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Tipp: Verwaiste Songs aus der Musik-App entfernen

Von Heise — 15. April 2026 um 09:00

Wer bei Aufräumaktionen auf der SSD Musik löscht, steht womöglich mit einer unvollständigen Musik-App-Datenbank dar. So bereinigen Sie diese wieder.

Ich habe meine SSD aufgeräumt und dabei auch lokale Musik mit dem Finder gelöscht. Nun gibt es in der Musik-App viele Einträge mit einem Ausrufezeichen. Wie kann ich diese gesammelt anzeigen und dann entfernen?

Leider gibt es kein direktes Kriterium für intelligente Wiedergabelisten, um solche Tracks aufzuspüren. Aber selbst, wenn es das gäbe, wäre es nur bedingt hilfreich.

Die Musik-App erkennt fehlende Dateien nämlich erst, wenn sie (vergeblich) auf sie zugreifen möchte, etwa bei der Wiedergabe oder beim Anzeigen von Metadaten.

In der Regel schlummern also viele Einträge in der Datenbank, bei denen die App noch gar nicht weiß, dass die zugehörigen Dateien nicht mehr existieren.

Es gibt aber einen Trick, der ohne Zusatztools auskommt. Damit er korrekt funktioniert, müssen Sie sicherstellen, dass sich keine gelöschten Dateien im Papierkorb befinden.

Die Musik-App findet diese und merkt sich den neuen Dateipfad – der Papierkorb ist im Prinzip auch nur ein Ordner.

Wechseln Sie in die Ansicht Titel und wählen dort mit Command + A alle Songs aus. Erstellen Sie nun über „Ablage > Neu > Playlist aus Auswahl“ (Umschalt + Command + N) eine Wiedergabeliste, die den gesamten Inhalt Ihrer Mediathek enthält.

Geben Sie ihr einen Namen, den Sie gut erkennen können, etwa „Alle Tracks (temp)“. Wenn Sie Songs zu einer Playlist hinzufügen, prüft die Musik-App, ob entsprechende Dateien noch im Dateisystem vorliegen.

Ist das nicht der Fall, fügt die App die verwaisten Einträge auch nicht zur neuen Wiedergabeliste hinzu.

Mit einer Behelfsplaylist überprüft die Musik-App alle Einträge auf fehlende Dateien
Mit einer Behelfsplaylist überprüft die Musik-App alle Einträge auf fehlende Dateien

Mit einer Behelfsplaylist überprüft die Musik-App alle Einträge auf fehlende Dateien.

Erstellen Sie jetzt über „Ablage > Neu > Intelligente Playlist“ (Option + Command + N) eine regelbasierte Wiedergabeliste. Ändern Sie hier das Kriterium „Künstler:in“ in „Playlist“, wählen daneben „ist nicht“ und dann die zuvor angelegte Playlist „Alle Tracks (temp)“ aus.

Mit „OK“ zeigt die Musik-App nun den intelligenten Ordner an, der alle Songs aufführt, die nicht in der zuvor angelegten Playlist enthalten sind.

Schalten Sie die Ansicht auf „Darstellung > Als Titel“ um, weil die Standarddarstellung fehlende Tracks nicht mehr kenntlich macht.

Sie sollten dann vor jedem Eintrag der Playlist ein Ausrufezeichen sehen. Wählen Sie mit Command + A alles aus, öffnen per Sekundärklick das Kontextmenü und führen dann „Aus Mediathek löschen“ aus. Das übliche Tastaturkürzel Command + Löschen funktioniert hier unter Umständen nicht.

Eine intelligente Playlist findet alle Songs, deren Dateien nicht mehr existieren
Eine intelligente Playlist findet alle Songs, deren Dateien nicht mehr existieren

Eine intelligente Playlist findet alle Songs, deren Dateien nicht mehr existieren.

Jetzt sind Sie alle verwaisten Einträge los. Die beiden Behelfsplaylists können Sie im Anschluss wieder löschen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[2] https://www.heise.de/mac-and-i
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heise+ | Prompten statt Coden: So geht das mit Apples Xcode

Von Heise — 15. April 2026 um 08:00
Entwickeln mit KI

Entwickeln mit KI: Claude Code und GitHub Copilot helfen.

(Bild: Vanessa Bahr / KI / heise medien)

Xcode integriert seit Version 26.3 auch externe AI-Dienste. Wir vergleichen die native Integration von Claude Code mit der Einbindung von GitHub Copilot.

Kaum eine Technologie hat die IT-Welt seit ihrem Erscheinen so sehr durcheinandergewirbelt wie die auf großen Sprachmodellen basierende künstliche Intelligenz. Vibe-Coding ist ein Trend, bei dem natürlichsprachliche Anweisungen an Code-Agenten die klassische Programmierung ersetzen. Das ist auch in Apples Entwicklungsumgebung möglich. GitHub Copilot von Microsoft ist ein mittlerweile erprobter KI-Coding-Assistent und lässt sich über ein Xcode-Plugin direkt in die Entwicklungsumgebung einbinden. Copilot punktet mit einer perfekten Anbindung an die GitHub-Plattform und einem ausgereiften Ökosystem. Was ihm noch fehlt, ist eine native Integration, wie sie Apple seit Xcode 26.3 für die Newcomer OpenAI Codex und Claude Code bietet.

Im Beispielprojekt, das Sie hier herunterladen [1] [1] können, implementiert GitHub Copilot eine Taschenrechner-App. Noch vor wenigen Jahren zählte dies zu den Standardaufgaben für Informatikstudenten. Den von der Microsoft-KI selbstständig entwickelten Code lassen wir anschließend von Claude Code analysieren und verbessern.

Denn bei der Qualität des generierten Codes bewegt sich die Microsoft-Lösung im Mittelfeld – ein Kompromiss, den viele Teams zugunsten des nahtlosen GitHub-Workflows eingehen. Copilot ist in allen GitHub-Plänen verfügbar, auch im kostenlosen Plan. Dieser ist freilich in Anzahl der Anfragen sowie der Auswahl der Modelle begrenzt. Für ein erstes Schnuppern sollte es aber reichen. Eine Übersicht über alle Pläne und deren Features findet sich auf der GitHub-Webseite [2] [2].


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Links in diesem Artikel:
[1] https://ftp.heise.de/mac-and-i/listings/2026/03/mi2603_sourcecode.zip
[2] https://github.com/features/copilot/plans

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Blackmagic Design erweitert immersive 3D-Kamera um Live-Streaming

Von Heise — 14. April 2026 um 17:09
Blackmagic URSA Cine Immersive 100G am Spielfeldrand filmt Basketballspiel aus nächster Nähe.

Die Blackmagic URSA Cine Immersive 100G erscheint im Herbst.

(Bild: Blackmagic Design)

Blackmagic bringt ein Stereokameramodell heraus, das für immersives Live-Streaming optimiert ist. Apple demonstrierte die Technik bereits auf der Vision Pro.

Rund ein Jahr nach der Markteinführung der Blackmagic URSA Cine Immersive [1] kündigt das Unternehmen eine neue Version der Stereokamera an. Die URSA Cine Immersive 100G ist kein komplett neues Modell, sondern eine Weiterentwicklung mit Fokus auf die Live-Übertragung hochauflösender 180-Grad-3D-Videos.

Die in der Ankündigung hervorgehobenen Sensoreigenschaften sind im Kern bereits Teil der ursprünglichen URSA Cine Immersive, die Aufnahmen mit 8160 × 7200 Pixeln pro Auge bei bis zu 90 Bildern pro Sekunde und 16 Blendenstufen Dynamikumfang ermöglicht.

Neu an der URSA Cine Immersive 100G ist die optimierte Live-Infrastruktur: 100G-Ethernet statt 10G-Ethernet sowie der separat erhältliche Blackmagic URSA Live Encoder, ein Prozessormodul, das immersives Live-Video in Apple ProRes komprimiert und als SMPTE-2110-22 IP ausgibt. Dadurch lassen sich die stereoskopischen Bildströme mit hohen Bildraten über eine einzige 100G-Ethernet-Verbindung übertragen, schreibt Blackmagic Design.

Der Hersteller bezeichnet URSA Cine Immersive 100G als erste Kinokamera, die für Live-Produktionen auf Basis von Apple Immersive Video ausgelegt ist, einem immersiven 180-Grad-Videoformat, das eigens für Apple Vision Pro [2] entwickelt wurde. Wie schon das Standardmodell dürfte sich das neue Modell trotz Apple-Fokus auch für die Ausgabe an andere Endgeräte eignen.

Apple und Blackmagic bündeln Kräfte für immersive Videos

Apple und Blackmagic arbeiten im Bereich immersiver Video eng zusammen: Blackmagic liefert die Kamerahardware und Bearbeitungssoftware, Apple stellt mit der Vision Pro die Plattform und Inhalte bereit. Zu den Apple-Produktionen gehören etwa der U-Boot-Kurzfilm „Submerged“ [3] sowie immersive Dokumentationen wie „Wild Life“ und „Elevated [4]“.

Was das neue Modell im Bereich Live-Streaming leistet, demonstrierte Apple Anfang des Jahres mit Live-Übertragungen von Spielen der LA Lakers [5] auf der Apple Vision Pro. Zuschauer konnten die Partien in ausgewählten Regionen als immersives 180-Grad-Erlebnis mit mehreren Perspektiven verfolgen, das sie virtuell direkt ans Spielfeld versetzt.

Ab Herbst könnten andere Produzenten das Angebot an immersiven Livestreams erweitern: Das 100G-Modell soll im dritten Quartal 2026 erscheinen. Der Preis liegt laut Ankündigung [6] bei 26.495 US-Dollar zuzüglich lokaler Steuern und Abgaben. Das Standardmodell ist im Preis gefallen und kostet nun 24.995 US-Dollar, also 5.000 US-Dollar weniger als zur Markteinführung. Im Webshop werden allerdings abweichende Dollar-Preise für beide Modelle genannt. Der separat erhältliche Blackmagic URSA Live Encoder erscheint im Laufe des Jahres, einen genauen Termin nennt Blackmagic Design nicht. Im Webshop steht ein Preis von 1645 US-Dollar.

Das Unternehmen stellte gleichzeitig auch eine neue Version seiner Videosoftware DaVinci Resolve 21 [7] vor.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Fuer-Apple-Immersive-Video-Blackmagics-3D-Kamera-kostet-30-000-US-Dollar-10202945.html
[2] https://www.heise.de/tests/Apple-Vision-Pro-M5-im-Test-Doppelt-haelt-besser-10793698.html
[3] https://www.heise.de/news/Unter-Wasser-Deutscher-Starregisseur-Berger-filmt-fuer-die-Vision-Pro-9975179.html
[4] https://www.heise.de/news/Vision-Pro-Mehr-immersive-Inhalte-von-Apple-9806015.html
[5] https://www.heise.de/news/Ausprobiert-Basketball-ganz-nah-mit-der-Vision-Pro-11137928.html
[6] https://www.blackmagicdesign.com/media/release/20260414-04
[7] https://www.heise.de/news/Videobearbeitung-DaVinci-Resolve-21-mit-KI-Werkzeugen-und-Fotofunktionen-11256439.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[9] mailto:tobe@heise.de

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Strategische Mineralien: Wie der Iran-Krieg die Versorgung erschüttert

Von Heise — 15. April 2026 um 09:00
Wolfram im Periodensystem der Elemente

(Bild: Intothelight Photography, shutterstock)

China kontrolliert die Lieferketten und will seinen Kontrahenten nicht das Feld überlassen. Doch wie geht es nun weiter?

Der militärische Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran legt eine bedeutsame Schwachstelle westlicher Rüstungsproduktion offen [1]: die Abhängigkeit von strategischen Metallen, deren Lieferketten weitgehend von China kontrolliert werden.

Was auf den Schlachtfeldern des Nahen Ostens und der Ukraine an Munition verpulvert wird, lässt sich nicht mehr ohne Weiteres ersetzen. Jede abgefeuerte Rakete, jedes panzerbrechende Geschoss verbraucht strategische Metalle. Besonders kritisch ist Wolfram, das wegen seiner außergewöhnlichen Dichte und Hitzebeständigkeit in der Rüstungsindustrie unverzichtbar ist.

Anders als etwa bei einem Bohrer, der recycelt werden kann, ist Wolfram in Munition nach der Explosion für immer verloren. Der Preis für ein bedeutendes Zwischenprodukt der Wolframherstellung schnellte nach Angaben [2] der chinesischen Agentur Shanghai Metals Market denn auch von unter 400 US-Dollar pro Tonne vor einem Jahr auf über 2.200 Dollar hoch.

Wolfram wird knapp

Auch andere für die Rüstung essenzielle Metalle wie Antimon für Infrarotdetektoren, Germanium für Wärmebildsysteme sowie Tantal und Niob verzeichneten deutliche Preissteigerungen.

Die USA fördern seit über einem Jahrzehnt kein Wolfram mehr in industriellem Maßstab und sind nahezu vollständig auf Importe angewiesen. Bei Antimon decken die USA etwa 85 Prozent ihres Bedarfs durch Importe, bei Gallium liegt die Importabhängigkeit bei fast 100 Prozent, wie der US Geological Survey feststellt.

Der Weltmarkt für Wolfram ist klein mit einer weltweiten Produktionsmenge von knapp über 100.000 Tonnen im geschätzten Wert [3] von rund fünf Milliarden US-Dollar im Jahr 2023. Davon werden jährlich mindestens 2.500 Tonnen allein für militärische Panzerungsanwendungen benötigt [4], wovon traditionell rund 40 Prozent auf die USA entfallen.

Die Rüstungsprogramme der NATO-Staaten werden den Wolframverbrauch im Verteidigungsbereich bis 2035 voraussichtlich um 25 bis 30 Prozent steigern.

Chinas Dominanz zeigt Wirkung

China kontrolliert schätzungsweise 80 Prozent der weltweiten Wolframproduktion und -verarbeitung, 60 bis 70 Prozent bei Antimon und über 90 Prozent bei Gallium. Auch bei der Raffination von Kobalt (70 bis 80 Prozent), Lithium (65 bis 70 Prozent) und Seltenen Erden (etwa 90 Prozent) hat die Volksrepublik zumindest derzeit das Sagen.

Im Mai 2025 verschärfte [5] Peking seine Exportkontrollen für strategische Mineralien als Reaktion auf US-Zölle. Seither sind die chinesischen Exporte um fast 40 Prozent zurückgegangen.

Gleichzeitig sank die chinesische Förderung 2025 um 10 Prozent auf 61.000 Tonnen – vor allem aufgrund geringerer staatlicher Quoten und Umweltauflagen für kleinere Minen, von denen viele dichtgemacht haben. Zudem verbraucht China inzwischen selbst mehr Wolfram.

Das Pentagon reagiert

Das US-Kriegsministerium reagierte fristgerecht auf die Versorgungskrise: Am 27. Februar – einen Tag vor Beginn des unprovozierten völkerrechtswidrigen Kriegs gegen Iran – forderte [6] das Pentagon die Industrie auf, frische Lieferungen von 13 kritischen Mineralien bereitzustellen, darunter auch Wolfram.

Washington vergibt zudem Gelder an Unternehmen wie Guardian Metal Resources für Studien zur Lagerstätte Pilot Mountain in Nevada oder an Amermin für erweiterte Recyclingkapazitäten. Das Problem: Diese Firmen werden erst in ein paar Jahren produzieren.

Kasachstan und Kongo

Parallel dazu ist Washington bemüht, alternative Lieferketten außerhalb Chinas aufzubauen. Im November unterzeichnete [7] die Investmentfirma Cove Capital einen Vertrag zur Erschließung einer großen Wolframlagerstätte in Kasachstan – unterstützt durch 900 Millionen US-Dollar von der US-Exportimportbank.

Die bereits produzierende Mine Boguty in Kasachstan trug 2025 wesentlich dazu bei, dass die Produktion außerhalb Chinas um 20 Prozent auf 19.000 Tonnen stieg.

Auch in Afrika intensiviert Washington seine Bemühungen. Im Dezember 2025 schloss [8] die Demokratische Republik Kongo eine strategische Partnerschaft mit den USA zur Lieferung vor allem von Kobalt. Und im März 2026 hat die US-amerikanische Virtus Minerals die Chemaf gekauft, die Kobalt und Kupfer produziert.

Milliarden für strategische Reserven

Um die Zeit bis zur heimischen Produktion zu überbrücken, starteten die USA das Projekt Vault – eine strategische Reserve mit zwölf Milliarden US-Dollar Finanzierung zur Bevorratung kritischer Mineralien. Die geplante [9] Reserve soll alle 60 Mineralien umfassen, die auf der Liste kritischer Mineralien des US-Geological Survey von 2025 stehen.

Insgesamt haben die USA nach Angaben von Vizepräsident JD Vance in den vergangenen sechs Monaten gemeinsam mit dem Privatsektor mehr als 30 Milliarden US-Dollar für entsprechende Projekte zugesagt. Die meisten Projekte dürften allerdings erst nach 2028 mit der Produktion beginnen und bieten also keine kurzfristige Entlastung.

Militär gegen zivile Industrie

Die wachsende militärische Nachfrage verschärft den Wettbewerb mit zivilen Industrien um die knappen Metalle. Der Verteidigungssektor machte 2025 etwa zehn Prozent des weltweiten Wolframverbrauchs aus. Dieser Anteil dürfte steigen, da westliche Länder, insbesondere die USA, ihre Munitionsbestände nach den Verlusten im Ukraine-Krieg und nun im Nahen Osten wieder auffüllen müssen.

Militärische Abnehmer können zivile Käufer stets überbieten, was Probleme für Hightech-Hersteller bedeuten könnte, die Wolfram für Halbleiter, Leiterplatten und Solarpaneele verwenden. Elektronik ist ein schnell wachsender Bereich der Wolframnachfrage und ergänzt die Verwendung des Metalls in Hartmetallwerkzeugen für Bau, Bergbau sowie die Öl- und Gasindustrie.

China will seinen Kontrahenten nicht in die Hände spielen

Das chinesische Handelsministerium hatte bereits im Mai 2025 angekündigt [10], die Kontrolle über die gesamten Exportketten strategischer Mineralien zu verstärken. "Da die Exportkontrolle strategischer Mineralien viel mit der nationalen Sicherheit zu tun hat, ist die Stärkung der Kontrolle der gesamten Exportkette der Schlüssel", teilte das Ministerium mit.

Laut [11] Reuters fallen darunter Antimon, Bismuth, Gallium, Germanium, Grafit, Indium, Molybdän, Tellur und Wolfram sowie Verarbeitungstechnologien für batteriefähiges Lithium und Gallium

Im Januar 2026 verhängte China überdies Exportkontrollen für Dual-Use-Güter nach Japan. Alle Dual-Use-Artikel sind für den Export an japanische militärische Nutzer oder für militärische Zwecke sowie für Endverwendungen verboten [12], die zu Japans Aufrüstung beitragen.

Kritische Mineralien wichtiger als Kapital

Ein Bericht der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften vom Januar 2026 stellte fest [13], dass sich der Wettbewerb um kritische Mineralien über Abbaurechte hinaus auf Transportsicherheit, Abfangrisiken auf hoher See und die Umstrukturierung globaler Rohstoffpreissysteme ausweitet.

Die Kontrolle über Lieferketten werde zu einem wichtigeren Maßstab für nationale Stärke und industrielle Führerschaft als bloße Kapitalkraft.


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https://www.heise.de/-11255097

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.spglobal.com/energy/en/news-research/latest-news/metals/030426-critical-minerals-shortage-threatens-us-military-production-capacity
[2] https://www.reuters.com/markets/commodities/every-missile-fired-over-iran-is-burning-through-us-tungsten-stocks-2026-03-23/
[3] https://almonty.com/tungsten-at-the-front-line/
[4] https://www.hartpunkt.de/chinas-dominanz-bei-wolfram-wird-fuer-die-ruestungsindustrie-zur-herausforderung/
[5] https://www.reuters.com/markets/asia/china-strengthen-control-over-strategic-minerals-exports-2025-05-12/
[6] https://www.businesstimes.com.sg/international/global/how-iran-war-set-global-scramble-strategic-metals
[7] https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/cove-capital-baut-wolframvorkommen-in-kasachstan-aus-von-trump-angekuendigtes-abkommen-staerkt-us-kaz-ce7d5cd3da89fe27
[8] https://www.ft.com/content/4a8efcb3-b8d2-439d-ba34-505698f69446?syn-25a6b1a6=1
[9] https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-02/usa-reserve-seltene-erden-boersen-project-vault
[10] https://www.globaltimes.cn/page/202505/1334054.shtml
[11] https://www.reuters.com/world/china/chinas-curbs-exports-strategic-minerals-2025-10-09/
[12] https://www.bhfs.com/insight/china-strengthens-export-controls-on-dual-use-items-to-japan/
[13] https://www.businesstimes.com.sg/international/global/how-iran-war-set-global-scramble-strategic-metals

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Digitale Gewalt: Wenn das Gesetz Täter schützt und Opfer bestraft

Von Heise — 15. April 2026 um 08:00
Boxhandschuh kommt an Extension aus Smartphone

Griechenlands Revenge-Porn-Gesetz gilt als Vorbild – doch selbst dort landen Opfer vor Gericht, während Täter feiern gehen.

Angesichts der Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann fordert Bundesjustizministerin Stefanie Hubig ein härteres Durchgreifen des Rechtsstaats.

Hubigs Vorstoß nach den Vorwürfen von Collien Fernandes

Um Frauen besser vor digitaler Gewalt zu schützen, plant das Ministerium, Gesetzeslücken zu schließen. Laut Hubig müsse klargestellt werden, dass das Netz kein rechtsfreier Raum ist und Täter mit spürbaren Konsequenzen rechnen müssen. Collien Fernandes verwies in der Talkshow von Caren Miosga auf strengere Gesetze, zum Beispiel in Spanien. Sie nannte Deutschland ein "Täterparadies".

Tatsächlich ist Spanien nicht der einzige Staat, der digitalen sexualisierten Missbrauch streng unter Strafe stellt. Auch in Griechenland gelten besonders strenge Gesetze. Interessant ist, dass sie von einer liberal-nationalkonservativen Regierung erlassen wurden. Also eigentlich aus der politischen Ecke, die nun in Deutschland ihren Unmut über den Vorstoß von Hubig äußert.

Konservative Medien gegen den Begriff "digitale Gewalt"

Die Begriffe "digitale Gewalt" und "virtuell vergewaltigt" stünden gemäß Cicero für eine politische Agenda [1]. Fatina Keilani sieht in der Welt die "Empörung im Fall Ulmen/Fernandes als Vehikel für staatlichen Durchgriff [2]".

Cicero und Welt stehen publizistisch der politischen Ausrichtung der Nea Dimokratia (ND) sehr nah. Die griechische Regierungspartei ist im Kern das Pendant zur CDU, hat aber – bedingt durch die griechische Geschichte – einen etwas ausgeprägteren Fokus auf einen starken Nationalstaat und in wirtschaftlichen Fragen oft eine noch deutlichere liberale Kante. Die ND setzt auf Law & Order, Eigenverantwortung der Bürger, die Gesetze des Marktes und einen möglichst schlanken Staat.

Der Fall Panagiotopoulos: Griechenlands Initialzündung

Hervorzuheben ist, dass vor dem Erlassen eines spezifischen Gesetzes für "Revenge Porn [3]" auch in Griechenland ein prominenter Fall die Schlagzeilen bestimmte. Der Comedy-Star Stathis Panagiotopoulos [4], Mitglied der populären Comedy-Gruppe Radio Arvila hatte zulasten einer früheren Freundin kompromittierende Bilder und Videos der Frau ins Netz gestellt.

Die Tat wurde 2018 begangen, und bis Ende 2021 gab es für Panagiotopoulos keinerlei Konsequenzen, auch, weil er durch vorgebliche plötzliche Unpässlichkeiten das Gerichtsverfahren immer weiter verzögern konnte. Es gab für ihn erst im Mai 2025 die Verurteilung. Drei Jahre Haft auf Bewährung, so lautete das Urteil.

Im November 2025 gab es eine erneute Verurteilung in einem weiteren Fall. Wieder belief sich die Strafe auf drei Jahre Haft auf Bewährung. Gegen den 61-Jährigen läuft ein weiteres Verfahren wegen eines dritten Opfers.

Milde Strafen mangels passender Paragrafen

Weil Griechenland zum Zeitpunkt der Taten Panagiotopoulos noch über keinen spezifischen Paragrafen gegen Cyber-Gewalt [5] verfügte, griffen nur juristische Hilfskonstrukte wie die entsprechenden Paragrafen für den Schutz persönlicher Daten, Beleidigungsparagrafen und Ähnliches. Die Strafen fielen mild aus, weil die Gerichte zum Schluss kamen, dass der frühere Star nicht aus Boshaftigkeit gehandelt habe.

Demgegenüber steht die Strenge des nun geltenden Strafrechtsartikels 346. Er ist in Griechenland allgemein als "Revenge-Porn-Gesetz" bekannt:

Artikel 346 Straftaten gegen das Sexualleben

1) Wer ohne Berechtigung ein echtes, verändertes oder bearbeitetes Bild oder sonstiges visuelles oder audiovisuelles Material, das eine nicht-öffentliche Handlung eines anderen im Zusammenhang mit dessen Sexualleben darstellt, einem Dritten zugänglich macht oder öffentlich zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe von mindestens drei (3) Jahren und einer Geldstrafe bestraft.

2) Wer einen anderen mit der Begehung der in Absatz 1 genannten Straftaten bedroht, wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem (1) Jahr bestraft. Zwingt der Täter der Straftat nach dem vorstehenden Absatz einen anderen zu einer Handlung, Unterlassung oder Duldung, zu der dieser nicht verpflichtet ist, wird er mit Freiheitsstrafe von mindestens zwei (2) Jahren bestraft.

3) Die Straftat nach Absatz 1 ist mit Zuchthaus von bis zu acht (8) Jahren und einer Geldstrafe belegt, wenn sie begangen wird:

a) durch Veröffentlichung im Internet oder in einem sozialen Netzwerk mit unbestimmter Empfängerzahl,

b) von einem Erwachsenen begangen wird und einen Minderjährigen betrifft,

c) gegenüber dem gegenwärtigen oder früheren Ehegatten oder Lebenspartner des Täters oder gegenüber einer Person, die mit ihm zusammenlebt, mit ihm in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis steht, unter seiner Obhut oder seinem Schutz steht oder sich nicht selbst verteidigen kann,

d) mit dem Ziel, dass der Täter sich oder einer anderen Person einen materiellen Vorteil verschafft.

4) Führt eine der Handlungen gemäß den vorstehenden Absätzen beim Opfer zu einem Selbstmordversuch, so wird eine Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe verhängt. Führt die Handlung gemäß dem vorstehenden Absatz zum Tod, so wird eine Zuchthausstrafe von mindestens zehn (10) Jahren und eine Geldstrafe verhängt.

Parlament debattiert – doch nur Frauen sind anwesend

Aktuell wird im parlamentarischen Unterausschuss zur Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung von Menschen des Ständigen Sonderausschusses für Gleichstellung, Jugend und Menschenrechte der Vouli der Hellenen darüber diskutiert, ob der Gesetzesrahmen ausreichend ist. Bezeichnend ist, dass bei der Sitzung am 19. März nur Politikerinnen im Sitzungssaal anwesend waren.

Männliche Volksvertreter glänzten durch Abwesenheit. Ob, und wenn ja, wie viele Parlamentarier die Diskussion online verfolgten, darüber gibt es keine belastbaren Daten. Thema der Sitzung war "Revenge Porn".

Polizei plädiert für schärfere Begriffe

Die sehr regierungsnahe Kathimerini kommentiert [6], dass es leider als Frauenthema gelte. Die Zeitung zitiert den Polizeidirektor Anastasios Papathanasiou von der Abteilung für Cyberkriminalität und dessen Sicht auf den Begriff "Rachepornografie". Papathanasiou findet ihn "in gewissem Maße irreführend, da Pornografie Zustimmung oder Beteiligung impliziert, wir aber in Wirklichkeit von sexuellem Missbrauch durch Bilder und Videos sprechen".

Papathanasiou sprach über eine Novellierung des Strafrechtsartikels:

"Manchmal liegt lediglich eine Einwilligung zur Aufnahme vor, nicht aber die Einwilligung zur Veröffentlichung und Verbreitung des Materials. Korrektere Begriffe wären daher, falls eine Änderung des entsprechenden Artikels in Erwägung gezogen wird, nicht einvernehmliche Pornografie oder sexueller Missbrauch, Ausbeutung durch Bilder."

Für den Chef der Cyberkriminalitätspolizei gilt, "das ist Gewalt, die mittels Technologie ausgeübt wird."

KI-Fakes und Fotomontagen: Das Gesetz greift weit

Zumindest ist das griechische Gesetz in seiner Formulierung so weit gefasst, dass es auch mit KI oder Fotomontagen erstelltes Material einbezieht.

Es ist erstaunlich, dass mit "sonstiges visuelles oder audiovisuelles Material, das eine nicht-öffentliche Handlung eines anderen im Zusammenhang mit dessen Sexualleben darstellt" auch die von Collien Fernandes beklagte Zusendung eines ihrer Brust täuschend ähnlich sehenden Bildes einer unbekannten Frau durch den mutmaßlichen Täter an einen Produzenten miterfasst ist.

Die griechische Polizeiabteilung für Cyberkriminalität bearbeitete im ersten Jahr des Gesetzes, 2022, fünfundzwanzig Fälle gemäß Artikel 346. 2023 waren es bereits 210 Fälle. Ein Jahr später wurden 265 Fälle angezeigt. Im vergangenen Jahr waren es 278 Fälle. Mitte März verzeichnete die Polizeistatistik 24 Fälle.

Opferschutz in der Praxis: Zwischen Recht und Realität

Eine Tat wie die, die dem Ehemann von Collien Fernandes vorgeworfen wird, wird vom griechischen Gesetzgeber als Straftat gegen die sexuelle Freiheit, sowie mögliche Straftat der wirtschaftlichen Ausbeutung des Sexuallebens eingestuft. Wie aber sieht es in der Praxis mit den Rechten der Opfer aus?

Die Kathimerini beklagt, dass ein prominentes Opfer sich im Gerichtssaal achtmal das sie betreffende Porno-Video ansehen musste. Schließlich wurden die zwei Täter verurteilt.

Als das Opfer die erstinstanzliche Verurteilung in einem Live-Musikclub feiern wollte, musste sie entdecken, dass einer der Täter, nur wenige Tische von ihr entfernt, seinen Frust über den verlorenen Prozess beim Feiern vergessen wollte. Sie verlangte, dass der Verurteilte, dem noch Rechtsmittel gegen seine Strafe zur Verfügung stehen, aus dem Laden geworfen werden solle.

Als dies nicht geschah, postete sie ein aktuelles Video vom Täter [7] aus dem Musikclub, sowie dessen Name samt dem Hinweis auf die Verurteilung auf Instagram. Sie fand sich in Haft wieder.

Der Vorwurf lautet Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht des Täters. Auf Befehl des Staatsanwalts wurde sie aus der Haft entlassen, muss sich aber vor Gericht verantworten.

Wenn sich Opfer strafbar machen – der Fall Klavdia

Der griechische Staat verfolgt den sexuellen Missbrauch durch Bilder und Videos streng. Er ist aber ebenso unerbittlich, wenn es um Rechte der mutmaßlichen oder verurteilten Täter geht. Das musste auch die letztjährige Repräsentantin Griechenlands beim Eurovision Song Contest, Klavdia [8], erfahren. Die Sängerin erwartet im Juli eine Gerichtsverhandlung.

Sie hatte in der Vergangenheit eine flüchtige Beziehung zu einem Musikproduzenten, dem sie private Fotos geschickt hatte. Das hatte sie nach der Trennung bereut und wirkte auf die Vernichtung der Bilder von allen Datenträgern hin.

Dafür suchte sie ihren Ex-Partner in dessen Wohnung auf. Der wiederum behauptet nun, in seinem eigenen Haus widerrechtlich festgehalten, körperlicher Gewalt ausgesetzt und massiv bedroht worden zu sein.

Seine Anwältin, Sally Kalkini, hat Medien gegenüber erklärt, ihr Mandant sei so verängstigt gewesen, dass er sein Haus verlassen musste. Die Sängerin weist dagegen jegliche Gewaltvorwürfe zurück und behauptet, das Treffen sei geplant gewesen und habe in ruhiger Atmosphäre stattgefunden.

So gesehen, wäre auch Griechenland aus subjektiver Sicht der Sängerin oder pars pro toto für das vorher erwähnte Opfer ein "Täterparadies". Was meinen Sie?


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https://www.heise.de/-11251292

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.cicero.de/innenpolitik/caren-miosga-und-der-fall-fernandes-der-autoritare-hilferuf
[2] https://www.welt.de/debatte/plus69c99a2db33459bf52773ce3/das-opfer-bei-caren-miosga-die-empoerung-im-fall-ulmen-fernandes-als-vehikel-fuer-staatlichen-durchgriff.html
[3] https://www.lifo.gr/now/greece/stathis-panagiotopoylos-tria-hronia-fylakisi-gia-tin-ypothesi-revenge-porn
[4] https://www.ethnos.gr/greece/article/187116/stathhspanagiotopoylostorevengeporntotelosapotoradioarbylakaihkatakraygh
[5] https://www.coe.int/en/web/cyberviolence
[6] https://www.kathimerini.gr/society/reportaz/564151174/revenge-porn-giati-ta-thymata-paramenoyn-aprostateyta/
[7] https://www.kathimerini.gr/society/564161416/synelifthi-i-ioanna-toyni-meta-apo-minysi-enos-ek-ton-katadikasthenton-gia-revenge-porn/
[8] https://www.youtube.com/watch?v=1qbWRl6h6to

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Vom Irak zum Iran: Wie US-Thinktanks den Krieg vorbereitet haben

Von Heise — 15. April 2026 um 06:00
Trump liest einen Zettel

Welche Rolle haben neokonservative Thinktanks bei der Vorbereitung des Iran-Krieges gespielt?

(Bild: rawpixel.com/Shutterstock.com)

Analyse zeigt: US-Thinktanks trieben den Iran-Krieg voran. Es sind dieselben Netzwerke, die bereits zuvor den Irak-Krieg vorbereitet haben. Ein Gastbeitrag.

Sollte der US-israelische Krieg gegen den Iran [1] am Ende als Niederlage bewertet werden, ließe sich ein Teil der Verantwortung fünf pro-israelischen Thinktanks zuschreiben. Diese propagierten in den acht Monaten vor Kriegsbeginn konsequent ein militärisches Vorgehen gegen die Islamische Republik – so die Auswertung von vier unterschiedlichen, weit verbreiteten KI-Programmen.

Laut den KI-Modellen gehörten die Foundation for Defense of Democracies [2] (FDD), das American Enterprise Institute [3] (AEI), das Hudson Institute [4] und das Washington Institute for Near East Policy [5] (WINEP) zu den sechs führenden Denkfabriken, die in der Zeit zwischen dem "Zwölf-Tage-Krieg [6]" im Juni 2025 und dem Beginn des aktuellen Krieges am 28. Februar militärische Maßnahmen gegen Teheran am deutlichsten vorantrieben.

Ein fünfter Thinktank, die traditionell eher rechtsgerichtete Heritage Foundation [7], wurde ebenfalls von drei der Anwendungen unter den sechs wichtigsten Befürwortern militärischer Schritte gegen den Iran geführt.

America First?

Jim Lobe
Unser Gastautor Jim Lobe
(Bild: RS [8])

Wenig überraschend identifizierten vier Plattformen – Gemini, ChatGPT, Claude und Grok – dieselben fünf in Washington ansässigen Institutionen auch als zentrale Akteure bei der Befürwortung der US-Invasion im Irak vor 23 Jahren.

Vier dieser fünf Institutionen – FDD, AEI, Hudson und WINEP – sind dem neokonservativen Lager [9] der außenpolitischen Hardliner in den USA zuzuordnen. Für sie stellt die Unterstützung Israels ein zentrales Prinzip ihrer Weltanschauung und Arbeit dar. Tatsächlich belegte die FDD in allen vier KI-Auswertungen den ersten Platz hinsichtlich ihrer Prominenz bei der Förderung eines Krieges gegen den Iran.

In ihrem ursprünglichen Antrag bei der US-Steuerbehörde aus dem Jahr 2001 beschrieb [10] die FDD ihre Mission wie folgt: "Bildung zu fördern, um das Image Israels in Nordamerika zu verbessern und das Verständnis der Öffentlichkeit für Fragen der israelisch-arabischen Beziehungen zu vertiefen."

Die Heritage Foundation, die sich selbst einer "America First"-Außenpolitik verpflichtet sieht [11], setzt sich seit Langem für enge Beziehungen zu Israel ein. In einem im März 2025 veröffentlichten "Sonderbericht [12]" wurde gefordert, die US-israelischen Beziehungen von einer bloßen "besonderen Beziehung" zu einer "strategischen Partnerschaft" auszubauen.

"Experten" aus allen fünf Organisationen vertraten immer wieder ähnliche Kernthesen: Irans Atomprogramm und Raketenarsenal stellten eine inakzeptable Bedrohung für Israel und letztlich auch für das US-Heimatland dar. Das Regime sei weiterhin "der weltweit führende staatliche Sponsor des Terrorismus [13]" und befinde sich seit der Revolution von 1979 an seinem schwächsten Punkt.

Klare Agenda

Sie brachten diese Argumente in Anhörungen im Kongress, in Gastbeiträgen und Artikeln großer Print- und Online-Medien, in Fernseh- und Radiointerviews sowie in sozialen Medien [14] – insbesondere auf X – vor. Dabei verfolgten sie erkennbar das Ziel, Eliten und Öffentlichkeit von der Notwendigkeit militärischer Maßnahmen gegen die Islamische Republik zu überzeugen.

Diese Argumentationslinien spiegelten die gleichen Themen wider, die auch vom israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu sowie von bekannten pro-israelischen Hardlinern im US-Kongress – etwa Senator Lindsey Graham – in US-Medienauftritten vertreten wurden.

Wie aus der untenstehenden Tabelle hervorgeht, identifizierten drei der KI-Anwendungen weitere von Neokonservativen geprägte Thinktanks unter den sechs wichtigsten Befürwortern militärischer Maßnahmen. Dazu zählen das "Jewish Institute for National Security of America [15]" (JINSA), das "Center for Security Policy [16]" (CSP) und das "Institute for the Study of War [17]" (ISW), das 2007 von der neokonservativen Militäranalystin Kimberly Kagan gegründet wurde.

"Auch wenn sich das ISW eher als analytisch denn als advokatorisch positioniert, stützt seine Darstellung iranischer Bedrohungen konsequent die Argumente für militärische Maßnahmen", so Claude.

Analyse oder Kriegsvorbereitung?

In den vergangenen 25 Jahren war die außenpolitische Ausrichtung von FDD, AEI, Hudson, JINSA und CSP durchgehend hart neokonservativ. Ihre Positionen, insbesondere in Bezug auf den Nahen Osten, spiegelten im Allgemeinen die Ansichten von Netanjahus Likud-Partei wider. WINEP, das 1985 als Ausgründung des American Israel Public Affairs Committee entstand, beschäftigt hingegen auch Experten mit breiter gefächerten Ansichten, insbesondere in Bezug auf die israelisch-palästinensischen Beziehungen.

ChatGPT führte zudem das Center for Strategic and International Studies (CSIS) und den Atlantic Council (AC) unter den sechs wichtigsten Kriegsbefürwortern auf und bezeichnete sie als "Mainstream-Sicherheits-Thinktanks". Zum CSIS merkte ChatGPT an: "Seine Position wird häufig als ‚strategische Analyse‘ dargestellt, doch viele Veröffentlichungen behandeln die Umsetzbarkeit und strategischen Vorteile militärischer Schläge." Über den Atlantic Council hieß es: "Intern gemischte Ansichten, aber mehrere Fellows haben militärische Maßnahmen als Abschreckung befürwortet."

Alle vier Anwendungen wurden gebeten, "die zehn US-Thinktanks zu identifizieren, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 27. Februar 2026 in US-Printmedien, Rundfunk, Online-Medien und sozialen Medien am präsentesten waren, wenn es darum ging, einen US-Angriff auf den Iran zu befürworten, in absteigender Reihenfolge ihrer Prominenz".

Jede definierte "Prominenz" dabei auf eigene Weise. So verstand ChatGPT darunter "die Institutionen, die in den verschiedenen Medien am konstantesten sichtbar waren", während Grok nur jene berücksichtigte, "deren Experten die Anhörungen im Kongress dominierten, unterstützende Gastbeiträge und Positionspapiere verfassten, in Sendungen auftraten, die Angriffe oder Eskalation rechtfertigten oder vorantrieben und Online- sowie Social-Media-Inhalte prägten, die solche Maßnahmen als notwendig für eine Schwächung oder Kapitulation des Regimes darstellten".

Im Gegensatz zu den anderen Anwendungen, die jeweils zehn Thinktanks auflisteten, nannte Grok nur sechs und merkte an, dass die "Spitzengruppe klar" sei, während die Prominenz weiterer Akteure, die als echte "Befürworter" gelten könnten, nach Platz sechs stark abfalle.

Die Ergebnisse

Eine Tabelle
Welche Thinktanks haben den Iran-Krieg im Vorfeld am stärksten befürwortet?

Anschließend wurden die vier Anwendungen mit der Frage konfrontiert: "Welche Überschneidungen gibt es zwischen diesen Thinktanks und jenen, die in den acht Monaten vor dem 19. März 2003 die militärische Invasion des Irak befürworteten?"

Welche Thinktanks haben den Irakkrieg 2003 am stärksten befürwortet?

Gemini stellte fest, dass "die Überschneidung zwischen den Thinktank-Landschaften von 2003 und 2026 erheblich ist, da mehrere Institutionen, die die intellektuelle Architektur für den Irakkrieg lieferten, auch die wichtigsten Treiber der Narrative zugunsten militärischer Maßnahmen gegen den Iran blieben".

Fürsten der Finsternis

Auch wenn Grok die FDD an erster Stelle nannte, ist anzumerken, dass die Organisation 2003 erst zwei Jahre alt war und stark im Schatten etablierterer neokonservativer Thinktanks stand, von denen das American Enterprise Institute (AEI) klar dominierte – nicht zuletzt dank seines "Fürsten der Finsternis [18]", Richard Perle.

Perle [19] war in beratenden oder leitenden Gremien von FDD, WINEP, Hudson, CSP und JINSA tätig, gehörte 1997 zu den Gründungsunterzeichnern des "Project for the New American Century [20]" (PNAC) und arbeitete eng mit den entschiedensten Befürwortern einer Irak-Invasion in der späteren Regierung George W. Bushs zusammen. Dazu zählten Dick Cheney [21], Donald Rumsfeld [22], Paul Wolfowitz [23] und Elliott Abrams [24], die allesamt seit den 1970er Jahren Perles Weggefährten waren.

Angesichts dieser engen Verbindungen und seiner Rolle im Defense Policy Board [25] unter Rumsfeld spielte Perle im Vorfeld der Invasion eine besondere Rolle [26] – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Regierung – beim Aufbau und der Verstärkung einer Echokammer, deren koordinierte Botschaften in den Massenmedien und in der breiten Öffentlichkeit [27] weit stärker verfingen als im Vorfeld [28] des Krieges zwischen den USA und Israel gegen den Iran.

Neokonservativer Kern

Im Vergleich zu den prominentesten Iran-Hardlinern bildeten die Irak-Befürworter laut Grok "einen engeren neokonservativen Kern (AEI, Heritage, Hudson, CSP, PNAC, FDD)", der sich auf Regimewechsel, Massenvernichtungswaffenängste und die Chancen nach 9/11 konzentrierte.

Diese Themen bereiteten den Boden und verstärkten die Botschaften aus dem Weißen Haus unter Bush und dem Pentagon, insbesondere zwischen Cheneys Rede vor der American Legion im August 2002, in der er die nicht existente nukleare Bedrohung durch Saddam Hussein betonte, und der Invasion im März 2003.

Bis 2005 war offensichtlich geworden, dass sich die Invasion zu einem Desaster entwickelt hatte. Die neokonservativen Hardliner innerhalb der Regierung – darunter Wolfowitz und sein Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik sowie Perle-Schützling Douglas Feith [29] – wurden faktisch entmachtet und fanden sich ebenso außerhalb der Regierung wieder wie Cheneys Nationaler Sicherheitsberater Scooter Libby [30]. (Sowohl Feith als auch Libby gingen später zum Hudson Institute.)

PNAC löste sich Anfang 2006 auf und Rumsfeld schied noch im selben Jahr aus dem Amt.

Im Mai 2007 veranstaltete die FDD einen Wochenend-Workshop [31] im Our Lucaya Resort in Freeport auf den Bahamas, bei dem alle Kosten übernommen wurden. An dem Workshop nahmen mehr als zwei Dutzend überwiegend neokonservative Größen aus Thinktanks und Medien teil.

Der Titel lautete: "Die iranische Bedrohung konfrontieren: Der Weg nach vorn". Kurz darauf wechselten mit Reuel Marc Gerecht und dem inzwischen verstorbenen Michael Ledeen zwei Perle-Schützlinge zur FDD. Beide waren zuvor feste Größen bei den "Black Coffee Briefings" des AEI im Vorfeld der Irak-Invasion. Laut Claude ist die FDD "faktisch zum Nachfolgevehikel des neokonservativen Netzwerks des Irakkriegs geworden, neu gebrandet und auf den Iran ausgerichtet".

Doch "die personelle und ideologische Kontinuität (Drehtüren in die Regierung, Bedrohungsüberhöhung, mediale Verstärkung) ist bemerkenswert", so Grok. "Dieselben Netzwerke trieben beide Kampagnen im Abstand von zwei Jahrzehnten voran."

Jim Lobe ist Redakteur bei Responsible Statecraft. Von 1980 bis 1985 und erneut von 1989 bis 2015 war er Leiter des Washingtoner Büros von Inter Press Service.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [32] auf Englisch.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11256653

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.telepolis.de/thema/Irankrieg-2026
[2] https://militarist-monitor.org/profile/foundation_for_defense_of_democracies/
[3] https://militarist-monitor.org/profile/american_enterprise_institute/
[4] https://militarist-monitor.org/profile/hudson_institute/
[5] https://militarist-monitor.org/profile/washington_institute_for_near_east_policy/
[6] https://www.heise.de/tp/article/12-Tage-Krieg-Wie-Iran-Israels-Luftabwehr-an-ihre-Grenzen-brachte-10501247.html
[7] https://militarist-monitor.org/profile/heritage_foundation/
[8] https://responsiblestatecraft.org/author/jlobe/
[9] https://lobelog.com/neoconservativism-in-a-nutshell/
[10] https://carnegieendowment.org/posts/2015/08/the-little-think-tank-that-could
[11] https://www.heritage.org/global-politics/commentary/defense-foreign-policy-third-way
[12] https://www.heritage.org/global-politics/report/us-israel-strategy-special-relationship-strategic-partnership-2029-2047
[13] https://www.fdd.org/in_the_news/faq/2026/02/25/iran-faq-what-you-should-know/
[14] https://responsiblestatecraft.org/media/
[15] https://militarist-monitor.org/profile/jewish_institute_for_national_security_affairs/
[16] https://militarist-monitor.org/profile/center_for_security_policy/
[17] https://militarist-monitor.org/profile/institute_for_the_study_of_war/
[18] https://www.amazon.com/Prince-Darkness-Richard-Kingdom-America/dp/140275230X
[19] https://militarist-monitor.org/profile/richard-perle/
[20] https://militarist-monitor.org/profile/project_for_the_new_american_century/
[21] https://irp.fas.org/agency/dod/dpbmembers.html
[22] https://militarist-monitor.org/profile/donald-rumsfeld/
[23] https://militarist-monitor.org/profile/paul-wolfowitz/
[24] https://militarist-monitor.org/profile/elliott-abrams/
[25] https://publicintegrity.org/national-security/advisors-of-influence-nine-members-of-the-defense-policy-board-have-ties-to-defense-contractors/
[26] https://www.amazon.com/Shadow-Elite-Undermine-Democracy-Government/dp/B003STCNSW
[27] https://news.gallup.com/poll/21952/three-years-war-eroded-public-support.aspx
[28] https://yougov.com/en-us/articles/54158-few-americans-support-usa-military-action-against-iran-majority-think-it-is-likely-february-20-23-2026-economist-yougov-poll
[29] https://militarist-monitor.org/profile/douglas-feith/
[30] https://militarist-monitor.org/profile/lewis-libby/
[31] https://lobelog.com/meanwhile-back-in-the-bahamas%e2%80%a6/
[32] https://responsiblestatecraft.org/iran-war-think-tanks/

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Wasserstoffspeicher: Potenzial unterirdischer Speicher bisher unterschätzt

Von Mario Petzold — 14. April 2026 um 18:37
Eine Analyse zeigt große Speichermöglichkeiten für Wasserstoff in Süddeutschland, die bisher noch nicht berücksichtigt wurden.
Untergrundgasspeicher in Bad Lauchstädt, Sachsen-Anhalt (Bild: Getty Images/Stringer)
Untergrundgasspeicher in Bad Lauchstädt, Sachsen-Anhalt Bild: Getty Images/Stringer

In einem Projekt der Technischen Universität München sind potenzielle Speicher für Wasserstoff untersucht worden. Dabei zeigt sich, dass die geologischen Formationen in Südbayern enorme Mengen an Energie zwischenspeichern können.

Laut der Analyse lässt sich in Erdgasfeldern ähnlich viel Wasserstoff speichern wie in vorhandenen Gasspeichern. Hinzu kämen Erdölfelder und natürliche, poröse Gesteinsschichten, die ungefähr 20 Prozent der Gesamtspeicherkapazität ausmachten. Zusammen könnten alle Speicher bis zu 25 Terawattstunden Energie einlagern.

Die 25 größten dieser Speicher machen etwa 96 Prozent der Gesamtkapazität aus. Fast alle Speicher befinden sich im Bayerischen Molassebecken , auch Voralptrog genannt, zwischen München und Rosenheim.

Kein Vergleich zu Gasspeichern

Laut Nationalem Wasserstoffrat kann zudem in den norddeutschen Salzkavernen Wasserstoff mit einem Gesamtenergiegehalt von 33 Terawattstunden zwischengespeichert werden. Zusammen mit den bayerischen Speichern ergibt das 60 Terawattstunden, die – in Strom umgewandelt – aktuell für einen ganzen Monat, perspektivisch, bei steigendem Stromverbrauch, für 14 Tage ausreichen könnten. Gemeint ist hier die Versorgung von ganz Deutschland, ausgehend vom durchschnittlichen Verbrauch.

Im Vergleich zur Kapazität aller deutschen Gasspeicher, die zusammen 240 Terawattstunden aufnehmen können, klingt das zunächst nach wenig. Die Gasspeicher sind jedoch für einen kompletten Winter ausgelegt, Wasserstoffspeicher sollen dagegen in Phasen mit wenig Wind und Sonne einspringen. Diese halten nur in den seltensten Fällen länger als fünf Tage an.

Wasserstoff ist kein Erdgas

Entsprechend optimistisch zeigt sich zum Beispiel das bayerische Wirtschaftsministerium aufgrund der vergleichsweise hohen Speicherkapazitäten. Ob die maximal mögliche Speicherfähigkeit erreicht wird, muss sich allerdings noch zeigen.

Wasserstoffmoleküle sind wesentlich kleiner als Methan und ähnliche organische Verbindungen und können daher nicht überall gespeichert werden, wo auch Erdgas gelagert wird. Zudem verhält sich Wasserstoff teils sehr aggressiv gegenüber Stahllegierungen. Für bestehende Gasspeicher sind dementsprechend aufwendige Anpassungen nötig.

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Anzeige: Google Pixel 10 günstig wie nie zuvor bei Amazon sichern

Von Simon Krebs — 14. April 2026 um 18:15
Das Google Pixel 10 kam im vergangenen Sommer auf den Markt und ist jetzt günstig wie nie zuvor. Bei Amazon gibt es das Smartphone zum Bestpreis.
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Wenn Smartphones neu auf den Markt kommen, ist es oft ratsam, nicht sofort zuzuschlagen, da sie in der Regel noch die UVP kosten. Es sei denn, man möchte das neue Gerät unbedingt sofort haben und es wird mit einem spannenden Deal zum Start angeboten. Wer länger wartet, profitiert von Rabatten. So ist das Google Pixel 10 mit 256 GByte Speicher, das im August vergangenen Jahres in den Verkauf ging, bei Amazon jetzt zum neuen Tiefstpreis erhältlich und bei keinem anderen Händler so günstig zu finden. Laut Amazon soll das Angebot bis Sonntag gelten, kann allerdings auch schon vorher enden.

Google Pixel 10: starker Prozessor und tolle Fotos

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Ein Highlight bei jedem Google-Smartphone ist das Kamerasystem. Auf der Rückseite des Google Pixel 10 ist ein System mit drei Kameras verbaut, mit welchem sich die wichtigsten Momente in jeder Lebenslage in gestochen scharfer Qualität festhalten lassen. Neben der Weitwinkelkamera (48 MP) besteht das System außerdem aus einer Ultraweitwinkel- (13 MP) sowie einer Telekamera (10,8 MP). Für Selfies ist auf der Vorderseite eine 10,5-MP-Kamera angebracht. Videos lassen sich sogar in 4K-Qualität aufnehmen. Dank KI können Nutzer mit dem magischen Radierer ungewollte Elemente aus dem Bildhintergrund entfernen. Durch den Nachtmodus sollen auch bei widrigen Lichtverhältnissen hochwertige Fotos aufgenommen werden.

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Anzeige: Ambilight zum Nachrüsten für unter 80 Euro

Von Martin Deiß — 14. April 2026 um 17:49
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Mit Ambilight hat Philips ein echtes Alleinstellungsmerkmal für die hauseigenen Fernseher im Sortiment. Mit dieser Technologie ausgestattete Modelle verfügen auf der Rückseite über Leuchtelemente, die in den Farben der Bildschirminhalte aufleuchten. Dadurch kann ein natürlicheres und immersiveres TV-Erlebnis ermöglicht werden.

Wer an Ambilight interessiert ist, aber nicht in einen neuen Fernseher investieren möchte, sollte sich die TV-Hintergrundbeleuchtung Envisual T2 von Govee genauer anschauen. Im Grunde handelt es sich dabei nämlich um Ambilight zum Nachrüsten.

Aktuell gibt es das Gadget bei Amazon mit 38 Prozent Rabatt auf die unverbindliche Preisempfehlung von 129,99 Euro im Angebot: Es kostet damit nur noch 79,99 Euro.

Ein starker Deal, denn dem Preisvergleichsportal Geizhals zufolge handelt es sich um den aktuellen Bestpreis, andere Händler rufen mindestens 81,90 Euro auf. Zu beachten ist aber, dass es das Gadget auch schon günstiger zu kaufen gab. So liegt der bisherige Tiefstpreis bei 59,99 Euro.

Das hat die TV-Hintergrundbeleuchtung von Govee zu bieten

Bei der Govee Envisual T2 handelt es sich um einen LED-Strip, der auf der Rückseite des Fernsehers angebracht wird und seine Lichtfarbe und den Leuchtrhythmus an die TV-Inhalte anpasst. Ermöglicht wird dies durch eine externe Kamera, die oben auf dem Fernseher angebracht wird und die Bildschirminhalte erfasst.

Da es sich um eine Dual-Kamera handelt, soll sie Farben präzise auch bei unterschiedlich eingefärbten Bildbereichen erkennen können. Dadurch soll erreicht werden, dass die Farben des LED-Strips näher an denen der TV-Inhalte sind.

Einen dynamischeren Effekt soll die Govee-Envisual-Technologie bringen – eine zonenbasierte Farbanalyse. Durch sie sollen nicht nur einheitliche Farben angezeigt werden können, sondern auch unterschiedliche Farbakzente entlang der Bildschirmränder.

Smarte Steuerungsoptionen und Musikmodus

Die Steuerung des Systems ist über die Govee-Smartphone-App möglich, außerdem kann es auch über verschiedene Sprachassistenten gesteuert werden. So lassen sich Farben, Helligkeit und Effekte anpassen. Durch ein integriertes Mikrofon ist auch ein Musikmodus nutzbar. In diesem reagiert die Beleuchtung auf Umgebungsgeräusche.

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. Für den Vergleich verschiedener LED-Strips empfiehlt sich die Bestsellerliste LED-Streifen
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Verbesserte Bordkarten in Apple Wallet: Diese neuen Features gibt es

Von Heise — 14. April 2026 um 12:56
Bordkarte in der Apple Wallet

Bordkarte in der Apple Wallet.

(Bild: Apple / heise medien)

Immer mehr Airlines unterstützen Apples mit iOS 26 eingeführte neue digitale Bordkarten in der Wallet. Diese Funktionen sollen helfen.

Bordkarten in der Apple Wallet gibt es seit vielen Jahren. Mit iOS 26 [1] hatte Apple hier eine Reihe neuer Features implementiert, die das Reisen mit einem iPhone weiter erleichtern sollten. Nach und nach machen nun immer mehr Fluggesellschaften [2] mit. Ein Überblick, was der neue digitale Boarding Pass [3] alles kann.

Nicht nur QR-Code anzeigen

Bislang war die Apple Wallet für Bordkarten vor allem ein Anzeigeinstrument. Einmal hinzugefügt – etwa als E-Mail-Anhang oder direkt aus einer Airline-App – taucht die Karte samt QR-Code automatisch auf, wenn Zeit zum Abflug ist. Je nach Fluggesellschaft war es außerdem möglich, den Boarding Pass nachträglich zu aktualisieren, ein Feature, das allerdings nicht bei allen Fluggesellschaften zum Einsatz kam.

Mit iOS 26 gibt es hier eine Reihe von Verbesserungen, wobei es auch hier jeweils davon abhängt, was eine Airline unterstützen möchte und was nicht. Jüngstes Beispiel ist die gerade frisch auf Version 2026.10 gebrachte Anwendung von American Airlines [4]. Sie zeigt gut, welches Spektrum die neuen Bordkarten in Apple Wallet beherrschen, wenn die Features auch umgesetzt werden. Manche Gesellschaften wie Delta (siehe Bild) hatten einige der neuen Features bereits aktiv geschaltet, sie mittlerweile aus technischen Gründen aber wieder deaktiviert.

Live-Aktivitäten mit Flugverlauf

Die neue American-Airlines-App kommt nun erstmals mit einer Integration der Karten-App bei den Bordkarten. So soll man leichter ans Gate finden. Integriert sind außerdem sogenannte Destination Guides für das Reiseziel sowie die „Wo ist?“-Funktion fürs Gepäck, sollte man diesem einen AirTag spendiert [5] haben. Die Features gab es zwar vorher schon, doch die Wallet bringt sie nun zusammen. Bereits integriert hatte American Airlines Live-Aktivitäten für den Flugverlauf. Dabei zeigt die App im Sperrbildschirm, der Dynamic Island oder dem Smart Stack der Apple Watch den aktuellen Flugverlauf – laut Angaben der Gesellschaft „in Echtzeit“.

Andere Airlines, die die verbesserte Bordkarte unterstützen (oder unterstützen wollen) sind die Lufthansa-Gruppe, United, Virgin Austrlia, Qantas, Air Canada, JetBlue, Southwest sowie Jetstar. Wann Delta wieder mitmacht, ist derzeit noch unklar.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11256549

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/iOS-und-iPadOS-26-in-Action-23-Tipps-fuer-die-neuen-Apple-Systeme-10646549.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-Wallet-Diese-Airlines-machen-bei-Apples-verbesserten-Bordkarten-mit-10762155.html
[3] https://support.apple.com/de-de/111112
[4] https://apps.apple.com/de/app/american-airlines/id382698565
[5] https://www.heise.de/tests/Lautstark-lokalisiert-AirTag-2-im-Test-11160732.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:bsc@heise.de

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DaVinci Resolve 21 bringt Video- und Fotobearbeitung zusammen

Von Heise — 14. April 2026 um 12:05
DaVinci-Resolve-Oberfläche

Das Videoschnittprogramm DaVinci Resolve 21 bearbeitet auch Fotos.

(Bild: Blackmagic Design)

Blackmagic Design erweitert seine Videobearbeitung DaVinci Resolve 21 um einen Arbeitsbereich zur Fotobearbeitung und KI-Werkzeuge etwa zur Porträtbearbeitung.

Das australische Unternehmen Blackmagic Design hat eine neue Version seines Videoschnittprogramms [1] vorgestellt: DaVinci Resolve 21 hat einen Arbeitsbereich zur Fotobearbeitung erhalten und legt einen weiteren Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz.

Im Fotoarbeitesbereich kann man unter anderem Bilder beschneiden und ausrichten.

(Bild: Blackmagic Design)

Node-gestützte Fotobearbeitung

Die wohl größte Neuerung ist die Einführung der „Photo Page“. Damit können Nutzer Fotos ohne den Rückgriff auf externe Programme direkt in DaVinci Resolve bearbeiten. Im Fotobereich lassen sich beispielsweise Fotos zuschneiden und Farben korrigieren. Der Hersteller setzt dabei auf Node-gestützte Bearbeitung, die auch beim Color-Grading von Videos zum Einsatz kommt.

Nutzer sollen über Nodes komplexe Anpassungen kombinieren können. Änderungen lassen sich auf ganze Bilderserien anwenden. Über eine LightBox-Ansicht lässt sich das Resultat, angewendet auf ein Fotoalbum, kontrollieren. Auch eine Funktion zum Fotografieren mit angeschlossener Sony- oder Canon-Kamera ist integriert. Zur Unterstützung weiterer Kameras, etwa von Nikon oder Fujifilm machte der Hersteller bisher keine Angaben.

Farben lassen sich über Node-gestützte Color-Grading-Werkzeuge für Bilder und Bilderserien anpassen.

(Bild: Blackmagic Design)

KI-Werkzeuge für Suche und Porträtbearbeitung

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf KI-Werkzeugen. Blackmagic Design will damit typische Bearbeitungsschritte automatisieren oder verbessern. KI-Werkzeuge helfen beim schnellen Durchsuchen von Medieninhalten. Mit „AI IntelliSearch“ sollen sich Medien nach individuellen Personen und Objekten durchsuchen lassen. Die Ergebnisse erscheinen als Video-Clips im Media Pool.

Ein KI-Sprachgenerator erzeugt aus Text oder kurzen Sprachproben realistisch klingende Stimmen. Über „AI CineFocus“ soll man den Fokus eines Bildes nachträglich festlegen und Tiefenschärfe sowie optische Effekte gezielt steuern können. „AI Slate ID“ erkennt automatisch Klappentafel-Informationen und übernimmt Metadaten, um den Schnittprozess zu beschleunigen.

Eine ganze Reihe Werkzeuge bearbeitet Gesichter: Mit dem „AI Face Age Transformer“ lässt sich das Alter von Personen im Bild anpassen, um etwa zeitliche Sprünge glaubwürdig darzustellen. Der „AI Face Reshaper“ ändert Gesichtszüge in Videos. Ein KI-Werkzeug zur Hautretusche reduziert Hautunreinheiten, ohne die natürliche Hautstruktur zu verlieren.

Veröffentlichung und Ausblick

DaVinci Resolve 21 ist derzeit als öffentliche Testversion verfügbar. Eine fertige Version soll im Laufe des Jahres 2026 erscheinen. Die Software steht für Windows, macOS und Linux zur Verfügung. Blackmagic Design stellt eine Basisversion kostenlos zum Download bereit. Die vorgestellten KI-Werkzeuge sind in der Studio-Version enthalten. Sie kostet 305 Euro.

Siehe auch:


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[1] https://www.heise.de/thema/Videoschnitt
[2] https://www.heise.de/download/product/davinci-resolve?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:akr@ct.de

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Maryland: Apple schließt ersten gewerkschaftlich organisierten US-Laden

Von Heise — 14. April 2026 um 11:37
Apple Towson Town Center in Maryland

Apple Towson Town Center in Maryland: Bald dicht – angeblich wegen Krise in der Mall.

(Bild: Apple)

Der Towson Town Center Store war der erste in den USA, der eine gewerkschaftliche Vertretung hatte. Nun schließt er – laut Apple aus wirtschaftlichen Gründen.

Apple stellt den Betrieb in dem unter amerikanischen Arbeitnehmeraktivisten wohl bekanntesten Laden des Konzerns in den kommenden Monaten ein: Bis Juni soll der Towson Town Center Store in Maryland [1], gelegen in einem Vorort der Stadt Baltimore, zum letzten Mal öffnen. Der Store ist einer von drei US-Ladengeschäften des Konzerns, die Apple aus wirtschaftlichen Gründen schließt. Es sei eine „schwere Entscheidung“ gewesen, hieß es in einem Statement. Interessant dabei: Während Mitarbeiter der betroffenen Stores in Trumbull, Connecticut, und Escondido, Kalifornien, in andere Läden in der Nähe versetzt werden, kann sich die Besatzung aus Towson nur auf offene Stellen bewerben. Dies entspreche dem ausgehandelten Tarifvertrag, so der Konzern.

Mall-Sterben in den USA

Der Towson-Store war der erste Apple-Laden in den USA, in dem eine gewerkschaftliche Organisation gelang, gegen die Apple selbst lange angekämpft [2] hatte. 2022 wurde per Mitarbeiterwahl entschieden, dass die International Association of Machinists and Aerospace Workers' Coalition of Organized Retail Employees, kurz IAM CORE, Hausgewerkschaft in dem Store wird. Bis 2024 wurde dann erfolgreich ein Tarifvertrag ausgehandelt und abgeschlossen [3]. IAM CORE hatte gehofft, dass dieser als Modell für andere Apple-Läden dienen könnte.

Apples Angaben zufolge macht man die drei Läden dicht, weil das jeweilige Umfeld immer schlechter geworden sei. Es habe in den Einkaufszentren, in denen diese liegen, den Abgang mehrerer Händler sowie „sich verschlechternde Bedingungen“ gegeben. Tatsächlich gibt es seit vielen Jahren ein sogenanntes Mall-Sterben in den USA, wie man es auch aus Europa kennt. Dabei verlassen wichtige „Ankerläden“ ein Einkaufszentrum, was dann wiederum zu einem Rückgang der Kundenzahl führt.

Gewerkschaft: Sind „empört“

IAM Core sieht allerdings noch andere Gründe für den Beschluss, ausgerechnet Towson Town Center zu schließen. Man untersuche derzeit „alle rechtlichen Möglichkeiten” und sei „empört“ von Apples Entscheidung, hieß es in einem Statement [4]. Der Laden sei „kritisch“ für seine Umgebung und zudem per ÖPNV gut zu erreichen gewesen. Die Gewerkschaft sieht zudem nicht, warum der Tarifvertrag eine Versetzung der Mitarbeiter verhindere.

Gegenüber Macrumors teilte Apple mit, im Tarifvertrag sei geregelt, dass Mitarbeiter in einen anderen Laden versetzt oder erneut angestellt würden, sofern Apple einen neuen Laden im Umkreis von 80 Kilometern [5] eröffnet. Allerdings gibt es einen derartigen Laden momentan nicht. Apple habe auch keine entsprechenden Pläne. Sollte sich das innerhalb von 18 Monaten ändern, muss den gekündigten Arbeitnehmern als erstes ein Arbeitsangebot unterbreitet werden. Ansonsten stehe ihnen eine Abfindung zu.


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[1] https://www.apple.com/retail/towsontowncenter/
[2] https://www.heise.de/news/Massnahmen-gegen-Gewerkschaftsmitglieder-Mitarbeiter-gehen-gegen-Apple-vor-7328534.html
[3] https://www.heise.de/news/Apple-schliesst-vorlaeufigen-Vertrag-mit-US-Gewerkschaft-in-einem-Store-9817092.html
[4] https://www.facebook.com/MachinistsUnion/posts/the-iam-union-is-outraged-by-apples-decision-to-close-its-towson-md-storethe-fir/1374367958052059/
[5] https://www.macrumors.com/2026/04/10/unionized-apple-store-permanently-closing/
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
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Hormus-Blockade: Saudi-Arabien drängt USA an den Verhandlungstisch

Von Matthias Lindner — 14. April 2026 um 15:45
Ein großer Supertanker fährt auf dem Meer.

Ein Öltanker fährt auf dem Meer, während Saudi-Arabien die USA an den Verhandlungstisch drängt, um die Gefahr einer iranischen Blockade der Meerenge Bab al-Mandeb zu mindern.

(Bild: Sven Hansche / Shutterstock.com)

Das Königreich fürchtet, Iran könnte die Meerenge Bab al-Mandeb sperren und damit Riads umgeleitete Ölexporte über das Rote Meer gefährden.

Saudi-Arabien fordert die US-Regierung auf, die am Montag in Kraft getretene Seeblockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus aufzuheben und stattdessen auf Diplomatie zu setzen. Wie das Wall Street Journal (WSJ) [1] unter Berufung auf arabische Beamte berichtet, warnt Riad vor einer gefährlichen Eskalationsspirale: Der Iran könnte als Vergeltung die Meerenge Bab al-Mandeb am Roten Meer sperren lassen – jene Engstelle, über die Saudi-Arabien derzeit den Großteil seiner Ölexporte abwickelt.

Die Blockade trat am 13. April um 16:00 Uhr MESZ in Kraft, nachdem Verhandlungen am Wochenende in Islamabad gescheitert waren. Sie richtet sich laut einer CENTCOM-Erklärung [2] gegen sämtlichen Schiffsverkehr von und zu iranischen Häfen im Arabischen Golf und Golf von Oman.

Die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu nicht-iranischen Häfen soll davon unberührt bleiben. Sprecherin Anna Kelly betonte, Präsident Trump wolle "die vollständige Öffnung der Straße von Hormus […], um den freien Energiefluss zu gewährleisten".

Bereits am ersten Tag zeigte sich allerdings, dass die Durchsetzung Lücken aufweist: Mehrere sanktionierte Tanker passierten die Meerenge [3], darunter der chinesische Tanker "Rich Starry" mit rund 250.000 Barrel Methanol an Bord. Insgesamt durchquerten mindestens vier mit dem Iran in Verbindung stehende Schiffe die Wasserstraße. China bezeichnete die Blockade als "gefährlich und unverantwortlich".

Saudische Pipeline als verwundbare Lebensader

Saudi-Arabien hat seine Ölexporte seit Kriegsbeginn am 28. Februar logistisch umgestellt. Das Königreich leitet sein Rohöl per Pipeline von der Anlage in Ras Tanura am Persischen Golf quer durch die Wüste zum Hafen Yanbu am Roten Meer. So konnte Riad seine Exporte trotz der Hormus-Krise wieder auf das Vorkriegsniveau von rund sieben Millionen Barrel pro Tag steigern.

Doch genau diese Alternativroute wäre gefährdet, sollte auch der Ausgang zum Roten Meer blockiert werden.

Houthis als strategische Reserve des Iran

Die Bab-al-Mandeb-Straße – arabisch "Tor der Tränen" – verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean und ist eine der wichtigsten Verbindungen für den Schiffsverkehr zwischen Asien und Europa über den Suezkanal.

Vor dem Gaza-Krieg passierten täglich 9,3 Millionen Barrel Öl und Erdölprodukte die Engstelle, so die US-Energieinformationsbehörde. Die Houthi-Angriffe während des Gaza-Konflikts halbierten dieses Volumen.

Die mit dem Iran verbündeten Houthis im Jemen kontrollieren einen langen Küstenabschnitt nahe der Meerenge. Zwar halten sie sich seit dem Ende einer 53-tägigen US-Offensive vor einem Jahr weitgehend aus dem aktuellen US-Iran-Konflikt heraus. Doch sie bleiben ein zentraler Bestandteil des iranischen Miliznetzwerks. Nach Angaben arabischer Beamter übt Teheran Druck auf die Gruppe aus, die Engstelle erneut zu sperren. Adam Baron, Jemen-Experte beim Washingtoner Institut New America, sagte dem WSJ:

"Wenn der Iran Bab al-Mandeb tatsächlich sperren will, sind die Houthis der naheliegende Partner dafür, und ihre Reaktion auf den Gaza-Konflikt zeigt, dass sie dazu in der Lage sind."

Drohgebärden beider Seiten

Die iranische Seite verschärft den Ton: Ali Akbar Velayati, außenpolitischer Berater des obersten Führers, erklärte Anfang April in sozialen Medien, der Iran betrachte Bab al-Mandeb "genauso wie Hormus". Der globale Energie- und Handelsfluss könne "mit einem einzigen Signal unterbrochen werden". Die iranischen Streitkräfte warnten zudem über die staatlichen Rundfunk IRIB, kein Hafen im Persischen Golf werde sicher sein [4], sollte die Sicherheit iranischer Häfen bedroht werden.

Saudi-arabische Energiebeamte teilten dem WSJ mit, das Königreich habe von den Houthis zwar die Zusicherung erhalten, weder Saudi-Arabien noch dessen Schiffe anzugreifen. Die Lage bleibe jedoch unbeständig.

Erik Meyersson, Chefstratege für Schwellenländer bei der schwedischen Bank SEB, brachte das iranische Kalkül laut WSJ auf den Punkt: "Wenn ihr unsere Ölexporte einschränkt, werden wir eure Exporte über den Terminal in Yanbu stören".

Trotz der öffentlichen Konfrontation arbeiten laut den arabischen Beamten beide Seiten aktiv mit Vermittlern zusammen. Pakistan hat inzwischen angekündigt, eine zweite Gesprächsrunde zu vermitteln; Teheran drohte gleichzeitig mit Angriffen auf Ziele in der Region. Die Golfstaaten drängen geschlossen auf eine diplomatische Lösung – denn ungeachtet der Blockade stiegen die Ölterminpreise bereits auf über 100 Dollar pro Barrel.

Die Sperrung der Straße von Hormus hatte zu Kriegsbeginn rund dreizehn Millionen Barrel täglicher Ölexporte unterbrochen.


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https://www.heise.de/-11257240

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.wsj.com/world/middle-east/saudi-arabia-us-strait-of-hormuz-blockade-25fbd430
[2] https://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/4457255/us-to-blockade-ships-entering-or-exiting-iranian-ports/
[3] https://www.heise.de/tp/article/Trotz-US-Blockade-Sanktionierte-Tanker-passieren-Strasse-von-Hormus-11256565.html
[4] https://www.aa.com.tr/en/world/iran-warns-no-port-in-gulf-sea-of-oman-will-be-safe-after-us-naval-blockade/3903616

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James-Webb-Teleskop liefert stärksten Hinweis auf erste Sterne

Von Kai Imhoff — 14. April 2026 um 15:00
Abstrakter Hintergrund mit vertikalen Lichtstrahlen und Sternen.

Das James-Webb-Teleskop hat bei der Galaxie GN-z11 Hinweise auf die ersten Sterne entdeckt.

(Bild: Mia Stendal / Shutterstock.com)

Zwei Forscherteams haben mit dem JWST bei der Galaxie GN-z11 Helium- und Wasserstoffsignale entdeckt, die auf die allererste Sternengeneration hindeuten.

Astronomen haben mit dem James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) den bislang überzeugendsten Beleg für die Existenz sogenannter Population-III-Sterne gefunden – jener allerersten Sterne also, die wohl nach dem Urknall im Kosmos entstanden.

Zwei unabhängige Forscherteams identifizierten bei der Galaxie GN-z11 charakteristische Spektralsignaturen, die sich am plausibelsten durch diese urtümlichen Himmelskörper erklären lassen.

Die Ergebnisse stammen aus zwei Vorveröffentlichungen auf dem Preprint-Server arXiv.

Beide Forscherteams untersuchten ein kompaktes Begleitobjekt der Galaxie GN-z11, das die Forscher "Hebe" tauften. GN-z11 zählt mit einer Rotverschiebung von z=10,6 zu den frühesten bekannten Galaxien überhaupt.

Das Licht, das das JWST einfing, war bereits unterwegs, als das Universum gerade einmal rund 420 Millionen Jahre alt war – etwa drei Prozent seines heutigen Alters von 13,8 Milliarden Jahren.

Das Team um Roberto Maiolino [1] von der University of Cambridge bestätigte mithilfe hochauflösender NIRSpec-IFU-Spektroskopie (Auflösung R~2700) ein bereits 2024 erstmals schwach registriertes Signal von einfach ionisiertem Helium (HeII λ1640). Die neue Messung erreichte eine Signifikanz von 6 Sigma und zeigte sogar zwei getrennte Komponenten, die um rund 120 Kilometer pro Sekunde voneinander verschoben sind. Gleichzeitig fehlten im Spektrum sämtliche Spuren schwererer Elemente wie Kohlenstoff, Stickstoff oder Sauerstoff.

Reines Helium und Wasserstoff als Fingerabdruck

Genau dieses Muster – starkes Heliumsignal bei vollständiger Abwesenheit von Metallen – gilt als theoretischer Fingerabdruck von Population-III-Sternen. Anders als alle heute beobachtbaren Sterne bestanden sie aus nahezu reinem Wasserstoff und Helium. Schwerere Elemente existierten schlicht noch nicht.

Theoretische Modelle sagen voraus, dass diese Ursterne extrem massereich und heiß waren, ihren Brennstoff rasch verbrauchten und in gewaltigen Supernovae endeten. Erst deren Explosionen reicherten das interstellare Medium mit schweren Elementen an und schufen so die Voraussetzungen für alle späteren Sternengenerationen.

Ein zweites Team unter Leitung von Elka Rusta [2] vom italienischen Nationalinstitut für Astrophysik (INAF) schloss aus dem Verhältnis der Helium- zur Wasserstoffemission, dass die Population-III-Sterne in Hebe vermutlich zehn- bis hundertmal so massereich waren wie unsere Sonne.

Die geschätzte Gesamtmasse an Population-III-Sternen in dem Objekt liegt demnach zwischen 20.000 und 600.000 Sonnenmassen. Beide Befunde decken sich gut mit bisherigen theoretischen Vorhersagen.

Abgrenzung zu jüngeren Sterntypen

Die Besonderheit der Messungen liegt in den hohen Äquivalentbreiten der Heliumlinie von über 20 Ångström. Sterne der nächsten Generation – sogenannte Population-II-Sterne – erreichen typischerweise Werte unter 20 Ångström und zeigen zudem stets Metalllinien in ihren Spektren.

Dass bei Hebe trotz intensiver Suche keinerlei Hinweise auf Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff oder Neon auftraten, stärkt die Interpretation als Population-III-Objekt erheblich. Die Forscher schätzen, dass mehr als 50 Prozent der Sterne in Hebe tatsächlich zur Population III gehören.

Die Entdeckung ergänzt einen kürzlich gemeldeten Fund in unserer kosmischen Nachbarschaft: Erst Anfang April hatten Astronomen den chemisch ursprünglichsten bislang bekannten Stern im Universum identifiziert. Der Himmelskörper SDSS J0715−7334 weist eine extrem niedrige Metallizität auf und besteht fast ausschließlich aus Wasserstoff und Helium – ein lokaler Hinweis auf die Bedingungen im frühen Universum.

Während dieser Stern ein Überbleibsel späterer, metallarmer Generationen darstellt, würden die nun bei GN-z11 gefundenen Signaturen direkt von der allerersten Sternengeneration stammen.

Weitere Beobachtungen nötig

Trotz der überzeugenden Datenlage betonen beide Forscherteams, dass zusätzliche Beobachtungen mit dem JWST erforderlich sind, um die Ergebnisse abschließend zu bestätigen. Insbesondere tiefere Spektralmessungen könnten helfen, den diffusen Hintergrund besser zu charakterisieren und die Massenverteilung der Population-III-Sterne genauer einzugrenzen. Konkrete Folgeprogramme sind bislang nicht öffentlich angekündigt.

Die insgesamt 38,8 Stunden Belichtungszeit, die das JWST auf das Ziel richtete, zeigen eindrücklich das Potenzial des Infrarotteleskops für die Erforschung des frühesten Universums. Sollten sich die Befunde bestätigen, wäre dies ein entscheidender Schritt zum Verständnis, wie die ersten Strukturen im Kosmos entstanden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11256709

Links in diesem Artikel:
[1] https://arxiv.org/pdf/2603.20362
[2] https://arxiv.org/pdf/2603.20363

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Trotz US-Blockade: Sanktionierte Tanker passieren Straße von Hormus

Von Marcel Kunzmann — 14. April 2026 um 14:00
Ein Öltanker vor einer symbolisierten Karte der Straße von Hormus

Mehrere Öltanker haben die Straße von Hormus seit Trumps Blockadestart am Montag durchquert

(Bild: GreenOak/Shutterstock.com)

Mehrere Schiffe durchqueren die Meerenge, darunter ein chinesischer Tanker. Experten warnen vor einer gefährlichen Eskalationsspirale. Ein Überblick.

Bereits am ersten Tag der von US-Präsident Donald Trump verhängten Seeblockade gegen iranische Häfen haben mehrere sanktionierte Schiffe die Straße von Hormus passiert. Darunter befindet sich auch der chinesische Tanker "Rich Starry", der laut Daten [1] des Analysedienstes Kpler rund 250.000 Barrel Methanol geladen hat und mit chinesischer Besatzung unterwegs ist.

Wie die BBC unter Berufung auf Schiffsverfolgungsdaten von MarineTraffic berichtet [2], haben insgesamt vier mit dem Iran in Zusammenhang stehende Schiffe die Meerenge durchquert.

Vier Schiffe durchqueren Hormus

Neben der "Rich Starry", die von der US-sanktionierten Shanghaier Reederei Xuanrun Shipping betrieben wird, passierten auch der ebenfalls sanktionierte Tanker "Murlikishan" sowie der Massengutfrachter "Christianna" und der Tanker "Elpis" die Wasserstraße. Letztere beiden hatten zuvor iranische Häfen angelaufen – die "Christianna" den Hafen Bandar Imam Chomeini, die "Elpis" den Hafen Buschehr.

Reuters berichtet zudem über den unter panamaischer Flagge fahrenden Tanker "Peace Gulf", der Richtung Hamriyah in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs sei und typischerweise iranisches Naphtha – einen petrochemischen Grundstoff – zu anderen Häfen in der Region transportiere.

Die BBC weist darauf hin, dass die Schiffe möglicherweise falsche Positionsdaten senden könnten – ein als "Spoofing" bekanntes Verfahren, um den tatsächlichen Standort zu verschleiern. Das US-Militär hatte erklärt, die Blockade gelte ab Montag 14:00 Uhr GMT für "sämtlichen Schiffsverkehr von und zu iranischen Häfen", die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu nicht-iranischen Häfen aber nicht einzuschränken.

Chinas Außenministerium bezeichnete die Blockade am Dienstag als "gefährlich und unverantwortlich" und warnte, sie werde die Spannungen nur verschärfen, wie Reuters meldet. Ob sich chinesische Schiffe in der Meerenge befänden, ließ Peking offen.

Blockade als Kriegshandlung

Trump hatte die Blockade am Sonntag angekündigt, nachdem Friedensgespräche zwischen den USA und Iran am Wochenende in Islamabad ohne Einigung geendet waren. Die Logik dahinter: Werden Teherans Ölexporte abgeschnitten, bleibe dem Regime nichts anderes übrig, als einzulenken.

Dieses Kalkül hält [3] Eldar Mamedov, Analyst beim US-Thinktank Responsible Statecraft, für eine "als Strategie getarnte Wunschvorstellung".

Eine Seeblockade sei kein geschickter Ersatz für Militärschläge, sondern faktisch eine Kriegshandlung. Mamedov verweist auf Artikel 3(c) der UN-Aggressionsdefinition von 1974, wonach die Blockade der Küsten eines souveränen Staates als bewaffnete Aggression gilt. Damit stehe Iran das Recht zu, sich mit allen notwendigen Mitteln zu verteidigen.

Einflussreiche Stimmen in Washington sehen das anders. Der frühere Nahost-Unterhändler Dennis Ross argumentierte auf der Plattform X, "die Blockade war immer sinnvoller als die Einnahme der Insel Kharg. Sie stoppt Irans Exporte, seine Einnahmen, und ist ein Gegengewicht zur Schließung der Meerenge."

Zudem werde China unter Druck gesetzt, seinerseits auf Iran einzuwirken. Richard Haass, ehemaliger Präsident des Council on Foreign Relations, begrüßte die Ankündigung ebenfalls und regte eine neue Verwaltungsstruktur für die Straße von Hormus an, an der Iran beteiligt, aber nicht tonangebend sein solle.

Globale Folgen und das China-Risiko

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind bereits spürbar. Am Montag stieg der Ölpreis wieder auf über 100 US-Dollar pro Barrel und hat sich seither auf diesem Niveau eingependelt. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases werden normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert. Die Vereinten Nationen warnen, dass Millionen Menschen infolge der Störungen von Hunger bedroht sein könnten.

"Ross behauptet, eine Blockade übe lediglich 'größeren Druck auf Iran aus'. In Wirklichkeit würde sie jede Volkswirtschaft treffen, die von Energie aus dem Golf abhängig ist – von Asien bis Europa. Und die Schuld fiele eindeutig auf Washington", schreibt Mamedov.

Doch das wohl gefährlichste Szenario werde von keinem Befürworter der Blockade thematisiert, warnt der Analyst: Große Abnehmer iranischen Öls – allen voran China – könnten entscheiden, ihre Tanker mit eigenen Kriegsschiffen zu eskortieren. "Was würde die US-Marine dann tun? Auf chinesische Kriegsschiffe feuern? Die Konvois passieren lassen und damit die Blockade faktisch beenden? Eine direkte Konfrontation mit einer Atommacht über Öl-Schifffahrtsrouten in Hormus riskieren?", fragt Mamedov.

Die Frage ist umso brisanter, als Trump derzeit einen Staatsbesuch in China mit einem Gipfeltreffen mit Präsident Xi Jinping vorbereitet. Dieses Treffen wurde wegen des Konflikts mit Iran bereits einmal verschoben.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/business/energy/us-sanctioned-chinese-tanker-passes-strait-hormuz-despite-us-blockade-data-shows-2026-04-14/
[2] https://www.bbc.com/news/live/cp9vm5ezxz4t?post=asset%3A8349c098-43ca-45c8-877c-3fd8dda1c31c#post
[3] https://responsiblestatecraft.org/trump-blockade-hormuz/

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BumpMesh: Kostenloser Browser-Tool für 3D-Druck-Texturen von CNC Kitchen

Von Heise — 14. April 2026 um 09:02
BumpMesh GUI

(Bild: heise medien)

Der YouTuber CNC Kitchen hat ein browserbasiertes Werkzeug entwickelt, das Texturen auf 3D-Modelle aufbringt – ohne CAD, ohne teure Software, ohne Account.

Texturen auf 3D-Drucken können weit mehr als nur hübsch aussehen: Sie kaschieren Nahtlinien, verbessern die Griffigkeit und erhöhen sogar die Steifigkeit von Bauteilen. Wer das bislang umsetzen wollte, stand vor einer unschönen Wahl: Direkt in CAD modellieren, das rudimentäre „Fuzzy Skin“ im Slicer, teure Spezialsoftware wie das Materialise-Werkzeug im vierstelligen Preisbereich, oder der kostenlose Blender – das zwar alles kann, aber eine ordentliche Einarbeitungszeit fordert.

Stefan Hermann, bekannt von seinem YouTube-Channel CNC Kitchen [1], hat sich kurzerhand sein eigenes Tool gebaut: BumpMesh [2] läuft vollständig im Browser, benötigt keinen Account, ist Open Source und darf auch für kommerzielle Projekte kostenlos genutzt werden.

So funktioniert BumpMesh

Das Prinzip ist schnell erklärt: Man lädt ein 3D-Modell (STL, OBJ oder 3MF, ein Testwürfel existiert bereits im Programm), wählt eine Graustufentextur (farbige Bilder werden auch angenommen) als sogenannte Displacement-Map – Schwarz bedeutet keine Verschiebung, Weiß maximale. Dann stellt man ein paar Parameter ein, was durch die Echtzeitvorschau kein Problem ist und zum Experimentieren anregt. BumpMesh unterteilt das Mesh dann in sehr viel feinere Dreiecke und verschiebt deren Eckpunkte entsprechend den Helligkeitswerten der Textur.

Die Oberfläche des Werkzeugs. Auf Wunsch auch im Dark-Mode.

Für die Projektion gibt es mehrere Modi: Triplanar eignet sich für die meisten Geometrien und blendet drei entlang der Hauptachsen ausgerichtete Projektionen anhand der Flächennormalen ineinander – das klingt kompliziert, funktioniert aber für typische CAD-Teile erstaunlich gut und ohne sichtbare Nähte. Für Zylinder wie Knöpfe oder Griffe gibt es einen zylindrischen Modus, für ebene Flächen schlicht planare Projektionen.

Neben den mitgelieferten Texturen lassen sich eigene Graustufenbilder laden – idealerweise kachelbare (tileable) Texturen, damit keine sichtbaren Ränder entstehen. Eine einfache Google-Suche nach "black and white tileable texture" liefert reichlich Material neben den im Programm bereits vorhandenen.

Masking: Textur nur dort, wo sie hingehört

Besonders praktisch ist die Maskierungsfunktion. Per Winkelparameter lassen sich Flächen ausschließen, die flach auf dem Druckbett liegen, Oberseiten sind oder starke Überhänge bilden – beides verträgt sich schlecht mit Texturen. Ferner gibt es eine Maskierungsfunktion, mit der man per Pinsel oder Flächenfüllung gezielt Bereiche ein- oder ausschließt. Wer beim Konstruieren bereits scharfe Kanten rund um die zu texturierende Fläche einplant, kann die Füllfunktion nutzen und ist in etwa 30 Sekunden fertig.

Mit den Pinseln kann man Griffbereiche einfach definieren.

Export und Qualität

Beim Export steuert ein Auflösungs-Schieberegler die maximale Kantenlänge der erzeugten Dreiecke – feiner bedeutet mehr Detail, aber auch größere Dateien und längere Slicing-Zeiten. Ein integrierter „Decimator“ reduziert anschließend die Anzahl der Dreiecke in flachen Bereichen, ähnlich wie die Simplify-Funktion in PrusaSlicer oder Bambu Studio. Die Standardwerte funktionieren in den meisten Fällen gut.

Wichtig: Der Browser-Tab muss während der Verarbeitung im Vordergrund bleiben, da Browser Hintergrund-Tabs drosseln und die Berechnung sonst pausiert. Eine Fortschrittsanzeige gibt Rückmeldung.

Anwendungsbeispiele

  • Nahtlinien kaschieren: Selbst eine subtile Textur lässt Schichtlinien und Nähte auf Kugeloberflächen nahezu verschwinden.
  • Griffige Oberflächen: Mikrofon- oder Werkzeuggriffe, Knöpfe oder Gehäuse lassen sich gezielt nur im Griffbereich texturieren.
  • Strukturelle Verbesserungen: Umlaufende Rippen- oder Wabenmuster auf zylindrischen Vasemode-Drucken erhöhen die Steifigkeit deutlich – das entspricht dem Prinzip, wie gestanzte Bleche stabiler werden als glatte.
  • Eigene Muster: Auch ein selbst erstelltes Logo oder ein individuelles Muster lässt sich als Displacement-Map einsetzen.

Grenzen des Werkzeugs

BumpMesh ist kein Allheilmittel. Bisher lässt sich nur eine Textur pro Exportvorgang aufbringen – für mehrere Texturen auf einem Bauteil muss man das Ergebnis erneut importieren und erneut verarbeiten. Bei sehr komplexen Geometrien mit tiefen Taschen kann es an Projektionsnähten zu Artefakten kommen. Und wer zu hohe Amplituden wählt, riskiert überlappende Geometrie, die dann der Mesh-Reparatur im Slicer bedarf.

Für FDM-Drucker empfiehlt sich eine Mindestamplitude von etwa 0,3 mm, damit die Textur auch wirklich sicht- und fühlbar ist. Deckflächen nehmen Texturen generell schlechter auf als Seitenwände – hier schafft die Winkelmaske schnell Abhilfe.

Fazit

BumpMesh füllt eine Lücke im 3D-Druck-Workflow: Zwischen dem groben Fuzzy-Skin-Werkzeug im Slicer und dem mächtigen Blender gab es bisher kaum brauchbare kostenlose Optionen. Für CAD-affine Maker, die schnell und unkompliziert Texturen auf Teile bringen wollen, ist es derzeit das praktischste verfügbare Werkzeug. Stefan hat es nach eigener Aussage mit etwa einer Woche Entwicklungszeit und rund 20 US-Dollar für Copilot-KI-Kosten gebaut – das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen. Der Quellcode liegt auf GitHub [5].


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.youtube.com/@CNCKitchen
[2] https://bumpmesh.com/
[3] https://www.heise.de/make
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://github.com/CNCKitchen/stlTexturizer
[6] mailto:caw@make-magazin.de

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SAP-Patchday: Eine kritische SQL-Injection-Lücke – und 18 weitere

Von Heise — 14. April 2026 um 13:17
SAP-Logo neben

(Bild: heise medien)

Am April-Patchday behandelt SAP Schwachstellen mit 19 Sicherheitsnotizen. Eine kritische erlaubt das Einschleusen von SQL-Befehlen.

SAP kümmert sich am April-Patchday [1] in 19 neuen Sicherheitsnotizen um Schwachstellen in diversen Produkten. Eine davon gilt als kritisch und erlaubt Angreifern das Einschleusen von SQL-Befehlen, eine weitere als hochriskant. Einen Großteil der Sicherheitslecks hat das Unternehmen als mittleres Risiko eingestuft, zwei sogar nur als niedrigen Bedrohungsgrad.

Die Patchday-Übersicht für den April von SAP [2] listet die einzelnen Schwachstellen sowie zugehörige CVE-Schwachstelleneinträge auf. Am schwerwiegendsten ist eine unzureichende Autorisierungsprüfung in SAP Business Planning and Consolidation sowie in SAP Business Warehouse, durch die authentifizierte Nutzer und Nutzerinnen manipulierte SQL-Statements zum Lesen, Verändern und Löschen von Datenbank-Daten ausführen können (CVE-2026-27681 [3], CVSS 9.9, Risiko „kritisch“).

Als hochriskant gilt den Entwicklern eine fehlende Autorisierungsprüfung in SAP ERP und SAP S/4HANA sowohl in der Private Cloud als auch On-Premise. Die ermöglicht angemeldeten Angreifern, einen bestimmten ABAP-Report auszuführen und damit jeden bestehenden achtstelligen ausführbaren ABAP-Report unbefugt zu überschreiben. Dadurch kann bei überschriebenen Reports die eigentlich angedachte Funktion nicht mehr verfügbar sein (CVE-2026-34256 [4], CVSS 7.1, Risiko „hoch“).

Weitere bedachte SAP-Sicherheitslücken

15 weitere Sicherheitslücken erhalten die Einstufung als mittleres Risiko. Sie betreffen

  • SAP BusinessObjects Business Intelligence Platform
  • SAP Human Capital Management for SAP S/4HANA
  • SAP Business Analytics and SAP Content Management
  • SAP S/4HANA OData Service (Manage Reference Equipment)
  • SAP S/4HANA Backend OData Service (Manage Reference Structures)
  • SAP S/4HANA Frontend OData Service (Manage Reference Structures)
  • SAP Supplier Relationship Management (SICF Handler in SRM Catalog)
  • SAP NetWeaver Application Server Java (Web Dynpro Java)
  • SAP NetWeaver Application Server ABAP
  • SAP HANA Cockpit und HANA Database Explorer
  • SAP S/4HANA (Private Cloud und On-Premise)
  • Material Master Application
  • SAP S/4HANA OData Service (Manage Technical Object Structures)
  • SAP BusinessObjects Business Intelligence Platform

Außerdem hat SAP eine ältere Sicherheitsnotiz SAP S4CORE (Manage Journal Entries) aus dem November 2025 aktualisiert. Die beiden als niedriges Risiko eingestuften Schwachstellen betreffen SAP NetWeaver Application Server ABAP und SAP Landscape Transformation.

IT-Verantwortliche sollten prüfen, ob sie die verwundbare Software einsetzen, und gegebenenfalls die angebotenen Aktualisierungen anwenden. Am SAP-Patchday im März [5] dieses Jahres hatten Admins von SAP Flicken zum Ausbessern von 15 Schwachstellen erhalten. Davon galten zwei als kritische Bedrohung.


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https://www.heise.de/-11256627

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Patchday
[2] https://support.sap.com/en/my-support/knowledge-base/security-notes-news/april-2026.html
[3] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-27681
[4] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-34256
[5] https://www.heise.de/news/SAP-Patchday-NetWeaver-Luecke-ermoeglicht-Einschleusen-von-Schadcode-11205008.html
[6] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de

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Sicherheitslücke: wolfSSL-Bibliothek winkt manipulierte Zertifikate durch

Von Heise — 14. April 2026 um 12:16
Stilisiertes Bild mit rötlichen Leiterbahnen, offenem Schloss im Vordergrund und den Worten Data Leak, Security, Exploit found

(Bild: Black_Kira / Shutterstock.com)

Ein Sicherheitsupdate schließt unter anderem eine kritische Lücke in wolfSSL.

Aufgrund einer Sicherheitslücke in der TLS-Bibliothek wolfSSL können Angreifer Opfer unter dem Deckmantel einer vertrauenswürdig wirkenden Verbindung auf von ihnen kontrollierte Server locken. Um das zu unterbinden, sollten Admins die dagegen abgesicherte Version installieren. In einer aktuellen Ausgabe haben die Entwickler noch weitere Lücken geschlossen.

Mehrere Sicherheitsprobleme

Wie aus dem Changelog der aktuellen Version 5.9.1 hervorgeht [1], haben die Entwickler sich insgesamt um 21 Sicherheitsprobleme gekümmert. Am gefährlichsten gilt eine „kritische“ Lücke (CVE-2026-5194), die den Umgang mit Zertifikaten betrifft. Weil es bei über etwa ECDSA/ECC oder DSA ausgestellte Signaturen zu Fehlern kommt, können Angreifer Zertifikate manipulieren, die dann als gültig durchgewinkt werden. So können Angreifer etwa Opfer im Rahmen einer vertrauenswürdig aussehenden Verbindung auf von ihnen kontrollierte Server locken.

Neun weitere Softwareschwachstellen sind mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. Nutzen Angreifer diese Lücken erfolgreich aus, können sie Speicherfehler auslösen (etwa CVE-2026-5264). Das führt in der Regel zu Abstürzen, oft gelangt in so einem Kontext aber auch Schadcode auf Systeme.

Setzen Angreifer an den verbleibenden Schwachstellen an, kann es ebenfalls zu Speicherfehlern (etwa CVE-2026-5392 „mittel“) kommen oder Angreifer können eigentlich verschlüsselte Inhalte im Klartext sehen (CVE-2026-5504 „mittel“).

Sicherheitspatch installieren

Bislang gibt es keine Hinweise auf Attacken. Admins sollten mit der Installation der gegen die geschilderten möglichen Angriffe gerüsteten Ausgabe aber nicht zu lange zögern. Andernfalls ist die Sicherheit von Verbindungen nicht gewährleistet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11256250

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/wolfSSL/wolfssl/releases
[2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de

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CPUID: Angreifer haben über Webseite Malware-Installer verteilt

Von Heise — 14. April 2026 um 11:58
CPUID-Logo vor Matrix-Regen-Hintergrund

(Bild: heise medien)

Die Webseite CPUID der System-Analyse-Tools CPU-Z und HWMonitor wurde von Angreifern manipuliert. Sie verteilte Malware.

Wer am Donnerstag oder Freitag vergangener Woche, also dem 9. oder 10. April 2026, die System-Analysewerkzeuge von der CPUID-Webseite wie CPU-Z oder HWMonitor heruntergeladen hat, sollte den Rechner auf Malware-Befall untersuchen. Die Webseite lieferte an diesen Tagen für mehrere Stunden zufällig Links auf Malware anstatt auf die regulären Installationspakete aus.

Den genauen Vorfall mit tiefgehender Malware-Analyse beschreibt ein Dokument des IT-Forschers mit Handle nemesis auf GitHub [1]. Demnach konnten Angreifer die CPUID-Webseite über eine Schwachstelle in einer API kompromittieren. Die Webseite hatte dadurch demnach zufällig bösartige Links angezeigt. Die signierten Originaldateien wurden allerdings nicht verändert.

Manipulierte Download-Pakete

Die Analyse beschreibt, dass die Malware-Pakete glaubwürdige Dateinamen wie „cpu-z_2.19-en.zip“ trugen und die legitimen CPU-Z-Dateien enthielten, nebst einer bösartigen CRYPTBASE.dll. Die missbraucht die Standard-Windows-Suchreihenfolge, die diese Datei zunächst im aktuellen Verzeichnis und erst dann in Systemverzeichnissen sucht. Dadurch gelangt der Schadcode durch diese sogenannte „DLL Sideloading“-Schwachstelle zur Ausführung. Nach der Ausführung folgt eine mehrstufige Infektionskette. Eine von Kaspersky als „Backdoor.Win64.Alien“ erkannte Backdoor wird dabei persistent im System verankert. Die Analyse liefert diverse Anzeichen für erfolgreiche Angriffe (Indicators of Compromise, IOC).

Der Analyse von vxunderground auf Bluesky [2] zufolge wurde der Angriff etwa ab 1 Uhr morgens am Freitag nach mitteleuropäischer Ortszeit (7 pm EST) entdeckt. Auch das HWMonitor-Paket lag dadurch in manipulierter Fassung als Download vor. Ein weiterer Kommentar [3] weist auf eine Stellungnahme des CPU-Z- und HWMonitor-Maintainers @d0cTB. Demnach dauerten die Untersuchungen noch an, jedoch scheint eine API für sekundäre Funktionen der Webseite für etwa sechs Stunden kompromittiert gewesen zu sein. Dadurch habe die Hauptseite zufällig bösartige Links angezeigt. Die signierten Originaldateien wurden dabei nicht kompromittiert. Der Einbruch wurde entdeckt und daraufhin gestoppt.

Laut der tiefergehenden Analyse von nemesis handelt es sich um einen Lieferkettenangriff, bei dem die offizielle CPUID-Download-Infrastruktur bösartige Dateien ausgeliefert habe. Die Download-Links wurden dabei auf einen Cloudflare-C2-Speicher umgeleitet, anstatt auf die Standard-Infrastruktur von CPUID zu verweisen. Die Angreifer lieferten ihre eigenen trojanisierten Pakete aus, die durch russischsprachige Installer auffielen; die signierten Original-Installer wurden nicht manipuliert. Es gab also zwei Varianten der manipulierten Pakete, einmal die ausführbaren InnoSetup-Installer und dann die neu verpackten .zip-Dateien mit der zusätzlichen bösartigen CRYPTBASE.dll. Die Analyse erwähnt zudem eine ähnliche Malware-Kampagne gegen FileZilla Anfang März 2026, was auf dieselben Angreifer deute.

Wer im fraglichen Zeitraum die Software von CPUID heruntergeladen hat, sollte prüfen, ob es sich um die bekannten Malware-Varianten handelt. Auf VirusTotal [4] sollten die Scanner inzwischen zu einem Großteil darauf anschlagen.

Lieferketten- oder auch Supply-Chain-Angriffe treffen viele Unternehmen. So konnten Angreifer vor rund zwei Wochen durch eine Supply-Chain-Attacke auf LiteLLM auf interne Cisco-Daten zugreifen [5]. Dabei sollen Quellcode und Kundendaten gestohlen worden sein.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11256219

Links in diesem Artikel:
[1] https://gist.github.com/N3mes1s/b5b0b96782b9f832819d2db7c6684f84
[2] https://bsky.app/profile/did:plc:q4atj55pxuwvdv5iqxo6hdh4/post/3mj4riucsy52p
[3] https://bsky.app/profile/vxundergroundre.bsky.social/post/3mj4wjs46iu2q
[4] https://www.virustotal.com/
[5] https://www.heise.de/news/Bericht-Cyberkriminelle-stehlen-Quellcode-von-Cisco-und-dessen-Kunden-11244097.html
[6] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de

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Platform Engineering vs. DevOps: Was steckt hinter Internal Developer Platforms?

Von Heise — 14. April 2026 um 13:09
Fließbandproduktion von Solarpanels mit Industrierobotern.

(Bild: IM Imagery / Shutterstock.com)

Warum Firmen vor dem Aufbau einer Internal Developer Platform eine solide Automatisierungsbasis schaffen sollten, erklären Alexander Hoeft und Artem Lajko.

In der Cloud-Native-Szene erhalten Internal Developer Platforms (IDPs) viel Aufmerksamkeit. In ihrem Vortrag auf dem Cloud-Native-Festival CloudLand 2025 ordnen Alexander Hoeft und Artem Lajko ein, was hinter dem Konzept steckt, wo die Abgrenzung zu klassischen DevOps-Ansätzen liegt – und warum viele Organisationen noch nicht reif für den Aufbau einer solchen Plattform sind.

Das Grundprinzip einer IDP besteht darin, Entwicklerteams eine zentrale Plattform bereitzustellen, über die sie Infrastruktur und Services im Self-Service nutzen können. Statt sich selbst um Provisionierung, Konfiguration und Betrieb kümmern zu müssen, greifen Entwickler auf vorgefertigte, standardisierte Bausteine zurück. Das soll die kognitive Last senken und die Produktivität steigern.

Hoeft und Lajko betonen dabei einen wesentlichen Punkt, der in der Diskussion häufig untergeht: Die Rolle eines Platform Engineers unterscheidet sich grundlegend von der eines DevOps Engineers. Während DevOps Engineers typischerweise direkt in Produktteams arbeiten und dort Entwicklungs- und Betriebsaufgaben vereinen, agieren Platform Engineers als Dienstleister für die gesamte Organisation. Sie bauen und pflegen die Plattform, die andere Teams „konsumieren“ – behandeln deren Bedürfnisse also ähnlich wie ein Produktteam seine Endnutzer.

Wer allerdings glaubt, mit dem Aufbau einer IDP sofort loslegen zu können, dem erteilen die Sprecher eine klare Absage. Organisationen sollten zunächst ein belastbares Fundament an Automatisierung geschaffen haben, bevor sie eine Plattform darüber errichten. Konkret empfehlen Hoeft und Lajko, dass grundlegende Prozesse wie Infrastructure as Code, CI/CD-Pipelines und automatisierte Tests bereits etabliert und ausgereift sein müssen. Ohne diesen Reifegrad laufe man Gefahr, Komplexität nicht zu reduzieren, sondern lediglich auf eine neue Ebene zu verlagern.

Backstage als IDP-Komponente: Kein Selbstläufer

Ein konkretes Werkzeug, das in der IDP-Diskussion regelmäßig auftaucht, ist das von Spotify entwickelte, heute von der CNCF betreute Open-Source-Projekt Backstage. Es dient als Developer-Portal und kann als zentrale Oberfläche für eine IDP fungieren. Hoeft und Lajko warnen jedoch vor typischen Fallstricken beim Einsatz: Backstage sei keine schlüsselfertige Lösung, sondern ein Framework, das erheblichen Anpassungs- und Pflegeaufwand erfordere. Wer es einführe, ohne genügend Ressourcen für die kontinuierliche Weiterentwicklung einzuplanen, ende schnell mit einer halbfertigen Plattform, die von den Entwicklerteams nicht angenommen werde. Zudem bestehe die Gefahr, Backstage als reinen Service-Katalog zu betreiben, ohne die dahinterliegenden Automatisierungsschichten tatsächlich aufzubauen.

Trend oder nachhaltige Entwicklung?

Die zentrale Frage des Vortrags – ob IDPs nur ein Trend sind – beantworten die Sprecher differenziert. Das zugrundeliegende Konzept, Entwicklern Infrastruktur als Produkt anzubieten, sei keineswegs neu und habe sich in großen Technologieunternehmen bereits bewährt. Allerdings müsse jede Organisation ihren eigenen Reifegrad realistisch einschätzen. Eine IDP ist demnach kein Projekt, das man nebenbei aufsetzt, sondern eine strategische Entscheidung, die personelle Ressourcen, Organisationsstruktur und technische Voraussetzungen gleichermaßen betrifft.

Über die Speaker

Alexander Hoeft und Artem Lajko sind für das IT-Beratungsunternehmen iits-consulting tätig. Hoeft arbeitet dort in der Rolle eines Senior Platform Engineer und ist darüber hinaus als Blogger und Sprecher auf Konferenzen aktiv. Lajko ist Head of Platform Engineering bei iits und außerdem Platform Engineering Ambassador und Kubestronaut. Auch er ist Blogger, Speaker und zudem Buchautor („Implementing GitOps with Kubernetes“).

Alexander Hoeft
Alexander Hoeft

Alexander Hoeft
Artem Lajko
Artem Lajko

Artem Lajko


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11255407

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.cloudland.org/de/home/
[2] https://meine.doag.org/events/cloudland/2026/agenda/#eventDay.all
[3] https://meine.doag.org/events/cloudland/2026/agenda/#agendaId.7200
[4] https://meine.doag.org/events/cloudland/shop/
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] mailto:map@ix.de

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