaSlicer gibt es auch so einen Auto-Arrange-Button, der alles schön anordnet. Bei manchen Teilen steht noch "Print in Place", das bedeutet, dass das ganze Ding quasi nur einen Druck benötigt und dann komplett fertig ist. Andere Dinge bestehen aus mehreren Teilen, die man dann noch zusammenstecken oder irgendwie anders montieren oder kleben muss.

Und ganz kurzer Einschub, es gibt ja auch mehrfarbige Teile, die man sich drucken kann. Also hier auf diesen Plattformen gibt es sowas wie einen Pokéball oder irgendwelche anderen Dekosachen, die mehrere Farben haben. Dafür benutzt man in der Regel direkt Multicolor-3D-Drucker oder man holt sich so Add-ons hier für mein Teil, was ich hier stehen habe. Die wechseln dann automatisch das Filament während des Drucks. Ohne Multicolor-Drucker beziehungsweise Add-on ginge das theoretisch auch, aber dann müsste man jedes Mal händisch das Filament wechseln, wenn sich die Farbe ändert. Aber machen Leute das wirklich?

Johannes Börnsen: Das geht, na klar. Ich kann in G-Code, also ich kann im Slicer quasi sagen, mache in Schicht 60 einen Stopp, mache eine Pause, dann nehme ich manuell das Filament raus, ich mache manuell das nächste Filament rein und drücke am Drucker dann die Taste "Weiterdrucken" oder sowas. Das kann man machen, das will man aber eigentlich vermeiden, weil das macht mehr als drei Mal pro Druck überhaupt keinen Spaß. Und wenn ich jetzt eben einen Druck habe, wo ich mehrere hundert Filamentwechsel in einem Druck drin haben kann, dann will ich das auf gar keinen Fall manuell machen. Und wenn man jetzt eben einen Drucker hat, der das Filament automatisch wechseln kann, dann macht er im Grunde diesen ganzen Vorgang für mich automatisch, und es dauert natürlich auch ein paar Sekunden, bis das gewechselt ist, bis zu einer Minute oder sowas, je nachdem. Das heißt, das kann die Druckzeit vervielfachen, also ein Druck, der in einer Farbe vielleicht eine halbe Stunde dauert. Wenn da ein paar hundert Filamentwechsel drin sind, dann kann der auch acht Stunden dauern oder zehn. Ich druck dann lieber in einer Farbe aus und lackiere nachher oder male das an. Oder neulich habe ich ein Projekt mit einer Folie beklebt, das sah auch sehr geil aus. Ist ein bisschen Geschmackssache.

Naja, anyways, bei diesem Video bleiben wir mal bei einer Farbe, und ich habe jetzt auf jeden Fall Bock zu drucken. Aber was? Wenn man sich so umschaut, wird einem oft so ein Scraper, also ein Spachtel, vorgeschlagen, mit dem man Drucke gut abschaben kann. Ja, sowas brauche ich eh. Also let's go. Zack, halbe Stunde später habe ich das Ding in der Hand. Super nice. Dann habe ich mir noch so einen kleinen Klicker gedruckt, mit dem man so rumspielen kann. So einen Ersatz-Türknauf hier und diesen kleinen süßen Oktopus von eben. Dafür habe ich auch mal das Filament gewechselt, ging super easy. Einfach den Anweisungen auf dem Drucker folgen. Muss schon sagen, ich finde es beeindruckend, dass man sich auch so filigrane, bewegliche Sachen drucken kann. Also das war direkt so nach dem Druck hier so alles so wabbelig und cool. War mir einfach nicht so klar.

Okay, genug Schnickschnack. Ich wollte mir ja eigentlich diese geile Halterung fürs Handy drucken. Das kommt sofort. Aber vorher noch ganz kurz. Beim Rumprobieren hat sich die ganze Zeit eine Frage angecreept, die ich mir nicht so richtig beantworten konnte. Braucht man als Privatperson wirklich einen 3D-Drucker? Und wenn ja, wofür eigentlich? Wenn ich auf den gängigen Plattformen nach STL-Files gucke, sieht das irgendwie aus wie die Frontseite von Temu oder das Grabbelregal von Nanu-Nana. Also hier irgendwelche weirden Deko-Sachen, Spielzeug, ultra spezielle Kleinstbauteile wie beispielsweise für so eine Bosch-Spülmaschine und Halterung. So viele Halterungen. Klopapierhalter, Bierhalter, Küchenrollhalter, Zahnpastahalter, Stifthalter, Batteriehalter, Mülltonnenhalter, Tassenhalter, Post-it-Halter, Steckerleistenhalter, Kabelhalter, Q-Tip-Halter, Controller-Halter, Kartenhalter, unendlich viele Handyhalter und Schalen für fast jedes Brettspiel, was je existiert hat. Okay, ja, das ist ja ganz nett, sag ich mal. Vor allem, wenn man Brettspiele mag. Aber mal ganz im Ernst. Braucht man als Privatperson wirklich einen 3D-Drucker? Und falls ja, wofür braucht man den dann? Johannes?

Johannes Börnsen: Braucht man als Privatperson einen 2D-Drucker? Also ich glaube, das ist ein bisschen ähnlich. Das ist praktisch. Und wenn ich nicht selber einen habe und ich möchte aber was drucken, dann muss ich halt irgendwo hingehen, wo es einen Drucker gibt. Was ich tatsächlich sinnvoll finde, ist, wenn sich einmal jeder irgendwie damit auseinandergesetzt hat, wie funktioniert eigentlich 3D-Druck, was kann ich damit machen und welche Probleme kann ich damit vielleicht lösen? Weil man damit eben einfach super irgendwelche Sachen reparieren kann, wenn keine Ahnung, die Taste vom Toaster kaputt ist, mit der man das runterdrückt oder sowas. Dann druck ich so ein Ding neu aus, da brauch ich nicht einen neuen Toaster für kaufen. Das heißt, ein 3D-Drucker hat aus meiner Sicht auch unheimlich viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Aber dafür brauch ich sicherlich nicht einen Drucker zu Hause, sondern ich kann in einen Makerspace gehen, in einen Hackerspace gehen. Es gibt viele Bibliotheken inzwischen, die 3D-Drucker da stehen haben, die man nutzen kann. Oder es gibt eben einfach Leute, die so einen 3D-Drucker zu Hause haben, und Leute, die 3D drucken, drucken gerne 3D. Ich glaube, man braucht nicht zwingend einen 3D-Drucker, aber es ist schon, finde ich, ein sehr geiles Werkzeug, und es macht einfach unheimlich viel Spaß, dann irgendwie was am Computer sich zu überlegen, und dann druckt man es aus. Und am meisten Spaß macht es natürlich, wenn man die 3D-Modelle selber zeichnet. Ja, dann hat man halt ein unheimlich universelles und flexibles Werkzeug.

Okay, okay, alles klar. Naja, bevor ich jetzt meine Nachttischuhr drucke, kommt noch ein wichtiges Thema ins Spiel, was ich bisher auch noch nicht auf dem Schirm hatte. Supports. Die Uhr wird nämlich hochkant gedruckt, und im Gegensatz zu den kleinen flachen Sachen bisher ist das jetzt echt hoch und hat auch Überhänge, wo man Supports braucht. Das sind Stützen, die erzeugt werden und den Druck stabilisieren sollen. Die sind nur für die Stabilität beim Drucken da und werden danach dann abgemacht. Also ja, wie wenn man ein Haus baut oder so, glaube ich. Keine Ahnung, ich habe noch nie ein Haus gebaut. Also das wird besonders dann wichtig, wenn das Druckteil halt Überhänge hat, wie beispielsweise hier. Druckt man sowas ohne die Stützen, kann es passieren, dass das Material so komisch absackt. Ja, und falls das Druckteil eher dünn und lang ist, wie dieser average-sized Türknauf von vorhin, kann es sogar auch passieren, dass es beim Drucken umkippt und ja, dann gibt es Spaghetti, weil der Druckkopf druckt dann halt ins Leere.

Die Stützen können in der jeweiligen Slicer-Software eingestellt werden. Hier in dem PrusaSlicer kann man das rechts auswählen. Damit er die anwendet, muss man einmal auf "Slicen" drücken. Dann erzeugt er erstmal so blockartige Dinger. Nach ein bisschen Research habe ich aber den Eindruck, dass man eher so organische Stützen statt diesen nahtlosen Blöcken nutzt. Das sind so, ja, tentakelartige Dinger. Der Vorteil von denen ist, dass die weniger Material verbrauchen, schneller drucken, sich leichter abtrennen und generell weniger Spuren hinterlassen als so ein fetter Block. Hier im PrusaSlicer lässt sich das in den Druckeinstellungen umstellen, wenn man im Experten-Modus von "nahtlos" auf "organisch" stellt. Dann nochmal auf "Slicen" klicken, und die Software ballert da automatisch dann diese Tentakel dran.

Ich hab damit mal so ein Test-Ding gedruckt, also hier so einen rechten Winkel, und ja, das ließ sich erstaunlich leicht abtrennen. Teilweise zeigt mir die Software auch direkt an, wenn etwas eventuell zu instabil sein könnte, um es ohne Stützen zu drucken. Also man muss sich schon irgendwie auch echt Mühe geben, um grob etwas falsch zu machen. Hab ich den Eindruck. Famous last words, genug kleinen Schnickschnack gedruckt, jetzt geht's ans Eingemachte. Ich druck jetzt diese iPhone-Nachttischhalterung.

Also wie gesagt, das Ding wurde vom YouTuber und 3D-Druck-Gott Scott Yu-Yan entworfen. Das Video lohnt sich auf jeden Fall auszuchecken. Da geht es unter anderem auch darum, wie der deutsche Designer Dieter Rams das Uhr-Design inspiriert und by the way auch Apples komplette Design-Philosophie geprägt hat. Ja, sehr interessant. Naja, also im Prinzip ist das Teil eine Nachttischhalterung, wo man ein Handy reinlegen kann. Und iPhones haben ja seit ner Weile diesen Standby-Modus, der sich automatisch einschaltet, sobald das Handy lädt und auf der Seite liegt. Dann wird auf dem Bildschirm so dunkel eine Uhr und bei Bedarf dann noch irgendwelche Widgets angezeigt. Die Idee ist jetzt, dass man das iPhone einfach da reinlegt, dann startet der Standby-Modus, und man hat so ne stylische Nachttischuhr.

Damit das Handy lädt, ist hier Platz für so nen MagSafe-Puck, inklusive nem Kabeltunnel, wo man die dann durchfummeln kann. Also, man legt das Handy rein, es lädt direkt, und die Uhr wird angezeigt. Eigentlich simpel. Zusätzlich ist hier oben noch Platz für so nen kleinen Apple-Watch-Ladepuck. Dann kann man in der Theorie seine AirPods einfach auch hier oben drauflegen, und die laden dann auch parallel auf. Mega nice. Da ich sonst hier immer mit drei Kabeln rumhantieren muss und mich das mega doll nervt, finde ich die Idee wirklich ultra geil.

Scott Yu-Yan hat die STL-Datei coolerweise bei MakerWorld hochgeladen. Da gibt's aber ein Problem. Die Originaldatei ist für das iPhone 15 ausgelegt, und ich hab aber noch ein echt angestaubtes iPhone 12. Peinlich, ich weiß. Das hat zwar fast die gleichen Maße, aber der Druck ist wirklich passgenau designt worden, und ich verwende eine Handy-Hülle, weil ich kein Psychopath bin. Also ja, in einen Druck mit der Originaldatei würde mein Handy plus Hülle nicht reinpassen. Theoretisch könnte man natürlich jetzt auch das Teil selbst so zurecht modellieren, dass mein Handy mit Hülle da genau reinpasst. Joa, aber das kann ich nicht. An das Thema Selbstmodellieren hab ich mich jetzt noch gar nicht drangetraut, und das würde auch den Rahmen dieses Videos sprengen. Also ich lass das hier jetzt erstmal, aber falls wir dafür auch mal so ein Modellieren-für-Anfänger-Video machen sollen, dann schreibt das gerne mal in die Kommentare.

Aber so oder so, das Tolle ist ja, dass die 3D-Druck-Community gigantisch groß ist und andere Leute das Teil schon für alle möglichen Smartphones zurecht modelliert und hochgeladen haben. Das sind hier auf MakerWorld Remixe vom Original, und da gibt es für fast jedes iPhone und auch für einige Android-Modelle eine Variante. Und aha, da gibt's auch eine für iPhone 12 "Case-Friendly". Also klingt perfekt. Hier ist sogar so ein kleiner Test-Druck dabei, mit dem man checken kann, ob das Handy wirklich passt. Das ist in 20 Minuten fertig, und ja, passt rein. Also jetzt natürlich nicht so perfekt passgenau wie im Original, aber das ist mir auch ganz recht, falls ich mal die Hülle wechseln will.

Okay, also ich lad jetzt die STL-Datei für die Variante mit Case runter und baller das hier in den PrusaSlicer. Da hab ich jetzt, wie ich vorhin schon meinte, organische Stützen ausgewählt, klicke einmal auf "Slice", und dann knallt er mir die direkt dran. Dann auf dem USB-Stick damit in den Drucker, und ich hab ja eh schon für diesen Schlüsselanhänger eben ein passendes, knochenweißes Filament eingelegt, also kann ich den Druck direkt starten. Die Nummer dauert neun Stunden. Das find ich schon lang, aber ich hab bisher ja auch nur so 30-Minuten-Schnickschnack gedruckt. Ich denke, in der 3D-Druck-Welt ist das ganz normal. Ja, und da ist das Ding. Hier kurz diese Tentakel abbrechen, und sieht doch eigentlich super aus, oder? Das Einzige, was mir aufgefallen ist, ist dieser eine Streifen hier in einer der Schichten. Der sollte da eigentlich, glaub ich, nicht sein, denke ich mal. Stört mich jetzt nicht so, dass es irgendwie einen neuen Druck rechtfertigen würde.

Ich hab dann noch diesen, ich nenn ihn mal Knopf, ausgedruckt. Das dauert so 20 Minuten. Der passt perfekt hier rein, und damit kann man das Handy hier so rausploppen lassen. Der MagSafe-Puck passt hier auch perfekt rein, und Kabel lassen sich durch die Tunnel fummeln. Ja, und schaut mal, wie schick das Ding auf meinem Nachttisch aussieht. Also ich bin echt mega zufrieden. Und das alles war irgendwie auch einfacher, als ich dachte, muss ich sagen. Also kann ich mir als 3D-Druck-Idiot sowas ohne Vorerfahrung drucken? Ja, kann ich. Und zwar irgendwie mega easy. Vielleicht haben ja welche von euch da draußen auch mal Lust bekommen, das auszuprobieren. Falls ja, schreibt mal gerne in die Kommentare, was ihr so drucken wollt oder gedruckt habt oder ballert direkt Tipps für mich rein, was ich noch so alles Geiles drucken kann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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